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DAB Digitalradio Forum
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DAB Netz noch löchriger als gedacht

Startbeitrag von Matthias K. am 09.10.2011 18:25

...insbesondere auch das ältere bestehende Netz und auch im DAB-Land Bayern.

Am Freitag (7.10.2011) bin ich von Velbert über Frankfurt nach Bayreuth gefahren.
Das heißt A3, A70 und dazwischen ein bisschen Landstraße.

Kurz nach der Landesgrenze NRW/RLP folgt auf der A3 ein Tal, damit endete dann der Empfang des Bundesmux für längere Zeit.
Dann kam er auf div. Höhenlagen nochmal etwas zurück, aber immer viel zu unbeständig, so dass es keinen Sinn mehr machte, dieses Netz im Autoradio weiter eingeschaltet zu lassen!
Dabei fiel auf, dass eventuell selbst eine Verstärkung durch Koblenz zu wenig sein könnte.
Zusätzlich Linz würde Sinn machen, denn selbst schon bei Linz ist derzeit kein Bundesmux brauchbar empfangbar.

Einige Kilometer weiter und damit viel früher als gedacht, kam der Bundesmux aus dem Frankfurt-Feldberg-Gespann.
Es reicht also weiter vom Sender weg, als Bonn. Es ist nicht nur früher empfangbar, sondern auch stabiler.
Möglich war die Differenzierung wegen dem noch unterschiedlichen Kanälen 5a-5c,
die wie man sieht hier, auch sehr hinderlich ist.

Auf der ganzen Strecke durch Nord-RLP konnte ich dann bis auf die Bröckchen vom Bundesmux GAR NICHTS empfangen. Das RLP-Ensemble kam NIE durch.
Erst in Hessen schaffte es das RLP-Paket dann, ab und zu mal durchzukommen. Komischerweise manchmal auch nochmal wieder das NRW-Paket.
Brauchbar war das alles nicht.
Bei Frankfurt ging es dann mal ein bisschen besser (RLP Ensemble), aber auch nicht wirklich brauchbar.

Der Bundesmux ging östlich von Frankfurt auch wieder schnell weg.
Irgendwo nach Aschaffenburg kam dann mal Bayern 12D.
Radio Galaxy ist übrigens eine gute regionale Konkurrenz zu Energy und Kiss.
12D war auf west-ost-Durchqueerung von Bayern auf der A70 nur selten brauchbar gut zu empfangen, eigentlich erst wieder nach Bamberg ausreichend-mangelhaft und im Raum Bayreuth gut. Es blieb aber fast durchgängig das EINZIGE ENSEMBLE.

11D war an wenigen Stellen sehr schlecht zu empfangen.
Da ich Würzburg südlich liegen ließ (Bundesstraße 27), war es selbst da NICHT BRAUCHBAR.
Das Autoradio schaltete schnell auf UKW um und wenn es zurück zu DAB schaltete, war ich froh, wenn es dann wieder zurück auf UKW ging, denn das konnte sich auf DAB keiner antun.
So viel zum DAB-Land Bayern.

Auf dem Rückweg fuhr anders, über die A45 in den Norden und zurück nach NRW.

So richtig aussetzerfrei kam überhaupt nichts rein.
Im Sieger- und Sauerland kam der Bundesmux immerhin wenigstens streckenweise brauchbar an. Der Landesmux kam zwar häufiger, war dabei nicht besser. Man merkt die geringe Leistung.
Viel zu viele Aussetzer.

Man kann sagen, hier ist die Prognosekarte auf Digitalradio.de sehr präzise, JEDOCH:
Es gilt die Anzeige für den Indoor-Empfang.
Unter Outdoor verstehe ich jetzt eindeutig:
Entweder man sucht draußen mit einem Radio eine Stelle, wo der Empfang geht und hält sie bei oder man braucht eine Dachantenne/Richtantenne.
Die Indoor-Empfangsprognose passt perfekt zu der Lage in einen Autoradio mit mitgelieferter Scheibenantenne.

Man stellt also fest:
Hier in zentral-NRW sind wir perfekt versorgt, was den Bundesmux angeht.
Es ist wirklich eine wohltat, so viele Programme auf einer so großen Fläche einwandfrei empfangen zu können. Man wird richtig verwöhnt.
Der Landesmux ist wegen der geringen Leistung spätestens dann problematisch, wenn Berg und Tal aufeinander treffen, wobei der Berg auch von ein paar größeren Gebäuden repräsentiert werden kann.

In RLP kann man mobil derzeit noch kein Digitalradio hören, wenn man nicht von massig Aussetzern angewidert werden will.
In Hessen gibt es wenigstens stark regional eingeschränkt den Bundesmux.
In Bayern muss man auch in den Metropolregionen sein. Sollte man das Land durchqueeren wollen, ist schluss mit lustig. Auf der A70 bleibt man definitiv auf UKW!

1kW ist immer zu wenig, es sei denn, man muss nur eine lokale Lücke stopfen oder ein schwieriges Gebiet stützen.
Man sollte immer Signale von mehr als einen Standort empfangen, damit es mobil richtig funktioniert. Diese Standorte müssen stark genug sein, aber mal über ein paar Berge zu kommen (>2 kW!).

Stand: 09. Oktober 2011.





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Natürlich hat das Bundesmux-Netz etliche Löcher. Schließlich gibt es ja nur ein weitläufiges Grundnetzsendernetz und keinen einzigen Füllsender.

Das schöne an DAB+ ist ja, dass später Füllsender frequenzökonomisch ins SFN eingeklingt werden können. Aber das dauert, UKW hatte drei Monate nach seinem Sendestart auch nicht die Verdichtung, die man heute kennt.

von freiwild - am 09.10.2011 18:41
Zu DAB Bayern:deine Aussagen kann ich nicht teilen,der 12D geht Richtung Hessen bis hinter Frankfurt problemlos,es blubbert nur mal kurz am Flughafen,ab Wiesbaden bricht der Empfang dann weg.
In Bayern geht er problemlos auf der von dir beschriebenen Strecken (A3,A70)
Der 11D geht problemlos bis rauf zur Raststätte Spessart ,dann bricht er ein,ist aber hin und wieder noch zu hören.
Richtung Osten geht er auf der A 70 problemlos bis Bamberg,einige kleine Einbrüche gibt es wenn es ins Tal geht zB Abfahrt Schonungen bzw im Tunnel.
Auch der RP Muxx 12A sollte auf der A 3 problemlos gehn,so war zumindest meine Erfahrung der letzten Jahre...
Evtl hast du Probleme mit der Antenne oder dein Empfänger ist nicht gut genug ?

von Robert S. - am 09.10.2011 18:43
Wenn ich mehr als einen Aussetzer pro Minute bei Tempo 100 habe, ist es für mich nicht brauchbar.
Ich habe das Kenwood DAB-Autoradio* mit der mitgelieferten Scheibenantenne.
Eine Dachantenne ist nicht möglich.

Die allermeisten Autofahrer werden mit einer Scheibenantenne Vorlieb nehmen / nehmen müssen.

Es machte auf der A70 einfach keinen Spaß.
Und selbst wenn es mal für 5 km am Stück perfekt gewesen war, was bedeuten 5 km auf einer Autobahn??!

Am allermeisten merkte ich die Abschattungen von Bergen.
Auf großen Freiflächen gab es solche Probleme nicht.
Ansonsten ist es die Frage, ob man gerade auf der zum Sender zugeneigten Bergseite hoch- oder runterfährt oder sich zu tief auf der anderen Seite des Berges befindet, wenn da nicht gerade aus der anderen Richtung auch was kommt.


* Ich hatte ja mal einen Versuch gemacht, wo ich aufgezeigt habe, dass es selbst in Velbert-Mitte (Sender Velbert-Langenberg nicht weit weg) Stellen gibt, wo der Landesmux nicht mehr ausreichend gut geht! (Siehe NRW-Thread) (Der Bundesmux geht hier überall perfekt).
Als Gegenprobe hatte ich den Sangean DPR34+ einmal dabei parallel laufen, der im Auto unter dem Stoffdach mit ausgezogenener Antenne die gleiche Empfangsleistung zeigte, wie das Autoradio mit Scheibenantenne.
Das Sangean auf dem Dach des Autos machte natürlich deutlich weniger Probleme.
Aber die breite Masse wird keine neuen oder zusätzlichen Antennen auf den Dach montieren lassen.
Insofern ist das völlig unrealistisch.
Eine Scheibenantenne oder ein guter mobiler Empfänger innerhalb des Fahrzeugs ist das Maß aller Dinge!

Zweiter Nachtrag: Natürlich ist der Bundesmux noch sehr löchrig, schon klar. Aber ich hatte wenigstens die Hoffnung, dass "hellbau" (Outdoor-Einfärbung) der Maßstab für mein Autoradio wäre und dass es innerhalb des gefärbten Bereichs aussetzerfrei ginge (ist ja nicht so).
Empfang möglich und durchgängig brauchbar / mobil möglich sind anscheinend zwei verschiedene Dinge.

