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Informationen zum Thema:
Forum:
Mondlandungs(f)lüge?
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
Uwe R., Der Beobachter, Ullerich, Rainer F., Markus

Es wird vorerst keine Ausflüge mehr geben.

Startbeitrag von Markus am 04.01.2004 21:37

Hallo,
ich schätze es wird wohl keine Ausflüge zum Mond mehr geben, richtig?
Das ganze Programm der Raumfahrt war doch erst am Anfang,
wieso ist der Anfang auch gleichzeitig das Ende?
Muss es denn soweit gehen, das erst dann die Raumfahrt
interessant wird, wenn die Erde soweit zerbombt und durch Krieg gezeichnet ist,
das es der einzigste Weg zum überleben ist?

Ich schätze, das die Raumfahrt erst interessant wird, wenn
private Investoren einen zuverlässigen und sicheren Weg gefunden haben,
einen Massentransport "kostengünstig" und für "jedermann" stattfinden zu lassen.
Davor ist nichts zumachen, zumal es prinzipiell allen Leuten - die Machteinfluss
haben - egal zu sein scheint, was in naher (oder ferner) Zukunft passieren könnte.
Da oben gäbe es doch Platz genug für uns alle. Somit wäre z.B.
die Habitat-Versammlung überflüssig oder irre ich!?

Ich bin der Meinung man sollte alles darauf ausrichten die Methoden und
Möglichkeiten zu nutzen um das besiedeln des (unmittelbaren) Weltalls möglich
zu machen. Was bringt es uns denn hier zu bleiben, kennt jemand Deep Impact?
Schwupps ein Meteroid, und alle sind wir (sogut wie) erledigt.
Naja was bringt die Meinung eines einzelnen. Money rules! Cya Xalliykx

Antworten:

Hallo Markus,

Warum es momentan keine Mondflüge mehr gibt? Ganz einfach, die Motivation dafür fehlt. Wie hier im Forum schon geschrieben, hatten die Amerikaner ihr Ziel erreicht. Weitere Missionen machten daher keinen Sinn und waren wohl auch nie geplant.

Deine Argumente warum wir Raumfahrt betreiben und neue Lebensräume im All erobern sollten, halte ich für absurd und teilweise gefährlich.

Eine Zivilisation welche ihren Heimatplaneten zerstört, wird es auch nicht schaffen neue Siedlungen anderswo zum erblühen zu bringen. Wie sollen wir denn neue Lebensräume auf anderen Planeten oder Monden schaffen, wenn wir nicht einmal unsere paradiesischen Verhältnisse auf der Erde erhalten können?

Deinen Platzargument kann ich auch nicht ganz folgen. Es ist sicher einfacher neue Städte in Eis- oder Sandwüsten bzw. auf oder unter dem Meer hier auf der Erde zu errichten, als diese auf dem Mond zu bauen und zu unterhalten. Genügend Platz sollte dafür in den Wüsten der Erde jedenfalls noch sein.

Die Geschichte mit dem Deep Impact ist auf dem Mond sicher noch gefährlicher, da reichen schon recht kleine Geschosse aus dem All, um eine Siedlung ernsthaft zu beschädigen. Auf der Erde hingegen schützt uns die Atmosphäre vor den meisten Geschossen. Nur große und schwere Brocken sind wirklich gefährlich für uns. Aber solche Treffer sind selten, sehr selten.

Das mich hier niemand falsch Versteht, ich habe nichts gegen Missionen zu Mond und Mars oder gar Siedlungen dort. Ganz im Gegenteil, es sollte nur die richtige Motivation dahinter stehen.

cu Rainer

von Rainer F. - am 05.01.2004 07:19
Hi Markus,

Zitat

ich schätze es wird wohl keine Ausflüge zum Mond mehr geben, richtig?

Ja, sieht so aus.

Zitat

Das ganze Programm der Raumfahrt war doch erst am Anfang, wieso ist der Anfang auch gleichzeitig das Ende?

So sehe ich das nicht. Die Mondlandung war ein kleiner Teil der Raumfahrt. Schließlich muüssen für längere Missionen noch einige wichtige Dinge getestet werden. Der Mond an sich scheint uninteressant zu sein.
Wir neugierigen Menschen wollen doch immer zu neuen Ufern. Das wäre dann der Mars. Und dafür brauchst du Langzeiterfahrungen, sowohl für die Menschen an Bord als auch für die Nationen, die solch ein Projekt starten.


Zitat

Muss es denn soweit gehen, das erst dann die Raumfahrt interessant wird, wenn die Erde soweit zerbombt und durch Krieg gezeichnet ist, das es der einzigste Weg zum überleben ist?

Ich schätze, wenn solch eine Situation eintreten sollte, dann hat niemand die Möglichkeit, zivile Raumfahrt zu bereiben. Der größte Teil der eigenen Kräfte wird dann in militärische Projekte gesteckt.


Zitat

Ich schätze, das die Raumfahrt erst interessant wird, wenn private Investoren einen zuverlässigen und sicheren Weg gefunden haben, einen Massentransport "kostengünstig" und für "jedermann" stattfinden zu lassen.

Aber nicht und niemals mit den zur Zeit benutzten Technologien. Ohne SciFi mäßige Antriebe sehe ich keinerlei größeren Markt. Mit den jetzigen Raketen ist da nichts zu machen.


