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elweb
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12
Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Althoff Ludger, Herbert Hämmerle, Berlingo-98, bernd, J-O, wotan

Ladezeit für Blei Säure Akkus

Startbeitrag von Althoff Ludger am 29.05.2005 08:20

Hallo Ihr Erfahrenen da draußen,

ich als el Neuling habe da mal eine Frage zu den Ladezeiten. Ich habe festgestellt, dass meine Akkus nach so ca 2-3 Stunden Ladezeit fast voll sind, es fehlen noch 2 Dioden. Mit dieser Ladfung komme ich ca 20-25 Kilometer. Mit einem ganz vollen Akku (Ladung über Nacht) komme ich nicht wesentlich weiter. Der Stromverbrauch für den Ladevorgang verdoppelt sich aber.

Nun zu meinen Fragen:

Ist es schädlich für die Akkus (wurden 1996 eingebaut), wenn ich sie mit einer Zeitschaltuhr auf 2,5 Stunden begrenze?

Wie schätzt ihr meine Akkus ein, sollten sie erneuert werden? (Die Warnleuchte blinkt sehr häufig)

Welchen Akkutyp und Ladegerätetyp (Preis-Leistung) würdet ihr empfehlen?

Sommerliche Grüße

Ludger

Antworten:

Hallo,
wie hast Du den Stromverbrauch gemessen. Viele von
diesen kleinen Steckermessern zeigen nur die Scheinleistung
an, die sich besonders im (Fast) Leerlauf erheblich von der
tatsächlichen Wirkleistung unterscheidet.
Grundsätzlichist es natürlich besser, die Akkus ganz voll zu laden.
Wenn es denn unbedingt sein muß, die Ladezeit zu begrenzen,
dann würd ich den Akkus zumindest alle paar Tage mal ne Vollladung
spendieren.
Zur Reichweite:
Solange sie ausreichend ist, ist´s doch ok. Eventuell solltest Du Dich
darauf einstellen zum / nach dem Winter neue kaufen zu müssen.
Ich benutze grundsätzlich nur Akkus, die andere nicht mehr wollten.
Mein aktueller Satz ist von 2000 und hat noch ca. 15 km .
(auch ne Art von Umweltschutz und spart Geld :-)
Das kann ich mir leisten, weil ich selten mehr als 10 km am Stück
fahren muß.
viele Grüße
J-O

von J-O - am 29.05.2005 13:00
Hallo Ludger,
beachtlich, dass Du aus Akkus von 1996 noch 25 km oder so rausholst. Wenn das noch reicht, fahre sie so lange, wie es irgend geht.

Wenn es offene Blei-Säure Akkus sind, die gasen können, so empfehle ich, doch etwas Gasung zuzulassen. Achte also beim Laden drauf, nach welcher Zeit die Gasung einsetzt. Man sollte es sehen oder auch hören können am ganz leichten Blubbern. Oder Du misst die Spannung. Wenn sie rund 14,5 Volt erreicht hat, sollten die Akkus schon leicht mit dem Gasen begonnen haben.

Gib dann rund 15 bis 20, mmax. 30 Minuten dazu und stelle die Zeitschaltuhr so auf die Gesamtzeit ein, dass die Akkus fertig geladen sind, wenn du morgens losfahren willst. Das geht sicher leicht, wenn Du morgens immer zur gleichen Zeit los fährst. Mit anderen Worten: Wenn Du um 7 Uhr losfährst, und die Akkus nach 2,5 Stunden das Gasen beginnen, so stelle die Zeitschaltuhr so ein, dass um 4 Uhr nachts mit dem Laden begonnen wird.

Es bleiben dann unmittelbar vor dem Losfahren rund 30 Minuten zum Gasen. Das durchmischt die Säure etwas und vermindert die Säureschichtung, und zwar dann, wenn Du eine gut durchmischte Säure brauchst, nämlich unmittelbar beim Losfahren. Eine drastisch verlängerte Lebensdauer Deiner Akkus sollte die Folge dieser Ladetechnik sein.

Wenn Du dagegen die gleichen 2,5 oder 3 Stunden gleich abends lädst und dann die vollen Akkus die halbe oder ganze Nacht stehen läßt, hast Du morgens Säureschichtung im Akku mit der Folge, dass der obere Teil der Bleiplatten (mit der geringeren Säuredichte) viel stärker gestresst wird. Die Akkus werden schneller kaputt sein, und zwar hauptsächlich im oberen Teil der Platte.

