Startbeitrag von Sinaam 30.08.2007 15:10
Auch ich gehöre zu den Angsthasen und male mir immer die schlimmsten Horrozenarien aus, was ist denn eigentlich wenn man einen Krampfanfall an Bord bekommt? Ich hatte noch nie ienen aber was wäre wenn ein Passaguier plötzlich krampft? gibt es da Notfallmedikamente an Bord wie Diazepam oder ähnliches?
Als ich neulich im Zirkus Flic Flac war brach neben mir plötzlich einer mit Krampfanfall zusammen es stelltwe sich heraus das er vorher nie was damit zu tun hatte!
LG Sina
ganz gleich, ob ein Passagier nun einen Krampfanfall bekommt, einen Herzinfarkt erleidet oder sich einen Fuß bricht - ihm kann an Bord sehr gut geholfen werden. Die Notfallausrüstung moderner Verkehrsflugzeuge entspricht den Anforderungen der Rettungsmedizin. Man hat alle erforderlichen Medikamente und Geräte (EKG, Defibrillator, usw.) dabei, um einem Notfallpatienten entsprechend seiner jeweiligen Erkrankung vernünftig helfen zu können.
Dabei ist es natürlich entscheidend, dass diese über Ersthelfermaßnahmen hinausgehende Hilfe (z. B. Medikamentengabe) ausschließlich von einem Arzt durchgeführt wird. Auch, wenn Statistiken wenig Aufschluss über IST-Situationen geben, sei an dieser Stelle eine genannt: Jeder medizinische Notfall an Bord muss dokumentiert werden - und bislang hat es keinen Zwischenfall gegeben, bei dem kein Arzt an Bord war.
Übrigens, auch der Tierarzt ist ein Arzt, der im Notfall helfen kann und wird - er muss lediglich die Deutsche Dogge auf Dich umrechnen ... Aber er kennt die Wirkungsweise von Medikamenten und die Physiologie des Menschen. ;-)
Viele Grüße,
Marc
von Team Flugangst-Ambulanz - am 30.08.2007 16:11
Genau diese Frage (nebst vielen anderen) stelle ich mir auch immer, was ist wenn... wenn ich einen kollaps bekomme oder oder oder.... geht dann das flugzeug runter (hoffe nicht ein pampa-staat ist unter uns oder gar unendliches meer....) und was mich auch immer beschäftigt, was passiert, wenn ein mitpassagier durchdreht, z.B. zuviel Alk intus hat oder sonst am "orgeln" ist... ich habe gelesen, dass dann so ein passagier festgebunden wird, aber wer macht das und ab wann wird das gemacht. kann mir schwer vorstellen, dass die smarten stewardessen einen tobenden festbinden.
meine fragen zu diesem trade:
. wie gut ist man in einem krankheits"an"fall versorgt on board
. was geschiet mit "durchgeknallten" passagieren.
Danke für Stellungnahme - ich denke, das geht auch in den Beitrag von Sina hineien, deshalb habe ich mich hier einfach auch noch dazu getan
von julia - am 30.08.2007 16:35
von Sina - am 30.08.2007 17:27
Interessieren würde mich aber auch, ob die Medikamente die ja mitgeführt werden, rezeptfreier Natur sind oder in der Luft staatenfreier Raum ist und Medikamentenvorschriften/Regularien nicht gelten.
von le-grx - am 30.08.2007 20:42
von Sina - am 31.08.2007 06:12
Das macht mir Angst *g*
von le-grx - am 31.08.2007 06:31
kurze Gegenfrage: Würdest Du es begrüßen, wenn Du in einem Supermarkt zusammen brichst, und der nette junge Mann neben Dir verordnet plötzlich Medikamente, nur weil er es einmal in "ER" gesehen hat ...? - Diese Antwort bezieht sich sicher nicht auf das Können und Wissen einer Krankenschwester. Aber: An Bord gelten selbstverständlich die selben Regeln und Kompetenzen, wie am Boden. Und, um das anzufügen, sicher auch die Ausnahmen.
Zu den Mitteln der ersten Wahl bei der Notfalltherapie von Krampfanfällen gehören sicher nicht Diazepam und/oder Tavor. Ich denke, dieses Forum ist auch nicht der richtige Ort, um Präparateempfehlungen zu geben. Also bleiben wir beim Thema.
