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Forum Hochbegabung bei Kindern
Beiträge im Thema:
12
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
Frogg, MichaelaM, MarionPE, Gast, Rob_, gast

Sendehinweis 23.05.06

Startbeitrag von gast am 23.05.2006 07:27


RTL 2 22.15 + 23.15Uhr am 23.05.06:

"Franziska besucht die erste Klasse und kann bereits lesen und schreiben. Außergewöhnlich? Ja, denn Franziska ist vier Jahre alt. Doktor Aiga S. soll das auf Wunsch der Eltern offiziell bestätigen. Die Diplom-Psychologin der Universität Tübingen hat ein Testverfahren entwickelt, um Hochbegabung möglichst früh zu erkennen. Viele "Wunderkinder" gelten nämlich zunächst als verhaltensauffällig oder schwer erziehbar, weil sie sich schwer im Alltag normal begabter Menschen zurechtfinden. Ein Spitzen-IQ wird oft, wenn überhaupt, erst spät erkannt. Immer mehr Väter und Mütter warten wie Franziskas Eltern deshalb gespannt auf das Testergebnis. Laura ist sechzehn und spielt Tischtennis - von morgens bis abends. Marco ist siebzehn. Er kickt lieber den ganzen Tag. Beide haben unzählige Meistertitel gewonnen. Sie besuchen die Elitesportschule in Thurgau am Bodensee, ein Internat für jugendliche Ausnahmesportler. Sechs Uhr morgens aus den Federn, Training von sieben bis zehn, dann Schulunterricht, nachmittags wieder Training, dann Hausaufgaben und zum Schluss ein bisschen Ruhe vor dem Schlafengehen - das ist der Alltag im Eliteinternat. Doch wer hier aufgenommen wird, hat das Zeug zum Weltmeister oder Olympiasieger. Die Christophorusschule in Braunschweig ist keine gewöhnliche Schule. In einem Klassenzimmer mit zehn Schülern ballt sich hier oft ein IQ von über 1200. Auf diese Schule gehen nur hochbegabte Kinder und Jugendliche. Das klingt einfach, ist jedoch kann jedoch mitunter sehr kompliziert werden. Denn auch "Wunderkinder" brauchen eine halbwegs normale Kindheit. Deshalb bleiben die hochintelligenten Schüler in Braunschweig nicht nur unter sich, sondern absolvieren einen Teil des Unterrichts gemeinsam mit Normalbegabten. Nicht selten gibt es da Probleme."

Antworten:

noch ein TV-Tipp




Di 23.05 11:45 (WDR)


tag7: Schule zu Hause

Reportage
Autor: Von Martin Blachmann
Es ist halb acht, Mutter, Vater und vier Kinder haben gefrühstückt und zwei Kinder - Philemon (9) und Laura (7) - müssten jetzt eigentlich zur Schule gehen. Tun sie aber nicht. Weil die Eltern das nicht wollen. Weil ihnen die Schulen nicht gut genug sind. Philemon und Laura haben Schulranzen. Aber die müssen sie nicht tragen. Ihre Schule ist ein Meter vom Küchentisch entfernt. Die Lehrerin heißt Mama und die Lehrerin für Sachkunde heißt Oma. Die Eltern verstoßen damit gegen die Schulpflicht. Das wissen sie und nehmen Bußgeldbescheide in Kauf. Einen Tag hat Martin Blachmann die Familie begleitet.

von Gast - am 23.05.2006 07:52
Hallo!

Mit dem Film (unsere Älteste hat die meiste Zeit des ersten Films mit gesehen) hatten wir so unsere Probleme.

Wenn ich ein Kind mit 4 Jahren eingeschult habe, warum brauche ich dann einen Intelligenztest nachtäglich zur Bestätigung? Was hätten die Eltern gemacht, wenn sich herausgestellt hat, dass das Kind "nur" einen IQ von 120 hat und nicht hochbegabt ist? Hätten sie das Kind dann wieder aus der Schule genommen und zwei Jahre warten lassen?

Irgendwann gab es die Aussage "3% aller Kinder sind etwas Besonderes". Tut mir leid, jedes Kind ist etwas Besonderes (Wenn auch manches phasenweise besonders anstrengend).

