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Kabel Deutschland beendet analoge Verbreitung

Startbeitrag von RudiP am 30.09.2017 10:21

Zum 9. Januar 2018 soll im Verbreitungsgebiet Landshut analoges Fernsehen und die Einspeisung von UKW-Programmen enden. Im Radio sollen die Programme digital (DVB-C) verbreitet werden. Im Kabel gibt es schon einige Programme mit dem Titel "Testradio". Ihre Zahl liegt aber deutlich unter der der Radioprogramme, die bisher im UKW-Bereich eingespeit werden und nicht ohnehin schon in DVB-C vorhanden sind. Weiß jemand, was die genau vorhaben?

Die 50 interessantesten Antworten:

Das sind die im Netz Landshut eingespeisten UKW-Programme. Die 15 mit einem x dahinter werden derzeit in DVB-C eingespeist. "Testsender" gibt es aber nur 12. Also habe ich den Verdacht, dass 3 Programme rausfliegen.

1 Bayern 1 Ndb./Opf. 97,95
2 Bayern 2 Ndb./Opf. 98,70
3 Bayern 3 99,60
4 Bayern 4 Klassik 101,20
5 Bayern 5 aktuell 107,00
6 On 3 102,75
7 Deutschlandfunk 96,95
8 Deutschlandradio 91,90
9 Ö 1 88,25 x
10 Ö 2 Salzburg 88,75 x
11 Ö 3 87,55 x
12 FM 4 87,85 x
13 Antenne Bayern 97,55
14 Rock-Antenne 106,30
15 RTL - der Oldiesender 103,85
16 Sunshine live 100,25 x
17 Klassik Radio 107,50
18 Lora / Horeb 96,15 x
19 2day München 92,70 x
20 Radio Gong München 94,50 x
21 Radio Charivari München 93,30 x
22 Radio Energy München 96,65 x
23 Arabella München 95,45 x
24 Radio Trausnitz 92,40 x
25 Galaxy Landshut 103,25 x
26 Radio Gong Regensburg 91,25 x
27 Radio Charivari Regensburg 90,85 x
28 Bayern 1 Obb. 99,20
29 Ö 2 (Oberösterreich) 90,05
30 Radio Horeb 102,00

von RudiP - am 30.09.2017 11:35
Sender die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Alles örtsübliche Programme wahrscheinlich ohne Einspeisevertrag, historisch bedingt:

nur analog Antenne Bayern
nur analog Rock Antenne
nur analog Arabella
nur analog radio horeb / Feierwerk / Lora
nur analog Radio Energy München
nur analog Radio Gong 96,3
nur analog Radio Galexy Landshut
nur analog Radio Trausnitz
nur analog Radio 2Day
nur analog gong fm
nur analog Radio Charivari Regensburg
nur analog Radio Charivari München
nur analog Österreich 1
nur analog Ö2 - Radio Salzburg
nur analog Ö2 - Radio Oberösterreich
nur analog Ö3
nur analog FM4

DIGITAL
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Deutschlandradio DKULTUR
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WDR 1LIVE
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WDR WDR 3
WDR WDR 4
WDR WDR 5
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RBB radioBERLIN 88,8
RBB Antenne Brandenburg
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BR Bayern 1
BR Bayern 2
BR BAYERN 3
BR BAYERN plus
BR B5 aktuell
BR B5 plus
BR BR-KLASSIK
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RB Bremen Vier
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hr hr2
hr hr3
hr hr4
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NDR NDR 90,3
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NDR NDR 1 WelleNord
NDR NDR 2
NDR NDR Kultur
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MDR MDR 1 SACHSEN
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MDR MDR S-ANHALT
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MDR MDR KULTUR
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MDR MDR KLASSIK
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Digital Privatsender

Privat ERF (Evangeliums-Rundfunk)
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Privat RTL RADIO - Die besten Hits aller Zeiten
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In NRW und BW sind z.B. noch drin:

Privat ERF Plus
Privat RADIO BOB!
Privat 80s80s

In BW sind die Regionalsender und Auslandssender schon digital drin:

nur in BW Radio 7
nur in BW baden.fm
nur in BW OHR
nur in BW Schwarzwaldradio
nur in BW AlternativeFM
nur in BW Antenne 1
nur in BW ANTENNE BAYERN
nur in BW DIE NEUE 107.7
nur in BW die neue welle
nur in BW domradio
nur in BW Donau 3 FM
nur in BW ENERGY
nur in BW FM4
nur in BW OE 1
nur in BW OE 2V
nur in BW OE 3
nur in BW planet radio
nur in BW Radio Regenbogen
nur in BW Radio Ton HN
nur in BW Rockland Radio
nur in BW RTL Radio
nur in BW SRG-DRS 1
nur in BW SRG-DRS 2
nur in BW SRG-DRS 3
nur in BW Swiss Classic
nur in BW Swiss Jazz
nur in BW Swiss Pop

+ ausländische Sender vom Satellit

von Seltener Besucher - am 30.09.2017 11:44
Zitat
Seltener Besucher
Sender die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Alles örtsübliche Programme wahrscheinlich ohne Einspeisevertrag, historisch bedingt:

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Übrigens boykottiert Kabel Deutschland alle neueren Programme, z.B. BR Heimat, BR Puls, weil die ARD-Anstalten nicht noch zusätzlich dafür zahlen wollen, dass Kabel Deutschland mit ihren Programmen Geld verdient.

von RudiP - am 30.09.2017 12:10
Das normale DAB-Band kann man ja gar nicht verwenden, wenn man perspektivisch auf DOCSIS 3.1 gehen will. Dann liegt Band III im Rückkanal- bzw. Diplexerflanken-Bereich. UPC Schweiz hatte ja in Luzern in einem Testlauf DAB auf proprietären Kanälen oberhalb Band III eingespeist und dreist ein "Küchenradio" mit eigens angeppasstem Abstimmbereich verticken wollen. Sie sind auf den Kisten sitzengeblieben und haben die Übung wieder beendet, vgl. http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?11947,1316384,page=4 ab unten.

UKW-Aus im Kabel wäre in Bayern ultrafies, da dann BR Klassik komplett von UKW verschwinden würde. Was der Quatsch mit verpflichtendem UKW-Aus in Kabelnetzen vor Ende der terr. UKW-Verbreitung soll, erschließt sich mir bis heute nicht. Das mögen die Netzbetreiber bitteschön selbst entscheiden dürfen. Solange sie die Netze nicht für DOSCIS 3.1 umgerüstet haben, gibt es ohnehin keine sinnvolle Verwendung für diesen Frequenzbereich.

Edit: Hier kündigt KDG die Umstellung an: https://magazin.vodafone.de/aktuelles/6253650,1,Wir-schalten-um-auf-Zukunft,content.html

von Chris_BLN - am 30.09.2017 13:59
http://net-im-web.de/freedocs/1305_s28_ebbes_ruebenach_docsis.pdf -> die Tabelle auf Seite 3. Schon beim Übergang zu "Phase 1" geht der Rückkanalbereich für Internet und Telefonie bis 86 MHz. Bereits da ist Kabel-UKW nicht mehr möglich, da dort die Übergangsflanken der Vorweg/Rückweg-Auftrennfilter der Streckenverstärker des Kabelnetzes liegen. Phase 2 bringt dann restlos das Aus für UKW und unteren Sonderkanalbereich sowie Band III (also auch keine potentielle DAB-Anwendung im Kabel). Der ganze Bereich wird Rückkanal.

Bis das möglich ist, müssen sämtliche (!) Verstärker in den Kabelnetzen und Häusern getauscht werden, evtl. lassen sich aktuellere Linienverstärker durch Modulwechsel etwa skostengünstiger anpassen. Es sollten aus Gründen der Störungsfreiheit von Internetanwendungen alle Anschlussdosen in den Räumen aller Haushalte getauscht werden. Viel Vergnügen....

Man könnte die Umstellung hinauszögern und versuchen, eine TV-Belegung des UKW-Bereichs im Kabel zu machen. Dabei gewinnt man fast nichts (auf 90, 98 und 106 MHz könnte man insgesamt 3 DVB-Pakete aufschalten), viele Anschlussdosen hätten das aber am "Radio-"Ausgang und nicht am "TV"-Ausgang, außerdem dürften viele Empfangsgeräte softwaremäßig Probleme bereiten, in den UKW-Bereich abzustimmen.

Bliebe ggf. eine Anwendung von Daten Downlink in diesem Bereich. Die Modemanschlüsse sind breitbandig, die könnten das. Ob es die DVB-C Modems können, weiß ich nicht.

In Summe ist die UKW-Abschaltung im Kabel Blödsinn, solange es terr. UKW gibt und die technischen Voraussetzungen für DOCSIS 3.1 nicht gegeben sind. Und wenn sie schrittweise geschaffen werden, sollte der Netzbetreiber immer noch selbst entscheiden, wann und ob UKW verschwindet.

Ich sehe vor allem auch Handlings -und Ästhetik-Probleme beim Wegfall von kabel-UKW. Das ist die Wohnzimmeranlage meiner Eltern (78 / 83 Jahre alt):



Technisch wäre DVB-C-Empfang kein Problem: Receiver draufstellen (vorab im Nachbarraum am TV Favoritenliste programmieren), Aux in und fertig. Aber wie sähe das aus? Und wie ließe es sich bedienen mit 2 Fernbedienungen? Völlig klar: ich bekäme ein "Niemals!" von meinen Eltern. Das gleiche auch im weiteren Bekanntenkreis, auch bei deutlich jüngeren Leuten. Eher würde Radio komplett verschwinden.

von Chris_BLN - am 30.09.2017 14:52
Zitat
FrankSch
Zitat
RudiP
Was soll das "bitte nicht"? Wäre doch ganz toll.

Ganz tolle Gleichkanalstörungen aus den Kabelnetzen, wie man es jetzt schon von UKW her kennt. Nein, das brauche ich echt nicht.


Die Kabelnetzbetreiber müssen kein DAB+ im VHF III einspeisen. Die meisten Hörfunk-Programme werden doch bereits im UHF im DVB-C-Standard eingespeist. Es fehlen nur noch wenige Programme, die kann doch alle auf einen Kanal packen und Bayernweit verbreiten. Viel problematischer ist die regionale Auseinanderschaltung der Kabelnetze. Die Kabelanbieter wollen am liebsten alle Programme landesweit verbreiten. Alle Programme werden zentral empfangen und per Glasfasernetz in die einzelnen Städte gebracht.

Zitat
Chris_BLN
Man könnte die Umstellung hinauszögern und versuchen, eine TV-Belegung des UKW-Bereichs im Kabel zu machen. Dabei gewinnt man fast nichts (auf 90, 98 und 106 MHz könnte man insgesamt 3 DVB-Pakete aufschalten), viele Anschlussdosen hätten das aber am "Radio-"Ausgang und nicht am "TV"-Ausgang, außerdem dürften viele Empfangsgeräte softwaremäßig Probleme bereiten, in den UKW-Bereich abzustimmen.


Die Kabelnetzbetreiber werden auf die Dauer nicht konkurrenzfähig sein, wenn sie UKW nicht abschalten und dort ihren Rückkanal aufschalten. Ich glaube mehr als 50 Mbit/s Upstream geht gerade im Kabel nicht, per Glasfaser sind für den Down- und Up-Stream symmetrische Bandbreiten möglich.

Zitat
Chris_BLN
In Summe ist die UKW-Abschaltung im Kabel Blödsinn, solange es terr. UKW gibt und die technischen Voraussetzungen für DOCSIS 3.1 nicht gegeben sind.


Es stellt sich die Frage warum? Ich sehe seit über 10 Jahren keinen Sinn mehr im terr. UKW.

Zitat
Chris_BLN
Technisch wäre DVB-C-Empfang kein Problem: Receiver draufstellen (vorab im Nachbarraum am TV Favoritenliste programmieren), Aux in und fertig. Aber wie sähe das aus? Und wie ließe es sich bedienen mit 2 Fernbedienungen? Völlig klar: ich bekäme ein "Niemals!" von meinen Eltern. Das gleiche auch im weiteren Bekanntenkreis, auch bei deutlich jüngeren Leuten. Eher würde Radio komplett verschwinden.


Es gibt DAB+ und/oder WLAN-Radios, die Speichertasten haben. Fernbedienung ist dann unnötig!

Zitat
Chris_BLN
Das normale DAB-Band kann man ja gar nicht verwenden, wenn man perspektivisch auf DOCSIS 3.1 gehen will.


Hat das jemand vor?

Zitat
Chris_BLN
UKW-Aus im Kabel wäre in Bayern ultrafies, da dann BR Klassik komplett von UKW verschwinden würde.


Das ist eine politische und keine technische Hürde.

Zitat
Chris_BLN
Was der Quatsch mit verpflichtendem UKW-Aus in Kabelnetzen vor Ende der terr. UKW-Verbreitung soll, erschließt sich mir bis heute nicht.


Es ist ganz einfach, es kostet Geld und bringt dem Anbieter nur wenig. Bei den meisten Programmen handelt es sich um eine Doppelbelegung. Die ortsüblichen Programme wolle für die Verbreitung nicht zahlen. Schaltet man die Programme ab, zwingt man die Programmanbieter zu einem neuen Vertragsverhältnis. Analoges Fernsehen ist auch abgeschaltet worden.

Zitat
Chris_BLN
Das mögen die Netzbetreiber bitteschön selbst entscheiden dürfen. Solange sie die Netze nicht für DOSCIS 3.1 umgerüstet haben, gibt es ohnehin keine sinnvolle Verwendung für diesen Frequenzbereich.


Eine sinnvolle Umstellung macht Sinn. Unitymedia hat viele Fehler bei der Umstellung gemacht. Es macht trotzdem sehr viel Sinn die Programme neu zu sortieren, damit es weniger Kollision mit DVB-T2 und DAB+ gibt.

von Seltener Besucher - am 30.09.2017 15:35
Zitat
Seltener Besucher
Die Kabelnetzbetreiber werden auf die Dauer nicht konkurrenzfähig sein, wenn sie UKW nicht abschalten und dort ihren Rückkanal aufschalten. Ich glaube mehr als 50 Mbit/s Upstream geht gerade im Kabel nicht, per Glasfaser sind für den Down- und Up-Stream symmetrische Bandbreiten möglich.


Ich warte gespannt auf den ersten Großnetzbetreiber, der vorhandene Kupfer-Infrastruktur durch Tausch aller Verstärker und Dosen DOCSIS3.1-tauglich macht. Eher überbaut man nochmal alles mit Glasfaser, dann hat mans gleich anständig. Und kann auf unterschiedlichen Wellenlängen auch gleich die unidirektionalen Kabel-TV-Angebote und ein vollständiges symmetrisches Datennetz anbieten. Irgendein Stadtwerk in Westdeutschland tut dies: die haben erst kürzlich alles auf Glasfaser aufgebaut und speisen massiv UKW und analoges TV (!!!) ein - und sagen ganz klar, wir können beides parallel anbieten. Das analog-TV will da offenbar die Wohnungswirtschaft. Habe vergessen, in welcher Stadt das war, stand in einer ANGA-Ausgabe eines Kabelnetz-Magazins. Liegt gerade 500 km weit weg, kann nicht nachschlagen.

Zitat
Seltener Besucher
Es stellt sich die Frage warum? Ich sehe seit über 10 Jahren keinen Sinn mehr im terr. UKW.


Ich auch nicht, zumindest nicht an meinen beiden Wohnorten Berlin und Thüringen. Die Programme, die ich bevorzugt nutze, bekomme ich weder da noch dort auf UKW. Dazu hat UKW-Terrestrik ohne anständige Antenne nur selten eine brauchbare Qualität. Der UKW-Tuner in Berlin hängt nur formal zur "Anwesenheitskontrolle" an ner Wurfantenne, darüber höre ich aber nie Radio. Eine anständige Antenne kann ich nicht sinnvoll installieren (Mietwohnung). Wozu auch? Ich nutze DVB-S und die dort nicht verfügbaren Berliner UKW-Programme interessieren mich ohnehin nicht.

Der UKW-Tuner in Thüringen hängt am Kabel. Da geht ordentlich was, breite Auswahl für mich brauchbarer Programme. Für mich ist der Sinn von UKW-Kabel also ganz klar vorhanden (weil das Kabelnetz gut ist), der Sinn von UKW-Terrestrik ist bei meinem Nutzungsverhalten gleich Null.

Zitat
Seltener Besucher
Es gibt DAB+ und/oder WLAN-Radios, die Speichertasten haben. Fernbedienung ist dann unnötig!


Und nun versuche mal - um beim oben illustrierten Beispiel zu bleiben - mit einem DAB+-Radio am Wohnort meiner Eltern Bayern 2, BR Klassik, hr 2, WDR 3, SWR 2, OE1, NDR Info oder auch (nicht für meine Eltern) meinetwegen RBB Radio Eins oder FM4 zu bekommen. Im UKW-Kabel alle drin, auf DAB natürlich nicht greifbar. Das gleiche eine Stadt weiter bei Freunden: BR Klassik? Bayern 2? WDR 3? hr2? Fehlanzeige. Ist dort alles im UKW-Kabel und wird genutzt.

Das Thema "WLAN-Radio" ist ebenfalls hinfällig, da in beiden Seniorenhaushalten kein Internet vorhanden ist. Und mit absoluter Sicherheit werden sich Menschen, die sich auf der "Zielgeraden" des Lebens befinden und mit Parkinson, Erblindung, Krebs oder ähnlichen Themen vollauf beschäftigt sind, nicht noch einen DSL-Vertrag zulegen, einen Computer-Kurs belegen, ein Laptop zur Konfiguration kaufen, einen Router einrichten und ein WLAN-Radio installieren. Die wollen einfach noch etwas Kultur genießen und sich nicht mit technischem Scheiß behängen, den sie weder verstehen noch verstehen wollen.

Und falls es um mich ginge: die einzigen beiden mir bekannten deutschen Öffis mit klanglich benutzbarem Stream sind WDR 3 und SWR 2. Alle anderen haben meines Wissens nach nur 128 kbps MP3, das ist ein Witz. Das fahre ich mit UKW-Kabel vom ARD-Radiotransponder lässig an die Wand. (Klar, ich höre direkt via DVB, für mich als Freak ist das Thema nicht existent). Auch DAB ist ja bis auf BR Klassik und hr2 mehr oder weniger ein Magerbitraten-Witz und punktet gegen UKW nur in Sachen "Abwesenheit empfangsbedingter Störungen", jedoch nicht im Klang.

So kann UKW im Kabel klingen: https://we.tl/wUiRssSnik - mit der oben fotografierten Kompatkanlage klingt es übrigens hinsichtlich Frequenzgang und Verzerrungsverhalten nicht schlechter, nur das Grundrauschen ist minimalst (!) höher, aber ebenfalls kein Thema. Die meisten DAB-Programme tröten hingegen nur erbärmlich herum. BR Klassik via DAB in Bayern hat mich hingegen restlos überzeugt: besser als bestmöglicher UKW-Klang. Eine seltene Ausnahme.

Abgesehen davon sähe eine weitere Kiste - selbst wenn sie Tasten besitzt - auf obiger Anlage einfach scheiße aus. Es gibt Menschen, deren Wohnumfeld ist kein Radioladen und keine Leitwarte. Ich bin mit 43 Jahren inzwischen auch an diesem Punkt angekommen und will in Wohnräumen keine Technik mehr sehen und auch keine aufwendig zu administrierenden Systeme bereithalten, die vielleicht "unsichtbar" arbeiten, aber mehr Befassung benötigen als ein simpler Rundfunkempfänger.

Zitat
Seltener Besucher
Zitat
Chris_BLN
Das normale DAB-Band kann man ja gar nicht verwenden, wenn man perspektivisch auf DOCSIS 3.1 gehen will.


Hat das jemand vor?


