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Forum Hochbegabung bei Kindern
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Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Annika_32

Benötige dringend Hilfe: nochmal Unterforderung 1. Klasse

Startbeitrag von Annika_32am 29.11.2003 09:53

Hallo nochmal,

ich weiß inzwischen nicht mehr weiter. Mein Sohn hat Probleme in der 1. Klasse. Er langweilt sich und kann sich nicht wirklich sozial in die Klasse integrieren.
Nachdem er bereits fast täglich bittet, zu Hause bleiben zu dürfen, hat er vor kurzem angefangen, sich selbst zu verletzen (nur im Unterricht, aber so, daß es unbemerkt bleibt). Nach Kopfschmerzattacken und zeitweisen Tics (noch harmlos) nun dieses. Ich mache mir große Sorgen, da ich glaube daß er ein Problem hat.
Dieses Problem sehe ich in der Unterforderung.
Nachdem ich bei der Klassenlehrerin nicht weiter gekommen bin ("die Lust an der Schule kommt schon wieder"), habe ich mich an den Schulpsychologen gewandt (schon mit dem Gedanken an einen möglichen Schulwechsel, an eine GS die dem neuen Förderungskonzept besonders begabter Kinder beigetreten ist). Es hörte sich sehr vielversprechend für mich an, endlich jemand, der unser "Problem" versteht. Nun hat dieser Schulpsychologe Kontakt zur Direktorin aufgenommen. Auf einmal werden wir wieder vertröstet. Es soll weiter beobachtet werden, wie mein Sohn sich in die Klasse integriert (ich wurde bisher immer vertröstet, erst waren es die Herbstferien nun geht es weiter). Mein Sohn hat kurz vor den Sommerferien 1 Woche (!) in einer 1. Klasse hospitiert. Mit dem Ergebnis, daß es riskant sei ihn gleich in die 2 einzuschulen (er schaffte von der Zeit "nur" die Hälfte der Aufgaben in Deutsch). Aufgrund von Wahrnehmungsstörungen geht er zur Ergotherapie. Lt. Ergotherapeutin spiegelt das etwas langsamere Tempo die verminderte Wahrnehmungsgeschwindigkeit wieder. Seine Grobmotorik ist leicht unterdurchschnittlich, Feinmotorik O.K.
Mir wurden ganz fest als Alternative zur Einschulung in die 2 Zusatzaufgaben versprochen. Daraus wurde leider nichts.
Die anderen Kinder wissen natürlich auch. daß mein Sohn weiter ist. Teilweise kamen auch schon nicht so nette Bemerkungen. Zu seinem Leistungsstand: Er rechnet im 100er Raum, beschäftigt sich mit dem Einmaleins. Er liest sinnerfassend aber nicht flüssig. Er schreibt fast fehlerfrei (vergißt nochmal ein Dehnungs-H o.ä.). Er ist im Erledigen seiner Aufgaben nicht der schnellste. Ich muß ihn oft zu seinen Hausaufgaben anhalten. In Bezug auf Dinge, die ihn nicht interessieren, ist er superfaul. Eine ordentliche Arbeitshaltung und -organisation hat er noch nicht entwickelt.
Seine Frustrationstoleranz ist gleich Null, vor kurzem hat er sich in seinem Zimmer in die Ecke gestellt "Ich bin dumm, ich bin blöd, ...").
Wie geht man damit am besten um? Ich versuche ihn natürlich immer vom Gegenteil zu überzeugen.
Beim HAWIK III hat er im Frühjahr im Verbalteil einen IQ im HB-Bereich erzielt. Der Handlungsteil war leicht überdurchschnittlich. Heraus kam ein IQ im weit überdurchschnittlichen Bereich. Der rechnerische Bereich war durchschnittlich.
Hier erzielte er beim HAVIWA einen HB-IQ.
Auf Drängen der Erzieher im KiGa machten wir diesen Test. Mit 2,5 Jahren lernte er im KiGa Buchstaben und Zahlen.
Den HAWIK III machten wir auf Anraten des Test-Psychologen in Bezug auf Schule und Einschulung.

Die Kinder in seiner Klasse findet er doof (nicht im überheblichen Sinne, er findet einfach keinen Kontakt und keine Draht zu ihnen. Ich glaube er leidet nicht wirklich darunter, in seiner Freizeit geht er Interessen nach. Aber in den Pausen fehlt ihm "ein Freund, mit dem er auch mal reden kann". Laut meinem Sohn findet die Kontaktaufnahme innerhalb der Erstklässler hauptsächlich durch "Kräftemessen" u.ä. statt.
Nun steht in kommender Zeit ein Gespräch mit KL und Rektorin an (vom Schulpsychologen vereinbart). Die Schule sollte sich diesbezüglich bei mir melden, war auch nicht der Fall. Es kann doch nicht sein, daß alles nur mit Drängen, Bitten und weitergehenden Maßnahmen funktioniert?
Ich möchte, wie alle Eltern, nur das Beste für meinen Sohn. Bin aber, gerade im Umgang mit Lehrern, sehr vorsichtig. Aber damit komme ich hier anscheinend nicht weiter. Oder sollte ich wirklich warten. Ich weiß nicht wie rasch sich die Anforderungen erhöhen (in Mathe wird im Moment bis 10 gerechnet, Anfänge von Lesen und Schreiben sind vorhanden). Ich freue mich sehr über Ratschläge. Vielleicht hat hier schon jemand ähnliche Erfahrungen gemacht, das Thema "Langeweile in der 1. Klasse" wurde ja schon öfters umschrieben. Wie seid Ihr weiter gekommen in Bezug auf Zusatzaufgaben, differenziertem Unterricht? Welche Qualifikationen muß ein Kind nachweisen um innerhalb des Schuljahres von der 1. in die 2. Klasse zu springen? Sicherlich bestünde bei meinem Sohn ein Nachholbedarf. Aber der Mensch wächst an seinen Anforderungen. Auch gehören kleine Erfolgserlebnisse zum (Schul-) Alltag, aber die sind bei meinem Sohn nicht in Sicht. Wie gehe ich nun bestmöglichst mit der Situation um?
Fragen über Fragen, ich freue mich auf Antworten.

Danke schonmal und einen schönen 1. Advent
Annika
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