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Betty Bossi, Bahndämmler, Mayor, tafkap

Am toten Punkt

Startbeitrag von Betty Bossi am 11.10.2004 01:47

Berliner Zeitung Montag, 11. Oktober 2004

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Am toten Punkt

Mit seiner provokanten Art erschreckt Frankreichs Trainer Domenech seine Spieler - gegen Irland reicht es nur zum 0:0
Ralf Itzel

PARIS, 10. Oktober. Nicht einmal das Stade de France verdient seinen Namen noch. Am Sonnabend hätte es eher Stadion Irlands heißen sollen. Rund 35 000 Sportsfreunde waren von der Insel herübergekommen, um ihre Mannschaft anzufeuern. Mit Trikots, Schals und Hüten färbten sie die Tribünen so grün, dass man sich an der Landsdowne Road von Dublin glaubte. Und auch mit ihren Gesängen übertönte die größte Reisegruppe der Welt die etwa gleichstarke Menge französischer Zuschauer problemlos.

Die grüne Armee werden Irlands Schlachtenbummler genannt, und weil ihre einzige Waffe die Begeisterung ist, will das heitere Heer auch die Arenen Deutschlands zieren. Dass es dort bei der WM 2006 einfällt, ist wahrscheinlicher geworden, denn das 0:0 nach einem packenden Duell gegen die Franzosen bedeutet nach dem 1:1 in der Schweiz einen weiteren Auswärtspunkt gegen die schärfsten Rivalen der WM-Qualifikationsgruppe 4.

"Ich bin zufrieden", sagte Trainer Brian Kerr, "aber gleichzeitig ein klein bisschen enttäuscht, denn wir hatten exzellente Torchancen." Ein prima Team hat der kleine Mann geformt, spielerisch stärker als sein Ruf und auch noch besser als das der WM 2002, das erst im Elfmeterschießen des Achtelfinals an Spanien scheiterte. Zur EM 2004 schafften es die Iren nicht, aber das hat Kerrs Neuaufbau eher erleichtert. Die Franzosen waren in Portugal dabei, als Titelverteidiger noch dazu, doch im Viertelfinale war Schluss. Zuvor mussten sie in Korea schon den WM-Titel abgeben, den sie 1998 erobert hatten im Stade de France. Damals, als die Arena noch Frankreichs Fusßballtempel war, in dem die Pilger dem göttlichen Zidane huldigen durften. Nun ist Zidane zurückgetreten, und mit ihm die Generation der Lizarazu, Desailly oder Thuram. Torwart Barthez und die Arsenal-London-Abteilung Henry, Pirés und Vieira sind noch da, aber alleine beleben sie die Magie der großen Jahre bislang nicht. "Weiter am toten Punkt", titelte die Sportzeitung L'Equipe am Sonntag, denn dies war das zweite Nullnull in Paris nach jenem gegen Israel zum Auftakt. Wenigstens musste der neue Trainer Raymond Domenech diesmal keine "Zidane"-Sprechchöre hören - oder lag das nur daran, dass die Iren so laut sangen? Der frühere Coach der U 21 steht ja im Verdacht, den genialen Regisseur weggeekelt zu haben, und auch ein Alibi-Anruf vor zwei Wochen mit der Bitte um Rückkehr konnte die Indizien nicht entkräften. 24 Tage brauchte der 52-Jährige nach Amtsantritt, bis er sich zu einem Treffen mit dem Nationalhelden aufraffte, und als auch noch der Präsident der französischen Liga unwidersprochen tönte, die Zukunft der Auswahl liege in der Heimat und nicht mehr in Madrid oder London, war der Star von Real endgültig bedient.

Es wäre vermutlich besser gewesen, den 32-Jährigen gleich einzubinden und um ihn eine junge, frische Mannschaft aufzubauen. Angeleitet von Zizou wäre der 20-jährige Rio Mavuba nicht so verloren im Mittelfeld herumgetapst wie am Sonnabend. Aber Domenech hat seine eigene Art. "Ich bin der General, ich entscheide", sagt der für die Medien erfrischend und die Spieler erschreckend provokante Coach.

