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UKW Abschaltung in Sachsen vom Tisch

Startbeitrag von Hallenser am 21.11.2012 18:18

Zitat

UKW-Abschaltung vom Tisch

Die für Ende 2014 gesetzlich festgelegte UKW-Abschaltung in Sachsen ist vom Tisch!

Nach unseren Informationen wurde das im zuständigen Medienausschuss des
Landtags mit der Mehrheit der CDU/FDP-Koalition beschlossen. Demnach sollen die UKW-Programme bis zum Jahr 2025 weitersenden. Somit können Sie auch unser Programm wie gewohnt über UKW empfangen.

Hintergrund der Entscheidung: Die Akzeptanz von digitalen Programmen im Markt sei zu gering, es gebe nur wenige Bürger, die überhaupt Digitalradios haben. Das sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Torsten Herbst. Nun müssen noch der Haushalts- und Finanzausschuss, sowie der Landtag zustimmen.

Im Juni 2008 hatte der Landtag, unter der damals Großen Koalition aus CDU und SPD, beschlossen, dass Radiosender nur bis zum 31.12.2014 ihr Programm über UKW ausstrahlen dürfen.


http://www.hitradio-rtl.de/top-aktuell/ukw-abschaltung-vom-tisch-585713/

Antworten:

Das wundert mich wirklich wenig. 2014 war absolut unrealistisch.

von RheinMain701 - am 21.11.2012 21:11
Na da könnern sie ja wieder jubeln, die Besitzstandswahrer und DAB-Gegner. RTL ist freilich hier mit an der Front. Aber, ganz ehrlich: UKW-Abschaltung schon 2014 ist auch absurd.

von Wiesbadener - am 22.11.2012 06:23
Die Sachsen wollten damit wohl zeigen wie weit sie entwickelt waren.

von pomnitz26 - am 22.11.2012 09:26
Tja, solange aber nichtmal die Privaten per DAB+ senden, wie z.B. in Sachsen Anhalt, brauchen wir über eine UKW Abschaltung eh nicht zu reden und in der Richtung geht leider auch überhaupt nichts voran hier in Sachsen.

von Matty06 - am 22.11.2012 09:29
2025 ist aber jetzt noch sehr lange hin. Man hätte wirklich mal eine Deadlinie setzten sollen. 2018 oder 2020 wäre sicherlich möglich. Allerdings bringt sowas bundeslandmässig eh nix. Sowas kann nur gesamtdeutsch entschieden werden. Was bringt es denn wenn in Sachsen dann kein UKW mehr zu hören ist und in allen anderen Bundesländern doch noch? Macht nicht so wirklich Sinn.

von zerobase now - am 22.11.2012 09:42
Frei nach dem Motto der FM-Rundfunk ist doch tot, hoch lebe FM via UKW-Band.:D
Wahrscheinlich senden sogar 2050 die Privaten noch ihren Rundfunk via FM in Mitteldeutschland und DAB SuperPlus1000 startet zum Weihnachtsgeschäft 2060 dann richtig durch :spos:.

Mich hätte die geplante Abschaltung von UKW hier in Mitteldeutschland (erstmals in Erwägung gezogen anno 2010) sehr gefreut, leider werde ich diesen glücklichen Umstand wohl nicht mehr erleben, endlich hätte es sich mal gelohnt wieder mal via UKW mit einfachsten Empfängern und breiten Filtern aktiv entfernte Stationen zu empfangen, so wird das wohl zu meinen Lebzeiten kaum noch was.... In meinem Büro auf Arbeit wäre auch schlagartig SAW-freie-Zone :cheers:.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 22.11.2012 10:12
Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
endlich hätte es sich mal gelohnt wieder mal via UKW mit einfachsten Empfängern und breiten Filtern aktiv entfernte Stationen zu empfangen, so wird das wohl zu meinen Lebzeiten kaum noch was.... In meinem Büro auf Arbeit wäre auch schlagartig SAW-freie-Zone :cheers:.