Viele Grüße,
Marc
von Team Flugangst-Ambulanz - am 31.08.2007 06:54
die Medikamente, die an Bord mitgeführt werden, sind nicht alle rezeptfrei sondern teils wichtige und gut wirkende Notfallmedikamente - denn darauf kommt es ja schließlich an. Daher sind sie auch entsprechend gesichert, verplombt und dürfen nur durch einen Arzt angewendet werden. Jedes Öffnen des Medikamentenkoffers wird dokumentiert, mit Zeit, Ort und Anlass.
Das Flugzeug ist kein staatenfreier Raum - auch, wenn viele denken, es würde außerhalb der jeweiligen Hoheitsgebiete fliegen. An Bord gelten die Gesetze des Landes, dessen Flagge außen am Flugzeug aufgebracht ist. Nette Geschichte dazu: Zwei 14-jährige sind allein unterwegs von Frankfurt nach Peking um Papa auf Montage zu besuchen. Über Sibirien klingelt es plötzlich. Die Frage: "Wir sind doch jetzt außerhalb eines bestimmten Landes. Dürfen wir uns da nicht ein Bier genehmigen?" - Um die leicht enttäuschten Gesichter ein wenig aufzuhellen, gab es "als Entschädigung" ein paar Pralinen aus der First Class. ;-)
Viele Grüße,
Marc
von Team Flugangst-Ambulanz - am 31.08.2007 07:01
Das bedeutet wohl auch das der Kapitän keine Eheschließungen an Bord vornehmen darf sollte man sich spontan in der Luft verlieben? :D
Grüße
Amadeus
von Amadeus - am 31.08.2007 08:17
Viele Grüße,
Marc
von Team Flugangst-Ambulanz - am 31.08.2007 08:57
als ich 1995 von Antalya nach Köln flog hatte ich wegen einer Fischvergiftung 4 1/2 Stunden Krämpfe und 40 C Fieber. Von Übelkeit ganz zu schweigen.
Die türkischen Stewardessen hatten ABSOLUT 0 Ahnung von nichts ! Notfallkoffer ? Arzt ?
Schön wäre es gewesen ! Am Ende lag ich dann 2 Wochen im Krankenhaus. :-(
Und nun darf ich am 12.09 nach München fliegen, und weiß bis heute nicht ob ich einsteigen werde.
Und alles wegen einem scheiß Seminar !
Ich werde es am kommenden Dienstag mit Heilhypnose versuchen. Vieleicht bringt das was ?
Gruß
Christian
von Christian - am 31.08.2007 14:22
Trotzdem gibt es Fälle wo ein Patient nicht mehr aus dem Anfall raus kommt, in diesen Fällen wird mit den o.G. Medikamenten behandelt.
Da ich Vorkentnisse der Medizin habe, bin ich oft sehr panisch gerade was das Fliegen angeht und ich male mir immer aus was ist wenn mir sowas im Flugzeug passiert, wenn ich plötzlich krampfe, wenn ich mir im Urlaub einen Magen-Darm Virus einfange und nur noch über der Toilettenschüssel hänge (würde man mich dann überhaupt mitnehmen?).
ich habe tierische Angst davor das mir an Bord was passiert!
Was kann ich gegen diese Ängste tun?
von Sina - am 01.09.2007 08:16
ich wollte keineswegs mit Dir in einen Kompetenzstreit in Sachen notfalltherapeutischer Behandlung eintreten, noch würde ich an Deinen grundlegenden Kenntnissen als Krankenschwester zweifeln. Ich bin nur sehr vorsichtig, wenn mit Präparatenamen und Anwendungsgebieten zu leichtfertig umgegangen wird und Wirkstoffe in Zusammenhang mit allgemeinen Empfehlungen gebracht werden, ohne den individuellen Patientenansprüchen gerecht zu werden. Beide Präparate therapieren im eigentlichen Sinne keine Tetanie, sondern werden - allenfalls begleitend - parallel mit anderen Behandlungsmaßnahmen eingesetzt.