Jetzt habe ich ja das Glück, zumindest beim Bundesmux mich hauptsächlich in dieser perfekt versorgten Region aufzuhalten und dass der Landesmux bald auch mit 10 kW strahlt.
"Hier" ist es weiterhin eine Bereicherung, sogar nachhaltig eine größere, als je angenommen.

Digitalradio als bundesweit mobil hörbar zu bewerben, sollte aber vielleicht doch erst der Werbespruch ab 2015 sein.
Ich denke da auch an die Brummifahrer, die großes Interesse an Digitalradio haben können oder sollten.
Für die sind 1000 km nichts.
Sie fahren 1000 km entlang und müssen ständig neu suchen, um vielleicht etwas zu empfangen.
Schade...


von Matthias K. - am 09.10.2011 18:50
Ich denke die Empfangsprognosen werden sich fuer Outdoor auch immer auf Outdoor Antennen also Dachantennen beziehen. Das ist dann das was mit optimalem Equipment im Auto machbar ist und macht auch Sinn es so anzugeben. Beim Kauf eines Radios sollte man natuerlich darauf hinweisen, dass eine Scheibenklebeantenne niemals so gut wie eine aussen angebrachte Antenne empfangen wird und dann eher die Indoor Prognosen gelten.
Ob wirklich die Meisten mit Scheibenklebeantennen empfangen werden? Im Moment wohl schon. Hier im Forum scheint das so 50 50 zu sein. Zaehlt man die 'In Auto Beifahrersitz' Loesungen ueber Aux, so wie ich sie nutze, dazu sind es wohl noch mehr. Nur weiss ich natuerlich, das die Indoor Prognose fuer mich gilt.
Spaetere Werksaustattungen werden dann schon an die Outdoor Prognosen rankommen bzw. eher besser sein, wie auch bei DVB-T im Auto.

von Nordlicht2 - am 09.10.2011 20:05
Scheibenantenne sind Murks,ich hatte selbst mal eine für DAB von Blaupunkt.
Ergebniss: auf der Strecke Steinheid-Sonneberg war kaum Empfang möglich,12D ging erst ab Hüttengrund verblubbert und 12B ging in Sonneberg überhaupt nicht.
Die Antenne tauschte ich bald aus gegen eine Magnetfußdachantenne von Blaupunkt.
Ergebniss:weitaus besserer Empfang,auf der Strecke nach Sonneberg ging 12D nun problemlos mit gerade mal 2 Stellen wo es blubbert.
Das ist weniger störend wie das ständige Gezischel auf der Strecke auf UKW...
Und siehe da auch in Sonneberg ging nun der 12B problemlos,gut jetzt gehts wieder nicht,das liegt aber ab der Abschaltung des Bleßberges :mad:
Ergebniss,eine Scheibenantennen taugen net viel und sollten nur im äußersten Notfall eingesetzt werden,wozu gibts denn die Magnetfuß bzw die Kombiantennen für UKW/DAB ?

von Robert S. - am 09.10.2011 20:06
Zitat
Matthias K.
Jetzt habe ich ja das Glück, zumindest beim Bundesmux mich hauptsächlich in dieser perfekt versorgten Region aufzuhalten

Östlich von Lippstadt eröffnet sich jedoch ein riesiges unterversorgtes Gebiet.
Bereits im Kreis Paderborn kommt der Bundesmux nur noch äußerst schwach rein.
Noch weiter östlich ist ein Empfang ohne Yagi praktisch ausgeschlossen.

von Internetradiofan - am 09.10.2011 20:10
Das ist doch wohl klar, daß eine Scheibenantenne in etwa die Bedingung "Indoor-im-Erdgeschoß-mit-schlechter-Antenne" abbildet. Die Scheibenantennen die ich kenne (Pure Highway) sind viel zu kurz für Band III. Sie sind also tendentiell noch schlechter als eine Stabantenne am stationären Radio.
Mit so einer Antenne wäre auf UKW auch nur in direkter Sendernähe Stereoempfang möglich.
Und dennoch: Selbst damit ist z.B. von 30km südlich München bis kurz vor Bamberg Bundesmux-Empfang gegeben.


von DH0GHU - am 09.10.2011 20:20
Zitat

12D war auf west-ost-Durchqueerung von Bayern auf der A70 nur selten brauchbar gut zu empfangen, eigentlich erst wieder nach Bamberg ausreichend-mangelhaft und im Raum Bayreuth gut. Es blieb aber fast durchgängig das EINZIGE ENSEMBLE.


die verwendete Antenne scheint wirklich nicht viel zu taugen.
Auf der A70 zwischen Werneck und Bamberg gehen sowohl 11D als auch 12 D durchgängig!

Wenns denn keine Magnetfußantenne sein soll, nimm diese hier:

http://www.panorama.co.uk/uk/products/dab_cover.html

Antenne auf HEckscheibe kleben, innen den Koppler ran und los gehts.
Taugt tausend mal mehr als ne Scheibenklebeantenne.

von mobi - am 09.10.2011 20:27
Bei einer heckscheibe muß man halt aufpassen, daß die heizungsdrähte nicht dazwischen liegen ;).

Wie gut sind solche Antennen tatsächlich? Ihnen fehlt ja schon mal eine Groundplane, was aber für einen Viertelwellenstrahler eigentlich essentiell ist. So wirkt dann halt vermutlich das Koaxkabel als HF-Erde...

Außerdem ist dieser Stab extrem schmalbandig, geht eigentlich nur rund um Kanal 12 gut, dass damit auf Kanal 5 noch viel "geht", wage ich zu bezweifeln (Siehe VSWR-Kurve im Datenblatt...)

von DH0GHU - am 09.10.2011 20:49
Das Problem ist ja in meinem speziellen Fall, dass ich kein richtiges Dach und keine richtige Heckscheibe habe (Stoff/Cabrio).
Einziger und jetziger Ort der UKW-Antenne (nur UKW, nur eine Zuleitung) ist hinten neben dem Kofferraumdeckel.
Man kommt lt. Spezis kaum nach hinten hin, wenn man die Antenne tauschen möchte, wenn - dann nur mit viel komplizierter Arbeit und Zeitaufwand.

Also machen lassen würde viel zu teuer werden.
Aber selbst wenn ich die halbe Innenverkleidung und Karosse selbst zerlegen würde, blieben bedenken, endet die Antennenspitze hinten doch auch auf Dachniveau, also der Innenraum bliebe immer min. in einer Richtung im Weg.

Wenn ich an meine früheren Autos denke, war die Antenne immer vorne - da hätte ich längst eine "richtige" montiert.


von Matthias K. - am 09.10.2011 21:13
Im Cabrio koennte sogar eine richtige DAB Antenne auf dem Ruecksitz stehend oder senkrecht vom Stoffdach runterhengend besser sein als eine zu kurze Scheibenantenne. Hast schon mal den Empfang mit nem portablen DAB Empfaenger und Teleskopantenne verglichen?
Mit meinem Sangi ist es egal ob ich die Teleskopantenne an die Fenster halte oder frei in der Fahrgastzelle. Im Cabrio sollte das noch mehr egal sein.

von Nordlicht2 - am 09.10.2011 21:25
Die Glasantenne sieht interessant aus, aber ist doch schon wieder keine richtige, sondern ein Kompromiss.
Zudem wird meine Frau da was gegen haben, zwei Antennen hinten wollte sie jedenfalls auf keinen Fall.
Ich kann diese Antenne ja mal bewerben ;)

Was wäre wohl besser, ein Antennentausch hinten gegen eine UKW/DAB Kombi mit den beschriebenen Nachteilen oder die Scheibenkoppelantenne vorne (höher) mit ihren Nachteilen?

Wie gut ist so eine K11/12/L optimierte Antenne auf K5?

von Matthias K. - am 09.10.2011 21:31
Der Sangean in der Mitte / innen und das Kenwood mit Klebeantenne haben in etwa den gleichen Empfang, zumindest hier.
Genau deswegen meine ich ja, ist die Klebeantenne gar nicht soo schlecht, sondern eher doch die Netze auf K12.
(In Essen setzt der Empfang des Bundesmux nichtmals in den größeren Unterführungen aus (gemeint sind keine richtigen Tunnel).)

Ist die Antenne nen Meter höher, wird es viel besser, so beim Sangean.
Deswegen wundert es mich nicht, wenn die Leute mit richtiger DAB Dachantenne weniger oder sogar keine Probleme haben.

von Matthias K. - am 09.10.2011 21:41
Scheibenantennen sind der letzte Schroitt. Auch ich hatte damals die von Blaupunkt, da endete der Empfang des Bayern-Muxxes schon vor dem Offenbacher Kreuz, später mit der Kathrein-Dachantenne ging es bis Mainz rüber. Ich würde mal behaupten selbst meine momentane Notlösung mit dem Pure One Mini im Kofferraum (voll ausgezogene Antenne zwischen den Sitzen eingeklemmt) bringt bessere Ergebnisse als damals die Scheibenantenne.

