Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
26
Erster Beitrag:
vor 5 Monaten, 3 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 5 Monaten, 2 Wochen
Beteiligte Autoren:
WiehengeBIERge, Stefan02, 102.1, RalphT, _Yoshi_, sup2, Hagen, Jürgen Martens, DH0GHU, Zintus

USB powered AM Transmitter

Startbeitrag von 102.1 am 31.10.2017 12:39

Interessanter Bericht: Ein USB betriebener MW Senderchen:

https://www.reddit.com/r/DIY/comments/6dt7jd/usbpowered_am_radio_transmitter/

Schade, dass es so etwas nirgendwo zu Kaufen gibt.

Antworten:

So ein Riesentrafo um das kleine Oszillatorchen zu modulieren? Da reicht doch ein kleiner Audiotrafo in der Größe eines 20-Cent-Stücks. Und warum unbedingt Stromversorgung mit USB? Man hätte noch besser eine kleine Verstärkerschaltung, bestehend aus einem Transistor nehmen können, um den Oszillator zu modulieren.
Mit dem abgebildeten Trafo kann man eine ausgewachsene EL 84 (ca. 4 Watt) modulieren, wahrscheinlich sogar eine EL 519 (knapp 50 Watt Dauerstrich).

von Zintus - am 31.10.2017 13:31
Um so einen TTL-Oszillatorbaustein zu modulieren braucht man in der Tat überhaupt keinen Trafo, und erst recht nicht so ein Riesenteil.
Einen kleinen Transistor ala BC547 in Kollektorschaltung der die Stromversorgung des Oszillators moduliert und fertig.

Abgesehen davon passt 1 MHz nicht in das europäische Frequenzraster.

von WiehengeBIERge - am 31.10.2017 14:28
Und wichtiger noch ein Ausgangsfilter der die Oberwellen ausfiltert.

von _Yoshi_ - am 31.10.2017 14:32
Zitat
Zintus
Und warum unbedingt Stromversorgung mit USB? .


Ich denke, via USB wird auch der Sound geliefert, der gesendet werden soll. In der Systemsteuerung in Windows waere dies einfach ein weiterer Lautsprecher. So stelle ich mir das zumindest vor.

So kann ein Radiosender der via Internet sendet, ueber MW verbreitet werden, wenngleich auch mit schwacher Leistung.

von 102.1 - am 31.10.2017 14:36
Zitat
102.1
Zitat
Zintus
Und warum unbedingt Stromversorgung mit USB? .


Ich denke, via USB wird auch der Sound geliefert, der gesendet werden soll. In der Systemsteuerung in Windows waere dies einfach ein weiterer Lautsprecher. So stelle ich mir das zumindest vor.

So kann ein Radiosender der via Internet sendet, ueber MW verbreitet werden, wenngleich auch mit schwacher Leistung.


Nein, USB wird nur für die Stromversorgung verwendet.

von _Yoshi_ - am 31.10.2017 14:41
Das ist einfach nur ein dummer 1 MHz-Oszillatorbaustein, der "versteht" kein USB oder sonstwas. Der "oszilliert" einfach nur quarzstabil mit 1 MHz.
Man braucht auch nur Spannung an ihn anzulegen und los gehts, mit Basteln hat das recht wenig zu tun die drei Drähte anzulöten. Die Oszillatorschaltung steckt schon integriert in dem Baustein drin.

von WiehengeBIERge - am 31.10.2017 14:50
Ich schätze mal man hat diesen Trafo genommen, weil er einfach gerade zur Hand war. Hier wurde wohl mehr Wert auf handwerkliches Geschick gelegt, als auf die Technik. Wozu den schweren Trafo noch mit Holzleim bestreichen??

Aber egal.

