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Letzter Beitrag:
vor 2 Monaten, 1 Woche
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raeuberhotzenplotz1, Georg A., _Yoshi_, carkiller08, sup2, WiehengeBIERge, Nelixx, DF8NZ (MAK)

Chipsätze für STEREO FM Modulatoren

Startbeitrag von raeuberhotzenplotz1 am 11.01.2017 08:45

Habe mal recherchiert welche Chipsätze es als hochintegrierte Lösungen als STEREO FM Modulator gibt bzw. gegeben hat (einige sind abgekündigt). Über einige wurde auch schion hier diskutiert. Hier meine Zusammenfassung:

Silicon Labs - SI4710
Silicon Labs - SI4711 (mit RDS)
ROHM - BH1418FV
ROHM - BH1417F
ROHM - BH1415F
ROHM - BA1404 (nur wenige Frequenzen)
Texas Instruments - SN761634
NTE - NTE7200
Quintic - QN8027 (mit RDS)

Kann man diese bewerten? Was ich darüber gelsen habe sind diese Chipsätze grundsätzlich suboptimal hinsichtlich ihrer Eigenschaften. Sticht einer davon hervor weil er besser ist?

Ich spiele mit dem Gedanken einer kleinen UKW Umsetzeranlage. Ein intergrierter Modulator käme mir das entgegen, gerne auch mit RDS. Diskret wird das wohl sehr teuer und aufwendig...

Antworten:

Ein sauberes Ausgangssignal liefert keiner dieser Ein-Chip-Lösungen.

Die SiLab-Chips mit DSP-Technik taugen klanglich noch am ehesten (steckt im ELV SUP2).
Ein sauberes HF-Signal liefern aber auch die nicht. Da kommt unter und über der Soll-Frequenz
einiges an HF-Müll. Für mehr als einen Haus -Transmitter nicht geeignet.

Zitat

ROHM - BA1404 (nur wenige Frequenzen)


Der RF-Teil vom BA1404 arbeitet ohne PLL. Lässt sich somit beliebig einstellen.

Zu erwähnen wäre noch der NJM2035 von JRC. Dieser und die Rhom-ICs BAxxxx wurden etwa ab den 90ern
beispielsweise in Funkkopfhörern verbaut. Ohne aufwändiges Tiefpassfilter und Limiter kommt da
nur ein verzerrter Klang.Ein ausgeprägtes Grund- Rauschen war praktisch auch immer vorhanden.
Und die Kanaltrennung L/R ist auch sehr niedrig.

von carkiller08 - am 11.01.2017 09:56
Für einen halbwegs "wertigen" Selbstbau-FM-Modulator für ein Hauskabenetz würde ich eine PLL mit TSA5511 oder LM7001 bauen, Stereo über einen einfachen Transistor-Schaltercoder. Ich hatte da mal was "entworfen" und gebaut. War vom Schaltungsaufwand her jetzt auch nicht so besonders aufwendig, aber das war qualitätiv um längen besser als so ein integrierter "all-in-one"-Schaltkreis, und hatte zumindest einen 15 kHz-Filter und auch einen MPX-Filter (das haben die üblichen Schaltungen mit den genannten ICs alle nicht oder nicht richtig).
Je nach Signalquelle muss aber auch noch ein Limiter davor.

Sofern man unbedingt selbst bauen will ;-).

von WiehengeBIERge - am 11.01.2017 21:14
Habe ich schon vermutet, daß alle diese Lösungen oben mies sind. Da hilft dann wohl nur der Selbstbau. Mal sehen, ob sich das rentiert, da dann mehr Entwicklungsschleifen nötig sein werden. Man steht dann vor der Wahl aktuelle Profiteile zu nehmen Analog Devices, Minicircuits usw. haben ja schöne Moscher PLLs VCOs Filter etc. aber das wird dann pro Modul sehr teuer. Oder man orientiert sich an absolutten 08/15 Standardbauteilen... Mal sehen, wie ich da weitermache.

von raeuberhotzenplotz1 - am 12.01.2017 09:04
Wir hatten bei uns im Funkhaus 19" Catel Modulatoren für das Hausnetz, die hatten sehr gute Werte: Frequenzgang 20Hz - 15KHz +-0,5dB und S/N >60dB. Als PLL-Chip wurde der MC145151 verwendet. Die Frequenz konnte man mit DIP-Schaltern einstellen. RDS hatten sie allerdings nicht.
Keine Ahnung, obs den Chip noch gibt, der wurde zu der Zeit auch in Selbstbau 2m AFu-Geräten verwendet. Die Schaltung könnte ich eventuell noch haben.

von DF8NZ (MAK) - am 12.01.2017 11:29
... ja das ist das Problem, es gibt diese Chips alle nicht mehr. Nur noch Lagerbestände und oft noch DIL Gehäuse (huaaaa) ...

Für Neuenticklungen muß man auf suteure Analog Devices Chips zurückgreifen....

von raeuberhotzenplotz1 - am 12.01.2017 12:43
Was spricht dagegen, das erstmal mit dem PC (und einer Soundkarte mit 192kHz) in SW zu entwickeln und dann auf einen DSP zu portieren? Da lernt man IMO mehr, als im analogen Dschungel rumzustochern ;)

von Georg A. - am 13.01.2017 00:11
In den 863Mhz Funkkopfhörersender sind oftmals auch die Bekannten Stereomodulator ICs Verbaut.

