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vor 13 Jahren, 3 Monaten
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vor 13 Jahren, 3 Monaten
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radioinfo_4, Erich Hoinicke, Rosti 2.0, Andreas W, DAB_zerstören, Wiesbadener, Manager., andimik, Terranus, Birger*, rabbe, Analogiker

Aktuelles Gerichtsurteil zum Radioempfang

Startbeitrag von DAB_zerstören am 13.07.2004 23:33

Quelle: http://radioinfos.promweb.de/RadioNews.html

Radionews

14-07-2004

Gericht: Radio-Empfangsstörung durch Windräder ist hinzunehmen



Der Betreiber einer Windkraftanlage muss von seiner Anlage verursachte Störungen im Radioempfang nicht abstellen. Das geht aus einem heute veröffentlichten Urteil des Oberverwaltungsgerichtes (OVG) Rheinland-Pfalz in Koblenz hervor (Az.: 8 A 10809/04.OVG). Laut Gericht ist im Allgemeinen nicht der Betreiber einer Windenergieanlage verpflichtet, Störungen des terrestrischen Rundfunkempfangs zu beseitigen, die auf so genannter Abschattungswirkung der Anlage für Funkwellen beruhen. Radiosender müssen grundsätzlich selbst für eine störungsfreie Technik sorgen.

Das OVG lehnte mit der Entscheidung einen Antrag des Südwestrundfunks (SWR) auf Zulassung der Berufung gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts Neustadt an der Weinstraße ab. Der Landkreis Südwestpfalz hatte den Windkraft-Betreiber angewiesen, Störungen des Radioempfangs zu beenden. Das Verwaltungsgericht Neustadt hob diese Auflage jedoch auf und bekam darin vom OVG Recht.

Die Abschattungswirkung von Windrädern für Rundfunkwellen ist keine schädliche Umwelteinwirkung nach dem Immissionsschutzrecht wie etwa Luftverunreinigungen, Erschütterungen, Licht, Wärme oder Strahlen, teilte das OVG zur Begründung mit. Es gebe auch keine sonstigen Gefahren für die Allgemeinheit. Die Rundfunkfreiheit wird nach Ansicht der Richter ebenfalls nicht beeinträchtigt. Auch der Grundversorgungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Radiosender schütze nicht vor Störungen der terrestrischen Übertragung.

Antworten:

Und ich klage heute gegen sämtliche Betreiber von Computer, Straßenlaternen, Oberleitungen usw. Die stören bei mir auch massiv den Radioempfang. Zusätzlich klage ich gegen die Stadt Wiesbaden. Durch Füllung des Müllberges bei Erbenheim reduziert sie den Südempfang :D :D :D :D

von Wiesbadener - am 14.07.2004 06:11
Weiß denn jemand genaueres über den konkreten Fall? Wie soll ich mir denn Abschattungen durch diese Windmühlen vorstellen? Die sind doch von der Fläche ganz anders zu betrachten als z.B. ein Haus aus Beton. Aber es verwundert mich auch immer wieder mit was für einer schwachfugigen Energie die ÖRs Prozesse anstoßen. Alternativ vielleicht nen Füllsender aufstellen? Häufig reicht aber auch schon eine gute Antenne.



von Birger* - am 14.07.2004 06:22
ich könnte mir vorstellen, dass die Rotorblätter wechselnden Empfang erzeugen, der zu schwindenden Signal führt (wenn Bäume in der Nähe sind, die vom Wind hin und hergeweht werden tritt ja dasselbe auf), aber im Digitalzeitalter dürfte das irgendwann sowieso kein Problem mehr sein.



von Rosti 2.0 - am 14.07.2004 06:27
Stellt euch mal mit einem Empfänger unter so ein Windrad. Die Stellung der Rotorblätter merkt man total. Ich hab mich mal mit dem Auto in Schnaitsee unter so einen Rotor gestellt, bei ziemlich starkem Wind. Nahezu auf jeder Frequenz gab es im Sekundentakt Schwankungen von verrauscht bis zu RDS Empfang (natürlich im Takt der Drehung der Rotorblätter). Auf manchen Frequenzen wechselten sich im Takt der Drehung zwei Sender ab. War total irre, man konnte auch ohne die Blätter zu sehen genau sagen, wie schnell die sich drehten, weil mans im Radio hörte. Die Dinger sind ja nun auch ganz schön hoch und reflektieren von da oben vielleicht die eine oder andere Welle runter. Insofern evtl. auch die Chance, was reinzukriegen, was sonst an sich unten nicht gehen würde. Das mit Windkraft-Scattering ist also nicht mal so weit hergeholt.