Was mir gerade noch so einfällt: Macht der Quarzoszliiator nicht einen schönen Rechteck am Ausgang?

von RalphT - am 31.10.2017 16:36
Ja, macht er.
Also extrem oberwellenhaltig. Ist aber bei bei der "Leistung" und extrem wirkungsgradunfreundlichen Antenne und fehlenden Anpassung egal ;-) .

von WiehengeBIERge - am 31.10.2017 17:44
Stimmt. Aber vielleicht legt man den Draht einfach nur neben das Radio und hat seinen Spaß dabei. Bei der Schaltung kann man dann bestimmt auch einen alten KW-Empfänger im 49m-Band auf 6 MHz testen. Eben ein Multitalent diese Schaltung. :)

von RalphT - am 31.10.2017 18:06
Eine Multi-Frequenz-Sender sozusagen ;-).

von WiehengeBIERge - am 31.10.2017 18:19
Bei dem Sender hätte ich wegen den vielen Oberwellen ein ungutes Gefühl.
Da hätte ich noch ein Filter am HF Ausgang vorgesehen.

von _Yoshi_ - am 31.10.2017 18:43
Zitat
_Yoshi_
Bei dem Sender hätte ich wegen den vielen Oberwellen ein ungutes Gefühl.
Da hätte ich noch ein Filter am HF Ausgang vorgesehen.


Ich nicht. Das Ding macht nicht mehr oder weniger Schmutz, als ein Schaltnetzteil. Was würde man da für einen Draht anschließen? Lass ihn 3m lang sein. Der geht noch nicht mal zum Nachbarn.

von RalphT - am 31.10.2017 18:50
Dann geht die 100. Oberwelle weiter als die Grundwelle. Aber wirklich "weit" geht die immer noch nicht. Ein paar meter halt.

von WiehengeBIERge - am 31.10.2017 18:57
Och, und wieso hört man dann Taktoszillatoren, die in einem nicht wirklich guten Layout stecken, zig bis hunderte Meter weit?

Unterschätzt mal nicht die Störreichweite von Oszillatoren ;)

von DH0GHU - am 31.10.2017 20:30
Bei diesem ach wie tollem DIY-project wurde ein 1 MHz-Rechteck-Taktgenerator (mit jeder Menge ungeradzahliger Oberwellen)
verwendet, der über die Betriebsspannung mit einem total überdimensionierten Trafo irgendwie Amplituden moduliert wurde.
Und das Ganze dann als ganz tolle Sache mit vielen Bildern ins Internet gestellt.
Na ja, manche finden alles was im Internet herumkreucht wunder wie toll.
Für mich ist das schlicht und einfach übles Bastlergemurkse.
Tut mir leid :-(

von Jürgen Martens - am 01.11.2017 09:06
Hallo,

ich hab mir das Projekt auch angeschaut. Es handelt sich wirklich um einen Quarzoszillator, der die 5V vom USB nimmt und mit einem viel zu großen Trafo moduliert wird.

Das ist vom technischen Standpunkt her echt sehr schlecht, da die aufmodulierte NF ja auch rückwärts in den USB Anschluss fliesst, da dieser im Stromkreis ist - bezweifel das das so gut ist.

Fehlende Obewellenfilter und co sind dann eine andere Sache.

Interessant fand ich eher die Resonanz zum Thema. Meine Erfahrungen hier mit selbstbau Mittelwellensendern waren tendenziell ja eher negativ. In einem Thema wurde mir vorgeworfen, es gäbe ja dann radio Pegida - dürfte man wie in den USA mit 0,1W Senden - und wenigstens ein Funkamateur rechnete mir wieder vor, das meine 1mW Oberwelle (20dB Dämpfung) mit meiner mikrigen 1,50m Drahtantenne sensationelle Reichweiten von 160km haben würde.

Soviel also dazu. Zwischenzeitlich gab´s sogar eine Petition zu dem Thema, die das ziel hatte, USA ähnlichen "Privatfunk" in Deutschland zu erlauben. Sie fand auch einige Unterstützer, ich habe sie hier aber wegen oben genannten Beiträgen nicht hier gezeigt.

Wie auch immer, diejenigen, die selber etwas senden möchten haben sogar hierzulande die möglichkeit, dies in grenzen legal zu tun.

Bei der BNETZA seite unter Allgemeinzulassungen gibt es die Verfügung 1/2010 bzw. 1/2014 welche induktive Feldstärken angibt. Diese gelten u.A. für das HF Spektrum von Langwelle bis ans obere Ende des Kurzwellenbandes.

