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Ich weiss nicht weiter...Zeugniss und Klassensprung

Startbeitrag von Conny am 22.06.2006 10:32

Hallo,

gestern habe ich das Zeugniss meines Sohnes bekommen. Er soll nach den Sommerferien an ein Gymnasium wechseln, hat aber dann die 4.te Klasse übersprungen.

Das Zeugniss ist alles in allem eine "reine Katastrophe"(nicht mal Leistungtechnisch, sondern eher vom Verhalten) und ich habe superzweifel, ob es der richtige Weg ist ihn nun springen zu lassen. Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.

Also kurz zu der Vorgeschichte. Bei der Einschulung konnte Sohnemann schon lesen und schreiben, sowie sicher im 20 Raum rechnen. Kurzum ihm war langweilig, er fing an den Klassenclown zu machen, quatschte ständig ect.ect. Das hat sich bis heute 3.te Klasse nicht wesentlich verändert.Er wurde von Anfang an von seinem Mitschülern ausgegrenzt und gemobbt. Seine Leistungen liegen immer nur im mittlerem Bereich, da er sich viel durch seine oberflächlichkeit uns seine unkonzentriertheit kaputt macht.

Auf Anraten eines Psychologen haben wir nun den Klassensprung beantragt, der uns auch genehmigt wurde.

Und nun das Zeugniss.....:

...zeigte erkennbar die Bereitschaft mit seinen Klassenkameraden verträglicher zu werden...
...neigte häufig dazu seinen Willen durchzusetzten oder reagierte trotzig...
...fällt ihm schwer nach Konflikten einzulenken...
...Arbeitet in der Regel bereitwillig und engagiert mit...
... braucht zu lange um seine Arbeiten zu erledigen...
...seine Konzentration zeigt erhebliche Schwankungen...
...Ausdauer und Anstrengungsbereitschaft vor allem dann, wenn sie mit seinen besonderen Interessen zusammenhingen...
...muss noch lernen, sich besser zu organisieren...
...kann sich sachlich klar und gewandt ausdrücken...
...fällt ihm manchmal schwer sich zusammenhängend zum Inhalt von Geschichten zu äußern...
...Rechtschreibung stark von Konzentration abhängig...
:::schreibt eigene Texte folgerichtig und themenbezogen unter Verwendung passender Wörter.
...liest sehr gut uns sinnentnehmend...
...mathematisch sicher...
... hat viel Spass am Lösen von Knobelaufgaben...
...seine Lösungsvorschläge für bestimme Probleme waren meist originell und brachten den Unterricht weiter...
...im Englischunterricht foglt...stets aufmerksam und konzentriert und kann zusammenhängende Texte sinngemaß übersetzten...

Reli: 2
Deutsch :3
Sprachgebracuh:3
Lesen:2
Rechtschreiben:3
Sachunterricht:3
Mathe:3
Englisch:2
Kunst:4
Musik:3
Sport:3

Notendurchschnitt gerade mal 2,81 nachdem er sich in fast allen Fächern um eine Note verschlechtert hat, steht er in den Hauptfächern nur noch 3...
Das Sozial-und Arbeitsverhalten wurde zwar schon immer bemängelt, aber noch NIE sooo extrem.
Er WILL partout nach den Ferien auf das Gymnasuim, aber ich habe nicht den Eindruck, das er auch was dafür tuen möchte...er nimmt nicht mal freiwillig irgendein Buch in die Hand um evt. Stoff aufzuarbeiten der ihm fehlen könnte...
Ich rede mir den Mund fusselig aber irgendwie treffe ich nur auf taube Ohren.Ich glaube er nimmt mich in dieser Hinsicht nicht ernst genug...oder er ist so von sich überzeugt, das er meint ich übertreibe oder spinne ;-((

Ist dieser Weg nun wirklich der richtige, oder lassen wir ihn lieber an der GS ??? Ich habe absulut keine Ahnung was mit ihm los ist...Zuhause ist er doch nciht so ein "Arsch" wie er im Zeugniss beschrieben wird...
Frage ich ihn wieso oder warum oder was los ist, bekomme ich immer nur als Antwort "ICH WEI? NICHT"


Entschuldigt bitte, dieser Hilfeschrei meinerseits ist nun sehr lang und wirr, aber ich hoffe ihr könnt mir trotzdem ein paar gute Ratschläge mit auf den Weg geben.WAS KANN ODER SOLL ICH TUN ???

Gruß
Conny
Antworten:
Zitat
Conny

...zeigte erkennbar die Bereitschaft ....
...Arbeitet in der Regel bereitwillig und engagiert mit...
...Ausdauer und Anstrengungsbereitschaft
...sachlich klar und gewandt ausdrücken...
:::schreibt eigene Texte folgerichtig und themenbezogen
...liest sehr gut
...mathematisch sicher...
... hat viel Spass am Lösen von Knobelaufgaben...
...seine Lösungsvorschläge für bestimme Probleme waren meist originell und brachten den Unterricht weiter...


Hallo Conny,

ich kann gar nicht sehen, wo du ein solches Zeugnis "katastrophal" findest????

Sicher hab ich jetzt nur das Positive zitiert, aber sind das nicht die wichtigen Dinge? Kann es sein, dass du von deinem Sohn ein zu folgsames, braves Verhalten und lauter 1er insgeheim erwartest?

Wenn doch der Klassensprung genehmigt wurde, hat sich doch auch jemand Gedanken darüber gemacht und euch verstärkt.
Vielleicht könntest du etwas gelassender an die Sache rangehen. Für mich hört sich das nicht schlecht an.

LG, Heike

von Heike2 - am 22.06.2006 11:52
Hallo Conny!

Was willst du denn? Sei froh, dass du den Klassensprung und den Wechsel zum Gymnasium genehmigt bekommen hast. Ganz ehrlich. Es ist ein Kind, ein Junge, nicht "Konrad, das Kind aus der Konservenbüchse". Das Verhalten ist doch jungentypisch (bitte nicht in der Luft zerreißen, es ist tatsächlich so, auch wenn es Jungen-Mädchen und Mädchen-Jungen gibt). Leider können einige Lehrerinnen in den Grundschulen damit nicht umgehen, die erwarten angepasste Mädchen.

Was passiert denn, wenn er an das Gymnasium geht?
Entweder, er merkt, dass er arbeiten muss, dann schreibt er gute Noten. (leider relativ unwahrscheinlich, so wie du ihn beschreibst, das wäre auch eher Mädchen-Verhalten)
Oder, er tut nichts. Dann wurstelt er sich irgendwie so durch die Schulzeit und bleibt mittelmäßig, bis er in der Oberstufe den Ernst der Lage erkennt und dann dreht er auf und zeigt, was er kann.
Oder er tut nichts und bleibt irgendwann mal sitzen. Na und? Dann holt er sich das eine Jahr wieder, das er jetzt ausgelassen hat. Ist das ein Problem?

Siehst du irgendeinen Grund, warum er nicht zum Gymnasium gehen sollte? Glaubst du, dass sich sein Verhalten durch ein weiteres Jahr Grundschule verbessert? im Gegenteil, an der neuen Schule kann er neu anfangen.

