Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
27
Erster Beitrag:
vor 5 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 5 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Martyn136, Spacelab, Winnie2, m83, elchris, rabbe, scharl, drahtlos, Tesco.live, Matthias K., dxbruelhart

o2 hat LTE800 in Nürnberg (und Dresden) in Betrieb

Startbeitrag von Martyn136 am 20.06.2012 23:12

Heute war ja bei o2 eine Pressekonferenz zur mobilen LTE Nutzung die bei o2 ab 3. Juli möglich sein wird. Eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte gibt es auf Teltarif. >> http://www.teltarif.de/o2-lte-4g-start-juli/news/47154.html

Aber was ganz intressant ist: o2 setzt bislang ausschliesslich LTE800 ein, LTE2600 ist bei o2 derzeit noch nicht in Betrieb und für die nähren Zukunft auf nicht geplant. Neben einigen Dörfern und Kleinstädten werden die beiden Grossstädte Nürnberg und Dresden mit o2 LTE Versorgt. Sieben weitere Grossstädte sollen bis zum Jahreswechsel folgen.

In Nürnberg ist es aber so das man dort vom Fernmeldeturm den gemischten DVB-T Multiplex mit immerhin 20KW ERP auf Kanal 60 sendet, und die LTE800 Frequenzen von o2 direkt daran grenzen. Scheint also ohne Probleme zu funktionieren.

Ich hätte ja gedacht das man im nähren Umkreis von Nürnberg deshalb auf LTE2600 setzen würde, und für LTE800 schon so 20-30km Abstand zum Fernmeldeturm einhalten würde.

Antworten:

LTE800 war für die großen Flächen der ländlicheren Gebiete gedacht, die zudem erst versorgt sein müssen, bevor die Ballungszentren versorgt werden dürfren.
Für die Großstädte und Metros ist LTE2600 vorgesehen.

Wenn die Provider jetzt anfangen, quasi überall LTE800 auszurollen, auch in den big Metros, wundert mich es mich überhaupt nicht mehr, warum sie anschließend gleich das 700 MHz-Band (und womöglich irgendwann das 600er) für sich umgewidmet sehen wollen,

Was soll das?

von Matthias K. - am 21.06.2012 05:08
Ist doch ökonomisch und auch fuktechnisch eine gute Strategie: Erstmal 800MHz überall, damit man bis in die Keller kommt und dann, wo es eng und langsam wird: 2600MHz.

Vergleicht mal den Unterschied von UMTS auf 2100MHz und 900MHz, da liegen Welten dazwischen. Ich zumindest vermissse in Deutschland UMTS900 und bin immer wieder überrascht, wo in Frankreich doch überall Orange 3G funktioniert.

Selbst die Isländer versorgen ihre komplette Insel mit UMTS900 und haben damit (bei einer sehr geringen Bevölkerungsdichte) ein besseres 3G Netz als die deutschen Betreiber.

von m83 - am 21.06.2012 06:58
Meine bisherigen LTE/UMTS Reichweiten-Erfahrungen mit den eingesetzten Sendeleistungen:

- GSM900 - der Reichweitenkönig, hier wird die Reichweite eigentlich nur durch den Timing Advance, der nach 37km die Nutzung verunmöglich, begrenzt.
- LTE 2600 reicht fast so weit wie GSM900, das sollte man viel eher in ländlichen grossen Regionen einsetzen, ein 2600er LTE-Signal reicht locker 30 km im Radius weit.
- UMTS 2100 versorgt normalerweise nur kleine Regionen, die Zellen atmen aber, und können so auch Regionen in einem Umkreis von rund 10 km bei Nutzung eines Höhenstandorts abgedeckt werden.
. LTE800 wird bislang nur mit geringen Sendeleistungen betrieben und erreicht deshalb bislang die geringste Reichweite der vier hier verglichenen Netzdienste.

Die Zellenauslastung ist ein anderes Kapitel, sie begrenzt in der Praxis die Nutzbarkeit der viel genutzen Dienste auf einen Bruchteil der technischen Reichweite.