In der Schweiz wird es teils gemacht (Lausanne). DOCSIS 3.1 wäre auch das im Wege bei Vollausbau. UPC in Luzern hats proprietär oberhalb des regulären DAB-Bereiches versucht und eine Bauchlandung gemacht. KDG wird wohl DVB-C anbieten (ausgerechnet KDG, die die ARD-Radioprogramme auf 192 kbps MP2 kastrieren), aber DAB-Hirngespinste scheint es auch da zu geben. Irgendwo las ich etwas davon.

Zitat
Seltener Besucher
Zitat
Chris_BLN
UKW-Aus im Kabel wäre in Bayern ultrafies, da dann BR Klassik komplett von UKW verschwinden würde.


Das ist eine politische und keine technische Hürde.


Eine UKW-Zwangsabschaltung im Kabel lange vor der terr. UKW-Abschaltung ist auch eine politische Hürde und keine technische Hürde. Die technische Hürde liegt im Komplett-Austausch sämtlicher Verstärker - und das ist eine Hürde für DOCSIS 3.1.

Zitat
Seltener Besucher
Zitat
Chris_BLN
Was der Quatsch mit verpflichtendem UKW-Aus in Kabelnetzen vor Ende der terr. UKW-Verbreitung soll, erschließt sich mir bis heute nicht.


Es ist ganz einfach, es kostet Geld und bringt dem Anbieter nur wenig. Bei den meisten Programmen handelt es sich um eine Doppelbelegung. Die ortsüblichen Programme wolle für die Verbreitung nicht zahlen. Schaltet man die Programme ab, zwingt man die Programmanbieter zu einem neuen Vertragsverhältnis. Analoges Fernsehen ist auch abgeschaltet worden.


KDG hat gerade erst vor 2 1/2 Jahren flächendeckend in neue UKW-Technik investiert: http://www.astro-kom.de/de/referenzen.html?file=files/medien/pdf/referenzen/KDG_de.pdf - bezahlt ist es also, abgeschrieben noch nicht und lauffähig sollte es mindestens 10 Jahre sein.

In kleinen Kabelnetzen hat noch nie irgendein Programm auch nur einen Cent bezahlt. Da ist der Netzbetreiber von sich aus interessiert, das Netz durch ein vielfältiges Programmangebot attraktiv zu halten. Offenbar geht sowas an den Großnetzbetreibern völlig vorbei. Wenn ich mir das elende UKW-Angebot bei KDG in Hamburg anschaue und dazu das (technisch aufgrund der hohen HF-Last gewiß kritische) Angebot der Wilhelm.tel mit doppelt so vielen Programmen, ist das ebenso bezeichnend wie der Vergleich KDG und TeleColumbus in Berlin.

Dem Anbieter bringt natürlich nur noch IP etwas. Das ist schon klar. Kabel-UKW ist aber ein gewisses "Convenience"-Produkt, das einen realen Wert haben kann und den Weiterbetrieb von Geräten sichert, die verglichen mit heutigen Systemen oft eine deutlich höhere Klangqualität und Anfassqualität aufweisen.

Daß meine Eltern noch den Kabelanschluß haben und nicht via Sat TV schauen (Sat-Tuner ist im Fernseher eingebaut), hat als einen von zwei Gründen übrigens die Verfügbarkeit von Kabel-UKW. Der andere Grund ist der verhältnismäßig aufwendige Blitzschutz bei korrekter Montage einer Sat-Antenne an meinem Elternhaus aufgrund der örtlichen Gegebenheiten. Beides führte zum Beibehalten des Kabelempfanges.

Die "Doppelbelegung" ist aus den genannten Gründen (Optik, Haptik, Benutzbarkeit) für viele normale Menschen keine Doppelbelegung, da DVB-Radio schlichtweg nicht als "Radio" anerkannt wird. Genaugenommen haben wir ja 3-fach-Belegung: man könnte ja auch via IP...

Zitat
Seltener Besucher
Es macht trotzdem sehr viel Sinn die Programme neu zu sortieren, damit es weniger Kollision mit DVB-T2 und DAB+ gibt.


Das ist richtig. Der UKW-Bereich ist aber kein guter Platz für DVB-C-Pakete - aus den bereits genannten Gründen.

von Chris_BLN - am 30.09.2017 21:31
Zitat
Chris_BLN
Und nun versuche mal - um beim oben illustrierten Beispiel zu bleiben - mit einem DAB+-Radio am Wohnort meiner Eltern Bayern 2, BR Klassik, hr 2, WDR 3, SWR 2, OE1, NDR Info oder auch (nicht für meine Eltern) meinetwegen RBB Radio Eins oder FM4 zu bekommen. Im UKW-Kabel alle drin, auf DAB natürlich nicht greifbar. Das gleiche eine Stadt weiter bei Freunden: BR Klassik? Bayern 2? WDR 3? hr2? Fehlanzeige. Ist dort alles im UKW-Kabel und wird genutzt.

Das von dir erwähnt Kabelnetz ist eine sehr löbliche, aber sehr seltene Ausnahme. In den allermeisten Fällen (z.B. auch hier) sind in den Kabelnetzen im Kabel-UKW noch nicht mal alle ortsüblich empfangbaren UKW-Programme drin, von einem etwas breiteren aus Sat oder DAB+ gespeisten Angebot ganz abgesehen. Da existiert ein rudimentäres Basisangebot, das vielleicht den Ottonormal-Dudelfunkhörer gerade so zufrieden stellt.

Du schreibst es ja selbst:
Zitat
Chris_BLN
Wenn ich mir das elende UKW-Angebot bei KDG in Hamburg anschaue

Vor dem Hintergrund beobachte ich oft, dass zwar Fernseher am Kabel hängen, Radiogeräte aber (selbst bei vorhandener Antennenbuchse) auf terrestrisches UKW beschränkt sind. Gerade dann ist die Abschaltung des analogen Kabel-UKW-Angebots auch kein Beinbruch.

von Habakukk - am 04.10.2017 07:57
Zitat

Das von dir erwähnt Kabelnetz ist eine sehr löbliche, aber sehr seltene Ausnahme. In den allermeisten Fällen (z.B. auch hier) sind in den Kabelnetzen im Kabel-UKW noch nicht mal alle ortsüblich empfangbaren UKW-Programme drin, von einem etwas breiteren aus Sat oder DAB+ gespeisten Angebot ganz abgesehen. Da existiert ein rudimentäres Basisangebot, das vielleicht den Ottonormal-Dudelfunkhörer gerade so zufrieden stellt.

Naja, aber auch hier in Bayern gibt es Ausnahmen. Z.B. die NDR-Programme im Bamberger Kabel; über UKW sind die ohne größere Antenne nur leicht angerauscht bis gar nicht zu empfangen.

Auch hier in der Region ist es so, dass die ORF- und SRF-Programme topographisch bedingt nicht im gesamten Kabelgebiet einwandfrei gehen. Hinzu kommen RTL Radio und 3 lokale Programme, die überhaupt nicht terrestrisch ausgestrahlt werden (auch nicht über DAB+).
Ok, zumindest die drei lokalen Programme kommen wahrscheinlich in den Allgäu-Mux, der im Herbst 2018 starten soll, allerdings wohl erst mal nicht das gesamte Zielgebiet abdecken wird.

von Zwölf - am 04.10.2017 08:42
Zitat
Habakukk
Da existiert ein rudimentäres Basisangebot, das vielleicht den Ottonormal-Dudelfunkhörer gerade so zufrieden stellt.


Entspricht hier bei uns - wenn auch ex. KBW-Land, dem, was damals die Telekom eingespeist hat. Alles was neuer ist, ist nicht drin. Ist in KDG-Land nicht viel anders.

Zitat
Habakukk
Radiogeräte aber (selbst bei vorhandener Antennenbuchse) auf terrestrisches UKW beschränkt sind. Gerade dann ist die Abschaltung des analogen Kabel-UKW-Angebots auch kein Beinbruch


In einem großen Einkaufzentrum (Betonklotz, kein UKW-Empfang möglich) beschallen viele Geschäfte Ihre Räumlichkeiten mit Kabel-UKW. Allerdings fallen mir insbesondere in Kneipen und Gaststätten mehr und mehr Internet-Radios (als Baukasten-Element im herkömmlichen 43cm-Hifi-Tuner-Format, z.B. VR-Radio IRS-410.HiFi) auf.

Dennoch sind mir persönlich sind ebenso mehrere Haushalte bekannt, die Kabel-UKW aktiv nutzen (Stereo-Anlage in der Stube), auch in KDG-Land.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 04.10.2017 14:05
Das KDG-Kabel am Wohnort meiner Eltern (Gera) hat soweit ich mich erinnere innerhalb der vergangenen Jahre sogar 5 UKW-Programme verloren. Müsste nachschauen, welche Programme da raus sind. In Berlin bietet KDG weitaus weniger als TeleColumbus, das gleiche in Hamburg KDG verglichen mit Wilhelm.Tel. In Jena bietet die TeleColumbus im Großnetz (fast die ganze Stadt) auch deutlich mehr UKW als KDG. Vor allem ists eine überregionale Auswahl, die teils etwas "obskur" ist und mich an "Wünsche einzelner Personen" erinnert. Da ist auch Nordwestradio, äh, Bremen 2 drin. Das muss sich jemand gewünscht haben. Da das TC-Netz in Jena einst einem regionalen Anbieter (BTV) gehörte, ist dies gut möglich. Man hat es einfach dabei belassen bei Übernahme durch TC. Offenbar spricht bei diesen Insel-Netzen auch keine Zentrale rein und gibt etwas vor. Man hat vor Ort halt einen Zoo an Umsetzern und was die regionalen Techniker auskabeln, ist halt da.

Allgemein habe ich den Eindruck, daß vor allem regionale und kleinere Anbieter (aber nicht so klein, daß sie sich nicht viele Umseztzer leisten können) auf UKW zumindest viele Programme haben. Teils sind die Auswahlen aber sehr am niedrigsten Niveau ausgerichtet. Also Inselradio Mallorca, OE3 in Mitteldeutschland, N-Joy in Sachsen (Klassiker, stammt aus der Zeit 1. Halbjahr 1994, als Blankom viele ostdeutsche Anlagen geplant hat mit ihrer neuen Kanalaufbereitung, Sputnik sollte rein, lag hinter Premiere, zog dann auf den neuen MDR-TP und am 4.4.94 übernahm N-Joy den Platz bei Premiere und gelangte so in nicht wenige Netze).

Recht viele Programme und eine recht "typische" Auswahl für ostdeutsche Netze hat die legendäre GAG Burgstädt: http://www.gag-burgstaedt.de/images/analogburg.pdf - das ist _das_ Burgstädt, aus dem die Bauteile für Kabelnetze kamen in DDR-Zeiten. Deren Belegung wirkt auf mich aber so wie "etliche Programme dürften Eigenstörungen haben".

Richtig krass ist auch S+K Servicekabel in Halle/Saale: http://www.servicekabel.de/wp-content/uploads/2017/08/servicekabel_programm_analog.pdf - 57 (siebenundfünfzig) UKW-Programme. Das kann eigentlich auch nicht mehr ohne Eigenstörung durch Intermodulationen am ZF-Mischer funktionieren.

Das Netz bei meinen Eltern ist ein Stadtteil-Netz mit ca. 1200-1300 Haushalten. Das Netz existiert seit 1983 (DDR-Gemeinschaftsantenne), befindet sich heute noch in "Errichterhand", hat seit 1994 Kanalaufbereitung von Blankom (UKW->UKW, einst Astra analog -> UKW, später ADR -> UKW, heute sind noch die UKW->UKW-Umsetzer vorhanden und durch fünf 6-fach DVB->UKW-Umsetzer ergänzt. Da rauschten wegen schlechter Frequenzplanung selbst die Sat-Umsetzungen und außer beim MDR hatten die Sat-Umsetzungen kein sauberes RDS bei vielen Empfängern - nur der MDR überträgt PI-Code auf Astra und ohne PI-Code zicken z.B. Sony-Tuner. Ich hatte das Privileg, die Anlage 12/2015 grundlegend umbauen zu dürfen. Neue Frequenzplanung, neue Ausrichtung der beiden UKW-Antennen, andere Programmauswahl (ich bekam freie Hand und wollte vor allem Vielfalt ins Netz bringen), Einmessung des FM-Hub der Sat-Umsetzungen mit Pira-FM-Analyzer (Dank an Martin Groß!). Ergebnis:

[attachment 10004 BelegungGera-Untermhaus.png]
Zwei Programme (Top 40, Vogtlandradio) rauschen leider etwas, da haben wir schlechten Empfang aufgrund der Lage der Kopfstelle. Top 40 holte ich ursprünglich von Sat (das war ja eh die UKW-Zuführung), seit der Umstelung auf IP-Zuführung via Divicon und Sat-Abschaltung muss ich mich mit der Umsetzung der UKW-Ortsfunzel begnügen und die strahlt von unserer Kopfstelle weg. Vogtlandradio kam ein Jahr später dazu und hat das gleiche Empfangsproblem. Die anderen 42 Programme sind makellos, nur einige Sat-Umsetzungen verschenken aber etwas S/N, weil sie keinen UKW-Transientenlimiter im Signalweg haben und vorsichtig gepegelt werden müssen. Bei 44 Programmen war ich so frei, einige Kulturprogramme dazuzunehmen. Es gab durchaus Beschwerden, weil aus der vorigen Belegung z.B. NDR 2 und Inselradio Mallorca rausgefallen waren. Wurde also gehört. Dafür weiß ich aber von Nachbarn meiner Eltern, daß sie die Kulturprogramme nutzen. Gesamtzahlen liegen mir aber leider keine vor.

Jetzt ist mir auch wieder eingefallen, welches Kabelnetz in einer ANGA-Ausgabe der Cable!Vision portraitiert wurde: das Glasfasernetz der Stadtwerke Monheim. http://www.astro-kom.de/de/264/mega-netze-in-monheim.html?file=files/medien/marketing/thumbnails%20presse/Cable%20Vision%20Mega%20Netz%20in%20Monheim%2006%202017.pdf

Dort hat man wegen separater Übertragung des BK-Bereiches auf 1550 nm also keine Probleme mit knappen Ressourcen und DOCSIS gibt es gleich gar nicht.Wüßte bloß zu gerne, ob das Top 40, das da noch immer in der UKW-Liste ist, auch tatsächlich noch angeboten wird. Dann müssten sie es seit Pfingsten 2016 via IP zuführen. https://www.mega-multimedia.de/fileadmin/pdf-downloads/Senderliste/MEGA_SENDERLISTE_2_QUARTAL_2017_062017.pdf

von Chris_BLN - am 04.10.2017 20:04
@Chris_BLN: Aus reiner Hörer-/Anwendersicht: Kultur in aller Ehren, es mag mit Sicherheit auch (betagte) Hörer geben, die das zu schätzen wissen. Ich gebe jedoch aus eigener Erfahrung (und auch eigenem Geschmack!) folgendes zu bedenken: Nach dem Umbau der MDR-Landeswellen zu fast reinrassigen CHR/Oldie-Dudlern täte man den Hörern nicht schlecht daran, SWR 4 BW oder alternativ SWR4 RP auszukabeln. Radio Paloma hat weite Strecken an "durchtanzbarer" Musik im Disco-Fox-Stil (uz, uz, uz,......), wo ich wirklich froh bin, auf die etwas beruhigteren Schienen von SWR4 zurückgreifen zu können. hr4 ist für mich ebenfalls unverzichtbar, vor allem die abendliche Schiene, die so in der Art kein anderer öR mehr bietet.

DVB-S war für mich früher "die" Quelle, da mit MDR1-Sachsen mein Lieblingssender verfügbar war. Nach der "Optimierung" der MDR-Landeswellen hat sich das geändert. Mittlerweile höre ich zu 90% Terrestrik, die mir SWR4 und hr4 liefert.

Mehr OT zur Analog-Abschaltung will ich aber hier nicht mehr reinbringen, obwohl es ein klares Statement abgibt: Ich brauche kein Kabel UKW, könnte jedoch hr4 ohne eine "vernünftige" Dachantenne nicht empfangen. Brüllwürfeltauglich geht nur SWR4.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 05.10.2017 11:03
@Wolfgang R: so off-topic empfinde ich das mit Kabel-UKW gar nicht. Die Betrachtungen zum Angebot, das dabei verlorengehen wird, sind durchaus aufschlussreich.

Es wird aber auch klar, dass die Bandbreite an möglichen persönlichen Haltungen zum Thema sehr breit ist. Ich könnte mir seit spätestens 2009 (da kam der LCD-TV mit DVB-C-Tuner zu meinen Eltern) keinen analogen TV-Kabelempfang mehr vorstellen. UKW hingegen mag ich noch heute im Kabel nicht missen - wenn das Angebot passt. Es wird doch sehr ersichtlich, was hier eine große Rolle spielt: die nicht-Verfügbarkeit von "radio-typisch" bedienbaren DVB-C-Empfängern und die riesige Verbreitung von UKW-Geräten, gepaart mit der Tatsache, dass es im Gegensatz zum TV beim Radio eigentlich für die meisten Nutzer keine Nutzwert-Erhöhung durch die Digitalisierung gab. Beim TV stiegen Komfort, Anmutung im Wohnzimmer, Bildqualität und Programmzahl durch die Digitalisierung massiv, auch wurden erst durch die Flatscreens große Bilddiagonalen möglich. Radio ist immer noch das, was es eh und je war: ne Kiste, kommt Ton raus.

Zu den Schlagerprogrammen: ja, sowohl Paloma als auch B2 sind ziemlich "flott" und flach und wohl kaum was für diejenigen, die eine gediegene ARD-Unterhaltungswelle "wie früher" erwarten. Mit hr2 und Bayern+ haben wir ja noch zwei Programme drin, bei WDR 4 siehts ja wohl auch nicht mehr so gut aus und SWR 4 müsste ich mir wirklich erst mal anhören, bevor ich mir ein Urteil erlauben kann.

von Chris_BLN - am 05.10.2017 14:39
Zitat
Chris_BLN
Zu den Schlagerprogrammen: ja, sowohl Paloma als auch B2 sind ziemlich "flott" und flach und wohl kaum was für diejenigen, die eine gediegene ARD-Unterhaltungswelle "wie früher" erwarten. Mit hr2 und Bayern+ haben wir ja noch zwei Programme drin, bei WDR 4 siehts ja wohl auch nicht mehr so gut aus und SWR 4 müsste ich mir wirklich erst mal anhören, bevor ich mir ein Urteil erlauben kann.


Du meinst wohl hr4.

WDR4 ist nun auch ein Oldie/CHR-Dudler, wobei beim CHR viel Wert auf diese deutssprachigen Pop-Heulbojen gelegt wird (sorry, ich kenne deren Namen nicht, hört sich alles gleich an für mich. Benzko? Keine Ahnung.).

SWR4 ist eine der letzten verbliebenen Schlagerwellen der öR, die im Zielgebiet auch noch auf UKW verbreitet werden darf und sich - dank großzügigem Overspill - auch im angrenzenden Gebiet, größter Beliebtheit erfreut. Also dort vorwiegend dort, wo man mein, kein solches Programm mehr per UKW anbieten zu müssen.


Wolfgang

von Wolfgang R - am 06.10.2017 09:07
Zitat
Seltener Besucher
Sender die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Alles örtsübliche Programme wahrscheinlich ohne Einspeisevertrag, historisch bedingt:...