Dies bedeutet, das man selber einen Mittelwellensender betreiben darf - aber - keine Antenne anstecken. Die Abstrahlung erfolg hier beispielsweise durch eine aus einem Radio ausgebaute Ferrittantenne, oder eine Loop Antenne. Hält man die Feldstärke von -15dbµA/10m ein kann man sein eigenes Radioprogramm machen. Dies ist dann gut für Taschenradios mit Ferrittantenne.

Natürlich waren das nur Spekulationen, aber da ich mich mit dem Thema massiv auseinandersetze habe ich diverse Infos aufgesammelt die den ein oder anderen vielleicht interessieren dürften...

- Die BNETZA misst mit einer Rahmenantenne von 90x90cm. Ein Richtwert für die, die das ganze ausnutzen wollen ist: Ist der Sender in 10m Abstand noch schwach im Radio zu erahnen, ist man noch in der Grünen Zone. Allerdings in der Praxis reichts ja vollkommend aus, wenn der Sender 30cm weit geht um das Signal induktiv in einen Radio zu koppeln und wie einen echten Sender zu empfangen

- Radiosammler fragten bei der BNETZA nach, als Antwort kam, das diese es erlaubt, das man solche "Senderchen" induktiv betreibt, solange man unter der Leistung bleibt, die zugelassen ist.

Ein BNETZA Mitarbeiter soll sogar selber tests gemacht haben wo er "ein 10mW starkes Sendesignal in eine unangepasste 1m große Loop Antenne eingespeist hat" mit dem Kommentar "Die erlaubten Grenzwerte wurden so nicht erreicht" (Ich bin mir nur nichtmehr sicher ob die Loop 1m hatte oder 80cm)

- Ich lies der BNETZA selber eine Email zu dem Thema zukommen, und auch mir ggü schrieben Sie, das so ein "Eigenes Wunschprogramm" unter diesen Vorgaben OK sei. Ferner schrieben sie einen Interessanten Satz der in etwa so Klang das es eine Übertragung für mich selbe sei, und keine Rundfunksendung, und somit Rundfunkähnliche belange nicht berührt werden.


Solche Sender kann man sich sehr einfach bauen. Zum beispiel so ein Quarzoszillator. Moduliert wird der von einem Transistor oder einem NF IC wie z.B: dem LM386. Dann bekommt man mit wenig Bauteilaufwand schonmal eine relativ laute mod hin (Es geht überraschend gut mit solchen Bausteinen)

Am Ausgang kommt jetzt über extrem wenig pF gekoppelt, zum Beispiel 2,2pF - ein niederohmiger Parallelschwingkreis drann (Beispiel 10µH + *Kondensator müsste ich ausrechnen*).

Schon wird das Signal rein induktiv gesendet, und weil der Schwingkreis so niederohmig ist, und durch den kleinen C auch sehr fehlangepasst ist, hält sich die Leistung auch in grenzen (Denke das geht n guten halben Meter weit, getestet hab ichs net, aber Erfahrungswerte)

Durch den niederohmigen Schwingkreis sind auch die Oberwellen relativ gut unterdrückt. Wir reden hier von einer Reichweite im 1-stelligen cm Bereich für die 1. Harmonische wenn man den Radio auf 2Mhz stellen könnte.


So meine "vielen Cents" von jemandem, der schon lange die Amateurfunklizenz Klasse A hätte (Online Test bestanden) wenn es denn entlich mal eine Möglichkeit gäbe mit vertretbarem Aufwand und FAIREN Anmeldungen eine Broadcast Lizenz zu erwerben, die es mir erlauben würde, 4h in EINEM Monat auf einem mit normalen Radios Empfangbarem >6Mhz Kurzwellenband zu senden...

