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vor 12 Jahren, 6 Monaten
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Wasat, radiator, Der kleine Pirat, Klaus Wegener, Udo Isaenko, Marcin Wilk

Funkuhr für Europa, Japan, Nordamerika

Startbeitrag von Klaus Wegener am 30.06.2005 16:07

Hallo,

vielleicht etwas offtopic - doch hat es doch mit Funk im Weitesten zu tun:

Im Lufthansa Travel-Shop gibt es einen Funkwecker, der nicht nur in Europa (DCF 77), sondern auch in Nord-Amerika und Japan funktioniert.

Wenn Ihr ihn Euch mal anschauen wollt (soll keine Werbung sein!) (Achtung, langer Link):

http://www.lh-worldshop.com/products/product_detail.jsp?PRODUCT%3C%3Eprd_id=845524441777282&FOLDER%3C%3Efolder_id=2534374302044082&ASSORTMENT%3C%3East_id=1408474395181218&bmUID=1120147214627&bmLocale=de_DE

Ich frage mich, was es in Japan und den USA für Zeitsender gibt. In den USA gibt es meines Wissens welche auf Kurzwelle, welche (war zumindest mal so) auf geraden Frequenzen senden: 5.000 KHz, 10.000 KHz, 15.000 KHz.

Nun habe ich keine Ahnung, und die Produktbeschreibung ist dementsprechend auch recht mager, welche Frequenzen diese hier angebotene Funkuhr empfängt. Im Falle Japan wäre ja interessant, ob das Signal z.B. auch noch in Süd-Ost Asien, Singapur, Thailand, zu empfangen ist. Auch wenn die Uhrzeit dann eine Stunde oder vielleicht sogar zwei Stunden hinter Japan liegt, wäre ja mal interessant zu wissen, bis wohin das Signal reicht. Ob "Nord-Amerika" auch noch in Mexiko-City funktioniert? Denn in USA und Japan bin ich nie, in Süd-Ost Asien und Lateinamerika aber sehr häufig, somit reizt mich dieses Ding schon....

Gruss,
Klaus

Antworten:

In den USA gibt es auch WWVB in Fort Collins/Colorado auf 60 kHz, dessen Zeitsignal praktisch die ganzen USA abdeckt.
Die sehr interessante und umfangreiche Homepage dazu: http://tf.nist.gov/stations/wwvb.htm

In Japan gibt es JJY auf 40 und 60 kHz.
In Wikipedia findet sich dazu einiges: http://en.wikipedia.org/wiki/JJY

von Wasat - am 30.06.2005 16:49
Hallo Wasat,

danke für die Links. Die Seite des Senders in den USA ist sehr interessant, besonders auch die Reichweitenangaben für Tag/Nacht. Bei Nacht scheint das Signal ja eine recht interessante Reichweite zu haben, besonders die "Reichweiten-Inseln" in Süd-Amerika... dass in Peru und an der Küste Chile's Emfang möglich sein soll, kann ich mir nicht so recht vorstellen... aber gut... und dann hat's in Afrika (etwa Sierra Leone) auch noch Empfang?? Merkwürdig sind die "Toten Zonen", die zwischendurch auftreten... die hat man doch bei Kurzwelle, aber nicht bei Langwelle...

Jetzt wäre doch eine Reichweitenangabe der zwei japanischen Sender interessant... wobei wir ja nicht wissen, welchen der beiden die Uhr empfängt... vielleicht beide...

Danke und Gruss,
Klaus

von Klaus Wegener - am 30.06.2005 17:41
Zuvor hatte die Lusthansa einen Scientific Oregon mit fünf Antennen zum Aufstecken!

Bin auch mal gespannt, beim Versuch, meine Meilen loszuwerden, bin ich nämlich bei dem Teil gelandet und habe den geordert.

von Der kleine Pirat - am 30.06.2005 18:07
Hallo Klaus,

auch Langwellen werden nachts von höheren Schichten der Ionosphäre auf die Erdoberfläche "zurück geworfen", da die sonst dämpfende D-Schicht weg fällt. Da diese Wellen dann unterschiedlich lange Übertragungswege besitzen, kommt es zu Zonen mit Signalabschwächung und Signalverstärkung. Dadurch lässt sich das seltsam gerippte Muster der nächtlichen Fernempfangsgebiete erklären.
Oder weiß jemand eine bessere Erklärung?