Unsere Große (14, 10. Klasse) fand den Bericht über die Christophorusschule in Braunschweig sehr interessant. Ihr Kommentar war: "Zu der Schule will ich nicht". Allein die wenigen Mädchen, das wäre nichts für sie. Aber die Behauptung, das wäre eine Schule nur für Hochbegabte, ist schlechthin falsch. Die nehmen auch andere. In den Förderklassen mag es anders sein, aber zunächst ist es einfach ein Privatgymnasium. Allerdings hatte meine Große auch schon vorher ein schlechtes Bild von der Schule, da sie schon mehrfach Kinder von dort zu Gast in der Klasse hatten, die eine neue Schule suchten und das nicht nur aus Geldmangel. Soziale Probleme gibt es dort nämlich wie an jeder anderen Schule auch.

Die Klavierspielerin wirkte ja ganz natürlich, aber täglich drei Stunden Klavier - das wäre nichts für meine Tochter (sagte sie). Vielleicht sollte man das Mädchen mal mitten in der Pubertät oder auch nachher nochmals aufsuchen. Wobei grundsätzlich die Möglichkeit zum Musikstudium für Kinder nicht schlecht ist.

Die zwei Schachspieler hatten einfach wirklich ehrgeizige Eltern. Aber wir waren uns nicht ganz sicher, ob die Kinder das wirklich wollten.

Was wieder mal interessant war, war die Tatsache, dass die Kinder immer nur im Kreis der Familie gezeigt wurden (oder bei der "Talentausübung"). Haben die alle keine Freunde? Wer täglich 3 Stunden Klavier spielt, wann verabredet der sich mal? Zum Glück haben meine Kinder alle ihren Freundeskreis und das ist ihnen auch wichtig. Auch soziales Engagement ist bei uns wichtig. Dafür darf dann auch mal eine Arbeit daneben gesetzt werden und bei "Jugend musiziert" wird wohl auch keines meiner Kinder teilnehmen, ebenso wie bei "Jugend trainiert für Olympia". Das überlassen wir anderen. Wenn aber jemand mal einen Bericht über begabte Kinder machen möchte, die auch Zeit für Freunde haben, dann kann er sich bei uns melden. Da tauchen nämlich ganz andere spannende Fragen auf.

Den zweiten Film hatten wir schon gesehen. Marc Ehrenfried mussten wir uns nicht noch ein zweites Mal antun.

Marion

von MarionPE - am 24.05.2006 12:55
In den Förderklassen ist es auch nicht anders. Wenn du einen teuren Internatsplatz ankaufst, bekommst du den in der Förderklasse mit dazu. Ich hatte schon Anfragen von Müttern, denen dort nach der Kontaktwoche eine Realschuleignung bei überaus mittelmäßigem IQ bescheinigt wurde - mit Angebot eines Platzes in der Förderklasse.

Gut trainierte Wunderkinder erzeugen bei mir meist eine leichte Gänsehaut. Meine Tochter hatte so eines in der Klasse. Ausschließlich Einsen. Täglich drei Stunden Klaviertraining plus zusätzlichem Fremdsprachenunterricht. Bis das Kind heulend in der Schule zusammenbrach und brüllte, es wolle keine perfekt funktionierende Maschine sein. Nach einer Woche Krankenhausaufenthalt übersprang es eine Klasse. War angeblich unterfordert und deswegen nervlich am Ende. Wer weiß?

Vermutlich lässt sich überhaupt nicht viel verallgemeinern. Was will man dann in so einem Film schon darstellen?

Michaela

von MichaelaM - am 24.05.2006 14:46

und noch ein TV-Tipp für die Kinder

Hallo Gast,

vielen Dank, das waren interessante Sendungen die ich so nicht gefunden hätte!


Und für alle noch ein Tip, diesmal für die Kinder:

Ab morgen (Do, 25.05.2006) startet Mo-Fr 16:35 auf KiKa die Serie "Mammutland - Die Insel der Erfinder" präsentiert von Peter Lustig wieder neu mit Folge 1 (von 26). In der Serie werden allerlei physikalische Effekte sehr anschaulich erklärt.

Grundlage war das Buch von David Macanlay "Das große Mammutbuch der Technik".

Einzelheiten unter [www.kika.de].


viele Grüße

Rob


von Rob_ - am 24.05.2006 17:20
Höre ich da nicht etwa verzweifelten Neid heraus?
Deine Kinder sind so wie sie sind.
Andere Kinder sind anders.
Nicht hinter jedem begabten kleinen Genie stehen Eislaufmuttis und Vaties.

Frogg

von Frogg - am 25.05.2006 09:55
Hallo Frogg!

Meintest du Michaela oder mich?

