Offene Blei Säure bis über 16V laden???

Startbeitrag von Stefan B. am 27.10.2008 20:46

Hallo. Ich habe ein vollautomatisches Ladegerät von Fronius für meinen 48V-Kewet.(Seletiva Plus 2025E).
Die Kennlinien sind fest einprogrammiert, ich kann lediglich zw. verschiedenen Offen- und Gel - kennlinien wählen , die Kapazität einstellen und die Zellenanzahl. Es gibt keinen Temp-Sensor.
Die Kennlinie ist eine IUIoU , also mit Nachlade-(Ausgleichs-)phase und anschließender Erhaltungsladung.

In der Ausgleichsphase geht das Gerät bis 66V, also 16,5 V pro Block hoch. Das erscheint mir trotz der offenen Bleisäure zu viel, selbst für Panzerplatten. Ich habe jetzt auf Gel-Kennlinie umgestellt. Auch diese geht bis 66V. Geändert hat sich lediglich der Strom während dieser Phase von 5A auf 1A. Besser als nichts. Aber ich habe Angst um meine Akkus! Oder ist das bei diesen geringen Strömen unbegründet??? Nach einer gewissen Zeit schaltet er dann auf erhaltungsladung mit 13,5V (= O.K.)

Meine Idee war nun eine IU-Kennlinie zu wählen und eine Ausgleichsladung nur noch am Wochenende zu machen. Was meint ihr???

Antworten:

Hallo Stefan
Bei 1A Ausgleichsladestrom brauchst du wirklich nichts mehr befürchten.Die 5A wären auch ok,solange sie keine Dauergasung über Wochen verursachen.PZ-Akkus sind da überhaupt nicht empfindlich; nein sie brauchen das sogar.Sie sind von der Ladetechnik fast unkaputtbar.
wotan

von Uuoudan - am 27.10.2008 22:55
Hallo Wotan.
Ich habe mich oben etwas ungenau ausgedrückt. ich selbst fahre keine Panzerplatten, sondern stinknormale offene Bleisäure. Was vertragen die?. Im Elwiki steht, dass die Bleier durch überladung auch an Kapazität verlieren. Was stimmt denn nun?



von Stefan B. - am 28.10.2008 07:11
Hallo Stefan,

keine Angst 16,5 V sollten deinen Batterien nicht schaden und beim Ausgleichsladen werden
die Batterien nur zwischen 1% und 5% überladen, das ist noch unbedenklich. Wichtig ist nur,
dass die Elektrolyttemperatur nicht über 50 Grad steigt.

Gruß

Uwe

P.S.: Batterie-FAQ

von Lecki - am 28.10.2008 09:18
Das Problem ist nunmal, das die offenen ordentlich blubbern müssen, damit keine Säureschichtung auftritt.
Ansonsten sind sie schneller kauputt als wenn sie nicht blubbern....
Dies ist der Vorteil der Gel/Vlies Akkus. Bei Gel trit es praktisch gar nicht auf, mein Vlies ist es stark redurziert, je nachdem wie sie gezyklet werden.
Die einzige Möglichkeit das zu umgehen ich ein Umwältzsystem (z.B. mit einer Aqarium Luftpumpe)
Beim KFZ bruacht man das nicht unbedingt, da hier der AKku während der Fahrt geladen wird, und dabe wird der Akku nunmal bewegt.
Wobei auch hier gibt es Firmen die solche umwältzsysteme anbieten oder anbieten wollen, wobei der Nutzen hier gering ist

von Sven Salbach - am 28.10.2008 09:27
Hallo Stefan,
die Erfahrungen mit "stinknormalen offen Bleisäure Akkus" bei Überladung und Blubbern (Gasung) sind nicht schlecht. So hat mit reichlich Gasung und damit verbundenem kräftigen und häufigem Wassernachfüllen ein Kollege vor Jahren mit einem Puli rund 20 bis 25.000 km erreicht. Ist für offene Blei-säure nicht schlecht.

