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Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Michael, R.M, E. Vornberger, Peter Dambier, thegray, inoculator

Giftigkeit Saft NiCd Akkus ?

Startbeitrag von Michael am 03.05.2014 19:20

Hallo,

laut hier liegt die tödliche Dosis z.B. bei 5 mg / m^3 über 8 Stunden eingeatmet.

Die Saft Akkus sind offen und Cd wohl auch in der Lauge gelöst.

a) Wenn die Lauge mal raus kommt, dann hätte man das Cd direkt an sich. Wie hoch ist Cd in der Lauge gelöst ? "Verdunstet" in Lauge gelöstes Cd bei Raumtemperatur auch so ? Und wenn ja in welcher Dosis ?

b) Wie sieht es bei normalen Ladevorgängen aus? Bei der Gasung geht doch bestimmt auch etwas in die Luft über und da offen, wird das auch aus den Akkus entweichen man man atmet es ein? Gefährlich wäre hier eher die Daueranwendung und Daueranreicherung des Schwermetals über die Lunge im Körper.

cu
michael

Antworten:

Eijeijaeijaei

*Paniktaste betätigen*
Luft holen

Dann nachdenken - Cd ist ein Metall wie willst das Verdunsten, unter Bedingungen die für irgendwas Organisches noch Relevant ist.
Klar Akku Knacken Platten rausholen, vorher die GG-Kochplatte auf der höchsten Stufe zur Weißglut bringen

Das bleibt wo es ist - Außer du jagst den Elektrolyt nach dem du den Akku von dessen beraubt hast durch einen Ultraschallvernebler denn du an ein Inhalationsgerät angeschlossen hast.

Aber ich geh jede wette ein, selbst wenn man dich vorher sediert hat um die entsprechenden Reaktionen zu "unterdrücken" bevor man sich über das Cd unterhällt ist deine Lunge schon längst an der Lauge bzw. der Auswirkung kollabiert.

Und unter alkalischen Bedingungen gilt Cd als unlöslich - weshalb eben der NICD-Akku so ist wie er ist.

von thegray - am 03.05.2014 19:58
Panik kann nicht schaden - in gewisser Dosis.

Im "Safty Data Sheet" von Saft ist aber die Möglichkeit genannt, daß Cadmiumoxid in Dämpfen sich befinden kann.

"11.1.2. Fumes containing cadmium compounds:"
Cadmium oxide LD50 /oral / rat: 1,3 mg/m3 (30 minutes)

Wenn ich Dich richtig verstehe, kommen diese Fälle dann wohl nur konstruiert vor.

von Michael - am 04.05.2014 03:13
Es gibt schon einen guten Grund, warum Blei verboten gehört. Früher sind Menschen wie die Mücken gestorben, in den Bleikammern von Venedig. Allerding war nur dach Dach aus Blei ...

Daß Bleizucker schlank macht, war schon in Mittelalter bekannt und auch die heutigen Süßmacher scheinen nicht gesünder, vom altehrwürdigen Zucker abgesehen.

Also wer meint Cadmium macht krank?

"verboten" ist es, außer in Akkuschraubern, vorrausgesetzt die Akkuschrauber werden aus Braunkohlestrom geladen und in braunkohlebeheizten Räumen eingesetzt. Die größte Gefahr geht vom Akkuschrauber aus, wenn man ihn im Wald vergräbt, weil man ihn nicht in den Mülleimer werfen darf.

Cadmium in Boden und Trinkwasser ist eine Umweltsauerrei und das ist der Grund, warum NiCD Akkus "verboten" wurden. Gefährlicher als Umweltlampen mit Quecksilber drin, sind die Akkuschrauber allerdings nicht und die harmlosen Glühbirnen sind sooo gefährlich, daß sie durch die tödlichen Umweltlampen ersetzt werden müssen.

Alles Quatsch, nur essen darf man die NiCD Akkus nicht. Man kocht seinen Kaffee ja auch nicht mit der verdünnten Schwefelsäure aus der Autobatterie.