Handyverbot bei der Massage

Domenech, in der Freizeit ein erstklassiger Laienschauspieler, hat den Laden ordentlich aufgemischt. Er erneuerte den Betreuerstab und piesackt die Fussballer mit öffentlichen Angriffen und verschärften Umgangsregeln. So sind Handys auf der Massagebank jetzt verboten; wer nicht pünktlich zum Mannschaftsbus kommt, muss schauen, wo er bleibt; beim Training sind Schienbeinschoner anzulegen; nach den Spielen muss jeder vor versammelter Runde seine eigene Leistung beurteilen; am Morgen danach wird gemeinsam gefrühstückt.

Um ein Haar wären Domenech auf diese Weise auch noch Henry oder Barthez abhanden gekommen. Der Torwart zeigte sich "schockiert, denn der Wechsel war brutal", entschied sich dann aber doch für die Fortsetzung der internationalen Karriere. Gut für Domenech, denn gegen Irland verhinderte Barthez mit tollen Paraden eine erste Niederlage, die die Position des Trainers weiter geschwächt hätte. Aber auch so bleiben die Anhänger skeptisch. Es fällt ihnen schwer zu akzeptieren, dass aller Neuanfang schwer und ihr Team nun erst mal ein gewöhnliches ist. Nostalgisch schwelgen sie in der vergangenen Ära, in der das Stade de France noch das Stadion der Franzosen war.
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Re: wie kommen die an die Tix ?

PARIS, 10. Oktober.

Nicht einmal das Stade de France verdient seinen Namen noch. Am Sonnabend hätte es eher Stadion Irlands heißen sollen. Rund 35 000 Sportsfreunde waren von der Insel herübergekommen, um ihre Mannschaft anzufeuern. Mit Trikots, Schals und Hüten färbten sie die Tribünen so grün, dass man sich an der Landsdowne Road von Dublin glaubte. Und auch mit ihren Gesängen übertönte die größte Reisegruppe der Welt die etwa gleichstarke Menge französischer Zuschauer problemlos.

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Die CH-Nati wurde nach Israel von 33 Fans begleitet.
Einer mit dem FCB-Banner ... und der "sang" offenbar sogar die National-Hymne ...

von Betty Bossi - am 11.10.2004 02:29

Re: wie kommen die an die Tix ?

Zitat

Die CH-Nati wurde nach Israel von 33 Fans begleitet.
Einer mit dem FCB-Banner ... und der "sang" offenbar sogar die National-Hymne ...


33 Lüt sind mit em Extra-Flug uff Israel gange. Es sind aber no sehr viel Schwyzer am Match gsi, wo entweder dörte wohne, oder sowieso im Momänt grad in de Ferie in Israel gsi sind. Dä mit de FCB-Fahne isch übrigens e guete Kolleg vo mir wo uff aaroote vo mir die Fahne mitgnoh hett...;-) (Jojo, ych bi halt FCB- und nit CH-Fan...;-) )



von Mayor - am 11.10.2004 06:49

Re: wie kommen die an die Tix ?

Mayor schrieb:

Zitat

Jojo, ych bi halt FCB- und nit CH-Fan...


so sölls sii :spos: ;)

btw: bi-n-ich dr einzig, wo sich grausam drüber ufregt, dass in dr BASLER zitig dr usfall vom murat für d NATI bejoomeret wird?



von tafkap - am 11.10.2004 12:23

Re: wie kommen die an die Tix ?

Ich bin gespannt, wie sich die FCB-Innenverteidigung am Samstag gegen Servette präsentieren wird und plädiere für das Duo Alex / Marco.

von Bahndämmler - am 11.10.2004 13:04
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