Ich habe schon von Leuten gehört, die den Bundesmuxx auf der A3 vor dem Kanalwechsel in NRW bis auf ganz wenige Aussetzer zwischen Montabaur und Dierdorf durchgängig hören konnten.

von Wiesbadener - am 10.10.2011 04:21
Zitat
Ulrich Hilsinger
... Die Scheibenantennen die ich kenne (Pure Highway) sind viel zu kurz für Band III. Sie sind also tendentiell noch schlechter als eine Stabantenne am stationären Radio.


Das stimmt so natürlich nicht. Die Pure Highway Scheibenklebeantenne ist eine aktive Antenne, und die Länge ist mit Sicherheit so gewählt, das in dem nachfolgenden Verstärker Rauschanpassung vorliegt. Das ist nicht zwingend Lambda/4 mit niederohmiger Impedanz! Wer sich ein bischen mit Aktivantennen beschäftigt hat, der weiß auch, daß die Empfangsspannung bei kurzen Strahlern nur unwesentlich geringer ist, als bei nierderohmig angepaßten Strahlern. Ich habe diese Antenne auch im Auto und sie funktioniert bezüglich ihres Montageortes und der Tatsache, das es keine Dachantenne ist, hervorragend. Mich stört es ein wenig, daß diese Antenne hier immer von 'HF-Laien' schlechtgeredet wird. Sie bietet unter Berücksichtigung ihres (schlechten) Montageortes mit Sicherheit ein Maximum an möglichem Empfang.

Nachtrag: Es ist sicherlich auch ein Unterschied, ob das KFZ diese Metallbedampften Scheiben hat. Ich hatte mal so ein Auto, da war innen z.B. kein Navi Empfang möglich. Außerdem spielt der Abstand zum Fensterholm ebenfalls eine Rolle. Den habe ich experimentell ermittelt.

Ulrich, ich sehe hier, daß Du Dich wohl länger hier in Bayern aufhältst. Vielleicht trifft man sich ja mal.

73 de Fred, DL6BAW


von Vorverstaerker - am 10.10.2011 11:05
Fakt ist, verkuerzte Antennen nehmen die Energie aus einer kleineren Flaeche auf. Dadurch kommt es viel haufiger zum Wegfaden des Empfangsignals. Jeder kennt das, wenn man an einer Kreuzung einen schwachen Sender an hat reicht es einige cm weiter zufahren (oder zurueck) und der Sender geht wieder. Mit einer Lamda Halbe Antenne ist die Wahrscheinlichkeit ein Signal zu bekommen deutlich hoeher. Bei UKW ist das auch so mit den oft ab Werk verbauten kurzen Dachantennen.

von Nordlicht2 - am 10.10.2011 11:57
Zitat

Ich höre den Bayernmuxx mit dem Kenwood und Scheibenantenne hier mobil in Frankfurt.


Genau das ist es ja: Scheibenantenne gut oder schlecht - hin oder her, in den Gebieten, wo ich mich primär aufhalte, läuft der Bundesmux mit der Scheibenantenne vollkommen ausreichend bzw. zufriedenstellend.
Queer durchs Ruhrgebiet und bis an die südlichste Landesgrenze in NRW bleibt es einwandfrei.
Selbst auf der A46 in Wuppertal durch diese neueren Halbtunnel - nie ein einziger Aussetzer.

Auch der Landesmux K12d läuft an den meisten Stellen ausreichend gut, nur an wenigen ist er schlecht. Wenn er denn endlich mal auf 11d mit 10 kW wechselt, sind auch diese Schwächen weg.

Wird endlich RLP/HESSEN/BW von 5A auf 5C umgeschaltet und kommt der Sender Koblenz hinzu, wird der Bundesmux wohl auch von hier bis Stuttgart ohne nennenswerte Aussetzer laufen, mit dieser bereits fest montierten Scheibenklebeantenne.

Da fragt man sich natürlich, wozu der Aufwand, wozu die Kompromisse, wozu das Geld raushauen, um die Scheibenantenne zu ersetzen, falls es sich bei mir überhaupt als machbar herausstellt.

Natürlich war es traurig zu sehen bzw. zu hören, dass man in RLP und Nord-Bayern nicht ansatzweise ihre Landesmuxe so gut hören kann, wie unseren in NRW.

A3 in RLP (Landesmux): Es war ja nichtmals so, dass nur der Empfang viele Aussetzer hatte. Oft war einfach gar kein Empfang möglich, manchmal wurde nicht einmal ein Ensemble eingelesen.
Das zeigt doch, wie extrem mieserabel diese Region versorgt ist.
Ok, daran wird sich bald was ändern, wenn z.B. Linz mit 8 kW sendet.
Apropos - wer rudert denn da warum zurück?
Ich habe vorhin in die Sendertabelle geschaut.
Wo ist denn z.B. Koblenz 10 kW hin?
Ach ne, jetzt ist die Tabelle nicht mehr so reduziert, ok.
Was war das vorhin?
Da war bis auf Mainz und Linz alles so schwach wie heute, viele Senderstandorte nicht mehr dabei usw.

Nochmal zurück zum Thema "richtige Antennen".
Kann man denn diese Glas-Außenantenne (Link ein paar Antworten vorher) mit kapazitiver Übertragung überhaupt als richtige Antenne bezeichnen? Sollte sie besser sein? Und wo bekommt man sie? Ich habe sie noch nirgendwo zum Bestellen entdeckt.

Ein wenig Recherche zeigte, wie BMW es beim 1er Cabrio löst:
http://de.bmwfans.info/parts/catalog/E88/Cabrio/Europe/123d-N47S/LHD/N/2009/february/browse/audio_navigation_electronic_systems/single_parts_gps_dab_aerials/

Da hätten wir eine Antenne, die gerne als Haiflosse bezeichnet wird. Bei ihr kann ich mir wirklich kaum vorstellen, dass sie auffällig besser empfängt, als die Scheibenantenne vorne.
Dennoch wäre sie das geschickteste, da meine Frau ja keine zwei Antennen am Fahrzeug sehen will.
So hatte es BMW vorgesehen, für DAB.
Mitten rein in den Kofferraumdeckel wird diese Haiflosse montiert.

Stutzig machte mich die Stoßstangen-Antenne.
Ich weiß nicht, was ich von ihr halten soll.


von Matthias K. - am 10.10.2011 15:30
Zitat
Myself
Ok, daran wird sich bald was ändern, wenn z.B. Linz mit 8 kW sendet.
Apropos - wer rudert denn da warum zurück?
Ich habe vorhin in die Sendertabelle geschaut.
Wo ist denn z.B. Koblenz 10 kW hin?
Ach ne, jetzt ist die Tabelle nicht mehr so reduziert, ok.
Was war das vorhin?
Da war bis auf Mainz und Linz alles so schwach wie heute, viele Senderstandorte nicht mehr dabei usw.


Ja, da hatte ich vorhin doch richtig gesehen, als ich in die Sendertabelle blickte und es wurde wohl nochmal zurück zum alten Stand gebracht, weil man es nicht glauben konnte, aber jetzt wird es klar, aus dem Bundesnetzagentur-Thread:

Zitat

DAB 10. 10. 2011

Rheinland-Pfalz 11A:

Gelöscht:
Bad Marienberg
Bornberg
Eifel
Idarkopf
Kettrichhof
Koblenz Waldesch
Saarburg
Trier Markusberg

Daten von einigen der verbliebenen Einträge aktualisiert:

Donnersberg 1 kW N
Haardtkopf 0,5 kW N
Kaiserslautern Rotenberg 2,5 kW D (130° ... 230°)
Koblenz Kühkopf 0,25 kW D (60° ... 250°)
Linz 8 kW D (Abschwächung auf 1 kW in Richtung 280° bis 300°)
Mainz Kastel 10 kW N (Neue Antennenhöhe: 153m statt 156 m)
Trier Petrisberg 0,5 kW N (keine Änderung)
Weinbiet 5 kW N (keine Änderung)


Inbesondere 10 kW Koblenz wird auf der Fahrt von Linz nach Mainz schmerzlich vermisst werden.
Die Aussetzer wären tot, es leben die Aussetzer!

Auch im Norden von RLP bzw. im Süden von NRW hätten Koblenz, Bad Marienberg und Eifel den Empfang von Linz gestützt und teilweise einen guten mobilen Empfang garantiert.

Abschwächung, Senderstreichung, all das macht das neue Netz wieder sehr viel schlechter, führt es viel näher ans alte unbrauchbare Netz heran.

von Matthias K. - am 10.10.2011 20:24
Zitat
Vorverstaerker
Zitat
Ulrich Hilsinger
... Die Scheibenantennen die ich kenne (Pure Highway) sind viel zu kurz für Band III. Sie sind also tendentiell noch schlechter als eine Stabantenne am stationären Radio.


Das stimmt so natürlich nicht. Die Pure Highway Scheibenklebeantenne ist eine aktive Antenne, und die Länge ist mit Sicherheit so gewählt, das in dem nachfolgenden Verstärker Rauschanpassung vorliegt. Das ist nicht zwingend Lambda/4 mit niederohmiger Impedanz! Wer sich ein bischen mit Aktivantennen beschäftigt hat, der weiß auch, daß die Empfangsspannung bei kurzen Strahlern nur unwesentlich geringer ist, als bei nierderohmig angepaßten Strahlern.