Nun zu Deiner Angst bzw. Deiner Frage: Wie schon geschildert, muss man sich über mögliche medizinische Notfälle an Bord eben keine Gedanken machen. Angst nehmen durch Informationen, die man Dir ja teils schon geben hat. Sollte vor einem Flug etwas auftreten, muss Dein behandelnder Arzt selbstverständlich die Flugtauglichkeit feststellen. Letztlich bleibt noch Deine eigene Entscheidung, "cleared for take off" zu sein - oder eben nicht.
Viele Grüße,
Marc
von Team Flugangst-Ambulanz - am 01.09.2007 09:27
Also ich muss da jetzt mal intervenieren.
Ich finde das Ganze ein wenig übertrieben. Es ist gut zu wissen, dass im Notfall recht
gut vorgesorgt ist im Flieger, besser als in anderen Verkehrsmitteln.
Du sagst, dass Du noch nie einen Krampfanfall gehabt hast, machst Dich aber völlig fertig mit dem Gedanken einen im Flugzeug bekommen zu können.
Tut mir Leid, dass ich das jetzt sagen muss aber solche Leute sollten sich besser zu Hause am besten gegenüber der Notaufnahme einbunkern.
Stell Dir mal vor, Du bekommst im Auto auf der Autobahn einen Krampfanfall, den Du ja bisher noch nie bekommen hast und krachst mit 180 durch die Leitplanke in den Gegenverkehr............
Du darfst also NIE WIEDER Auto fahren.
Es scheint mir, als ob diese Fragen nur gestellt um ja eine Schwachstelle beim Thema Fliegen zu finden, um die eigen Flugangst zu bestätigen. Und dann zu sagen, ich habs ja gewusst, dass es
nicht 100% sicher ist. Aber diese Fragen werden keinesfalls gestellt im normalen Leben, wo
das Unfallrisiko und das Risiko zu sterben zig mal höher ist. Weist Du wieviele Menschen bei Unfällen im Haushalt sterben???????
Ich kann sowas nicht nachvollziehen!!
Gruß
Wolfgang
von Wolfgang - am 01.09.2007 10:01
ich meinte cerebrale Krampfanfälle sprich auch Epilepsie.
Deshalb meine Ängste.
wenn ich im Urlaub mir einen Virus zu ziehe, muß ich ja dann letztendlich zurück fliegen. Ich habe Angst dann nicht mit genommen zu werden.
Meine Gedanken drehen sich regelrecht im Kreis, was wenn dies was wenn jenes, ich möchte nächstes Jahr nach LA endlich meine Freundin besuchen die seit Januar dort ist, ich weiß nicht wie ich die lange Strecke überstehen soll.
Danke!
Sina
PS Habe das nicht als Komoetenzangriff geshen ;)
von Sina - am 01.09.2007 10:11
was mir unverständlich ist ist folgendes :
Wenn den Fluggesellschaften soviel daran liegt die ängstlichen Menschen ins Flugzeug zu bekommen, dann wäre ein Boardarzt doch eine gute Sache :-)
Mit Boardarzt würde ich sofort einsteigen.
Gruß
Christian
von Christian - am 01.09.2007 13:14
Mit einem Bordarzt für PKW?
Am besten mit einem Leibeigenen Arzt, der einen überall hinbegleitet, dann müsste Niemand mehr Angst haben plötzlich an einem Herzinfarkt, Krampfanfall oder Virus aus heiterem Himmel zu sterben.
Was ich damit sagen will: Wie weit sind wir denn als Menschen gekommen, wenn wir nix mehr machen können ohne Hilfe dabei zu haben? Ist das nur in den Industrienationen so?
Was machen denn die Menschen in der 3. Welt?
Wenn die so ängstlich wären wie wir, dann könnten die gar nix mehr machen und nicht mehr für Ihre Familien sorgen.
Denkt doch mal richtig nach verd.... nochmal.
Das Problem liegt doch nicht an den Fluggesellschaften, sondern an den Menschen mit Ängsten.
Ich hatte früher auch Panikattacken. Aber ich schrie nicht danach, dass jetzt jeder auf meine Angst
gefälligst Rücksicht zu nehmen hat, sondern habe mich aktiv um eine Therapie gekümmert um
meine Panik zu überwinden.
Ich kann es nicht mehr hören, wenn Flugängstler danach schreien, dass sich die Umwelt gefälligst auf Ihre Ängste einzustellen hat, weil sie zu bequem sind, aktiv was an Ihrem Leben zu ändern und
Ihre Ängste zu bekämpfen.