Aber meine Erfahrungen sind nach Anruf bei der BNETZA das es fast unmöglich ist eine Frequenz zu bekommen, und wenn dann (selbst mit AFU Klasse A) nur unter strengsten auflagen, während man auf irgendeiner Radiomuseum Seite wieder wortwörtlich liest "... Wir haben einen Antrag zur Frequenzzuteilung bei der BNETZA eingereicht - dieser wurde sofort und ohne Beanstandungen genehmigt"

So jetzt aber genug von mir für Heute zu diesem Thema...

von Stefan02 - am 02.11.2017 07:42
Zu dem vermurksten Projekt, das diesem Faden den Titel gab, ist genug geschrieben, aber das mag ich grad doch noch kommentieren:
Zitat
Stefan02
So meine "vielen Cents" von jemandem, der schon lange die Amateurfunklizenz Klasse A hätte (Online Test bestanden) wenn es denn entlich mal eine Möglichkeit gäbe mit vertretbarem Aufwand und FAIREN Anmeldungen eine Broadcast Lizenz zu erwerben, die es mir erlauben würde, 4h in EINEM Monat auf einem mit normalen Radios Empfangbarem >6Mhz Kurzwellenband zu senden...

Aber meine Erfahrungen sind nach Anruf bei der BNETZA das es fast unmöglich ist eine Frequenz zu bekommen, und wenn dann (selbst mit AFU Klasse A) nur unter strengsten auflagen, während man auf irgendeiner Radiomuseum Seite wieder wortwörtlich liest "... Wir haben einen Antrag zur Frequenzzuteilung bei der BNETZA eingereicht - dieser wurde sofort und ohne Beanstandungen genehmigt"

Ähnliche Beweggründe haben mich über die Jahrzehnte bewogen, das Thema AFU links liegen zu lassen, habe aber inzwischen erkannt, dass das durchaus sinnvoll ist, legal die Physik experimetell zu studieren. Solange Du nichts tust, was ansatzweise als Broadcast angesehen wird, wo die Medienrechtsbürokratie mitreden möchte, geht vieles. Radiomuseumslizenzen sind da unproblematisch, weil a) minimalste technische Reichweite, b) zeitlich beschränkt und c) inhaltlich starkt auf den technischen Bezug und Banalitäten beschränkt und deshalb ohne medienrechtliche Zustimmung der LMAs usw. umsetzbar.

Das was Du willst, wäre eher das, was die in Kall oder der Holledau veranstalten und Sendezeiten vermieten. Und die sind dann nach Medienrecht vermutlich Plattformbetreiber, was du als Einzelperson nicht hinbekommst, nur als Firma mit genügend Kohle in der Reserve. Und trotzdem erreichst Du auf diesem Wege heutzutage niemanden außerhalb der Szenen mehr. Aber prinzipiell gibt es seit Wegfall des Monopols der MB Wege - wenn Du die medienrechtliche Zulassung hast, für die aber NICHT die BNetzA zuständig ist. Der Knackpunkt ist eben das Medienrecht, dass der BNetzA da nur sehr enge Spielräume lässt.

Wenn Mikrobroadcasting wie in den USA hierzulande ohne den Lizenzmaraton ermöglicht würde, wäre das was anderes...

von Hagen - am 02.11.2017 17:37
Hallo,

Ich schreibe nochmal wie ich mir eine zeitgemässe Lösung Heutzutage Vorstellen kann...

- Erlaubniss von 0,1W "Hausfunk" mit übernahme der Part 15 Richtlinien.
- Erlaubniss von 13,56Mhz "Rundfunk" ähnlich wie in den Part 15 Richtlinien 5mW / Lambda 1/2

Sender darf ohne Sonderantrag gebaut und betrieben werden - Vorraussetzung ist allerdings der Mindestabschluss der AFU Klasse E um die "Technischen Grundlagen" Nachzuweisen.

Das kann man ja eher als Hobby oder Spaßfunk bezeichnen - alleine die Mittelwellenzuteilung wäre schon ein enormer Gewinn.

AFU Klasse A "Richtig Rundfunk machen". Dabei rede ich nicht von Sonderlizenzen wie sie Channel 292 mit 10kW hat - eher so etwas wie Europa 24 nach einem Stundenplan.

Es wird eine Frequenz definiert in Absprache mit den ganzen Gremien / IARU und co auf der man eben ein bisschen "Radiosenden" darf. Ist man Inhaber einer AFU Lizenz, darf man seinen Sender selber bauen sich mit selbrigem bei der BNETZA "bewerben".