Gruss, Roland, bsm

von Berlingo-98 - am 29.05.2005 17:52
Hallo Roland,

du erzählst mir ja echt spannende Sachen. Ich hab zwar keine Ahnung davon, werde es aber so schnell wie möglich ausprobieren.

Vielen Dank

von Althoff Ludger - am 29.05.2005 18:56
Hallo J-O,

ich habe den Verbrauch mit so einem Verbrauchsmesser gemessen. Er zeigt beim beginnenden Ladevorgang einen Stromverbrauch von 745 Watt an, später geht es dann auf ca. 450 Watt zurück. Für mich reicht die Wegstrecke momentan auch noch, darf halt nur kein weiterer Wegstreckenwunsch inzukommen.

Gruß

Ludger

von Althoff Ludger - am 29.05.2005 19:00
Hallo Roland,
und ich finde es Klasse, dass Du trotz deiner Co-Admin-Tätigkeit dann doch immer noch die Zeit findest, so individuell zu antworten. Das soll jetzt kein Schleimen sein. Wer hätte denn was davon?

Sonnige (fängt allerdings gerade an zu Regnen, ist aber auch Nacht) Grüsse
wotan

von wotan - am 30.05.2005 01:09
Roland Reichel schrieb:

Zitat

Wenn Du dagegen die gleichen 2,5 oder 3 Stunden gleich abends
lädst und dann die vollen Akkus die halbe oder ganze Nacht
stehen läßt, hast Du morgens Säureschichtung im Akku...


Bescheidene Frage eines Laien: Baut sich die Säureschichtung nicht erst dann wieder auf, wenn nach einer deutlichen Entladung eine Ladung stattfindet, an die keine Gasungsphase angeschlossen ist ?

Daß die Ladung kurz vor dem Wegfahren mit genügend Zeit zur Gasung sinnvoll ist, dem stimme ich voll zu, als Nebeneffekt gibt die Batterieerwärmung mehr Leistung. Speziell die Meßmer-Akkus brillieren dann mit guter Spannungssteifigkeit.

Apropos Meßmer: Nach nun 200km steigt die Spannungssteifigkeit nun spürbar an.
Da kommt Freude auf !



von Herbert Hämmerle - am 30.05.2005 20:27
Hallo nochmal,

ich habe heute die Betriebsanleitung erhalten, in welcher beschrieben steht, dass der el bei Nichtbenutzung möglichst immer geladen werden soll, also zuhause ankommen, auch nach Kurzstrecken und dann sofort an die Dose. Welchen Vorteil soll diese Methode für die Akkus haben, außer dass sie halt immer voll sind?

Gruß

Ludger

von Althoff Ludger - am 31.05.2005 18:21
Hallo Herbert,
soviel ich weiß, bildet sich eine gewisse Säureschichtung auch nach der Ladung aus, und zwar, wenn der Akku danach längere Zeit - auch voll geladen - nicht benutzt wird.
Wie erwähnt, die Säureschichtung bedeutet, dass dann beim Losfahren der obere Teil der Platten durch die geringere Säuredichte mehr Stress erleidet. Vorzeitig kaputtgegangene Akkus zeigen dann auch häufig Plattenschäden an den oberen Plattenteilen.

Hallo Ludger,
Der CityEl zieht im Stand rund 150 bis 200 mA aus den Akkus, hauptsächlich für die Messelektronik (Kappamesser) und für den DC/DC Wandler. Damit werden die Akkus ständig mit kleinem Strom entladen. Die Batterien, insbesondere schwache Batterien, können also nur durch diese "Standströme" nach wenigen Tagen bereits wieder erschöpft sein (bei guten Akkus dauert das rund drei Wochen).
Wohl auch deshalb steht im Handbuch was von sofort wieder aufladen auch nach Teilentladung. Bei gut vollgeladenen Akkus besteht wenig Gefahr der Sulfatierung.

Wenn Du es super-super-super gut für die Akkus machen möchtest, dann lädst Du tatsächlich gleich nach Fahrtende die Akkus wieder etwas auf, allerdings nicht bis zur Gasung. Am besten also mit Zeitschaltuhr und gerade so viel, dass sie noch nicht ganz voll sind, aber fast voll.
Dann morgens vor dem Losfahren fertig laden mit Nachladephase und Gasung.
Wenn Du diese Behandlung hinbekommst, logistisch, vom Verständnis, von den regelmäßigen Zeiten und der Einstellung der Zeitschaltuhr und so, dann werden Deine Akkus es Dir durch viele Zyklen danken.

