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Wo bleibt die Verhältnismäßigkeit ???

Startbeitrag von Papa am 03.02.2004 23:23

Hallo @all,

was soll das ganze mit "Report", öffentlicher Abmahnung, Retourkutsche mit "Report" - wo soll das hin führen ?

OK, jetzt halten viele zusammen und solidarisieren sich - und machen so etwas wie Dienst nach Vorschrift - und nun ???

Findet es wirklich jemand in Ordnung, dass jemand eine Straftat begeht um seinem Anliegen in der Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen ???

Womit wollen wir denn arbeiten wenn nicht mit P1 - konventionel Staffeln (wer kann das heutzutage denn noch wirklich) ???

Was ist sicher, und was man als ausreichend sicher beurteilen ???

Oh man - mir schwirrt da ganz schön der Kopf, und ich habe den Eindruck, dass hier ganz viele gar nicht wissen was sie tun (oder auch nicht tun).

Ich drücke der GdF ("Münchner Riege") und der GF mit alle FKs die Daumen, dass sie die Lawinen, die sie losgetreten haben auch wieder gestoppt bekommen, bevor wirklich alle Kolleginnen und Kollegen unter einem unüberlegt gegebenen Interview leiden müssen.

Antworten:

Straftat?

von OhJeh - am 03.02.2004 23:50
Zitat

Straftat?
Die Wachleiterlogs kopieren und an die Presse geben dürfte in der Tat eine Straftat sein. Sollte jemals rauskommen wer das war, wird derjenige fristlos gekündigt und angezeigt, das ist doch wohl klar.

von Abmahnkandidat - am 04.02.2004 00:02
Wo das hinführen soll?
1. Die Abmahnung ist sofort zurückzunehmen.
2. Die DFs stoppt ihre Boykottpolitik gegen die GdF.
3. Die Verantwortlichen sollen zugeben, dass sie ein unausgegorenes System
eingeführt haben.
Und nun?
Machen wir so weiter bis sich die GF bewegt.
Straftat? Schon mal was von Notwehr gehört?
Lieber mit TracView und Depcos und zur Not auch konventionell und die Stoppuhren kaufen wir uns vom eigenen Geld, dann müssen wir nicht 300€
oder so berappen wenn mal eine abhanden kommt wie bei diesen popeligen
Kopfhörern geschehen.
Sicher ist, dass Sie nicht mit diesem Pfusch arbeiten müssen!
Und den Eindruck, dass hier viele gar nicht wissen was sie tun, haben wir schon lange.
Diese Lawine hat einzig und allein die GF losgetreten, jetzt soll sie sie auch reiten!
Und merke: Der Fisch stinkt immer vom Kopf!

von Frodo - am 04.02.2004 00:11
Zitat

Ich drücke der GdF ("Münchner Riege") und der GF mit alle FKs die Daumen, dass sie die Lawinen, die sie losgetreten haben auch wieder gestoppt bekommen, bevor wirklich alle Kolleginnen und Kollegen unter einem unüberlegt gegebenen Interview leiden müssen.
Das hat doch nicht mit dem Interview angefangen. Der Graben zwischen Betriebspersonal und Geschäftsführung wurde schon viel früher ausgehoben.

So richtig ernst wurde die Situation, als die Führung überraschend feststellen musste, dass auch im Luftverkehr das jährliche Wachstum nicht garantiert ist und gezwungen war, zu sparen. So weit so gut, nur: jahrelang (in den fetten Jahren) wurde dem Betrieb erzählt, die Gehälter würden trotz starker Verkehrszuwächse nur massvoll steigen, weil dafür in mageren Jahren auch keine Einbussen zu befürchten seien.

Als es dann so weit war, wurde erst mal munter beim Personal angefangen, zu sparen. Gleichzeitig weiss jeder, der nicht blind durch die Firma rennt, dass Geld geradezu verschwendet wurde für Projekte, mit denen sich Einzelne profilieren konnten, die aber der Firma nichts einbrachten. Ich wüsste da auf Anhieb Compas in München zu nennen oder auch IZM (wo ist eigentlich der schon lange erwartete activity assigner geblieben?). Und das BSK hat nicht nur Geld gekostet, sondern auch dem Personal Umwälzungen im privaten Bereich aufgebürdet, deren Sinn bis heute nicht zu erkennen ist.

