Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
17
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
WellenJäger, gb, Wrzlbrnft, _Christoph, Der kleine Pirat, telefonfreak, medienjunkie, mmxmmx, andimik, Habakukk, RadioNORD

[etwas OT] Welche Software gibt es, um Audio-Kassetten zu digitalisieren?

Startbeitrag von gb am 21.12.2004 11:35

Die Suchfunktion des Forum brachte auf obige Frage keine Antwort, darum gezielt angesprochen:

Mit welcher Software kann man Audio-Kassetten in mp3 o.ä. umwandeln? Problem bei "Rippern" stellt oft die Länge der Aufnahme von teilweise 60 min. am Stück dar. Da steigt der Speicherpuffer irgendwann aus. Gibt es eine Lösung, muß nicht zwingend Free-Ware sein...

Dankend grüßt in die Runde,

gb

Antworten:

Goldwave oder Audition (letzteres als Demo auf der letzten PC Professional).



von andimik - am 21.12.2004 11:40
Das ist doch (ohne arrogant wirken zu wollen) ein Kinderspiel.

1. Ausgang der Tonquelle an den Hochpegeleingang der Soundkarte anschließen
2. Mit Cool Edit, WaveLab, etc. das Tonsignal auf die Festplatte streamen (WAV, 44.1 kHz, 16 Bit sollte es schon sein)
3. Die Datei schneiden und bei Bedarf bearbeiten, schneiden, aufteilen wie man möchte
4. Die Datei(en) mit einem entsprechen Programm in MP3 umwandeln (nicht unter 192 kb/sec)

Kleiner Tip zum Platzsparen:
Bei reinen Mono-Aufnahmen wären 192 kb/sec in stereo Verschwendung. 96 kb/sec mono sind qualitativ dasgleiche, da nur ein Kanal zum Einsatz kommt.

von WellenJäger - am 21.12.2004 12:21
Zur Tonbearbeitung kann auch das kostenlose OpenSource-Programm Audacity schon großartiges beitragen: http://audacity.sourceforge.net/



von Wrzlbrnft - am 21.12.2004 13:11
Bei vielen Soundkarten ist zum Schneiden ja schon ein Low-Budget-Programm wie WaveStudio dabei. Um ne WAV-Datei aufzunehmen und Anfang und Ende sauberzuschneiden, genügt das immer. So eine Datei hat dann 10 MB pro 1 min Länge in CD-Qualität (44,1 kHz stereo). Zum Umwandeln empfehle ich das Freeware-Programm CDex. Einfach mal danach Googlen. Die aktuelle Version ist glaube ich 1.51 und beinhaltet auch einen Ripper und den LAME-Codec. Ich habe bei mir standard-mäßig 192 kbit eingestellt. Das liefert ne gute Qualität.



von RadioNORD - am 21.12.2004 13:18
Die IMHO beste Software ist Broadcast 2000.

Läuft unter Linux, kann unbegrenzt lange aufnehmen, ist sehr flink bei der Vorschau und
beim Schneiden und kann *als einzige* Marken setzen. Das ist extrem praktisch, wenn man Anfang und Ende eines Liedes per Mausklick markieren kann und dann alles zwischen diesen beiden Marken ebenfalls per Mausklick als wav-File exportiert. Alle anderen Programme können leider nur das exportieren, was vorher höchst umständlich durch ewig langes Ziehen mit der Maus "markiert" wurde....

Zum Codieren ist LAME am besten, vorher wird das ganze noch durch einen normalizer gejagt, der alle Aufnahmen auf einen einheitlichen, optimalen Level bringt. (Nicht zu verwechseln mit einem Audio-Compressor - der Normalizer sorgt nur dafür, daß optimal ausgesteuert wird)

Beim Aufnehmen ist sehr wichtig, daß alle nicht benutzten Eingänge (MIC, CD, Video, ...)
stummgeschaltet werden, ansonsten rauscht's.

Ciao
Christoph



von _Christoph - am 21.12.2004 13:31
Und was man auf gar keinen Fall vergessen sollte, ist das Aussteuern des Signals und eine Probeaufnahme, bevor es dann richtig los geht. Nichts ist ärgerlicher, wenn das Resultat viel zu leise oder total übersteuert ist.

von WellenJäger - am 21.12.2004 13:49
Falls es übrigens brummt bei der Aufnahme, benötigst du noch einen Mantelstromfilter in deiner Cinch-Leitung zwischen Line-Out der Anlage und Line-In der Soundkarte. Bei mir war das nahezu immer der Fall, dass es brummte, und ich komme quasi nicht mehr ohne so ein Ding aus. Hat was mit Potenzialunterschieden in den einzelnen Stromkreisläufen des Hauses und fehlerhafter Erdung zu tun, gibts aber anscheinend relativ häufig.



von Habakukk - am 21.12.2004 13:57
Also Audiograbber gibt es als Freeware, es hat sogar eine Normalizer-Funktion und scheint ganz gut zu laufen. Für den Lame-Encoder gibt es auch eine Oberfläche WinLAME, die ist sehr einfach zu bedienen und mit CBR 128 oder auch mit alt-preset: standard (VBR, auch nicht allzuviel größer und mehr Qualitätsreserven) kommen sehr gute Ergebnisse aus einem 44,1 kHz 16 bit Stereo-WAV. Eisenoxid-Kassetten gehen ja so bis 13 kHz und CrO2 bis ca. 17 (?), so dass sehr hohe Qualitäten kaum was bringen.



