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vor 13 Jahren, 10 Monaten
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Rolf, der Frequenzenfänger, Der Modulator, Daniel28-55-59, Kay B, _Yoshi_, joergmoe, frequenzfreak, DX-Timo, Werner53

Yamaha T-85 und 53kHz-Filter: sehr empfehlenswert!

Startbeitrag von Rolf, der Frequenzenfänger am 19.09.2004 12:33

Endlich bin ich dazu gekommen, die im Sommer bestellten ZF-Filter zu verbauen. Bisher hatte ich in meinem Yamaha T-85 einen 110kHz- und einen 80kHz-Filter drin (für Narrow/Super-Narrow). Die drei anderen Filter (Wide/Super-Wide) habe ich original gelassen.
Neu habe ich jetzt nur noch die beiden Super-Wide-Filter CF201A und CF201B original (280kHz). An Position CF201C ("Wide") ist jetzt ein 110kHz-Filter drin, bei CF201D 80kHz und bei CF201F 53kHz. Somit ist das Gerät jetzt dank seiner vier Bandbreiten-Stellungen sowohl als HiFi-Tuner als auch als hervorragende DX-Maschine zu gebrauchen. In Stellung "Super-Wide" sind offenbar die Filter A bis B in Betrieb (2x280kHz), bei "Wide" A bis C (2x280 und 1x110kHz), bei "Narrow" kommt Filter D dazu (80kHz) und bei "Super Narrow" noch der 53kHz-Filter auf Position F. Das Ergebnis ist sensationell: bei kritischen Empfängen (z.B. 100,7 Zugspitze gegen 100,6 Witthoh) schlägt sich der modifizierte Yamaha deutlich besser als der Onkyo 4970 mit eingeschaltetem DYNAS! Während beim Onkyo immer noch deutlich der DLF durchschlägt, ist beim T-85 FM4 in fast störungsfreiem Mono zu hören. Sogar Stereo-Betrieb ist möglich, aber natürlich mit den Einschränkungen, die sich durch die schmale ZF-Bandbreite ergeben. Der Onkyo bringt in der gleichen Situation kein Stereo zustande.
Weil ich das Gerät schon offen hatte, habe ich auch gleich einen MPX-Ausgang für den RDS-Manager nachgerüstet, da dessen Performance bei Anschluss an die NF-Ausgänge doch ziemlich zu wünschen übrig lässt. An der Drahtbrücke neben VR211 kann man wunderbar das MPX abgreifen und nach aussen führen. In "Super Narrow" ist allerdings auch mit MPX-Direktausgang (erwartungsgemäss) keine RDS-Decodierung mehr möglich. Bei "Narrow" geht's dagegen noch einigermassen, jedoch stark abhängig vom senderseitigen RDS-Hub.
Wer (wie ich) das Problem hat, dass mit zunehmendem Alter des Gerätes (sind jetzt immerhin schon rund 15 Jahre) die Frequenz-Anzeige nicht mehr ganz mit der tatsächlichen Frequenz übereinstimmt, kann dies mit VR213 ("IF OFFSET ADJ") korrigieren. Die Abweichung war bei meinem zwar nur sehr gering, machte sich aber jetzt mit den sehr schmalen Filtern unangenehm bemerkbar. Wichtig: man muss das Gerät nach dem Verstellen dieses Potis aus- und wieder einschalten, damit die neue Einstellung wirksam wird! Ebenfalls korrigieren kann man, falls erforderlich, die Amplitude der Feldstärke-Anzeige. Dies geschieht mit VR209 ("SIGNAL METER").



Antworten:

Schönes Foto und schöner Bericht!
Hast du die Frequenz 107.9 mal getestet?



von frequenzfreak - am 19.09.2004 12:36
Hallo Rolf !

Kannst du mir bitte mal die Codierungen für die 80 und 53 kHz-Filter sagen (E10.7???) und wo sich der rote Punkt befindet.

Bin gerade dabei ein kleine Tabelle zu erstellen mit sämtlichen 10,7 MHz-ZF-Filtern von Murata, die es gibt.

Danke !



von DX-Timo - am 19.09.2004 12:45
@ frequenzfreak: Im Moment ist Funkstille auf 107,9... nicht mal der Kreuzberg geht. Aber Rete Uno vom Säntis stört nur noch gaaaaanz schwach rein! ;)

@ Timo: 80kHz hat den Buchstaben "T" am Schluss, 53kHz "V". Einen roten Punkt haben beide nicht...