Wenn es für ihn spannend ist, kann er doch arbeiten und sich konzentrieren. Es ist völlig normal, dass man als Eltern bei solch einer Entscheidung kalte Füße bekommt, besonders weil die umwelt oft mit Unverständnis reagiert. Aber ihr habt den Antrag aus einer Situation heraus gestellt, also war es auch richtig, auch wenn sich vielleicht in ein paar Jahren herausstellt, dass er eine Klasse wiederholen muss. Das ist dann eine neue Situation.

Jetzt hat er Ferien. Da braucht er nicht zu lernen. Am Anfang der 5 wird vieles aus der 4 wiederholt. Dann kann er dich immer noch fragen. Wenn er Interesse hat, besorg ihn spannende Bücher zum Sachunterricht der 4. Klasse, aber das musst du nicht machen. Ansonsten soll er sich erholen und dann kann er richtig loslegen.

Nehmt euren Mut zusammen und schickt ihn zum Gymnasium. Es wird klappen.

Marion

von MarionPE - am 22.06.2006 12:10
Hallo Conny,

wird er auf ein G9 oder ein G8 Gymnasium kommen?

Was ich auf jeden fall empfehlen würde, ist eine Lernhilfe, die den Stand Ende Grundschule umfasst, anzuschauen. Lass ihn einiges bearbeiten, um zu sehen, ob er vom Stoff her auf dem richtigen Stand ist. Ich denke, er hat vom Organisatorischen bestimmt zu kämpfen. Aber es wird möglich sein, dass er es schafft. Sollten aber erhebliche Lücken da sein (es ist ja nicht so, dass die kids in der 4.Klasse gar nicht schaffen), dann hätte ich auch Bedenken.

Im G8 würde ich davon absehen. Da sind solche Kinder oft schon zu den Weihnachtsferien auf der Realschule, und da hättet ihr wirklich nichts gewonnen.

lg,

flurina

von flurina - am 22.06.2006 14:40
Hallo Flurina!

Bist du dir da sicher? Hochbegabte verstehen immer schneller.

Der Sprung wurde von der Psych. empfohlen.
Die Schule hat zugestimmt.
Das Kind freut sich darauf.

Bist du dir sicher, dass dieses Kind mit dem Verhalten jetzt noch ein Jahr motiviert werden kann, in der Grundschule mitzuarbeiten? Glaubst du nicht, dass die Lehrer sich vielleicht leicht verarscht vorkommen würden? (Soory, meine Wortwahl) Würde es nicht bei jeder Schwierigkeit, bei jedem auffälligem Verhalten sofort heißen: Er sollte doch springen, wir hatten als Schule dafür gestimmt.....

Ich würde ihn nicht auf der Grundschule lassen. Dort würde das Kind unter diesen Umständen zerbrechen. Übrigens: Es gibt hier in Niedersachsen 13 Wochen Übergangsfrist für Springer. Das geht notfalls auch mit Zurückgehen an die Grundschule. Notfalls kann man auch das Alter für eine außerplanmäßige Wiederholung der 5 aus sozialen Gründen nutzen.

Vielleicht lernt dieses Kind durch das Springen, dass man sich etwas erarbeiten muss. Ich halte einen Sprung dann, wenn das Kind schon alles für den nächsten Jahrgang kann für unsinnig, denn es wird wieder alles schneller verstehen und sich langweilen. Springen bringt b´nur dann etwas, wenn ein Kind sich dadurch etwas erarbeiten muss. Sonst kann es gleich in der alten Klasse bleiben.

Zitat

Im G8 würde ich davon absehen. Da sind solche Kinder oft schon zu den Weihnachtsferien auf der Realschule, und da hättet ihr wirklich nichts gewonnen.

Ach, da gibt es nur unmenschliche Pauker, die die Situation des Kindes nicht verstehen, oder wie? Man kann sowohl im G8 als auch im G9 solche und solche Lehrer haben. Die einen sehen nur den Stoff, die anderen den Menschen. Es gibt übrigens Kinder, die schreiben auf dem Gymnasium Dreien und Vieren, gäbe man dieselben Kinder aber auf die Hauptschule, würden sie immer noch nur Dreien schreiben, denn die Fehler, die sie machen sind reine Dusselfehler. Nach dem, was Conny schrieb schäötze ich ihren Sohn auch so ein. Er wird nie ein Einserkandidat sein, auch nicht wenn er wiederholt.

Ihn jetzt auf der Grundschule zu lassen wäre eine Strafe (für fehlverhalten?). Wird dadurch irgendetwas besser? Nein. Wenn es mein Kind wäre, ich würde es jetzt zum Gymnasium schicken.

Marion



von MarionPE - am 22.06.2006 16:09
Hallo Conny,

mach deinem Sohn klar, dass er mit dem Klassensprung die Chance hat, von seinem Image als Klassenclown und Buh-Mann wegzukommen. Und dass er diese Chance nutzen soll! Er kann komplett neu anfangen und jetzt (wie alt ist er eigentlich?) müsste er einfach besser mit Langeweile und Unterforderung klar kommen als als Erstklässler.

Freiwillig was tun - das macht Sohnemann nur, wenn es ihn wirklich interessiert. Oder wenn er merkt, dass es unbedingt erforderlich ist. Er hat noch einige Lücken durch seinen Sprung (2.1 in 3.2) und bügelt die erst aus, wenn er merkt, dass es erforderlich wird. Da würde ich jetzt keinen Druck ausüben, ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Bringt nichts. Entweder er will es von alleine oder macht nix.

Wie sieht es bei euch mit den Versetzungsregeln aus? Bei uns ist ein Sitzenbleiben von Klasse 5 in Klasse 6 nicht möglich, deshalb konnten wir das Projekt Gymnasium ziemlich entspannt angehen und ihn auch mal ausprobieren lassen, was passiert, wenn er meint, dass im weiterhin alles zufliegt und er nix machen muss (eine fünf in Mathe ist ihm passiert, Gott sei Dank habe ich gedacht!). Der Direktor hatte am ersten Schultag gesagt, dass sie bei Kindern, bei denen die Lehrer der Meinung sind, dass das Gymnasium für sie nicht geeignete Schule ist, in Zusammenarbeit mit den Eltern möglichst schnell einen Schulwechsel anstreben, damit die Kinder in noch nicht so gefestigte Klassen kommen. Aus der Klasse unseres Sohnes ist das keinem Kind passiert, kann auch damit zusammenhängen, dass bei uns die Empfehlung der Grundschule verbindlich ist und nur Kinder auf's Gymnasium kommen, von denen die Grundschule überzeugt ist, dass sie es auch schaffen.

Zum Schluss empfehle ich dir noch ein Buch, das mir geholfen hat, zu verstehen, wie Sohnemann lernt. Für seinen Lerntyp sind mittelmäßige Noten typisch, dafür ist er mündlich top. Das hat uns sein Klassenlehrer auch beim letzten Elterngespräch bestätigt. Seitdem ich das weiß, mache ich mir viel weniger Stress wegen der Noten. Das Buch heißt: Wie Kinder lernen von Dawna Markova. Ist zwar ziemlich teuer, für mich hat es sich allerdings gelohnt.