Eine Angsttherapie ist übrigens in über 80% aller Fälle erfolgreich.
Und noch was. Ehrlich gesagt, wenn Jemand Angst hat im Urlaub völlig unbegründet an einem Virus zu erkranken und dann nicht mehr zurück nach Hause genommen zu werden, dem würde ich raten, dringend eine Therapie zu machen und bis dahin nicht mehr zu fliegen.
Da kann man sich ja alles mögliche vorstellen, was passieren KÖNNTE und am besten gleich sein ganzes Leben in der Nähe der Notaufnahme verbringen.
Gruß
Wolfgang
von Wolfgang - am 01.09.2007 14:20
Hab das vergessen zu erwähnen.
Du bist übrigens der erste hier im Forum, der ganz klar und unverholen gefordert hat, dass sich die Umwelt gefälligst auf Deine Ängste einstellt (Bordarzt).
Dir scheint es nichts zu bedeuten, Dein Angstproblem endlich anzugehen......ist ja
auch viel bequemer, wenn andere sich auf Dich einzustellen haben.
Finde so eine Einstellung gelinde gesagt nicht gut.
Wenn Dir was daran liegt zu fliegen, dann kümmere dich um Deine Flugangst
ansonsten bleib zu hause.
von Wolfgang - am 01.09.2007 14:35
sicher eine gute - wenn leider auch unbezahlbare und wenig nutzbringende Idee.
Ein Arzt ist weniger für ängstliche, als vielmehr kranke Menschen zuständig. Das ist ein grundlegender Unterschied. Für letztere gibt es bereits entsprechende Flüge, die vom ADAC oder anderen Organisationen durchgeführt werden und bei denen, vor allem, eine Indikation gegeben ist. Ansonsten wäre die Liste der Wünsche, an welchen Orten überall ein Arzt vorhanden sein soll, sicher endlos lang.
Viele Grüße,
Marc
von Team Flugangst-Ambulanz - am 01.09.2007 16:28
Erstmal danke für die ,,netten`` Worte, das hier ist ein Angstforum und keines wo ich mich für meine Ängste und bedenken anfahren lassen muß
1. Habe ich schon eine Therapie gegen meine generalisierte Angststörung gemacht. Und mache jetzt begleitend eine Reikieinweihung.
2. ist es nicht unbegründet Angst vor einem Virus im Urlaub zu haben den ich mir z.B. durch Eiswürfel in meinem Getränk einfangen kann. oder durch Essen, klar ist es eher unwahrscheinlich aber es kann passieren.
3. verlange ich nicht das sich meine Umwelt auf meine Ängste einstellt, ich wollte lediglich aufgeklärt werden wie die Versorgung im Notfall an Bord aussieht!
4. sehe ich in der Notaufnahme (mein Job) genügend und ich denke das sich dadurch Ängste aufbauen können.
Ich stehe dazu und finde es nicht ok solche Beiträge wie deine zu lesen!
ich suche keine Bestätigung das fliegen gefährlich ist weil ich vor dem Fliegen keine Angst habe.
Sina
von Sina - am 01.09.2007 16:33
da ich in der Notaufnahme arbeite weiß ich wieviele Leute durch Unfälle im Haushalt und im Verkehr sterben!
von Sina - am 01.09.2007 16:36
Ich "fahre" hier niemanden an, wollte nur feststellen, wie unverhältnissmäsig Deine
Bedenken sind, die auf das Flugzeug fixiert sind.
Es ist wohl auch das Problem der generalisierten Angst, die Dich wahrscheinlich
auch in anderen Situationen "überreagieren" lässt und Du Dir alle noch so unwahrscheinlichen Eventualitäten lebhaft ausmalst.
Da Du in der Notaufnahme arbeitest, siehst Du also auch immer nur die negativen Beispiele.
Was mich wundert, dass Du schon eine Therapie hinter Dir hast?!
Ich hab auch eine Therapie damals gemacht, gegen Panikattaken.
Aber Du bringst genau die Beispiele und sagst, dass Du Dir immer noch alles in den schrecklichsten Szenarien ausmalst.