Es sollte so sein - da es eventuell doch den ein oder anderen Antrag geben würde - das die BNETZA Stundenpläne verteilt. Man darf im Monat 4h senden - einmal im Monat - mit einem gekauften oder selbstbau Sender auf der dafür freigegebenen Kurzwellenfrequenz. Die maximale Sendeleistung am Senderausgang - PL Buchse - beträgt dabei 15Watt für Klasse A und 1,5Watt für Klasse E.

Ich könnte mir als Frequenz eine Frequenz im 49m Europaband vorstellen oder kurz darüber. Zum Beispiel 6250Khz - wenn da nocht nichts ist. Die Frequenzfindung wäre ja dann Aufgabe der IARU, da eine Deutsche Sonderlizenz aufgrund der hohen Reichweiten auf Kurzwelle - wie bei Freenet - dann nicht viel Sinn machen würde.

Die Stundeneinteilung mit einem 4h / Monat Limit halte ich für Sinnvoll. Mir geht es einfach primär darum, in der "Heutigen Zeit" den Leuten, die früher mit ihren Piratensendern rumgespielt haben, entlich eine Möglichkeit zu geben, legal auf Sendung zu gehen. 4h auch deswegen, weil das ganze nach wie vor als Hobby - und nicht professionelle Radiostation - angesehen werden soll. Zudem ists gut 4h Limit zu haben, denn bei vielen Anmeldungen kann man so einteilen welcher AFU wann senden darf, das es zu keinen Gegenseitigen Störungen kommt.

Programmgestaltung liegt natürlich beim sendenden AFU. Es gibt mehr als genug Lizenzfreie Musik die man senden kann - ferner kann man ja bei bedarf auch ein reines Sprachprogramm machen.

Leider ist die Akzeptanz mancher Leute generell nicht sehr hoch, sie möchten das nicht, aus Gründen, die ich nicht nachvollziehen kann. Wer Heute Radio senden will, mit dem Hintergrund leute zu erreichen, sein eigenes Programm effektiv und weit zu verbreiten, der kann sich für weniger als 200€ im Monat eine Internet Radio "broadcast" Lizenz kaufen, oder bei besagten sicher allen bekannten Stationen in Deutschland und Österreich auf Kurzwelle für wenig Geld Sendezeit kaufen, und mit garantiert hoher Reichweite das selbst erstellte Programm veröffentlichen. Mir geht es einfach darum dieses wirklich alte "Aber... du darfst selber nicht Radiosenden" Klische entlich mal aus der Welt zu schaffen, andere Länder könnens ja auch...

In den raum werf... Neuseeland... 1W Auf UKW erlaubt (spezielle Frequenzen) ohne das man für sein 1W Senderchen eine Lizenz o.ä. bräuchte. Aber UKW ist für Bastler nicht so interessant wie die HF-Bänder...

Nichteinmal AM ist bei uns erlaubt im AFU nur auf 10m. So könnte man wenigstens wie in den USA / Australien auf ich glaube 7295Khz in AM senden - das empfangen einige 0815 Taschenradios, und so eine automatische Station aufmachen mit CALL ansage und sendepausen und wenigstens so für "Ich geh mi dem Radio draussen umher, und teste die Reichweite" für semi legale "Radiosendungen" sorgen.

Klar, auf 10m ist AM erlaubt. Viele moderne Weltempfänger können das empfangen, aber die können dann auch 27Mhz CB, und da kann ich ohne Lizenz in AM senden.

von Stefan02 - am 04.11.2017 11:19
Zitat
Stefan02
Hallo,

Ich schreibe nochmal wie ich mir eine zeitgemässe Lösung Heutzutage Vorstellen kann...

- Erlaubniss von 0,1W "Hausfunk" mit übernahme der Part 15 Richtlinien.


Bei dieser Sendeleistung und bei dem Begriff "Hausfunk" wird alles erlaubt sein, was Andere nicht stoert oder rein rechtlich nicht nachweisbar erscheint.

Derzeit ist natuerlich alles verboten, streng verboten, oder auch strengstens verboten, oder man geht davon aus, dass es Verbote gibt, weil nichts ausdrucklich erlaubt sei.

