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DAB Digitalradio Forum
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 6 Monaten, 1 Woche
Letzter Beitrag:
vor 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
Basic.Master, _Yoshi_, Andi_Bayern

Albrecht DR 403 unter Linux

Startbeitrag von Basic.Master am 13.01.2018 21:48

Vor kurzem bin ich zufällig an einen Albrecht DR 403 gekommen; ein DAB-USB-Stick von 2007, hier im Forum hin und wieder auch mal erwähnt. Die mitgelieferte Software läuft unter Windows und bietet im Prinzip Dynamic Label und Slideshow, wobei ich die Slideshow niemals zu Gesicht bekommen habe und nur einmal ein Label. DAB+ kann das Programm theoretisch, aber praktisch klingt das decodierte Signal teilweise komisch und das Programm schmiert dabei auch oft ab. Womöglich war die Unterstützung der DAB-Zusatzdienste für DAB+ auch noch nicht ganz reif. Aber trotzdem zu schade, um den Stick einfach wegzuwerfen.

Wenn man den Stick aufmacht, zeigt sich, dass drinnen u.a. ein Atmel ATR2740 plus 8mbit Flash (AT49SV802A) sitzt. Im Prinzip ein kompletter DAB-Empfänger als System-on-Chip, der alle notwendigen/aufwändigen Aufgaben in Hardware übernimmt und mit einer eigenen Firmware arbeitet, die im Flash sitzt. Eine seiner vielen Funktion ist auch eine USB-1.1-Schnittstelle, über die der Chip am PC hängt.

Also mal den entsprechenden Player installiert (Windows-VM), und den USB-Datenverkehr mitgeschnitten und analysiert. Dabei stellt sich wie vermutet heraus, dass über USB direkt die fertig decodierten Daten aus FIC und den gewünschten Subchannels übertragen werden - 2007 wäre eine Verarbeitung in Software für ältere PC problematisch gewesen. Zum Glück werden für die verschiedenen Aktionen nicht allzuviele Steuerbefehle benutzt, so dass sich das Protokoll einigermaßen "entschlüsseln" lässt. Die Initialisierung genehmigt sich 15-20 Nachrichten; Tunen bzw. Subchannel-Filter setzen jeweils 1-2.

Ergebnis des ganzen ist eine kleine Linux-Anwendung, die den Stick auf den gewünschten Kanal tunen und einen bestimmten Subchannel decodieren lässt. Dieser und der FIC werden dann rudimentär als ETI verpackt und ausgegeben. Das Ergebnis lässt sich dann direkt an DABlin weiterleiten und anhören/ansehen. Auf einem ThinkPad X41 (Pentium M mit 1,5 GHz) bei 600 MHz liegt die Auslastung des Programms dabei bei ~1% und die von dablin_gtk bei ~5%.

Ein komplettes Ensemble lässt sich übrigens nicht auf einen Schlag (= alle Subchannels) decodieren und in den ETI-Strom packen, denn der Stick decodiert maximal zwei Subchannels gleichzeitig. Aber an sich ist diese "Hardwarebeschleunigung" die optimale Lösung für unterwegs, damit der Akku länger hält, egal ob Laptop oder Handy. Leider ist dieser Chip natürlich längst obsolet...

Falls jemand rein zufällig das vollständige Datenblatt zu dem Chip hat, wäre ich sehr interessiert; online gibt es leider nur eine Zusammenfassung wahrscheinlich ließe sich auch noch was optimieren.

[attachment 10466 dr403b.png][attachment 10467 dr403c.png][attachment 10465 dr403a.jpg]

Antworten:

Zitat
Basic.Master
Vor kurzem bin ich zufällig an einen Albrecht DR 403 gekommen; ein DAB-USB-Stick von 2007, hier im Forum hin und wieder auch mal erwähnt.

So einen Stick hatte ich ~ 2008 / 2009 auch mal.
Für Windows gab es eine (instabile) Software, DAB+ gab es damals bei uns noch kaum, und es funktionierte mit der SW nicht richtig. In den Release notes stand irgendwas davon, dass der Autor der SW nicht die endgültige Version der Spec implementiert hatte.

Den Stick habe ich vor 2 oder 3 Jahren leider weggeworfen, mangels ordentlichem Software-Support (was ich mittlerweile bereue).

Leider ist der Atmel ATR2740 längst EOL und AFAIK gibt es auch keinen Nachfolger-Chip.

Viele Grüße,
Andi

von Andi_Bayern - am 14.01.2018 07:02
Wir hatten hier im Forum auch mal über einen Stick geschrieben der nur über Android / Linux läuft.
Ich meine das der von Cachor entwickelt wurde.
Möglich das dieser auf ähnlicher weise angesprochen wird.

von _Yoshi_ - am 14.01.2018 11:02
Andi hat mich darauf hingewiesen, dass der Stick auch von Openmokast unterstützt wird. Compilieren davon klappt, aber die GTK-GUi will nicht wirklich starten...

Jedenfalls ist damit das Protokoll klar; es ist das "DAB command set for receivers (DCSR)", das in der EN 50320 beschrieben wird. Plus ein paar herstellerspezifische Befehle, ohne die es aber auch geht.

von Basic.Master - am 14.01.2018 17:15
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