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Dropsi, RWE 07, Tesla, Stan

Lintjens und die Ursachen - Lintjens und die Folgen TEIL 2

Startbeitrag von Dropsi am 12.11.2003 20:56

Tja, es ist mal wieder soweit. Nun, nachdem Peter Vollmann in Münster entlassen wurde, meldet auch er sich zu Wort.
In einem Artikel, der morgen in der BZ erscheint wird er u.a. zitiert, dass Lintjens gelogen habe.
Interessanter finde ich aber den Schluss des Artikels. Zur besseren Übersicht habe ich diesen mal fett dargestellt.


Zitat

Vollmann: Lintjens sagt nicht die Wahrheit

Ex-Eintracht-Manager Holdorf auf der Fahrt zur Vertragsunterzeichnung zurückgerufen



Von Thomas Fröhlich


BRAUNSCHWEIG. Stefan Puhle, Vorsitzender Richter am Landgericht Braunschweig, hat viel Staub aufgewirbelt mit seiner Urteilsbegründung im Streit zwischen den Fußball-Regionalligisten Eintracht Braunschweig und SG Wattenscheid. Die Vereinbarung der Vereine über eine Zahlung für die Transferrechte für den Mittelfeldspieler Sven Lintjens Höhe von 250 000 Euro habe den Eindruck erweckt, dass damit Einfluss auf den Ausgang der Partie am 18. Mai 2002 ausgeübt werden solle, hatte Richter Puhle begründet und damit die Wattenscheider Klage auf Zahlung von insgesamt 274 000 Euro durch Eintracht Braunschweig abgewiesen.

Sittenwidrigkeit hatte Puhle festgestellt. Die Aussage von Lintjens, er habe zu keinem Zeitpunkt den Wunsch gehabt, zum damaligen Zweitliga-Aufsteiger Eintracht zu wechseln, hatte den Richter bewogen, so zu entscheiden. Eintracht hatte das entscheidende Spiel um den Aufstieg mit 2:1 gegen Wattenscheid durch ein Tor in der 93. Minute gewonnen. Eine Dramaturgie, die für ein "beeinflusstes" Spiel kaum vorstellbar ist.

"Wenn Lintjens das sagt, dann ist das nicht die Wahrheit", stellt Peter Vollmann fest. Der Fußball-Lehrer war damals Chef-Trainer bei Eintracht und an den Verhandlungen mit Wattenscheid und Lintjens beteiligt. Er würde seine Aussage auch vor Gericht beeiden. Der Spieler habe sehr wohl ernsthaft mit Eintracht über ein Engagement verhandelt. So habe sich der Verein schon nach einem Haus umgesehen, in das der Spieler, der zwei Kampfhunde besitzt, einziehen könnte. Allerdings seien die Gespräche dadurch erschwert worden, dass Lintjens den Verein mit immer neuen Forderungen und neuen Beratern konfrontiert hätte. 12 500 Euro Grundgehalt, Sonderzahlungen und Prämien – unter anderem 50 000 Euro für den Aufstieg in die Bundesliga – hatte Lintjens am Ende ausgehandelt.

In den Akten finden sich in der Tat von Lintjens unterschriebene Vollmachten vom 30. April 2002 für Rüdiger Knaup, Präsident der SG Wattenscheid und Rechtsanwalt, vom 15. April 2002 für Dr. Gerrit Hartung, GH Sportmanagement in Mönchengladbach, vom 15. Mai 2002 für Dr. Christof Miseré, Rechtsanwalt und Spielerbarater, sowie vom 16. Mai 2002 für den Leverkusener Berater Ruhnau. Mit Hartung war am 16. Mai nach nochmaligen Nachbesserungen (Lintjens wollte 1000 Mark mehr) Einigung erzielt worden, erinnert sich Vollmann. Tags darauf wurde Eintrachts ehemaliger Manager Dirk Holdorf auf dem Weg nach Mönchengladbach – dort sollte der Vertrag unterzeichnet werden – im Auto von Hartung angerufen und ihm mitgeteilt, dass Lintjens es sich anders überlegt hätte. Die Vollmacht für Rüdiger Knaup, die Lintjens in der dem Gericht vorliegenden Form nicht unterschrieben haben will, ist gutachterlich untersucht worden. In dem Gutachten wird festgestellt, dass es keine Hinweise gibt, die für eine nachträgliche Eintragung des Namens von Eintracht Braunschweig sprechen. Lintjens hatte vor Gericht erklärt, nie eine Ermächtigung erteilt zu haben, explizit mit Eintracht über einen Wechsel zu verhandeln.