Verreise doch einfach - exotische Empfangsberichte aus anderen Ländern (die mn nicht so schnell bereist) sind immer willkommen und Geld verdienst Du ja trotz SAW-Verseuchung. ;-)

von Mathias Volta - am 22.11.2012 11:07
DAB ist an sich ne feine Sache, aber ohne die UKW-Zwangsabschaltung hat es leider nur zu wenige Chancen einen Durchbruch zu erreichen. Noch ca. 20 Jahre FM via UKW-Bereich können wir wohl rechnen.
Wenigstens müsste doch die Industrie dazu verdammt werden können ab 2013 kein einziges Neu-Radio-Gerät auf den Markt zu bringen welches neben UKW nicht auch DAB+ kann.

Im TV-Bereich gibts auch so gut keine Geräte mehr die nicht mindestens DVB-T/C bzw. auch u.U. DVB-S(2) können.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 22.11.2012 12:25
UKW-Rundfunk wird uns alle noch überleben :bruell:

von WellenreiterBN - am 22.11.2012 12:36
Leider ist das nicht so einfach.
DVB-T/C/S(2) ist zumindest in der ganzen EU quasi Standard. Bei DAB ist das leider noch nicht der Fall. Warum soll ein Kunde in Rumänien oder Portugal zu DAB gezwungen werden?
Es widerspricht dem gültigen EU-Recht, wenn ein Radiogerät in einem Land verkauft werden darf, in einem anderen nicht. Also müßte so eine Regelung EU-weit kommen.

von DH0GHU - am 22.11.2012 12:37
@ Ulrich Hilsinger,
Wenn die EU - Bürokraten das entscheiden sollen ,wird es sicher noch Jahrzehnte dauern!:(
Die haben doch nur ihre Diätenerhöhung im Kopf und manche wissen sicher auch nicht, was überhaupt DAB+ ist.

:cheers: + schönes WE - Hempe

von Hempe - am 22.11.2012 14:00
Ganz im Gegenteil, für Bakschisch machen die alles! Ich denke da nur an das schwachsinnige Glühlampenverbot. Wenn jetzt ein Konsortium aus Senderbauern und Netzbetreibern einen großen Wachstumsmarkt sieht und an die richtigen Leute genug Kohle rüberwachsen lässt, kommt ratzfatz ein UKW-Verbot. Es sei denn, die Programmmacher sind dagegen und drohen schlecht über Brüssel zu berichten...

von Bolivar diGriz - am 22.11.2012 14:39
Ich würde sagen das man ganz easy 2016 für ganz Deutschland UKW abschalten kann, es gibt schon derzeit alle möglichen DAB+ empfänger zu kaufen, auch recht günstige.

von Rheinländer - am 22.11.2012 15:17
Der Abschaltplan hat sich leicht verändert! ;-)
Jetzt müssen wir zu den Wahlen erst die FDP abschalten und dann erst UKW.

von dvb_jens - am 22.11.2012 15:32
Warum soll man überhaupt ganz abschalten? Es läuft ja auch heute beispielsweise noch etwas auf Mittelwelle. Meiner Meinung nach wird es auch in 50 Jahren zumindest noch eine Grundversorgung auf UKW geben. Hat sich DAB einmal durchgesetzt, wird wahrscheinlich einfach Schritt für Schritt allmählich abgeschaltet werden, da nicht mehr wirtschaftlich, bis am Ende ein paar öffentlich-rechtliche Informationssender übrig bleiben, die die Grundversorgung gewährleisten. Im Gegensatz zu anderen Technologien (DVB-T, Sat, Kabel) blockieren die analogen UKW-Frequenzen ja auch nicht die Ressourcen für die digitalen Sender.
Man wird eine Zwangsabschaltung auch nie politisch durchbringen können, solange DAB noch nicht zum Hauptempfangsweg geworden ist. Wenn dies irgendwann doch mal der Fall ist, braucht man die Zwangsabschaltung auch nicht mehr, weil dann die Sender von selbst abspringen werden. Ein Gesetz, das die Gerätehersteller zum Einbau von DAB-Empfängern zwingt, wäre wohl das einzig mögliche und sinnvolle Mittel, das der Politik zur Verfügung steht.