Nur, wie weise ich den Betrieb eines Mittelwellen-Senderchens nach, besonders wenn das Signal das Grundstueck nicht verlaesst? Auch ist es ja nicht so, dass die ganze Nachbarschaft und die Behoerden das MW Band abscannen, in der Hoffnung einen leistungsschwachen bis kaum wahrnehmbaren Piratensender zu finden.

Wie wird ein solcher Fall ueberhaupt vor Gericht verhandelt? Alleine die niedrige Sendeleistung duerfte klar stellen, dass der "Schwarzsender" nicht eine grosse Bevoelkerungsgruppe ansprechen kann oder dies auch will. Auch "Stoeren" kann kein Grund sein, in Deutschland ist m.W. der AM Betrieb komplett eingestellt worden.

Die Sache stellt sich fuer mich eher nach "Wo kein Klaeger, kein Richter" dar.

von 102.1 - am 04.11.2017 14:33
Gibt es eigentlich AM-Transmitter nach Vorbild der bekannten FM-Transmitter ?

von sup2 - am 05.11.2017 06:29
Hallo,

Es geht bei den 0,1W Sendern in den USA zwar schon um das Privat - Nachbarschaftsradio, bei uns hätte eine ähnliche Zulassung aber vor allem Sinn für die zahlreichen Radiosammler. So können die alten Geräte wieder mit einem passendem Programm bespielt werden.

Es wurde ja bei der Deutschlandradio Abschaltung in der dafür vorgesehenen Sendung per Telefonanruf auch gefragt, ob es denn nicht einen DAB nach Mittelwellen Konverter für die MW Radio fans gäbe. Zumindest wenn ich mich richtig erinnere.

Die Heutigen Gesetze bzw. Strafen auf Senden ohne Lizenz sind in der Praxis verhältnissmäsig sehr mild. Ich bin ja nicht nur in diesem Forum sondern in vermutlich allen größeren Deutschen Radioforen (Vintage Radio Foren) und weiteren unterwegs, setze mich also wirklich äußerst intensiv mit dem Thema selber senden auseinander.

Da gab´s mal die Geschichte die manchen AFUS vielleicht noch ein Dorn im Auge ist um den "Piratenfunker" DO1MM, welcher ohne AFU Lizenz die Bänder unsicher machte. Er wurde von zahlreichen AFUS angepeilt und bei der BNETZA angezeigt, angeblich hat sogar die BNETZA selbst ihn angepeilt und dennoch nichts unternommen. Seine verursachten Störungen waren wohl zu gering um den Aufwand einer Hausdurchsuchung zu rechtfertigen.

Letzentlich - was ich noch so mitbekommen habe - hat der nicht AFU wohl dann doch irgendwann die Lizenz gemacht, genaueres weis ich aber nicht.

Aus anderen Foren kenne ich diverse Leute die beim Piratensenden - dann allerdings auf UKW und schon mit nennenswerten Leistungen - erwischt wurden. Die Strafe war in der Regel um die 2500€ und der Sender wurde eingezogen - und - man konnte ihn sogar unzerstört wieder zurückfordern, bekam ihn dann auch.

Auf YT gabs mal einen mit dem ich per Privatnachricht in Kontakt stand. Er sagte, er wurde erwischt - beim UKW Senden - doch schon ein paar Wochen später hatte er ein neues Video wo er mit 500W auf UKW Sendete, im Zug mitfuhr, und in einem Radio andauernd seinen Sender hörte - ohne rauschen.

Wenn man hier vor allem ím Dorf einen 0,1W UKW sender (ukw statt Mittelwelle) aufbauen würde, würde der 1 Jahr und länger durchlaufen ohne das irgendwann Probleme auftreten würden.

Ein 0,1W Mittelwellensender würde vermutlich "immer" laufen solange die BNETZA nicht gezielt danach sucht - und selbst dann - so habe ich´s in einem der vielen Vintage Radio Foren gelesen, muss es nichtmal eine Strafe geben.

Dort wurde einer durch ungünstige Zufälle beim Mittelwellen "Piratensenden" erwischt, und der BNETZA Mitarbeiter meinte nur, das es doch egal sei, das er einfach weitersenden könne, solangs so bleibt und er nicht übertreibt.