Kennst du die Christophorusschule in Braunschweig und was da so passiert? Da braucht man keinen Neid. schön, ich wünschte auch manchmal, wir hätten das Geld, um uns eine solche Schule für die Kinder leisten zu können, aber wir wüssten dann besseres mit dem Geld anzufangen. Und das nicht, weil uns die Bildung unserer Kinder nichts wert ist.

Wir haben jahrelang ein paar Straßen weiter gewohnt (zu dem Zeitpunkt hatten wir noch keine Kinder, aber) schon damals sagten wir uns: "Zu der Schule sollten unsere Kinder nicht gehen." Erst vor einiger Zeit hörte ich wieder: "Es wird erzählt, dass man mit ... seit sie dort zur Schule geht nicht mehr reden kann."

Mit unserer Großen (14, 10. Klasse) habe ich nochmals über den Film geredet und sie sagte wiederum, dass die Kinder ihr einfach leid täten. Sowohl das am Samstag studierende Klaviermädchen als auch die Schachkids.

Meine Kinder sind nicht fernsehreif, sie bringen auf einem Zeugnis Noten von 1 bis 5 heim. Aber sie sind glücklich, machen ihre eigenen Erfahrungen und gehen ihren eigenen Weg, nicht meinen. Zur Zeit habe ich eine Tochter mitten in der Pubertät und eine am Anfang. Das Pensum, was von den Kindern im Film verlangt wird möchte ich im Moment nicht von ihnen verlangen. Abgesehen davon, dass ich gar nicht die Energie habe, es gegen rebellierende Teenies durchzusetzen.

So ein "Klaviermädchen" hatte ich in der ganzen Schulzeit in deer Klasse. Am Samstag ging es in die nächste Großstadt zum Orgelstudium (allerdings erst in der Oberstufe oder so). Die Zeugnisnoten waren klasse. Jetzt ist sie 40, Juristin, alleinstehend. Ich hatte meine Bücher, Feunde, Sport, die Jugendarbeit und habe inzwischen drei ganz brauchbare Kinder, die auch lieber ihren Weg gehen, als sich zu etwas zwingen zu lassen. Jeder geht so seinen Weg, aber im Grunde bin ich mit meinem Leben zufrieden. Was will man mehr?

Nein, neidisch bin ich nicht, ich sehe nur durch meinen Job, wie oft Kinder kaputt gemacht werden und dass sie sich dagegen einfach nicht wehren können (und auch nicht wollen, weil sie ja nicht wissen, dass es auch anders sein könnte)

Marion

von MarionPE - am 25.05.2006 14:33
Hallo Marion,

hast du in deinem Post nicht erwähnt, dass sie zu euch kommen sollen, wenn man glückliche Hochbegabte sehen will?
Ich habe ganz sicher keine Vorzeige-Kinder. Möchte auch nicht ins Fernsehen. Die Christopherus-Schule kenne ich nicht. Ich komme ja nicht aus Braunschweig. Toll wäre, wenn alle Hochbegabten in einer Regelschule nach ihren Neigungen gefördert werden könnten. Ist ja aber wohl nicht so.
Du verurteilst in deinem 1. Post auch die Leute, die an Dingen wie Jugend musiziert, oder Jugend trainiert für Olympia etc. teilnehmen. Nach dem Motto: Das ist nichts für uns, das tue ich meinen Kindern nicht an. So jedenfalls kommt es für mich rüber. Es gibt aber tatsächlich Kinder, die an diesen Dingen großes Interesse haben. Und ich meine die Kinder, nicht deren Eltern. Unser Ältester (pubertierender 14jähriger) nimmt mit Begeisterung an Physik-Wettbewerben oder Mathe-Wettbewerben teil. Er kann Stunden damit zubringen über physikalischen oder mathematischen Problemen zu brüten. Trotzdem hat er einen Freundeskreis und ist kein Sonderling. Andere trainieren stundenlang für ihren Sportverein. Ja und, wenn's ihnen Freude macht.
Unser Mittlerer ist hochbegabt und hatte massive Probleme in der Schule. Er hat erfolgreich eine Klasse übersprungen. Sofort war ich, in den Augen anderer Mütter, die übereifrige Mutter, die ihr Kind nur drillt. Keiner hat sich wirklich für unsere Probleme interessiert, geschweige denn akzeptiert, dass es für unseren Sohn der beste Weg war.
Da finde ich es schade, dass selbst in einem Forum für Hochbegabte, den anderen nicht die Freude an ihren Fähigkeiten gelassen wird, sondern sofort wieder diese "Eislauf-Mutti"-Schiene gefahren wird. Ich habe die Berichte gesehen. Die Schule schien ein gutes Konzept zu haben für Kinder, die mit dem normalen Schulsystem nicht zurechtkommen. Aber ein Fernsehbericht ist ein Fernsehbericht und daran kann man eine Schule nicht genau beurteilen.
Mit einem gebe ich dir allerdings Recht, die Schachkinder wurden wohl hauptsächlich von ihren Eltern angetrieben. Ich denke zwar, das sie wirklich gerne Schach spielen, aber wenn dann der 2. Platz für die Eltern nicht gut genug ist, ist das traurig für die Kinder.
Hochbegabung ist vielfältig.
Übrigens ist die Chorleiterin des Chores in dem ich singe hochbegabt im musikalischen Bereich und ansonsten auch nicht dumm. Sie spielt schon seit ihrer Kindheit mit Begeisterung Klavier, später Orgel, leitet mehrere Chöre, hat ein absolutes Gehör ist berufstätig als Grundschullehrerin, immer gut gelaunt und sogar verlobt. Nicht jeder, der irgendetwas toll kann, wird nur gedrillt.