Kannst Du das mit den "Hausaufgaben" mal erläutern bitteschön? Forderst Du, dass ortsübliche lokale Programme allen Netzbetreibern in der Region Kohle in den Rachen werfen und die Netzbetreiber von der Pflicht freigestellt werden, diese ortsüblichen Programme weiterhin zu verbreiten und nur das verbreiten müssen, was ihnen beliebt (sprich Zusatzkohle seitens der Anbieter abwirft)?
Es ist doch leider so, dass die KNB, die ihre Belegungen "optimieren" eben alles, was nicht Kohle hinblättert weghaben will und kein interesse an regionalen Sonderbelegungen haben. In München gibts da inzwischen drei verschiedene Netze, der neueste Anbieter z.B. schert sich nicht um ortsübliche Empfangbarkeit, egal, ob analog oder digital und Kabelkunden werden abgewimmelt, wenn sie danach fragen... das sei irrelevant und es bestünde kein Kundeninteresse (mehr)...

von Hagen - am 06.10.2017 18:46
Dazu muss man wissen, wie das im Kabel historisch lief: Die DBP berief sich auf Feldstärke-Messungen im Zielgebiet des Kabelnetzes. Alles was einen gewissen Mindestpegel hatte, wurde ausgekabel und war ortsüblich. Teilweise wurde wirklich viel Aufwand betrieben, so ist in unserem Landkreis BR1-3 terrestrisch zwar machbar, man muss aber schon ausblenden oder sonstige Kunstgriffe anwenden. Man wollte das Netz attraktiv machen.

Auf Grund genau dieser Regelung musste ORF1 (TV) nach der Leistungsreduzierung in M aus dem Kabel genommen werden!

Die von der alten "Kabel Deutschland" (bundesweit, 100% Telekom-Tochter) geerbte Belegung haben die neuen lokalen Anbieter (Kabel Baden-Württemberg, ish, Kabel Deutschland, ...) dann erst mal 1:1 übernommen.

Allerdings wollten die für alles neue einen Einspeissevertrag abschliessen. Kein Vertrag, kein Kabel. Durch diese Situation schafften es viele kleine, neue Sender nicht in das Kabel. Sender, wie AFN, die aber nie und nimmer so einen Vertrag abschliessen würden, sind weiterhin drin.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 07.10.2017 08:49
Zitat
Wolfgang R
"Neue Anbieter", die nicht aus der ur-Kabel Deutschland (100% Telekom Tochter, gegründet auf Weisung der EU, da die Telekom zu viel Marktmacht hatte) hervorgingen, sind an diese Belegung natürlich nicht gebunden, da sie nicht den Status des Rechtsnachfolgers haben. Es besteht keine rechtliche Grundlage.

Rechtliche Grundlage wofür? Für Einspeisentgelte? Für das nicht-Einspeisen von nicht ortsüblich empfangbaren Programmen?

Ich kenne es von kleinen Anlagen tatsächlich immer so: die verlangen von keinem Programmanbieter Geld für die Einspeisung, stattdessen zahlen sie GEMA, VG Media und RTL-Gruppe (und via GEMA noch an die weiteren Rechteverwalter, die da je nach Programmanbieter wirksam werden). Das Netz attraktiv zu halten ist für diese Netze lebensnotwendig und die Investitionen müssen sie über Teilnehmer-Nutzungsentgelte reinholen, die oft bei den unwirtschaftlichsten Klein-Netzen am niedrigsten sind.

von Chris_BLN - am 07.10.2017 15:01
Zitat
Chris_BLN
Das Thema "WLAN-Radio" ist ebenfalls hinfällig, da in beiden Seniorenhaushalten kein Internet vorhanden ist. Und mit absoluter Sicherheit werden sich Menschen, die sich auf der "Zielgeraden" des Lebens befinden und mit Parkinson, Erblindung, Krebs oder ähnlichen Themen vollauf beschäftigt sind, nicht noch einen DSL-Vertrag zulegen, einen Computer-Kurs belegen, ein Laptop zur Konfiguration kaufen, einen Router einrichten und ein WLAN-Radio installieren. Die wollen einfach noch etwas Kultur genießen und sich nicht mit technischem Scheiß behängen, den sie weder verstehen noch verstehen wollen.


Da hätte ich auf einen Sohn gesetzt, der es Einrichtet und eine schöne Anleitung schreibt. Ich haben schon drei Nachbarn, die keinen Computer haben, aber wegen der Telefonflat einen Tarif mit dem Internet gewählt haben. Der einer nutzt das Internet jetzt auf dem Smartphone, der andere nutzt es auf dem Tablet. Beide um die 80 Jahre jung. Ich habe schon einer 93-jährigen Dame das Internet beigebracht, die hatte schon ein Tablett selbst gekauft. Anderseits habe ich vollstes Verständnis, dass bei Krankheit die Kraft für solche Sachen fehlt. Anderseits bei fehlender Beweglichkeit ermöglicht das Internet eine Kommunikation mit Bewegtbild. Aber nur Du als Sohn kannst es besser einschätzen, was noch drin ist.

Zitat
Chris_BLN
Abgesehen davon sähe eine weitere Kiste - selbst wenn sie Tasten besitzt - auf obiger Anlage einfach scheiße aus. Es gibt Menschen, deren Wohnumfeld ist kein Radioladen und keine Leitwarte. Ich bin mit 43 Jahren inzwischen auch an diesem Punkt angekommen und will in Wohnräumen keine Technik mehr sehen und auch keine aufwendig zu administrierenden Systeme bereithalten, die vielleicht "unsichtbar" arbeiten, aber mehr Befassung benötigen als ein simpler Rundfunkempfänger.


Deine Eltern werden vor 20-25 Jahren auch gesagt haben, dieses Internet geht auch mal als Trend vorbei und sind nicht eingestiegen. Wenn Du heute Dich mit dieser Technik nicht befassen willst, frage Dich doch einmal, wie wird es in 40 Jahren sein? Ich bin seit mehr als 10 Jahren Internetradiofan, weil Satellit nicht möglich ist, Kabel-TV gekündigt und die Vielfalt muss irgendwie rein. Anderseits gehöre ich noch zu der Internetgeneration, die es allein lernen musste, weil es niemanden gab, den man fragen konnte. Meine Mutter dürfte im Alter deine Eltern sein und musste Internet vor 20 Jahren lernen und nutzt es täglich, genauso wie ihre Internetradioempfänger und ihr Smartphone. Das befassen mit allen diesen Sachen hält etwas jung.

Zitat
Chris_BLN
Zitat
Seltener Besucher
Zitat
Chris_BLN
UKW-Aus im Kabel wäre in Bayern ultrafies, da dann BR Klassik komplett von UKW verschwinden würde.

Das ist eine politische und keine technische Hürde.

Eine UKW-Zwangsabschaltung im Kabel lange vor der terr. UKW-Abschaltung ist auch eine politische Hürde und keine technische Hürde. Die technische Hürde liegt im Komplett-Austausch sämtlicher Verstärker - und das ist eine Hürde für DOCSIS 3.1.


Ich bin davon überzeugt, dass man die Digitalisierungsquote in Deutschland hochtreiben möchte. Im Bereich Vectoring hat man auf das falsche Pferd gesetzt, bei LTE-Ausbau hingen wir hinterher, da machen uns andere etwas vor. Die Ziele werden nicht erreicht.

Zitat
Chris_BLN
Dem Anbieter bringt natürlich nur noch IP etwas. Das ist schon klar. Kabel-UKW ist aber ein gewisses "Convenience"-Produkt, das einen realen Wert haben kann und den Weiterbetrieb von Geräten sichert, die verglichen mit heutigen Systemen oft eine deutlich höhere Klangqualität und Anfassqualität aufweisen.


Nach der Abschaltung des analogen Fernsehens bei UM und der zweifachen Kanalumstellung habe ich mehrere Bekannte und Nachbarn besucht und die Geräte eingestellt. Keiner hatte einen Radioempfänger an die Kabelanschlussdose angeschlossen gehabt.

Zitat
Hagen
Zitat
Seltener Besucher
Sender die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Alles örtsübliche Programme wahrscheinlich ohne Einspeisevertrag, historisch bedingt:...

Kannst Du das mit den "Hausaufgaben" mal erläutern bitteschön? Forderst Du, dass ortsübliche lokale Programme allen Netzbetreibern in der Region Kohle in den Rachen werfen und die Netzbetreiber von der Pflicht freigestellt werden, diese ortsüblichen Programme weiterhin zu verbreiten und nur das verbreiten müssen, was ihnen beliebt (sprich Zusatzkohle seitens der Anbieter abwirft)?
Es ist doch leider so, dass die KNB, die ihre Belegungen "optimieren" eben alles, was nicht Kohle hinblättert weghaben will und kein interesse an regionalen Sonderbelegungen haben. In München gibts da inzwischen drei verschiedene Netze, der neueste Anbieter z.B. schert sich nicht um ortsübliche Empfangbarkeit, egal, ob analog oder digital und Kabelkunden werden abgewimmelt, wenn sie danach fragen... das sei irrelevant und es bestünde kein Kundeninteresse (mehr)...


Die Umsetzung von UKW-Kabelradio bei Unitymedia ist eine Katastrophe. Die Programme werden zentral in Kerpen empfangen und im ganzen Land verbreitet. Die Sendernamen bei RDS stimmen nicht, die Frequenzlisten auf der Homepage stimmen nicht. Der Radiotext wird von DVB-S übernommen und beschränkt sich auf die Musiktitel. Bei vielen Sendern fehlt dieser komplett.

Viele Menschen bekommen von ihrem Kabelanbieter einen Receiver oder haben einen DVB-C-tauglichen Fernseher. Die digitale Programmvielfalt unterscheidet sich enorm.

Was würde es eigentlich mehr kosten einen Empfänger mit DAB+ und Internetradio so zu bauen, dass dieser DVB-C-Radio empfangen kann? Man könnte sich doch einigen, dass die digitalen Hörfunkprogramme im VHF III Bereich übertragen werden. Unitymedia speist die Sender zw. 114 MHz und 458 MHz ein. Der ARD-Transponder ist auf 314 und 322 MHz. Die Regionalsender in BW liegen auf 178 MHz, also der Frequenz des Bundesmuxes in DAB+.

Mit den Hausaufgaben meine ich folgende:
80 - 90 % der analogen Hörfunksender im Kabelnetz werden auch digital verbreitet.
Nur 10 - 20 % wären in NRW von der Abschaltung von UKW im Kabelnetz betroffen.
Die 10 - 20 % sind
1. BFBS, das sowieso abgeschaltet wird
2. die korrekte WDR 2 Regionalversion
3. je nach Kabelnetz 1-3 Lokalradios und in wenigen Fällen ein Uniradio.
Die Anbieter müssen noch digital eingespeist werden. Warum geschieht es nicht?

von Seltener Besucher - am 08.10.2017 00:53
Auf der Website steht :
Wo bekomme ich mehr Infos?

Sie finden alle Infos ab 9. Oktober auf www.vodafone.de/digitalezukunft.


@Wolfang R

War und ist München nicht ein Sonderfall? Soweit ich weiß läuft hier eine Sondervereinbarung, getroffen von der Telekom und dem damaligen Intendanten Zeiler weil im Münchner Kabel über 2 Millionen Menschen die Möglichkeit hatten die Werbung in den privaten durch Nutzung des ORF zu umgehen. In München kann (erstrecht mit Profiausrüstung wie die Telekom sie hatte) an vielen Stellen sehr wohl der ORF weiter empfangen werden.

ORF 1 war bis 1998 in ganz Südbayern und Teilen Nordbayerns zu sehen. Der Kabelkopf Waldmünchen und Nennslingen (zuständig für das damals (Herbst 2004 zusammengeschlossen) an den Nürnberger Süden angrenzende Kabelnetz Neumarkt) waren die nördlichsten Empfangsstellen. In Waldmünchen war das Bild jedoch besser als im Netz Nennslingen, da WÜM den Gaisberg empfing während Nennslingen auf die Zugspitze zurückgriff wo ein (Füll?)Sender auf der gleichen Frequenz für das dritte Programm einen dauerhafte Jalousie verursachte...

von Scrat - am 08.10.2017 09:39
Zitat
pfennigfuchser
@ seltener Besucher : Hier im UM-Kabel sind weit mehr Sender zu empfangen als die Sender, die Du aufzählst. Hier gibt es noch NPO Radio 2, NPO 3 FM, BRF 1 und Radio Neandertal. Außerdem sind in mehr Haushalten die Anlage ans Kabelnetz angebunden, als Du denkst. So ist meine Erfahrung. Bei meiner Mutter zum Beispiel ist es auch so und wird auch genutzt. Ich denke, dass wird gerade in Städten mit vielen Hochhäusern überwiegend auch genutzt.


Im Kabelnetz Wuppertal werden 17 Sender sowohl digital als auch analog eingespeist.

  • WDR (6): 1LIVE, WDR 2, WDR 3, WDR 4, WDR 5, COSMO
  • ARD (2): DLF, DKULTUR
  • hr (2): hr1, hr3
  • SWR (4): SWR1 RP, SWR2, SWR3, SWR4 RP
  • Privat (3): Radio Horeb, Klassik Radio, Radio Sunshine Live


10 Sender sind nur analog drin:

  • Lokal (2): Radio Wuppertal, Radio Neandertal
  • NPO (2): NPO Radio 2, NPO 3FM
  • BRF (1): BRF 1
  • Privat (4): domradio, bigFM, RTL Radio, RPR Eins
  • und Abschaltkandidat (1): BFBS 1


Dem stehen 70 Sender entgegen, die nur digital eingespeist werden.

  • Privat (6): 80s80s, ERF Plus, JAM FM, radio B2, RADIO BOB!, Radio Paloma
  • WDR (3): 1LIVE diggi, KIRAKA, WDR Event
  • ARD (1): DRadio Wissen
  • hr (4): hr2, hr4, hr-iNFO, YOU FM
  • SWR (4): SWR1 BW, SWRinfo, SWR4 BW, DASDING
  • NPO (2): NL-Radio 1, NL-Radio 5
  • NDR (9): NDR 1 Nieders., NDR 1 Radio MV, NDR 2, NDR 90,3, NDR Info, NDR Info Spez., NDR Kultur, NDR1WelleNord, N-JOY
  • MDR (8): MDR AKTUELL, MDR JUMP, MDR KLASSIK, MDR KULTUR, MDR S-ANHALT, MDR SPUTNIK, MDR THÜRINGEN, MDR1 SACHSEN
  • RBB (6): Kulturradio, radioeins, Antenne Brandenburg, Fritz, Inforadio, radioBERLIN 88,8
  • BR (8): Bayern 1, Bayern 2, BAYERN 3, BR-KLASSIK, B5 aktuell, B5 plus, BAYERN plus, PULS
  • RB (3): Bremen Eins, Nordwestradio, Bremen Vier
  • SR (3): SR 1 Europawelle, SR 2 KulturRadio, SR 3 Saarlandwelle
  • Ausland (13): BBC World Service, BBC World Service, HRT HR1, Japan Radio, Kral FM Avrupa, Pink Radio, Radio 21, Radio Dukagjini, Radio Exterior, Radio ZET, Radyo Metropol, Rai Radio 1, Slow Türk


Bei mir im Kabelnetz stehen aber nur 7 ausschließlich analoge Programme 70 ausschließlich digital empfangbaren Programmen entgegen.

von Seltener Besucher - am 08.10.2017 10:45
Zitat
Seltener Besucher
Da hätte ich auf einen Sohn gesetzt, der es Einrichtet und eine schöne Anleitung schreibt.


So etwas mache ich durchaus, aber eben nur dort, wo es erwünscht ist oder ich es mit "sanfter Gewalt" erzwingen kann. Die nun vorhandene Stereoanlage (siehe vorige Seite) war bei der Beschaffung und Inbetriebnahme schon grenzwertig, da mein Vater seinen Eigenbau aus den frühen 1980er Jahren (DDR-Industriekomponenten in Eigenbau-Konzept und -Gehäuse) nicht ersetzen wollte:

[attachment 10019 ddr-eigenbau-stereoanlage-mit-industriekomponenten.jpg]

Da ging letztlich nur noch der UKW-Tuner (in mono, das Kofferradio, das mein Vater verwendet hatte, war freilich nicht stereo-tauglich), der Plattenspieler und der olle mono-Kassettenrecorder waren mechanisch wegen Verhärtung von Antriebsteilen hinüber. CD war von meinem Vater jahrelang mittels Discman und Steckernetzteil sowie Miniklinke -> Cinch -> DIN-Adaptergestrüpp verwendet worden. Als der Discman kaputt ging, war es auch damit zuende. Die Anlage stand letztlich als "Denkmal" und es dauerte mehrere Jahre, bis ich die Bewilligung zu einem Ersatz bekam. Die beiden dort nun aufgestellten Geräte sind der Konsens aus langen zähen "Verhandlungen" mit meinen Eltern.

Hier die Bedienungsanleitung, die einlaminiert unter dem CD-Receiver liegt:
[attachment 10020 KurzbedienungsanleitungStereoanlage.pdf]

Im Ergebnis nutzt Vater (83, einstiger Hochfrequenz-Ingenieur, Radiobastler und Röhren-Sockelschaltbild-Auswendigkenner) die Anlage außer zur CD-Wiedergabe nicht, weil er sich das nicht zutraut. Zum Glück schaltet die Anlage ein und auf CD um, wenn man den "Open"-Knopf der CD-Schublade drückt. Weitergehende Bedienungen führt nur meine Mutter aus. Sie nutzt dann noch das UKW-Radio. Schallplatte findet nicht statt, das wird nur genutzt, wenn ich ihnen eine Platte auflege.

Ich muss das akzeptieren (kein Problem, es schränkt ja auch meinen Vater ein und nicht mich). Schon in den späten 1990er Jahren hat Vater sich nicht imstande gefühlt, eine VPS-Programmierung eines Panasonic-VCR durchzuführen, obwohl die soweit ich mich erinnere einfach war. Vater nahm aber damals sehr viel TV auf (arte und Beiträge aus Lokalnachrichten). Lief nachts um 2 was auf arte, stellte er sich also den Wecker, stand auf und setzte sich zum Knopfdrücken eine Stunde im Bademantel vor das Gerät. Inzwischen hätte er einen LaSAT-DVB-C-Receiver mit USB-Festplatte zur Verfügung, zieht es aber vor, mich nachts halb 2 aus dem Bett zu klingeln und telefonisch eine Aufnahme zu bestellen, die ich dann wenn ichs zeitlich noch schaffe an von der Firmware baugleichem LaSAT- DVB-S-Gerät in meiner Wohnung durchführe. Beim nächsten Besuch bringe ich die Festplatte dann mit. Der Versuch, meinen Eltern die kinderleichte Bedienung der Aufnahmeprogrammierung des Receives beizubringen, endete mit einer hysterisch weinend aus dem Raum laufenden Mutter und einem wütenden Vater.

Ein Internetradio wäre in meinem Elternhaus mehrfach schwierig. Zum einen, weil tariflich kein Internetanschluss existiert. Diesen zu errichten, hätte dann auch eine Veränderung am analogen Telefonanschluss (läuft bis heute über telekom-Uraltvertrag ohne Telefon-Flat jeglicher Art) erfordern müssen. Der DSL-Router hätte einen Platz gebraucht und dort dauerhaft Strom. Mutter verweigert leuchtende / blinkende Kisten mit Stromanschluss aus Angst vor "Strahlung" (sie hatte bereits Krebs und ist mit zig anderen teils medizinisch befremdlichen Erkrankungen ausgestattet). Am Standort der offiziell "letzten" TAE ist kein Stomanschluss vorhanden und außerdem ists das Schlafzimmer, in dem ohnehin keine Geräte erwünscht sind. Am Standort der letztlich genutzten TAE (inhouse-Verlängerung, Zweidrahtleitung mit TAE-Stecker auf weitere TAE-Dose) befindet sich auch keine Steckdose. Ich hätte massiv umbauen müssen -> darf ich nicht wegen solcher "Spielereien" wie Internet. WLAN wäre mir darüber hinaus auch verboten worden ("Strahlung"), also wäre noch Ethernet-Verkabelung hinzugekommen. Immer schön aufputz und durch Holzbalkendecken mit Schlackefüllung. Nee danke.

