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vor 10 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 3 Monaten
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helene

Gemeinsam die Balance halten

Startbeitrag von heleneam 15.01.2003 10:32

Vieles verändert sich, ein Unfall mit bleibenden Folgen, ist ein einschneidender plötzlicher und völlig unerwarteter Eingriff, auf unser gesamtes bisheriges Leben.

Die körperlichen Symptome zwingen uns in die Knie, rauben unsere Kräfte und beeinflussen unser seelisches Gleichgewicht.
Die Balance noch halten zu können, wird zu einer Machtprobe.

Wir sprechen über die körperlichen Beschwerden, die unseren Alltag, unser ganzes Leben verändern. Ueber die schwierige Lage in die wir unverschuldet hineingeraten sind, über die unsichere Zukunft die uns bevorsteht.

Doch sprechen wir auch von unseren Gefühlen?

Über diese Gedanken, der Verzweiflung, der Not, der Einsamkeit, der Trauer?

Oder gehört es sich ganz einfach nicht, darüber offen zu sprechen, oder zu schreiben, was sich in unserem Innern abspielt?

Aus Angst nicht verstanden zu werden, oder aus Eitelkeit, was andere von uns denken werden?

Wie viele traurige Stunden stehen uns dann bevor, in denen wir still und leise leiden, in denen wir fast verzweifeln und Tränen fliessen?

Es ist nicht einfach, sein Leben offen darzulegen, sich zu öffnen und anderen diese oft tief verborgenen Gefühlen mitzuteilen. Gerade weil die Angst uns oft davor hemmt, oder weil wir durch so viele schlechte Erfahrungen geprägt sind, uns lieber verkriechen, schlucken und uns oft dazu auch noch schuldig fühlen, schuldig solche Gefühle überhaupt zu empfinden.

Ist es nicht doch einfach ganz normal, dass durch diese Veränderungen in unserem Leben auch unsere Seele mitleidet und wir oft lange Zeit nach Antworten suchen, die wir niemals finden werden?

Warum alles so gekommen ist, weshalb dieser Schicksalsschlag unser Leben so durcheinander bringt und uns zwingt, immer wieder nach Lösungen zu suchen, die es uns ermöglichen, dieses verbliebene Leben verarbeiten und akzeptieren zu können?

Wäre es nicht vielleicht eine grosse Erleichterung sich zu öffnen, damit wir auch in diesen unmöglichen Lebenslagen die Balance wieder besser halten können?

Die Dinge geduldig tragen, dies ist uns auferlegt, doch die Erkenntnis, dass wir nicht alles alleine tragen müssen, sondern auch mal abwerfen sollten, indem wir darüber sprechen, unsere Sorgen mit jemandem teilen, vergessen wir immer wieder.

Sind wir nicht vielleicht oft auch auf unseren eingefahrenen Spuren festgefahren, und es könnte eine Erleichterung für uns sein, eine neue Richtung zu suchen und zu finden?

Wie viele Berge besteigen wir so oft und verbrauchen dabei Kräfte, anstatt vielleicht einmal inne zu halten, uns umzusehen und die Aussicht zu geniessen, damit wir weiter sehen können?

Warum nicht mal den Erfolg daran messen, wie viel weniger man heute erledigt hat, anstatt am Nachbarn. Weniger kann auch mehr sein. Und jeder Versuch zu einem positiveren Leben, sich zu erfreuen, an dem Anderen, dem ein kleiner Schritt in die richtige Richtung gelungen ist, hilft.

Wir sollten uns wieder vermehrt bewusst werden, dass niemand alleine auf der Welt ist, dass wir teilen können, auch unser Leid und unsere Not

Und wenn wir alle an einem Strang ziehen und dies nicht nur bei Erfolgen, sondern auch im Unglück und in der Not, können uns auch die sinkenden Brücken in unserem Leben zu neuen Ufern bringen.

So das wir uns auch in schwierigen Lebenslagen gemeinsam getragen fühlen und wie eine Kerze Licht und Wärme einander weitergeben.

