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Handball-Forum der 3. Liga West
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EM2006, Otto Bronski, OSC Fan

WAZ Essen: Der Tag der Entscheidung bei Tusem Essen

Startbeitrag von OSC Fan am 30.06.2005 05:53

WAZ Essen: Der Tag der Entscheidung
Diese Ungewissheit geht an die Nerven und sorgt für eine eigenartige Spannung. Was ist, wenn . . . Heute ist der 30.Juni, heute tagt ab 11 Uhr das Ständige Schiedsgericht des Deutschen Handball-Bundes in Minden, um in dritter, und aus sportlicher Sicht letzter Instanz, über die Zukunft des Tusem zu entscheiden.

Lizenz oder Absturz in die Regionalliga? Niemand weiß, wie dieses Verfahren endet, keiner möchte sich äußern über die Chancen des Traditionsklubs vor dem Schiedsgericht. Der aktuelle Europapokalsieger bald drittklassig? Das ist kaum zu fassen.

Und doch gut möglich. Vier Stunden hat das Gericht zunächst veranschlagt, um zu einem Urteil zu kommen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wird es im "Holiday Inn" in dieser Zeit eine letzte mündliche Verhandlung geben. Tusem-Manager Klaus Schorn und Schatzmeister Dietmar Galla werden befragt, flankiert von Rechtsanwalt Maximilian Gutsche, der den verhinderten Manfred Tiegelkamp vertritt. "Ich kenne Gutsche persönlich. Ein Mann, der sich im Wirtschafts- und Sportrecht gleichermaßen gut auskennt", erläutert Schorn. Pikant: Gutsche hat schon einmal vor Jahren die Liga im Fall "Gummersbach" vertreten.

Um 15 Uhr ist offiziell der Fall "Wallau" anberaumt, allerdings könnte das Gremium seine Entscheidung auch auf Freitag vertagen. Diese Möglichkeit haben sich die drei Richter offen gehalten. Wer von den fünfen, Ohl (Eschborn), Tholund (Kiel), Punke (Schleswig), Lauer (Stade) und Nottmeyer (Präsident/ Minden), das Entscheidungstrio bildet, war bis gestern offen. "Die werden es sich nicht leicht machen", ist jedenfalls Tenor aller Spekulationen.

"Wir haben alles getan", sagt Schorn müde, "alle verlangten Unterlagen beigebracht." Manchmal sei er sich nicht sicher, ob man das allen Klubs in dieser Form abverlangt und zugemutet habe. Noch Sonntagnacht war der 70-Jährige mit dem Zug nach Kiel gereist, um dem Gutachterausschusses am Morgen Belege über die Wirtschaftskraft nachzureichen.

Konzentrieren sich die Juroren auf Formalien, wird es schwer für den Tusem, dem noch bis vor einer Woche von der HBL vorgeworfen worden ist, dass die Lizenz-Unterlagen nicht prüfbar seien. Werten die Juroren den "Vertrauensschutz", die Tatsache, dass die Essener offen mit ihrem Problem umgegangen sind in der Hoffnung, das Problem gemeinsam zu lösen, dann könnten die Chancen steigen. Erst recht, wenn der Tusem schlüssig belegt hat, dass die kommende Saison gesichert ist.

29.06.2005 Von Rolf Hantel
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Schiedsgericht tagt heute in Minden über Wallauer und Essener Zukunft
Heute entscheidet sich die Zukunft der (noch) Handball-Bundesligisten TuSEM Essen und SG Wallau-Massenheim. Ab 11 Uhr verhandelt das "Ständige Schiedsgericht der HBL" unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Mindener "Holiday Inn" darüber, ob die beiden Vereinen, denen in den ersten beiden Instanzen die Lizenz für die kommende Saison verweigert worden war, doch noch die Spielberechtigung erteilt werden kann. Mit der Entscheidung des Schiedsgerichts könnte die "Never-Ending-Story" der Lizenzierung ein Ende finden, möglicherweise werden die Vereine bei einer Niederlage allerdings ordentliche Gerichte anrufen.

Helge-Olaf Käding (30.06.2005)

Die Entscheidung des Schiedsgerichts wird faktisch endgültig sein. Sollten die Vereine Erfolg haben, hat HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann angekündigt, "die Entscheidung jedenfalls zu akzeptieren". Fällt das Urteil negativ aus, bleibt den Vereinen aufgrund des Schiedsvertrags keine Möglichkeit mehr, vor ein staatliches Gericht zu ziehen. Selbst wenn sich trotzdem aus irgendwelchen Gründen juristische Möglichkeiten ergeben sollten, ein ordentliches Gericht zu bemühen, liefe den Klubs angesichts der bevorstehenden Saisonvorbereitung und der Verfahrensdauer die Zeit weg.

Bei der SG Wallau-Massenheim gibt es ohnehin schon Auflösungserscheinungen. Obwohl Trainer Martin Schwalb am vergangenen Donnerstag gegenüber dieser Zeitung versicherte, dass "der Etat zu 114% gedeckt sei", haben fast alle Spieler den Verein verlassen. Zuletzt unterschrieb Neu-Nationalspieler Dominik Klein in Großwallstadt. Auch Schwalb selber hält es im Fall eines Scheiterns in Minden nicht bei der SG, denn er heuerte am 25. Juni für drei Jahre in Wetzlar an. Sollte Wallau die Lizenz heute noch erhalten, gibt es eine Ausstiegsklausel in dem Vertrag.