LG Grauseldis

von grauseldis - am 22.06.2006 17:35

@grauseldis

Zitat
grauseldis
Bei uns ist ein Sitzenbleiben von Klasse 5 in Klasse 6 nicht möglich
quote]

Hallo Grauseldis,

ist das so bei uns? Muss gestehen, dass ich mich mit den Versetzungsregeln noch überhaupt nicht befasst habe. Bin nur froh, dass die letzten Tage laufen - dann ist die GS-Zeit endlich vorbei. Die KL nutzt die letzten Tage massiv, um meiner Tochter noch alles mögliche vorzuhalten: Stift vergessen, Heft vergessen, falsche HA gemacht.... immer schön schriftlich und ich muss unterschreiben...

Sie kommt mir immer mehr vor wie die größte Petze auf dem Spielplatz... die KL meine ich... :-(

Gelten diese Versetzungsregeln in jeder Schulform? Also Gym, Gesamt und ERS? Das war doch bei uns früher nicht so, oder? Gibt es dann in der 5. Gespräche mit den Eltern, in denen evtl. zu einem Wechsel auf ERS geraten wird? Und müsste dann ein Kind mit schlechten Noten auf der ERS die 5. wiederholen oder macht es dort auch mit der 6 weiter?

Ich gehe ja mal nicht davon aus, dass dieser Fall bei uns eintreten wird *nervös, es interessiert mich einfach nur, wie das geregelt ist.

LG, Heike


von heike2 - am 22.06.2006 19:42
Fein, wenn das in Niedersachsen so ist und sie dort auch wohnt. In Hessen gibt es das System der Querversetzung. Wenn die Noten nicht passen, findet das auch gegen den Willen der Eltern statt. Bei G8 sind nicht die Lehrer unnachsichtig, sondern das System. Da wird einfach vom 1. Tag auf dem Gym an erwartet, dass die Kinder topfit sind.Spätestens in der 6. mit zweiter Fremdsprache und mehrfachem Nachmittagsunterricht geht es beinhart zu Sache.

Mag schon sein, dass HBs schneller begreifen. Aber hier kommt es mehr auf das Arbeitsverhalten und das Durchhaltevermögen an.

Probezeit inklusive der Möglichkeit an die Grundschule zurückzugehen, ist mir hier noch nicht begegnet. Die von 3 nach 5 Springer, die scheitern, wechseln dann meist an eine der letzten Förderstufen, die sich noch finden. Dann müssen sie gucken, dass sie nach der 6. wieder auf ein Gymnasium wechseln können, wobei hier die Empfehlung bindend ist, im Gegensatz zum Wechsel zur 5. Einfach "mal so" würde ich das keinem empfehlen.

Psychologen befürworten das Springen immer bei einem Ergebnis über 130. Und die Pläne der Schule sind ja offenbar nicht aufgegangen, wenn das Kind sich so stark verschlechtert hat.

Michaela

von MichaelaM - am 23.06.2006 05:13

Re: @grauseldis

Hallo,

und danke für die vielen Antworten.

Ja ich gebe zu, daß ich ziemlich nervös bin, und ja ich gebe auch zu, das ich insgeheim irgendwie mehr von ihm erwarten würde... eben weil er Zuhause die Aufgaben die er macht.. sehr gut macht und in der Schule eben nicht wirklich zeigt das er es kann. Er ist dann so schluderig bei seinen Arbeiten, das ihm oft lauter Flüchtigkeitsfehler passieren, und seien es nur vergessene I-Punkte, die dann eben zu einer 3 führen...Ich erwarte keine 1 ser... aber nen netter 2 er Kanditat könnte er meiner Meinung nach schon sein.

Die Grundschule war übringends gegen den Sprung in Klasse 5. Eben wegen seinem fehlendem Arbeits und Sozialverhalten. Sie haben im endefekt zwar zugestimmt, aber eben nur auf unseren ausdrücklichen Wunsch hin.

Er wird auf ein G8 Gymnasium wechseln. Der Direktor dort scheint sehr offen zu sein, was begabte Kinder angeht.
Er ist 9 Jahre alt und ich hoffe, das er schon vernünftig genug ist, die Chance die er jetzt hat, nämlich neu anzufangen, auch nutzt.
Unser Sohn ist nicht hochbegabt, sondern "nur" überdurchschnittlich begabt mit einigen Leistungsspitzen.Nun quält mich eben auch zusätzlich die Angst, das er es vllt. gar nicht schaffen kann, und er wegen uns (wir haben den Sprung ja beantragt) Schiffbruch erleiden wird.

gruß von einer ziemlich verunsicherten
Conny

von Conny - am 23.06.2006 05:19
Zitat
MichaelaM
Fein, wenn das in Niedersachsen so ist und sie dort auch wohnt.


Also Michaela,
so langsam nerven deine ständigen Annahmen zur Bundeslandzugehörigkeit.

Grauseldis und ich wissen sehr genau wo wir wohnen (nicht in Niedersachsen) und ich habe genau deshalb ihr eine Frage gestellt.

Heike



von heike2 - am 23.06.2006 05:24

Re: @grauseldis

Zitat
Conny
Er ist 9 Jahre alt und ich hoffe, das er schon vernünftig genug ist, die Chance die er jetzt hat, nämlich neu anzufangen, auch nutzt.


Hallo Conny,

dann lass ihn doch aber auch die Chance erstmal nutzen. Wenn du ihm jetzt unterschwellig vermitteltst, dass du befürchtest, dass es schief gehen wird.... man nennt das self-fulfilling prophecy....

Meine Tochter ist auch noch 9 und wechselt jetzt im Sommer zu G8. Sicher bin ich auch nervös, sie muss auch komplett neu durchstarten. Aber das zeige ich ihr nicht, bestärke sie nur in ihrer Freude, dass sie endlich alles hinter sich lassen und neu anfangen kann.

Sieh nicht jetzt schon alles schwarz, er geht im Sommer aufs Gym und Ende. Achte von Anfang an konsequent darauf, dass der Schlendrian aus GS-Zeiten nicht mit hin wandert. Von Beginn an muss konsequent gearbeitet werden, saubere Heftführung und, wenn möglich, frühe Integration in die Klasse. So haben wir das mal vor.

LG, Heike

von heike2 - am 23.06.2006 05:32
Hallo Michaela!

Ich weiß nicht, wo Conny wohnt. Deshalb kann ich nur beschreiben, wie es hier bei uns in Niedersachsen ist.

Das G8 gilt hier für alle Gymnasien für die Schüler die jetzt in Klasse 5-7 sind. Klasse 9-13 haben noch G9. Das hat das KM so beschlossen.

