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vor 2 Monaten, 1 Woche
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vor 2 Monaten
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RTL 102.5 Fan, Francesco210175

[I:] Ende von Radio Fantasy - Frequenzen an Gruppe RTL 102.5

Startbeitrag von RTL 102.5 Fan am 12.11.2017 17:08

Eine sehr traurige Nachricht aus der nordöstlichsten italienischen Region, Friaul Julisch Venetien (Friuli Venezia Giulia):

Seit dieser Woche ist Radio Fantasy im Friuli Geschichte. Die Einstellung des Sendebetriebs ergab sich durch die Pleite der Betreiberfirma "Fantasy Way Srl", die mit einem Schuldenwert von 748.000 Euro Konkurs anmeldete, Sanierungsverfahren scheiterten.

Radio Fantasy hatte eine mehr als 30-jährige Geschichte und sendete zuletzt aus Cervignano del Friuli (UD) zwischen Udine und Grado gelegen. Es wurde 1982 gegründet und war mit seinem Musikmix auch bei Urlaubern an der Oberen Adria sehr beliebt. In den letzten Jahren betrieb Radio Fantasy einen bunten Musikmix aus aktueller Chartsmusik, setzte jedoch Akzente mit oft weniger bekannten Titeln und Discoübertragungen, vor allem am Wochenende. Außerdem arbeitete man mit dem Autobahnbetreiber Autovie Venete zusammen und übernahm eine Partnerschaft für dessen Autobahnnetz, wo man so aktuelle Verkehrsnachrichten hörte (welchen Partner sich Autovie Venete sucht, wird auch interessant).

Außerdem war der Sender für viele bekannte Radiomoderatoren aus der Region, die heute bei großen Networks arbeiten, ein erster Arbeitsgeber, wo sie ihre Ausbildung erhielten. Darüber hinaus war Radio Fantasy eine der wenigen "echten" Lokalsender der kleinen, autonomen Region im Nordosten Italiens geblieben, die kulturell und sprachlich sehr reichhaltig ist und viele Eigenheiten aufweist (4 Amtssprachen (Italienisch, Friulanisch, SLowenisch, Deutsch), wechselhafte Geschichte, viele Anknüpfungspunkte mit SLowenien und Südösterreich und sich oft deutlich vom Rest Italiens unterscheidet) und Herzstück der Region Alpe-Adria (Slowenien, Südösterreich, Nordostitalien) ist.

Damit verliert diese Region einen weiteren Lokalsender - viel ist nicht mehr übrig. Die Frage ist nach dem Rückzug von Stereocittà und dem Ende von Radio Fantasy sowieso, durch welchen Sender der Bereich "Dance und progressive Charts" in dieser Region übernommen wird. Im Gegensatz zum deutschsprachigen Raum gibt es durchaus Potenzial dafür in der Region und da nahezu alles verschwunden ist (TPN Hit Energy, Bum Bum, Stereocittà und jetzt Fantasy und viele weitere) ist nun wieder Potenzial am Markt vorhanden.

Klar ist, was mit den Frequenzen von Fantasy passiert: RTL 102.5 hat die Frequenzen um 825.000 Euro gekauft - es handelt es sich um folgende Frequenzen:

- 90,70 v. Attimis/Porzus, versorgt das ganze Friaul und die östlichen BEreiche der Region Veneto (Provinz Venedig) - hier wird vermutet, dass diese Frequenz an Radio Freccia (Tochtersender von RTL) geht
- 89,10 v. Sagrado/Monte San Michele: versorgt Gorizia - ?
- 89,00 Triest: ?
- 95,8 Pordenone
- 101,6 Tolmezzo
- 107,70 Paularo

Die kleineren Frequenzen werden wohl an die Tochtersender (Radio Zeta, Radio Freccia) aufgeteilt, spannend sind da vor allem die Provinzhauptstädte Gorizia und Triest. Was mit den anderen passiert ist offen.
Die 89.10 ist auch in Kärnten empfangbar, die anderen Frequenzen nicht. Die 90.70 ist entlang der Adriaküste der Emilia/Romagna schwach und bei Tropo stärker empfangbar, dann auch bis weit nach Süden (ABruzzen).

Die Frequenzen werden wohl in den nächsten Tagen dann mit den Programmen aufgeschalten, dann weiß man mehr.