Hallo Fred, nett Dich hier wieder zu treffen :-)

Eins Vorweg: Daß der Empfang mit der Scheibenantenne schlechter als mit einer Stabantenne ist, kann ich hier problemlos nachvollziehen. Pure Highway mit Scheibenantenne bringt hier nur 12D problemlos, während ansonsten jedes DAB-Radio fast überall in der Wohnung Bundesmux, BR-Mux und München-Mux wiedergeben kann, außerdem je nach Position auch Augsburg und Ingolstadt.

Schlechtreden möchte ich die Scheibenantenne dennoch nicht, sie ist mit Sicherheit eine gute Lösung, um ohne teure Umbauten oder auffällige fliegende Verkabelung (--> z.B. bei Magnetfußantennen) DAB komfortabel in einem Auto nachzurüsten.
Das ist die praktische Seite.


Nun nur ganz kurz zur Theorie:
Die Highway-Antenne arbeitet nicht wie eine Aktivantenne wie Du sie von Kurzwelle kennst (wo die Antenne als nahezu unbelastete Spannungsquelle an einem hochohmigen FET-Eingang betrieben wird und zudem die Systemempfindlichkeit bei größeren Antennen vornehmlich durch das Umgebungsrauschen begrenzt wird).
Die Highway-Antenne ist eine "ganz normale zu kurz geratene Antenne" (hier ca Lambda/8), deren komplexe Fußpunktimpedanz an den Transistor im Antennenverstärker angepaßt wird. Idealerweise handelt es sich dabei tatsächlich um Rauschanpassung. So ein "kurzer" Antennenstab funktioniert zwar theoretisch nicht viel schlechter als ein ausgewachsener Viertelwellenstab (schön zu sehen, wenn man sowas unter NEC2 simuliert: Der Antennengewinn sinkt, entsprechend gute HF-Erde vorausgesetzt, kaum), praktisch ist die dann benötigte Anpassschaltung aber auch wieder verlustbehaftet, insbesondere bei Verwendung von Chipspulen wie sie bei Pure zum Einsatz kommen (offenbar Bauform 0805). Diese Verluste hat man natürlich auch, wenn man eine längere Teleskopantenne an einen Verstärker anpassen möchte, aber die Impedanzverhältnisse sind dort nicht so extrem.
Mehr in die Tiefe zu gehen wäre aber rein spekulativ, dazu müßte man die Pure-Schaltung mit Bauteilwerten vorliegen haben...

Zitat

Ulrich, ich sehe hier, daß Du Dich wohl länger hier in Bayern aufhältst. Vielleicht trifft man sich ja mal.

73 de Fred, DL6BAW

Gut möglich. Ich bin zwar "dauernd unterwegs", aber auch mal auf dem einen oder anderen Afu-Treffen (z.B. Amateurfunktagung München), wenns im Kalender paßt.

73
Ulrich, dh0ghu


von DH0GHU - am 10.10.2011 21:04
Zitat
Matthias K.
Nochmal zurück zum Thema "richtige Antennen".
Kann man denn diese Glas-Außenantenne (Link ein paar Antworten vorher) mit kapazitiver Übertragung überhaupt als richtige Antenne bezeichnen? Sollte sie besser sein? Und wo bekommt man sie? Ich habe sie noch nirgendwo zum Bestellen entdeckt.


auf unserem Zweitwagen (gefahren von meiner Frau) klebt diese Scheibeklebeantenne auf der Heckscheibe. Der WAF von 2 Antennen ist zwar nicht besonders hoch, für Gong Mobil oder RT1 in the Mix aber immer noch im akzeptablen Bereich ;-)

Meist ist der Stab abgedreht, hier im Großraum München klappt der Empfang auch ohne.
Die Antenne gabs mal von Blaupunkt

Blaupunkt DAB A-D G 01-E (7617495118) ab ¤69,90

scheint aber nicht wirklich mehr von Blaupunkt verkauft zu werden.
Hier findet man noch Restbestände:

http://www.pcgameshardware.de/preisvergleich/197349

http://www.t-online-shop.de/blaupunkt-digital-dab-a-d-g-01-e-dab-scheiben-antenne/

Das Thema wurde auch mal im pro-dab Forum diskutiert, darauf hab ich mir seinerzeit eine besorgt

http://www.pro-digitalradio.de/forum/phpBB3/viewtopic.php?f=20&t=2094




von mobi - am 10.10.2011 21:22
Irgendwie geht mir das Kenwood auf den Geist. Habe derzeit nen Leihwagen (Chevy Aveo 1.6 - 85kW, falls es wen interessiert) und darin natürlich kein DAB-Radio. Also habe ich das DUAL DAB4 in der Mittelkonsole stehen und via Line-In rein in das (in alles mögliche integrierte) Autoradio. Und was soll ich sagen...in der City von Bochum habe ich keinerlei Aussetzer, die das Kenwood manchmal produziert.
Anfangs war es schon ein Aufstieg vom tauben Highway mit Dachantenne auf das Kenwood mit Scheibenantenne. Mittlerweile hängt das Kenwood auch an der PURE-Antenne auf dem Dach, aber der Empfang lässt sich in keiner Weise mit dem Dual messen...Wuppertal zB ist ein einziges Funkloch was den Bundesmux angeht. Ich vermute aufgrund der Kabelausdünstungen, wobei ich den 5C noch nicht getestet habe.

Außerdem, hier aber OT, nervt mich, dass das Kenwood sich bei DAB gerne aufhängt und sich in dem Bereich nicht mehr bedienen lässt. Alles andere funktioniert trotzdem. Beseitigen kann man das mit viel Warten oder nem Reset -.-

von Japhi - am 13.10.2011 08:08
Zitat
Japhi
Apropos löchrig. Ich versuche demnächst mal das Sauerland auszutesten, was Bundesmux und 12D angeht. So pralle war 12D da noch nie.


Wieso war der 12D im Sauerland noch nie so pralle ? Hallenberg und Hunau wurden eingespart.Das macht sich schon bemerkbar.
Bundesmuxx nur stellenweise ..würde ich sagen.:-(


von Skeletor - am 13.10.2011 08:51
Ich hab heute morgen an meinem Arbeitsplatz in Arnsberg mein PURE One flow getestet.
12D geht durch den örtlichen 500 W Stadtsender mit 90% Signalqualität....also optimal:spos:
Der Bundesmuxx auf´5C aus Dortmund hat es durch die ganzen Störnebel ..PC´s und andere Maschinen sehr schwer ...wird stellenweise eingelesen aber ohne Audio.:-(
Ich hatte mich zu früh gefreut...hoffte ich doch ein Gerät finanziert aus der Kaffeekasse für meine Abteilung kaufen zu dürfen.

von Skeletor - am 13.10.2011 09:06
Sag ich doch, das Kenwood mit der Scheibenklebeantenne empfängt gar nicht sooo schlecht.
Der Bundesmux ist im ganzen Ruhrgebiet/Nordrheinland kein Problem.
Es ist der leistungsschwache Landesmux, der an manchen Stellen aussetzt.
Auch weniger im flachen Ruhrgebiet, als im Bergischen.

Kommt man aus NRW raus, sind es die "Kämme" der Gebirge, die irgendwann den Bundesmux auch so aussetzerbehaftet machen, es sei denn, ein neuer starker Sendermast kommt in Reichweite.

Es ist klar, dass man auch in "schlechten Gebieten" immer wieder Stellen findet, wo man guten Empfang hat, aber man ist ja mobil.
(Siehe Beginn dieses Threads.)

Als nur Bonn auf 5C sendete oder auch als Köln alleine mit 10 kW auf 11D sendete, konnte ich es in der Wohnung (4. Etage) in Velbert sehr gut empfangen.
Aber natürlich gab es auch in der Wohnung trotz der exponierten Lage und 4. Etage stellen, wo es keinen Empfang gab.
Da muss man nicht erst großartig drüber nachdenken, um zu den Schluss zu kommen, dass mobil im Auto "auf Straßenniveau zwischen Häusern" kein durchgängiger Empfang gewährleistet ist,
das sich auch in der Praxis gezeigt hat.

Mit 10 kW kann ich im Flachland gut 50 km Radius versorgen.
Im Bergischen nicht und schon gar nicht mit

von Matthias K. - am 13.10.2011 10:33
Man muss vor allem große Sponsoren finden und motivieren.
Selbst in wirtschaftlich "leichteren" Gebieten finden derzeit Diskussionen um eine Finanzierung statt.

Vielleicht hilft es, wenn jeder Sauerländer sich ein DAB+ Empfänger kauft und sich anschließend über den schlechten bzw. nicht vorhandenen Empfang beschwert.
Gehör könnte man sicher bei allen Beteiligten finden.
LfM, Zak, MB, aber gerade eben auch bei den Programmanbietern selbst.