Zudem legte der Sprecher der Gesellschafter der sich in vorläufiger Insolvenz befindlichen Spielbetriebs GmbH, Ralf Jahncke, sein Amt zum 30. Juni nieder. Als "Tüpfelchen auf dem i" wurde am 28. Juni der Bundesliga-Internetauftritt der Wallauer aus dem Netz genommen. Wie der Webmaster mitteilt, ist der Schritt durch ausstehende Zahlungen für die betreuende Firma begründet. Dies betrifft allerdings nicht die neue GmbH, mit der Wallau den Spielbetrieb abwickeln möchte und über deren wirtschaftliche Leistungsfähigkeit heute zu befinden sein wird. Dennoch wird klar, dass die Verantwortlichen in Wallau nicht an einem Strang ziehen.

In Essen hofft man darauf, dass das Schiedsgericht "grünes Licht" für die Pläne, den Spielbetrieb nicht mehr über eine GmbH, sondern über den Grundverein abzuwickeln, gibt. Ob es aufgrund der Lizenzierungsrichtlinien überhaupt möglich ist, eine den wirtschaftlichen Träger während des Lizenzierungsverfahrens zu wechseln, ist (wie im Fall auch Wallau) eine Frage, mit der das Schiedsgericht konfrontiert sein wird. Jedenfalls hat "TuSEM Chef" Klaus Schorn bereits am vergangenen Donnerstag vor dem Landgericht Dortmund eidesstattlich versicherte Sponsorenzusagen über 3 Millionen Euro vorweisen können. Zu klären ist, ob dies nicht zu spät erfolgt ist.

Der Ausgang des Verfahrens ist jedenfalls völlig offen. Sollten Wallau und/oder Essen Erfolg mit ihren Klagen haben, würde die Bundesliga entsprechend auf 19 oder 20 Vereine aufgestockt. Wie gewohnt halten wir Sie auch über die heutigen Prozesse auf dem Laufenden.



von EM2006 - am 30.06.2005 07:34
Na dann bin ich ja mal echt gespannt, ob das heute eine Entscheidung gibt. Ich drücke dem TuSem alle Daumen, damit nicht so ein raditionsclub in die 3. Liga absteigen muss.



von Otto Bronski - am 30.06.2005 08:52

Re: WAZ Essen: Schluß Aus und vorbei...Der Tag der Entscheidung bei Tusem Essen

Schade TuSEM !!!

Essener Einspruch gescheitert
Der TuSEM Essen ist auch vor dem Ständigen Schiedsgericht der HBL gescheitert. Der Traditionsverein von der Ruhr hat letztinstanzlich keine Lizenz für die kommende Spielzeit erhalten und steht somit als Absteiger in die Regionalliga fest. Essen hatte vor zwei Tagen einen neuen Lizenzantrag mit dem eingetragenen Verein als wirtschaftlichen Träger gestellt. Eindeutig zu spät, wie das Gericht befand. Zudem wäre die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, basierend auf den vorgelegten Unterlagen, auch in dem angedachten Konstrukt nicht gegeben gewesen, so das Gericht. Eine "Doppelwatschen" also für den TuSEM, der nach 26 Jahren Erstligazugehörigkeit den Gang in die Regionalliga antreten muß.

Helge-Olaf Käding (30.06.2005)

Dr. Stefan Tholund, Vorsitzender des Schiedsgerichts erläuterte die Gründe für die Zurückweisung der Essener Anträge: "Es ist unstreitig, dass die Essener Spielbetriebsgesellschaft nicht in der Lage ist, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Daher hat Essen vor zwei Tagen einen neuen Lizenzantrag, ausgestellt auf den TuSEM Essen e.V., gestellt. Dieser neue Antrag konnte nicht berücksichtigt werden. Die Ausschlussfrist für das Vorbringen neuer Tatsachen ist laut der Lizenzierungsrichtlinien, die für uns maßgeblich sind, der Beginn der Beschwerdeinstanz, hier also der 3. Juni. Diese Frist war überschritten.

Im Interesse des Vereins haben wir dennoch hilfsweise die neuen wirtschaftlichen Daten geprüft, aber auch hier gab es große Bedenken, so dass wir dem Antrag der Essener auch nicht hätten entsprechen können, wenn wir die Ausschlussfrist nicht berücksichtigt hätten. Der Vertrauensschutz spielte hier keine Rolle, da die entscheidenden Fristen überschritten waren. Wir sagen nicht, dass es keinen solchen Vertrauensschutz gibt."

"TuSEM Chef" Klaus Schorn zeigte sich tief enttäuscht: "Die HBL ist kein Verein, sondern ein Haifischbecken, wo jeder nur an sich denkt. Statt beratend zur Seite zu stehen, passiert das Gegenteil. Entscheidend war für mich das seitens der HBL geplatzte Gespräch am 6. Mai."

Frank Bohmann, Geschäftsführer der HBL: "Ich sage es nochmals: Der Liga tut es Leid für den TuSEM. Den Vorwurf der Befangenheit finde ich zu weit hergeholt. Das ist ja jetzt auch in mehreren Instanzen bestätigt worden. Essen hat von uns großzügige Nachbesserungsfristen erhalten."

"Es gibt keinen Jubel. Es ist bedauerlich, dass ein Traditionsverein wie Essen nicht mehr in der Bundesliga ist. Aber wir haben zwei Mal bestätigt bekommen, dass die Entscheidung des Vorstandes richtig war", sagte Rechtsanwalt Andreas Thiel als Vertreter der HBL.

Nun wir der Fall Wallau verhandelt. "Dieser Fall liegt anders. Rückschlüsse aus dem Essener Verfahren sind nicht möglich", so Tholund.



von EM2006 - am 30.06.2005 15:43
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