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Informationen zum Thema:
Forum:
Forum Hochbegabung bei Kindern
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Sunflower, MarionPE, Dorothee

Könnt ihr mir helfen?

Startbeitrag von Sunflower am 12.11.2003 07:31

Hallo zusammen,

unser Sohn (April '97) war und ist ein sehr pfiffiges Kind. Hat immer alles sehr schnell verstanden, rechnet seit er 3 ist, konnte die Uhr mit ca. 4,8 Jahren (nur durch Fragen nach der Uhrzeit), hat ein sehr gutes Gedächtnis (Merken von Ereignissen, die schon länger zurückliegen oder Busnummern mit den Zielen (mit ca. 2,8 - 3 Jahren) usw., vor der Schule Lesen einzelner Wörter und kleine, unbekannte Texte. Zum Thema Schreiben hat er immer gesagt: "Ich schreibe erst, wenn ich weiß wie das richtig geschrieben wird".
Dieses Jahr wurde er eingeschult. Mittlerweile sind wir in Mathe beim Einmaleins (großes und kleines) und Rechnungen mit Negativzahlen angekommen (alles nur durch Fragen seinerseits). Knobelaufgaben der dritten Klasse sind kein Problem.
Er will immer mehr...........?!
Ich habe aber nun die Befürchtung, dadurch, dass er sich diese Sachen in seiner Freizeit selber beibringt, es dann in der Schule irgendwann zu langweilig für ihn wird.
Seine weiteren Hobbies sind Schachspielen, Dame, Mühle, Computer, Internet, Tabellen auswerten, Yu-Gi-Karten sammeln und Duelle spielen wollen (leider fehlt ihm dazu das passende Gegenstück, alle wollen nur tauschen).

Leider zeigt er in der Schule seine Fähigkeiten nicht; dies war auch im Kiga schon so. Er betont immer, dass es sein Geheimnis wäre und es keiner wissen darf.
Ich bin ziemlich ratlos, wie ich damit weiter umgehen soll?

Vielleicht hat hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir ein paar Tipps geben.

Vielen Dank

Sunflower

Antworten:

Hallo Sunflower!

Wie geht es ihm denn in seiner Rolle (die er in der Schule spielt)? Solange es ihm gut geht, lass ihn. Vielleicht sprichst du aber mal am Elternsprechtag mit der Lehrerin und zeigst ihr etwas, was er daheim gemacht hat. Sie sollte ihm aber nicht zeigen, dass sie es weiß. Sie kann dann sein Verhalten etwas im Auge behalten. Das ist eigentlich das Typische "Mädchenverhalten" gibt es aber auch oft bei Jungen. Zur Zeit holt er sich nachmittags, was er braucht.

Behalte auch du ihn gut im Auge. treten psychosomatische Probleme auf, dann reagiere. Bei unserer zweiten haben wir zu lange gewartet, weil wir alles als einfach zu ihr gehörend akzeptiert haben, statt zu handeln. An den Folgen arbeiten wir noch.

Zum Teil sind es Kleinigkeiten:

Zerkaute Stifte von hinten bis zur Mitte (Aggressivität gegenüber Gegenständen)

Bemalte Hände, Arme, im Sommer auch Beine (erster Schritt zur Autoaggressivität), möglich auch dabei: "der Nachbar war's", das wird merkwürdig, wenn der rechte Nachbar den linken Arm anmalt, ohne dass das Kind etwas merkt.

Ständig vergessene oder verlorene Sachen (Arbeitsverweigerung)

Treten solche Symptome häufig auf, ist es Zeit, schnell zu handeln.

Solange du glaubst, dass er sich in der Klasse wohlfühlt ist alles in Ordnung und du brauchst die keine Sorgen zu machen. Handle dann, wenn du merkst, dass er es wirklich braucht.

Liebe Grüße

Marion

von MarionPE - am 12.11.2003 07:54
Hallo Marion!

Vielen Dank erstmal für Deine schnelle Antwort.

In der Schule scheint es ihm soweit gut zu gehen. Nur zu Hause ist er teilweise sehr aggressiv mir und meinem Mann gegenüber, manchmal fliegen auch die Hausaufgaben in die Ecke (meistens wenn's ums Malen geht, oder wenn er etwas nicht so hinkriegt, wie er sich das denkt).
Ansonsten wird meist alles so in 3-5 Minuten erledigt. Ihm scheint es zu gefallen, dass er sich nicht anstrengen muss.


Elternsprechtag ist bei uns im Dezember. Werd' mich dann mal vorsichtig rantasten.

Zitat

Zerkaute Stifte von hinten bis zur Mitte (Aggressivität gegenüber Gegenständen)

Zählen auch zerkaute Uhrarmbänder und Halstücher dazu???

Viele Grüße
Sunflower

von Sunflower - am 12.11.2003 10:14
Hallo Sunflower!

Ich fürchte, ja. Stifte waren nur Beispiel. Auch das aggressive Verhalten zuhause deutet auf Probleme; er lässt halt da die Sau raus, wo er sich sicher fühlt. Ich fürchte, du musst mal mit der Lehrerin reden. Es sind ja nur Kleinigkeiten, aber meist verstärkt es sich im Laufe der Zeit. Über die Ära der fliegenden Ranzen habe ich hier schon öfters geschrieben.
Der Freund meiner Tochter war auch so. Irgendwann war der Hausarzt mittags bei Oma und bekam das Verhalten des "ruhigen" Kindes (so kannte ihn jeder) mit. Der Arzt hatte keine Probleme damit, eine Überweisung zum Psych. auszustellen wegen beginnender psychosomatischer Probleme. Die hat nur einen Kurztest gemacht und bald darauf ist er gesprungen.
Das nicht anstrengen müssen ist zwar für die Kinder im Moment toll, aber es kann gefährlich werden, wenn sie grundsätzlich alle Leistung verweigern und/oder das Lernen nicht lernen.

Ich denke, wenn es so ist, musst du etwas unternehmen.

Marion

von MarionPE - am 12.11.2003 11:54
Hallo Marion,

Ich denke, du hast sicher Recht.
Werde mich mit unserem Kinderarzt und der Lehrerin meines Sohnes darüber unterhalten und hoffen, dass wir bald eine Lösung finden werden.

Vielen Dank
Sunflower

von Sunflower - am 12.11.2003 17:11
Hallo Sunflower, hallo Marion,

ich denke, was eigentlich noch problematischer ist, ist die Tatsache, dass der Junge einfach keine Erfolgserlebnisse hat. D.h. dadurch dass er sich nie anstrengen muss, ist das Ergebnis für ihn auch kein Erfolg, sondern einfach nur ein nichtssagendes Ergebnis. Und da ihm eigentlich fast alles zufliegt, hat er einfach nicht die Erfahrung, an für ihn vielleicht nicht so einfache Dinge heranzugehen und da ein bisschen auszuharren und zu knabbern. Erfolgserlebnisse kann ein Kind nur haben, wenn es auch mal Tiefpunkte erlebt bzw. einfach um den Erfolg kämpfen muss.
Ich glaube auch, dass Springen hier auf jeden Fall eine Möglichkeit ist, das sicher durch Unzufriedenheit entstandene aggressive und unausgeglichene Verhalten abzubauen.

von Dorothee - am 12.11.2003 17:40
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