Digitalradio-Empfänger sind einfach noch nicht verbreitet genug, um irgendwas von den Kosten beim bestehenden Netz bereits zurück zu bekommen.
Es wird mit jedem verkauften Gerät besser, aber wann kommen wir bei der kritischen Masse von 16 Mio an?


von Matthias K. - am 15.10.2011 20:37
Ich will einfach mal behaupten, dass 10 kw DAB(+) mit 1 KW UKW vergleichbar ist, um einen vernünftigen mobilen und Indoorempfang zu ermöglichen. DAB(+) ist durchaus störanfälliger als UKW. Erfahrungen mit dem Kennwood wie auch mit dem JVC zeigen, dass zum Beispiel mobil störungsfrei rund 30 km wunderbar funktionieren. Beispiel Sender Dortmund: In Essen ging der 5A von Dortmund stellenweise störungsfrei mobil, aber gerade auch in Tallagen gar nicht. Dortmund ist ca. 30 km entfernt. Ich denke, wenn man wirklich Indoorempfang gewährleisten will, wird man zwangsläufig schon ein sehr dichtes Netz aufbauen müssen. Ähnlich ist es auch bei DVB-T. Bei UKW schwächelt Langenberg in Wuppertal-Elberfeld nicht, aber dafür über DVB-T. Ein Empfang ist hier in Tallagen vo n Langenberg nicht möglich.


von pfennigfuchser - am 16.10.2011 11:21
Der Bundesmux in NRW zeigt es ganz gut - alle 30 km ein 10 kW Sender und es ist überall perfekt.
Da wo Berge im Weg sind, ist der störungsfreie Empfang schnell vorbei (Bergisch Land, Sauerland, Siegerland), wo es flach weiter geht, läuft es auch noch >30 km entfernt richtig gut (Niederrhein, südliches Münsterland).

So ein DAB Sender ist wie ein Rasensprenger der rund herum sein Wasser sprüht.
Überall wo es nass ist, läuft es super.
Bei DAB ist das Wasser schlammig, es bleibt vor dem nächsten Berg kleben und überall entstehen Seen, entgegen zu UKW, wo es auch noch über die nächste Kuppel läuft.

Kleinere Leistungen bei DAB (1-10 kW) entgegen zu 10-100 kW bei UKW sind erstmal schlechter, so lange nur ein Sender in Reichweite sendet.
Durch den zweiten, dritten und ggf. sogar 4. Sender in Reichweite werden die 10 kW plötzlich viel besser und stabiler, als vorher die 100 kW von UKW.

Tunnel zeigen immer auf, wie viel stärker VHF (DAB) gedämpft wird, als UKW,
obwohl ich teilweise auch erstaunt bin, dass in Tunneln noch so viel ankommt.
Auf der A44 beim Düsseldorfer Flughafen habe ich in den Tunneln im ersten und in letzten Drittel immerhin empfang, trotz der Scheibenklebeantenne.

Die stärksten UKW-Ortssender setzen aber nicht aus...




von Matthias K. - am 16.10.2011 11:38
Zitat
Media Broadcast Team
Hallo Herr K.,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Die ärgerlichen Lücken in der Mobilversorgung sind uns bekannt. Wir bemühen uns, diese im Laufe des Jahres 2012 zu schließen.
Mit unseren Kunden suchen wir aktuell nach Finanzierungsmöglichkeiten.

Anbei ein Plakat, auf dem das gegenwärtig diskutierte Ausbauszenario skizziert wird.

Wir danken Ihnen für Ihre konstruktiven Anregungen und wünschen Ihnen weiterhin viel Spaß an Digitalradio.

Herzliche Grüße





von Matthias K. - am 16.10.2011 11:53
Ohne Antenne will und kann keiner.
30 km ist das, was wir gerade haben, zwischen Bonn und Köln, Köln und Langenberg/Düsseldorf (Luftlinie) usw.

Und das zeigt sich als ziemlich perfekt.

Ohne Antenne ist ja quatsch, aber mit Spezialantennen genauso.

Ich würde nun sagen, mit meiner Kenwood-Radio/Kenwood-Scheibenklebeantenne dürfte meine Empfangsleistung eine 3, "befriedigend" bekommen.
Logisch, dass eine richtig gute DAB-Stabantenne auf dem Dach viel besser empfängt.
Je nach Antenne würde ich der Lösung eine 1 oder 2 geben.

Ohne Antenne = Empfangsleistung "6".

Also, wird brauchen kein Netz dass für Antennen mit der Note 6 (im Radio integrierte Antennen, keine Antennen) ausgerichtet ist, können aber auch keines gebrauchen, welches nur für Antennen der Note 1 oder 2 gebaut wurde.
3-4 ist realistisch.

Ich wollte damit auch nur sagen, dass in NRW Mux 5c von Moers bis hinter Dortmund und von Münster-Süd bis hinter Bonn sehr gut, stabil und einfach empfangbar ist, - dass man sieht, dass alle 30 km ein 10kW-Sender nötig sein kann und hier auch Realität ist, dass man es mit UKW machen kann, ein Sender für 50 km Radius, sonst nichts, bei DAB aber nicht.
Wir haben hier gerade ein Musterbeispiel geschaffen.

Im stark bergischen braucht sogar jede Stadt einen Sender

von Matthias K. - am 16.10.2011 12:03
Zitat
pfennigfuchser
Ich will einfach mal behaupten, dass 10 kw DAB(+) mit 1 KW UKW vergleichbar ist, um einen vernünftigen mobilen und Indoorempfang zu ermöglichen.


Ich weiß nicht, wie ihr das macht.
Ich kann direkt die 1-kW-Klassikradio-Funzel auf dem Olympiaturm München (1 kW) und DAB vom Olympiaturm (10 kW) vergleichen - die Antennen sind direkt übereinander. Der UKW-Sender hat auf der A95 schon wenige km südlich des AD Starnberg erste nennenswerte Rauscheinbrüche - es ist zwar auch im ganzen Voralpenraum zu empfangen, aber nirgends so, daß man das auch tun mag.
Der DAB-Sender versorgt die A95 auf ungefähr die doppelte Entfernung, und ist dann auch entlang des Alpenrands südlich München überall gut zu empfangen. Nur in Senken weiter südwestlich hatte ich bisher nennenswerte Aussetzer.
Ähnlich Augsburg: der dortige Lokalmux reicht bis kurz vor Ulm, bei Burgau gibts erste leichte Aussetzer.

Das 12B-Restnetz in Baden-Württemberg mit Leistungen von oft unter 1 kW wiederum reicht aus, um die komplette A8 ab Burgau (Bayern) bis auf 2 ca. 1 Sekunden lange Aussetzer (weil Stuttgart schon auf 11B sendet) bei Leonberg und Rutesheim zu versorgen, und dann ebenso die Rheinschiene herunter zumindest bis kurz vor Offenburg (weiter habe ich nicht getestet). Auf UKW brauchts dazu einige zig-kW-Sender und einige Füllsender.

von DH0GHU - am 16.10.2011 12:14
Im Bereich einer fast ungehinderten Sichtverbindung zum Sender, ist 1 kW DAB wie 10 kW UKW.
Im Bereich von einer mehrfachen (und bei DAB/VHF typisch größeren) Signaldämpfung (Berge, Funklöcher) ist 10 kW DAB plötzlich wie 1 kW UKW.
Ausgeglichen wird es fast immer durch den Mehrwegsempfang auf der gleichen Frequzenz (mehr als ein Sender und Reflexionen), nicht weil das eine Kilowatt oder die 10 kW ausreichend wären, wo sonst 100 kW UKW nötig sind.

Bei UKW schwankt halt der Rauschanteil von schwach bis stark.
Wo es bei UKW sehr stark rauscht, kommt bei DAB einfach dann Stille.
Aussetzer sind viel nerviger als kurzes Aufblähen des Rauschanteils.

Hier ein Vorteil, da ein Nachteil und im Schnitt könnten wir sagen, DAB braucht die gleichen Leistungen wie UKW, wenn das Netz nicht größer und dichter ist.
Immerhin gibt es ja immer noch die Kostenersparnis gegenüber UKW, dass der eine 100 kW-Sender dann nicht nur ein Programm senden würde, sondern eben z.B. 10 Programme.






von Matthias K. - am 16.10.2011 12:26
Zitat
Matthias K.
Im Bereich einer fast ungehinderten Sichtverbindung zum Sender, ist 1 kW DAB wie 10 kW UKW.
Im Bereich von einer mehrfachen (und bei DAB/VHF typisch größeren) Signaldämpfung (Berge, Funklöcher) ist 10 kW DAB plötzlich wie 1 kW UKW.

Kann ich in meinem Fall nicht bestätigen. Südlich München quert die A95 einen leichten Höhenzug. Sicht ist da sicher nicht, man fährt häufig mal am Südhang.
Ich wüßte auch sonst nicht, wo

Zitat

Ausgeglichen wird es fast immer durch den Mehrwegsempfang auf der gleichen Frequzenz (mehr als ein Sender und Reflexionen), nicht weil das eine Kilowatt oder die 10 kW ausreichend wären, wo sonst 100 kW UKW nötig sind.