Es gibt also Fälle, in denen sowas schlicht unmöglich ist. Wenn meine Mutter ahnen würde, daß ich bei Besuchen mit einem UMTS-Stick hantiere, wäre die Hölle los...

Sollte sich die telekom noch einfallen lassen, meinen Eltern für den analogen Telefonanschluss ein IP-Modem zu spendieren (bislang siehts nach Umsetzung auf Analoganschluss mittels MSAN-POTS aus, es gab bislang jedenfalls keine Kundeninformation zu irgendwelchen Änderungen), müsste ich freilich aktiv werden. Da es dann ums Telefon ginge, bekäme ich gewiss grünes Licht (Telefon wird schon benötigt, um ggf. den Notarzt zu rufen, was mehrmals im Jahr passiert). Dann würde ich mehrere Kellerwände und die Kellerdecke durchbrechen müssen, um eine Kabelführung zu erreichen, die für meine Eltern keinerlei Veränderung im Handling der Telefone bringt.

Ich kenne auch andere Seniorenhaushalte, in denen Panik bei jeglicher Veränderung herrscht. Das sind teils die Haushalte, in denen viele Krankheiten drin sind und die Menschen überfordert sind. Bei einem Paar im Alter meiner Eltern ist das so, da darf gar nichts verändert werden. Sie haben bereits 2 Räume ihres Hauses aufgegeben und dem Moder überlassen - bloß keine Handwerker. Fiese Risse im Haus deuten für mich inzwischen auf Baufälligkeit hin. Dieses Paar (Klassik-Liebhaber) nutzt einen qualitativ mangelhaften Kabelanschluss einer alten DDR-Gemeinschaftsanlage. Immerhin sind einige überregionale Kulturprogramme drin, aber die Empfangsqualität ist eher dürftig. DVB-C fällt weg, da die Verstärker in dieser Region bei 470 MHz zuende sind und relevante Pakete nicht empfangen werden können. Ich wollte dort vor Jahren schon auf Sat umstellen - Schüssel in Hausfarbe (blasses Taxi-Gelb) an die Hauswand, direkte Bohrung nach drinnen. ca. 15 cm überm Parkett rauskommen und dort UP-Loch bohren und Dose in die Wand setzen. Wurde mir nie erlaubt, wäre angesichts mir unbekannten Aufbaus der Hauswände auch riskant gewesen. Hatte sogar einen ADR-Tuner passend zu ihrer Anlage (Grundig Fine Arts) ersteigert und geplant, in dieses Gehäuse einen DVB-S-Receiver einzusetzen, damit die Anlage optisch weiterhin passt. Der ADR steht hier unterm Bett, den vorgesehenen LaSAT-DVB-S nutze ich nun an meinem Wohnort für TV-Aufnahmen für meine Eltern. TV guckt man dort bei diesem Paar via DVB-T und nun DVB-T2. Ein versehentlich weggeschalteter HDMI-Eingang am TV reicht und jemand muss anreisen. Telefonisch habe ich es nicht geschafft, die Frau so oft auf die HDMI-Taste der TV-FB drücken zu lassen, bis wieder Fernsehbild kommt. Beide geraten dann in Panik ohne den TV, obwohl sie beteuern, das TV-Angebot wäre so mangelhaft geworden. Stress pur.

Eine weitere Verwandte meiner Mutter (80, voll fit, arbeitet noch als Juristin in der Weiterbildung) schaute in Berlin aufm 46-Zöller DVB-T - ein Bild zum Weglaufen. Nun kam die Umstellung auf DVB-T2. Sie wußte nicht, was zu tun ist. Ich wollte die auf dem Dachboden liegende Schüssel am ohnehin vorhandenen Antennenmast installieren und die vorhandene Hausverkabelung nutzen, um mit dem integrierten DVB-S2-Tuner des TV weiterzukommen - das wurde mir verboten. Begründung: "eine Schüssel kommt nicht aufs Dach". Der Mast ist aber da, mit 2 alten TV-Yagis dran. Dem Blitz ists egal, ob er da eine Schüssel vorfindet oder eine Yagi. Also musste ich einen DVB-T2-Receiver kaufen. Dem Sohn (ca. 50, auch promovierter Jurist) ist alles scheißegal, auch wenn er im gleichen Haus wohnt und den TV der Mutter mit benutzt. Immerhin hat er mit meiner Anleitung den per Post zugeschickten Receiver in Betrieb nehmen können (ich konnte aus familiären Gründen wochenlang nicht hin). Als ich dann dort war, fand ich eine lumpige sichtbare Verkabelung und eine lumpige Sendersortierung vor. Also nochmal ran. Telefon und Internet gibt es dort via O2-DSL, hat der Enkel eingerichtet. Der lebt inzwischen in Vorbereitung auf eine Professur auf nem anderen Kontinent. Wollen wir hoffen, daß das Telefon nie ausfällt...


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Seltener Besucher
Ich haben schon drei Nachbarn, die keinen Computer haben, aber wegen der Telefonflat einen Tarif mit dem Internet gewählt haben.


Ja, auch im Umfeld meiner Eltern gibt es sowas. Formal wäre Internet seit Jahren möglich, aber man nutzt es nicht. Es ging um die Festnetzflat. Da hatte dann die Tochter sogar ein Laptop hingestellt - steht ungenutzt herum.

Zitat
Seltener Besucher
Der einer nutzt das Internet jetzt auf dem Smartphone, der andere nutzt es auf dem Tablet. Beide um die 80 Jahre jung.


Trifft auf meinen Patenonkel (84) und auf dessen ex-Kollegen und zeitweise Chef (90) zu. Fette PCs, Schwerpunkt Audio und Video. Mein Patenonkel drehte zumindest vor 2 Jahren noch Videos mit dem Smartphone (eines, das für Kameraqualität ausgesucht wurde) und schnitt dann Filme für die Kirchgemeinde. Der andere Mann (nun 90) ist heute noch unterwegs mit Vorträgen, ist Buchautor und hört nach eigener Aussage wegen der klanglichen Minderwertigkeit heutiger Rundfunkprogramme nur noch Audio von Industrietonträgern, bevorzugt in echtem Surround, natürlich über Geithain-Lautsprecher (den Herrn Kiesler kennen beide ja persönlich, sind alles letztlich ex-Kollegen, wenn das Rundfunk-Umfeld in der DDR als große "Firma" gesehen werden kann).

Diese Männer sind immer "am Ball" geblieben, was die technische Entwicklung betrifft. Somit sind sie heute auch kaum überfordert. Mein Patenonkel flucht aber massiv über Windows 10 und die dortigen Macken der Audioanbindung, die er unter XP mit der alten Prodif-Karte nicht hatte. Alles, was mit "Cloud" zu tun hat oder generell mit Speicherung an Orten, die den Besitzer der Daten nicht mehr zu interessieren haben, löst bei ihm massive Wut aus (bei mir auch, ich bin 40 Jahre jünger), so daß mein Patenonkel inzwischen sagt, "dann kann man eben nicht mehr mit Computern arbeiten".

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Seltener Besucher
Ich habe schon einer 93-jährigen Dame das Internet beigebracht, die hatte schon ein Tablett selbst gekauft.


Die 91-jährige Dame in meinem Umfeld wird von ihrem ex-Kollegen (dem 90-jährigen) immer wieder "bearbeitet", sie möge sich doch endlich Internet zulegen, damit er ihr Dinge mailen kann, statt sie immer schicken oder vorbeibringen zu müssen. Und ich halte es in diesem Fall sogar für möglich, daß es noch passiert. Diese Dame ruft mich auch mal spät nachts an, weil sie gerade eine Klassikaufnahme im Radio gehört hat und ich dann in der Playliste recherchieren und die CD bestellen muß.

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Seltener Besucher
Wenn Du heute Dich mit dieser Technik nicht befassen willst, frage Dich doch einmal, wie wird es in 40 Jahren sein?


Im Internet bin ich ja. Lineares Internetradio ist für mich nicht relevant, weil meine Radionutzung ohnehin auf ca. 2 Stunden im Monat (!) gesunken ist. Hinzu kommt, daß außer WDR 3 (320 kbps MP3) und SWR 2 (256 kbps) meines Wissens nach alle ARD-Wellen nur 128 kbps MP3 haben und das fahre ich mir nicht freiwillig rein, wenn ich DVB-S/C zur verfügung habe. Downloads einzelner Sendungen mache ich teils, vor allem auf Bayern 2 erhalte ich da mit 224 kbps MP3 ohne UKW-Processing eine hervorragende Qualität.

Was in 40 Jahren sein wird, da wäre ich vorsichtig, linear eine "Erfolgsgeschichte" des technischen Fortschritts zu extrapolieren. Damit ist man schon in den 1960er Jahren gescheitert, wie ein Blick auf damalige Prognosen zeigt. Demnach hätten wir seit den 1980er Jahren Haushaltsroboter in großem Ausmaß und seit den 1990er Jahren totale Immunisierung gegen jegliche Krankheiten weltweit. Es gäbe für jedes Kind Schulbildung etc. pp.

Wir leben in bewegten Zeiten. Ich halte einen Zerfall Europas für wahrscheinlich und einen Zerfall Deutschlands für möglich - zumindest eine Aufspaltung in einen faschistischen Ost-Teil und einen West-Teil, der noch etwas länger versuchen wird, die Barbarei zu vermeiden, bis auch dort die bekannte Politik des Siechtums und der Leugnung der Naturgesetze nicht mehr weiterzuführen sein wird - wie generell weltweit.

Ich halte Bürgerkrieg in Deutschland recht bald für möglich, geh mal nach Ostdeutschland und fühle das Klima des allumfassenden Hasses dort. Es wird große Wanderungsbewegungen geben, Flucht aus Ostdeutschland ebenso wie klimabedingt Migration von Milliarden (!) Menschen weltweit. Es wird Krieg um bewohnbare Gegenden, um Wasser, Nahrung und Energie geben. In Städten wird dauerhaft eine Art Kriegszustand herrschen. Dikataturen bislang unbekannten Ausmaßes werden versuchen, die Welt vollständig zu beherrschen und sie werden dazu wohl Mittel einsetzen, die heute der Allgemeinheit höchstens aus Science-Fiction-Literatur bekannt ist.

Menschen mit nicht verlorengegangener Verbindung zur Quelle des Lebens werden zunehmend versuchen (und versuchen müssen), abgeschieden vom Wahnsinn der sogenannten "modernen Gesellschaft" ein Überleben im Einklang mit den Naturgesetzen zu praktizieren. Es wird eine Renaissance des ökologischen Landbaus geben und eine Beschränkung auf das absolut Notwendige zum Überleben wird unvermeidlich sein. Andererseits werden diese Menschen Angriffen ausgesetzt sein seitens derer, die die Fähigkeiten zur Selbstversorgung nicht aufweisen und seitens derer, die totale Kontrolle über den Planeten wollen.

Schau Dich mal um, was alleine in Deutschland abgeht. Und seit den Wahlergebnissen sollte klar sein, wohin die Reise geht, wenn nicht noch ein "Wunder" passiert, dessen Herkunft ich mir angesichts der so umfassenden Trennung der Menschheit von der Quelle ihres Lebens nicht vorstellen kann.

Und da wollen wir uns eine schöne tolle elektronische Welt in 40 Jahren vorstellen? Die künftige Technik wird vor allem der vollständigen Kontrolle über die Weltbevölkerung dienen. Ich plane da nichts mehr und schaue nicht mehr "technisch" sehnsuchtsvoll in die Zukunft. Ich bin über 40 und nicht mehr 15. Ich drücke mir meine Nase nicht mehr am Schaufenster eines HiFi-Geschäftes platt und sehne mich auch nicht nach leistungsfähigeren Computern, da das, was ich damit machen möchte (Kommunizieren, Schreiben, Fotos, Audio) schon längst problemlos machbar ist und eigentlich fast vollständig überflüssig wäre, wenn ich in einem lebenswerten, gesunden Umfeld leben könnte, in dem Kommunikation von Angesicht zu Angesicht möglich wäre.

Ich wünsche mir kein "smartes" Haus, sondern einen Ort, an dem ich gesund und in Frieden leben kann. Wenn das ein Zimmer in einem Bauernhaus irgendwo auf dem Land ist, wo ich sozial integriert bin und mir regional meinen Lebensunterhalt sichern kann, dann ist es ein solches Zimmer. Auch ohne Steckdosen, ohne Breitbandanbindung und mit Holzofen.

Fortschritte welcher Art auch immer, die den Völkern in den derzeitigen Industrienationen wirklich helfen können, beschränken sich aus meiner Sicht bestenfalls auf Medizintechnik und Kenntnisse in Medizin. Eine tatsächliche Steigerung der Lebensqualität ist ansonsten nur durch "Downgrading", durch Enttechnisierung und durch eine Wiederverbindung mit der Basis des Lebens, mit den Naturgesetzen möglich. Ein Großteil unserer heutigen Technik dient bereits nur der Befriedigung von Süchten, die durch Trennung von der Quelle des Lebens entstanden sind, aber den Mangel nicht kompensieren können.

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Seltener Besucher
Ich bin seit mehr als 10 Jahren Internetradiofan, weil Satellit nicht möglich ist, Kabel-TV gekündigt und die Vielfalt muss irgendwie rein.


Aus der Sicht und der Lebensrealität, die ich vor 25 Jahren hatte, ist das für mich komplett nachvollziehbar. Damals mußte nacheinander alles her, was mir meine Radiosender brachte: UKW, dann Mittelwelle, dann Astra analog, dann DSR, dann ADR, dann DVB. Nur bandbreitenmäßig belastbares Internet gab es für mich nie, weil ich immer Nomade war, ich habe kein echtes Zuhause. Da wo die Wohnung steht, bin ich sozial isoliert. Wo die Arbeit war, gab es keine richtige Wohnung. Und bei den Menschen, denen mein Herz am nächsten ist, darf ich nicht sein, da sie ihre eigenen Familien gegründet haben. So bin ich überall und nirgendwo, oft monatelang nicht in meiner Wohnung.

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Seltener Besucher
Meine Mutter dürfte im Alter deine Eltern sein und musste Internet vor 20 Jahren lernen und nutzt es täglich, genauso wie ihre Internetradioempfänger und ihr Smartphone. Das befassen mit allen diesen Sachen hält etwas jung.


Meine Mutter ist trotz völlig "untechnischen" Hintergrundes heute sogar noch näher dran als mein Vater, der einst HF-Ingenieur war. Mutter hat wenigstens ein Mobiltelefon, das sie im Notfall benutzt (das Ding ist immer aus, außer im Notfall). Vater hat selbst das verweigert.

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Seltener Besucher
Ich bin davon überzeugt, dass man die Digitalisierungsquote in Deutschland hochtreiben möchte. Im Bereich Vectoring hat man auf das falsche Pferd gesetzt, bei LTE-Ausbau hingen wir hinterher, da machen uns andere etwas vor. Die Ziele werden nicht erreicht.


Ja, aber auch DOCSIS 3.1 wird da erstmal nichts retten, weil es nicht ohne Komplettumbau der Verteilnetze einführbar ist. Tausche erstmal alle (!) Verstärker. Eher kommt man mit weiterer Segmentierung der Koaxnetze bzw. gleich mit Glasfaser-Überbauung weiter. Wenn in Westdeutschland ein finanziell potentes Stadtwerk komplett Glasfaser baut, könnte es fü Koax-Altnetzbetreiber ganz schnell eng werden. Da wird es zunehmend zu Verdrängung kommen.

Ich kann andererseits aber auch keinen Sinn in immer höheren Geschwindigkeiten erkennen als den, es einfach haben zu wollen, weil man es zu benutzen gedenkt und weil man immer nur "höher, schneller, weiter" gewohnt war. Audio und Video sind inzwischen mit HighRes und UHD in Bereiche weit jenseits der jeweiligen Auflösungsvermögen der menschlichen Sinnesorgane angekommen - das war anfangs nicht so, wie 8-Bit-Soundblaster, Real Audio oder Briefmarkenvideos zeigen. Auch symmetrisches Gigabit-Internet für jeden hilft nicht bei akuter Sinnlosigkeit im Leben, hilft nicht gegen Hunger, nicht gegen Krankheiten, nicht gegen soziale Isolation. Im Gegenteil: seitdem jeder jederzeit alles in den asozialen Netzwerken verlautbaren kann, halluziniert das Volk nur noch hysterisch herum und geht inzwischen zur Selbstvernichtung über. Wohl dem, der davon fast nichts mitbekommt. Ich lerne zunehmend Menschen kennen, die keinerlei Nachrichten mehr konsumieren, eal aus welchen Kanälen. Mir hat heute früh die Schlagzeile einer BILD (?) beim Brötchenholen bereits wieder gereicht. Ich sollte wirklich das Auswandern ernsthaft in Angriff nehmen.

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Seltener Besucher
Nach der Abschaltung des analogen Fernsehens bei UM und der zweifachen Kanalumstellung habe ich mehrere Bekannte und Nachbarn besucht und die Geräte eingestellt. Keiner hatte einen Radioempfänger an die Kabelanschlussdose angeschlossen gehabt.


Sind das Leute, denen Radio ohnehin nichts weiter als "Lokalnachrichten und Wetter" bedeutet? In diesem Umfeld kenne ich diesen Zustand auch. Dort, wo auch mal bewusst Radio gehört wird, ist das Radio am Kabel, wenn der Kabelanschluss auch nur halbwegs brauchbar ist. Auch dort, wo kein Dudelfunk ertragen wird (altersunabhängig) ist wegen der nahezu Nullauswahl an der Wurfantenne das Radio oft am Kabel.

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Seltener Besucher
Die Umsetzung von UKW-Kabelradio bei Unitymedia ist eine Katastrophe. Die Programme werden zentral in Kerpen empfangen und im ganzen Land verbreitet. Die Sendernamen bei RDS stimmen nicht, die Frequenzlisten auf der Homepage stimmen nicht. Der Radiotext wird von DVB-S übernommen und beschränkt sich auf die Musiktitel. Bei vielen Sendern fehlt dieser komplett.


Schade, daß das so lausig umgesetzt wird. Nötig wäre das nicht. Einmal das RDS zu pflegen ist ein Leichtes bei den professionellen Umsetzern. PI-Code muß rein, sonst gibt es bei etlichen Tunern nichtmal Namensanzeige oder die Kisten stürzen ab, wenn man Radiotext aufruft. War bei uns auch so, dazu die achtlos übernommenen ersten 8 Stellen bei DVB-Übernahmen ("RADIO PA" statt " PALOMA "). Heute läuft RDS perfekt (wenngleich mit internen Schönheitsfehlern,also falschen AF-Einträgen und falschem EON bei den UKW-UKW-Umsetzungen und fehlendem EON bei den Sat-Umsetzungen).

DVB-S-Radiotext ist je nach Anstalt unterschiedlich von "gar nicht" (RBB) über "statischer Lauftext" (NDR Info) bis "alles exakt so drin wie auf terr. UKW" (BR, MDR, hr). Da kann der Netzbetreiber dann auch nichts anderes machen.

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Seltener Besucher
Viele Menschen bekommen von ihrem Kabelanbieter einen Receiver oder haben einen DVB-C-tauglichen Fernseher. Die digitale Programmvielfalt unterscheidet sich enorm.


Von UKW? Klar. Aber wer will den TV laufen lassen zum Radiohören (selbst dann, wenn man das Panel dunkel schalten kann, ist das nervig)? Und die Receiver, die da ausgehändigt werden, haben ja oft nichtmal eine Ziffernanzeige. Klar, es wäre vor allem beim Kabel sehr einfach und billig, in der Bucht an "radiotaugliche" Geräte mit Sendernamenanzeige zu kommen, zumindest für FTA-Programme. Die letzten Wiso OR 252, die ich auf diesem Wege beschafft habe, kosteten inkl. Versand immer so um die 35 EUR und bieten auch USB-Aufnahmen von FTA-Programmen, die man weiterverarbeiten kann. Kaum jemand weiß so etwas, kaum jemand nutzt es. Dabei wäre es weitaus mehr als ein UKW-Ersatz.