UMTS auf 900 MHz tönt vielversprechend, hier will Sunrise damit in relativ naher Zukunft damit starten; in Frankreich sendet auch Free UMTS im 900er Band.
Orange FR haben wir auch auf der Bahn zum Chäserrugg empfangen, wohl eben dank dem UMTS auf 900 MHz (das sind dann rund 170 km Entfernung vom Senderstandort).

von dxbruelhart - am 21.06.2012 07:06
Die maximale technische Reichweite und die reale praktische Reichweite sind immer zwei paar Schuhe. o2 setzt hier im Saarland zum allergrößten Teil auf kleine UMTS Zellen um die maximale Anzahl der Nutzer möglichst klein zu halten. Das bedeutet natürlich mehr Speed. Der Nachteil an der Sache ist natürlich das wegen der geringen Sendeleistung die "In House" Versorgung sehr zu wünschen übrig lässt und man für eine flächige Versorgung viele Sender benötigt. Und genau hier hapert es. Das UMTS Netz ist löchrig wie ein Schweizer Käse. Bei LTE scheint man jetzt einen anderen Weg zu gehen.

von Spacelab - am 21.06.2012 08:00
Deswegen finde ich ja die Strategie von o2 bei LTE gut (sofern die Spanier das bis zum Ende durchziehen).
Man stelle sich vor, sie hätten damals ein UMTS900-Netz flächenddeckend aufgebaut, und dann in Innenstädten zur Verdichtung und Kapazitätserhöhung UMTS2100-Stationen gestreut.
Das Ergebnis wäre ein 3G-Netz, was es heute "deep indoor" schafft wie kein anderes deutsches 3G-Netz aktuell und in dichtbebeauten Gebieten hätte man trotzdem die Geschwindigkeit dank der kleingehaltenen Userdichte im 2100MHz-Band.

Ich war neulich in China, dort macht es ChinaUnicom nicht viel anders. Dort verteilen sich weit mehr User auf den Quadratkilometer und Netzbetreiber (es gibt nur zwei), und trotzdem funktioniert UMTS besser, als in Deutschland. Schnelles Netz im Freien auf hohen Frequenzen, tief im inneren immer noch Netz mit akzeptablen Geschwindigkeiten. Ich konnte die Augen gar nicht von meinem Netmon lassen, beim Telefonieren die vielen durchhoppenden Kanäle quer über alle Frequenzbänder zu sehen ;)

von m83 - am 21.06.2012 09:07
Zitat
dxbruelhart
Meine bisherigen LTE/UMTS Reichweiten-Erfahrungen mit den eingesetzten Sendeleistungen:

- GSM900 - der Reichweitenkönig, hier wird die Reichweite eigentlich nur durch den Timing Advance, der nach 37km die Nutzung verunmöglich, begrenzt.
- LTE 2600 reicht fast so weit wie GSM900, das sollte man viel eher in ländlichen grossen Regionen einsetzen, ein 2600er LTE-Signal reicht locker 30 km im Radius weit.
- UMTS 2100 versorgt normalerweise nur kleine Regionen, die Zellen atmen aber, und können so auch Regionen in einem Umkreis von rund 10 km bei Nutzung eines Höhenstandorts abgedeckt werden.
. LTE800 wird bislang nur mit geringen Sendeleistungen betrieben und erreicht deshalb bislang die geringste Reichweite der vier hier verglichenen Netzdienste.
[...]


in D sind es bei GSM900 max. 32,5km
LTE800 sind aktuell "frei", was die begrenzung angeht. geplant ist bis zu 9km an reichweite.

Zitat
m83
[...]
Ich war neulich in China, dort macht es ChinaUnicom nicht viel anders. Dort verteilen sich weit mehr User auf den Quadratkilometer und Netzbetreiber (es gibt nur zwei), und trotzdem funktioniert UMTS besser, als in Deutschland. Schnelles Netz im Freien auf hohen Frequenzen, tief im inneren immer noch Netz mit akzeptablen Geschwindigkeiten. Ich konnte die Augen gar nicht von meinem Netmon lassen, beim Telefonieren die vielen durchhoppenden Kanäle quer über alle Frequenzbänder zu sehen ;)


kann ich nur bestätigen, war ja mit herrn robert s. letztes jahr dort. die beiden netzbetreiber nehemen sich nichts an flächenversorgung. umts ist dort wirklich TOP in der fläche.

von Tesco.live - am 21.06.2012 09:44
Zitat
Martyn136
In Nürnberg ist es aber so das man dort vom Fernmeldeturm den gemischten DVB-T Multiplex mit immerhin 20KW ERP auf Kanal 60 sendet, und die LTE800 Frequenzen von o2 direkt daran grenzen. Scheint also ohne Probleme zu funktionieren.