von fn1107 - am 22.11.2012 15:33
Der Freistaat Sachsen hat eine unsinnige, quasi alleinige und vor allem voreilige Entscheidung, die wirklich absurd war, revidiert. Kluge Politiker hätten so etwas gar nicht beschlossen (besonders nicht auf Landesebene).
(eventuell haben die Sachsen von der CSU aus dem anderen Freistaat gelernt, denen eine ebenfalls selbst getroffeneEntscheidung (Studiengebühren) momentan doch recht zu schaffen macht;):D).

von Schwabinger - am 22.11.2012 17:10
Super, jetzt haben die Beamten sogar begriffen, daß UKW wohl doch noch nicht ganz vom Tisch ist. Diese Erkenntnis wird bestimmt wieder schön fein mit Schnittchen und dem besten Champagner gefeiert. :rolleyes:



@ zerobase now

Zitat

Man hätte wirklich mal eine Deadlinie setzten sollen. 2018 oder 2020 wäre sicherlich möglich.


Ganz toll! Die Finger der Politik oder des Beamtentums haben meiner Meinung nach überhaupt nichts darin zu suchen. Das gehört dann in die Kategorie DSR und D2-MAC.

Sowas hat nur einer zu entscheiden und zwar der Verbraucher. Sieht er in etwas einen Mehrwert, dann wird sich eine neue Technik auch durchsetzen. Ist dem nicht so, dann ist der Markt nunmal gesättigt und die Nachfrage befriedigt. Fertig aus!

Ginge es nach den alten Bundespostbeamten, dann hätten wir alle bestenfalls ISDN mit der superschnellen Datenrate von 64 kbit/s. Das hätten uns die Politik und das Beamtentum auch aufgezwungen. Gottseidank konnte sich dann dieses seltsame Produkt DSL, in dem der Verbraucher tatsächlich einen Mehrwehrt sehen konnte, auf einem liberalisierten Markt durchsetzen. Mit DSR und D2-MAC war es, wie gesagt, kaum anders.

Also laßt dem Rundfunkwesen bitte seine natürliche Entwicklung auf einem liberalen Boden!

von Kay B - am 22.11.2012 17:18
FM-Rundfunk ist zwar technisch veraltet allerdings hat es sich so bewährt, dass Konsument, Industrie und Radiomacher kaum davon abzubringen sind, und in D vielleicht sogar die 100 Jahre Regelbetrieb schaffen wird.
Was gut ist währt eben doch sehr lange, digital könnte gegen FM nur eine Art Single- Carrier- Übertragungssystem anstinken mit guter Audiobandbreite und nicht Huckepack irgendwo, der Paketzwang via DAB kann eben UKW doch noch nicht ersetzen, momentan leider nur ergänzen.

Spekulationsmodus an: "Vielleicht wäre eine Einführung von DRM+ auf Teilen der Bänder 2 und 3 näher an der Lösung des Problems, den Rundfunk terrestrisch endlich zu digitalisieren, gewesen.",Sperkulationsmodus aus.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 22.11.2012 18:11
Ich finde es schade, daß man DAB nicht wie DVB konzipiert und SCPC vorgesehen hat.

