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Informationen zum Thema:
Forum:
Achalasie
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Dr.H.G.Schulz, Dieter Schröder, Mr.E, Lioba

Manchette nach OP

Startbeitrag von Mr.E am 23.04.2004 16:54

Hallo,
mir ist nicht ganz klar wie die OP abläuft und was mit der Manschette nach der OP gemeint ist.
verstehe leider nicht so genau jetzt, stehe im schlauch.....

ich hab zwar verstanden das es nacher den Reflux verhindern soll, was und wie das funktionieren soll kann ich nicht verstehen, auch nicht was das beste sein soll (Dor /Touper /Nissen).

Ist das ein Fremdstoff ?
wie ein Gummiring oder Kunstoff oder was auch immer ?
oder ist es ein Stück vom eigenen Magen das da herausgeschnitten und um die Speiseröhre geflickt wird ?

Wie soll das funktionieren ?

Kann man ohne bedenken dann wieder normal Essen/Trinken oder muss man da aufpassen ??

Antworten:

Hallo Mr. E

Ich bin natürlich kein Arzt, deshalb sollten meine laienhaften Aussagen nur mit Vorsicht betrachtet werden:

Eine Manschette ist kein Fremdkörper, sondern sie wird aus einem Teil der Magenschleimhaut gebildet. Dabei wird aber kein Stück des Magens "abgeschnitten" sondern der Magen (die Magenhülle) wird einfach nach oben gezogen und um die Speiseröhre gewickelt. Dort wird sie dann an die Speiseröhrenmuskulatur angenäht (glaube ich zumindest). Der Unterschied zwischen den verschiedenen Manschettentypen ist folgender:

Bei der Nissen-Methode wird der Umfang der Speiseröhre komplett (also 360 Grad) umwickelt. Diese Methode führt häufig später zu Schluckstörungen.
Bei der Toupet-Manschette und der Dor-Manschette wird die Speiseröhe nicht im vollen Umfang, sondern nur zu vielleicht 200 oder 270 Grad umwickelt. Der Unterschied zwichen Dor und Toupet besteht darin, "von welcher Seite" die Manschette um die Speiseröhre gelegt wird. Bei Toupet wird sie hinten um die Speiseröhre gelegt. Vorne (da wo der Schnitt der Muskelspaltung gemacht wurde) bleibt also ein Stück offen. Bei der Dor-Manschette wird die Manschette von vorne auf die Speiseröhre gelegt und hinten bleibt ein Stück offen.

Der Sinn der Manschetten ist es, nach einer Myotomie (also das Aufschneiden eines Stückes der Speiseröhrenmuskulatur) dafür zu sorgen, dass die Speiseröhre an der Stelle, wo geschnitten wurde, nicht "zu weit" wird. Wenn sie zu weit wird, kann leicht Magensäure in die Speiseröhre hochsteigen. Mit der Umwicklung durch die Manschette erreicht man, dass die Speiseröhre an der Operationsstelle einen "normalen" Durchmesser behält.

Bei meiner OP wurde übrigens eine Toupet-Manschette gelegt. Es ist zur Zeit statistisch nicht nachgewiesen, welcher Manschettentyp besser ist. So wie ich es verstehe, erreicht man durch die Dor-Manschette eine Abdeckung der Stelle, wo die Speiseröhrenmuskulatur durchtrennt wurde. Die Speiseröhre ist etwas besser geschützt. Bei der Toupet-Manschette bleibt die Muskelspaltungsstelle frei. Hier ist ggf. der Vorteil, dass die Manschette die durch den Schnitt geschaffene Spalte aufzieht. Der Spalt kann sich nicht so leicht wieder schließen bzw. zusammenziehen.

So habe ich die Informationen verstanden, die mir aus verschiedenen Quellen zugetragen wurden. Eine sehr gute Informationsquelle ist auch die Internetseite von Dr. Schulz (www.achalasie.de). Wenn man sich dort durch alle Links klickt, hat man einen guten Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten.



von Dieter Schröder - am 24.04.2004 11:43
Hallo Dieter,
die infos auf der www.achalasie.de habe ich gelesen jedoch eben nicht so richtig klar verstanden, deshalb meine Frage im Forum hier.

Deine Infos hier helfen mir jetzt etwas mehr es zu verstehen, suche aber noch mehr infos bzw. Scripte zur Achalasie und Therapie möglichkeiten.


Ich möchte nicht sofort nach Herne fahren und mich gleich operieren lassen, sondern möchte mich genau darüber informieren.

von Mr.E - am 25.04.2004 11:26
Hallo Mr. E

Ich habe mich auch nicht gleich operieren lassen. Ich war zunächst nur zur Diagnostik in Herne. Vielleicht solltest Du mal mit Dr. Schulz sprechen. Einfach mal eine e-mail schicken. Ich bin sicher, er meldet sich bei Dir.



von Dieter Schröder - am 25.04.2004 11:45
Hallo, Mr.E

schicken Sie mir doch einfach mal eine Mail (incl. Ihrer Telephonnummern) und ich rufe Sie dann an :cool:

Für einen Betroffenen, der sich in der Anatomie nicht ganz so optimal auskennt, ist es auch in der Tat schwierig, sich eine Vorstellung davon zu machen, was da operativ so alles gemacht wird. Das läßt sich aber auch für einen Nicht-Mediziner so erklären, dass es verständlich ist.

Im Gespräch, bei dem Sie die Möglichkeit haben, nicht-verstandene Dinge sofort zu erfragen, kann viel geklärt werden.

Also keine Scheu (ich beiße nicht) -> @ mit Bitte um Rückruf schreiben -> wir telephonieren, und Sie werden hinterher sehr wahrscheinlich schlauer sein. Bislang hat jeder Betroffene einen Anruf von mir überlebt ;-) und es in der Regel nicht bereut, mit mir gesprochen zu haben :-)

MfG



von Dr.H.G.Schulz - am 30.04.2004 21:53
Hallo Doc Schulz,

aus welchem Material besteht das "NETZ", das Sie bei der OP verwenden?

Herzlichen Gruß

Lioba Renner-Schindler

von Lioba - am 24.06.2004 11:12
Liebe Frau Renner-Schindler,

das Material besteht aus Polypropylene. Dieses Material verwenden viele Chirurgen auch zum Nähen, also als Nahtmaterial ist dieser Kunststoff bestens bekannt (seit über 20 Jahren).

MfG



von Dr.H.G.Schulz - am 25.06.2004 10:04
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