Es ist ja nicht so, dass die Leute 'am Board' solche Fehlleistungen ihrer Leitung nicht mitkriegen würden. Leider habe ich nie erlebt, dass einer der Verantwortlichen für diese Geldvernichtungsaktionen mal die Konsequenzen für sein Tun tragen musste. Im Gegenteil: Compas in München? War das nicht der S.? Und ist der nicht jetzt die Treppe raufgefallen, Richtung Frankfurt?

Von der Gewerkschaft Verdi sah man nur, wie sie erfolgreich mit der DFS Tarifabschlüsse auskungelte und ansonsten vor allem an Mitgliedsbeiträgen interessiert war. Also beschloss man die Gründung einer eigenen Gewerkschaft, um endlich eine Interessenvertretung zu haben, die diesen Namen verdient. Bis heute aber tut die DFS-Führung so, als gäbe es keinen GdF - und ich rede nicht von einer Anerkennung als Tarifpartner. Jedes noch so kleine Gespräch wird verweigert. Gleichzeitig wird die Zeit genutzt, um sozusagen gewerkschaftsfrei schalten und walten zu können und weitere Kürzungen durchzusetzen.

Ergebnis: die Leute im Betrieb fühlen sich ohnmächtig den (nur gefühlten wie den tatsächlichen) 'Grausamkeiten' ihres Arbeitgebers ausgeliefert und greifen in einem Gefühl der Notwehr zu drastischen Mitteln.

Wie kann man eine weitere Eskalation stoppen? Meiner Meinung nach muss dazu auf jeden Fall die DFS-Führung ihre sture Verweigerungshaltung aufgeben und endlich die GdF als Partner akzeptieren - was hat sie schon zu verlieren? Hat man Angst vor Forderungen nach 25%er Lohnsteigerung, wie damals bei den Pilotenstreiks? Das ist doch lächerlich. Herr Kaden, glauben sie nicht alles, was Ihnen ihre Scharfmacher so zuflüstern. Lotsen sind auch nur Menschen, reden sie mal mit ihnen.

von Abmahnkandidat - am 04.02.2004 00:52
Moin,

@Abmahnkandidat (die Namensgebung find ich gut ...)

Nun, ich gebe dir ja grundsätzlich recht, aber ich denke dass die Grenzen seitens GdF, solidarischer Kolleginnen und Kollegen und GF schon längst überschritten sind und es jetzt schon fast zu spät ist , die jagende Meute aufzuhalten.

Es ist ja ganz nett anzuschauen, dass wir alle merken - hey, die DFS ist eine ganz normale Firma - aber ich denke, es sollten nicht die gleichen unsinnigen, politisch motivierten Grabenkämpfe ausgefochten werden wie im Bergbau zu Zeiten des ersten Subventionsabbaus.

Und ganz ehrlich - das Verkehrsaufkommen ist wohl immernoch so erträglich, dass man mit den Schwächen des Systems arbeiten kann (mit DERD und ZKSD gings doch auch) und noch genügend Zeit ist Oberservations zu Schreiben. Und bei dieser relativ geringen wöchentlichen Arbeitszeit, den wirklich guten Gehältern mit super Zuschlägen und aussergewöhnlich guten Sozialleistungen (ja, schaut euch mal um) muss man in dieser Manier wirklich nicht auf seinen Arbeitgeber einprügeln - egal ob ich meinen Chef mag oder nicht.

Ich denke nicht, dass wir (auch in der Öffentlichkeit) in einer Position sind, dass wir so laut trommeln dürfen (auch wenn wir uns von unserer GF ungerecht behandelt fühlen).

Meine Meinung - mehr nicht !!!

von Papa - am 04.02.2004 06:46
@papa
es klingt ja schon fast sarkastisch von einem "erträglichen verkehrsaufkommen" zu sprechen in diesem zusammenhang.das stumpfe zählen von verkehrszahlen zeugt von unkenntnis der materie.dieser kaufmännische gedankengang hat uns in diese lage geführt.
es geht in diesem zusammenhang auch nicht um gute gehälter.kein mensch hat mehr geld verlangt !!abgesehen davon betrachte ich mein gehalt nicht als schweigegeld sondern als lohn für meine leistung.ich will hier nicht wieder die diskussion über zulagen entfachen,nur ich bekomme sie dafür wenn nicht-schichtler auf der mama rumturnen oder ostereier suchen.
also:
- es war verhältnismäßig dumm wie GF und NL-leitung in MUC agierten
-es ist verhältnismäßig dumm sich dem dialog zu verschließen
-es ist verhältnismäßig dumm sich über eine materie zu äußern von der offenkundig nur rudimentäre kenntnisse vorhanden sind

und
bislang ist gottseidank verhältnismäßig wenig passiert

von haha - am 04.02.2004 07:09
Hallo Hallo,

Dein Stil ist unerträglich. Ich bemitleide Dich als Schichtler,hast ja wohl bei knapp 30 Stunden Arbeitszeit nie die Zeit für diese Aktivitäten. HaHaHa!!!