Es ist also alles total unproblematisch. Ich denke mir fast, das diese ganzen spielerein - eben solange man´s nicht übertreibt, und der Sender schwach genug ist - inoffiziell geduldet werden.

Aber das ist ja der Punkt, eben inoffiziell. Wie man mir, als man mich für die AFU Lizenz anwerben wollte, immer sagte, ich könne doch AM Sendungen machen, wenn ich ein uralt Funkgerät hätte, das AM kann, es wäre dann OK man würde es dulden.

Aber im Bandplan ist eben nirgends AM vorgesehen, und warum sollte ich eine Lizenz machen, für eine "Funkerlaubniss" wenn ich dann doch wiede das mache, was nicht erlaubt ist, und was ich ohne Lizenz genauso machen könnte.

Würde die deutsche Lizenz nur etwas modernisiert werden, hätte ich sie vermutlich schon gemacht. Mich stört der klischeehafte "Papierkram". Vor allem die Monatlichen gebühren und deren unflexibe Abbuchung. Ich kann es absolut nicht haben, irgendwem gegenüber Schulden zu haben und mit AFU Lizenz hat man Schulden ggü dem Staat (Ist ja auch eine Prüfungsfrage, was passiert, wenn man nicht zahlt? Lizenz weg ist nicht die richtige Antwort - Ärger mit´m Staat schon). Warum kann ich nicht sagen, ich zahle einmal 2000€ und bin dafür 40-50 Jahre von den Gebühren befreit (Im Aktenordner eine Notiz bei meinem Call). Wenn man das hochrechnet ist das immer mehr als die EMV Gebühren sind also wäre es ja für die BNETZA sogar ein Gewinn wenn jemand freiwillig so viel zahlt.

Man kann auch keinen Dauerauftrag bei der Bank machen weil man ja erst nah 3 Jahren einen immer anderen Betrag zahlen muss.

Und dann eben noch die fehlende AM Zulassung. Mit der automatisch arbeitenden Station meinte ich einen AM Sender auf z.B. 7295Khz, der sich alle 2 Minuten für 20 Sekunden einschaltet, kurz eine Message sendet, und dann das Call oder andersherum. Denn auch mit AFU Lizenz darf man net Radiosenden. Aber selbst das wäre dann ja theoretisch ein "eigener Radiosender" - mir gehts darum einen Sender bauen zu dürfen, den ich mit´m normalen Radio empfangen kann, und das SSB Geschrabbel auf 40m zählt nicht dazu.

Physikalische Grundlagen lernen ist ja ganz nett aber wie lange lern ich da? Mit intensivbeschäftigung und Urlaubszeit Investition in Antennen und Geräteforschung vielleicht ... wenn mans ultimativ dehnt... 1 Jahr - und dann ist es langweilig. Generation Digital Fernsehn / SDR und co ist ja im Prinzip nurnoch software, da die verbauten Chips so komplex sind das nur wenige so etwas "" diskret "" aufbauen können, und selbst da gehen die Probleme schon los, denn mein Hack RF wird an meinem alten - dafür vorgesehenem - Windows Vista Laptop nichtmal erkannt. Ein 0815 China USB Tv Stick wird sofort installiert und kann verwendet werden - der fast 100x so teure Hack RF erkennt "keinen treiber" oder so.

Das Funken ist anfangs total interessant, aber irgendwann fährt auch der Alltagstrott rein. Ich habe sehr viele Experimente mit CB Funk gemacht, und als ich entlich eine gute Portabelantenne hatte, und Stationen auch entlich mal auf meine Break Rufe reagierten oder auf die CQ Rufe war das total toll, ich bin dann mehrmals im Monat auf den Berg gesportelt um zu funken - aber irgendwann war auch einfach die Luft raus, und das merke ich auch bei den vielen 80m Runden bei denen ich über websdr oft nebenher zu höre. Die Leute wissen manchmal nicht was sie reden sollen oder es sind wieder die gleichen Themen wie damals, als ich als Jugendlicher das 80m Band im Sony ICF 7600 entdeckte.