Das dürfte eigentlich nach erfolgreicher Therapie gar nicht mehr sein.
Welche Therapieform hast Du den gemacht.
Das beste ist immer noch die Verhaltenstherapie, die bei Angststörungen den wahrscheinlich besten Erfolg bringt. Aber das wird individuell vom Psychologen /Psychiater entschieden.
Du machst immer noch den Fehler alles über zu bewerten.
Wenn das in meinen vorherigen Postings etwas scharf klang.......sorry dafür
aber ich denke mal, dass gesunde Kritik jeder verkraften kann und nicht verboten ist.
Wie vorhin auch schon gesagt worden ist, gibt es Flüge mit Ärzten an Bord.......z.B.
ADAC für wirklich kranke Menschen und ich denke mal, dass das eine gute Einrichtung ist
aber für Linienflugzeuge völlig überzogen wäre (Verhältnissmäsigkeit und Wahrscheinlichkeit)
aber das müsste ja für Dich klar sein nach Deiner Therapie.
Die gute Ausstattung für Notfälle an Bord von Linienmaschinen wurde hier ja schon zu genüge erörtert......es gibt sogar Defibrilatoren.
Liebe Grüße
Wolfgang
von Wolfgang - am 01.09.2007 17:38
Meiner Meinung nach ist es ein grundlegendes Problem, besonders unserer nördlichen Halbkugel und besonders des heutigen Zeitalters, dass die Angst vor dem Unbekannten immer größer wird.
Das sehen ich nicht nur an den unzähligen Beiträgen hier im Forum, sondern auch daran welche übertriebenen Sicherheitsvorkehrungen heute überall herrschen. Nicht zu erwähnen die strengen Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen, die Sicherheitsbeamten im Supermarkt in der Bank, auf Events, usw...
Das Problem jedoch ist das Verlangen etwas kontrollieren zu wollen, was aber zu 100% gar nicht kontrolliert werden kann. Das kann man sich so vorstellen, wie mit einem Häfen, da kommt ja bekanntlich keiner raus. Trotzdem schaffen es Knackies immer wieder zB: aus dem 4. Stock zu springen, sich durch Lüftungsschächte zu zwängen oder den Gefängnisarzt durch Simulation von Symptomem zu überlisten, etc.
Wie man sieht ist gar nichts sicher und als ich gerade vor einem Monat das erste Mal in Frankfurt/Main aufs Transitflugzeug gewartet habe, da habe ich mir gedacht, "wer sagt eigentlich, dass hier nicht einer von diesen Sicherheitsbeamten trotzdem eine Bombe in die Lobby durchlässt?". Ich meine am Frankfurter Flughafen, da arbeiten doch mind. 25.000 Menschen?! EINER davon lässt sich sicher schmieren!
Die Lösung der Flugangst ist daher nicht nur in Sicherheitsvorkehrungen und der 100%- igen technischen Ausführung der Flugobjekte zu suchen, sondern vorallem in der persönlichen Begegnung mit dem Problem ANGST. Und da sich die Fragen der Flugängstlichen und die Antworten der Profs hier im Forum immer wieder wiederholen, meine ich zu sagen, dass es auch an der Zeit ist, mal hinzuschauen und der Angst zu begegnen, Therapien und Möglichkeiten zu suchen und Eigenverantwortung zu übernehmen.
Im Prinzip ist es immer Einfach die Angst nach aussen zu verlagern, die Schuld am Flugzeug oder in der Sicherheit zu suchen - doch Lösung ist dieser Ansatz leider keine.
von nija - am 01.09.2007 17:39
Es geht also viel tiefer als ,,nur eine Angst-Panikstörung``
Sina
von Sina - am 01.09.2007 18:44
Viele Studien sagen aus, dass bei Angststörungen eine Tiefenpsychoanalyse überhaupt nichts bringt.
Mir hätte das damals überhaupt nichts gebracht, zu wissen woher meine Panikattacken kommen.
Ich wollte nur eins: meine Lebensqualität wieder zurück, und dabei hat mir die Verhaltenstherapie zu 100% geholfen. Ich wollte in diesem Moment auch nicht die irre lange Zeit aufwenden für eine Psychoanalyse. Zu der Zeit konnte ich noch nicht mal mehr meine Wohnung verlassen ohne fast
verrückt zu werden vor Todesangst ( ich hatte ja "nur" Panikattacken).
