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Fussi und mehr
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Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 9 Monaten
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Tesla, Dropsi, RWE 07, nicos, Iggster, MircoPB

Lintjens und die Ursachen - Lintjens und die Folgen

Startbeitrag von Dropsi am 28.10.2003 10:16

Zitat

Mit Urteil vom Dienstag, 28. Oktober 2003, hat die 10. Zivilkammer des Braunschweiger Landgerichts unter Vorsitz von Richter Volker Puhle die Klage der SG Wattenscheid gegen Eintracht Braunschweig in Sachen Sven Lintjens abgewiesen.


Nun gut, damit ist die Sache aber noch lange nicht beendet. Jetzt wird sicherlich Wattenscheid in die Berufung gehen. D.h. die ganze Sache kann und wird sich sicherlich noch etliche Monate wenn nicht gar Jahre hinziehen.

Welches wäre nun eigentlich die nächsthöhere Instanz, die die SG anrufen kann? Leider bin ich da nicht so der Experte!

Antworten:

müsste dann das oberlandesgericht sein...

von Tesla - am 28.10.2003 10:46
Zitat

Ich jedenfalls habe heute bei unserer Staatsanwaltschaft mit einer Kopie des Artikels Strafanzeige gegen unbekannt wegen des Verdachts des Betruges zu Lasten des Vereins Rot-Weiss Essen gestellt.


ob es stimmt keine Ahnung, quelle ist das RWE-Forum...
Ach ja mit dem Artikel war der FAZ.-Bericht gemeint.


von Tesla - am 28.10.2003 11:07
Wer ist in diesem Fall "ich", wenn ich das noch erfragen darf?



von Iggster - am 28.10.2003 11:51
also mit "ich" bin nicht ich gemeint *ggg*
hab es einfach nur rüberkopiert...
keine Ahnung wer der Typ ist, halt ein User aus dem RWE-Forum, kennen tue ich den nicht.

von Tesla - am 28.10.2003 12:09

Gedankenspiele...

By the way, sollte WAT Berufung einlegen, müssen ja neue Tatsachen zum Vorschein kommen. Es können ja nicht wieder dieselben Argumente zu einem anderen Ergebnis führen. Und da bin ich mal gespannt, was die ach so schlauen Wattenscheider aus dem Hut zaubern.

Und nochwas: Soweit ich das mitbekommen habe, spielt Lintjens in diesem Prozess ja aufeinmal eine ganz andere Rolle, indem er die Aussage tätigte, dass er die Unterschrift nicht geleistet hätte. Mal gucken was die SG in dieser Hinsicht unternimmt.



von Dropsi - am 28.10.2003 12:50
Sollte Wattenscheid derzeit nicht ganz andere Probleme haben ... ? :-D

von MircoPB - am 28.10.2003 14:05

Die FAZ zum Urteil

Die FAZ hat wieder "zugeschlagen"...

Eintracht Braunschweig
Richter spricht von Sittenwidrigkeit
Von Jan Stratmann, Braunschweig

28. Oktober 2003
Das Landgericht Braunschweig hat am Dienstag eine Klage der Sportgemeinschaft Wattenscheid 09 gegen Eintracht Braunschweig abgewiesen und in der Begründung abermals angedeutet, daß es beim letzten Saisonspiel in der Fußball-Regionalliga Nord 2002 zwischen beiden Klubs womöglich nicht mit rechten Dingen zugegangen sei.

Denn in einer sogenannten Transfervereinbarung, abgeschlossen zwei Tage vor diesem Spiel, hatte Wattenscheid Transferrechte an seinem Spieler Sven Lintjens für 250.000 Euro an Braunschweig abgetreten - unter der Bedingung, daß die Eintracht in die zweite Liga aufsteige.

Obgleich Braunschweig anschließend dank eines 2:1-Sieges in letzter Minute tatsächlich aufstieg, habe Wattenscheid keinen Anspruch auf Zahlung der vereinbarten Summe, weil der Vertrag wegen Sittenwidrigkeit nichtig sei, erklärte der Vorsitzende Richter der 10. Zivilkammer, Stefan Puhle.

Transfer mit Einfluß auf den Ausgang?