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Seltener Besucher
Was würde es eigentlich mehr kosten einen Empfänger mit DAB+ und Internetradio so zu bauen, dass dieser DVB-C-Radio empfangen kann? Man könnte sich doch einigen, dass die digitalen Hörfunkprogramme im VHF III Bereich übertragen werden.


Die Tuner unterscheiden sich extrem (Bandbreite, Demodulator). Ob es Chips gibt, die beides können, weiß ich nicht. Ich schätze den Mehraufwand für einen vollständigen DVB-C-Tuner auf unter 20 EUR, da alles andere (Gehäuse, Display, Netzteil, ggf. CPU mit Audio-Decoding in Software) bereits vorhanden ist. Man bräuchte ein geniales Bedienkonzept bzw. ein grafikfähiges Display mit Soft-Keys für die doch umfangreicheren Einstellungen. Wäre alles kein Problem. Ich hatte mir ein solches Gerät mal vor etwa 10 Jahren ausgedacht (von den Anforderungen und der Funktionalität her), bin aber weder Elektronikentwickle rnoch Programmierer noch hätte ich die geschätzt 100 kEUR Entwicklungskosten zur Hand. Inzwischen ists zu spät. Radio ist als Medium fast tot und der Bedarf an hochwertigen Geräten geht gegen Null, stattdessen ist Diktiergerätequalität angesagt.

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Seltener Besucher
Mit den Hausaufgaben meine ich folgende:
80 - 90 % der analogen Hörfunksender im Kabelnetz werden auch digital verbreitet.
Nur 10 - 20 % wären in NRW von der Abschaltung von UKW im Kabelnetz betroffen.
Die 10 - 20 % sind
1. BFBS, das sowieso abgeschaltet wird
2. die korrekte WDR 2 Regionalversion
3. je nach Kabelnetz 1-3 Lokalradios und in wenigen Fällen ein Uniradio.
Die Anbieter müssen noch digital eingespeist werden. Warum geschieht es nicht?


Das wird mit UKW-Abschaltung vermutlich passieren, zumindest dann, wenn die Landesmedienanstalten drauf achten. Es kostet nur wenig Geld, aber keinerlei technischen Aufwand mehr. Durch die Art der UKW-Zuführung liegen die UKW-Empfänge in den Großnetzen ohnehin digitalisiert in der Zentrale vor, als IP-Datenstrom. Macht man mit solchen Geräten: http://www.qbit.de/Transcoders/Q565-FM-DVB-Transcoder::11.html - gibt es auch für DAB http://www.qbit.de/Transcoders/Q567-DAB-DVB-Transcoder::13.html und sogar für Internetradio http://www.qbit.de/Transcoders/Q566-Internet-Radio-Transcoder::21.html . Sowas kann man ganz leicht wieder in DVB-C-Pakete einfügen.

von Chris_BLN - am 08.10.2017 11:03
Zitat
Scrat
Auf der Website steht :
Wo bekomme ich mehr Infos?

Sie finden alle Infos ab 9. Oktober auf www.vodafone.de/digitalezukunft.


@Wolfang R

War und ist München nicht ein Sonderfall? Soweit ich weiß läuft hier eine Sondervereinbarung, getroffen von der Telekom und dem damaligen Intendanten Zeiler weil im Münchner Kabel über 2 Millionen Menschen die Möglichkeit hatten die Werbung in den privaten durch Nutzung des ORF zu umgehen. In München kann (erstrecht mit Profiausrüstung wie die Telekom sie hatte) an vielen Stellen sehr wohl der ORF weiter empfangen werden.

ORF 1 war bis 1998 in ganz Südbayern und Teilen Nordbayerns zu sehen. Der Kabelkopf Waldmünchen und Nennslingen (zuständig für das damals (Herbst 2004 zusammengeschlossen) an den Nürnberger Süden angrenzende Kabelnetz Neumarkt) waren die nördlichsten Empfangsstellen. In Waldmünchen war das Bild jedoch besser als im Netz Nennslingen, da WÜM den Gaisberg empfing während Nennslingen auf die Zugspitze zurückgriff wo ein (Füll?)Sender auf der gleichen Frequenz für das dritte Programm einen dauerhafte Jalousie verursachte...



Originalmail KD:

lle Informationen erhalten Sie ab dem 09.11.2017 auf www.Vodafone.de/digitalezukunft.

Vorab können wir Ihnen leider noch keine Auskünfte erteilen.

Wir wünschen Ihnen eine schöne Woche.

Freundliche Grüße
Ihr Vodafone-Team

Vodafone Kabel Deutschland
Kundenservice
99116 Erfurt

Tel.: 0800 278 70 00
Kostenfreie Rufnummer für Anrufe aus dem Inland

von RudiP - am 08.10.2017 14:54
Zitat
UKW vs. DAB+
@ Chris_BLN : Du hast mit Abstand die längsten Beiträge hier im Forum. Wenn nicht sogar von allen Foren. [...]


Zu gerade diesen Beiträgen antworte ich nun auch, obwohl ich zum eigentlichen Thema "Kabel Deutschland" mangels Kabelanschluss nichts sagen kann.

Was das Thema Technik im Alter angeht denke ich, dass es vorrangig eine Sache der Gewöhnung und somit des früheren Interesses ist.
Ich bin im Bergischen Land eben "auf dem Land" aufgewachsen, es gab und gibt dort keinen Kabelanschluss. In den 80ern konnte man im elterlichen=großelterlichen Haus nur 1.+2.+3. Programm (WDR) empfangen über die seinerzeit vom Fachhandel montierten Dach-Yagis. Fast alle anderen in der Gegend konnten auch problemlos SW3 kriegen (bei uns war keine Antenne dafür montiert). Schließlich sollten auch die Holländer aus Roermond besser werden und von Witzhelden gab es RTL (und später VOX). Mein Opa (Hausherr) ließ neue Antennen + UKW hinzu montieren und war stets an der maximal möglichen Vielfalt interessiert (Hessen 3 ging trotz Monsteryagi nur stark verrauscht). Die Tutti-Frutti-Länderpunkte beim RTL waren schließlich auch schon ziemlich trockene Früchte, bei den Holländerinnen in deren Spätprogramm war schon viel früher die Wäsche gefallen :) Und wie hießen noch gleich die singenden Nackedeis auf der nächtlichen Jukebox im Fremdfenster auf dem RTL-Kanal?

Egal, später jedenfalls als ASTRA "erschwinglicher" wurde, wurde gleich aufgerüstet. Aus Kostengründen zunächst nur eine Pol.ebene (ich glaube V hatte die meisten deutschen PX? jedenfalls fehlte MTV zu meinem Unmut, das interessierte den Opa nicht). Alleine die 3 Receiver hatten pro Stück 600 DM gekostet + Schüssel + LNB + Verkabelung vom Fachhandel. Als ASTRA 1B startete, wurde mit der 2.Ebene nachgerüstet und später dann (war es beim Start vom 1D?) mit Universal-LNB.
Mein Opa hat also immer dafür gesorgt seine Anlage aktuell zu halten und es waren zeitweise 5 Receiver im Haus aktiv + mein DSR- und später ADR-Tuner. Ich selbst hatte zusätzlich noch eine manuell drehbare (=leicht zu erreichende) 100er-Schüssel, die meistens auf Eutelsat 13 lief.
Den Opa hat Radio nie interessiert somit gab es in seiner Wohnung auch außer einer alten Stereotruhe aus den 60ern (die heute noch bei mir auf UKW spielt) nur Fernsehen, und hierzu gehörte eben ab Ende der 80er unter/neben jede Kiste ein Receiver. Die Senderlisten wurden von ihm selbst immerzu aktualisiert. Er hat nie einen Videorecorder besessen aber der Sat-Receiver war für Oma+Opa kein Problem. DVD konnte auch bei Bedarf mal benutzt werden.
Er hat als erster auf DVB-S umgestellt und einen Flachmann dazu gekauft, für mich qualitativ eine Frechheit solch ein matschiges Bild aber das war ihm auch egal. Hauptsache 489 freie Programme.Er ist über 90 geworden und hatte am Ende 2xFlatscreen mit DVB-S sowie 1xHD-Abo in der Wohnung und hatte sich am Ende bereits über den Neukauf eines UHD-Gerätes informiert. Hätte er noch 1 Jahr länger gelebt wäre es sicher noch zu einem Kauf gekommen.

Bei der Mutter wurde das vorhandene Programmangebot immer gerne mitgenommen, man konnte eben alles schauen was man wollte und aufnehmen, aber Qualität egal (Sat -> Scartkabel -> VCR -> Modulator -> TV) und wäre es mal nicht mehr gegangen auch nicht schlimm. DVB-S kam erst mit der Analogabschaltung und der Röhrenapparat wurde erst mit dem Defekt durch einen flachen ersetzt. Programmieren des VCR war immer Fehlanzeige und der Festplattenrecorder wurde nie genutzt und wenn am TV heute ein falscher EIngang gewählt ist "geht nicht mehr" kann man nicht mehr Fernsehen. Trotz 25 Jahren Altersunterschied ist hier also eine komplett andere Einstellung vorhanden und offensichtlich ist das Interesse am Medium nicht so bedeutend als dass es sich lohnen würde sich hiermit weiter zu beschäftigen. Stattdessen werden aber Smartphone + Internet permanent genutzt.

Ich selbst habe mein Verhalten auch deutlich geändert. Mit dem Umzug in die erste Wohnung mit Zwangskabel vor ca.20 Jahren habe ich dies hingenommen, hatte aber ohnehin nicht mehr so oft vor der Glotze gesessen wie noch zu Schülerzeiten, schade fand ich es um die Radioprogramme.
Mittlerweile habe ich wieder eine ASTRA-Schüssel auf dem Dach, hatte aber tatsächlich noch die alte Röhrenglotze mit SD-Receiver. Als die Röhre sich verabschiedet hatte, kam ein Flachmann und erst hierfür gab es dann auch HD über ASTRA. Ich nutze eigentlich nur die 20 öffentlich-rechtlichen + Servus, höher wird fast nie geblättert und ein Abo würde ich keinesfalls kaufen. Mittlerweile würde ich auch kein Zwangskabel mehr akzeptieren, beim wenigen TV-Konsum würde sich das nicht rechnen. Mit 2 Kindern gibt es genügend andere Beschäftigung :) Die Kiste wird abends mal angemacht, wenn was kommt ist gut wenn nicht auch gut.
Mittlerweile geht es mir mit Mitte 40 auch so, hab keine Ahnung wie das mit dem HD-Abo funktioniert oder was Sky/Netflix oder was auch immer sind, aber es ist mir auch egal.
Radio könnte ich via DVB-S oder Internet hören, nutze ich aber fast nie. Die alte Stereotruhe vom Opa spielt zu Hause mal auf UKW, ansonsten bin ich jeden Morgen + Abend lange genug im Auto unterwegs um auf UKW Radio zu hören. Das langt :)

Ich denke die Minderheit beschäftigt sich konkret mit diesen Möglichkeiten und kann dann auch damit umgehen, eben aus inhaltlichem Interesse. So wie der Opa seinerzeit.
Bei der Mehrzahl der Leute (so ist es jedenfalls in meinem Umfeld) wird das vorhandene so lange wie möglich genutzt, auch wenn es manchmal finanziell zu überdenken wäre).
Habe auch erlebt dass Leute monatlich für den Kabelanschluss gezahlt haben, obwohl sie sowieso nur 10 Programme geschaut haben und problemlos auf Balkon oder Garten eine Schüssel hätte montieren können und dürfen). Es sollte aber zu Analogzeiten eben keine zusätzliche Kiste ins Wohnzimmer.
Woanders wurde beim Umzug gleich beim Telefon "ummelden" ein Entertain-Abo verkauft, obwohl auch die neue Wohnung schüsselversorgt ist. Wahrscheinlich verbringt man seine Zeit eben dann lieber mit anderen Dingen und so etwas ist einem nicht so wichtig.

Meinetwegen kann das altbackene gerne so lange wie möglich weiter verfügbar sein. Solange der Platz da ist warum kein UKW im Kabel? Ich freue mich auch wenn ich im Auto auf UKW hier in NRW die Programm aus Rh.-Pf + NL + B hören kann, das wäre digital nicht mehr drin. Und dann bräuchte ich erst mal ein mobiles Internet um diese Auswahl zurück zu bekommen :)

von breloehr - am 08.10.2017 23:06
Vorschlag: Abspaltung des Themas ins OT-Forum als moderne Technik im Alter

@Chris_BLN: Ich bin voll bei dir. Kenne so wohl das eine Extrem als auch das andere: Senioren, die mit allem abgeschlossen haben und jede kleine Veränderung ein grosses Problem darstellt - der Defekt des guten, alten "Tel 01 LX" stellt bis heute ein grosses Problem dar. Der neue Apparat wird (wie ich meine absichtlich und aus Protest!) nicht richtig aufgelegt und der Anschluss ist dann nicht erreichbar. Fernsehen ist nach langem Kampf mit einer Universal-Senioren-Fernbedienung mit Flachbild TV und DVB-C machbar, weil analog abgeschalten wurde und die alte Glotze nur noch rauschte. Die Bedienung eines einfachen Kofferradios mit UKW ist undenkbar, zu viele Schalter.

Dann gibt es aufgeschlossene Senioren, die alle Reisen mit dem Internet planen und auch buchen. Neue Medien werden selbstverständlich genutzt, die Wohnung ist moderner eingerichtet als bei mir.

Meine (Schwieger-)Eltern sind ein Zwischending aus den beiden Welten. Anstupsen, zeigen, dann klappt es irgendwann von alleine. Aber wenn der Router kaputt geht (Blitzschaden) sind sie nicht in der Lage, das Gerät selbst zu wechseln. Alleine die Diagnose war schon schwierig aber zielgerichtet: Telefon geht nicht. Internet glaube auch nicht. Fernsehen geht, Radio auch. Am Internet-Dingsbums sind alle Lampen aus :)

Mein Vater (Daimler Entwicklungsingeneur im Ruhestand, nach schwerem Unfall fast 3 Jahre im Krankenhaus) war in Sachen HiFi immer am Ball, es wurden teure Geräte angeschafft (die Braun-Anlage habe ich noch bei mir im Einsatz), mittlerweile ist das Interesse verlagert, aber er kann seinen Tuner selbst bedienen und schneidet interessante Sendungen auf Cassette mit. Er kann das Bluetooth-Telefon selbst mit seinem Autoradio koppeln. Weiss, wie viel kW seine neue Gas-Brennwertheizung hat und sagt mir, ich muss die Heizkurve anpassen weil es nicht warm genug wird. Den alten Analogregler konnte er noch selbst einstellen, der neue mit "Expertenebene" ist ihm zu kompliziert. Aber nur, weil er weiss, dass ich das in 2 Minuten einstellen kann.

Mein Onkel (dessen älterer Bruder) studiert mit mir Datenblätter von WLAN-Routern, damit Madamme mit ihrem I-Pad gutes WLAN hat...und hat ein Unicam-Modul beschafft, weil ihn der Sky-Receiver nervt.

So lange das so ist, bin ich zufrieden :)

Wolfgang

von Wolfgang R - am 09.10.2017 10:33
Ja, gerne ins OT damit!

@breloehr, @ Wolfgang R: ihr zeigt brillant, daß es wirklich so durchwachsen ist, die volle Breite von "auch im hohen Alter technisch voll am Ball" bis "bitte nichts neues" ist also auch in anderen Familien vorhanden.

Zitat
breloehr
und wenn am TV heute ein falscher EIngang gewählt ist "geht nicht mehr" kann man nicht mehr Fernsehen.


So ist es bei meinen Eltern. Sie holten auch wegen einer Unklarheit (die meinem Vater als Techniker völlig klar sein sollte) schon den telekom-Vervice für den analogen Telefonanschluss. 79 EUR für nichts, weil es natürlich keinen Fehler gab. Da war ich sauer. Hätten sie ja auch erstmal mich fragen können.

Zitat
breloehr
Es sollte aber zu Analogzeiten eben keine zusätzliche Kiste ins Wohnzimmer.


Genau das erlebte ich auch häufig, als es mit Sat und später mit Digitalempfang via Sat und Kabel losging. Dann hatte sich das Thema ja weitgehend erledigt dank interner Tuner für DVB-S/S2/C. Und kommt nun durch die Hintertür mit den anbietereigenen Geräten wieder zurück. Mein Nachbar in Berlin (knapp über 70 isser) hat seinen 60-Zoll-Philips am KDG-Netz, inkl. CI+ Modul und Freischaltung von fast allem, was KDG selbst bietet (kein Sky). Vor einem Jahr upgradete er auf den 4-Tuner-Receiver von KDG und kann nun aufnehmen, was er auch tut, wenngleich eher "zum Spielen". Die weiteren Möglichkeiten des Gerätes nutzt er aber nicht. Wo kommt der Sinneswandel her, plötzlich Anbieter-Kisten zu akzeptieren, während früher gesagt wurde, die Digitalisierung des Kabels stagniert, weil kein freier Gerätemarkt existiert und jeder Netzbetreiber seine Kastratboxen zwangsweise verordnet?

Zitat
breloehr
Solange der Platz da ist warum kein UKW im Kabel?


Eben. Ich sehe es nicht anders: was im Kabel läuft, sollte der Netzbetreiber selbst entscheiden können. Und solange er einen Bereich nicht sinnvoll anderweitig nutzen kann, warum sollte es dann nicht bei dem bleiben, was dort läuft? Das ist bei den TV-Bereichen natürlich anders, da ist jeder freie Kanal Gold wert für Internet-Downstream.

von Chris_BLN - am 10.10.2017 08:16
Die Liste aus Neustadt im Vogtland ist hochinteressant und skurril gleichermaßen. Egal wie ich es drehe, ich bekomme nie eine digitale Belegung angezeigt. Offenbar hat dieses Netz nur die analoge Belegung (auch TV!), denn selbst wenn man hier https://helpdesk.kdgforum.de/wiki/Netze_ohne_oder_mit_eingeschr%C3%A4nktem_Digitalempfang Neustadt anklickt ( https://helpdesk.kdgforum.de/sendb/kopfstation/Neustadt%20im%20Vogtland.html ), landet man wieder bei der analog-only-Liste. Dieses Netz müßte, sollte die Belegung zutreffend sein, eigentlich 2019 komplett stillgelegt werden - es sei denn, man bindet es an den Backbone an. Das dürfte sich bei nichtmal 1000 Einwohnern kaum lohnen. Da werden die doch kaum EGDE-QAM-Maschinen hinstellen. Eher zieht man eine Glasfaser von Falkenstein rüber: https://helpdesk.kdgforum.de/sendb/belegung-612.html

Wie man hier terr. UKW und Zusatzprogramme zusammengepackt hat, kann ich nur mutmaßen. Man befindet sich hier nur wenige km vom Senderstandort Schöneck entfernt, nutzt dessen starke Signale aber nicht durchgängig für die 1:1-Durchleitung, sondern greift teils auf Geyer zurück, teils verstehe ich die dortige Auskabel-Praxis aber auch absolut gar nicht. Gehen wir das doch mal durch.