Wie erklärst Du Dir dann den guten Empfang des Augsburger Multiplexes z.B. auf der A8, wo sicher weder irgendwelche Alpenreflektionen mithelfen, noch irgendwelche zweiten Sender außer dem auf dem Hotelturm? Und der sendet sogar nur mit 4 kW.
Wo sollen 20 dB mehr Signaldämpfung im Fall der nicht-LOS-Verbindung bei nur doppelter Frequenz herkommen? Zeig mir bitte mal ein Ausbreitungsmodell, das sowas hergibt.

Und überhaupt: Auch bei nur einem einzelnen Sender wirken sich Abschattungen sicher nicht 20 dB schlimmer aus - und Reflektionen sind bei DAB auch ohne SFN hilfreich, während sie bei UKW fast immer stören.

Zitat

Bei UKW schwankt halt der Rauschanteil von schwach bis stark.
Wo es bei UKW sehr stark rauscht, kommt bei DAB einfach dann Stille.
Aussetzer sind viel nerviger als kurzes Aufblähen des Rauschanteils.

Bei Sprache stimme ich Dir zu, wenn es nur um den Informationsgehalt geht.
Verzerrungen oder Rauschen haben bei mir allerdings dazu geführt, daß ich auf UKW so Sender wie BR-Klassik in bergigen Gegenden im Auto nicht mehr gehört habe, weil mir die dauernden Störgeräusche auf den Geist gingen. Erst mit DAB macht mobiles Radiohören wieder Spaß.

... Was mir zum vorigen Posting noch einfällt: In der Münchner Innenstadt bei Conrad Electronic (die Filliale nahe des Isartors, nicht die beim OEZ) war z.B. DAB mit etwas Antenne ausrichten Indoor problemlos empfangbar, FM ging praktisch garnicht.

Und auch nochmal die gleiche Leier: Nein, man darf eine Scheibenantenne hinter einem Schirmblech namens Auto (in 3 von 4 richtungen) nicht mit einer UKW-Dachantenne vergleichen, selbst wenn sie in Richtung aus dem Auto raus ganz gut geht...



von DH0GHU - am 16.10.2011 12:52
Das Münchener Umland kenne ich leider gar nicht, so kann ich dazu nichts sagen.
Auf der Königsberger Str. in 42549 Velbert herrscht auch keine wirkliche Sichtverbindung nach Köln/Bonn, aber eine quasi-fast Sichtberbindung, topografisch gesehen.
In Richtung Dortmund wechselt dort Berg und Tal ab, sowie die Kuppel von Velbert selbst.

Das hat zur Folge, dass man DVB-T Köln/Bonn von Anfang an ortsuntypisch indoor mit Stabantenne empfangen konnte. Aus Dortmund hat man dort nie brauchbar etwas empfangen.

Schaut man sich das Rheintal bei Heidelberg auf der Versorgungskarte von Digitalradio.de an, sieht man wie perfekt sich das Signal in der Ebene ausbreitet und wie hart die natürliche Grenze ist, sobald die Berge beginnen.

Welch ein Unterschied!

von Matthias K. - am 16.10.2011 13:12
Laß Dir mal so eine Versorgungskarte für FM berechnen (z.B: Radiomobile), auch dort wird bei den definierten Pegelschwellwerten für die einzelnen Farbstufen an Bergen hart abgeschnitten.

Aber Heidelberg ist auch ein gutes Beispiel. Der 1-kW-Sender von SSL geht Mobil ab ca. Karlsruhe nur noch "Nichtbeifahrertauglich", diesen Zustand erreicht der Bundesmux vom dort allein zuständigen gleichen Standort erst zwischen Achern und Appenweier. Dort sind zwar die 100-kW-UKW-Boliden noch hörbar, aber eben auch nicht mehr "beifahrertauglich". Sicht besteht dort keine mehr.



von DH0GHU - am 16.10.2011 13:17
Stimmt, 1 kW ist im schwierigen Gelände auch sehr schlecht bzw. zu wenig, wie bei DAB.
Kurz vor dem 1.8. war ich zuletzt dort im Süden (BW).
Den 1kW SSL UKW-Sender kann ich zwischen Heidelberg und Bruchsal recht gut hören, ebenso in Langenbrücken, auch wenn er dort bereits schwächelt.
Die DAB-Landesmuxe BW und RLP konnte ich dort nicht wirklich brauchbar hören, auch nicht im freien oder in der dritten Etage.

Wenn ich das nächste Mal da bin, sieht es wohl anders aus.
K11 plus Bundesmux, 10 kW Heidelberg.

Aber die Reise dorthin wird nach Königswinter digitalradiomäßig wieder weniger schön.
Ganz RLP ist ein sehr schwieriges Gelände,insbesondere der Norden, das merkt man auch bei UKW über Dachantenne, zumindest bei den Programmen, die nicht besonders viele oder starke Sender ausstrahlen lassen.
Und dann gibt es beim BuMux wieder den Kanalwechsel auf dem Weg, die große Lücke usw.
Vom derzeitigen RLP Mux brauchen wir gar nicht erst zu sprechen.

Nrw, Velbert: Wenn in Velbert kein Sender Langenberg den 5c aussenden würde, wäre hier trotzdem ein guter mobiler Empfang gegeben, weil sich Dortmund, Köln, Bonn und Düsseldorf ideal ergänzen und stützen würden.
Würde nur einer dieser anderen Sender senden, egal welcher, wäre in Velbert 5c nicht brauchbar mobil zu empfangen.
Je nach exakten Ort innerhalb 425xx könnte jeder Sender mal 100%/100% und mal 0%/0% haben.

von Matthias K. - am 16.10.2011 13:44
Zu der Karte mit der "aktuell diskutierten kurzfristigen Netzerweiterung 2012"
Schon sehr komisch wie man die A5, eine der wichtigsten und stauanfälligsten (weil total überlasteten) Autobahnen Deutschlands Richtung Süden ausspart. Ebenso, wenn nicht gleichwertig, DIE Pendlerautobahn 4 in Nordhessen. Warum dort nicht einfach den Rimberg anknipsen, der steht hoch und strahlt auch noch in die Täler.

von Rosti 2.0 - am 17.10.2011 07:47
Nicht den allgemeinen Netzausbau 2013-2015 mit dem kurzfristigen Lückenstopfen 2012 verwechseln.
Es geht darum, die Empfangsinseln zu verbinden, den schlechten Empfang auf bestimmten wichtigen Autobahnen innerhalb des derzeitigen Sendegebiets im Groben zu verbessern.
So beispielsweise auf der A3: Zwischen Königswinter und Bad Camberg kommen die Signale des Bundesmuxes an, sie sind aber nicht beständig genug.
So würde z.B. ein Sender Koblenz diese Lücke füllen.
In dieser Art und Weise sollen auch die anderen Inseln brauchbar miteinander verbunden werden.
BW und Bayern via Ulm (A8).
NRW und Niedersachsen via Osnabrück (A1).
usw.

Auf der A5 gibt es innerhalb des Sendegebietes 2011/2012 keine Lücke, sondern einen durchweg guten Empfang, von dem Gießener Südkreuz bis nach Karlsruhe.

Nord-Hessen und Süd-BW gehören nicht zum Startnetz.
Das sind u.a. die großen Erweiterungen des DAB+Bundesmux-Netzes, der 2013-2015 stattfindet.

Natürlich wünschen wir uns eine Vollversorgung, wenigstens auf den Autobahnen.
Aber finanziell war es ja nicht anders machbar, wie mit diesem stufenweisen Aufbaus.

Letzlich sind es die Programmveranstalter und dessen Vermarkter selbst, die ja oder nein zu bestimmten Sendestandorten sagen.
Wieviel kostet der Sender, wieviel Hörer könnte er uns wann bringen?
Wo liegt das Kostenlimit, bei welchen Kosten sind wir bereits jetzt?

Es sind noch viel zu wenig DAB+ Geräte verkauft worden, um wesentlich mehr Sender deutlich früher in Betrieb zu nehmen.

Dazu kann man nur sagen: "Kaufen, kaufen, kaufen".
Und nicht nur ihr selbst (manche haben ja wohl schon 10 Empfangsgeräte), sondern andere dazu motivieren, überzeugen...


von Matthias K. - am 17.10.2011 10:27
das mag ja schon sein, aber die Lücke zwischen Bremen/Hannover und dem "Ruhrgebiet" ist in etwa so groß, wie die Lücke zwischen Weimar und dem Rhein-Main-Gebiet, nur mit dem KLITZEKLEINEM Unterschied das da gerade am Wochenende doch erheblich mehr Pendlerverkehr herrscht. Nun denn das war nur eine Feststellung und ein wenig Kopfschütteln meinerseits, ändern kann ich an der Entscheidung freilich gar nichts.

von Rosti 2.0 - am 17.10.2011 11:27
Zitat
Rosti 2.0
das mag ja schon sein, aber die Lücke zwischen Bremen/Hannover und dem "Ruhrgebiet" ist in etwa so groß, wie die Lücke zwischen Weimar und dem Rhein-Main-Gebiet, nur mit dem KLITZEKLEINEM Unterschied das da gerade am Wochenende doch erheblich mehr Pendlerverkehr herrscht


Wenn man sich die Versorgungskarte auf Digitalradio.de mal genauer anschaut und den Empfang "mobil" zu Grunde legt, ist die Lücke drei mal so groß wie zwischen Münster und dem Niedersachsennetz.
Berücksichtigt man jetzt noch das Gelände in der Lücke, könnte man schnell zum Schluss kommen, dass selbst zwei Füllsender zu wenig sein könnten und das noch ohne eine größere Stadt wie Osnabrück, Bielefeld oder Koblenz gleich mit zu versorgen, wie eben in den anderen Lückenschlüssen.