Den Querverweis gibt es im Niedersächsischen Schulgesetzt auch. Aber: es wurde immer damit gedroht, "Wenn ihr Kind keine Empfehlung hat und es nicht schafft, dann...)
Die Praxis sieht anders aus.
Der Sohn einer Freundin, als Kann-Kind eingeschult, Realschulempfehlung, wiederholte die 7 (erstes Jahr nach der Orientierungsstufe), Tenor der Schule: Er ist noch recht unreif, ein Jahr wiederholen wird ihm helfen. Mit Nachhilfestunden und Druck hätte er es sicherlich geschafft, aber im Gespräch mit den Eltern wurde beschlossen, ihn wiederholen zu lassen.
Dessen jüngerer Bruder, Kann-Kind, 4. Klasse übersprungen, in der 5 ein Jahr krank gewesen, trotzdem in die 6 gekommen, Realschulempfehlung, zum Gymnasium in die 7 (OS wurde aufgelöst "Wenn Sie ihn in die 6 gerben, bekommt er eine Gymnasialempfehlung"), er wollte auf keinen Fall ein Jahr zurück, zum Halbjahr dann freiwillig ein Jahr zurückgetreten.
Meine Mittlere: Kann-Kind (Dez.), 4.Klasse übersprungen, Realschulempfehlung, trotzdem nach der OS in die bilinguale Klasse aufgenommen (eigentlich nur für "echte Gymnasialempfehlungen"), Mobbing in der Klasse, Notenabsturz, wenn wir sie nicht freiwillig zurückgenommen hätten, dann hätte die Deutschlehrerin ihr eine 5 gegeben und sie wäre sitzen geblieben. Aber zugleich haben die Lehrer dafür gestimmt, dass sie wiederum in eine bilinguale Klasse darf. Das war nicht selbstverständlich, dort ist die Zahl der Bewerber höher als die Zahl der Plätze.

Das sind nur einige Beispiele aus meiner persönlichen Erfahrung. Ich habe Conny direkt geschrieben, dass es gut sein kann, dass ihr Sohn irgendwann aus irgendwelchen Gründen eine Klasse wiederholen wird. Das ist aber doch kein Problem.

Du schreibst selber:
Zitat

Und die Pläne der Schule sind ja offenbar nicht aufgegangen, wenn das Kind sich so stark verschlechtert hat.

Meinst du nicht, dass es da besser ist, den Sprung zu wagen, als zuzusehen, wie das Kind endgültig zerbricht. Ich kenne solche zerbrochenen Kinder. Wäre es nicht sinnvoll, eine Mutter, die plötzlich Muffensausen bekommt (und das ist völlig normal, als Eltern denkt man ständig "ist die Entscheidung wirklich richtig?"), darin zu unterstützen, bei der Entscheidung, über die das Kind froh ist, zu bleiben. Der Sohn freut sich auf die neue Schule.

Arbeitsvermögen kann man als Eltern mit dem Kind trainieren. Oft leben diese Kinder auf, wenn sie sich mal anstrengen müssen. Und verlieren tut er nichts, wenn er irgendwann einmal eine Klasse wiederholen muss.

ALSO CONNY, SPRINGT INS KALTE WASSER, IHR KÖNNT SCHWIMMEN!

Marion







von MarionPE - am 23.06.2006 06:29

Re: @grauseldis

Hallo Conny,

verrätst du uns das Bundesland? Damit wir mit dem Raten aufhören können?

Das scheint ja doch sehr unterschiedlich gehandhabt zu werden. Im Saarland kann man sich zurücklehnen, da es keine Nicht-Versetzung nach der 5. gibt. In Hessen kann man sich aus genau dem gleichen Grund warm anziehen, da man schon mit Noten, die zur Versetzung noch ausreichen würden auf die Realschule versetzt wird.

Michaela

von MichaelaM - am 23.06.2006 07:59

Re: @grauseldis

Gibt es bei Euch keine Gesamtschule? Dort könnte sich Euer Sohn mit weniger Druck entwickeln. Außerdem führen Gesamtschulen in neun Jahren zum Abitur.



von tomate63 - am 23.06.2006 08:12

Re: @grauseldis

Hallo Heike,

der Direktor von Sohn1 hat das so bei der Einführungsveranstaltung gesagt. Jetzt habe ich mal nachgeforscht und finde keine entsprechende Regelung. Im Aufgabenbuch von Sohnemann gibt es allerdings einen "Gummiparagraphen", der scheinbar an unserer Schule angewandt wird. Im § 11 ZVO-Gym. II heißt es: Ein Schüler kann abweichend von den Bestimmungen des § 10 in besonderen Fällen, wie längere Krankheit, besonders ungünstigen häuslichen Verhältnissen, unverschuldetem Schulwechsel oder bei erwiesener einseitiger Begabung versetzt werden, wenn dies bei Würdigung seiner besonderen Lage, seines Leistungsstandes und seines Arbeitswillens gerechtfertigt ist und eine erfolgreiche Mitarbeit in der nächsthöheren Klassenstufe zu erwarten ist.

Der Direktor hat gesagt, dass die Lehrer bei Kindern, die nach ihrer Meinung auf dem Gymnasium überfordert sind, frühzeitig ein Gespräch mit den Eltern suchen werden mit dem Ziel der Querversetzung an die ERS oder Gesamtschule. Eine Querversetzung ohne Zustimmung der Eltern scheint bei uns im laufenden Schuljahr nicht möglich zu sein. So wie ich dass im Aufgabenbuch gelesen habe, ist das erst dann möglich, wenn das Kind nicht in die 7. Klasse versetzt wird, da ist dann eine Zweidrittelmehrheit der Klassenkonferenz erforderlich. Bei uns zählt der Elternwille halt beim Übergang nicht, in anderen Bundesländern kann wohl einfacher eine Querversetzung ohne Zustimmung der Eltern erfolgen.

Keine Panik vor G8! Im 5. und 6. Schuljahr gibt es keinen Nachmittagsunterricht (5 x 6 Stunden), in der siebten und achten Klasse dann einmal in der Woche 8 Stunden, danach bis zum Abi zweimal die Woche 8 Stunden. Und ich muss ehrlich sagen, obwohl Sohn1 auf einem sehr leistungsorientierten Gymnasium ist, musste er sich bisher noch nicht übermäßig anstrengen. Am Anfang war es ziemlich stramm, wahrscheinlich auch um zu testen, ob die Kinder mithalten können. Da hat er die besten Noten geschrieben. Das zweite Halbjahr dümpelt meiner Meinung nach eher so vor sich hin. Da war das schriftliche Abi, die mehrtägigen Klassenfahrten der höheren Klassen, Schüleraustauch hier, Lehrerausflug da, mündliches Abi - er hatte mehr freie Tage als sein Bruder in der Grundschule. Bei den Einführungsveranstaltungen haben die Lehrer auch darauf hingewiesen, dass das Fach, in dem sie am meisten Gas geben müssen, Mathe ist, da dort sehr wenig gestrichen wurde. Alle anderen Fächer wurden scheinbar G8 angepasst. Nach einigen Jahren Erfahrung mit G8 machten die Lehrer einen ziemlich entspannten Eindruck, was G8 betrifft. Der Direktor hat auch gesagt, dass die Sitzenbleiber- oder Übertrittsquoten nicht gestiegen sind. Was wahrscheinlich auch damit zu tun hat, dass einige Eltern ihre Kinder trotz Empfehlung lieber auf der Gesamtschule anmelden, da sie der Meinung sind, G8 sei für ihr Kind zu stressig.