Team schleudertrauma-netz.ch
Antworten:
Jeder Tag ist anders

Jeder Tag ist anders und von Veränderung geprägt. Du weißt heute nicht wie es dir Morgen geht. Vieles beeinflusst die Beschwerden auch im negativen Sinn, wie beispielsweise das Wetter, geplante Termine die einen Druck erzeugen, Verhaltensweisen von Menschen einem gegenüber. Sind sie einem gegenüber freundlich gestimmt und begegnen einem mit einem Lächeln, erscheint dadurch oft vieles nicht mehr so schwer. Bei Terminen mit dem Arzt oder Therapeut usw. kann eine Bereitschaft von ihnen, für ein ausführliches offenes Gespräch, sehr hilfreich sein, weil vieles von der Seele geredet werden kann. Jedoch braucht es dazu die eigene Offenheit, über alles sprechen zu wollen.
Gerade auch im Umfeld, in der Familie, mit dem Partner, oder mit einem sehr guten Freund, ist es möglich, die sehr schweren Tage, einwenig heller zu machen, in dem man sich verstanden und geborgen fühlt.

Und aus einem kalten, grauen und düsteren Tag, in dem die Beschwerden so stark sind, dass sie wieder einmal mit aller Deutlichkeit zeigen, wie schnell die Grenzen überschritten sind und man sich müde und erschöpft fühlt, ausgelaugt und die Kräfte im Keller gelandet sind, kann eine kleine Aufmunterung, ein liebes Wort, oder ein Lächeln, Balsam für die Seele sein.

Ein liebevoller Partner, der einem am Morgen mit einem fröhlichen Guten Morgen begrüsst, oder mit einer lieben Geste zu verstehen gibt, dass er einen liebt, ganz egal wie hart der Tag auch wird. Oder eine Umarmung von einem lieben Freund, der einem damit zu verstehen gibt, man ist trotz allem wichtig und er mag dich genau so wie du bist.

Vieles kann mithelfen, diese veränderten Tage, an denen man sich sehr schlecht fühlt und die Gefühle einen wieder einmal mehr plagen, wie steht man das bloss alles durch, zu erleichtern, zu verbessern, zu erhellen, damit man die nötige Kraft wieder mobilisieren kann, um auch solche Tage leichter zu ertragen.

Manchmal braucht es dazu gar nicht so viel, oftmals will man sich gerade an solchen Tagen nicht gross erklären müssen und für lange Gespräche fehlt die Kraft, obwohl so vieles schwer auf der Seele liegt. Und manchmal ist das allein sein wollen an solchen Tagen, der einzige Wunsch, um den geplagten Körper die Ruhe zukommen zu lassen, damit die Beschwerden aushaltbar sind.

Und vieles was einem beschäftigt, die Gedanken, die gerade in solchen Tagen schwer zu schaffen machen, trägt man in sich und obwohl sie einem quälen, mag man darüber einfach nicht reden. Die Anstrengung die damit oftmals verbunden ist, wenn man sich anderen gegenüber öffnet und sie einem nicht immer verstehen können, weshalb einem wieder einmal so vieles bedrückt, hindert einem daran und deshalb schweigt man lieber.

Obwohl man im Grunde genau weiß, wie traurig man sich fühlt, wie viel schöner es doch wäre, in diesen schweren Tagen, dieses wunderbare Gefühl zu haben, jemand an der Seite zu haben, der einfach da ist und einen liebt.
Nicht immer müssen die Menschen verstehen können, was in einen vorgeht, man muss sich ihnen gegenüber auch nicht immer rechtfertigen, für ein vermehrtes Bedürfnis an Ruhe und Erholung.
Doch man sollte es ihnen auch nicht so schwer machen, einen lieben zu können. In dem man versucht trotz allem, die fröhliche Seite, welche in einem steckt, immer mal wieder zu zeigen. In dem man ihnen auch einmal ein Lächeln schenkt, ihnen entgegen geht und bereit dazu ist, wann immer es einem möglich ist, sich mitzuteilen.
Was in einem vor geht, was einem zu schaffen macht und wie sie helfen können, damit man sich geliebt und geborgen fühlt.

Und dadurch werden auch die veränderten, schweren Tage, nicht so trostlos für einen sein, weil man weiß, es gibt Menschen die zu einem stehen, die nicht nur die Schwächen sehen, weil man auch ihnen mit Liebe begegnet, in jedem Augenblick, in dem es einem möglich ist.

Team schleudertrauma-netz.ch
und rabe10.de

von helene - am 12.02.2003 11:43
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