Ich stand also auch ein wenig unter Zeitdruck.........wegen Job etc.
Will sagen, ich weiss bis Heute nicht, woher meine Panikattacken kamen, was der Auslöser war und TROTZDEM hat die Verhaltenstherapie super geholfen.
Wenn mir der Psychologe gesagt hätte nach 25 Wochen Psychoanalys z.B. : "Die Ursachen liegen in Ihrer Kindheit" hätte ich 25 Wochen verschwendet für diese Antwort.
So hab ich nach bereits 8 Stunden VT 50% Besserung gehabt und konnte da schon wieder Arbeiten gehen zwar mit Schweissausbrüchen noch und rasendem Puls aber es ging.
Vielleicht lagen die Ursachen auch in meiner Kindheit. Meine Mutter ist früh an Brustkrebs gestorben, da war sie 34 und ich 6 Jahre alt, bin dann bei meinen Grosseltern aufgewachsen.
Aber was hätte mir das gegen die Attacken geholfen ?? NICHTS absolut NICHTS!
Ich habe etwas AKTIV dagegen ERFOLGREICH getan und bin nicht in Selbstmitleid ( mir geht es ja viel schlechter als allen anderen) zerflossen wie manch Anderer.
Liebe Grüße
Wolfgang
von Wolfgang - am 01.09.2007 19:32
Angst ist niemals "unbegründet" - zumindest nicht für Betroffene. Fühle Dich in diesem Forum daher gut aufgehoben und durchweg verstanden. Bei vielen Postings versuchen diejenigen, die helfen möchten, mit teils sehr deutlich erscheinenden (Denk-)Ansätzen Betroffenen Mut zu machen und, möglicherweise, dadurch ein Umdenken herbei zu führen.
Übrigens: Das, was Menschen mit Flugangst begründet erscheint, ist noch lange kein Beweis dafür, dass es tatsächlich auch gefährlich ist. Und ohne eine faktisch vorhandene Gefahr läuft die sinnvolle körperliche Alarmreaktion Angst doch eigentlich ins Leere, oder?
Nochmals zurück an den Anfang und zum oben genannten Zitat:
Selbstverständlich sollte sich jeder Reisende, der bestimmte südliche Länder besucht, Gedanken über die Hygiene machen und Risikofaktoren, wie beispielsweise die von Dir genannten, meiden. Es sollte Dir allerdings schwer fallen, die Gefahr eines Magen-Darm-Virus in direkten Bezug zu einer Flugreise zu setzen. Probleme kann es beispielsweise bereits im Hotel oder bei der Behandlung im örtlichen Krankenhaus geben.
Jetzt noch ein paar Fakten: Von den rund 2500 Menschen, die jährlich weltweit während eines Fluges sterben, sind Dreiviertel Opfer eines Herz-Kreislauf-Versagens. Hier haben oftmals die sofort eingeleiteten Erstmaßnahmen nicht gewirkt - ein tragisches, wenn auch - das muss ich Dir nicht sagen - am Boden häufig vorkommendes Ereignis. Auch bei der Lufthansa stirbt durchschnittlich einmal im Monat ein Passagier an Bord – bei 40 Millionen Fluggästen im Jahr.
Viele Grüße,
Marc
von Team Flugangst-Ambulanz - am 02.09.2007 12:51
warum unbezahlbar ? bei der Anzahl der Passagiere ist das mit Sicherheit nicht unbezahlbar.
Die Umwelt braucht sich nicht auf meine Ängste einstellen, habe ich nicht verlangt. Mit meiner Idee würde ich lediglich vielen Menschen die Angst vor dem fliegen nehmen.
Für fast jeden mit Flugangst wäre es mit 100%tiger Sicherheit ein beruhigendes Gefühl einen Arzt mit an Board zu haben.
In guten Hotels gibt es schließlich auch Ärzte. Auf Passagierdampfern ebenfalls. Und ein Zug kann im Notfall ÜBERALL anhalten.
Ich denke nicht das die Liste der Wünsche endlos lang wäre wo überall ein Arzt zu sein hat.