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 19.09.2004 12:48
hast du eine Möglichkeit, die Linearität im Durchlaßbereich und die Flankensteilheit ( bzw. Bandbreite ) der Filterkombination bei z.B. -40dB zu messen ( shape Faktor ) ?


Gruß Werner

von Werner53 - am 19.09.2004 12:53
@ Werner: Nein, solche Messgeräte habe ich leider nicht zur Verfügung... :(

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 19.09.2004 12:59
@ Frequenzenfänger:
Seit ein paar Wochen habe ich auch einen Yamaha T-85. Modifiziert wurde er aus Zeitgründen erst vor einer Woche. Dein Thread mit dem Foto war eine wertvolle Hilfe!
Ich habe an allen Filter-Positionen Sockel eingelötet und die Filterbestückung genau so vorgenommen, wie du sie hast, also zwei 280er Originalfilter und 110/80/56, habe aber auch schon mit zwei 56er Filtern probiert wegen einer noch besseren DX-Trennschärfe. Weitere Experimente werden folgen.
Die Großsignalfestigkeit ist deutlich besser als bei meinen anderen Geräten (Onkyo T-4711, Satellit 700). In meinem Elternhaus in Chemnitz bekomme ich aber trotzdem nicht alle Übersteuerungen weg, da es nur 2 km bis zum Sendemast der Lokalstationen sind, die mit bis zu 97 dB mV (vor Jahren einmal gemessen) hereinkommen.

Nun eine Frage zum MPX-Ausgang. Auf dem Foto ist nur das Kabel, aber keine Buchse zu erkennen? Hast du eine Buchse eingesetzt und wenn ja, welche (Cinch(Klinke)?



von joergmoe - am 08.03.2005 11:25
Glückwunsch! Du wirst sicher viel Freude am T-85 haben!

Für den MPX-Ausgang habe ich einfach nur das Kabel durch ein bereits vorhandenes Loch im Gehäuse nach aussen geführt und an dessen Ende eine Cinch-Buchse montiert (wie auch auf dem Bild zu erkennen ist). Natürlich kannst du auch eine Einbaubuchse montieren... war mir aber zu viel Aufwand und ausserdem wollte ich das Gehäuse nicht "versauen".

> Die Großsignalfestigkeit ist deutlich besser als bei meinen anderen Geräten

Ja, die ist absolute Spitze. Als ich mal nach "Service-Arbeiten" an meiner Verteilanlage viel zu viel "Saft" auf der Antennendose hatte, hat der Onkyo 4970 (wahrlich auch kein schlechtes Gerät) völlig durchgedreht und nicht mal mehr die Ortssender sauber wiedergegeben. Der T-85 dagegen liess sich dadurch überhaupt nicht irritieren. Etwas besseres in Sachen Grosssignalfestigkeit habe ich bisher nicht gesehen.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 08.03.2005 11:55
@Rolf, der Frequenzenfänger

Hallo Rolf,
ich sollte doch mit dem Auto zum Weissenstein kommen, dann können wir unsere beiden Tuner mal vergleichen:
Ich bin nämlich auch der Meinung, dass ein Radio beides können sollte: Eimal saubere HiFI Wiedergabe und einmal saubere DX-Maschine !!

Was hältst du von meiner Kiste?
Sie hat jetzt 4 verschiedene Bandbreiten und insgesamt bis zu 10 Keramikfilter in einer Kette.



Das Kabelgewirr habe ich mittlerweile aufgeräumt, die Bilder sind etwas älter.



ENTER und RETURN werden "zweckentfremdet" (müssen für 1 sek. gedrückt werden). Die dritte Bandbreite hat der Sony selbst (NARROW). Und in WIDE sind's 3*230kHz.





von Der Modulator - am 08.03.2005 15:50
Nicht schlecht! Du bist ja wirklich ein begabter Bastler! ;)
Was für Filterkombis hast du da jetzt konkret drin?

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 08.03.2005 21:00
@Rolf

Das wirst du nicht glauben !!