In Nürnberg dürfte die DVB-T Nutzung rückläufig sein, da RTL dort nicht mehr über DVB-T sendet.

Zitat
Martyn136
Ich hätte ja gedacht das man im nähren Umkreis von Nürnberg deshalb auf LTE2600 setzen würde, und für LTE800 schon so 20-30km Abstand zum Fernmeldeturm einhalten würde.

LTE2600 ist vermutlich für die Mobilfunker derzeit nicht rentabel, bei der derzeit noch geringen Anzahl an Nutzern.
Weshalb sollten die Mobilfunker in Gerätschaften investieren welche nur gering ausgelastet sind?
Für LTE2600 wären sicherlich die 7-fache Anzahl an Basisstationen notwendig im Vergleich zu LTE800, klar die würden auch mehr Übertragungskapazität bereitstellen, nur lohnt sich das finanziell bei der akt. Zahl an LTE Nutzern nicht.

von Winnie2 - am 21.06.2012 10:21
Also bei GSM hab ich die Erfahrung gemacht das in der Praxis GSM1800 viel weiter geht als GSM900. Denn bei GSM900 muss wegen der Kanalknappheit eine realtiv dichte Gleichkanalbelegung eingesetzt werden, was dazu führt, das garnichts mehr dekodiert werden kann. Bei GSM1800 hingegen klappt das einwandfrei, nur einbuchen geht wegen dem TA nicht mehr. Am Arber hat man z.B.immer GSM1800 aus Österreich, oft auch auch der Slowakei im Netmonitor.

Bei LTE800 sehe irgendwie in Grossstädten auch keinen so wirklichen Sinn, wenn man schon UMTS hat. Denn bei LTE800 haben die drei Netzbetreiber nur jeweils 10 MHz gepaartes Spektrum, also genausoviel wie bei DualChannel HSPA+ verwendet wird.

DualChannel HSPA+ schafft theoretisch 42,2 MBit/s, in der Praxis meist so 22-23 MBit/s.
LTE800 schafft theoretisch 50 MBit/s, in der Praxis maximal 16-18 Mbit/s, bei höherer Auslastung noch weniger.

LTE800 macht eigentlich also wirklich keinen Sinn, UMTS egal ob auf 900 oder 2100 MHz wäre sowohl schneller als auch kompatibler.

von Martyn136 - am 21.06.2012 13:17
Das kommt aber immer darauf an, wie viele Senderstandorte in deiner Umgebung vorhanden sind. Natürlich müssen die 900-Sektoren bei GSM in städtischen Gebieten kleiner gehalten werden, trotzdem kommen Sie besser durch das Mauerwerk als 1800, 2100 oder gar 2600, egal welche Technologie. Das liegt aber NUR an der Netzplanung, an der Wiederverwendung der Kanäle.

In Gegenden, in denen es nur wenig Mobilfunk gibt, sorgt GSM900 oder auch UMTS900 für weitaus stabileren Empfang über weite Distanzen.

Letzten Herbst in den Highlands habe ich das gut in meinem B&B merken können, alle 5 Netzbetreiber verwendeten den gleichen Sendemast in ungefähr ~20km Entfernung hinter einem Bergrücken, ansonsten war überhaupt nichts empfangbar. o2 und Vodafone hatten GSM auf 900 MHz, das funktionierte problemlos indoor mit Werten zwischen -95 und -100 dbm.
T-Mobile und Orange kratzen auf 1800 MHz mit GSM gerade so die Einbuchschwelle outdoor auf -103 bis -105 dbm an, Telefonieren war kaum möglich, nur SMS kamen an, und 3 und T-Mobile hatten noch UMTS auf 2100 MHz an diesem Sendeturm, eine Netzsuche fand sie zwar, Einbuchen war aber erst in 2-3km Entfernung möglich.

von m83 - am 21.06.2012 16:30
Zitat
Martyn136
Bei LTE800 sehe irgendwie in Grossstädten auch keinen so wirklichen Sinn, wenn man schon UMTS hat. Denn bei LTE800 haben die drei Netzbetreiber nur jeweils 10 MHz gepaartes Spektrum

Möglicherweise ist das schon sinnvoll damit O2 seinen Geschäftskunden ein qualitativ hochwertiges Netz bieten zu können weil das UMTS-Netz durch die privaten Smartphone-Nutzer mal wieder stark ausgelastet ist.

von Winnie2 - am 21.06.2012 16:41
Sie begreifen es halt nicht...

