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atzge

Schweizer Invasion in der Ligue 1 (Bligg)

Startbeitrag von atzge am 29.07.2005 00:59






LILLE – Am Wochenende startet in Frankreich die Meisterschaft – und noch nie waren so viele Schweizer dabei: Nicht weniger als acht Eidgenossen sind in der Ligue 1 engagiert!

Stéphane Grichting (Auxerre), Johann Lonfat (Sochaux) und vor allem Rennes-Stürmer Alex Frei, der letzte Saison Torschützenkönig geworden ist, spielen schon länger im Land des ehemaligen Welt- und Europameisters.

Nun haben gleich fünf weitere Eidgenossen einen Vertrag in Frankreichs Ligue 1 erhalten: Alain Rochat bei Frei-Klub Rennes, Arnaud Bühler wird Sochaux-Teamkollege von Lonfat, Davide Chiumiento wechselt nach Le Mans und Lille hat mit Daniel Gygax (FCZ) und Stephan Lichtsteiner (GC) gleich zwei Zürcher geholt.

Zu den Titelfavoriten gehört aber keiner der «Schweizer» Klubs. Lille (letzte Saison sensationell Zweiter) und Rennes gehören höchstens zu den Aussenseitern. Die grosse Frage lautet: Wird Lyon zum fünften Mal in Serie Meister, was noch keinem Team gelungen ist? Der Ex-Klub von Patrick Müller holte als Verstärkung John Carew (Besiktas Istanbul) und Benoit Pedretti (Marseille).

Grösste Herausforderer sind wie in den letzten Jahren Paris St-Germain, Monaco und Marseille, das die Young Boys aus dem UI-Cup eliminiert hat.

Besonders gespannt sind die Fans auf Auxerre, das in den letzten 42 Jahren immer von Guy Roux trainiert worden ist. Mit Ausnahme einer Saison, als «Monsieur Auxerre» gesundheitlich angeschlagen war. Jetzt wechselte Roux von der Trainerbank ins TV-Metier und wird Co-Kommentator.

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Alex Freis Vorreiterrolle in Frankreich (BaZ)





MIT SO VIELEN SCHWEIZERN WIE NIE GEHT DIE LIGUE 1 HEUTE IN IHRE NEUE SAISON



Begehrter Torjäger. Der Baselbieter Alex Frei bleibt in Rennes und sagt: «Ich brauche das Gefühl, dass mich ein Verein wirklich will.» Foto EQimages

Daniel Zulauf, Rennes


Nachdem er den Avancen aus Deutschland widerstanden hat, nimmt Alex Frei seine vierte Saison in Rennes in Angriff.

Es ist ein feuchter Nachmittag in der Bretagne, drei Tage vor dem Saisonstart im französischen Fussball, als Alex Frei das Trainingscamp des Stade Rennais Football Club als Letzter verlässt. Zwei Dutzend Kinder und Erwachsene warten schon seit zwei Stunden draussen im Regen, um ein Autogramm von ihrem Idol zu ergattern. Pflichtbewusst kritzelt Frei seine Unterschrift auf die nassen Zettelchen, die ihm durch das Fenster seines schnittigen Sportwagens entgegengestreckt werden. «Bonne Saison» ruft einer, und Freis artiges «merci beaucoup» dürfte in den Ohren der Fans wie ein Versprechen klingen.
Denn bis vor einer Woche, ehe der 26-Jährige seinen Vertrag bei Rennes verlängerte, schien seine Zukunft ungewiss. Vor allem aus der deutschen Bundesliga standen die Interessenten Schlange. Hertha BSC Berlin gehörte dazu, stieg aber aus, weil das Paket Alex Frei - Ablöse, Handgeld und Lohn - nicht zu finanzieren war. Und auch der sich anbahnende Wechsel zum VfB Stuttgart zerschlug sich.

wertschätzung. Insider schätzen, Rennes hätte seinen Goalgetter nicht unter 20 Millionen Euro Ablöse ziehen lassen. Eine möglicherweise überrissene Vorstellung vom Marktwert des Schweizer Nationalspielers, aber auch Zeichen dafür, welche grosse Wertschätzung er in der westfranzösischen Regionalhauptstadt geniesst. Letzte Saison war Frei erfolgreichster Torschütze der Ligue 1 und mit 20 Toren massgeblich daran beteiligt, dass die Bretonen den Uefa-Cup erreichten.

Dass ein Wechsel nach Deutschland nicht zustande gekommen ist, betrübt Frei keineswegs. «Die Bundesliga ist kein Bubentraum für mich, obwohl ich weiss, dass sie in der deutschsprachigen Schweiz ein höheres Ansehen geniesst als die französische Liga.» Deren Qualität schätzt der Baselbieter jedoch höher ein - einmal abgesehen von Bayern München, das Frei auch in der Ligue 1 auf Platz eins oder zwei tippen würde. Sein Beleg:«Wenn Werder Bremen von Lyon zehn Tore bekommt, heisst das viel.»

gefühlssache. «Ein Jahr vor der Weltmeisterschaft sollte man sowieso keinen Transfer machen», sagt Alex Frei. Bei den Verhandlungen mit den deutschen Clubs sei es letztlich um die Ablösesumme gegangen, nicht aber um unanständige Lohnforderungen seinerseits. «Ich habe auch nie eine Stammplatzgarantie verlangt, aber ich will das Gefühl, dass mich ein Club wirklich will. Und dieses Gefühl habe ich weder in Stuttgart noch in Berlin bekommen.»