Ich möchte dein Yamaha Radio keinesfalls schlecht machen, aber von den 53 kHz Filtern halte ich nichts. Ich besitze noch einen Sony ICF PRO 80 Receiver. Der hat ein solches Filter, sowie drei weitere breite für 10,7 MHz. Was da zu hören ist, wenn ich auf N.FM (Narrow FM) umschalte, macht keinen Spaß mehr.

Wenn du mal selbst 3*110 kHz und 4*80 kHz (in zwei Gruppen 2*80 + 2*80 schaltbar) ausprobiert hat, wirst du das 53 kHz nicht mehr haben wollen.

Aber jetzt zu meiner Kombination (alles in einer Kette) :
WIDE: 3*230 kHz (SFELA10M7GALM - Originalfilter)
NARROW: 3*180 kHz (SFELF10M7HAXD - speziell auf hohe Phasenlinearität "gezüchtete" Filter)
SUPERNARROW (1) grüne LED: 2*110 kHz (SFELF10M7KAH0)
SUPERNARROW (2) orange LED: 2*80 kHz (SFELF10M7LFTA)

Aber warum bin ich zurück gegangen auf breite Filter, wirst du dich jetzt fragen:

Wegen der HiFi Klangtreue und wegen des besseren RDS Empfangs.
Warum nicht 3*150 kHz wäre die nächste Frage:
3*150 selektieren fast so gut wie 2*110, bringen aber zusammen in Kombination wenig Vorteil. 3*180 + 2*110 sind da fast genauso trennscharf.
Außerdem ist mit 3*150 ist der Empfang schlechter als mit 3*180, wenn ich 50 kHz neben die Frequenz drehe - das ist manchmal hilfreich.
Wenn du willst, stelle ich zwei Bilder von einem 10 kHz Sinus, der mit lediglich einmal 2*110 kHz und einmal mit 3*150 kHz gefiltert wurde, ins Forum. Soll das überhaupt ein Sinus sein, wirst du dich dann bei beiden Oszillogrammen fragen. Mit 3*180 kHz erkennt man den Sinus, aber er ist schon leicht verzerrt.

Mit der Kombination 3*230 + 3*180 kann ich bereits ein Drittel aller Nicht-Lokalen Sender perfekt filtern, d.h. alles, was 200 kHz entfernt ist kann ich damit "erschlagen". Die Tropo-Bandöffnung im November hat etwa die Selbe Relation gezeigt. Sogar mehr als ein Drittel!

Das zweite Drittel aller Sender filtere ich mit 2*110 + 2*80.
Den Rest mit den Kombinationen 2*110 oder 3*180 + 2*110 oder 2*80 oder 3*180 + 2*80
Die 3*230 sind immer aktiv und sind auch sehr wertvoll als Grobselektion, denn die schmalen Filter haben leider Nebenzipfel (engl. spurious response).

Zum RDS Empfang:
Mit 2*110 kHz wird die Dekodierung etwas träger, funktioniert aber tadellos.
Mit 2*80 kHz ist bei schwachen Signalen immerhin noch der PI-Code fehlerfrei.
Bei 2*110 + 2*80 verschwindet RDS bei schwachen Signalen ganz, wobei der Übergang teilweise durch Fading fließend erfolgt. Es lässt sich oft gar nicht sicher sagen, ob jetzt die 80 kHz Filter schuld sind oder ob das Signal einfach schwächer wurde.
Wenn ich beim Sony ST-SE700 einmal auf PI-Code Anzeige umgeschaltet habe, bleibt diese auch bei einer Bandbreitenumschaltung erhalten.
Verschwindet RDS erscheint dann eben P I : -- -- -- --

Es stimmt, was Ulrich Onken in seinem Bericht über RDS Grundlagen geschrieben hat: Durch die Fehlerkorrektur (möglich durch die hohe Datenredundanz) liefert der RDS-Dekoder zwar oft keine Informationen mehr, aber eben auch nur selten falsche.

So, ich denke die Beschreibung reicht fürs Erste. Was hältst du jetzt von meiner Kiste ?



von Der Modulator - am 10.03.2005 12:50
Wir müssten die "Kisten" halt wirklich mal direkt vergleichen. Ein schwacher Sender, der 100kHz neben einem Ortssender liegt, muss einfach möglichst sauber reinkommen. Das ist mein Kriterium Nummer Eins und ist bei meinem T-85 erfüllt.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 10.03.2005 13:48
Das mit dem sauber reinkommen liegt oft auch bei den Sender selbst.
Wenn dieser ein extremen hub hat dann klingt es immer etwas verzerrt.