Gäbe es wenigtens eine Bezahl Lösung wie in den USA, würde ich über eine AFU Lizenz mit der Tendenz zu "ja" nachdenken. Dort zahlt man glaube ich 10 ... 12 Dollar für die Zulassung und dann darf man 10 Jahre Funken, nach bestandener Prüfung. Nach 10 Jahren läuft die Lizenz aus, und wenn man weiterfunken mag zahlt man einfach nochmal 10 Dollar, und darf wieder 10 Jahre Funken.

Summa Sumarum: Natürlich kann man einfach senden, senden bis die Endstufe qualmt, keinen störts normalerweise. Aber es sollte einfach eine Möglichkeit geschaffen werden, dies legal zu tun - und mit fairen Bedingungen eine Lizenz erwerbbar sein.

von Stefan02 - am 05.11.2017 06:31
sup2

Ja die gab es tatsächlich. Mir ist ein transmitter bekannt, der natürlich etwas größer ist als ein heutiger FM transmitter. Er hat ein Frequenz einstellrad, und ist dazu gedacht, im Auto das Signal auf das Radio zu übertragen.

Ferner hatten viele Plattenspieler in den USA eingebaute Mittelwellensender, sogenannte "Phono transmitter". Diese Senden die abgespielte Schallplatte auf ein Radio. Sind allerdings meines Wissens nach etwas schwächer als die erlaubten 0,1W Systeme.

Der Hintergrund war, das Radios scheinbar verschiedene Phono Eingangs Pegel haben. So baut man den Plattenspieler z.B. so, das er bei einem Radio gut laut funktioniert, beim anderen ist er wieder zu leise, und bei einem 3. Modell kratzt es, weil der Phono Eingang zu empfindlich ist. Also entschied man sich, das ganze einfach zu senden - den der Empfänger hat ja genormte Pegel.

Suche dazu Record Player transmitter oder Record Player phono transmitter.

Dann gibt´s noch den "Radio DJ" von "Wild Planet" - könnt ihr ja mal Bildersuche machen...

von Stefan02 - am 05.11.2017 06:34
www.redirad.com ( das Ding wird in die Antennneleitung geschleift )

von sup2 - am 05.11.2017 07:01
Zitat
Stefan02
Der Hintergrund war, das Radios scheinbar verschiedene Phono Eingangs Pegel haben. So baut man den Plattenspieler z.B. so, das er bei einem Radio gut laut funktioniert, beim anderen ist er wieder zu leise, und bei einem 3. Modell kratzt es, weil der Phono Eingang zu empfindlich ist. Also entschied man sich, das ganze einfach zu senden - den der Empfänger hat ja genormte Pegel.

Das hängt mit den verschiedenen Tonabnehmerarten zusammen. Das Problem gab es daher eigentlich nicht nur in den USA.

Wenn man es genau nimmt, ist übrigens in der Heim-Unterhaltungselektronik nicht nur der Phono, sondern auch der sogenannte "Line-Pegel" nicht genormt und bei jedem Gerät etwas anders.

von WiehengeBIERge - am 05.11.2017 08:47
@Stefan02
AFU-Lizenz und Broadcast sind rechtlich zwei unterschiedliche Dinge, die Du in der Form, wie Du hier schreibst, nicht durcheinanderrühren sollte.
Beim AFU ist alles, was auch nur ansatzweise nach Broadcast riecht explizit verboten und ausgeschlossen. Und die Amateurfunker sind da deshalb penibel, weil wenn einer anfängt, greift da der Kommerz um sich und dann geht AFU kaputt.

Andererseits: Wenn keiner was mitbekommt und niemand gestört wird, gilt wohl Wo kein Kläger, da kein Richter. Aber dann stellt sich die Frage: Wozu? Weil dann erreichst Du ja auch niemanden.
Auf dem Land mag das hier und da länger gut gehen, aber nicht in dichter besiedelten Gegenden...

Es müssten explizit für Mikrobroadcast einzelne Frequenzen in den Rundfunkbändern (AM, FM und VHF/DAB+) zugelassen werden, dann kann auf den Kanälen halt der stärkere gewinnen...

von Hagen - am 05.11.2017 23:08
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.