Zitat

Davor ist nichts zumachen, zumal es prinzipiell allen Leuten - die Machteinfluss haben - egal zu sein scheint, was in naher (oder ferner) Zukunft passieren könnte.

Das scheint mir ein Frage der Prioritäten zu sein. Wie wärs mal damit, das Leben hier unten vernünftig zu gestalten, bevor man verreist? So sieht mir das eher nach Flucht aus.
Und es erscheint mir keineswegs sicher, daß wir unsere bisherigen Verhaltensweisen ablegen, sobald wir in einer neuen Umgebung sind. Was also gewinnen wir auf einer anderen Welt?


Zitat

Da oben gäbe es doch Platz genug für uns alle. Somit wäre z.B. die Habitat-Versammlung überflüssig oder irre ich!?

Das ist keine Frage des Platzes, es ist eine Frage des Transportes und letztendlich des Geldes. Ein paar kleineretechnische Probleme gibts da auch noch, siehe ISS.


Zitat

Ich bin der Meinung man sollte alles darauf ausrichten die Methoden und Möglichkeiten zu nutzen um das besiedeln des (unmittelbaren) Weltalls möglich zu machen.

Warum? Wohin? Wie groß ist der Aufwand?


Zitat

Was bringt es uns denn hier zu bleiben, kennt jemand Deep Impact?

Was bringt uns der Mars ohne nennenswertes Magnetfeld und ohne für uns gut nutzbare Luft? Wieviele Menschen willst du wie unterbringen?
Warum sollten die Zurückgebliebenen (und davon wird es reichlich geben) den anderen zur "Flucht" verhelfen?


Zitat

Schwupps ein Meteroid, und alle sind wir (sogut wie) erledigt.

Ja, es scheint so alle 50 Millionen Jahre zu passieren. Das gilt IMHO aber auch für die anderen Planeten, zumindest für den Mars.
Oder liege ich da jetzt falsch?


Zitat

Naja was bringt die Meinung eines einzelnen. Money rules! Cya Xalliykx

Eine gute Diskussion.

mfg Ulrich



von Ullerich - am 05.01.2004 17:02
Lachhaft nicht die Motivation fehlt sonder die Technik so was durchzufuhren.

von Der Beobachter - am 05.01.2004 20:06
Hallo Rainer,

Zitat

Eine Zivilisation welche ihren Heimatplaneten zerstört, wird es auch nicht schaffen neue Siedlungen anderswo zum erblühen zu bringen. Wie sollen wir denn neue Lebensräume auf anderen Planeten oder Monden schaffen, wenn wir nicht einmal unsere paradiesischen Verhältnisse auf der Erde erhalten können?
Genau, das ist der springende Punkt. Auch ich mag mir nicht vorstellen, dass die Menschheit ähnlich einem Heuschreckenschwarm die vorhandenen Ressourcen völlig aufbraucht und sich dann über den nächsten Planeten hermacht. Die gegenwärtigen Wirtschaftsstrategien weisen zwar genau diese Verhaltensweise auf, doch dürften trotz großer technischer Fortschritte die irdischen Ressourcen noch lange Zeit die einzig nutzbaren für uns sein.
Bis zu einer von außen erzwungenen Auswanderung wird die Menschheit mit dem auskommen müssen, was diese Erde ihr bietet. Ich denke auch, dass sich die Menschheit eine Vergeudung von Ressourcen (z. B. Rüstung und Krieg) auf Dauer nicht leisten kann, wenn sie zu anderen Sternen reisen will oder auswandern muss.
Man kann auch nicht sagen, dass Raumfahrtprojekte nicht finanzierbar wären. Was kostete dem Steuerzahler eine Saturn 5 und wie viel muss er für einen Flugzeugträger und dessen Unterhaltung hinblättern. Die angerichteten Schäden nicht zu vergessen.
Und solange die Menschheit ihre Prioritäten weiter wie bisher setzt, ist an eine Nutzbarmachung fremder Planeten oder deren Besiedlung durch Menschen kaum zu denken.
Zitat

Deinen Platzargument kann ich auch nicht ganz folgen. Es ist sicher einfacher neue Städte in Eis- oder Sandwüsten bzw. auf oder unter dem Meer hier auf der Erde zu errichten, als diese auf dem Mond zu bauen und zu unterhalten. Genügend Platz sollte dafür in den Wüsten der Erde jedenfalls noch sein.
Das sehe ich ebenso. Eine Besiedlung unwirtlicher Landstriche auf der Erde ist zudem hinsichtlich der technologischen Anforderungen und Kosten viel einfacher zu realisieren als auf dem Mond bewohnbare Stationen zu schaffen und zu versorgen. Um auf der Erde merklich Platz zu schaffen, müssten immerhin ein paar hundert Millionen - wenn nicht gar Milliarden - von Erdbewohnern umgesiedelt werden.
Zitat

Das mich hier niemand falsch Versteht, ich habe nichts gegen Missionen zu Mond und Mars oder gar Siedlungen dort. Ganz im Gegenteil, es sollte nur die richtige Motivation dahinter stehen.
Ich denke, dass bei der Erforschung unserer benachbarten Himmelskörper kaum die kurzfristige Nutzung derer Bodenschätze im Vordergrund stehen wird. Z. B. ein großes Teleskop auf dem Mond könnte ich mir schon vorstellen.

Gruß Uwe

von Uwe R. - am 05.01.2004 20:17
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