Dass man den WWVB-Sender auch in Peru empfangen kann, ist nicht so unmöglich. Vor einigen Monaten war hier im Forum von nächtlicher Synchronisation von DCF77-Uhren in Kanada, den Kanaren und in Nahost die Rede.

Nachts können LW-Sender mit zwar schwachem, aber relativ stabilem Signal sehr weit entfernt empfangen werden. Dies wurde 1974 im Vorfeld der WARC GE75 auch genau überprüft und mit der MW verglichen. Hier die nächtlichen Signaldiagramme der Sender Allouis 164 kHz, Rom 845 kHz und Ismaning 1602 kHz, gemessen in Tsumeb/Namibia.


Grüße
Wasat

von Wasat - am 30.06.2005 18:17
Hallo!!

@Wasat

Gibt es / gab es auch einen Zeitzeichensender in Österreich ??
Mir ist jedenfalls nix bekannt das es sowas mal bei uns gegeben hätte..

Gruß
Radiator

von radiator - am 30.06.2005 20:28
Zu JJY in Japan gibt es auch ein sehr informative Homepage: http://jjy.nict.go.jp/index-e.html

@radiator

Von einem Zeitzeichensender in Österreich habe ich noch nie etwas gehört..

Einen sogar sehr großen VLF-Sender hat es aber bis in die 1980er-Jahre in Bad Deutsch-Altenburg in der Nähe von Hainburg im östlichsten Winkel Österreichs gegeben. Es handelte sich dabei um die ehemalige Großfunkstation des kk. Kriegsministeriums, welche 1915 gebaut wurde (45 kW Sendeleistung, 30 kHz Hauptfrequenz) und nach dem 1. Weltkrieg für den Radiotelegraphieverkehr verwendet wurde. Betreiber war zunächst die "Österreichische Marconi A.G.", die 1923 in "Radio Austria A.G." umbenannt wurde und heute Teil der PTA ist. 1953 erfolgte sogar eine komplette Erneuerung der LW-Anlage. Mehr über dieses interessante Kapitel der öst. Funkgeschichte habe ich aber bislang auch noch nicht heraus gefunden.

Die zugehörige Empfangsstation befand sich am Laaerberg in Wien. Sie exisitiert auch heute noch dort, dürfte aber kaum noch im ursprünglichen Sinne verwendet werden. Am Laaerberg befand sich zunächst (1912-1919) auch ein 40 kW-LW-Sender mit einer riesigen Schirmantenne, deren Randmasten bis heute stehen und als Träger für diverse Kurzwellendipole dienen.


von Wasat - am 30.06.2005 22:51
Hallo!

Ja von der Station in Deutsch Altenburg hab ich auch schon im I-Net gelesen.
In einer älteren Ausgabe von "Lang und Längstwellenfunk" vom Siebel Verlag (ich
glaube 1996) sind im Längstwellenbereich zwei Frequenzen mit QTH in D. Altenburg eingetragen eine glaub ich irgendwo bei 80 kHz Rufzeichen OEV22 und eine irgendwo bei 50 kHz OEV33 wenn ich mich recht erinnere. Dachte eigendlich damals, diese LW-Sender sind vom Militär...wurden da Zeitzeichen übertragen?

Gruß
radiator

PS.: Die KW Dipole der Station Laaerberg sind mir schon durch einen Freund angeboten worden, anscheinend sind die bereits demontiert... schade das das alles so verkommen ist, die Station wär die ideale Afu-Clubstation :-)

von radiator - am 01.07.2005 08:06
Aaaalso...es klingelte grad an der Tür und der Funkwecker war da.

Die gute Nachricht: Das Ding kann 24h-Darstellung, auch wenn man es den Fotos nicht ansieht (da ist immer 12:xx drauf, was normal ein Zeichen für ein Amigerät ist).

Was blöd ist: Es läuft mit einer Lithium-Knopfzelle und nur ein Jahr. D.h., immer wenn man verreist, dürfte die leer sein :-( und unterwegs auch schwerer beschaffbar

Die Uhr kann nur stundenweise verstellt werden - Pech für Indienreisende.

Der Empfang kam ausgesprochen schnell und wurde mit einem Piep bestätigt.

Ansonsten wird einmal nachts um 1 einmal um 3 empfangen - da piept es hoffentlich nicht.

Thermometer ist auch noch drin, Wochentagsanzeige (nicht dumm auf Reisen) und Datum - und einige andere Funktionen. Und eine Tastenverriegelung (zum Reisen sehr wichtig).