von Andreas W - am 14.07.2004 09:05
Ist vergleichbar, wenn ein Flugzeug hier über uns hinwegfliegt und sich im Nu die gesamte Empfangslage ändert. Bestes Beispiel: auf 89,0 kommt normalerweise Bayern 4 aus Würzburg. Kommt ein Fluzeug, scattert 89,0 RTL vom Brocken rein, teils mit RDS.

von Wiesbadener - am 14.07.2004 09:17
Ich seh schon kommen: der SWR wird ein paar 10 Watt UKW Füllfunzeln an den Rotormasten installieren :)



von Terranus - am 14.07.2004 09:30
Zitat

Die Dinger sind ja nun auch ganz schön hoch und reflektieren von da oben vielleicht die eine oder andere Welle runter. Insofern evtl. auch die Chance, was reinzukriegen, was sonst an sich unten nicht gehen würde.
Und da kein geringer Teil dieser HF-Schleudern auch mal steht, ist hiermit ein neuer Randsport aus der Taufe gehoben worden: Extreme Windradflügelreflexions-DXing! :D

von Erich Hoinicke - am 14.07.2004 10:19
Michael Rost schrieb:

Zitat

ich könnte mir vorstellen, dass die Rotorblätter wechselnden
Empfang erzeugen, der zu schwindenden Signal führt (wenn
Bäume in der Nähe sind, die vom Wind hin und hergeweht werden
tritt ja dasselbe auf), aber im Digitalzeitalter dürfte das
irgendwann sowieso kein Problem mehr sein.

---
Grundig YB 400 (80 kHz; UKW-Dipol) _|_
Terratec DR Box1 (9-Elemente VHF-Yagi)
_|_ TechniSat Skystar2 (Gibertini 65;
19,2°E)

QTH: Linkenheim (LKr Karlsruhe)


Ich kann deine Vermutung bestätigen. Allerdings habe ich diese Störungen nur im UHF-Bereich beim breitbandigen Analog-TV-Empfang. Die Windräder sind ca. 700m von mir entfernt, genau in Richtung eines ca. 70km entfernten Hauptnetzsender (Wiederau bei Leipzig). Im VHF-Bereich habe ich keine Probleme, obwohl es 4 Windräder sind. Interessant wird es sein, wie sich diese Situation beim Umstieg auf DVB-T im kommenden Jahr ändern wird.

von rabbe - am 14.07.2004 10:44
@Erich:
Und wenn mal die Flügel nicht so stehen, wie man´s gerne hätte, kommt noch "Extreme-Windradclimbing" und "Extrem-Flügelverstelling" hinzu... ;-)



von Andreas W - am 14.07.2004 11:06
Jou, Extreme Massenpusting & Weiterdrehing...

von Erich Hoinicke - am 14.07.2004 12:07
Extreme Windradfälling

von Analogiker - am 14.07.2004 12:42
Haaalt, nix Fälling... Wir nutzen ja das Windrad zum DXen... Nur so hindrehen, dass der Empfang passt...



von Andreas W - am 14.07.2004 12:48
Wiesbadener schrieb:

Zitat

Ist vergleichbar, wenn ein Flugzeug hier über uns
hinwegfliegt und sich im Nu die gesamte Empfangslage ändert.
Bestes Beispiel: auf 89,0 kommt normalerweise Bayern 4 aus
Würzburg. Kommt ein Fluzeug, scattert 89,0 RTL vom Brocken
rein, teils mit RDS.
Interessant! Habe ich noch nie gehört.



von andimik - am 14.07.2004 14:28
Wiesbandener ist ein lustiger Geselle. Auf diese Idee wäre ich nie gekommen. Wie Tief muss das Flugzeug den fliegen. 50m oder 70 m.

von radioinfo_4 - am 14.07.2004 14:58
@Andreas Mikula
@sachsenradio_2

eure letzten Postings sind nicht wirklich ernstgemeint oder?



von Rosti 2.0 - am 14.07.2004 15:18
Vom Flugzeug hat es nichts zu tuen.