von Titan - am 04.02.2004 07:46
@ titan
auch deine unwissenheit ist bemerkenswert.
stil?naja, ich denke man konnte mich verstehen.

von haha - am 04.02.2004 07:59
Zitat

Straftat?


Es ist eindeutig Gefahr im Verzug!

Hier gilt "rechtfertigender Notstand zur Abwehr größter Gefahren".
Deswegen ist das Weitergeben dieser brisanten Infos keine Straftat!
Da darf ein selbstbestimmter, verantwortungsbewußter Lotse später vor Geicht garantiert mit großer Sympathie rechnen.

Die GL wird straffällig durch Vertuschung und Verheimlichung der Missstände, die in einer Katastrophe enden können und die die Öffentlichkeit im weitesten Sinne angehen!
Unterdrückung und Unterschlagung von Beweismaterial ist auch strafbar!

von Colibri - am 04.02.2004 08:56
@Titan
Dir kann ichs ja verraten, wir arbeiten ja eigentlich nur 27Std und sandeln ja
sowieso nur rum.
Straftat - da lachen ja die Hühner!!!
Reicht wohl für eine Kündigung, aber einem Staatsanwalt dürfte das wohl
eher ruhig lassen.

Ach ja und die so tollen Zuschläge:
- Nachtzuschlag radikal reduziert
- Sonn - und Feiertagsgeschiebe

Ich arbeite dann mal weiter...

von Arbeiter - am 04.02.2004 09:05
Papa und Titan wollen die Diskussion in eine Richtung lenken, die ins
Neidnirwana führt.
Richtungswechsel:
Ein paar interessante Zahlen zur Gebührenentwicklung der DFs:
An- und Abfluggebühr ab 1.Jan 1993 499 DM
ab 1.Jan 1994 538,50 DM
ab 1.Jan 1995 556,50 DM
ab 23.02. 1996 559,50 DM
ab 1.Jan 2003 224 € , und das nach einer Gebührenerhöhung. Noch Fragen?

von Frodo - am 04.02.2004 10:59
@Frodo
kannst du die Zahlen genauer erklären??

Soweit ich weiß hängen die Gebühren von verschiedenen Dingen ab, Gewicht des Fliegers (der Einheitspreis wundert mich) usw. oder hast du einen Mittelwert ermittelt?? Sind da die Zahlungen an Wetterdienst und Flughäfen schon drin??

Greetz

von Neftis - am 04.02.2004 18:03
224 Euro ist der allgem. Gebührensatz. Der wird mulipliziert mit der Wurzel aus MTOW dividiert durch 50.
Damit ist der Gewichtsfaktor eingebaut. Die Kosten für den Wetterdienst werden aus dem allgem. DFS - Etat bezahlt und der besteht ca. zu einem Drittel aus Abflug- u. zu zwei Drittel aus Streckengebühren. Kosten der Flughäfen werden von ihnen selbst eingezogen.

von owi - am 04.02.2004 18:26
Danke OWI ;-)

von Neftis - am 04.02.2004 18:36
Klingt wie Dieter persönlich

von rotbart - am 04.02.2004 21:45
Ich stimme Frodo absolut zu und kopiere meinen Post von vorgestern hier mal 'rein, (@ papa) weil ich finde, daß er hier auch ganz gut paßt. Also:

Dank an die Münchner Kollegen, Dank an Report weiterhin Stellung zu beziehen!


Alles, was Insidern übertrieben geschildert erscheinen mag und vielleicht auch in Einzelfällen übertrieben war:

Die Botschaft lautet unüberhörbar: Die Geschäftsleitung (GL) der DFS ignoriert in vielen Belangen die fachliche Komptetenz der Lotsen und Flugdatenbearbeiter, schart Jasager um sich und belohnt Mitläufertum.
Die firmeninterne Militarisierung des Umgangs miteinander ist u.a. die Schuld eines (Tarif-) Verhandlungsführers und Scharfmachers, der im Sinne der GF handelt.