Ganz genau erinnert sich noch Christian Skolik an den entscheidenden Spieltag. "Die Wattenscheider kamen völlig sauer nach der Partie in die Kabine, schmissen ihre Trikots und Schuhe an die Wände und auf den Boden", beschreibt der Eintracht-Zeugwart die Minuten nach dem Aufstiegskrimi. Sogar eine Glastür sei damals zu Bruch gegangen. Der Grund: Den SG-Spielern war eine Menge Geld entgangen, wie sie eingestanden. So soll Eintrachts Kontrahent im Aufstiegsrennen, Rot-Weiß Essen, jedem Wattenscheider 3400 Mark für einen Erfolg in Aussicht gestellt haben. Von den 250 000 Euro aus dem Lintjens-Transfer hätten die SG-Kicker nicht profitiert. Die nämlich benötigte der Klub dringend, um die Lizenz für die Spielzeit 2002/2003 zu erhalten, die im Lizenzierungsverfahren Anfang Mai 2002 vergeben wurde.

Pikant am Rande: Auch Essen hatte – wie alle Vereine – bereits vor dem Ende der Saison Spieler verpflichtet. Unter anderem Sascha Kirschstein, Ersatztorhüter der Eintracht. Man möge sich vorstellen, der etatmäßige Schlussmann Uwe Zimmermann, der damals unter starken Rückenbeschwerden litt, wäre zufällig verletzt worden und Kirschstein hätte im entscheidenden Spiel um den Aufstieg zwischen die Pfosten gemusst.


So so, Essen soll also jedem Spieler 3400 Mark in Aussicht gestellt haben. Nun da werfen sich doch Fragen auf.
1. Was sollen die Wattenscheider Spieler in Zeiten des Euro mit D-Mark?! :-)
2. Das ganze erinnert stark an den Bundesliga-Skandal. Man stelle sich mal vor, das Spiel wäre 1:1 ausgegangen und Essen hätte nicht gewonnen. Wäre dann auch ein Wattenscheider Spieler in Badeschlappen dem Geldkoffer hinterher geeilt?! :-)
3. Sollte sich das bewahrheiten, würde ich mir an Essener Stelle natürlich dreimal überlegen, ob ich Wattenscheid oder Braunschweig verklage.
4. Natürlich kann das auch ein Störfeuer der hiesigen Presse sein, um die ganze Sache noch undurchsichtiger zu machen und eine evtl. Schuld des BTSV zu vertuschen.


Fragen über Fragen und kein Ende in Sicht.

Antworten:

[[quote]b]Ganz genau erinnert sich noch Christian Skolik an den entscheidenden Spieltag. "Die Wattenscheider kamen völlig sauer nach der Partie in die Kabine, schmissen ihre Trikots und Schuhe an die Wände und auf den Boden", beschreibt der Eintracht-Zeugwart die Minuten nach dem Aufstiegskrimi. Sogar eine Glastür sei damals zu Bruch gegangen. Der Grund: Den SG-Spielern war eine Menge Geld entgangen, wie sie eingestanden. So soll Eintrachts Kontrahent im Aufstiegsrennen, Rot-Weiß Essen, jedem Wattenscheider 3400 Mark für einen Erfolg in Aussicht gestellt haben. Von den 250 000 Euro aus dem Lintjens-Transfer hätten die SG-Kicker nicht profitiert. Die nämlich benötigte der Klub dringend, um die Lizenz für die Spielzeit 2002/2003 zu erhalten, die im Lizenzierungsverfahren Anfang Mai 2002 vergeben wurde[/b][/quote]

So so, ein Christian Skolik ist angeblich darüber informiert, daß RWE an WAT-Spieler eine Prämie zahlen wollte, pikanterweise in DM (wahrscheinlich noch gebunkertes Schwarzgeld). Nur der Spieler Abdul Iyodo war wohl in diesen Deal nicht eingeweiht. Seine "Rückgaben" zum Eintracht Torwart waren ja wohl spielentscheidend. In der Kabine wird der sich dann wohl "schwarz" geärgert haben.
Mann oh Mann hört dieser Schwachsinn denn nie auf.

von RWE 07 - am 13.11.2003 20:44
Zitat

Mann oh Mann hört dieser Schwachsinn denn nie auf.



Locker bleiben. Mit dem Schwachsinn hat Wattenscheid angefangen. Hätten die mal schön die Schnauze gehalten, wäre es so weit gar nicht erst gekommen.
Und euer Vorstand überlegt doch auch schon über Konsequenzen (Klage etc.). Vielleicht solltest du diese Forderung mal an euern Manager schicken. ;-)

BTW, das mit der DM hatte ich auch schon erwähnt. Gehe aber mal davon aus, dass der Artikel ansonsten sehr gut recherchiert ist. Wie ich zu dem Thema im Weblöwen-GB an Insiderinfos gelesen habe, scheinen die Infos der Wahrheit zu entsprechen.
Und die Szene mit Iyodo sollten wir irgendwann mal wirklich ganz schnell vergessen. Ich erinnere nur mal an Frank Mill und seinen Schuss an den Pfosten des leeren Bayern-Tores!!



von Dropsi - am 13.11.2003 20:49
Unser Vorstand hat sicherlich wichtigere Dinge zu erledigen, als über Konsequenzen zu diesem Thema nachzudenken. Da bist du wohl nicht gut informiert. Das Thema wird in Essen mehr mit einem Schmunzeln verfolgt. Oder meinst du RWE hätte mit einer Klage Erfolgsaussichten?