Die Bewertung ist aus meiner Sicht also absolut verständlich geringer.

Dass dort mehr Verkehr ist, als auf der A3 oder der A1 könnte sein, glauben kann ich das aber nicht.
Dazu wären mal verlässliche Statistikdaten nötig.

Klar ist, dass auch diese Lücke irgendwann vor 2015 gestopft werden muss.
Zusammen mit einem Füllsender in Siegen (A45), einen zwischen Paderborn, Kassel und Göttingen (A44, A7), Würzburg (A3) und viele, viele mehr.


von Matthias K. - am 17.10.2011 16:29
Zitat
Matthias K.
Dass dort mehr Verkehr ist, als auf der A3 oder der A1 könnte sein, glauben kann ich das aber nicht.
Dazu wären mal verlässliche Statistikdaten nötig.

Da hast du wieder einmal nur das gelesen was du lesen wolltest ;), ich schrieb bewusst nicht von mehr Verkehr (dazu würden auch die Wochentage zählen, die mager ausfallen!), ich schrieb vom Pendlerverkehr am WE! Wer da schonmal in einem solchen Stau gestanden hat, weiß wovon ich hier rede! Nebenbei könnte man auch die total unterversorgte A7 mitversorgen. Klar ist die Topografie nicht die beste und es gibt außer Kassel in Nordhessen keine nennenswert größeren Städte, aber Radio ist auch einfach ein mobiles Medium! Daheim höre ich ganz sicher nicht DAB auf der Anlage!

von Rosti 2.0 - am 18.10.2011 07:29
EbenDT! DAB hat vor allem die Vorteile da, wo es weder Sat- noch Internetradio gibt. Also z.B. in der Küche, aufm Klo, bei Outdoordingen oder eben im Auto. Und vor allem im Auto sollte die Versorgung auch außerhalb der Städte stimmen. Und bzgl. A7 könnten Kassel/Göttingen mit 10kW versorgt werden, für den Rest könnte man auch vorerst alte Funzeln reaktivieren (Hessen).
Aber ist natürlich alles in wirtschaftlicher Hinsicht zu überdenken. Früher oder später kommt die Versorgung dieser Regionen. Da sollte man sich eher überlegen, warum die Landesmuxe nicht flächendeckend ausgebaut sind (Hessen, NDR-Gebiet).

von Japhi - am 18.10.2011 09:55
Deutschland hat echt einen Notstand an Elektronic-Music-Radios, wenn selbst ein "Kloradio" diese Musik sendet, zumindest die drei Lieder, die ich jetzt hörte passten dazu.

Ich habe mal reingehört und gedacht, ich würde jetzt ein "Fluss-Rauschen" hören, damit man leichter los-strullern kann oder die neusten News rund ums Thema Stuhlgang. :D

von Matthias K. - am 18.10.2011 17:10
Wie unterscheidlich Empfang des Bundesmuxxes im Randgebiet bei DAB+ sein kann, habe ich gestern bei Besuch von Bekannten in Lauta/Niederlausitz erlebt (habe des Pure One Mini hier ausgetestet). Im Haus war im Erdgeschoss absolut kein Empfang, im 1. Stock ging es mit Aussetzern nur an einem Südfenster. Im 2. Stock dagegen war völlig störungsfreier Empfang des Senders Dresden gegeben. Bei UKW waren diese Unterschiede längst nicht so gravierend: Als Referenz habe ich die 5 kW-Frequenz von R.SA aus Dresden (UKW 89,2) genommen. Hier im Erdgeschoss verrauscht mono, im 1. Stock Stereo leicht verrauscht, im 2. Stock einwandfrei. DAB+ ist im Vergleich zu UKW in Randgebieten also weit weniger robust, schon ein Stockwerk kann zwischen keinem oder miesem Empfang und Top-Empfang entscheidend sein.

von Wiesbadener - am 19.10.2011 09:44
Zitat
Matthias K.
Deutschland hat echt einen Notstand an Elektronic-Music-Radios, wenn selbst ein "Kloradio" diese Musik sendet, zumindest die drei Lieder, die ich jetzt hörte passten dazu.

Die Musikauswahl ist erstaunlicherweise gar nicht mal so schlecht, aber bei so einem sch**ß Namen brauchen die Verantwortlichen von Sunshine Live keine Sorge haben, dass ihnen durch das Radio-Klo Hamburg eine ernstzunehmende Konkurrenz erwächst. :D

von Internetradiofan - am 19.10.2011 10:25
Eine verspätete Antwort kam heute noch bei mir im Posteingang an, vom Projektbüro Digitalradio zur Empfangslücke A3 RLP:

Zitat

Das von Ihnen beschriebene Problem ist erkannt und es gibt bereits
Gespräche darüber im nächsten Jahr in Koblenz einen Sender mit hoher
Leistung aufzubauen. Dieser Sender soll die Stadt versorgen und die
Versorgungslücken längs der A3 und A61 zwischen NRW und dem
Rhein-Main-Gebiet schließen. Soweit der Ausblick für Sie. Um jedoch
konkrete Aussagen treffen zu können, muss der Abschluss der Gespräche
noch abgewartet werden. Immer aktuell werden wir darüber auf
www.digitalradio.de informieren.

Bezüglich des Wechsel auf K5C als bundesweit einheitlichen Kanal wird
es in den nächsten Wochen Koordinierungs-Gespräche seitens der
Bundesnetzagentur mit den betroffenen europäischen Nachbarn geben.
Eine Lösungsfindung bis zum Jahresende wird angestrebt.


von Matthias K. - am 24.10.2011 17:12
Ich habe am Freitag und an Samstag noch ein paar Vergleichserfahrungen sammeln können.
Das hat mir erneut gezeigt, dass die beim Kenwood DAB-Autoradio mitgelieferte Folienantenne zwar nicht so gut ist, wie eine richtig gute KFZ-Dachantenne/Außenantenne, aber doch auch gar nicht mal so schlecht, wie hier oft gemeint wird, man könnte eine deutlich schlechtere Antenne haben!

Und zwar fuhr ich am Freitag mit meiner Frau nach Renesse (NL) ans Meer.
Von zu Hause bis zur bzw. nach der holländischen Grenze (A40, vor Venlo) hörte ich unseren Bundesmux, bis dahin absolut aussetzerfrei!

Kurz nach der Grenze gab es erste Aussetzer, die schnell häufiger und schlimmer wurden.
Er kam nochmal etwas besser nach Venlo zurück, bevor er ganz verschwand.
An dem Punkt wurde noch kein holländisches Ensemble eingelesen oder gar abgespielt, auch wenn es in Deutschland weit vorher Punkte gegeben hätte, wo das der Fall gewesen wäre.
Da kam dann kurz gar nichts, Suchlauf nicht erfolgreich.

Aber nur wenige km auf der E34/A67 (A40 nach deutscher Grenze) weiter hinter Venlo kam es dann, dass Niederland-Ensemble.
Es spielte von da an aussetzerfrei perfekt ab, bis ich etwas mehr als halb Holland von Ost->West durchgequert hatte.
Ab da gab es hin und wieder Aussetzer. Es wurden immer mehr, je mehr ich mich der Region Zeeland näherte.

Auf der Halbinsel rund um Zierikzee und Renesse war kein brauchbarer Empfang mehr möglich.
Zum Glück gibt es da eine extrem gute Auswahl über UKW, so dass dort ein einziges und kleines DAB-Paket eh wenig Sinn macht und gegen UKW verblasst.

Der Beweis dafür, dass es nicht an der Folien-Scheibenantenne liegt, schaffte mir wieder mein Sangean DPR34+.
Auf dem Parkplatz vor dem Strand am Hotel Zeeuwse-Stromen stellte ich es mit ausgezogener Antenne auf das Dach.
Dort gab es gar keinen Empfang.
Auf die Motorhaube oder dem Kofferraumdeckel gestellt gab es die gleichen verblubberten Fragmente, wie beim Kenwood-Autoradio mit Folienantenne.
Also unter´m Strich überhaupt kein Unterschied.
Jetzt wird die Sangean-Miniteleskop-Antenne auch nicht das Non-Plus-Ultra sein, aber auch zum besseren Mittelfeld gehören.
Klar, dass es besseres gibt, aber halt auch schlechteres.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Antwerpen (B).
Direkt nach der belgischen Grenze machte ich einen Suchlauf und das flämische Ensemble wurde gefunden und abgespielt.
Aussetzerfrei spielte es ab - ich kam in Antwerpen an, es spielt ungestört weiter, egal welche Häuser oder Unterführungen im Weg standen, sogar im Parkhaus. Es war mehr eine Tiefgarage. Ab Deck -1 gab es zwar ein paar Aussetzer, aber letztlich spielte es auch noch auf Deck -3 ab, wo ich das Auto letztlich parkte.