Frage:
habe ich einen guten Radioempfang wenn ich auf ein Windrad meine Antenne raufbaue unten per W-Lan zu mir nachhause schicke, wer hat es ausprobiert würde mich interessieren, habe aber keine Absichten es nach zu machen.

von radioinfo_4 - am 14.07.2004 15:23
@sachsenradio_2:
hast du das echt noch nicht erlebt???

Ich wohne seit Ewigkeiten in der Einflugschneise und konnte schon sehr oft (täglich) Airplane Scatter empfangen. Hier bei mir knallt je nach Fluglinie auf 89,0MHz SWR4 oder France Culture rein. Normalerweise ist hier 89.0 RTL zu hören. Das gleiche gilt für diverse andere Frequenzen!



von Rosti 2.0 - am 14.07.2004 15:37
Stellt mal im Autoradio eine freie Frequenz ein und fahrt unter einer Brücke durch. Für den Moment kann es passieren, daß plötzlich auf dieser Frequenz ein Sender, mitunter sogar deutlich, zu hören ist. Nach vollzogener Durchfahrt ist dann wieder Essig auf der Frequenz.


@ tomfritz:

Das gleiche gibt's auch an Tunneleinfahrten:
Beispiel Virngrundtunnel an der A 7 Würzburg Richtung Ulm zwischen Dinkelsbühl und Ellwangen. Auf der Frequenz 103,3 höre ich vor dem Tunnel Antenne Bayern (Unterringingen/Rauhe Wanne), bei der Tunneleinfahrt dann für einige Meter DLF (Heidelstein/Rhön) und dann im Tunnel nichts mehr...



von Manager. - am 14.07.2004 20:44
In Bremen hat einer Seine Antenne und seine Setalittenschüssel auf einen LeitungsMast der deutschen Bahn installiert, die Folge war die Polizei kam zu Besuch und diese Person bekamm eine fette Anzeigen wegen Eingriff ins fremde Eigentum. Wer hat Erfahrungen stimmt es, dass ein Leitungsmast der deutschen Bahn so einen guten Empfang erzeugt, die Polizei berichtete.

von DAB_zerstören - am 14.07.2004 21:48
na ja bis auf die Sat-Schüssel gilt ja sowieso, je höher die Antenne desto besser... ob das nun ein Haus oder ein Leistungsmast der Bahn ist spielt eigentlich keine Rolle. Das einzige was ich mir vorstellen könnte, sind Störungen durch die Stromleitungen, hat ja bestimmt schon jeder erlebt, der sein Radio in der Nähe eines Bahnhofes (Stromleitungen) betrieben hat.



von Rosti 2.0 - am 14.07.2004 21:54
Aber stimmt es dass man damit außerhalb von Hamburg sogar Sender aus Polen empfangen kann und das UKW Band ungefähr 40 Sender empfängt, hat mir jemand erzählt, ich glaube er ist ein Spinner.

von DAB_zerstören - am 14.07.2004 21:58
Hamburg - polnische Grenze, das sind 300 km, mit gutem Equipment eigentlich kein Problem. Bei guten Ausbreitungsbedingungen noch weniger. Und Bandscans mit 40 Sendern insgesamt ist ja eher dürftig. Das Gros der Bandscans hat so 100...200 Sender. Wenn er 40 Verschiedene meinte, ist das durchaus im Rahmen des möglichen. Nein, er ist wahrscheinlich kein Spinner, gib ihm unsere HP-Adresse. ;)

von Erich Hoinicke - am 15.07.2004 06:54
Hi Erich wie geht es dir habe schon lange von dir nichts gehört, gehst du noch auf sendung.

von radioinfo_4 - am 15.07.2004 09:19
Klar. Danke der Nachfrage. War nur letzten Sonntag durch Sporadic E "etwas" in der Vorbereitung gestört worden, so daß ich spontan die Stunde meinem Vorgänger überließ... Zwecklos, ihm das erklären zu wollen ;) Bist Du der M. mit dem S.?

von Erich Hoinicke - am 15.07.2004 10:09
Erich wir kennen uns, kannst mir eine Email schicken und ich kann dir näheres dazu sagen.

von radioinfo_4 - am 15.07.2004 10:11
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