Mit Panzerplatten und offen und immer gut Wassernachfüllen über ein im Fahrzeug integriertes System sind in einem Kewet sogar über 40.000 km erreicht. Wir waren seinerzeit sehr erstaunt, als der betreffende "Kunde" sich nach über 10 Jahren meldete und nach Tipps für neue Akkus fragte. Zwischendurch hatten wir von dem nie gehört, was dafür spricht, dass man bei guter Pflege - und dazu gehört regelmäßiges GASEN der offen Akkus - gut und lange fährt.

Achtung, das gilt nur für offene Blei-Säure Akkus und bei immer gut Wasser-Nachfüllen. Dabei ist auf äußerste Sauberkeit zu achten und gutes destilliertes Wasser. Auch kleinste Staubpartikel sollten nicht in die Akkus kommen. Wir haben seinerzeit die Akkus aufgemacht, Wasser nachgefüllt und gleich wieder zugemacht, einzeln. Wer erstmal alle aufmacht, dann ordentlich Staub reinläßt und dann erst wieder zumacht, verkürzt möglicherweise die Nutzungsdauer seiner Akkus erheblich.

Was heißt bei Dir "stinknormal"? Starterakkus für Traktion wäre nicht normal. Normal heißt Traktionsbatterien für Traktion. Da sollten dann 20 bis 40.000 km Nutzungsdauer drin liegen. Kollegen (namentlich bekannt, siehe hier) haben aber auch mit Starterakkus und guter Behandlung schon 10 bis 15000 km erreicht im CityEl.

Was die Nutzungsdauer von Blei Akkus immer wieder drastisch verkürzt, sind Tiefentladungen, auch einmalige sogenannte "Reichweitentests". Unbedingt vermeiden, genauso wie zu hohe Ströme. Akkus sind am ehesten mit Muskeln vergleichbar: Benutzen, damit sie nicht einschlafen, aber nie überlasten. Ein Muskelriss tut weh. Und immer schön trainieren. Im Winter warmhalten.

Gruss, Roland

von Berlingo-98 - am 28.10.2008 09:57
Vielen Dank für die Infos. Jetzt ist mir wohler. Vielleicht kommt mein reichweitenverlust auch von der Schichtung. Also blubbere ich wieder mal. Am morgen habe ich dann aber immer einen typischen Gasgeruch im Kewet, weil 2 der Akkus im Innenraum liegen..
Frage:
1. Wenn die Platten bedeckt sind , ist das genug Wasser oder solte man lieber fast bis oben auffüllen?
2. Darf man die Akkus nur voll geladen nachfüllen (wie bei NiCd)? Ich würde es mit einer 50ml Spritze machen, damit alle Zellen genau die gleiche Menge bekommen, oder?

Danke für eure Tipps.
Gruß Stefan

von Stefan B. - am 28.10.2008 16:06
Hallo Stefan,

@1: 1 cm Elektrolyt über den Platten solltens schon sein, besser noch bis zur Markierung (wenn vorhanden)

@2: Nein, ist aber sinnvoll.

Gruß

Uwe

P.S.: Für Gegner von Nachfüllarien

von Lecki - am 28.10.2008 23:07
Danke Uwe
toller Link, aber für verbaute Akkus wohl nicht zu machen, da bräuchte ich ja etliche Zentimeter Luft über den Blocks.

Danke an alle fleißgen Schreiber für eure Tipps.

Noch ein Hinweis. Mein Ladegerät ist natürlich ein 4025E und kein 2025E.
Gruß Stefan, der jetzt wieder fröhlich blubbert.

von Stefan B. - am 29.10.2008 21:20

Watt ein Zufall...