Das Flugzeug ist eben das EINZIGSTE Verkehrsmittel wo man eben im Notfall NICHT raus kann, und das ist ein gravierender Unterschied zu ALLEN anderen Verkehrsmitteln.
In einem Flugzeug über dem Atlantik sieht man bei einem Kreislaufversagen echt alt aus, oder ?
Viele Grüße
Christian
von Christian - am 02.09.2007 15:12
"Unbezahlbar" bedeutet in diesem Zusammenhang: Der finanzielle und zeitliche Aufwand für den Einsatz eines Arztes, der auf jedem Flug dabei wäre, steht in keiner Relation zur tatsächlichen Erfordernis. Nicht die Anzahl der Passagiere ist ausschlaggebend, sondern die Anzahl von Passagieren mit Notfallerkrankungen. Für Erstmaßnahmen bis hin zur außerplanmäßigen Landung ist gesorgt - auch bei Transatlantikflügen.
Die Angst vor einer Erkrankung wird tatsächlich nur von ca. 1% der Menschen mit Flugangst als Ursache angegeben. Es mag ohne Zweifel beruhigend klingen, einen Arzt an Bord zu haben - zur Betreuung von Flugängstlern wäre ein Mediziner jedoch ungenügend qualifiziert: Flugangst ist keine Krankheit. Und für die Hoffnung auf eine damit plötzlich "rechtlich abgesicherte" Valium seitens Betroffener wird sich ein verantwortungsbewusster Arzt sicher nicht zur Verfügung stellen. ;-)
Viele Grüße,
Marc
von Team Flugangst-Ambulanz - am 02.09.2007 15:43
Ich kann trotzdem verstehen das es in normalen Verkehrsflugzeugen keine Bordärzte gibt und ich würde eher mit einer Airline fliegen die billiger ist weil ich mit den Ticket nicht einen meist "untätigen" Mediziner bezahle.
Klar stimmt es das es in Hotels Ärzte gibt, die sind aber in den seltesten Fällen beim Hotel angestellt und h24 dort... die wohnen in der Nähe und haben Sprechstunden im Hotel in denen sie sich meist um Durchfall und Sonnenbrand kümmern und ab und zu um einen Kreislauf eines vornehmlich männlichen Patienten der sich am Pool die Kante gegeben hat und in der Sonne eingeschlafen ist... Festangestellte Ärtze gibt es meist nur in Hotels in Ländern in denen sich die medizinische Versorgung auf den ortsansässigen Medizinmann beschränkt und das nächste Krankenhaus 120 Meilen entfernt ist.
Auf Schiffen ja auch... aber in seltesten Fällen auf Fähren... in der Regel auf Kreutzfahrtschiffen die mit sehr vielen Menschen sehr weit raus fahren, will ich ja dann auch hoffen das da ein Arzt an Bord ist wenn es drei Tage dauern kann bis Hilfe kommt und ich 1.500 Menschen mit einem Durschnittsalter von 50+ geladen habe zuzüglich dem Personal das schwere körperliche Arbeit leistet.
Klar habt ihr recht es ist immer gut so einen kleinen Gott in weiß dabei zuhaben... aber selbst für den besten Arzt sind die Möglichkeiten in einem Verkehrsflugzeug einfach sehr beschränkt... den was tut ein Notarzt im Wesentlichen?
Er versucht seine Patienten lebend ins Krankenhaus zu bringen!
Würde man also die Idee des Arztes an Bord weiterdenken käme man schnell zu dem Schluß, ein Verkehrsflugzeug braucht nicht nur einen Arzt sondern auch einen intensivmedizinischen Notfallraum, wie er in sehr, sehr wenigen Hotels oder auf einigen wenigen Schiffen vorhanden ist.
Ein Urlaub ist immer ein kleines Abenteuer auf dem ich mich eben darauf einlassen muß 10 - 20 Stunden mal auf medizinische Versorgung zu verzichten... für einen normal gesunden Menschen kein Problem... zudem tritt ein ernster medizinischer Notfall an Bord eines Flugzeuges auf wird der Pilot sofort handeln und nicht ruhig weiter zum flugplanmäßigen Ziel fliegen.