Gruß
Frogg

von Frogg - am 25.05.2006 18:36
Hallo Frogg,

der Neid hält sich bei mir arg in Grenzen, da wir Christophorus real erleben durften. Auch uns hat man mit solchen Showeffekten da hingelockt. Geht halt um viel Geld. Und die Verzweiflung der Eltern, die einen Ausweg für ihre Kinder suchen, ist manchmal groß. Da gucken sie dann nicht mehr so genau hin.

Das Leid so eines Musik-Wunderkindes haben wir dort hautnah miterlebt. War echt krass.

Michaela

von MichaelaM - am 26.05.2006 07:23
Hallo Frogg!

Nein, ich verurteile keine Eltern, deren Kinder Spaß an etwas haben und die sich dafür einsetzen. Ich habe auch geschrieben, dass das "Klaviermädchen" ganz nett rüberkam. Sie hatte ihr Hobby und ich denke, sie hate auch ihre Freunde im gemeinsamen Studium. So schien es wenigstens. Meine Tochter (14) sagte, ihr täte das Kind leid. Ich wollte einfach auch mal die Sicht der Kinder darstellen. Ich kenne genügend Kinder, die an Wettbewerben teilnehmen und dieses gerne tun.

Meine Kritik an der Sendung bezog sich unter anderem auf das Testen nach der Einschulung der Vierjährigen? Was bringt das? Testen in solchen Situationen halte ich grundsätzlich für überdenkenswert.

Ich möchte sicherlich niemandem hier im Forum vorwerfen, Eislaufmutti zu sein. Das hat man mir selber lange genug vorgeworfen. Ohne mich aber nach den Ursachen für das Überspringen zu fragen.

Was ich immer als fraglich sehe ist, warum Kinder etwas machen. Machen sie es aus Begeisterung, oder um den Eltern eine Freude zu machen. Klar, meine Kinder räumen auch nicht begeistert den Tisch ab, sondern wenn, dann machen sie es um mir eine Freude zu machen, oder weil sie am Tisch basteln wollen. Das ist einfach so. Wenn ein Kind aufs Gymnasium geht, dann kommt es bei uns im Ort nicht vor 14 Uhr heim, jetzt nach der Schulzeitverkürzung oft noch später. Wenn dann noch anderthalb Stunden Hausaufgaben und drei Stunden Musik oder Training dazu kommen, frage ich mich: Wann leben die Kinder? Gut, einige leben für die Musik / den Sport, aber was ist mit Freundschaften, Kindergeburtstagen...? Gibt es noch Zeit dafür? Wie soll später der erste Freund in den Terminkalender eingebaut werden?

Eine Schule mit einem guten Konzept für Kinder mit Schwierigkeiten im normalen Schulsystem ist etwas Tolles. Schön wenn die Eltern sich das leisten können (in BS hatte die Schule früher den Ruf der Sonderschule für Akademikerkinder; ich weiß nicht, wie das heute ist)

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass solche Berichte der Sache sehr schaden können. Es werden oft Kinder gezeigt, die wirklich ehrgeizige Eltern haben (nicht alle, nein einige haben auch Spaß an der Sache). So wird in der Bevölkerung das Vorurteil unterstützt. Was völlig fehlt sind Informationen, was man tun kann, wenn man den Verdacht hat... Wo gibt es Unterstützung? Was kann man tun?