Links:
http://www.fm-world.it/news/friuli-addio-radio-fantasy-le-frequenze-al-gruppo-rtl-102-5/
http://messaggeroveneto.gelocal.it/udine/cronaca/2017/11/09/news/asta-da-825-mila-euro-1.16098330
http://www.radiofantasy.it/ - Website des Senders mit Livestream

Antworten:

Das ist alles kein Zufall mehr. :sneg:

Die lokale (und tlw. die regionale) Radioszene in Italien ist inzwischen nur noch ein Schatten seiner selbst bzw. den Untergang geweiht. In der Heimatstadt meines (2014 verstorbenen) Vaters (Taranto/Apulien) haben in den letzten Jahren mehrere Radiosender den Sendebetrieb eingestellt. Betroffen sind u.a. Publiradio Network, Publiradio Solo Musica Italiana, Radio Taranto Stereo und zu guter letzt Studio 100 Radio, welche tlw. seit gut 40 Jahren auf Sendung waren und die Frequenzen hat sich auch dort die RTL Gruppe (wegen Radio Freccia und Radio Zeta) geschnappt. :boese:

Es ist auf den meisten Frequenzen dort nur noch ein übler Network-Einheitsbrei zu hören, ich könnte fast sagen: Ein "Glück", das ich seit gut 20 Jahren nicht mehr dort war, denn es würde mir sicherlich das Herz brechen, wenn ich inzwischen die FM Skala dort hören würde. Es verbleiben nur noch die schönenn Erinnerungen an die glorreichen 1980er und tlw. noch die 1990er Jahre, als es wortwörtlich auf fast jeder Frequenz lokales Radio zu hören gab! :(

von Francesco210175 - am 13.11.2017 00:45
Zitat
Francesco210175
Es ist auf den meisten Frequenzen dort nur noch ein übler Network-Einheitsbrei zu hören, ich könnte fast sagen: Ein "Glück", das ich seit gut 20 Jahren nicht mehr dort war, denn es würde mir sicherlich das Herz brechen, wenn ich inzwischen die FM Skala dort hören würde. Es verbleiben nur noch die schönenn Erinnerungen an die glorreichen 1980er und tlw. noch die 1990er Jahre, als es wortwörtlich auf fast jeder Frequenz lokales Radio zu hören gab! :(


Es ist in der Tat traurig zu sehen wie ein Lokalsender nach dem anderen verschwindet. Es zeigt sich, dass nur diejenigen Erfolg haben, die auch Geld in die Hand nehmen. Abgesehen davon, dass ich den Rueckgang der Lokalsender nicht fuer gut bewerte sehe ich zwei Tendenzen in Italien und zwar ist das einerseits die starke Zunahme des Einflusses der grossen Networks und eine gewisse "Semi-Regionalisierung", d.h. in fast jeder Region werden Sender staerkert, die jetzt nicht unbedingt lokal, aber auch nicht national sind, sondern auf Regionsebene aktiv sind.

Man sieht dass in der Radiowelt in Italien viel in Bewegung ist und dies hat auch mit veraenderten Hoergewohnheiten zu tun und der Rolle des Internets. Dennoch finde ich es - so schade es um die Lokalsender auch ist- trotzdem ganz gut, dass viele der grossen Networks nun ihre Zweit- und Drittprogramme auf FM bringen, etwa Radio Freccia und Radio Zeta bei RTL 102.5 oder - gerade heute passiert - der Tausch von der 95,50 zwischen RDS zugunsten der Tochter Discoradio.

Sicherlich die grosse Marktkonzentration ist nciht zu befuerworten, allerdings werden nun auch Sender mit einem gewissen Target staerker betont (Radio Freccia, Discoradio als Beispiele wieder).

Insofern gibt es also eine "Differenzierung auf Ebene der nationalen Networks" hin zu mehr unterschiedlichen Programmen aus einem Haus und einer "Regionalisierung", d.h. staerkeren Sendern, die in einer Region taetig sind - das ganze auf Kosten der kleinen Lokalsender.

Die grossen Bewegungen jetzt zeigen aber auch, dass man UKW anscheinend noch als wichtig erachtet - anders kann ich mir die hohen Investitionen in FM-Frequenzen nicht erklaeren.

von RTL 102.5 Fan - am 13.11.2017 14:52
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