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Erster Beitrag:
vor 9 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 9 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
Anna F., Georg Acher, htw89

Zweite Runde: DAB, DBV(T) & DRM

Startbeitrag von Anna F. am 29.05.2005 12:14

Hallo!

Nachdem ihr mir hier schon so super geholfen habt, würde ich euch gerne noch mit einer Frage belästigen. Es geht um die Übertragungsstandards von DAB, DBV-T und DRM. Folgende Infos habe ich gefunden (nur ganz grob, ohne Einzelheiten):

DAB - Datenkomprimierung erfolgt über MUSICAM (MPEG2), Übertragunsoptimierung (und Modulation) des entstandenen Multiplex über/durch COFDM

DBV-T: Auslieferung der Daten erfolgt als MPEG-2-Datenstrom (also auch Komprimierung durch MUSICAM), die Bandbreite wird durch das Modulationsverfahren COFDM in mehrere tausend Einzelträger aufgeteilt, jedes dieser Einzelträger wird dann mit einem der drei für DVB-T festgelegten Modulationsverfahren (QPSK, 16-QAM, 64-QAM) moduliert

DRM: als Audiokompressionsverfahren kommt AAC, CELP oder HVXC zum Einsatz, es wird das Übertragungsverfahren OFDM mit QAM als Modulationsverfahren verwendet

Dabei verwundert mich, dass bei DBV-T und DRM QAM auftaucht, bei DAB aber nicht. Ist das so richtig? Sind eigentlich sowohl (C)OFDM, als auch QAM Modulationsverfahren? Wenn ja, warum sind dann zwei Modulationsverfahren notwendig? Für eure Hilfe, Tipps und Erklärungen bin ich wie immer sehr dankbar!!! :-)
Antworten:

Re: Zweite Runde: DAB, DBV(T) & DRM

DAB nutzt QPSK aka 4-QAM (eigentlich D-QPSK, aber egal) auf 384-1536 Trägern.

Das mit den scheinbar zwei Modulationsverfahren kommt daher, dass QAM/QPSK die Modulation *einer* Trägerfrequenz beschreiben, während OFDM bestimmt, wie *mehrere* von den QPSK/QAM-modulierte Trägern "zusammengestellt" werden. Durch OFDM kann man die Information parallel übertragen, damit darf man die Information für einen Träger natürlich langsamer wechseln. Und das hat bei Echos massive Vorteile...

Der Unterschied zwischen COFDM und OFDM ist praktisch übrigens keiner. Das C steht für "Coded" und bedeutet, dass man zB. Fehlerschutz (FEC, Convolutional Encoding, Reed-Solomon), Frequenz- und/oder Zeitinterleaving benutzt, um die Daten für die Träger aufzubereiten. Da man ohne das kaum sauberen Empfang hinbekommt, ist das C obligatorisch. Hat aber eben nur entfernt was mit der echten HF-Modulation zu tun...


BTW: Auf Wikipedia steht viel interessantes zu DAB, OFDM & Co.
Georg

von Georg Acher - am 29.05.2005 12:59

Re: Zweite Runde: DAB, DBV(T) & DRM

Meine Hauptquelle ist Wikipedia. ;-)

Okay, also das Signal wird für die Ausstrahlung vorbereitet und dazu auf Unterträger in einem Frequenzblock aufgeteilt. Jeder Unterträger (Trägerfrequenz) wird einzeln moduliert (QAM, QPSK). Und der komplette Block wird dann per COFDM moduliert. Ist das so einigermaßen richtig?

von Anna F. - am 29.05.2005 13:32

Re: Zweite Runde: DAB, DBV(T) & DRM

über DVB-T werden zur Zeit aber in Deutschland noch keine Radioprogramme übertragen! Ich hab aber gehört das wäre in Berlin geplant.

Außerdem: Wenn du schon bei DVB-T bist,warum beschreibst du nicht dann auch DVB-C(Kabel) und DVB-S(Sat)? Dort werden auch Radioprogramme übertragen.
Oder kommt das noch?

von htw89 - am 29.05.2005 14:57

Re: Zweite Runde: DAB, DBV(T) & DRM

Jein. Das 'C' kommt schon bei der Modulation der Einzelträger rein (Fehlerschutz, Zeitinterleaving). Nur noch das Frequenzinterleaving könnte man sich nachher aussuchen, man machts aber eigentlich auch schon vorher bei der Zuordung der Information zu den Einzelträgern.

Und an sich ist OFDM auch keine wirkliche Modulation wie QAM oder so. Wenn man es von "Hand" zusammenbauen müsste, müsste man die passende Trägerfrequenz schon bei der Einzelträgermodulation mit QAM festlegen, und dann einfach alle Träger summieren. OFDM "erfordert" allerdings bestimte Eigenschaften der einzelnen modulierten Träger, wie zB. Informationswechsel länger als 1/Trägerabstand oder die Wiederholung der ersten Teils des Summensignals (Guard-Intervall).

Weil aber die Summation von ein paar hundert Einzelsignalen aufwendig ist, macht man das mit der inversen FFT, die für jeden Träger nur noch Amplitude und Phase bekommt. Und damit sieht es dann wie eine eigene "Black-Box"-Modulationstechnik aus, obwohl die FFT halt nur QAM mit impliziten, gleichmässig weit entfernten Trägern und Aufsummierung in einem macht.

Noch was zur Verwirrung: Das Ausgangsignal der FFT ist in den seltensten Fällen schon die eigenliche Sendefrequenz, daher wird das FFT-Signal dann nochmal "ganz normal" per AM auf die Sendefrequenz hochgemischt.

Georg

von Georg Acher - am 29.05.2005 15:07

Re: Zweite Runde: DAB, DBV(T) & DRM

Zitat

Außerdem: Wenn du schon bei DVB-T bist,warum beschreibst du nicht dann auch DVB-C(Kabel) und DVB-S(Sat)? Dort werden auch Radioprogramme übertragen.
Oder kommt das noch?


Meine Hausarbeit geht über die terrestrische Übertragung. Auf Kabel und Satellit möchte ich eigentlich nur am Rande eingehen (es ist auch so schon ein Mammutprojekt). Nachdem aber theoretisch Radio auch über DVB-T übertragen werden kann, soll es ebenfalls erwähnt werden. Außerdem gibt es ja viele Parallelen zu DBV-C und DBV-S (die ja auch für den Hörfunk genutzt werden), so dass ich dort wirklich nur das nötigste noch schreiben muss.

von Anna F. - am 29.05.2005 17:28
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