LTE mit großer Reichweite taugt höchstens als Notnagel auf dem Land um 200-300 Höfe im Umkreis einer Kleinstadt zu versorgen. Wenn es darum geht, große Bandbreite bereit zu stellen, ist die Anzahl der Benötigten Zellen nicht weit unter der von UMTS. LTE mag halt frequenzökonomischer und stabiler sein, mit ausreichend Senderzellen (wir haben in D schlicht zu wenige - sowohl in den Städten - da geht die Datenrate runter weil die Zellen voll sind - als auch aufm Land - da ist das Signal zu schwach) kann UMTS das aber auch.

von elchris - am 21.06.2012 17:18
Zitat
elchris
LTE mit großer Reichweite taugt höchstens als Notnagel auf dem Land um 200-300 Höfe im Umkreis einer Kleinstadt zu versorgen. Wenn es darum geht, große Bandbreite bereit zu stellen, ist die Anzahl der Benötigten Zellen nicht weit unter der von UMTS. LTE mag halt frequenzökonomischer und stabiler sein, mit ausreichend Senderzellen (wir haben in D schlicht zu wenige - sowohl in den Städten - da geht die Datenrate runter weil die Zellen voll sind - als auch aufm Land - da ist das Signal zu schwach) kann UMTS das aber auch.

Volle Zustimmung. :spos:

von Martyn136 - am 21.06.2012 17:36
Ich bin ja immer noch der Meinung man hätte UMTS erstmal bis zum Maximum ausbauen sollen statt ein Netz zurück zu lassen das weit hinter seinen Möglichkeiten bleibt und dafür schon wieder mit einer neuen Technologie um die Ecke zu kommen. Von einem maximalen UMTS Ausbau hätte jeder etwas gehabt.

von Spacelab - am 21.06.2012 17:43
Ich vermisse in der ganzen Diskussion, mit welchen Geräten man aktuell auch LTE in Deutschland nutzen kann? Netzausbau ohne entsprechende Nutzer? Oder handelt es sich hier doch wieder um ein DSL Ersatznetz?

von drahtlos - am 21.06.2012 19:32
Ja klar. Es wurde und wird von den Mobilfunkern doch immer getönt das man mit LTE nun auch DSL lose Gemeinden mit schnellem Internet versorgen möchte.

von Spacelab - am 21.06.2012 19:37
Zitat
drahtlos
Ich vermisse in der ganzen Diskussion, mit welchen Geräten man aktuell auch LTE in Deutschland nutzen kann? Netzausbau ohne entsprechende Nutzer? Oder handelt es sich hier doch wieder um ein DSL Ersatznetz?


Eine Beschränkung, was die Hardware betrifft, gibt es nur beim Call & Surf Comfort via Funk der Telekom. Ich benutze persönlich bei mir daheim eine Speedbox LTE mit einem Vodafone Datenvertrag. Funktioniert hier völlig problemlos. Zum Vertrag gabe es einen K5005 dazu.

von rabbe - am 21.06.2012 19:48
Zitat
Spacelab
Ich bin ja immer noch der Meinung man hätte UMTS erstmal bis zum Maximum ausbauen sollen statt ein Netz zurück zu lassen das weit hinter seinen Möglichkeiten bleibt und dafür schon wieder mit einer neuen Technologie um die Ecke zu kommen. Von einem maximalen UMTS Ausbau hätte jeder etwas gehabt.
Da hast du auch meine vollste Zustimmung. :spos:

von Martyn136 - am 21.06.2012 19:53
Wie wollt ihr denn die DeepIndoor-Versorgung innerhalb Städte und Ballungsgebiete auf 2600 MHz gewährleisten? Da brauchts schon alle "Paarhundert-Meter" eine eNode und es gäbe wieder an jeder zweiten Ecke eine Bürgerinitative dagegen.