Die Sittenwidrigkeit, so heißt es in der Begründung, ergebe sich daraus, daß die Transfervereinbarung für einen objektiven Beobachter, der alle Umstände des Vertragsabschlusses und die sportlichen Hintergründe der Regionalliga Nord im Mai 2002 kenne, den nachhaltigen Eindruck erwecke, als ob die Vertragsparteien mit dieser Vereinbarung Einfluß auf den Ausgang des Spiels am 18. Mai 2002 hätten nehmen wollen.

Dafür sprechen nach Ansicht der Kammer einige Indizien. Am 2. Mai hatten sich beide Parteien auf eine, so der Richter, „mehr oder weniger normale Transfervereinbarung" über einen Wechsel von Lintjens nach Braunschweig geeinigt. Doch wollte der Profi nicht zur Eintracht wechseln. Das sei am 16. Mai allen Beteiligten bekannt gewesen, als die zweite Vereinbarung abgeschlossen wurde, auf deren Einlösung Wattenscheid geklagt hatte. Einzige Bedingung für die Wirksamkeit dieses Vertrages - und damit für die Zahlung von 250.000 Euro plus Mehrwertsteuer - sei nur noch der Aufstieg Braunschweigs gewesen. Und der sei abhängig gewesen vom Ausgang des Spieles zwei Tage später.

Wattenscheids Gegenleistung dafür sei „wirtschaftlich ohne greifbaren Wert" gewesen, „weil Transferrechte als eigenständige Rechtsfigur nicht vorhanden und damit auch nicht veräußerbar gewesen" seien.

„Wahrheitsgemäße Aussagen nicht zu erwarten“

Der Eindruck, daß der Ausgang des Spiels abgesprochen gewesen sei, werde darüber hinaus auch durch die Zeitabläufe hervorgerufen, sagte der Richter. Denn falls Wattenscheid, wie der Verein zur Begründung erklärt hatte, tatsächlich „Planungssicherheit" benötigt habe, „wäre es auch möglich gewesen, den Vertrag ohne jegliche Bedingung am 18. Mai 2002 nach dem Spiel der beiden Fußballmannschaften abzuschließen".

Das Angebot Wattenscheids, alle Spieler einschließlich des Trainers Hannes Bongartz zu befragen, ob der Ausgang des Spiels abgesprochen gewesen sei, lehnte die Kammer ab. Einmal, weil wahrheitsgemäße Aussagen nicht zu erwarten seien. Zum zweiten komme es bei der Beurteilung, ob die Vereinbarung wirksam sei, "ausschließlich auf den Zeitpunkt" an, wann sie abgeschlossen wurde. Das Ergebnis des Fußballspiels sei lediglich ein Indiz dafür, daß die Vereinbarung tatsächlich so verstanden werden könne, "wie die Kammer dies tut".

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Es ist mit der Berufung zum Oberlandesgericht Braunschweig überprüfbar. Offen ist deshalb auch, ob der Regionalligaklub Rot-Weiß Essen das Urteil zum Anlaß einer Schadenersatzklage nimmt. Hätte Braunschweig seinerzeit nur unentschieden gespielt oder verloren, wäre Essen in die zweite Liga aufgestiegen.

Quelle: www.faz.net



von nicos - am 28.10.2003 15:38

Re: Die FAZ zum Urteil

Nun sollte da damals wirklich eine Betrügerei im Spiel gewesen sein, dann hat Wattenscheid ja jetzt seine gerechte Strafe erhalten und sieht keinen Cent. RWE als Geschädigter hat dafür jetzt einen Topspieler wie Sven Lintjens für nur ca. 10.000 Euro bekommen. Was will man mehr. Ach ja, höchstens noch das Wattenscheid diese Saison absteigt. Ich bin da sehr nachtragend.

von RWE 07 - am 28.10.2003 17:47

Re: Gedankenspiele...

hmm, dieses Urteil ist für BS eigentlich scheisse....
Denn durch die Begründung von Puhle warum er WATs Klage abgewiesen hat, tauchen eigentlich immer mehr Fragen auf, wie das damals wirklich gelaufen ist...
Und da der eigentlich (angebliche) Betrug ja gar nicht untersucht worden ist, könnte da noch was auf euch zukommen...

von Tesla - am 28.10.2003 22:57
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