Dann kommt es noch darauf an wie großsignalfest der Empfänger selbst ist.
In der nähe von Ortssendern regelt oft der eingang schon zu.



von _Yoshi_ - am 10.03.2005 14:05
@Yoshi2001

Richtig!
Mit 2*80 kHz kratzt es bereits bei einigen Sendern. Offenbar haben nicht alle den gleichen Frequenzhub. Und dieses Kratzen verursacht bei mir nach einer halben Stunde zuhören leichte Ohrenschmerzen. Bei 2*110 kHz ist die Wiedergabe immer sauber. Mit 4*110 kHz habe ich deswegen auch schon experimentiert, aber 2*80 trennen einfach besser, und mit 2*110 + 2*80 noch ein bisschen besser - aber es kratzt leider. Nicht zur Dauerunterhaltung geeignet!
Wenn ich nach Hause komme, möchte ich auch mal auf dem Sofa etwas ausspannen und gleichzeitig einen weit entfernten Sender genießen...

@alle
Aber...
...zusätzliche Filter nachrüsten - (wenn man mit einem Lötkolben umgehen kann) ist doch eigentlich kein Problem, oder?



von Der Modulator - am 10.03.2005 15:54
@Udo Deutscher

Diese drei grünen Platinchen in meinem Radio scheinen hier im Forum auch völlig unbekannt zu sein. Dabei kann man die kaufen...
Wie wär's mit einem Bericht darüber in einer der nächsten REFLEXION?
Oder auf http://www.ukwtv.de/radio/frame_artikel.htm ///Technik ?



von Der Modulator - am 21.03.2005 17:48
Bin nun auch stolzer Besitzer eines solchen Yamaha T-85.

Den Kenwood KT-6040 habe ich ja schon ein knappes Jahr und bin recht zufrieden damit.

Und jetzt zu meinem ersten Testergebnis:

Im jetzt noch unmodifizierten Zustand kann der Yamaha nicht mit dem ebenfalls unmodifizierten Kenwood KT-6040 mithalten.
Mein Beispiel wie immer 94,7 B3 HoBo (9 km) und 94,8 Ö2S (164 km). Der Kenwood schafft auf der 94,82 und 94,85 ein fast klares Mono, beim Yamaha stört trotz der kleinen Abstimmschritte nachwievor Bayern 3 rein.

Jetzt habe ich schon mit meinem örtlichen Radio- und Fernsehtechniker gesprochen, der baut mir die beiden Filter (80 kHz in Narrow und 53 kHz in Super Narrow) jetzt ein. Dann bin ich auf's Ergebnis gespannt.

Ansonsten ist das Gerät wie neu und klanglich wirklich überzeugend.

von Daniel28-55-59 - am 02.12.2010 14:10
Gratuliere! Wie im (6 Jahre alten :eek: ) Eingangsposting erwähnt, hat meiner bei CF201C ein 110kHz-Filter drin. Mal schauen, inwiefern sich das auswirkt, wenn du an dieser Stelle den Originalfilter drin lässt. Unmodifiziert ist das Gerät in Sachen Trennschärfe wirklich nur Mittelklasse, trotz seiner vier Bandbreitenstufen.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 02.12.2010 18:50
Was ist denn dann bei CF201C original drin?

von Daniel28-55-59 - am 02.12.2010 19:56
Oh, das weiss ich leider nicht mehr. Schätze mal 150 oder 180kHz.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 02.12.2010 20:04
Trotzdem danke. Das wird sicher interessant, wie sich dann das Gerät verhält, wenn auch dieser im Originalzustand drin bleibt.

von Daniel28-55-59 - am 02.12.2010 20:07
Weil sich Daniel jetzt seinen Tuner modifizieren lassen will, wäre es ja sinnvoll, daß er sich einfach Sockel einsetzten läßt damit er die Filter selbst tauschen und etwas experimentieren kann.

Oder hat jemand von euch schonmal irgendwelche schlechten Erfahrungen mit gesockelten Filtern gemacht?


von Kay B - am 03.12.2010 15:13
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