87,70 MDR Kultur
-> könnte 1:1 Geyer sein, 100 kW, 42 km Abstand

88,00 Extra Radio / Euroherz
-> formal könnte das 1:1 vom Waldstein sein, 5 kW, 50 km Abstand

88,70 MDR Sachsen
-> könnte 1:1 Schöneck sein, 3 kW, 7 km Abstand

89,90 MDR Jump
-> Die Dorfbeschallungsanlage für Camburg nördlich Jena im Saaletal (25 W, 80 km) ist es definitv nicht. Örtlich naheliegend wäre 101,2 MHz Schöneck (30 kW, 7 km, ex DT64), aber vor Ort hat man auch Geyer (89,80 MHz, 100 kW, 42 km) als starkes Signal. Man muß also terr. Empfang umsetzen auf andere Frequenz. Warum dann nur 100 kHz neben einen beinahe-Ortssender?

90,40 RTL Sachsen
-> keine 1:1-Umsetzung, 90,4 ist in dieser Region MDR Jump von Wiederau (100 kW, 80 km).

90,70 Bayern 1
-> könnte 1:1 Ochsenkopf sein (100 kW, 60 km). Aber terr. ungefilterte (?) Direkteinspeisung nur 300 kHz neben einer Umsetzung?

91,70 MDR Thüringen (Süd)
-> nehmen die wirklich den Blessberg (100 kW, 94 km)? Die 97,8 Ronneburg (Ost) sollte da deutlich besser gehen.

94,20 DLF Kultur
-> das gleiche: wirklich vom Bless? Da sollte die 89,3 vom Waldstein besser laufen (Vermutung meinerseits ohne Geländekenntnis).

94,90 Landeswelle Thüringen
-> könnte 1:1 Ronneburg sein, 3 kW, 39 km. Warum dann nicht MDR Thüringen auch von dort?

95,40 Vogtlandradio
-> könnte 1:1 Plauen Kemmler sein, 2 kW, 13 km

96,00 Bayern 2
-> könnte 1:1 Ochsenkopf sein (100 kW, 60 km).

96,20 Radio Zwickau
-> deutliches Indiz für 1:1-Durchlassung (150 W, 20 km). Viel Vergnügen mit Radio Zwickau und Bayern 2...

97,00 DLF
-> könnte 1:1 Geyer sein, 100 kW, 42 km

98,20 Energz Sachsen
-> Zwickau 300 W, 20 km?

99,40 Bayern 3
-> könnte 1:1 Ochsenkopf sein (100 kW, 60 km).

100,00 PSR
-> könnte 1:1 Geyer sein, 100 kW, 42 km

102,20 Antenne Thüringen
-> Inselsberg (100 kW, 138 km)? Nee, oder? Das wäre auch nicht von der 102,3 BR Klassik (Ochsenkopf, 25 kW, 60 km) zu trennen. Das muss eine Umsetzung sein, z.B. von 102,5 Ronneburg (30 kW, 39 km).

103,20 Antenne Bayern
-> könnte 1:1 Ochsenkopf sein (100 kW, 60 km).

103,80 MDR Sputnik
-> von Sat, aber da sollte terr. das "Umland" rausgefiltert werden, sonst drückt da 103,9 MDR Kultur von Ronneburg (30 kW, 39 km) rein. Man empfängt andererseits ja Landeswelle offenbar einspeisewürdig trotz nur 3 kW ebenfalls von dort und setzt 1:1 um. Seltsam.

104,10 RTL
-> offenbar die Sat-Version. 100 kHz höher wäre Landeswelle vom Inselsberg. Klar, weit weg (100 kW, 138 km), aber andererseits behauptet man doch, Antenne Thüringen auf diesem Wege einspeisewürdig zu bekommen?

104,40 1Live
-> Sat

104,70 N-Joy
-> Sat. Die massenhafte Verbreitung von N-Joy in Sächsischen und Thüringer Kabelanlagen resultiert daher, dass Blankom 1994 etliche Anlagen mit den neuen Sat-UKW-Umsetzern ausgerüstet hatte und dabei Sputnik hinter Premiere abgriff und in die Netze im MDR-Land brachte. Damals assoziierten etliche damit ja noch "DT64". Teils schon während der Planugsphase, spätestens zum Errichtungszeitpunkt der Anlagen war aber der MDR auf seinem eigenen Transponder mit dem TV gestartet, hatte dann Sputnik natürlich dorthin umgezogen und am 4.4.94 startete auf den Premiere-Unterträgern N-Joy. Damit war das dann halt in den Anlagen und blieb meistens, weil es den Vorstellungen eines primitivstmöglichen Jugendprogramms eher entsprach. Sputnik wurde dann höchstens mal noch nachgepflegt auf anderer UKW-Frequenz, wenn sich einige "Ewiggestrige, die die DDR zurückhaben wollen" dann beschwert hatten.

105,00 SAW
-> muß eine UKW-Umsetzung von anderer Frequenz sein. Kandidat wäre höchstens Wiederau (104,9 MHz, ca. 25 kW in diese Richtung, 80 km). An die 101,4 (Brocken, 100 kW, 190 km) trauen sie sich doch hoffentlich nicht ran. Wobei das legendäre Netz in Burgstädt auch 89,0RTL drin hat, empfangen angeblich mit 14-Element-DDR-Antenne und das wäre einspeisewürdig. Das bekomme ich in Gera schon oben aufm Berg nicht einspeisewürdig an ebensolcher Antenne, das sind 145 km von unserer Kopfstelle weg.

105,80 ERF
-> Sat

106,10 Klassik Radio
-> Sat

106,40 WDR 2
-> Sat

106,70 RSA / Mephiso
-> Das kann doch niemals die Leipziger Version sein. In Frage käme eher Plauen (1 kW, 17 km), Auerbach (50 W, 7 km) oder Fichtelberg (1,6 kW, 44 km).

107,1 SWR 4
-> Sat

Alles in allem technisch skurril, würde mir gerne mal die Kopfstelle anschauen. Sieht für mich nach einstiger DDR-Gemeinschaftsantenne aus, die irgendwie in den Besitz der KDG gelangt ist. Das kann doch kaum hochqualitativ funktionieren. Oder die Tabelle ist schlicht falsch.

Außerdem sind Abfolgen wie 103,80 - 104,10 - 104,40 - 104,70 - 105,00 und 105,80 - 106,10 - 106,40 - 106,70 stümperhafte Planungen, bei denen sich je Programm gleich mehrere Intermodulationsstörungen anderer Programme einfinden und den Empfang je nach Tuner verzischeln bis völlig verkracht-unanhörbar machen.

Kein MDR Aktuell (Staatsvertragsprogramm), kein arte im TV (dürfte auch must-carry gewesen sein). Ob die angeschissenen Haushalte dafür vollen Preis gezahlt haben?

In Steinberg gibt es eine ganz ähnliche Skurril-Belegung: https://helpdesk.kdgforum.de/sendb/belegung-415.html


Ok, ich bin verwöhnt durch das Netz bei meinen Eltern (wie gesagt kleiner privater Anbieter, nicht KDG):



von Chris_BLN - am 27.10.2017 09:41
Zitat
Cha
Das ist irgendwie auch ein seltsames Phänomen in Sachsen. Es gibt in diesem Bundesland ja nur 4 Must-Carry-Programme: ARD, ZDF, MDR und Arte. Selbst bei kleinen Anlagen, wo noch recht viel Analog-TV eingespeist wird (u.a. auch ARD-alpha) - was fehlt dann komischerweise? Arte! :confused:


Aus Zuschauersicht zumindest dürfte diese Belegung "mehrheitsfähig" sein. Ein befreundeter Netzbetreiber aus Sachsen-Anhalt mal zu Zeiten vorrangig analoger Nutzung zu mir: "wenn der Modulator von Arte abgesoffen ist, bemerke ich das 3 Wochen später bei einer Überprüfung. Wenn Homeshopping absäuft, klingelt in der nächsten Minute das Telefon: 'Ich kann nicht mehr einkaufen!'." Auf die Landesmedienanstalt geschaut heißt das für mich: denen ist das völlig egal.

Im "Landgrafen"-Netz der TeleColumbus in Jena gibt es soweit ich mich erinnere seit Jahren kein Arte analog mehr, aber bei meiner damaligen Zählung dennoch 19 analoge Programme.

Zitat
Cha
Ich überlege gerade, ob das ein Schreibfehler ist (angeschlossen), oder ob das Absicht war. :joke:


Ich hatte mich bei "angeschlossen" an den hier erinnert Radiopannen.de - Live und besoffen vom Weihnachtsmarkt und entsprechend adaptiert. :D

Programmbelegungen müssen übrigens nichtmal dann stimmen, wenn sie vom Netzbetreiber himself veröffentlicht werden. Die TeleColumbus hatte einst PDF-Programmlisten für Kleinnetze. In einem sächsischen Netz wäre demnach "RSA Allgäu" drin gewesen. Was real wohl auf dieser Frequenz ausgekabelt wurde, dürfte klar sein. :D

von Chris_BLN - am 27.10.2017 18:06
Weiß nicht, wer einst nen grünen Ziegel hatte. Ich meinte R.SA (damals mit Böttcher und Fischer). Hatte die TeleColumbus halt das Allgäuer Programm draus gemacht in der Liste. Kommt davon, wenn die Zentrale keine Ahnung hat, was vor Ort so passiert.

TC-Belegungen schienen vor Ort bei der jeweiligen ausführenden Firma entstanden zu sein. In Jena gab es da die bizarre Story, dass einstmals als die unteren Sonderkanäle analog geräumt wurden, NDR-TV und wohl WDR-TV analog rausflogen. Digital (damals freilich SD) waren sie natülich da. Großes Geschrei in der Stadt, die Senioren probten den Aufstand. Paar Tage später bemerkte jemand, dass "ganz hinten", irgendwo bei 850 MHz, NDR TV wieder analog da war. Er berichtete es freudig der Lokalredaktion der dort am weitest verbreiteten Tageszeitung. Kaum ward es geschrieben, verschwand der Kanal wieder. Die TC leugnete später (auch in Form ihres damaligen GF Schickel), dass das Programm jemals dort aufgeschaltet gewesen war. Meine Vermutung bis heute: da hatte einer der ortsansässigen Techniker kurzerhand "nichtstörend" den Familienfrieden wieder hergestellt oder die einem Freund einen Gefallen getan.

von Chris_BLN - am 27.10.2017 21:15
Siehe auch https://www.infosat.de/radio/vodafone-bringt-kabelradio-receiver-zur-analogabschaltung

Vistron als "Hersteller": dann kommt das Gerät von LaSAT/Bemondis. Die haben ja viele Geräte (S/S2, C, Triple-Tuner) für große OEM-Kunden wie Wisi, Smart, Schwaiger, Pollin (die DR-... Serie), Hofer Austria, ... gemacht und bieten u.a. für UPC Austria sowohl eine kleine Radio-Box als auch eine große mit Lautsprechern an, die letztlich kastrierte (TV raus) Receiver basierend auf dem Fujitsu H60-Chipsatz sind. Das gezeigte Produktbild ist wohl ein Symbolbild. Das Display hat da ja mindestens 18 oder 19 Stellen und und sieht mit seiner Proportionalschrift nicht "echt" aus. Das LaSAT-Display hat 12 Stellen und ist Punktmatrix.

Wenn es so ist wie bei UPC Austria, sind das Radio-only Kastratboxen, die eine von KDG nach LCN vorsortierte Liste einlesen. Die Regionaldudler kommen dabei nach vorne, das steuert ein einzugebender "City-Code". Die Software wird speziell für den Netzbetreiber angepasst und führt in anderen Netzen zu seltsamen Belegungen oder funktioniert gar nicht.

Eine Favoritenliste gäbe es dann auch nicht.

Wird spannend, was KDG mit den Regionalversionen von Bayern 1 und Bayern 2 machen wird. Formal müssten die als DVB-C mit in die Netze. Das gleiche in Sachsen, wo MDR 1 ja auch regionalisiert ist und die Privaten wohl in der Werbung ebenso.

von Chris_BLN - am 21.11.2017 22:43
1. sind selbst bei Vodafone fast sämtliche Öffis digital im Kabel. Es fehlen nur die, die seit dem Einfrieren der Auskabelung nach Zahlungsverweigerung der Öffis dazugekommen sind. Leider sind die MP2-Versionen auf 192 kbps recodiert und ohne RDS-Daten. Ob der LaSAT in der kastrierten Radio-Version die AC3-Spuren einiger Kulturprogramme decodieren kann, weiß ich nicht. In Summe sind es ca. 67 Radioprogramme (Öffis und Private), die derzeit frei empfangbar sind.

2. wird in der Tat spannend werden, was mit den derzeit verschlüsselten Privaten passiert, wenn diese UKW-Ersatzlösung kommt. Klassik Radio und Sunshine Live sind z.B. derzeit auf DVB verschlüsselt, auf UKW in Landshut aber natürlich frei. Sie müssten, will man UKW komplett abbilden, natürlich dann auch auf DVB frei werden.

Die regionalen Privaten werden mit Sicherheit in DVB kommen, da achtet schon die BLM drauf. Diese Programme dürften auch heute schon im Backbone digital verfügbar sein, wie sollen sie sonst in die Kopfstellen kommen (UKW-Umsettzung aus IP mittels Astro-Modulatoren)?

Fraglich ist für mich, was aus den ORF-UKW-Auskabelungen wird.

von Chris_BLN - am 22.11.2017 11:21
Hatte ich bei der ersten Antwort vergessen:

Zitat
FrankSch
Wenn Vodafone auf DVB-C Radio setzt, dürfte sich das Thema DAB+ im Kabel wohl erledigt haben. Oder?


Ich gehe davon aus. Dem prinzipiellen Vorteil bei DAB, wie ein Radio funktionierende und ohne Bildschirm bedienbare Geräte am Markt zu haben, stehen zwei Nachteile gegenüber: erstens ist die spektrale Effizienz von DAB auch bei niedrigstem Fehlerschutz miserabel. Das System ist für Mobilempfang in widriger Umgebung (Reflexionen, Dopplereffekt) entwickelt worden und entsprechend robust ausgelegt, was auch bei "sanftesten" Schutzparametern keine hohe Datenrate ermöglicht.

Zweitens ist der DAB-Bereich Band III in künftigen Nutzungsszenarien in Kabelnetzen teils Rückkanalbereich für Internet/Telefon und teils Diplexer-Flanke, also "Niemandsland". UPC Schweiz hatte in Luzern testweise DAB in höheren Kanälen untergebracht und ein eigenes dafür geeignetes DAB-Radio herausbringen lassen. Das Experiment ist radikal gefloppt: http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?11947,1316384,1389827#msg-1389827 und weiter runter.

Zitat
101,4
Zitat
Chris_BLN
Fraglich ist für mich, was aus den ORF-UKW-Auskabelungen wird.


Hierfür könnte man doch die Zuführung von Astra 19,2°Ost nehmen


Klar, könnte. Könnte. ;)

Zitat
Zwölf
Die österreichweiten kann man auch von DVB-T2 nehmen. Es könnte aber auch sein, dass die bei der Gelegenheit einfach rausgekickt werden.


...wovon ich ausgehe.

Zitat
sup2
Und wie wird es in NRW aussehen ?

Die Lokalsender scheuen ja jeglichen Fortschritt


In NRW ist Kabel Deutschland nicht aktiv. Dort hat Unitymedia gerade das Netz vollständig digitalisiert - mit Ausnahme von UKW. Ist immer noch drin.

von Chris_BLN - am 22.11.2017 23:12
Zitat
MainMan
Sunshine Live beendet zum Jahreswechsel die analoge Verbreitung in allen Kabelnetzen.

http://www.sunshine-live.de/news/goodbye-analoges-kabel-hallo-digital


Wir bei sunshine live sehen die Zukunft nicht mehr im analogen Kabel
Gegenfrage. Wieviel von den SSL Hörern wissen das SSL im Kabel ist? Desweiteren könnten sie die Zukunft solange dort sehen wie sie wollen. KDG_Vaderfone schaltet ja sowieso ab.

Deshalb haben wir uns entschlossen, am 01. Januar 2017 das analoge Kabelnetz endgültig zu verlassen.
Ach, sie sind schon weg?

- Kann ich weiterhin sunshine live über Kabel hören?
Natürlich. Nur halt digital. Was du dazu brauchst? Nur deinen Digital-Receiver, mit dem du auch über Kabel fern siehst. Einfach Sendersuchlauf starten und dann darüber dein electronic music radio hören.

Wo ist der Hinweis auf DVB-C fähige Fernseher?

Satellit
Digitale Frequenz über Astra
(z.B. mit der D-Box)

An die Retrouser wird auch gedacht. Und warum wird der so weit unten versteckt?

Astra 1f/1h
Dürfte mittlerweile sehr schwer zu empfangen sein....

von Scrat - am 01.12.2017 10:43
Zitat
Jupita
Das ist ja doof, daß Radio und Fernsehen dann quasi aus einem Anschluß mit zwischengeschaltetem Receiver bedient würden, wenn man tatsächlich über seine Hifi-Anlage Kabelradio hören wollte. Nach den Erfahrungen, die ich mit dem aufgezwungenen Kabel-Deutschland-Receiver machen durfte, kommt mir da nichts mehr zwischen Fernseher und Anschlußbuchse. Das Signal schwankt zwar auch so, aber so ist es wenigstens erträglich...


Nicht bei jeder Anschlussdose ist dieses Vorgehen nötig. Es gibt auch doppel-Breitband-Modemdosen, die auf Radio- und TV-Auslass jeweils 85 - 1000 MHz anliegen haben. Damit kann man den Radioreceiver parallel und ohne Pegelverlust für den TV betreiben und hat noch etwa 22 dB Entkopplung zwischen beiden. Braucht man halt nur einen IEC-Adapter männlich-männlich.

Zitat
Franken
Verstehe ohnehin nicht, dass sich im Radiobereich bei Kabel so wenig tut.


Nischenmarkt. Über UKW habens noch manche der Einfachheit halber genutzt (auch in meinem Umfeld hängen die meisten UKW-Wohnzimmerempfänger an Kabelnetzen), aber via DVB? Genauso exotisch wie Radio über Satellit.

Immerhin hat Vodafone inzwischen die auf 192 kbps kastrierten ARD-DVB-Radios mit RDS ausgestattet. Man lässt die Zusatzinformationen aus dem ARD-Hörfunktransponder inzwischen ins eigene Netz durch - trotz Recodierung auf 192 kbps. Muss ein ziemlicher Aufwand sein. Die Qualität dieser Streams ist befremdlich: hinsichtlich Artefakte-Gematsche zwar weitgehend unauffällig, aber bei meinen Stichproben ist bei 13,5 kHz (!!!) zuende:

[attachment 10240 MDRKultur-Sprache-AstraTP93320kbpsMP2.png]
[attachment 10241 MDRKultur-Sprache-KDG192kbpsMP2.png]
Und die immerhin bei einigen ARD-Kulturwellen mitübertragenen AC3-Streams sind trotz Beibehaltung der Bitrate (448 kbps) recodiert. Sie tragen keinen zum Original identischen Inhalt, die Unterschiede sind jedoch marginal, zumindest bei 2.0, da liegen sie etwa 36 dB unter dem maximalen Programmsignal.

Vodafone wird künftig das terr. UKW-Angebot als DVB-C mit ins Kabel nehmen (müssen), dazu gehören auch die regionalisierten Versionen der Öffis. Ob dann alle Bayern-1-Regios in allen Netzen drin sind oder immer nur die regional richtige Version, dürfte spannend werden. Hoffentlich lässt man die jeweilige nicht durch UKW-Rückempfang generierte Originalversion dann bei den Öffis auch im Netz.

Zitat
Franken
Man benötigt um Sunshine Live digital zu hören doch tatsächlich ein HD ABO wer denkt sich das bloß aus???


Da warte ich gespannt auf die kommenden Monate. Der neue Radioreceiver ist FTA only...

von Chris_BLN - am 09.12.2017 10:09
Zitat
Rosti 2.0
Zitat

Sunshine Live ist über DVB-C übrigens auch noch Verschlüsselt was soll das??
Man benötigt um Sunshine Live digital zu hören doch tatsächlich ein HD ABO wer denkt sich das bloß aus???