In U-Booten waren die Batterieräume, egal ob Blei oder Cadmium, belüftet, aus gutem Grund.

Im Auto sind die Batterieräume so klein, daß wir da nur reinpassen, wenn wir vorher die Batterie ausbauen.

Wer im Wohnzimmer eine Umweltlampe betreibt, der bekommt mehr Gift ab, als unsereins wenn er im Elektroauto bastelt.

Ich würde die Garage nach dem Laden kurz Lüften, aber nicht übertreiben. Meine Schukosteckdose mit 16 Ampere war gefählicher. Jetzt habe ich eine CEE. Man riecht den Unterschied.

Liebe Grüße von
Peter und Karin

von Peter Dambier - am 04.05.2014 09:59
Zitat

eine Umweltlampe betreibt, der bekommt mehr Gift ab, als unsereins wenn er im Elektroauto bastelt

Gerade weil man von diversen Richtungen mit Giften konfrontiert wird, sollte man wo möglich es vermeiden. Ja die Hg-Lampen sind schon der Knaller - wahrscheinlich saßen die in Brüssel zu lange unter solchen und kamen dann nicht mehr zu Verstand - oder hatten zu viele Hg-Plomben im Mund.

von Michael - am 04.05.2014 10:28

Chemie im Alltag

hmm.....
das Schlimme an solchen Threads ist nicht der Inhalt, wenn man alles liest und technisch folgen kann.
Verheerend ist dagegen, daß 80% der Leute den Betreff der Threads lesen, und sofort Kopfkino bekommen.

Ich fahre jetzt seit Frühjahr 2008 mit vormals "ausgelutschten" Saft 50Ah Zellen durch die Gegend.
Mindestens 2 sind mit dabei mit einem Zellenschuss in der Anfangszeit während der Fahrt durchgegangen.
Der kleine "Old-Faithfull" in meiner Biene war im Maßstab schon imposant -eigene Blödheit, wenn man das Ventil abschraubt ;-)
Außerdem sind mit etwa 80 bis 120 Trockenzellen (Sinterzellen) zwischen den Beinen durchgegangen und haben mich im Kali-Nebel sitzen lassen.

Und dennoch sitze ich hier. Mein letzter TÜV ist jetzt 2 Wochen her.
Weder Organe noch großes Blutbild weisen irgendwelche Schäden oder Beeinträchtigungen auf.

Und dabei arbeite ich seit über 20 Jahren mit Lötzinn und -kolben und habe schon so manchen Qubikmeter Lötfettdämpfe weggeatmet.

Meine größte Angst ist nicht mein Labor oder mein Auto.
Meine größte Angst ist, daß ich irgendwann mal verseuchtes Essen aus dem Supermarkt erwische und daran elendig und qualvoll zugrunde gehe.

Gruss

Carsten

von inoculator - am 05.05.2014 07:41

Re: Chemie im Alltag

:spos:
carsten danke.

Ist schon eine Sauerei wenn man durch AlltagsEreignisse, erkennt was einem so untergejubelt wird und das unter offenen Augen derer, die wie man meinte das verhinderen sollten.

von thegray - am 10.05.2014 07:00
Lüften muss man doch nicht wegen der Schwermetalle, sondern wegen des Knallgases.
Da verwechselts Du etwas gewaltig. Bei offenen Zellen wie Blei oder NcCd mit wässrigem Elektrolyt wird gegen Ladeende das Wasser zersetzt. Deswegen wird gelüftet.

von E. Vornberger - am 10.05.2014 07:17
Zitat
Weder Organe noch großes Blutbild weisen irgendwelche Schäden oder Beeinträchtigungen auf.
Weder Organe noch großes Blutbild weisen irgendwelche Schäden oder Beeinträchtigungen auf.

Ich halte mich lieber an Fakten, als an Meinung oder Verdrängung. Den Aluhut zu unterstellen ist toll - aber nicht zielführend. Folgeschäden von Cadmium-Aufnahme treten je nach Menge, siehe verlinktes PDF, erst nach Jahren auf. Ist die Dauerdosis gering, reichert sich Cadmium über Jahre im Körper an und kommt eben verzögert zur Auswirkung wie Krebs usw.