Empfängt WWWVB USA 60 kHz DCF D 77,5 kHz, MSF Rugby UK 60 kHz JJY 40 und JJY 60 für Ost- und West-Japan.

Was ich nicht weiß und was bei allem außer Braun und Junghans gerne vorkommt, ist, was das Ding bei schlechtem Empfang tut: Habe schon öfters Funkwecker gehabt, die dann morgens um 8 glaubten es sei nachts um 22 Uhr und mich verschlafen ließen :-( aber man kann den Empfang auch abschalten. Das kann man bei billigen ja nicht.

von Der kleine Pirat - am 01.07.2005 12:38
Zitat

Dachte eigendlich damals, diese LW-Sender sind vom Militär...wurden da Zeitzeichen übertragen?

Der Betreiber "Radio Austria AG" war eine kommerzielle Firma in Staatsbesitz. Ich habe in den 1980ern einmal eine Betriebsbesichtigung bei denen in Wien gemacht (Die Zentrale war hinter der Börse). Schon damals lief 98% des Geschäftes über Satellit. KW/LW-Funk spielte nur mehr eine Nebenrolle. Man hat allerdings auch einen Teil des Botschaftsfunks für das Außenministerium abgewickelt. Der lief damals noch über KW. Über die LW lief angeblich eine Art Pressedienst in RTTY. Zeitzeichen dürfte man aber nie übertragen haben.
Das Militär hatte jedenfalls in Österreich schon lange keine Verwendung für die LW mehr.

Zeitzeichenausstrahlungen aus Österreich gab es während des 1. Weltkrieges zu bestimmten Zeiten. Das waren aber normale Pieptöne, deren Takt von einer mechanischen Uhr abgenommen wurden. Diese Signale wurden über "Radiopola" (Pola, heute Pula/Kroatien war der Haupthafen der kk. Kriegsmarine) auf 88 kHz gesendet (Nauen/D damals auf 81 kHz und Paris auf 107 kHz).

von Wasat - am 01.07.2005 15:57
@ kleiner Pirat:

Zitat

Empfängt WWWVB USA 60 kHz DCF D 77,5 kHz, MSF Rugby UK 60 kHz JJY 40 und JJY 60 für Ost- und West-Japan.


Hast Du Dir die Uhr tatsächlich gekauft? Klasse :)

Was mich noch interessieren würde: Du sagst, man kann den Empfang auch abstellen. Kann man auch verschiedene Frequenzen auswählen, oder empfängt die Uhr immer den stärksten Sender? Kannst Du die Uhr z.B. hier in Deutschland auch manuell auf den Empfang von MSF Rugby UK 60 KHz zwingen? Empfängst Du das Signal hier in Deutschland, und wird dann britische Zeit angezeigt?

Habe derweil Reichweitenangaben der beiden japanischen Sender gefunden. Der weiter westlich gelegene scheint auch Korea und angrenzende Gebiete zu versorgen, wäre vielleicht was für Marcin Wilk im chinesischen Dalian? Frage ist dann, ob man zu einem empfangenen Zeitsignal Stunden addieren oder substrahieren kann, da im Osten Chinas doch eine andere Zeit als in Japan gilt.

Gruss,
Klaus Wegener

von Klaus Wegener - am 03.07.2005 18:42
Ahh Dank Dir Wasat! Jetzt ist mir einiges klar geworden!

Dann sind alle Funkuhren in Ö DCF77 gesteuert, das heisst wir "naschen" da mit :-)

Das einzige was sich noch bis vor kurzem noch auf der Langwelle in Ö getan hat,(Ausser den Amateurfunkern), waren die
Datatrak - Sender dies ja mitlerweile auch nicht mehr gibt.

von radiator - am 04.07.2005 17:28
@radiator

Das Datatrak-System dürfte ja ziemlich unnötig gewesen sein. Jedenfalls hat man nach der Einführung 2001 fast nichts mehr davon gehört. Deshalb habe ich das mit den Datatrak-LW-Sendern nie so recht mitbekommen, obwohl es bei mir in der Nähe einen von 8 gegeben hat. Diese Stationen waren auch wenig auffällig und haben wie NDB's ausgesehen. Deren Sendeleistung betrug jeweils auch nur 380 Watt. Wann wurden die Sender eigentlich abgeschaltet?

von Wasat - am 04.07.2005 20:45

@ Klaus Wegener

Jo, das finde ich auch sehr interessant, in China gibt es auch einen Zeitzeichensender, Funkuhren habe ich aber hier noch nie gesehen (wie Satelittenantennen zum Kaufen)

Marcin

von Marcin Wilk - am 05.07.2005 03:36
Klaus: Ja, mir wären die Meilen schlecht geworden...