Die Telekom baut momentan LTE auf 1800 MHz in Städten, selbst dieses Frequenzband war bei GSM dem deutschen E1- und E2-Netz (E-Plus und o2) zu hoch, um stablile Indoorversorgung zu gewährleisten. Die früheren "E-Netze" nutzen ihre "D-Netzfrequenzen" schließlich nicht nur am Land, sondern auch in Innenstädten, manchmal als Schirmzelle (Ultra-High-Site) über den GSM1800-Sendern oder auch als Dualband-Standorte, ie auf 900 MHz und 1800 MHz arbeiten. Hier ist dann die Einbuchschwelle für 1800er-Kanäle geringer, als für 900er-Kanäle, sprich: Die Last geht erstmal auf die 1800er-Kanäle und nur wenn diese nicht empfangbar sind (hinter dicken Wändern, im Keller) werden die 900er-Kanäle genutzt.

Bei GSM wurde also der Fehler gemacht, dem 3. und 4. Lizenznehmer (den E-Netzen) nur das hohe Frequenzband zuzuteilen. Damit wurde es einerseits am Land mit dem Empfang auf höheren Distanzen zum Sendemast wackelig, andererseits war der Indoor-Empfang in dicht bebauten Gebieten schlecht, da 900 MHz "viel besser durch die Wände kommt".
Das Problem wurde erst beseitigt, als die E-Netze auch Kanäle im 900 MHz-Bereich bekamen. In andere Ländern gab es genau die gleiche Problematik.

Nun baut ein Netzbetreiber erstmal das niedrigere Frequenzband aus, um überhaupt erstmal überall "Netz anzubieten". Das darüber keine hohen Geschwindigkeiten möglich sind, ist doch erstmal Nebensache, "hauptsache erstmal Netz haben". Nachher kann man immer noch 2600er-eNodes verteilen (sofern uns Telefonica nicht wieder im Stich lässt).

Ich wage mal dem Vergleich mit DAB. Warum nur am Land VHF aufbauen und in Ballungsgebieten aufs L-Band setzen (nur weil da evtl. mehr Programme reinpassen)? Genau das ging doch in Deutschland schief, die DAB-Radios mussten am Fenster mit Blick zum Sendeturm aufgestellt werden um überhaupt was zu empfangen.

von m83 - am 25.06.2012 07:31
Ich finde das Thema sehr interessant. Leider verstehe ich davon recht wenig. Deshalb verzeiht meine vielleicht blöden fragen. :-(

Ich bekannt wie viel Sendeleistung ein LTE Sender bei welcher Sendefrequenz haben darf? Könnte man also eine Indoorversorgung bei hohen Frequenzen nicht sicherstellen indem man einfach mehr Saft auf die Antenne gibt?

Wo genau ist denn jetzt genau der Vorteil von LTE? Es wird in vielen Zeitschriften und auf vielen Webseiten darüber geschrieben aber nirgendwo gibt es genaueres. Immer nur die Worte "theoretisch" und "wenn es entsprechend ausgebaut ist". :rolleyes: In einer der letzten Connect Ausgaben hat ein Mensch von T-Mobile verkündet das man aktuell dabei sei immer mehr UMTS Stationen auf die vollen 42MBit/s aufzubohren. Mal davon abgesehen das ich da als o2/Telefonica Kunde nur neidisch schauen kann, ist das ja auch nicht so viel langsamer als LTE mit den momentan möglichen 50MBit/s. Dafür hat UMTS den Vorteil das jeder mit einem halbwegs modernen Handy von dessen ausbau profitiert.

von Spacelab - am 25.06.2012 08:38
Um auf 42 Mbit/s zu kommen muss ein Smartphone HSPA+ unterstützen, sonst ist bei 14 Mbit/s Feierabend. Weiterhin muss man bedenken dass die 14 bzw. 42 Mbit eine Übertragung vollkommen ohne Schutz vor Übertragungsfehlern bedeutet und zudem alle Codes ausgeschöpft werden.

Sowas ist als Hotspot realistisch aber nicht in einem real aufgebauten Mobilfunknetz. Im Grunde genommen sind die Zahlen theoretische Angaben welche in der Realität nicht erreicht werden.