LG Grauselids

von grauseldis - am 23.06.2006 12:59

Re: @grauseldis

Hallo,

entschuldigt bitte, ich habe vergessen zu erwähnen das wir aus NRW kommen und heute haben bei uns endlich die Ferien begonnen ;-))


Die Grundschule hat meinem Sohn heute noch ein Mathebuch der 4.Klasse mitgegeben sowie einen Materialzettel mit Büchern die ich besorgen soll, damit er in den Ferien fehlenden Stoff aufarbeiten kann.Auch haben Sie heute groß Abschied gefeiert und mein Sohn war ganz happy das er nun nicht mehr hin muß.

Conny

von Conny - am 23.06.2006 13:08

Re: @grauseldis

Hallo Conny!

Statt Mathebuch: Stöbert doch einfach mal unter www.das-mathebuch-4.de; das macht einfach mehr Spaß und der Stoff findet sich da auch. Ihr werdet merken, dass es nicht so schlimm ist.

Liebe Grüße

Marion

von MarionPE - am 23.06.2006 13:20

Re: @grauseldis

Spannend wie unterschiedlich das ist. Bei uns gibt es in der 5. Klasse einmal, ab der 6. Klasse zweimal usw. Nachmittagsunterricht bis in der 8. Klasse das Maximum von 37 Wochenstunden erreicht ist. Dazu kommen natürlich entsprechende Hausaufgaben. Die Entrümpelung des Lehrplans hat nicht stattgefunden, neue Schulbücher sind noch nicht so wirklich üblich. Der Stoff des Jahres, inklusive aller Lektüren, Referate, Mappen usw. muss jetzt in einem 3/4 Jahr durchgenommen werden. Das ist recht umfangreich.

Die Kleinen schleppen dann also ihre 8 kg in die Schule und zurück und halten dort bis 16 Uhr aus, ohne dass es eine Mittagsversorgung gäbe. Die Busverbindungen sind zeitgleich ausgedünnt worden und am Nachmittag sowieso sehr ungünstig. Da müssen die Kinder also schon einiges wegstecken und dabei ziemlich ranklotzen.

In NRW ist allerdings, soweit ich das verstanden habe, zunächst mal "easy going" angesetzt, da die Verkürzung irgendwie in der Oberstufe aufgefangen werden soll. Und das ist ja noch einige Zeit hin.

Michaela

von MichaelaM - am 23.06.2006 14:31

Re: @grauseldis

Hallo Michaela,

ja, spannend ist das. Und bei den Dingen, die ich in diversen Foren lese, habe ich den Eindruck, dass unser KM, obwohl Typ "arroganter Saftsack", keinen schlechten Job macht. Das mit den neuen Schulbüchern ist bei uns kein Problem, Lehrmittelfreiheit gab es im armen Saarland meines Wissens noch nie. So müssen die Eltern zwar die Bücher bezahlen, dafür haben die Kinder auch immer aktuelle Versionen. Jede Medaille hat zwei Seiten. Die Mathehefte haben einige Lehrer übrigens in Eigenregie entwickelt, da es für G8 keine passenden Bücher gab. Die Kinder haben jetzt zu verschiedenen Themen DIN A4-Hefte (ich glaube im Schuljahr insgesamt 5 oder 6) und kein Mathebuch mehr.

In den Gymnasien wurden Bistros eingerichtet, die Essenspläne lesen sich zumindest mal ganz lecker, wie es schmeckt, wird Sohnemann wohl ab Klasse 7 herausfinden. Der schafft nämlich keine 8 Stunden ohne dazwischen was Ordentliches zu essen. Über die Busverbindung kann ich auch nicht meckern, auch Kinder aus unserem Ort, die auf eine ca. 25 km entfernte Gesamtschule gehen, sind kaum länger unterwegs als Sohnemann, dessen Bus alle Schulen der Kreisstadt abfährt. Ich habe den Eindruck, dass solche Veränderungen in einem kleinen Bundesland besser bewältigt werden können. Da kennt einer einen, der einen kennt, und schon ist die Sache gebongt.

Grauseldis

von grauseldis - am 23.06.2006 15:11

@MichaelaM

Zitat
MichaelaM
Spannend wie unterschiedlich das ist. Bei uns gibt es in der 5. Klasse einmal, ab der 6. Klasse zweimal usw. Nachmittagsunterricht bis in der 8. Klasse das Maximum von 37 Wochenstunden erreicht ist.


Bist du dir sicher, dass du da nicht auch die freiwillligen AG´s miteinrechnest? Die mir bekannten Gymnasien in Hessen haben bis zur Klasse 10 ein Maximum von 34 Wochenstunden. Oder kann in Hessen jede Schule selbst bestimmen, wieviele Stunden sie Unterricht hält?

Ich würde jedoch keines meiner Kinder auf eine Schule schicken, die bis 16 Uhr Pflichtunterricht hat ohne Mittagsversorgung.
Wie gesagt, bei Nutzung freiwilliger Angebote sieht die Sache anders aus. Dann sollte man das aber nicht abschreckend als Normalzustand angeben.

Heike

von heike2 - am 23.06.2006 15:19

da bin ich ja beruhigt....

..... denn ich konnte in unserem Schulserver auch nichts anderes finden. Und die Möglichkeit einer Querversetzung (warum heißt das eigentlich nicht Strafversetzung :-) ) gibt es bei uns ohne Einwilligung der Eltern halt nach der 6. Klasse.

Du schreibst:

Zitat
grauseldis
Über die Busverbindung kann ich auch nicht meckern, auch Kinder aus unserem Ort, die auf eine ca. 25 km entfernte Gesamtschule gehen, sind kaum länger unterwegs als Sohnemann, dessen Bus alle Schulen der Kreisstadt abfährt.


Stimmt. Man kommt ja fast überall hin. Deswegen finde ich es so erschreckend zu sehen, dass so viele Eltern, es sind ja meist die Mütter, ihre Kinder einfach auf die Schule im Nachbarort schicken, ohne Alternativen zu prüfen. Hauptsache nicht weit weg, egal, ob die Schule für das Kind geeignet ist. Immer schön die Hand drüber halten, schnell morgens hingefahren und mittags abgeholt.....
Mensch, wir erreichen hier innerhalb einer halben Stunde unzählige verschiedene Schulen, da gibt es eigentlich für fast alle Kinder eine passende. Na ja, vielleicht für unsere nicht, die müsste aber ja überall erst gebacken werden.
Immer wieder schade, dass die Leute die Vorteile, die unser kleines Bundesland hat (vielleicht die einzigen?) nicht zu nutzen wissen.