Ich jedenfalls hatte 1989 bis 1991 meinen ersten El (damals noch Mini El genannt) so geladen: Nach dem Nachhausekommen so ca. 1 Stunde geladen. Dann das Spiel mit Fertigladen und Gasung morgens vor dem Losfahren (regelmäßig gegen 7.00 Uhr zur Arbeit). Bei der Arbeit hat dann die Sonne über das bordeigene 100 Watt Solarmodul nachgeladen. Gefahren bin ich täglich ziemlich genau 50 km. Geladen habe ich nachts, die kWh wurden mit einem handelsüblichen Zähler gemessen. Ich habe damals ziemlich genau und ziemlich regelmäßig 6 kWh pro 100 km gebraucht. Mit den Akkus hatte ich damals keine Probleme.

Gruss, Roland

von Berlingo-98 - am 31.05.2005 22:14
Hallo Roland,

ich habe in den letzten 3 Nächten jeweils mit der Zeitschaltuhr ca 4 Stunden nachgeladen und der Akku war danach fast voll, es fehlte jeweils eine Diode bis voll. Mein MiniEL zieht so nun besser an und ich habe nach 10 km Hinfahrt zur Arbeit und 10 km Rückfahrt am Spätnachmittag, ohne Zwischenladung noch ca 3 Dioden Ladung überig. Ich meine festzustellen, dass sich meine Akkus so langsam bekrabbeln und wieder kommen. Zum Ende der Fahrt blinkt allerdings die Warnlampe mit dem Batteriesymbol und hört auch nicht auf, bis nachgeladen wurde. In der Betriebsanleitung habe ich gelesen, dass dies mit der Spannung zu tun hat. Ist das so richtig?

Gruß

Ludger

von Althoff Ludger - am 02.06.2005 17:36
Zitat

Wenn Du es super-super-super gut für die Akkus machen
möchtest, dann lädst Du tatsächlich gleich nach Fahrtende die
Akkus wieder etwas auf, allerdings nicht bis zur Gasung. Am
besten also mit Zeitschaltuhr und gerade so viel, dass sie
noch nicht ganz voll sind, aber fast voll.


Die Methode wende ich auch an, allerdings (noch) händisch. Als Indikator für den Ladezustand nehme ich die Leistungsaufnahme des Ladegerätes, die ich mit einem Conrad Power Manager messe. Wenn die Leistung meines ZIVAN NG1 unter ca. 250-300W (entspricht ca. 5-6A Ladestrom) gesunken ist, dann gelten die Batterien als ziemlich voll, aber noch "ungegast".
Das Batterie-Voltmeter zeigt dann je nach Temperatur ca. 42,5V (Batt. Temp. über 25GradC ) oder 43,2V (ca.25GradC) oder 43,5V (unter 20 GradC) an.

Am Morgen geht es weiter. Die Aufnahmeleistung des Ladegerätes sinkt dann noch ein wenig ab (Ladestrom 3,5A) um dann in der letzten Ladephase wieder anzusteigen, weil der Ladestrom konstant auf 3,5A bleibt und die Ladespannung frei ansteigen kann.
Mit der Zeit hat man die Sache einigermaßen im Gefühl: Meistens liegt die Ladespannung vor dem Wegfahren bei ca. 44-44,5 Volt, also hat eine Gasung stattgefunden.
In größeren Abständen (je nach Fahrleistung ein bis 2 Wochen) schiebe ich eine Ausgleichsladung ein, d.h. das ZIVAN lädt dann bis ca. 46Volt hinauf und schaltet automatisch ab.

Das ganze gilt natürlich für offene Bleibatterien, niemals für Gel/Vlies !

Das ganze hört sich etwas kompliziert an, aber irgendwie habe ich das Timing schon intuitiv abgespeichert.
Für weniger "Versponnene" sollte man diese Vorgänge in Software implementieren, sodaß man beispielsweise 3 Ladeprogramme fahren könnte:

1) Volladung ohne Gasung, Sofortstart
2) Volladung ohne Gasung Sofortstart, ab 5 Uhr morgens (je nach Dienstplan)
Gasung "medium"
3) Volladung mit Gasung und Ausgleichsladung



von Herbert Hämmerle - am 02.06.2005 20:24
Wenn die Lampe blinkt und nicht mehr ausgeht,solltest Du dein Fahrverhalten ändern.
Das Gaspedal etwas weniger durchdrücken.
Die Blinkende Lampe zeigt an das deine Batteriespannung eingebrochen ist (Tiefentladung )Wenn die Lampe nicht mehr aus geht, hast Du min 10sec die min.Spannung unterschritten.

bernd

von bernd - am 02.06.2005 21:37
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