Ich glaube nicht, dass das im Interesse von sunshine live ist und ich lehne mich noch etwas weiter aus dem Fenster und behaupte, dass man das im Hause sunshine live nicht weiß (oder sich dessen bewusst ist).

Meine Vorgehensweise wäre hier (ich bin nicht ans Kabel angeschlossen und bin schon seit über einem Jahr kein Hörer mehr) mal sunshine live darüber zu informieren und zu fragen ob das im Interesse des Programmes ist. Also wer davon betroffen ist: nur zu!


Sunshine Live hatte heute im Laufenden Programm (Classics) auf die einstellung der UKW übertragung im Kabel hingewiesen und mehr auf DAB+ hingewiesen.
Ich denke das die schon wissen das man Sunshine Live über DVB-C verschlüsselt überträgt.

von _Yoshi_ - am 09.12.2017 11:05
@pomnitz26: Du bist S+K-Kunde? Dann verrate mir doch bitte mal, wie sich die 57 (siebenundfünfzig!) UKW-Programme bei denen so machen. Also rein technisch: man hat bei so vielen Programmen eigentlich immer mehrere Frequenzen durch die Vorselektion durch und auf dem ZF-Mischer drauf. Und meist auch solche, die Intermodulationen erzeugen, die auf die Frequenz des gewünschten Programms fallen. Also: bekommt man am S+K-Kabel rausch"freien", unverzwitscherten UKW-Stereoempfang hin oder ist das auch mit gründlicher Einpegelung des Tuners nicht möglich?

Die Theorie besagt, es wäre eigentlich nicht möglich mit "klassischen" Tunern mit ZF-Mischer. Um es zu ermöglichen, müsste man so viel Senderabstand haben, dass man innerhalb eines Fensters von ca. 3 MHz nie identische Abstände zwischen den Programmen hat. Das schafft man noch mit ca. 45 Programmen, aber nicht mehr mit 57 Programmen.

Die Praxis sagt: der technische Leiter von S+K ist ein absoluter Profi und kommt ursprünglich aus der Kopfstellenentwicklung (soweit mir bekannt Hilkom/Blankom). Der Mann weiß, was er tut. Er hat auch amtliche Messtechnik vor Ort und nen umgebauten Kenwood-KT6050 oder 6040 mit rangebastelter Hubmessung als Referenzempfänger. UKW ist dort kein Stiefkind.

Falls Du mir verraten kannst, wie UKW bei S+K performt, wäre ich Dir sehr dankbar.

Dass die DAB-Zusatzprogramme aus Sachsen-Anhalt nicht dabei sind, schiebe ich mal auf ihren späten Start. Das UKW-Netz bei S+K ist voll. Die Umsetzung wird dabei mit Blankom ATR221 2xASI -> 6xUKW-Umsetzern gemacht. Prinzipiell hätte man denen natürlich auch eine DAB->ASI-Umsetzung vorschalten können, sowas existiert seit einiger Zeit schlüsselfertig am Markt (QBit Q567).


Hat aber nichts mit "im Osten" zu tun, sondern mit "regionalem, unabhängigem Netz" und "Engagement". Das kannst Du in ähnlicher Form auch bei der wilhelm.tel / willy.tel in Norderstedt und Hamburg haben, volles Programm zum beinahe nur "halben Preis" verglichen mit Vodafone/KD. Und 53 UKW-Programmen (inkl. sunshine live, radio Paloma, Radio BOB! (!!!), NDR Blue, Bayern 2, BR Klassik, BBC Worldservice, Fritz, Schlagerparadies, BFBS und Jam FM) sowie massenhaft Einspeisungen von Radio in DVB-C, die man nicht einfach von Sat abgreifen und schlüsselfertig rüberzerren kann, u.a. 89,0 RTL (!!!), bigFM Saarland, Delta Radio, Energy 97.1, FSK, Hamburger Lokalradio, LeineHz, PULS, R.SH, Radio 21, Radio BOB!, Radio Hannover, Salü (!), SAW. Die Saarland-Programme sind drin aufgrund einer Kooperation mit dem dortigen Netzbetreiber VSE NET Saarbrücken. Man kann wohl die Headends sogar als Redundanz verwenden - einmal quer durch Deutschland.

Und was schreibt wilhelm.tel da zur auch bei ihnen anstehenden Analogabschaltung? Wir lassen das analoge Radiosignal unangetastet, damit Sie weiterhin Radio in gewohnter Qualität genießen können.

Am Wohnort meiner Eltern (Ostthüringen) stehen ja auch nur noch 30 UKW-Programme bei der Vodafone/KD gegen 44 Programme im seit 1983 bestehenden Stadtteilnetz. Für ersteres ist ein Konzern verantwortlich, der zufrieden ist, wenn möglichst viele Kunden zahlen. Dem kleinen Netzbetreiber hingegen war es ganz recht, dass ich mir mal die viele Jahre rauschende UKW-Anlage vorgenommen habe, um das vorhandene Potenzial (u.a. 30 mögliche Umsetzungen Sat->UKW vorhanden) auszureizen und UKW auf anhörbare Qualität zu heben. Die Programmliste, die dabei entstand (ich bekam freie Hand) hatte ich hier schon auf Seite 2 gepostet:


(WDR 2 musste ich nach massiven Kundenprotesten nachpflegen)

Und Sunshine Live ist selbstverfreilich als einziges für mich von Sat greifbares deutsches Programm mit zumindest noch teils elektronischer Musik dabei:

[attachment 10244 SSLimKabelnetzGera-Untermhaus.jpg]

Wäre mir diese Möglichkeit in einem mittelständischen westdeutschen Kabelnetz über den Weg gelaufen und ich hätte einen Regionalbezug gehabt, hätte ich das auch dort getan.

Andererseits gibt es auch gerade im Osten gruselig belegte UKW-Anlagen. Da hat man dann zwar N-Joy, Domradio, mehrere OE2-Versionen, ein Dutzend gleichklingende Popwellen inkl. Inselradio Mallorca, aber dafür nur DLF, D-Kultur und MDR Kultur als Kulturprogramme.

von Chris_BLN - am 09.12.2017 17:05
Zitat
Chris_BLN
Die Theorie besagt, es wäre eigentlich nicht möglich mit "klassischen" Tunern mit ZF-Mischer. Um es zu ermöglichen, müsste man so viel Senderabstand haben, dass man innerhalb eines Fensters von ca. 3 MHz nie identische Abstände zwischen den Programmen hat. Das schafft man noch mit ca. 45 Programmen, aber nicht mehr mit 57 Programmen.


Komisch im UKW Band gibt es doch die Kanäle 2 - 70 macht insgesamt 69 Kanäle somit müssten doch Theoretisch sogar 69 UKW Sender möglich sein oder?

Übergens hier gibt es von axing ein geiles Teil SKF 41-00M Multituner | FM-Quattro-19″-Einheit | RDS: https://axing.com/produkt/skf04100m/

Damit kann man sein eigens UKW Programm über SAT, DVB-C und (DVB-T/DVBT-2 wenn dort Radiosender senden würden). Leider kann dieses Teil anscheinend keine DAB+ Sender umsetzten obwohl die verbauten Tuner das doch eigentlich Empfangen könnten.

von Tim01012009 - am 09.12.2017 20:00
Zitat
Tim01012009
Zitat
Chris_BLN
Die Theorie besagt, es wäre eigentlich nicht möglich mit "klassischen" Tunern mit ZF-Mischer. Um es zu ermöglichen, müsste man so viel Senderabstand haben, dass man innerhalb eines Fensters von ca. 3 MHz nie identische Abstände zwischen den Programmen hat. Das schafft man noch mit ca. 45 Programmen, aber nicht mehr mit 57 Programmen.


Komisch im UKW Band gibt es doch die Kanäle 2 - 70 macht insgesamt 69 Kanäle somit müssten doch Theoretisch sogar 69 UKW Sender möglich sein oder?


Diese 300-kHz Einteilung des Bandes war früher mal eine grobe Richtlinie für die terrestrische Ausstrahlung. Nur musst Du bedenken: Über Kabel kommen alle empfangbaren Programme aus gleicher Quelle mit gleicher (hoher!) Signalstärke an. Über UKW-terrestrisch ist das nicht so, da dort verschiedene Senderstandorte mit unterschiedlicher Signalstärke eintreffen. Daher ist das Störverhalten über UKW-Kabel auch anders, als über Antenne.

von Cha - am 09.12.2017 20:25
Zitat
Tim01012009
Komisch im UKW Band gibt es doch die Kanäle 2 - 70 macht insgesamt 69 Kanäle somit müssten doch Theoretisch sogar 69 UKW Sender möglich sein oder?


Theoretisch ja. Allerdings gibt es an nichtlinearen Kennlinien von Verstärkern Wechselwirkungen zwischen einzelnen Frequenzen, durch die Störungen auf anderen Frequenzen entstehen. Zwei solcher Störungen fallen selbst wieder ins UKW-Band und sind damit qualitätsbestimmend. Lass f1 und f2 mal zwei belegte UKW-Frequenzen sein. Dann handelt es sich bei diesen beiden Intermodulations-Störungen um

f_stör1 = 2*f1 - f2
f_stör2 = 2*f2 - f1

Seien also f1 = 100,0 MHz und f2 = 100,3 MHz - kann man ja machen, 300 kHz Abstand sind ja völlig legitim. Dann haben wir die Störungen bei

f_stör1 = 2*100,0 - 100,3 = 99,7 MHz
f_stör2 = 2*100,3 - 100,0 = 100,6 MHz

Die beiden Störungen liegen also im Abstand der beiden Frequenzen einmal unterhalb der niedrigeren Frequenz und einmal oberhalb der höheren Frequenz. Hat man dort wieder UKW-Sender im Kabel (oder auch in der Luft, das gilt auch für terrestrischen Empfang und die zugehörige Frequenzplanung der Sender), dann werden diese Sender gestört.

In Kabelnetzen treten diese Störungen auf an übersteuerten Verstärkern. Da wechselwirkt dann jede UKW-Frequenz mit jeder anderen genau nach diesem Prinzip und es entsteht ein heilloses Chaos an Störfrequenzen, die jede belegte Frequenz und alle anderen dazwischen auch zustören. Ein übersteuerter Hausanschlussverstärker schafft das auch.

Nun soll / darf / will man ja diese Breitbandverstärker nicht übersteuern, die müssen entsprechend ihres Pegel-Abgabevermögens entsprechend der Kanallast eingepegelt werden. Damit passieren solche Effekte nicht. Zumindest nicht dort.

Aber: in den UKW-Tunern befindet sich ja ein Mischer, der aus der gewünschten Empfangsfrequenz und der im Tuner erzeugten Oszillatorfrequenz unter anderem die Zwischenfrequenz bei 10,7 MHz erzeugt. Und dieser Mischer ist nichtlinear. Da kann man gar nichts machen, er erzeugt genau die oben genannten Störungen. Liegen die UKW-Programme im Kabel weit auseinander und man hat z.B. 3 Frequenzen mit Programmen f1, f2 und f3 und stimmt den Tuner auf f3 ab, dann liegt f3 "mittig" in der Durchlasskurve der Vorselektion. Vielleicht kommt f2 noch mit durch die Vorselektion, aber f1 ist so weit weg, dass sie durch das Vorfilter im Tuner weitgehend rausgehalten wird. Selbst wenn f1 und f2 eine der oben beschriebenen Störungen auf f3 werfen würden, können sie es nicht, weil f1 zu weit weg ist, um durch die Vorselektion noch bis zum Mischer zu gelangen. Damit fehlt ein Störpartner und die Störung tritt nicht auf.

Packt man die UKW-Programme im Kabel dicht an dicht und nimmt meist gleiche Abstände (300 oder 400 kHz), dann gelangen beide Störpartner (und manchmal noch weitere aus anderen Frequenzpaaren, also z.B. nicht nächste, sondern übernächste Nachbarn) auf den Mischer und schaffen es, auf die gewünschte Empfangsfrequenz eine oder mehrere Störungen zu werfen. Dann zischelt der Empfang oder rauscht oder es gibt sogar wilde Verzerrungen, Geistersender (mehrere Programe übereinander) etc. Hängt dann sehr von der Eingangsstufe des Tuners und der Schaltung des Mischers ab, wie empfindlich oder immun der Tuner dagegen ist. Mitunter hilft dann Dämpfen der Eingangspegel am Tuner, aber dan steigt irgendwann auch wieder das Rauschen durch zu wenig HF an.

Ich hatte genau wegen dieses Thema mal in die Runde gefragt, ob jemand Bandbreiten aus der Vorselektion liefern kann. Jürgen Martens hat dann mal einen hochwertigen (!) Onkyo-Tuner eingangsseitig durchgewobbelt und die Ergebnisse hier im Forum veröffentlicht:

Zitat
Jürgen Martens
Nachdem vor einigen Tagen ein ONKYO T-4970 in die Werkstatt kam, habe ich nach erfolgter Reparatur die Bandbreite der Vorkreise bis zum Mischer durchgewobbelt.
Folgende Bandbreiten kamen heraus:
Bei 88,5 MHz: ~1,8 MHz -6dB-Bandbreite
Bei 106 MHz: ~2,0 MHz -6dB-Bandbreite
Der T-4970 besitzt zwei Vorstufen mit je einem einkreisigen Schwingkreis davor. Vor dem Mischer ist dann ein zweikreisiges Bandfilter mit induktiver Kopplung angeordnet.
Die Spulen sind aus versilbertem Draht auf Rohrkörpern mit Abgleichkernen für das untere Frequenzende.
Für das obere Frequenzende sind Trimmer vorhanden, also typischer Zweipunktabgleich.
Vor der Messung wurden die Schwingkreise auf optimalen Gleichlauf abgestimmt.
Dabei zeigten sich leichte Kontaktprobleme in den Trimmern, die aber durch mehrfaches Verdrehen akzeptabel reduziert werden konnten.
Ich denke, mit diesen Messwerten kann man einschätzen, wie sich dieser Spitzentuner bei starker Senderbelegung (z.B. im Kabel) verhält.
Einfachere Front-end-Konzepte haben natürlich größere Bandbreiten. Am schlimmsten sind monolithische Bandpassfilter im Eingang - und sonst nichts mehr.
Ich hoffe, ich konnte damit Spekulationen durch Fakten beseitigen.


Also +/- 1 MHz Bandbreite, bei der Störpartner noch mit nur 6 dB Dämpfung durchgelassen werden bis zum Mischer. Man sollte also schon dafür sorgen, dass der weiter entfernte Störpartner mindestens 1 MHz, besser mindestens 1,5 MHz von der gewünschten Empfangsfrequenz weg liegt.

Die Kunst der Frequenzplanung besteht nun darin, die Frequenzen so zu legen, dass wenn schon zwei der belegten Frequenzen eine dritte stören können, mindestens einer der beiden Störpartner so weit weg liegt von der gestörten Frequenz. Für solche Planung gibt es Software, die hatte ich freilich nicht, ich habe das händisch zusammengefummelt.

Blankom hatte dazu eine recht hilfreiche "Ausmalvorlage", die gleich noch weitere Störmöglichkeiten (Störungen durch ZF aus Tunern, Störungen durch analoge TV-Kanal-Belegung etc.) berücksichtigt. Diese Planungshilfe war aus der Mitte der 90er Jahre und ist heute im Zeitalter der QAM-Belegung nicht mehr 100% praktikabel. Ich hatte deshalb, um mir einen Überblick über Störungen im von mir zu optimierenden Netz zu machen, UKW kurzerhand für paar Minuten komplett abschalten lassen und derweil einen Bandscan an einem Endkundenanschluss gemacht. Später (viel später) fanden wir dann noch heraus, dass auf dem Weg zu diesem Endkunden eine unterbrochene Schimverbindung in einer Stammleitung am Hausabzweiger bestand und das Netz dort nicht nur wild ausstrahlte (im Umkreis von 50 Metern UKW-Empfang der Kabelsender, in Nähe der Hausverkabelung perfekter Kabelempfang), sondern auch Einstrahlungen der Ortssender viel heftiger waren. Die folgende Grafik ist also ein Worst-Case, der später noch gefixt wurde:

[attachment 10254 UKW-EinstreuungenKabelnetz.png]

Um die dort sichtbaren Störungen (Einstreuungen und Störungen aus dem Kabelnetz selbst) habe ich dann die Belegung unter Berücksichtigung der Intermodulationen herumgeplant. Sollpegel wären etwa 63 dBµV gewesen für die Nutzsender, nur um es mal mit den Störpegeln vergleichen zu können.

Unsere alte Belegung hatte bei 42 Programmen durch mehrfach gleiche kleine Abstände zwischen Programmen teils Störpartner nur 300 / 600 kHz neben dem potentiell gestörten Programm, insgesamt 14 gestörte Programme gab es. Das hat hörbar gezischt, zwei Programme mit je zwei Störungen waren komplett unanhörbar. Unsere neue Belegung hat mit maximal 47 möglichen Programmen 9 potentiell gestörte Programme, davon zwei mit 1400 / 700 kHz Abstand (die laufen bei mir an 4 Test-Tunern von "Schrottplatz" bis "Highend" gut bis sehr gut), alle anderen mit mindestens 1050 / 2100 kHz Abstand (da stört nichts). Man kann also geschickt jonglieren und ggf. noch die ungestörtesten Frequenzen bevorzugt mit den "leisen" Programmen (Kulturwellen) belegen. Die lauten komprimierten Popwellen verdecken eventuelle kleine Störungen besser.

Anderes Beispiel: TeleColumbus Jena hat 38 UKW-Programme und eine dermaßen gut geplante Belegung (ich vermute: Blankom-Planungsservice in Anspruch genommen), dass es nur bei 12 Programmen zu direkten "Treffern" mit solchen Störungen kommt. Doch bis auf zwei Ausnahmen sind die Störpartner so weit weg, dass das kein Thema ist. Zwei Programme haben ihre potentiellen Störpartner im Abstand von 650 / 1300 kHz liegen - wenn also eine Vorselektion noch 1,3 MHz neben dem gewünschten Programm viel durchlässt, sind beide Störpartner auf dem Mischer und können Stress machen. 1,3 MHz ist aber schon gut weit weg. Bei den anderen Programmen mit formal möglichen Störungen liegen die Störpartner mindestens 1,5 MHz / 3 MHz weit weg. Da stört definitiv nichts mehr.


Zitat
Tim01012009
Übergens hier gibt es von axing ein geiles Teil SKF 41-00M Multituner | FM-Quattro-19″-Einheit | RDS: https://axing.com/produkt/skf04100m/


Naja... Einstellschrittweite wohl nur 100 kHz, damit kann man nicht feinfühlig um diese Intermodulationsthematik herum belegen. Großer Nachteil. Welche RDS-Features übertragen werden, ist unklar. Eine Anfrage an Axing dazu blieb unbeantwortet, ebenso dazu, ob tatsächlich auch AAC-Programme (siehe techn. Daten) decodiert und umgesetzt werden können. Gut ist die Unterstützung von DVB-S2. Ich kenne keine Preise, würde aber wohl eher eine Astro QAMbox16 nehmen, die auch 16x UKW macht, als Zugabe zur eigentlichen Aufgabe: 16x QAM.


Zitat
Tim01012009
Leider kann dieses Teil anscheinend keine DAB+ Sender umsetzten obwohl die verbauten Tuner das doch eigentlich Empfangen könnten.


Wieso sollten die das empfangen können? Von DAB-Tunern steht da nichts. Die wären schon von der Bandbreite her völlig anders als z.B. DVB-T-Tuner. Offenbar gibt das die verwendete Schaltung nicht her, hier einfach umschalten zu können.

von Chris_BLN - am 10.12.2017 01:02
Zitat
Rosti 2.0
Zitat

Sunshine Live ist über DVB-C übrigens auch noch Verschlüsselt was soll das??
Man benötigt um Sunshine Live digital zu hören doch tatsächlich ein HD ABO wer denkt sich das bloß aus???