LG, Heike

von heike2 - am 23.06.2006 16:11
Hallo,

bei uns im Ort gibt es 3 Gymnasien, keines davon mit einer speziellen HB´-Förderung, allerdings schien der Rektor des Gyms, für welches wir uns entschieden haben, sehr offen für diese Themen zu sein. Das war mit ein Grund uns für diese Schule zu entscheiden, desweiteren war ein Grund, das eben diese Schule noch keine Ganztagsschule ist.

Ich hoffe mal das alles glatt gehen wird und genieße nun erstmal die Ferien mit unserem Kind.

Conny

von Conny - am 23.06.2006 17:32

Re: @MichaelaM

Teilweise können die Gymnasien das wohl selbst gestalten. Ich habe das nur von unserer Schule im Kopf. Und nein. AGs habe ich nicht mitgezählt. Die kommen noch dazu. Sind aber dabei sich aufzulösen, weil die Kinder auch irgendwann mal nach Hause wollen.

Nachmittagsunterricht gibt es aber wohl an allen von Anfang an. Und Mittagsversorgung eher nicht. Da du auch noch ein paar andere Kriterien anlegen musst, wird es wohl schwierig. Kommt auch drauf an, was man unter Mittagsversorgung versteht. Das, was maximal angeboten wird, ist so eine Art Schnellimbiss-Versorgung. Betreuung würde ich das dann noch nicht nennen.

Und es zeigt sich eigentlich bereits deutlich, dass die Kinder jenseits der sechsten Stunde einknicken. Da häufen sich dann die Zwischenfälle. Kinder sind unkonzentriert. Lehrer kriegt Wutanfall. Heftige Turbulenzen. Und das sind doch wohl sichere Indikatoren.

Michaela

von MichaelaM - am 23.06.2006 17:36

Re: @grauseldis

Hallo Marion, bei uns ist auch ein Sprung von 3 nach 5 nach den Ferien geplant. In unseren Fall brauchen wir keine Mathe zu wiederholen, weil unseres Kind Mathe in der 4. Klasse schon besucht hat (Drehtürmodell!), sondern Deutsch. hast du dafür auch vielleicht einen guten Hinweis?
Vielen dank, ten

von ten - am 24.06.2006 06:42
Hallo Marion,

ich habe im letzten Jahr so viele Kinder erlebt, die an solchen Sprüngen zerbrochen sind, dass ich das leider nicht mehr so locker und experimentell sehen kann. Bei uns klappt das mit dem "dann wiederholen wir halt einfach mal irgendwann" nicht. In der 5. wird praktisch nicht wiederholt. Da geht es gleich ab auf die Realschule. An dem Sprung in die 5 Gescheiterte landen zwischen allen Stühlen. Und Doppelspringer, die wie die Tiere litten, musste ich im letzten Jahr drei retten.

Es geht doch um das Wohl der Kinder und nicht um Experimente, Profilierung und Abi mit 14.

Gleichzeitig erspart man mit dieser "Ideallösung", die noch dazu erstaulich arbeits- und kostensparend für alle außer Kind und Eltern ist, den Schulen, sich mal Gedanken dazu zu machen, wie man denn so ein Kind heil, motiviert und rundum gefordert durch die Grundschule bringt.

Bei uns macht G8 den Sprung in die 5 nun praktisch unmöglich. Das geht nur noch unter ganz besonderen Bedingungen. In anderen Bundesländern ist das anders. Warum nervt euch dann die Frage nach Connys Heimat-Bundesland? Ich lese die Berichte über das Versetzungssystem im Saarland ohne Bauchschmerzen. Ich finde das interessant.

Michaela

von MichaelaM - am 24.06.2006 06:58
Zitat
MichaelaM
Warum nervt euch dann die Frage nach Connys Heimat-Bundesland?


Nein Michaela, was mich nervt ist, dass du schon mehrfach nach einem Beitrag von mir etwas spöttisch geschrieben hast, wie fein oder auch lächerlich einfach die Schule doch "bei uns" in Niedersachsen oder Rheinland-Pfalz sei. Wenn du dir nicht merken kannst, dass ich im Saarland wohne, dann lass doch einfach die Zuordnung zu irgendeinem BL. Geht doch viel einfacher, ohne dass ich immer wieder erwähnen muss, dass ich eben nicht in NS oder RLP wohne.

Gruß, Heike

von Heike2 - am 24.06.2006 07:09
hallo Heike,

tut mir leid, dass ich mir hier nicht von jedem merken kann, aus welchem Bundesland er kommt. Du hast deine eigenen Fragen hier zwischen die Antworten auf Connys Problem gemischt. Und dann meine Antwort an Conny auf dich bezogen.

Wenn du zum Beispiel in B-W demnächst in der 5 gleich mit zwei Fremdsprachen beginnst, nützt es dir gar nichts, wenn das in NRW nicht so ist. Wenn du in Hessen bei leichtem Schwächeln gerade in Klasse 5 zügig auf die Realschule verfrachtet wirst, bringt es dir nichts, dass du im Saarland auf jeden Fall problemlos versetzt würdest.

Da muss man wohl in Zukunft noch genauer differenzieren als bisher schon. Dass sich Schule in den unterschiedlichen Bundesländern unterschiedlich ausprägt und zwar ganz gewaltig, weiß man, wenn man einen entsprechenden Umzug hinter sich hat. Da brauchen wir wohl nicht drüber zu streiten. Was das dann hinterher über den Abschluss aussagt, würde ich nicht wagen, entscheiden zu wollen. Das wird sich noch zeigen.

Dass ich dir mehrfach direkt geantwortet habe, ist mir gar nicht in Erinnerung. Ich denke eher, ich schreibe in Threads, in denen du auch schreibst. Wenn du möchtest, dass jeder dein Bundesland sofort parat hat, könntest du das vermutlich in deine Signatur setzen. Bei Schulfragen ist das ziemlich wichtig.

Michaela

von MichaelaM - am 24.06.2006 09:06

Re: Ich weiss nicht weiter...

Hallo Michaela!

auch ich sehe Überspringen nicht als Ideallösung. Ich kenne Kinder, denen es gut getan hat und Kinder, für die es nicht so gut war. Das kann aber eigentlich niemand aus der Ferne entscheiden. Wenn die entscheidung für den Sprung aber einmal gefallen ist und dfas Kind sich darauf freut, dann sollte man es nicht mehr rückgängig machen. Und so schlimm war das Zeugnis von Connys Sohn ja auch nicht.

Wenn ein Kind unglücklich in der Klasse ist oder mit dem Lehrer partout nicht zurechtkommt, ist manchmal ein Sprung die einfachste Lösung, Schulen tun sich meist schwerer mit der Versetzung in die Parallelklasse. Ein schwaches Kind würde man in der Situation wiederholen lassen.

Ich kämpfe hier an verschiedenen Schulen für differenzierten Unterricht.... Und das seit Jahren. Einige kleine erfolge hatten wir schon, aber es dauert. Kennst du keine Beispiele, bei denen der Sprung den Kindern gut getan hat? Dann tust du mir leid.

Liebe Grüße

Marion

von MarionPE - am 24.06.2006 10:31

Re: @grauseldis

Hallo Ten!