Eigentlich wollte ich heute ein Thema zu den offenen Blei-Säure starten...
Heute nacht habe ich meine Banner PowerBull 100Ah (C20) bzw. 75 Ah (C5) für traktion befüllt und will diese nun am Wochende einbauen.
Auch ich bin von den hier beschriebenen Überlegungen, was Ladeendspannung und Lebensdauer ausgegangen.
Nun lade ich am liebsten mit meinen IVT's, die ich auf 14,35 V eingestellt habe.
Bisher habe ich damit die bei Kälte doch sehr lausigen Effektas geladen.
Eigentlich denke ich mir, dass ich die Ladeendspannung so lassen kann, weil doch beim Fahren die Akkus doch gründlich durchgeschüttelt werden, was eine Schichtung verhindern, bzw. auflösen müsste.
Sehe ich da was falsch?
Sulfatierung sollte durch Pulser auch kein Thema sein.
Ausserdem kann ich ja jetzt auch wieder den festeingebauten HF-Lader benutzen, der Fliesakkus IMMER austrocknet. Hier wäre doch eine Gasungsladung, dann und wann eher sinnvoll. Oder?
Könnt Ihr meine Ansichten/Überlegungen kommentieren?
Und heute habe ich bei Banner auf die Homepage geguckt.
Mittlerweile haben die offene Traktionsakkus mit 130Ah (C20) bzw. 105 Ah (C5) im Angebot, die bei uns reinpassen müssten und nur 30 Kg wiegen.
Was haltet Ihr davon?
L.G.
Stefan

von Stefan Höpcke - am 31.10.2008 14:04

Re: Watt ein Zufall...

Die Akkus müßten aber WÄHREND des LAdens geschüttelt werden... und nicht danach :-)
Bei mir trocknet der HF LAder meine Vlies Akkus nicht aus...
Pulser sind, wenn überhaupt nur bei Fahrern die weniger als 4000 km im Jahr fahren sinnvoll...


von Sven Salbach - am 31.10.2008 14:53

Re: Watt ein Zufall...

Hallo Stefan Höpcke,
hast Du dir das richtig überlegt mit den "offenen" Blei Blöcken ?

Grundsätzlich gilt immer je schwerer die Bleiblöcke sind,desto besser....

Bernd M



von Bernd_M - am 31.10.2008 21:17

Re: Watt ein Zufall...

Hallo Bernd,

Tja, ob ich mir das richtig überlegt habe, werden wir noch sehen... :-)
Ich probiere gern.
Ich bin mal gespannt, wie lange die Banner halten.
Aber ein erster Erfahrungsbericht dürfte vielleicht seeeeehr lange auf sich warten lassen.
Das mit dem Gewicht stimmt wohl.
Allerdings kostet jedes zusätzliches Kilo Energie...
Also sind immer wieder Kompromisse zu machen.
Ich habe die Effektas noch drinne.
Denn ich habe einen Fehler gemacht:
Die Ladeendspannung der IVTs ist bei der Kälte viel zu niedrig.
Das lässt den Einbruch erklären.
Ich habe mal wieder eine "Powerladung" gemacht: Ivts + HF.
Einfach geil, zu sehen, wie die Dinger nach zwei Std. voll sind.
Allerdings breche ich bei 15V immer ab.
Und nach 30 Km war die Welt noch i.O.
Naja, bei der Kälte könnte man ja noch höher gehen... zumindest das eine oder andere mal.
Darauf werden sich die offenen Banner, aber erst später freuen dürfen.
Meine Erfahrung ist aber: Der HF-Lader ist ein Haar- äh Batterietrockner.
Vielleicht kommt es aber auch auf die unterschiedlichen Versionen an.

L.G.

von Stefan Höpcke - am 03.11.2008 15:56

Re: Watt ein Zufall...

Hallo Stefan,

einige haben ja auch "gute" Erfahrungen mit den "wasserauffüllen " gemacht.

Ich hatte schon mal die FF Serie von Exite/DETA,
(Antriebsbatterien - Motive Power //Geschlossene Antriebsbatterie mit positiven Gitterplatten
Lebensdauer: 300 Zyklen nach IEC 254 Teil 1)
meine Erfahrung sind : nicht fürs EL zu gebrauchen.
(Ich habe zwei Satz in zwei Jahren verfahren (ein Satz auf wurde kostenlos getauscht)
Ich hoffe deine Banner funktionieren besser.

Positives habe ich bisher nur von den Messner und den Yuasa gehört.
Also gib die alten noch nicht zum "Entsorger" sondern leg Sie einfach mal geladen weg.
(zur Zeit sind die Preise beim "Entsorger" sowieso im Keller)

Bernd M

von Bernd_M - am 03.11.2008 22:29
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