von mmxmmx - am 21.12.2004 14:15
Da stelle ich doch auch gleich mal ein paar Fragen:
1) Es war zwar vorhin angegeben in MP3 die MC´s zu Speichern aber was für ein Codec würdet ihr nehmen?
2) Wie hoch sollte die Datenrate bei Ogg, Mp4, mp3pro, MPC, RM sein, um auf die Qualität von ein 192 kbps Joint Stereo Mp3 zu kommen?
3) Und wie das bei Mono (Wortsendungen) das material konvertiert ?
Ich benutze bei Mono immer noch Mp3 mit 64 kbps um es in erträglicher Qualität zu speichern und VBR Lame 64-96 kbps um es in „guter“ Qualität zu speichern.
Mich haben Ogg, Mp4 und mp3pro für Mono noch nicht so recht überzeugt.
M.F.G.

von medienjunkie - am 21.12.2004 15:01
Zum Thema "mono":

Es ist wichtig, daß auf der Encoderseite "mono" gewählt ist.
Auch wenn die Ausgangsdatei mono ist, muß das nicht automatisch bedeuten, daß der Encoder eine Mono-Datei erstellt.

Besonders bei Bandaufnahmen sollte man darauf achten, daß das Summensignal (rechts+links) nicht durch Phasenverschiebungen oder ähnlichem vermatscht klingt. Wenn dies der Fall ist, einfach die Spur mit der besten Qualität kopieren und in ein neues Fenster kopieren.

von WellenJäger - am 21.12.2004 15:20
WellenJäger schrieb:

Zitat

Und was man auf gar keinen Fall vergessen sollte, ist das
Aussteuern des Signals und eine Probeaufnahme, bevor es dann
richtig los geht. Nichts ist ärgerlicher, wenn das Resultat
viel zu leise oder total übersteuert ist.


Richtig. Auch das ist bei Broadcast2000 und seinem Echtzeit-VU-Meter ideal gelöst.

Allerdings sollte man zwischen Übersteuern und zu geringer Aussteuerung unterscheiden:
Eine Übersteuerung zerstört das Signal unwiderruflich, dagegen bringt eine zu geringe Aussteuerung schlimmstenfalls etwas Rauschen rein. Eine zu geringe Lautstärke selber kann man mit einem Normalizer wieder auf den optimalen Level anheben.



von _Christoph - am 21.12.2004 15:28
Im Gegensatz zum band ist Untersteuerung nicht so tragisch...selbst bei 20 dB zu wenig ist der Rauschabstand der Soundkarte immer noich besser als der vom Band.

Und Wavelab zeigt Dir auch an, wie hoch Du maximal ausgesteuert hast.

von Der kleine Pirat - am 21.12.2004 18:53
@WellenJäger: Stimmt, mache ich bei Mono-Aufnahmen auch schon lange so. Das ganze in Stereo auf den PC übertragen und dann die jeweils bessere Spur verwenden und weiterbearbeiten.

@medienjunkie:
1) Es war zwar vorhin angegeben in MP3 die MC´s zu Speichern aber was für ein Codec würdet ihr nehmen?
Wurde hier bereits mehrfach genannt, der LAME-Codec ist heutzutage klar der Beste für MP3s.
2) Wie hoch sollte die Datenrate bei Ogg, Mp4, mp3pro, MPC, RM sein, um auf die Qualität von ein 192 kbps Joint Stereo Mp3 zu kommen?
Bei Ogg ca. ~120 kbps (ab ~150 kbps kann ich keinerlei Unterschiede mehr zum Original hören), MP4 kann ich nicht sagen, von MP3pro rate ich eher ab - ich würde erfahrungsgemäß mal auf 112 kbps tippen, MPC kenn ich nichtmall *lol* und bei RealAudio kommt's auf die Version an, die derzeit gängigste (RealAudio 8) klingt ab 96 kbps sehr akzeptabel.

3) Und wie das bei Mono (Wortsendungen) das material konvertiert ?
Ich benutze bei Mono immer noch Mp3 mit 64 kbps um es in erträglicher Qualität zu speichern und VBR Lame 64-96 kbps um es in „guter“ Qualität zu speichern.
Mich haben Ogg, Mp4 und mp3pro für Mono noch nicht so recht überzeugt.


Bei den neueren Codecs ist es mit Mono so eine Sache, da meist die Tonkanäle zusammencodiert und die jeweiligen Unterschiede dann "auseinandergerechnet" werden (ähnlich wie bei Joint Stereo). Ogg bietet hier ab ~55 kbps sehr brauchbare Ergebnisse, MP3pro klingt ebenfalls ab rund 64 kbps akzeptabel wie ich finde.



von Wrzlbrnft - am 21.12.2004 19:38
Nun denn, das war wohl ein Thema mit Klärungsbedarf.

...und den Kassetten kann's jetzt ans Leder bzw. ans Band gehen.

Nochmals besten Dank für Tips & Details.

gb

von gb - am 21.12.2004 21:45
Und ganz wichtig: Keine festplattenintensiven Tätigkeiten während der Aufnahme, sonst springt und scheppert die Datei. Ist mir schon passiert, als ich (mit IDE-Festplatten ausgerüstet) nebenbei noch CD's gerippt habe. Absolut tödlich ist es auch bei mir, wenn der Adobe Acrobat Reader noch nicht geöffnet ist, im Internet eine PDF-Datei zu öffnen.

Schöne Grüsse
Marko

von telefonfreak - am 22.12.2004 02:19
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.