Wo hast du Bedenken? Rechtschreibung, Aufsatz oder Grammatik?

Gruß

Marion

von MarionPE - am 24.06.2006 10:32

Re: @MarionPE

Ich habe mit Nick ja die fast gleiche Situation... Mathe wird sicherlich kein Problem. In Deutsch v.a. Aufsatztraining und eben die Grammatik... Da suche ich auch noch vernünftiges Material.

Nick kann sich z.B. einfach nicht merken, was nun Subjekt und was Prädikat ist - da suche ich nach einer Eselsbrücke; andere Begriffe lernt er gut via Karteikasten, aber bei den beiden klappt es einfach nicht....

von KathrinP - am 24.06.2006 12:01

Re: Ich weiss nicht weiter...

Ich brauche dir nicht gleich leid zu tun. Sind ja nicht meine Kinder. Ich plaudere hier eher aus den Nähkästchen der Leute, die bei mir Hilfe suchen.

Ich bin im Bereich der weiterführenden Schulen aktiv. Die meisten Springer-Kinder, die mir hier begegnen, sind in der Grundschule gesprungen. Neuerdings zunehmend sogar zweimal. Sie kämpfen sich dann schwerstarbeitend durch die Unterstufe, begleitet von heftigen Hand- und Spanndiensten der Eltern. Eines, das freudig durch die Mittelstufe hoppst, ist nicht darunter. Das mindeste sind immer mal wieder Versetzungsgefährdung und schlechte Noten. Wohingegen es viele Nicht-Gesprungene gibt, die man recht unfallfrei durch die Mittelstufe bringt.

Dann gibt es wieder einige, die die 11 überspringen. Die schaffen das meist gut. Auf Kosten einer Verschlechterung der Noten um etwa eine Stufe. Und schreien dann Zeter und Mordio, wenn sie den gewünschten Studienplatz nicht kriegen. Ein Mädchen kenne ich, dass diesen Sprung ohne den geringsten Einbruch schaffte. Ein weiteres, dass es auch ohne schulische Probleme bewältigte, aber dann einen Nervenzusammenbruch bekam.

Die schwer verunfallten Jugendlichen, die wir auf dem Hb-Internat kennenlernten, waren auch meist Sprünge der Beginn des Herausfallens aus jeder Integration. Begleitet dann von zunehmenden psychischen Störungen.

Weil das Kind sich "drauf freut" kein Auge mehr für die Risiken zu haben, finde ich gefährlich. Wenn man nicht akzeptiert, dass Probleme auftreten können, rennt man um so heftiger vor die Wand. Und die Genehmigung der Schulen? Tja, die tut ja nicht weh. Nachdem diverse äußerst rabiate Eltern solche Sprünge mit dem Holzhammer durchgesetzt haben, sind viele Schulen da recht konziliant. Gerade bei so einem Sprung aus der Schule heraus, haben sie mit den Folgen nichts mehr zu tun.

Psychologen, die so eine Empfehlung geben, haben das Kind dann meist so 2-3 mal gesehen.

Michaela

von MichaelaM - am 24.06.2006 12:39
Hallo Michaela,

bei uns (NRW) empfehlen die Schupsys in der Regel "wenn schon springen, dann von 3 nach 5".
Meines Wissens kann man sehr wohl die 5. freiwillig wiederholen (wenn sie das jetzt nicht gerade mit dem neuen Schulgesetz ändern). Und meine eigene Erfahrung lehrt mich, dass Nicht-Springen auch nicht automatisch bedeutet, kein Jahr zu wiederholen. Aber ich verstehe, was du meinst. Springen erspart so mancher Lehrkraft den einen oder anderen zusätzlichen Aufwand und verlagert das auf die lieben Eltern...

Nur, bei Connys Sohn ist ja eigentlich schon alles entschieden. Jetzt noch einen Rückzieher zu machen, wäre sicher nicht gut, ganz egal, was nun im Zeugnis für Noten und Bewertungen stehen. Also können ihr nur Mut machende Postings weiterhelfen - und ihrem Sohn die Gewissheit, dass ihm der Stoff der 5. Klasse zwar die eine oder andere Nuss zu knacken geben wird, dass er es aber schaffen kann - und falls es schief geht, dass er dann eben einen zweiten Anlauf nimmt.

Sicher wäre es für ein gemobbtes Kind die absolut schlechteste Variante, wenn die Eltern jetzt kalte Füße bekämen und es zurück in die Klasse müsste, wo es bereits drei Jahre gelitten hat.

Conny, ich kann das nachvollziehen, dass ihr den Sprung wagen wollt. Wir haben auch vor der Frage gestanden, wie wir unser Kind aus seiner Klasse herauskriegen und haben für den Fall, dass ein Querversetzung nicht erfolgt, trotz Magengrummeln über einen Klassensprung nachgedacht. Ist zwar eigentlich nicht Sinn der Sache, aber zumindest ein möglicher Ausweg aus einer unerträglichen Situation. Wenn ihr euch dafür entschieden habt, dann zieht das jetzt auch mit Überzeugung (!) durch. Zeigt eurem Sohn, dass ihr ganz fest an ihn glaubt und lasst ihn eure eigene Unsicherheit nicht spüren. Er ist vermutlich selbst genug verunsichert. Spätestens Weihnachten werdet ihr erkennen können, ob er gut angekommen ist.

Ich würde ihm auch nicht mit Lernstress die Ferien verderben, nur, wenn er selbst Lust hat was zu machen, denn nach 3 Jahren Mobbing braucht er jetzt sicher Abstand. PC-Programme sind aber sicher eine gute Idee. Dazu haben doch die meisten Kinder Lust...

schöne Ferien!
Takahe


von Takahe - am 25.06.2006 12:33

Re: @grauseldis

Hallo Marion,

ist ja lustig, da haben wir uns überkreuzt...

Takahe


von Takahe - am 25.06.2006 12:34

Re: @MarionPE

Hallo Kathrin!

Der Clown ist ein merk-würdiges Subjekt.

Erkläre deinem Sohn diesen Satz. Vielleicht bleibt es dann im Kopf.
Der Sohn einer Freundin bekan von ihr teilweise in Latein so blöde Eselsbrücken, dass er im Vokabeltest vor sich hin lachte, was die Lehrerin irritierte. Aber wenn es dann im Kopf bleibt...

Marion

von MarionPE - am 25.06.2006 14:09
Hallo,

danke nochmal für eure vielen Beiträge,

sie haben mir viel Mut gemacht und trotzdem nocheinmal denkanstöße gegeben.
Ich denke ich werde die ganze Sache nun so laufen lassen und darauf bauen, das unser Sohn das schon schaffen wird. Ich werde ihn auch nicht dazu drängen in den Ferien zu üben. Wir werden sehen wie sich das alles weiterentwickelt und darauf hoffen das er sich gut einlebt und vor allen Dingen ersteinmal "Freunde" in seiner neuen Klasse findet. Die Ausgrenzung und das Mobbing der letzten Jahre hat ihn ganz schön angekratzt. Leider ist er sehr verschlossen und spricht nicht wirklich mit uns über seine Probleme.