Abends ging es über die Regionen Hasselt und Roermond zurück nach Hause.
Das flämische Ensemble spielte und spielte, keine Aussetzer. Als die Wallonie näher kam, wurde auch dieses Ensemble eingelesen, aber zum brauchbaren Abspielen kam es selten, also kehrte ich zum flämischen zurück.

Später zurück in Holland auf der A2 von Maastricht in Richtung Eindhoven, also zwischen Meers und Boukoul wurde ZU KEINER ZEIT das holländische Paket abgespielt, noch nichtmals eingelesen!
Stattdessen wurde öfter der deutsche Bundesmux eingelesen, aber nicht abgespielt.
Dafür hörte ich auf der A2 bis später noch ein Stücken weit der der A73 folgend das flämische Paket.

Dann gab es einen Bereich, wo mal DR-D, NRW und VPRT eingelesen wurde, aber nichts mehr abgespielt werden konnte.
Das änderte sich auch wieder in Deutschland reingefahren nicht (Elmpt).
Erst zwischen Elmpt und Niederkrüchten kam der Bundesmux zurück, der dann aber auch gleich wieder perfekt ohne Aussetzer abgespielt wurde.
Vom Landesmux NRW war noch keine Spur.
Ich habe dann nochmal zwischen Mönchengladbach und Viersen in den NRW-Mux reingehört, aber der setzte mir viel zu oft aus - zurück zum Bundesmux, alles klar.

Wieder mal zeigt es mir, dass meine Scheibenantenne DOCH ok ist, wenn sie auch keine Wunder vollbringt.
1kW ist wenig, je nach Gelände und das NRW-Netz so wie es noch ist, lange nicht gut genug ist.
Das störende an der Scheibenantenne ist, dass der Empfang besser ist, wenn der versorgende Sender vor einem liegt. Liegt er im Rücken ist das Auto (Holme, Scheiben...) selbst im Weg.
Das wäre mit Magnetantenne auf dem Kofferraumdeckel nur leider auch so.
Zwei Antennen, also zus. zur Antenne vorne eine hinten, das wäre wohl eine optimale Lösung.

Aber auch in Sachen Klang bin ich positiv wie negativ überrascht worden.
Im holländischen Paket klingen die meisten Stationen trotz nur 128 kbps MP2 (vermutlich JS) relativ gut, wie ich meinte, sogar besser als unsere AAC+ Programme NRJ und Kiss, zumindest im Kenwood-Autoradio während der Fahrt. Zu Hause am Pure Evoke 2s fand ich das Holland-Paket bisher etwas schlechter klingend, zumindest schlechter als Lounge. Die Klangschwächen von MP2 sind im Auto besser ertragbar, insgesamt viel besser hörbar, zumindest bei Programmen wie Radio 1, 2, 4, 5, 6 und 3FM.
Nur FunX klang verzerrt, dumpf, verschliert und stark hörbar quantisiert (wie 32 kHz UND digitaler Decimator-Effekt), so schlimm, dass ich FunX zu keiner Zeit hören wollte, selbst nicht, wenn meine Lieblingslieder laufen, einfach grausam und viel schlechter als unsere Beispiele NRJ/Kiss.

Sehr positiv überrascht und nachhaltig von unserem Bundesmux enttäuscht wurde ich beim hören des VPRT-Muxes in Belgien.
160 kbps MP2, vermutlich auch JS, klangen bei MNM und MNM Hits (auch Studio Brüssel) viel besser als alle Programme in unserem Bundesmux!
Da scheint alles auf Digitalradio, auf MP2 und auf die Bitrate hin optimiert worden zu sein.
Nachdem ich so lange am Stück diese drei belgischen Radioprogramme gehört hatte und dann auf den deutschen Bundesmux wechselte, gefiel er mir noch viel weniger als vorher.
Da lagen klanglich Welten zwischen. Nachdem man so viel Gutes gehört hatte, fiel das Schlechtere einfach viel deutlicher und störender auf.
Selbst Lounge FM stellte mich nicht mehr so richtig zufrieden.
Dabei ist es glatt Nebensache, dass zu dem Zeitpunkt des Wechsels zusätzlich auf MNM gerade perfekte Musik am Stück lief, während ich bei Kiss/NRJ sofort die gleichen 3 Lieder hörte, die ich einen Tag zuvor beim Verlassen des deutschen Netzes hörte, die man ja fast jede Stunde hören kann.

Man stellt also fest, dass man sehr viel schon im Studio optimieren kann. Genauso wie man an der Standleitung bereits viel kaputt oder gut vorbereiten kann.
Aber eben auch, dass es für jeden Codec eine Mindestbitrate gibt, bevor es mit jedem einzelnen Kilobit hörbar schlechter wird.

Anstatt sich zu freuen, dass man nun mit 80-96 kbps (AAC+) in etwa die Qualität erreichen kann, wie bei MP2 mit 128-192 kbps erreichen könnte und dabei natürlich 50% Übertragungs- Kapazität und Kosten gespart werden, musste es ja unbedingt noch mehr Ersparnis sein, damit DAB+ am Ende nicht besser klingt, als DAB-alt.

Das ist eigentlich nur noch traurig.


von Matthias K. - am 30.10.2011 17:12
Jetzt erstmal abwarten wie sich die Landesmuxxe noch entwickeln. Von den Öffentlich-Rechtlichen könnte ich mir durchaus vorstellen, dass man bald alle Programme in 96 kbit/s AAC+ ausstrahlt. Der HR geht hier in Hessen im Dezember on air. Ich bin auf die Qualität schon gespannt :) Da sollte Einiges gehn, man hat schließlich den 7B ganz für sich allein (vorerst) und das für nur 6 Programme.

von DX OberTShausen - am 30.10.2011 17:20
Nur wenn die (ÖR, ARD, SWR, HR,...) jetzt alle anfangen zu glauben, dass jedem Hörer die Qualität von 72 kbps brutto bzw. 64 kbps netto oder sogar 32-48 kbps netto (bei Fußballkonferenzen Rest für SSL, NRJ) reicht, weil sich ja keiner aktiv beschwert, könnten sie auf die Idee kommen, auch nur weniger als 80 kbps brutto je Programm zu senden.

Die alten Contra-DAB-Veteranen, die schon immer gemeint haben, die Qualität von DAB sei zu schlecht, die fühlen sich dann bestätigt und gestärkt zum Kampf gegen DAB.

Alle anderen nehmen es hin, werden aber nicht so von Digitalradio DAB+ überzeugt, wie sie eigentlich überzeugt werden sollten.
Ein möglicher Domino-Effekt (pro DAB, Verkaufzahlen...) wird verlangsamt oder gestoppt.


Naja, diskutieren wir mal nicht über ungelegte Eier (außer beim Bundesmux).
Noch habe ich die Hoffnung und drücke die Daumen, dass alle SWRs und HRs bis Januar 2012 mit 96 kbps AAC+ on Air sein werden, außer ggf. SWR4, wenn SWR4 mit x Lokalfenstern gleichzeitig in einen Mux gepackt wird (während einer differenzierten Ausstrahlung).


von Matthias K. - am 30.10.2011 17:42
Matthias, ich wundere mich über deinen empfangsbericht von der A3 von Bonn nach FFM

Richtig ist das man den Bundesmux total vergessen kann.

SWR3 oder Dasding kann man via DAB+ aber einwandfrei empfangen, dass habe ich vor einigen wochen noch selbst getestet auf der A61 geht der Landesmuxx RLP ab hinter Bad neuanahr anhöhe einwandfrei!

Das Tut er auch dann durchgehend bis Trier und weiter, auch im Moseltal geht der landesmux einwandfrei!, das selbe im Rheintal, ich weiß echt nicht warum so viel gemeckert wird??

Ich denke das man Mobil immer mehr aufwand betreiben muß mit entsprechenden Radios die was taugen und vernünftigen Antennen, dann sollten Abbrüche weitestgehend die Ausnahme sein

Wo bei im Rheintal der störnebel von den Oberleitungen der bahn zu beiden seiten hinzu kommt:mad:

von Rheinländer - am 30.10.2011 19:07
Höherer Antennenaufwand nötig?
Der Bundesmux in NRW und der Regiomux Flandern zeigen das Gegenteil, also wenn das Netz sehr gut ist.

Aber wenn ich eine gut brauchbare Lösung finden würde (nicht sowas wie Pfusch am Bau Auto), würde ich auch den höheren Antennenaufwand betreiben, um die Schwächen der Netze auszugleichen.

Die meisten Leute, die sich das Kenwood-Set mit Folienantenne kaufen, werden es bestimmt auch so nutzen, wie es ist und dann je nach Region guten oder schlechten Empfang erleben.

Der Bundesmux ging auf der A3 sogar besser, als das Landesebsemble RLP.
Vielleicht wegen der höheren Leistung?
Aber das wird sich ja bald ändern.
Ende November werde ich wieder Unterwegs sein bis BW, dann teste ich mal neu.



von Matthias K. - am 30.10.2011 20:45
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