von RWE 07 - am 13.11.2003 20:53
Also so wie ich das vor 2, 3 Wochen im Sportclub auf N3 gesehen habe, hat sich euer Manager(?) im Interview dahingehend geäußert, dass RWE über Schadensersatzforderungen nachdenkt.
Und auch in einem Artikel (weiß leider die Zeitung nicht mehr), stand etwas in dieser Art.
Sollte sich das allerdings inzwischen geändert haben, würde ich dir das gerne glauben. :-)



von Dropsi - am 13.11.2003 21:06
Den Beitrag habe ich auch im WDR-Fernsehen gesehen. Ich glaube es war der Rechtsbeistand von Rot-Weiß Essen, der dort über mögliche Schadensersatzforderungen gesprochen hat. So wie ich weiß, wollte man aber erst das Urteil zum Fall Lintjens abwarten. Da die Klage abgewiesen wurde, ist der Fall für RWE wohl auch erledigt. Ich habe jedenfalls seitdem nichts gegenteiliges mehr gehört.

von RWE 07 - am 13.11.2003 21:27
Meiner Meinung nach kam der Bericht 1 Woche nach der Urteilsverkündung!
Entweder wurde der Bericht zuvor aufgenommen oder einer von uns beiden hat etwas falsch verstanden. :-)



von Dropsi - am 13.11.2003 21:31
Also der Beitrag den ich gesehen habe war an einem Sonntagabend kurz vor der Urteilsverkündung. Nach der Urteilsverkündung habe noch in der WAZ gelesen, daß WAT über eine Revision nachdenkt und RWE dies abwarten will.
Egal was da noch passiert. Ich glaube nicht daß RWE hier noch Klage einreichen wird.

von RWE 07 - am 13.11.2003 21:41
Ja, kann sein. Dann hast du den auf WDR gesehen und ich auf N3, eine Woche später.
Dann passt das natürlich alles zusammen. Ich hoffe dann auch mal, dass da endlich ein Schlussstrich gezogen wird. Obwohl WAT ja Einspruch einlegen wird.



von Dropsi - am 13.11.2003 21:44
Ja ich glaube das Thema ist erledigt. Ich räume einem Einspruch von WAT null Chancen ein, da Sven Lintjens ja glaubhaft versichert hat, keinen Vertrag oder ähnliches unterschrieben zu haben. Und RWE wird sich darauf konzentrieren vielleicht doch den Aufstieg in dieser Saison zu schaffen. Mit einem Sven Lintjens, den man ja bekannterweise zum Spottpreis von 10000 Euro verpflichten konnte.

von RWE 07 - am 13.11.2003 22:00
Tja, ich weiß nicht. Jetzt hat natürlich wieder PV gesagt, dass Lintjens gelogen habe. Und wenn er das ggf. auch unter Eid aussagen würde, dann bekäme der Fall sicherlich eine ganz andere Wendung.
Zu welchen Gunsten sei mal dahingestellt.



von Dropsi - am 13.11.2003 22:04
Das Lintjens mit Eintracht über ein Engagement verhandelt hat und es sich anschließend anders überlegt hat ist legitim. Entscheidend ist nur, ob es eine schriftliche Vereinbarung gibt. Eine mündliche Zusage unter Zeugen ist wohl auch rechtskräftig. Aber das zu beweisen dürfte wohl sehr schwierig sein.

von RWE 07 - am 13.11.2003 22:14
Wie gesagt, PV würde seine Aussage auch vor Gericht beeiden. Also denke ich, dass da schon was dran sein wird.
Immerhin meine ich mich zu erinnern, dass damals in der hiesigen Presse jeder nur noch von "Formalitäten" sprach und eine Frage der Zeit sei, wann Lintjens kommen würde. Aber da will ich jetzt niemandem was unterstellen.



von Dropsi - am 14.11.2003 05:59
Das Schmierentheater hat noch lange kein Ende gefunden.

Unglaublich welch blühende Phantasie einige Herrschaften beweisen und damit halb Fussballdeutschland in rege Diskussionen verstricken.

Na ja egal, 09 ist schon vor längerer Zeit in Revision gegangen.

Gruß vom Abschaum der Liga

von Stan - am 14.11.2003 19:53
der Witz ist ja das ausgerechnet die BSler uns vorhalten das wir WAT für einen Sieg Kohle angeboten haben...
Da frage ich mich nur wat z.b. die BSler mit Fortuna Köln gemacht haben...
Das ist heutzutage leider Gottes voll normal und machen fast alle mittlerweile so...

von Tesla - am 14.11.2003 20:15
Hä?? Was haben wir denn mit Fortuna Köln gemacht?? Haben wir denen auch Geld geboten dafür, dass sie bei euch nicht verlieren?
Aber ich erinnere mich noch genau an das Spiel. Ich habe schon völlig gefrustet meinen Computer runtergefahren als das 1:0 gefallen ist. 1 Minute später ruft mich mein Kumpel an und war kaum wieder einzukriegen. Ja, das war schon geil, sorry Tesla. ;-)



von Dropsi - am 15.11.2003 09:12
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