Ja, man kann auch manuell den Sender einstellen. Die Zeit sollte er aber entsprechend der Zeitzone anzeigen.

Von England dürfte ich aber zu weit weg sein. Das müßte mal wer im Norden probieren.

hab ihn mal neben dem eingeschalteten Computer liegen lassen...heute früh war das Funkzeichen weg, aber die Zeit stimmte noch. Hoffe, das ist auch dauerhaft so. Eigentlich sollten Funkuhren ja plötzliche Zeitsprünge bei Fehlempfang über Plausibilitätschecks unterbinden, andererseits ist bei einem Reisewecker natürlich ein plötzlicher Zeitsprung durchaus denkbar...aber bei diesem Gerät dürfte er ja erst auftreten, wenn man die Zeitzone manuell verstellt.

denke auch, wenn der erste den Flieger wegen eines Lufthansa-Weckers verpaßt, gäbe es Ärger. :D insofern hoffe ich mal, der Algorhythmus ist besser als bei den 10-Euro-Funkweckern

von Der kleine Pirat - am 05.07.2005 09:05
@ Wasat

Ich habe keine Ahnung wann die genau abgeschaltet wurden..
Ein Afu-Freund hatte/hat Zugang zu den Sendemasten die abgebaut wurden.
Ich hab mal überlegt so einen (natürlich gekürzt :-) auf meinem Grundstück aufzustellen. Die Masten waren ja um die 90m lang.

Hier die Funkschnittstellenbeschreibung FSB LM013: http://www.bmvit.gv.at/sixcms_upload/media/66/fsb_lm_pub_06.12.2004.pdf

Wurde zB. von "Taxi Orange" damals für die Fahrzeugortung verwendet
Ich habe nur mal erfahren das ein solcher LW-Sender in der Nähe von
Waldbach Bez. Hartberg gestanden haben soll...
Im I-Net findet sich auch nichts über Datatrak

73,

von radiator - am 05.07.2005 09:12
Ähnliche Funkwecker, die neben DCF77 auch WWVB und JJY empfangen können, gab es neulich (vor ca. 3-4 Wochen) auch für 6 Euro bei Aldi-Süd. Habe mir zwei solche Teile an Land gezogen.



von Udo Isaenko - am 05.07.2005 09:39
@radiator

Waren die Masten wirklich so hoch? Einer der Sender stand nämlich unweit von Edelstal in der östlichsten Ecke Österreichs. Ich habe ihn - wie gesagt - für ein NDB gehalten. Sicherlich kann man sich in dieser ebenen Landschaft dort in der Höhe täuschen. Heute zieren dort dutzende Windräder die Landschaft, die teilweise noch höher sind.

Dass man so wenig dazu im Internet findet, lässt auch den Schluss zu, dass Datatrax ein ordentlicher Flopp war.

Über technische Daten, Senderstandorte etc. gibt es jedoch eine Powerpoint-Präsentation, die man im Netz vergessen hat: http://www.testbed.at/artist/locas2/PDF/Loc-aS_230201_Datatrak.ppt

von Wasat - am 05.07.2005 16:28
..das waren selbststrahlende Gittermasten mit Dachkapazität...
aber an Kunden hats denen aber nicht gefehlt zB. die Firma Securitas hatte das System für ihre Streifenwagen im Einsatz.
Auch komisch das sich das System bei uns nicht durchgesetz hat, in England ist es schon länger in Verwendung, ausserdem hatten die bereits Lizenzen für Ungarn, die Slovakei usw. in der Tasche...

73,

von radiator - am 05.07.2005 19:03
Udo Deutscher schrieb:

Zitat

Ähnliche Funkwecker, die neben DCF77 auch WWVB und JJY
empfangen können, gab es neulich (vor ca. 3-4 Wochen) auch
für 6 Euro bei Aldi-Süd. Habe mir zwei solche Teile an Land
gezogen.


a) habe ich nicht gesehen, hab normalden Aldi-Newsletter...

b) die Aldi-Funkwecker für 6 Euro ist normal genau die Sorte, die nachts um 2 beim Empfang 10 Uhr früh dekodiert und dann nicht sekundengenau, sondern gar nicht weckt :(

von Der kleine Pirat - am 05.07.2005 19:41
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