Auch das Risiko, wie etwa Hakan Yakin bei einem Renommierverein auf der Ersatzbank zu schmoren und im entscheidenden Moment nicht mehr zur ersten Wahl des Nationaltrainers zu gehören, hat er abgewogen. Vor zweieinhalb Jahren war er von Servette Genf nach Rennes gewechselt. Seither hat er in 77 Meisterschaftsspielen 40 Mal für die Franzosen getroffen. Ein wichtiges Argument von Frei für einen Verbleib in Rennes war deshalb: «Hier habe ich eine Mannschaft, in der ich eine besondere Rolle spielen kann.»

Fetter Fernsehvertrag. Diese besondere Rolle soll ihm bisher mit einem Durchschnittsgehalt von geschätzten 35000 Euro im Monat entlohnt worden sein. Sein um ein Jahr verlängerter Vertrag dürfte nun eine kräftige Lohnsteigerung enthalten. Möglich macht das auch der neue Fernsehrechtevertrag mit dem Abosender «canal+», der den französischen Clubs rund 600 Millionen Euro und damit fast eine Verdopplung der bisherigen Einnahmen beschert.

Dieser Kuchen wird strikt nach der Klassierung der Clubs aufgeteilt, und Alex Frei glaubt, dass die Vereine das zusätzliche Geld auf die hohe Kante legen werden. Stade Rennais hat das Budget zwar von 28 Millionen auf 36 Millionen Euro deutlich angehoben, doch wenn man bedenkt, dass der Verein mit dem Einzelhandelsunternehmer und Gucci-Besitzer François Pinault einen der reichsten Männer Frankreichs zu seinen wichtigsten Gönnern zählt, dann ist der Aufwand trotzdem relativ überschaubar.

Schweizer Derby. Ein Zeichen für diese Bescheidenheit ist die Transferpolitik in Frankreich, wo auch Clubs wie Lille, die für die Gruppenspiele der Champions League qualifiziert sind, nicht mit der grossen Kelle anrühren. Die Ausländer kommen neben dem Hauptimportland Brasilien oft aus fussballerischen Schwellenländern.

Zum Beispiel aus der Schweiz. Wenn zur Saison-Ouvertüre am Samstag das Nord-West-Derby Lille gegen Rennes angepfiffen wird, könnten vier Schweizer auf dem Platz stehen: Alain Rochat, zuvor Verteidiger bei YB, an der Seite Freis, auf der anderen Daniel Gygax (von Zürich) und Stephan Lichtsteiner (Grasshoppers), die neu auf diese Saison zum Zweiten der zurückliegenden Meisterschaft wechselten.
Der Ruf der Super League als Ausbildungsliga wird somit nicht zuletzt durch den Reifeprozess und die Vorreiterrolle von Alex Frei in Frankreich untermauert.
Das Schweizer Element und Guy Roux’ Abschied
Favorit Lyon. Patrick Müller setzte als Captain von Olympique Lyon positive Akzente, und Alex Frei, in Rennes vom «petit suisse» zum Publikumsliebling aufgestiegen, hat das Ansehen der Schweizer Fussballer in Frankreich nochmals gesteigert. Nun spielen nicht weniger als acht Schweizer in der Ligue 1: Stephan Lichtsteiner (neu von GC) und Daniel Gygax (Zürich) in Lille, Johann Lonfat und Arnaud Bühler (Aarau) in Sochaux, der momentan verletzte Stéphane Grichting in Auxerre und Davide Chiumiento bei Aufsteiger Le Mans, wo Daniel Jeandupeux Manager ist. Hinzu kommen Alain Rochat (YB) als neuer Kollege Freis und in der Ligue 2 mit Grégory Duruz (Amiens) und Bernt Haas bei Absteiger Bastia zwei Ex-Basler.
Während dieser Herbst auch wegen der gemeinsamen WM-Ausscheidungsgruppe unter spezieller gegenseitiger französisch-schweizerischer Beobachtung steht, geht Serienmeister Olympique Lyon wieder als grosser Favorit ins Rennen. Kein Spieler wurde abgegeben - auch nicht die Lichtgestalt Mickael Essien, für den Chelsea zuletzt 30 Millionen Euro bot - dafür aber John Carew (Besiktas) und Benoît Pedretti (Marseille) für jeweils sieben Millionen geholt. Trainer Paul Le Guen räumte seinen Platz für Gérard Houllier, was aber nichts Besonderes ist, da mehr als die Hälfte der 20 Clubs neue Trainer hat. Der sentimentalste Wechsel fand im Burgund statt, wo Guy Roux seit 1961 - mit einem Jahr Auszeit - Aufstellung und Ausbildung machte. Er überlässt seine Aufgabe Jacques Santini, bleibt der Association de la Jeunesse Auxerroise aber als Vizepräsident erhalten.

rk/si

Ligue 1, erste Runde
Heute: Paris SG-Metz. Samstag: Marseille-Bordeaux, Lille-Rennes, Nancy-Monaco, Nizza-Troyes, Strasbourg- Auxerre, St-Etienne-Ajaccio, Nantes-Lens, Sochaux-Toulouse. So: Le Mans- Lyon.
www.footpro.fr/ www.lequipe.fr/football



von atzge - am 29.07.2005 01:01
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