Wer Wind sät wird Sturm ernten!

Die Flucht an die Öffentlichkeit (Remonstration?!) ist in einer Situation des jahrelangen völligen Versagens der firmeninternen Kommunikation und dem daraus resultierenden Vertrauensverlust ein absolut legitimes Mittel und im sicherheitsrelevanten Bereich fast schon eine Verpflichtung der Beteiligten.

Niemand will eine Revolution um Ihrer selbst willen, wer aber die Zeichen nicht erkennt, die Umstände ignoriert und die Evolution verhindert muß eines besseren belehrt werden, der (gemeinsamen!!!) Sache wegen.

Weiter so!

Spätestens jetzt sollte auch der Letzte erkannt haben daß nur in der GdF die Zukunft liegt, sonst buttern die Ignoranten uns unter...


...dazu wird es aber nicht kommen!!

von der Vorletzte - am 04.02.2004 23:05
Moin,

nein, nein - dieser Diskussionsanstoss sollte keinen Neid von irgendwem auf unsere FVKler verursachen !!!

Es hat sich keiner , weder die Vertreter der GdF noch die GF und viele FKs mit Ruhm in dieser Sache bekleckert !!!

Es ging hier doch ursprünglich mal um die Bugs in P1 und dass die Kollegen in MUC-ACC so nicht mit dem System arbeiten wollen.
Ich möchte eigentlich nur, dass wieder jeder auf einer sachlichen Ebene diskutiert wird und der Tonfall dem eines erwachsenen Menschen gleicht - und nicht die Werkzeuge der Agitation seitens GdF und GF, sei es bewusst oder unbewusst, aus der Schublade gekramt werden. Der Ton ist einfach zu scharf geworden.

Hat denn irgendjemad von uns DFSlern mal darüber nachgedacht, wann zuletzt ein Vertreter der VC einen bestimmten LFZ-Typen als unsicher angeprangert hat ??? Wird in den Pilotenforen über Fehler im FMS beim z.B. A320 in dieser Breite berichtet und sich beschwert - und detailiert beschrieben, mit welchen Tricks (diverse Sicherungen "ziehen" zum Reset) diese LFZ dann doch in die Luft gebracht werden - in der Form wie wir das bei P1 im Augenblick machen bestimmt nicht !!!
Genauso habe ich noch nie in der Presse eine Verlautbarung über die Abmahnung von Mitarbeitern irgendeines deutschen Unternehmens bemerkt - so schafft man keine Identifikation seiner Mitarbeiter mit der Firma !!!

Ich wollte nur zu einen "zurück zur Sachlichkeit in angespannt freundlicher Atmosphäre" aufrufen - möglich ist das - es muss nur mal jeder seine Arschbacken zusammenkneifen und über seinen Schatten springen können !!!

Ich denke halt, so wie es jetzt läuft, schadet sich die GdF langfristig. Es währe schade wenn man den eigenen Ansprüchen schon bald nicht mehr gerecht werden könnte. Genauso fügt sich die DFS selbst Schaden zu, indem sie ihre Mitarbeiter in der Öffentlichkeit "demontiert". Wer kann, im Sinne von SES, in Zukunft dieser Firma zutrauen, Flugsicherungsdienstleistungen in angemessener Qualität, auf einem "freien" Markt anzubieten und durchzuführen - in der augenblicklichen Lage würde ich als Entscheidungsträger einen anderen Provider nehmen !!!

von Papa - am 05.02.2004 06:25
hallo papa, stimmt genau, würd' ich auch. Und was das alles an Nerven kostet!

von Recht so - am 05.02.2004 09:58
Lieber Papa

Ich kann ja verstehen, dass die Unternehmenskommunikation Ihnen besonders am Herzen liegt. Aber artet das inzwischen nicht zu einem Kampf gegen Windmühlen aus? Was nutzt es, wenn Sie zu einem sachlichen Dialag aufrufen, und die Auftraggeber herumchoaten und zum Angriff blasen?
Es wird Zeit zu einem Neuanfang, aber nicht mehr mit diesem Management. Jetzt sollte der Aufsichtsrat , respektive die Anteilseigner mal ihrer Verantwortung gerecht werden. Vielleicht wird dann aus dieser Firma das, was wir von ihr bei Beginn der Privatisierung erhofft haben, und das war mehr als nur eine leistungsgerechte Bezahlung.

von Willi Baumann - am 05.02.2004 12:05
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