Die Erklärungen zur unbedingten Ungiftigkeit von Saft NiCd Akkus erinnern mich ein wenig an die Erklärungen, warum AKWs so sicher wären.

z.B.: Mortality and cancer incidence in Swedish battery workers exposed to cadmium and nickel
So ganz beruhigend klingt diese Untersuchung nicht. Diese waren halt größeren Mengen Cadmium ausgesetzt und bekamen diverse Krebsarten.

von Michael - am 10.05.2014 09:33
@Michael:
Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich stimme voll damit überein was Du sagst. ich bezog mich nur auf das Thema Lüften vom Vorgängerbeitrag. Mit Lüften schütz man sich nicht vor Schwermetallen, nur vor Knallgas.

von E. Vornberger - am 10.05.2014 09:46
Hallo

Solange man die Dinger nicht zersägt besteht auch keine Gefahr da das Cadmium fest auf den Platten gebunden ist.

Anders als bei Bleiakkus findet keine Umwandlung der Materialien sondern nur eine Einlagerung von Wasserstoff und Sauerstoff in die Platten statt.

Ähnlich ist der NimH Akku. der ist quasi eine reversible Brennstoffzelle. Beim laden wird der Wasserstoff im Metallhydrid gespeichert, beim Entladen wieder abgegeben.

Eine Sonderform ist der Nickel Wasserstoff Akku, wo der Wasserstoff beim Laden in einem Druckbehälter gespeichert wird, Ladezustandserkennung erfolgt durch Druckmesssung im H2 Tank.

Gruß

Roman

von R.M - am 10.05.2014 10:47
Battery Workers

anders als wir, schaffen die mit den Innereien. Die atmen den Dreck ein, der beim Schleifen und Feilen entsteht. Bei uns sind die Dinger vergossen und unter Wasser.

Natürlich sollten wir BEIM NEUKAUF überlegen was diejenigen durchmachen, die für unsere Batterien ihr Leben aufs Spiel setzen. Aber NiCD bekommen wir nicht mehr. Vielleicht waren die Schweden mit ein Grund, warum NiCD in der EU "verboten" wurde.

Zwar könnten wir sehr viel CO2 sparen, wenn wir Teelichter verbieten würden, aber momentan werden gerade alte Glühbirnen durch Teelichter ersetzt, weil die "billig" zu kaufen sind und man mit Teelichtern besser lesen kann, als mit Umweltlampen. Beim Photographieren sieht man den Unterschied. Umweltlampen kann man höchstens mit Pechfackeln vergleichen, aber auch die haben ein besseres Farbspektrum. Und wie nicht anders zu erwarten steht die Erdölindustrie schon vor der Haustür: Petroleumlampen sind der Clue. Petroleumlampen sind heller als Teelichter, einfach praktisch, machen sehr schönes Licht, auch zum Lesen, funktionieren tagelang ohne Kabel und machen keinen Elektrosmog. Guck mal im Möbelladen: Glühbirne, Halogen, Umweltlampe oder LED - ach was, nimm ne Petroleumlampe. Das Öl riecht wie ein Narzissengarten und hält nicht nur Motten und Spinnen fern, sondern auch die Enkel. Wenn die Eltern (unsere Kinder) das bunte Lampenöl sehen, weil die Enkel aus den hübschen Flaschen trinken wollen, dann kommen die nie wieder.

Die Erdölmaffia hat gewonnen. Nach über huntert Jahren haben sie das elektrische Licht aus der Wohnung vertrieben und durch Petroleum ersetzt. Die sind echt gut. Wenn wir die für Elektroautos gewinnen könnten ...

Liebe Grüße von
Peter und Karin

von Peter Dambier - am 11.05.2014 08:37
Hallo

Klar bekommt man Nicd noch nur halt die Großen, ist nach wie vor der Akku mit der längsten Lebensdauer.

Gruß

Roman

von R.M - am 11.05.2014 10:07
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