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Informationen zum Thema:
Forum:
elweb Stammtisch
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 6 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 6 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Buggi, Bernd_M, inoculator, Andreas Friesecke

Fragwürdiger Artikel über die elektrische Mobilität

Startbeitrag von Buggi am 22.12.2011 07:17

Hallo zusammen,

vor einigen Wochen hatte ich eine Diskussion mit einem Mitglied aus dem weiteren Familienkreis, der in den USA lebt und auch dort aufgewachsen ist. Als er zu Besuch kam entspann sich eine Diskussion über Elektroautos, denen gegenüber er sehr kritisch eingestellt ist. Diese Einstellung entspringt dem folgenden Artikel, den er mir zur Kommentierung gesendet hat:
Artikel
Nach erstem durchscannen bin ich der Meinung, dass der Artikel interessantes FUD ist, welches aus einer uns sehr bekannten Ecke kommen dürfte. Möchte garnicht wissen wieviel der Mann für diesen Artikel bekommen hat...
Interessant sind die unglaublichen Vergleiche, die der Typ da ganz selbstverständlich anstellt, angefangen, Moore's Law auf die Entwicklung der Energiedichte von Akkus (die eine harte physikalische Grenze hat!!!) für die letzten 20 Jahre anzuwenden, und auch die Kohleförderung pro Person mit der Förderung seltener Erden oder was auch immer pro Person zu vergleichen...
"Traue keiner Statistik die Du nicht selbst gefälscht hast", reschpekt, das ist auf den ersten Blick für den Laien schon sehr beeindruckend, was für schädlicher Hype um die Elektroautos da gemacht wird, wo doch in diesem Artikel ganz evident bewiesen wird dass sie völlig nutzlos für die Menschheit sind ;-)
Ich möchte dem Verwandten hier möglichst fundiert antworten, daher die Anregung euch hier über den Artikel und seine Darstellungen auszulassen, wenn jemand Interesse hat und ihn durchlesen möchte.

Viel Spaß beim lesen!

Antworten:

Hallo Buggi,

zunächst sei deinem Verwandten gesagt:
Jeder hat das Recht auf eine Meinung.
Für die eigene muss man aber mehr tun, als einen Artikel zum Fundament zu machen.

Die Zeit der Missionierung ist bei mir schon lange vorbei.
Wenn heute jemand mit mir über den Sinn und Unsinn von E-Fahrzeugen sinnieren möchte, sage ich ihm einfach:
Schau auf den Parkplatz. 5 Jahre täglich 50km und mehr. 2400 Euro/Jahr Ersparnis nur Benzin -ohne TÜV, Versicherung und Co.

Punkt!

Ich habe keine Zeit mir solch pompöse Artikel durchzulesen und über solch unwichtige Dinge zu diskutieren.
Lass sie quatschen. Die Zeit wird zeigen, wer richtiger lag.

Hope it helps

Carsten

von inoculator - am 22.12.2011 22:42
So... ich hab mich mal durchgebissen...

Was mir nicht so gefallen hat, ist der Weg, auf dem er seinen"Beweis" antritt. Durch angeblich fehlende Rohstoffe kann eine weltweite Elektrifizierung nicht gehen, Naja... Da Öl war ja in den 70er Jahren auch schon mal alle!

Einen wirklichen Denkfehler sehe ich im Diagramm "Effective Fuel Cost Per Mile...". Nehmen wir einen derzeitigen (Tendenz sinkend?!) realistischen Preis von $500/kWh für den Endverbraucher an, dann berechnet er, dass sich die Batterie erst bei einer Jahresfahrleistung von ca. 15000mls/year gegen Sprit mit $3 pro Gallone rechnet.
Gehen wir von deutschen Sprit- und Strompreisen aus, dann liegen wir bei ca 7$/Gallone und 0,25$/kWh - Da würde seine Rechnung schon ab ca. 12000mls/Jahr aufgehen.
Weiters geht er von einer Abschreibedauer der Batterie von 5 Jahren aus, schreibt aber weiter hinten, dass 100000mls für das Batterie Pack drin sein sollten.
Die 5 Jahre sind also Quatsch! Es geht vielmehr um die Zeit, bis 100000mls durch sind. Oder eigentlich noch eher um die Zyklenzahl des Packs (worauf er gar nicht eingeht... hmmm 2000 Zyklen sind 50MWh geteilt durch 15kwh/100km sind 330000km oder 200000mls).