Die Feste Bandbreite und der Paketzwang rauben dem System Flexibilität.

von Kay B - am 23.11.2012 06:21
Frequenzpolitik ist auch Ordnungspolitik, Frequenznutzungen werden zum Gück *nicht* ausschließlich dem Markt überlassen. Das ist immerhin eine natürliche, begrenzte und nicht vermehrbare Resource und daher nicht mit einem jederzeit verlegbarem Kupfer- oder Glasfaserkabel vergleichbar.
Insofern bin ich mir sicher, daß die Politik irgendwann einmal eine UKW-Abschaltung durchsetzen wird. Allerdings ist die Attraktivität des 3m-Bandes nicht sooo hoch, daß das in den nächsten 10 Jahren passieren wird.
Ich glaube allerdings auch, dass diese schwarz-weiß-Diskussion in die falsche Richtung geht.
Man könnte genauso gut Teile des 3m-Bandes (z.B. 87,5 MHz bis 100 MHz) auf Ewig dem UKW-Rundfunk überlassen - für Lokalsender und Bürgerfunk mit stark reduzierten Lizenzauflagen. Die Radios können ja beides empfangen.

Allerdings zeigt das Beispiel Schweiz auch, dass man durchaus kommerziellen Lokalfunk in DAB-Bouquets bringen kann, die dann größere Gebiete abdecken. Das darf allerdings nicht das alleinige Digitalisierungskonzept bleiben, sonst kommt sowas langweiliges raus wie der SMC-Mux. Ist in D ja auch nicht der Fall. Da kommt erstmal Mehrwert, danach der Transfer von UKW auf DAB.

von DH0GHU - am 23.11.2012 10:03
@ Ulrich Hilsinger

Zitat

Frequenzpolitik ist auch Ordnungspolitik, Frequenznutzungen werden zum Gück *nicht* ausschließlich dem Markt überlassen. Das ist immerhin eine natürliche, begrenzte und nicht vermehrbare Resource und daher nicht mit einem jederzeit verlegbarem Kupfer- oder Glasfaserkabel vergleichbar.


Ja, das ist auch gut so, daß die Verteilung des Gutes "Frequenzen" nicht dem Markt überlassen wird. Aber darum geht es ja nicht, da der Anteil am begrenzten Gut "Frequenzen" unangetastet bleibt. Die Frequenzbereiche für analoges UKW-Radio und DAB sind klar abgesteckt worden.

Es geht einzig um die Entscheidung, ob sich nun DAB durchsetzen wird oder UKW in seiner jetzigen Form bestehen bleibt. Und das sollte aber schon dem Markt überlassen werden.

Wenn sich am Markt ein überfülltes und zugefunzeltes analoges UKW-Band gegenüber DAB durchsetzt, dann soll das halt so sein. Das ist für Techniker natürlich unverständlich, aber die Entscheidung liegt halt beim Verbraucher.

Und gerade weil Frequenzen ein begrenztes Gut sind, hätte man bei DAB flexibler definieren und SCPC mit einbeziehen sollen.

Ein gutes Beispiel sind hier die bayerischen Lokalradios. Da hat man ungefähr alle drei Landkreise einen anderen Rundfunkveranstalter. Das L-Band scheint sowieso vom Tisch zu sein und taugt auch allenfalls zur Lokalversorgung einer Stadt, nicht aber zur Versorgung gebirgiger bayerischer Landkreise. Also bliebe nur noch die Möglichkeit, alle bayerischen Lokalsender in einen Mux zu packen und diese im Band III landesweit auszustrahlen.

Das wäre allerdings völliger Schwachsinn, da diese Sender dann ihr Programm in einem Gebiet ausstrahlen, von dem der Großteil gar nicht zum eigentlichen Zielgebiet des Senders gehört. Angenommen, man würde einen nordbayerischen Mux für die bayerischen Lokalsender zusammenstellen. Dann wäre z.B. Radio Gong aus Würzburg in Schirnding an der tschechischen Grenze zu empfangen. Und Radio Gong müßte dafür bezahlen. Das wäre betriebswirtschaftlich gesehen für so einen Lokalsender nicht machbar.

Hätte man bei DAB die Möglichkeit, in SCPC zu senden, könnte Radio Gong einfach eine DAB-Funzel mit einem schmalbandigen Signal im Band III aufbauen und sie hätten damit ihr Zielgebiet versorgt.

Das wäre meiner Meinung nach frequenzökonomischer als dieser Paketzwang.

von Kay B - am 23.11.2012 18:25
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