Ich arbeite an einer Schule. Jetzt, nach mehr als 3 Jahren kommen die ersten Lehrer zu mir und fragen nach, wenn es zu Problemen mit begabten Kindern kommt. Sie erwarten aber eigentlich immer noch die Hochleister. Und wenn ein Kind in die Schule kommt und schon lesen kann, dann waren es doch wieder die bösen Mütter, die das Kind trainieren. Und wenn ein Kind vorzeitig eingeschult werden soll, dann heißt es, wenn die Motorik gut ist, vom Kindergarten "Das hat Mama ja auch geübt", ist die Motorik noch nicht so gut, dann soll es lieber noch ein Jahr in den Kindergarten gehen (wo es dann die Zeit in der Bauecke verbringt, statt mal einen Stift anzufassen, das übt Mama dann endlich doch). So ein Bericht, der nur zeigt, dass Hochbegabte Spitzenleistungen erbringen und als Zweiter schon Versager sind hilft bestimmt nicht, dass Lehrer unsere Kinder besser verstehen.

Ich denke, bei deinen Kindern ist es wie bei meinen: Es sind einfach ganz normale Kinder, die einfach schneller denken können. Ansonsten gibt es die gleichen Probleme wie bei allen anderen Kindern. eines hat eine "Gemüseallergie", eines pubertiert gerade kräftig vor sich hin, eines fühlt sich immer benachteiligt (das Älteste, weil es alles erkämpfen muss, das Jüngste, weil es immer das Kleine ist und das Mittlere ist sowieso das arme Sandwichkind), eines verbreitet eine Welle aus Chaos um sich, eines ist zu pingelig, eines ist zu dick, eines ist zu dünn..... Da kann man das Fernsehen ruhig einladen. So wirklich medienwirksam kommen diese Kinder einfach nicht rüber.

Ich wünsche mir, dass alle Kinder ihren eigenen Weg gehen dürfen. Vielleicht werfen meine mir irgendwann vor, ich hätte sie zu mehr Leistung zwingen müssen, aber damit kann ich leben

Marion

von MarionPE - am 26.05.2006 08:22
Hallo Marion,

eben, so richtig medienwirksam sind "normale" Kinder mit oder ohne Hochbegabung nicht. Da könnte man dann Dokumentationen machen, aber die Leute, bei denen du Verständnis wecken wolltest, würden mit diesen Dokumentationen sicher auch nicht erreicht.
Trotzdem fand ich die Berichte nicht so dramatisch oder negativ wie du. Obwohl ich selber ein hochbegabtes Kind habe und zum Teil ganz schön um Verständnis bei anderen Leute für dieses Kind kämpfe.
Zu der Frage, warum ein Kind nach der vorzeitigen Einschulung noch getestet wird. Warum nicht, ich denke nicht, dass die Eltern, sollte das Kind nicht die magische Grenze von 130 erreichen, ihr Kind wieder zurück in den Kindergarten geben würden. Was aber, wenn es nach einem halben Jahr wieder Unterforderungsanzeichen hat. Bei uns war das so. Da stellt man sich als Eltern die Frage, ob es wirklich Unterforderung ist oder nicht doch Überforderung. Die Frage wird auch von Lehrern, Verwandten, Bekannten... gestellt. Da ist es gar nicht schlecht, das Ergebnis eines Testes in der Hinterhand zu haben.
Meine Meinung ist nur, man sollte vorsichtig mit dem erhobenen Zeigefinger und dem Eislaufmutti-Vorwurf sein. Da ich selbst, in unserem nicht gerade sehr großen Ort (wir "schimpfen" uns zwar Stadt, sind aber eher ein Dorf geblieben), unter diesem "Verdacht" stehe, seit unser Kind gesprungen ist. Das ist doch schonmal gleich verdächtig. Standest du nicht auch unter diesem Verdacht?

Hallo Michaela,

du scheinst ja schon ziemlich viele übele Erfahrungen im Bereich von Schulen gemacht zu haben. Das finde ich sehr Schade für deine Kinder und natürlich auch für dich.

Gruß
Frogg








von Frogg - am 26.05.2006 10:05
Hallo Frogg,

kann man jetzt so pauschal nicht sagen. Es war halt eher so, dass man uns damals einredete, hb Kinder seien nur in dieser Wunderschule sinnvoll aufgehoben. Darauf durften wir sie kennenlernen, worauf wir uns von dieser Vorstellung bald verabschieden durften.

Michaela

von MichaelaM - am 26.05.2006 10:46
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