Ich glaube nicht, dass das im Interesse von sunshine live ist und ich lehne mich noch etwas weiter aus dem Fenster und behaupte, dass man das im Hause sunshine live nicht weiß (oder sich dessen bewusst ist).

Meine Vorgehensweise wäre hier (ich bin nicht ans Kabel angeschlossen und bin schon seit über einem Jahr kein Hörer mehr) mal sunshine live darüber zu informieren und zu fragen ob das im Interesse des Programmes ist. Also wer davon betroffen ist: nur zu!


Zumindest Jürgen Wiesbeck (ehemaliger Geschäftsführer/Programmdirektor von SSL) wusste darüber Bescheid, da der jetzige Admin des "inoffiziellen KDG Forum" (heute inoff. Vodafone Kabel Forum) ihn angeschrieben hatte, als die "Grundverschlüsselung" bei den meisten privaten Programmen im Netz der KDG entfernt wurde. Er hatte damals eine Aufhebung der Verschlüsselung auch bei SSL in Aussicht gestellt. Passiert ist seitdem allerdings nichts in dieser Richtung. Eventuell wird sich das in den nächsten Monaten bei der Komplett-Analogabschaltung doch noch ändern. Garantieren kann das allerdings niemand!

von Francesco210175 - am 10.12.2017 01:24
Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
In diesem Netz gibt es schon seit vielen Jahren ca. 50 UKW-Programme. Scheint in der Praxis gut zu funktionieren.


Weißt Du das mit dem "gut funktionieren" aus eigener Erfahrung? Formal ist das Netz zu voll. Sind nur wenige Programme zuviel, dadurch wird alles zu eng und die Abstände werden zu gleich.

Hier nur mal die heftigsten "Bedrängnisse", also die knappsten Abstände zu den Störpartnern:

SWR 1 350/700 und 700/1400
SWR 2 350/700
SRF 3 400/800
FM4 400/800
ERF International 300/600
Antenne Bayern 300/600
FM1 300/600
Bayern 1 300/600
Bayern 2 300/600 und nochmal 300/600 aus anderem Störpaar
Bayern 3 300/600
BR Klassik 300/600 und 600/1200
B5 aktuell 300/600
Toxic.FM 300/600
Radio 105 300/600
Antenne Vorarlberg 300/600

Es gibt zahlreiche weitere Störmöglichkeiten bei breiter Vorselektion.


Die formal "freistehendsten" Programme (größter Abstand zu Störpartnern, deren Störungen exakt auf die Empfangsfrequenz fallen) sind:

Radio Seefunk
RSI 1 (Rete 1)
Radio Rumantsch
SRF 1 (SG)
SRF 2
Couleur 3
Swiss Pop
Swiss Jazz
BBC Europe
WDR 2
Swiss Classic
FM 1 Melodie
Radio 7
Sky Radio
Klassik Radio
Radio Lindau RSA
SRF Virus
Radio Life Channel

Nicht berücksichtigt habe ich jetzt Störungen, die 50 kHz neben die Empfangsfrequenz fallen. Die sollte man eigentlich auch noch berücksichtigen, aber da dauert eine Auswertung ohne Software dann ewig. Ich mache das ja händisch.

Kannst Du diese Prognose bestätigen? Bayern 2 könnte am übelsten dran sein.

von Chris_BLN - am 10.12.2017 10:52
Zitat
Chris_BLN
Dass die DAB-Zusatzprogramme aus Sachsen-Anhalt nicht dabei sind, schiebe ich mal auf ihren späten Start. Das UKW-Netz bei S+K ist voll. Die Umsetzung wird dabei mit Blankom ATR221 2xASI -> 6xUKW-Umsetzern gemacht. Prinzipiell hätte man denen natürlich auch eine DAB->ASI-Umsetzung vorschalten können, sowas existiert seit einiger Zeit schlüsselfertig am Markt (QBit Q567).
wird-abgeschaltet/]Wir lassen das analoge Radiosignal unangetastet, damit Sie weiterhin Radio in gewohnter Qualität genießen können.[/url]


Schade das dieser Q567 DAB+ DVB Transcoder nur ASI ausgibt und nicht gleich DVB! Gibt es vielleicht auch eine DVB-C Variante? Und dann wäre noch die Frage sind das 8 einzelne Sender oder 8 komplette Muxe die Transcodiert werden?
Was dieses Teil Wohl kostet?

von Franken - am 10.12.2017 13:28
40 Programme schafft man problemlos mit "IM-freier" Belegung. 45 auch noch, bei 47 hilft vielleicht eine softwarebasierte Planung noch, ein Optimum zu finden. Mit noch mehr Programmen wird es aber eklig. Hängt freilich auch davon ab, wieviele Lücken wegen Ingress gelassen werden müssen. In einer UKW-terrestrisch eher mager versorgten Umgebung gehen eventuell noch paar Programme mehr, Wunder kann man sich davon aber nicht versprechen, denn selbst bei terr. Einstrahlungen kann man diese (da deutlich weniger Pegel habend) mit zum Jonglieren bezüglich der Abstände benutzen. Reine FTTH-Netze mit Umwandlung in den BK-bereich nebst UKW erst im Wohnhaus des Kunden haben das Thema Ingress freilich kaum noch - nur in der Hausverkabelung.

Die wohl älteste Softwarelösung für dieses Thema dürfte noch mit Lochkarten programmiert worden sein: https://www.degruyter.com/view/j/freq.1984.38.1/freq.1984.38.1.8/freq.1984.38.1.8.xml

von Chris_BLN - am 10.12.2017 13:29
Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
Damals wurde jedenfalls u.a. das britische Virgin1215 eingespeist, das es inzwischen leider nicht mehr gibt. War mein Lieblingssender zu jener Zeit.


Die gute alte analoge Astra-Version? Die habe ich damals auch ab und an gehört. Dann kam aber EKR (European Klassik Rock, mit "K", weils eigentlich mal "East Kent Radio" hieß, soweit ich mich erinnere. Der lief bei mir Mitte der 90er sehr oft.

Zitat
Franken
Schade das dieser Q567 DAB+ DVB Transcoder nur ASI ausgibt und nicht gleich DVB! Gibt es vielleicht auch eine DVB-C Variante? Was dieses Teil Wohl kostet?

ASI ist eigentlich schon wieder out. Die Trennung in Empfang und Aussendung bei professionellen Groß-Kabelkopfstellen macht man heute zunehmend mit IP-Streaming dazwischen. Die Technik, mit der man neue Pakete muxt, läuft zunehmend IP-basiert. Der QBit macht wohl vor allem IP und ASI optional.

Es gibt ein solches Gerät auch mit 8x FM -> IP/ASI, damit holen sich Großkabler die regionalen UKW-Programme in die zentrale, um sie neu zu verteilen (auch für die UKW-Auskabelung, aber künftig wohl auch zunehmend für DVB-C). Und es gibt eine IP-Stream-Version, mit der man normale Livestreams abgreifen und in einen DVB-kompatiblen Vormultiplex umandeln kann.

Eine DVB-C-Variante davon kenne ich nicht. Kosten kenne ich auch nicht (ich wüßte gern, was die 8xFM-Variante davon kostet).

Zitat
Franken
Und dann wäre noch die Frage sind das 8 einzelne Sender oder 8 komplette Muxe die Transcodiert werden?


Offenbar 8 Services aus max. 8 Muxen. Also wohl tatsächlich 8 Tuner.

Zitat
_Yoshi_
Umgekehrt ist es oftmals ein Ärgernis wenn Kabel Radiosender abstrahlen und bestehende Terrestrische Sender zum teil massiv gestört werden.


Das war bei uns so mit diesem Kabelleck aufgrund fehlenden Schirmkontaktes einer Stammleitung. Im Küchenradio waren alle üblicherweise terr. genutzten Frequenzen unbrauchbar angekratzt durch die Kabelausstrahlung. Ist auch weg seitdem ein neuer Abzweiger mit anständig montiertem Kompressionsstecker in der Linie hängt.

Zitat
_Yoshi_
Einen vor teil könnten diese unerwünschten Abstrahlungen auch haben wenn man bestimmte Sender hören will die Terrestrisch mit unbefriedigenden Signalpegel ankommen.
Dann kann man das bestehende Kabelleck zu diesen Zweck ausnutzen.


Das haben wir 1995 als Studenten gemacht: im ganzen Wohnheim nur ein Kabelanschluss - im Fenrsehraum. Da war MDR Sputnik drin und wir haben nachgeholfen, indem wir einen UKW-Wurfdipol hinter den TV gespannt und mit der Radiodose verbunden haben. 2 Zimmer weiter dann feiner Sputnik-Empfang. :cool:

Rechtlich? Rechtlich müssen die Netzbetreiber vor allem das Netz dicht bekommen bzw. sich darum kümmern, dass auch beim Kunden nur anständige Anschlusskabel genutzt werden. Alles weitere erübrigt sich dann wohl. ;)

von Chris_BLN - am 10.12.2017 14:39
Nun hat Landshut als erstes Netz seine rein digitale Belegung:

https://helpdesk.kdgforum.de/sendb/belegung-280.html

Sehr bizarr. Die 114 MHz (Hessen Fernsehen HD, arte HD, verschlüsselter Kram) hat man geräumt, dort findet sich nun ein VoD-Downstream-Kanal. Die 122 MHz (Regionalsender Radio + TV) hat man gelassen. Die 130 MHz (verschlüsselter Kram) hat man beräumt, dort findet sich ein zweiter VoD-Downstream-Kanal. Dann folgte der analoge TV-Bereich (140 - 320 MHz), dort gibt es jetzt auf 138 / 146 / 154 / 162 MHz DOCSIS Downstream. Dann geht es ab 330 MHz wie gehabt weiter mit DVB-C. Auf S35 (418 MHz) lag noch was analoges, dorthin wanderte das Paket von 114 MHz. Dann folgen wildere Umbelegungen.

Fazit: ein konsequenter Betrieb mit DOCSIS 3.1 ist auch mit dieser neuen Belegung nicht möglich, dazu müsste 122 MHz beräumt werden und DOCSIS- sowie VoD-Downstream gehörten dann auch nicht auf 114 - 162 MHz. Entweder man baut DOCSIS 3.1 nun Rückkanalmäßig nur bis 86 MHz aus (was irrsinnig wäre, da ein späterer Ausbau nochmalige Investition erfordern würde) oder man lässt es erstmal. Womit UKW auch nicht hätte abgeschaltet werden müssen aus diesem Grunde, sondern nur aufgrund der realitätsfernen bayerischen Mediengesetzgebung.

von Chris_BLN - am 09.01.2018 11:09
Die STEREO testet in ihrer aktuellen Ausgabe den DVB-C-Kabelreceiver Vistron VT855 und findet: auf den Preis bezogen exzellent.



(Lesbare Version in STEREO 3/2018 jetzt am Kiosk)

Klanglich am internen DAC nicht toll (wundert mich nicht, da dürfte nichts auf HighEnd optimiert worden sein, beim kleinen Satreceiver Pollin DR-HD301 kann man auch Wimmern und Display-Tuckern am analogen Ausgang hören bei leisen Kulturkanälen), am externen DAC aber laut Stereo bestens. So der in der Gerätesoftware verwendete Audiocodec für MPEG 1 Layer 2 noch derselbe ist, der seit ca. 2013 Verwendung findet (soweit ich mich erinnere hat den LaSAT dann zusammen mit nem AAC-Codec als Pack vom Chipsatzhersteller eingekauft, während vorher ein selbstgeschriebener mackiger Codec Verwendung fand), sollte das Decodieren von MPEG-Radio bis auf Rauschen in den 2 niedrigsten Bits identisch sein zum Decoding eines Winamp (und der ist sauber).

Aber ist doch in Summe ein feines Ergebnis - und die saubere Platinenbestückung wird ausdrücklich gelobt. Das deckt sich mit meinen LaSAT-Erfahrungen.

Unklar ist mir bislang noch, in welchem Netz man gehört hat. Die STEREO hat ihren Sitz in Euskirchen. Das wäre dann wohl Unitymedia. "WDR Aachen" im Display deutet aber auf eine nicht von der ARD bereitgestellte Programmversion hin, die ich bei UM auch nicht finden kann. Ich werde nachfragen.

von Chris_BLN - am 13.02.2018 14:08
Das ist ein stinknormaler DVB-C-Receiver, dem man den HDMI-Output weggenommen hat und die Software so umgestrickt hat, dass sie nur Radio-Services einliest. Leider ist wohl auch die USB-Aufnahmefunktion zum Opfer gefallen, da man ihre Bedienung ohne angeschlossenen Bildschirm als nicht zumutbar erachtet hat.

Wenn man sich bei Gelegenheit in der Bucht einen Wisi OR252 schießt (ca. 35 EUR inkl.Versand), hat man die volle Funktionalität, kann Radio und Free-TV aufnehmen (und auf den PC kopieren), hat ein edleres Gehäuse und möglicherweise auch ein saubereres Analog-Audiosignal. Dafür fehlen dann die 8 Stationstasten auf der Fernbedienung und man sollte zumindest als Neuling ohne Menükenntnis zur Einrichtung das Gerät an einen TV anschießen.

LaSAT bietet übrigens auch autarke Geräte mit Lautsprechern an sowohl für Kabel- als auch für Sat-Empfang:

https://www.ebay.de/itm/Vistron-VT8500-Soundbox-HDTV-Kabelreceiver-DVB-C-Radio-Bluetooth-Internetradio-/182079856417

https://www.ebay.de/itm/Vistron-Soundbox-VT8000-Internetradio-Sat-Radio-DVB-S2-HDTV-/182435619603

von Chris_BLN - am 13.02.2018 14:53
Kabel-UKW wird auch anderswo noch genutzt. In meinem Umfeld hängen alle (!) mir bekannten Wohnzimmer-Radios am Kabel: bei meinen Nachbarn in Berlin (Vodafone, Radio B2), bei der 91-jährigen Raumakustikerin des DDR-Rundfunks in Berlin (Pyur, DLF, DLF Kultur, RBB Kulturradio, BR Klassik, teils auch KlassikRadio), bei meinem besten Schulfreund in Jena (Pyur), bei einer guten Bekannten in Jena (Pyur, MDR Aktuell, DLF, DLF Kultur, MDR Kultur, Bayern 2, hr2), bei meiner ehemaligen Russischlehrerin in Jena (Klein-Netz von Pyur, BR Klassik, MDR Kultur, hr2, WDR 3, NDR Kultur, MDR Aktuell, DLF, DLF Kultur), bei meinen Eltern (DLF, DLF Kultur, Bayern 2, BR Klassik, hr2, MDR Kultur, MDR Aktuell, NDR Info, WDR 3, SWR 2, OE1). Nur mein UKW-Radio in Berlin hängt an der Wurfantenne und wird letztlich nie genutzt - ich höre über Satellit.

Wenn im Kabelnetz bei meinen Eltern eine Änderung auf UKW erfolgt, gibt es sofort Stress mit Kunden. Dann wird "Inselradio Mallorca" vermisst oder NDR 2, dann wird sich beklagt, dass Paloma oberhalb 104 MHz liegt und nicht mit dem alten DDR-Tuner erreichbar ist. Dann wird per Ultimatum (!) WDR 2 eingefordert etc. Das wird also schon noch verwendet. Wie viele Leute es nutzen, entzieht sich aber meiner Kenntnis.

DVB-Radio ist dann allerdings trotz zumindest meist bester Qualität wohl wirklich nur was für Freaks.

von Chris_BLN - am 13.02.2018 22:18
Zitat
pfennigfuchser
Und das ist dann die Zukunft des Radios :-(

Was will man mit der Abschaltung von Kabel-UKW eigentlich bezwecken? Nehmen wir mal an, man nutzt es für Internet. Dann stört man den terrestischen UKW-EMpfang und das Internet wird umgekehrt auch gestört durch die empfangbaren UKW-Sender. Ich dachte, man hätte andere Lösungen gefunden,


Schuld sind eigentlich nur die Bundesländer Bayern und Sachsen! Die anderen 14 Bundesländer wollen gar keine UKW Abschaltung im Kabel warum auch UKW blockiert doch nichts, solange kein DOCSIS 3.1 mit einen Upstream bis 204 MHZ angeboten wird und das dürfte noch ein paar Jährchen dauern. Anders ist es mit den Analogen Fernsehen hier blockieren die Analogen Programme wirklich Kanäle die man für DVB-C nutzen könnte.

Aber ich frage mich halt immer wieder wazu braucht ein Privatmann so rasant schnelles Internet. Ich z.B könnte 100 MBit bekommen für 44,95€ im Monat aber wozu? Habe nur 16 MBit für 34,95€ und die langen haushoch.

von Franken - am 20.02.2018 09:36
Die anderen Bundesländer waren bisher vermutlich nur zu faul, eine gesetzliche Regelung zu erlassen.

Ein generelles UKW-Verbot im Kabel stellt aber auch für mich puren Aktionismus dar. Solange nicht das Netz auf DOCSIS 3.1 umgebaut wurde, hat man von der UKW-Abschaltung nichts und generiert nur Frust bei den betroffenen Kunden. Man hätte stattdessen eine juristische Freigabe zur UKW-Abschaltung bei tatsächlichem Bedarf nebst Verankerung des Etablierens einer Alternativlösung ins Gesetz nehmen sollen.

Besonders absurd ist ja, dass dank der Gültigkeit der Bayerischen Gesetzgebung auch Wohnhäuser abt 10 WE betroffen sind, auch die dürfen formal ab 2019 kein UKW mehr in der Hausantenne haben. Damit gibt man sich vollkommen der Lächerlichkeit preis, das erinnert an die Antennenstürmerei der DDR.

Seitdem die Leute ihre Daten in irgendwelchen Clouds lagern und damit arbeiten wollen, als wären sie lokal auf der Festplatte, seitdem wollen sie auch schnelleren Upload.

von Chris_BLN - am 20.02.2018 09:46
Zitat
w_weinmann
Das ist nicht halbe, sondern komplette Irreführung. Schließlich kann eine beworbene Eigenschaft (der Empfang von HDTV Signalen) hier technisch gar nicht erfüllt werden.


Der HDTV-Empfang schon, nur verlässt diese Kiste halt nur ein analoges mieses "unter-SD-Signal" via Scart.

Zitat
w_weinmann
Weiter unten noch "lustig":

Kunden, die dieses Produkt gekauft haben, haben auch diese Produkte gekauft
Vistron Scartkabel 1,25 m, 21-polig, vollbelegt


Wieso, passt doch? Nen anderen Ausgang hat er ja nicht. Derber ist es hier: https://www.hl-elektronik24.de/epages/79141548.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/79141548/Products/700-01057

Der hat nur HDMI-Out. Und darunter wird das Scart-Kabel empfohlen. ;)

Am edelsten ist freillich der VT-535: https://www.hl-elektronik24.de/epages/79141548.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/79141548/Products/700-01078

Das ist ein Gerät, das möglicherweise 100% baugleich zum einstigen Wisi OR252 ist. Ob er auch dessen edleres Menüdesign hat oder das LaSAT-typische "Award-BIOS-Design" aus den 1990er Jahren, weiß ich nicht. Eventuell verbaut man hier ja sogar Restposten an Gehäusen... den OR252 bekommt man ab und an bei eBay für ca. 35 EUR. Eine neuere Software drauf (V.0241A mag ich bislang am meisten) und es spielt. Drei Stück liefen oder laufen in meinem Umfeld, teils als Hauptreceiver an DVB-C-untauglichem Fernseher, teils als FTA-Recorder.

von Chris_BLN - am 20.02.2018 20:57
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