Ich war vor einigen Jahren drei Monate mit dem Rucksack in Indien unterwegs und habe Krankenhäuser dort gesehen in denen ein Mitteleuropäer mit Erstehilfekurs sofort dem Cheffarzt den Rang streitig machen könnte... drei Monate habe ich dort zum Teil unter katastrophalen hygenischen Verhältnissen gelebt und Essen von Küchen genossen bei denen ein deutscher Kontrolleur vom Gesundheitsamt sofort impoldiert wäre... Nichts hat mir gefehlt... kein einziger Durchfall, Nichts!
Erwischt hat es mich auf einen Zwischenstop nach hause am Flughafen in London... Fish & Chips!
Wenn ich im Urlaub in Ländern unterwegs bin in denen eine gewisse Gefahr besteht... dann trinke ich dort eben keine Drinks mit Eiswürfeln, esse kein Obst das ich nicht selbst geschält habe... das aber nur am Rande, denn ich weiß sehr wohl das man sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen in fremder Umgebung mit allen möglichen anstecken kann... das ist eben das Restrisiko, das immer besteht wenn ich einen Fuß vor die Türe setze.
Jeden Morgen mit dem Verlassen des Hauses beginnt ein kleines Abenteuer, wenn ich in das Büro fahre ein so kleines Abenteuer das es schon monoton und langweilig ist, wenn ich zum Flugplatz fahre um selber zu fliegen um Segelflieger in die Luft zu schleppen oder selbst segelzufliegen ist das Abenteuer schon größer... aber auch inzwischen nur ein "normales" Abenteuer... wenn ich das Haus verlasse um in fremde Länder zu fliegen und dort in den Tiefen der Meere zu tauchen ist das Abenteuer noch größer... aber eines der größten Abenteuer hatte ich gestern!
Ich bin auf einer Leiter auf den First des Hauses gestiegen und habe dort einen Hahn aus Ton befestigt... ihr könnt das lächerlich finden, aber ich mache mich nicht über euch lustig... ich habe eine verdammte Höhenangst und musste da oben bohren, schrauben und Ziegel verlegen...
Ich kann eure Angst nachvollziehen... es wäre mir auch lieb gewesen wenn die Feuerwehr dort ein Sprungkissen aufgebaut hätte und Christoph der Rettungshubschrauber bereitgestanden wäre... ich habe zweieinhalb Stunden gebraucht... eine Stunde für den Aufstieg... eine weitere um mich an die Höhe zu gewöhnen und noch eine halbe um die Arbeiten auszuführen.
Ihr könnt mir glauben ich bin heute bestimmt zehnmal mit stozgeschwellter Brust rausgelaufen und hab mir das Ding angesehen... gut das ich Ohren habe sonst würde ich rundherum grinsen! :)
Selbst hätte ich mir das Ding nie gekauft, ein Freund der panische Flugangst hat und von meiner Höhenangst weiß hat es mir zum Geburtstag geschenkt und er hat die Ansage gemacht erst wenn du es selbst am Hausdach festmachst fliege ich mit dem Segelflugzeug mit dir mit... er ist schon mal sehr männlich und tapfer mit der Motormaschine mitgeflogen, aber Segelflug grenzt in seinen Augen an Selbstmord... So nun bist du fällig Martin und ich bin schon gespannt was du von mir verlangst um mit dir Turns und Rückentrudeln IM FLUGZEUG OHNE MOTOR machen zu dürfen! :D:D:D
So nun bin ich in privater Sache etwas abgeschweift... trotzdem... Urlaub ist immer ein kleines Abenteuer wer es nicht eingeht ist selber Schuld!
@ Marc,
Du hättest erwähnen können das der monatlich sterbende Passagier bei der LH weit unter der Sterblichkeitsrate gemessen an der Anzahl der beförderten Passagiere in der durchschnittlichen Sterblichkeitsrate der deutschen Bevölkerung liegt... im Flugzeug sterben ist nach wie vor ein Privileg!
Grüße
Amadeus
von P.Amadeus - am 02.09.2007 21:50
Ich wollte das Ganze nicht allzu sehr ausschmücken, aber bin absolut Deiner Meinung!
Viele Grüße,
Marc
von Team Flugangst-Ambulanz - am 03.09.2007 06:58
Hat hier jemand Erfahrung mit Heilhypnose zum Thema Flugangst gemacht ?
Gruß
Christian
von Christian - am 03.09.2007 08:30