@Buggi: Die Rechnung kannst Du neu aufziehen. Realistische Werte für Dein Pack / Deine Kilometer im Jahr => Zyklenzahl und das ganze vs. einen realistischen Stinker, den Du sonst genommen hättest. Das ganze über mehrere JAhre rechnen. Dann weißt Du zumindest für Dich persönlich was rauskommt.

Am Ende ist ein E-Auto (wie wir wissen) oft teurer als ein Stinker, aber das liegt meiner Meinung nach an den (noch) niedrigen Spritpreisen.
Wie auch immer. Ich denke da u.A. wie Carsten: Nie mehr Tanke - das hat schon was.

Gruß
Andreas

P.S. Mein ältester Akku ist 16 Jahre alt und super fit (pfff ... von wegen 5 Jahre)

von Andreas Friesecke - am 30.12.2011 20:06
Hallo Buggi,

Der Artikel hat ein eindeutigen Pluspunkt.
In der letzten Zeile wird der Arbeitgeber genannt, den dieser Peterson hatte :Axion Power !
Also ist dies kein unabhängiger Bericht sondern "Werbung"
Denn genau diese Firma wurde in diesen Artikel alleine (neben Exide) positiv dargestellt.
Zitat

The surprise winners in a resource constrained world will most likely be disruptive innovations like the PbC® battery from Axion Power International


Gut ,ist auch der Hinweis auf mehr Recyclingcy des Abfalls....Aber er hat vergessen zu erwähnen wie er Erdöl recyceln will..
Es gibt da kein vertun,irgendwann ist das Öl ,Kohle und KO so weit ab verbraucht das die Förderung immer teurer und auch gefährlicher (für die Umwelt) wird.

Am besten finde ich sein Vergleiche !.
Dazu fällt mir nur ein anderer Vergleich ein:
Wenn die USA das Geld für den Irak Krieg ,in Solaranlagen investiert hätten,
bräuchten Sie kein ÖL mehr aus den nahen Osten zu importieren.....
(Dieser Vergleich ist genauso richtig wie falsch ,wie alle Vergleiche die Peterson angeführt hat....)

von Bernd_M - am 30.12.2011 21:16
Hallo Andreas, hallo Bernd,

also am befremdlichsten finde ich auch die Vergleiche, die der Mann anstellt.
Was für eine Aussagekraft hat es, wenn man den pro Kopf Verbrauch von Kohle mit dem von Blei vergleicht?
Keine.
Der Vergleich Stinker gegen Elektro hinkt ähnlich, die Annahmen sind sehr pessimistisch, und ein Akku nach 100000 km auf jeden Fall kaputt.
Dass ein Stinkerkleinwagen nach spätestens 100000km ebenfalls einen neuen Motor brauchen dürfte wird natürlich völlig ausser acht gelassen.
Auf den tumben Vergleich mit Moores Law bin ich ja oben schon eingegangen.
Alle seine 'Beweise' zerfallen bei näherer Betrachtung also in Schall und Rauch.
Interessant auch die Kommentare drunter, wo er weitere leicht aufdeckbare Unwahrheiten verbreitet.
Na ja, halt wieder so ein Artikel... das traurige ist nur dass 99,9% der Bevölkerung das mangels besserem Wissens glaubt und sich entsprechend verhält. Massenlenkung nennt man das, wurde schon in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts von ein paar schlauen Menschen entwickelt und seitdem erfolgreich von vielen Staaten und Firmen gelebt.
Damit geht die Reise halt immer dahin wo man sie hinhaben möchte und der einzelne muss sich dann ja praktischerweise auch nicht mehr ums Denken kümmern :mad:
Ausnahmen sind ausnahmslos hier im Forum zu finden :xcool:

von Buggi - am 12.01.2012 10:59
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