Gruß
Conny

von Conny - am 25.06.2006 16:05

Re: @grauseldis

Hallo Marion!
Es sind keine richtige Bedenken, es ist nur so, dass sie eben ein ganzes Jahr im Deutsch überspringt und ich weiss nicht mal was sie in der nächste Klasse gemacht haben, nur eben, dass es meine Tochter das Programm der 4. Klasse fehlen wird und ich dachte in den Sommerferien lässt sich bestimmt einiges nachholen. Noch dazu: sie ist zweisprachig, soweit ich das beurteilen kann -ich bin ja nicht Deutschmuttersprachlerin- ist sie mündlich am in beiden Sprachen am gleichen Niveau, vielleicht sogar im Deutsch leicht besser, wir leben ja in Deutschland, aber schiftlich ist sie mehr in meiner Sprache beheimatet. Das kann auch daran liegen, dass Deutsch als Schriftsprache schwierieger ist. Leider kann ich ihr auch sehr wenig helfen. Ich denke sie braucht ein bisschen von alles, aber häupsachlich die Grammatik, denn Rechtschreibung lernt man auch gut über das Lesen. Kannst Du was empfehlen? Vielleicht auch mit ein Computerlernspiel?
Liebe Grüße, ten

von Ten - am 25.06.2006 22:36
Schrieb ich doch. In NRW kann ich mir das vorstellen. Bei uns wäre es Selbstmord. Vor der Umstellung war das bei uns auch ein sehr beliebter Sprung. Nun geht es nicht mehr.

Deshalb fragte ich nach dem Bundesland.

Michaela

von MichaelaM - am 26.06.2006 04:30

Re: @grauseldis

Hallo Ten,

schau mal diese Links hier, vllt. helfen die euch ein wenig weiter.

[www.grammatikdeutsch.de]
[www.schyren-gymnasium.de]
[schulen.eduhi.at]


Lieben Gruß
Alexa

von boesealtehexe - am 26.06.2006 05:01

Re: @grauseldis

Hallo Grauseldis!

Ein Vorschlag:
Gehe auf www.schroedel-verlag.de.
Am linken Bildschirmrand findest du dann eine Eingabemaske.
Oben gibst du "Pusteblume Sprachbuch" ein
Darunter als Schulform "Grundschule"
Darunter als Fach "Deutsch" (aufpassen Pusteblume gibt es auch als Sacharbeitsbuch)
Darunter dann dein Bundesland.
(so ein Quatsch, das hättest du auch ohne meine Angaben geschafft)

Dann kommst du zu der Ausgabe des Buches für dein Bundesland.
Du bestellst die das Arbeitsheft für die 4. Klasse mit Lernsoftware (kostet 10,95 statt 6,95 ohne)

Im Prinzip bekommst du eine Sprach-CD-Rom für 4 ¤, da kann keiner meckern. Wenn sie Lust hat kann sie im Arbeitsheft etwas machewn, ansonsten kann sie die Spiele auf der CD ausprobieren.

Ich denke, es gibt auch andere Möglichkeiten, aber diese fiel mir auf die Schnelle ein.

Viel Spaß beim Üben

Marion



von MarionPE - am 26.06.2006 05:39

Re: Ich weiss nicht weiter...Zeugnis und Klassensprung

Hallo Michaela!

Sind sie tatsächlich an dem Sprung zerbrochen, oder an der Zeit vorher? Wenn alles gut gelaufen wäre, dann hätten sie entweder nicht springen müssen, oder sie wären früher gesprungen.

Meine Große, die als Kann-Kind Ostern von 1 nach 2 gesprungen ist, hat das super weggesteckt. Das war nie ein Problem. Sie ist jetzt 14, kommt in die 11 Klasse und wird jetzt ein Auslandsjahr machen, da sie sich zu jung im Verhältnis zu den Klassenkameraden fühlt. Sie wird nach Lettland gehen, dort kann sie sich persönlich weiter entwickeln und nach einem Jahr wird sie dann in die 11 gehen und nicht in die 12, wie viele andere, die ein Auslandsjahr machen.

Die Mittlere dagegen hat die 4 ausgelassen, hatte dann 2 Jahre Orientierungsstufe (damals Pflicht)und ist dann aufs Gymnasium gegangen. In der 2. Klasse bin ich an ihrem Leid zusammengebrochen. In der 3. Klasse ging es ihr dann so dreckig, dass wir sie zum Schuljahresende gegen den Willen der Schule springen ließen. Sie war dann sehr glücklich. Dass sie in der 7 in eine Klasse kam, in der Mobbing alltäglich war, konnten wir nicht wissen. Es ging zum Teil gegen sie, aber auch gegen andere Schüler. Jetzt hat sie die Klasse verlassen, aber das Mobbing dort in der alten Klasse weiter. In der neuen Klasse fühlt sie sich wohl, sie geht gerne zur Schule. Was es noch an Problemen bei ihr gibt, schieben wir vor allem auf die ersten drei Jahre, in denen sie gelitten hat, wie sonstwas. Das kann auch nicht durch einen Klassensprung schlagartig geändert werden, aber wenn ein Kind dann wieder gesund ist, zur Schule kann und auch gerne diorthin geht, dann ist der Sprung richtig.

Ich denke, wir sind da bei der Sache mit dem Huhn und dem Ei. Oft stammen die Probleme der Springer aus der Zeit vor dem Springen. wer drei Jahre lang gehört hat "Du darfst nicht vorarbeiten" der wird nicht plötzlich bereit sein, übermäßig viel für die Schule zu tun und Leistung zu zeigen. Das muss langsam wachsen.

Zitat

Es geht doch um das Wohl der Kinder und nicht um Experimente, Profilierung und Abi mit 14.

Dann ist Springen manchmal die einzige Möglichkeit, das Leiden in der Grundschule abzukürzen.

Marion

von MarionPE - am 26.06.2006 10:32

Re: Ich weiss nicht weiter...Zeugnis und Klassensprung

Wenn die Kinder in der Grundschule doppelt gesprungen sind, kannst du davon ausgehen, dass die Schule zumindest tolerant war. Lange kann die Leidenszeit nicht gedauert haben, ja, in dem Fall, den ich jetzt grad mal revidiere, haben die Eltern von keiner Leidenszeit berichtet. Das Kind war den anderen voraus, also ist es gesprungen.

An der daraus dann resultierenden Star-Rolle, verbunden mit totaler Ausgrenzung durch die Klassenkameraden, verbunden mit immer größerem Bedarf an nachmittäglicher Ochserei unter mütterlicher Aufsicht, ist das Kind schwer vor die Hunde gegangen. Die Leistungen lagen schließlich so im Vierer-Bereich als die Eltern die weiße Fahne aufzogen und um Abhilfe baten.

Michaela

von MichaelaM - am 26.06.2006 11:01

Re: @MarionPE

Oh, danke, Marion - so etwas in der Art habe ich gesucht! Mal sehen, ob es damit klappt ;-)
LG Kathrin

von KathrinP - am 26.06.2006 11:38
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