Wirklich realistische Angaben was die Sendeleistung betrifft sind nur den Mobilfunkbetreibern selber bekannt.
Es wird allerdings von 20 bis 100 Watt pro Funkkanal bei den Basisstationen ausgegangen. Die 100 Watt sind für LTE Basisstationen die eine Reichweite bis zu 10 km haben.
Die Sendeleistung schwankt bei den Basisstationen mit der Auslastung.

von Winnie2 - am 25.06.2012 10:04
Zitat
Spacelab
Könnte man also eine Indoorversorgung bei hohen Frequenzen nicht sicherstellen indem man einfach mehr Saft auf die Antenne gibt?
Das mag vielleicht für den Downlink funktionieren, aber beim Uplink muss die höhere Dämpfung ja irgendwie auch ausgeglichen werden. Bisher ist bei LTE nur eine UE Power Class definiert worden nach der Endgeräte mit maximal +23 dBm senden dürfen. Diese Beschränkung gilt für alle LTE-Bänder, so dass es nicht möglich ist, die größere Dämpfung in den Bändern mit hohen Frequenzen durch größere Sendeleistungen der Endgeräte auszugleichen.

von scharl - am 26.06.2012 21:03
Naja, es gibt für LTE 800 externe Antennen die einen Gewinn von bis zu 14 dBi haben können. Gebräuchlichere, kleinere externe LTE Antennen haben ca. 8 dBi Gewinn.

Falls die Sendeleistung am LTE Router nicht verändert werden kann dann kann da eine Sendeleistung von 30 bis zu 36 dBm dabei herauskommen.
30 dBm entsprechen 1 Watt, 36 dBm 4 Watt.

Mangels LTE Gerätschaften kann ich nicht nachsehen ob man die Sendeleistung einstellen kann.
Die ext. Antennen für LTE sind legal erhältlich. Mir ist allerdings nicht bekannt ob man diese benutzen darf. Sinnvoll sind diese sowieso nur in ländlichen Gebieten bei ortsfester Nutzung.

Die andere Frage die ich mir gerade stelle:
Wozu bzw. wofür braucht man LTE 800 in Stadtgebieten innerhalb von Gebäuden?

In Gebäuden kann man doch WLAN nutzen, oder sehe ich das falsch?

von Winnie2 - am 26.06.2012 21:33
Spacelab:

Grundlegend - mit dem derzeitigen Flickenteppich wie es bei UMTS der Fall ist und zu schwach angebundener Sendezellen taugt auch LTE nichts. Es ist wohl etwas frequenzökonomischer, man kann auf den Kanal mehr draufpacken und damit eine höhere Datenrate und mehr Ports realisieren. Wir bleiben ja eh weit unter den Möglichkeiten, die UMTS bieten würde - alle stürmen auf LTE als DSL Notnagel - und verschieben damit nur die überfällige Modernisierung des Telefonnetzes (die sie dann spätestens gegen Ende dieses Jahrzehnts treffen wird).

Wir haben ja selber im Dorf LTE von Vodafone auf 800MHz am Laufen, 3,6mbit mit Drossel bei 5GB für 23€ - endlich mehr als 56kbit/s - flockige 12 Jahre nach der Landeshauptstadt - Laptop und Lederhosen - ich mach nen Haufen drauf, das Ausland lacht uns doch so langsam aus...

von elchris - am 26.06.2012 22:04
Ich finde auch das erstmal der möglichst Flächendeckende ADSL2+ und UMTS (mit mindestens HSDPA+ 21.6) höchste Priorität haben wollte.

LTE800 ist dann eine Lösung für dort wo ADSL2+ und UMTS wirklich nicht finanzierbar ist, also für wirklich abgelegene Dörfer.

Und LTE2600 dort, wo Datenraten benötgit werden die UMTS nicht liefern kann. Auch da sehe ich derzeit keinen sonderlich grossen Bedarf.

Ich denke erstmal sollten wir folgende Zwischenziele ins Auge fassen, diese aber wirklich flächendeckend umsetzen:

1. (am Besten schon gestern) 4.096 / 384 KBit/s via DSL und 1.200 / 384 KBit/s via Mobilfunk

2. (bis sagen wir mal 2015) 10 / 1 MBit/s via DSL und Mobilfunk

Dann können wir mal weiter sehen.

von Martyn136 - am 27.06.2012 03:41
Ich finde es nur mal wieder schade das die Mobilfunker ihren dringendst benötigten UMTS Netzausbau noch weiter herunterfahren als eh schon. Die investieren jetzt viel lieber in LTE.

von Spacelab - am 27.06.2012 07:27
Ich auch ... vorallem Vodafone und o2 haben den UMTS Ausbau nahezu gestoppt. Was wohl daran liegt das sie nach der Übernahme von Arcor bzw. Hansenet eben auf den Festnetzmarkt drängen, und dort eine günstigere Alternative zu DSL suchen.

von Martyn136 - am 27.06.2012 20:02
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.