Warum klingen diese besser als die ganzen FM Transmitter mit ähnlichen Chips?

von _Yoshi_ - am 13.01.2017 05:02
1) Im Funkkopfhörer-Sender wurden idR mehrstufige NF-Tiefpassfilter davor geschaltet, die mit mehreren ICs realisiert wurden. Manchmal ist auch noch ein Limiter enthalten.

2) Der Pilotton liegt bei einigen Modellen oberhalb von 20 kHz statt bei 19kHz.

von carkiller08 - am 13.01.2017 06:07
Habe mir das ganze Vorhaben überlegt... Es macht keinen Sinn mehr mit klassischer Technik. Die Bauteile gibt es nicht mehr. Könnte das genauso mit Röhren entwickeln :joke: Es sollte schon gewissen Qualitätsansprüche erfüllen.

Meine Idee wäre das ganze über einen FPGA im Basisband zu machen, dort auch gleich mehrere FM Signale (incl. RDS) zu erzeugen, z.B. 10 UKW Träger in einem 5 MHz Band und die dann z.B. aus dem digitalen Transportstrom eines DAB+ Chips oder weines DVB-S2 Chips zu füttern. Dann müßte man das ins FM Band hochmischen. Das macht auch Kathrein mittlerweile so, siehe UFO313 Modul.

Das ganze muß noch etwas reifen... Wenn jemand eine interessante Entwicklungsplatform dafür hat gerne mal hier posten. Danke.

von raeuberhotzenplotz1 - am 13.01.2017 06:51
Bin der letzte, der was gegen FPGAs hat, aber wenn es nur ums Projekt an sich geht, ist ein PC schnell genug, das alles in SW auszurechnen. Entwickelt und debugged sich auch viel schöner. Das Problem ist nur, das Signal dann rauszubekommen. Da könnte man ja ein Red Pitaya oder so nehmen. Wenn der Algorithmus passt, kann man ihn ja dann aufs FPGA portieren.

von Georg A. - am 13.01.2017 10:45
Zitat
Georg A.
Bin der letzte, der was gegen FPGAs hat, aber wenn es nur ums Projekt an sich geht, ist ein PC schnell genug, das alles in SW auszurechnen. Entwickelt und debugged sich auch viel schöner. Das Problem ist nur, das Signal dann rauszubekommen. Da könnte man ja ein Red Pitaya oder so nehmen. Wenn der Algorithmus passt, kann man ihn ja dann aufs FPGA portieren.


Nein, da soll dann schon etwas sein, was als Modul gefertigt werden kann und stand alone laufen kann, vgl. Kopfstelle. Sagen wir mal so ein Teil würde ad hoc 5-10 UKW Signale aus einem DFAB Transportstrom generieren, dann könnte man mit 4 solcher Module eine schöne DAB->UKW Kopfstelle bauen...

von raeuberhotzenplotz1 - am 13.01.2017 11:17
Wenn es mal läuft, kann man den Prototypen auch schön machen...

von Georg A. - am 13.01.2017 12:56
Zitat
carkiller08
1) Im Funkkopfhörer-Sender wurden idR mehrstufige NF-Tiefpassfilter davor geschaltet, die mit mehreren ICs realisiert wurden. Manchmal ist auch noch ein Limiter enthalten.

2) Der Pilotton liegt bei einigen Modellen oberhalb von 20 kHz statt bei 19kHz.


Das mit dem Pilotton wusste ich so auch schon.
Ich hatte lange zeit damit herumgebastelt und versuche angestellt.
Überwiegend Vivanco nutzt den 25Khz Pilotton und die übrigen Hersteller wie z.b. Tevion normal den 19Khz Piloten.

Ich hatte dazu mal vor längere Zeit was im OT Forum dazu geschrieben.

von _Yoshi_ - am 13.01.2017 16:19
Zu diesem Thema paßt folgende Meldung...

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Regulierer-zieht-unsichere-Elektrogeraete-aus-dem-Verkehr-3597285.html

von raeuberhotzenplotz1 - am 17.01.2017 07:15
"Die Produkte können Funkstörungen verursachen und dürfen in der EU nicht vertrieben und betrieben werden", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann.

Dieses Zitat erinnert an das niemals bewiesene "diese Sender können Flugfunkstörungen verursachen" Statement.
Mich würde interessieren : Sind diese FM-Transmitter im Betrieb oider vorher stilltgelegt worden ?
Bei über 700 000 Transmittern sollte auch klar sein, wie "beliebt" die örtlichen Dudler tatsächlich sind, sonst würde ja niemand auf die Idee kommen, seine eigene Playlist auf Sendung zu bringen.

von sup2 - am 17.01.2017 14:41
Ich denke man hat diese beschlagnahmnt bevor sie verkauft wurden...

Aber es gibt da schon jede menge Mist. Auch mit den oben genannten Chipsätzen kann an was halbwegs vernünftiges machen oder eben einen "Jammer" bauen :eek:

von raeuberhotzenplotz1 - am 17.01.2017 18:03
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