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Neues aus Luxembourg

Startbeitrag von Gilles am 24.08.2005 08:59

Radio Belle Vallée sendet mittlerweile auch RDS.
PS: BELLE___ VALLEE__

Die 50 interessantesten Antworten:

Laut Pressemitteilung wurde die Sendeleistung mehrmals erheblich überschritten. Eralubt sind für Lokalsender 100 Watt. Ausserdem schreibt das Gesetz ein Maximum von 12395 Euro an Werbeeinahmen pro Jahr vor. Bei Waky arbeiteten mehrere Leute...
Des weiteren kann laut Gesetz nur ein eigennütziger Verein, eine Lokalfrequenz zugewiesen bekommen. Die unabhängige Radiokommission glaubt festgestellt zu haben, dass nicht mehr dieser eigennütziger Verein das Programm veranstaltet (AirFM a.s.b.l.), sondern eine komerzielle Produktionsgesellschaft (On Air Productions s.a.r.l.). Ein Lokalsender sei im Sinne des Gesetzes ein Sender für die "kleine Region" in Zusammenarbeit mit den lokalen Vereinen. Dies sei auch bei WAKY nicht mehr gewährleistet gewesen und man habe nur noch kommerzielle Intressen verfolgt.

Von 17.07 Uhr an lief immer wieder der gleiche Song (Tina Turner - On silent Wings). Darüber gesprochen war der Text in Luxemburgisch, Französisch und Englisch, dass die Regierung den Sender dicht gemacht habe und man diese Entscheidung anfechten werde. Sie würden um die Unterstützung der Hörer bitten, sie sollen E-Mails und SMS schreiben. Gegen 17.25 meldete sich Bob Christy noch einmal. (Bob ist der alleinige Inhaber der Produktionsgesellschaft und der Boss des Senders). Er verabschiedete die Hörer und war dabei hörbar den Tränen nahe. Um 17.26 wurde dann der Sender ausgeschaltet.



von Gilles - am 07.10.2005 17:17
Die 103,6 war mit Sicherheit Radio Diddeleng. Auf den Höhen des Saargau kommt fast alles aus Luxemburg sauber rein (oder ein zischender Mix bei vereinzelten Gleichwellen-Interferenzen, z.B. 104,2 DNR, 103,1 Latina/Must FM Arlon ...). Die "Grenzbelgier" gehen hier meist auch. Waky hab ich dieser Tage noch weiter "verfolgt". In und um Saarburg lässt sich Antenne West (grässlicher Sound übrigens) 95,1 kaum ausblenden. Auf der Straße Zerf-Hermeskeil kommt Waky zwar immer wieder durch, doch der Saarburger Nachbar ist in den Hochwald rein hartnäckiger, als ich geglaubt hätte. Erst im Bereich Hermeskeil lassen sich die beiden einigermaßen trennen. Im oberen Ortsteil von Hermeskeil (bergauf Richtung Züsch) kam Waky stellenweise ganz gut, für ein RDS langt es aber nicht. Einziger Belgier mit RDS (neben Léglise selbstverständlich) war dort oben ... Nostalgie Arlon auf 102,4 – der hat wohl ziemlich Power! Auf der Bundesstraße Hermeskeil-Trier kommt die 95,0 von Waky fast durchgehend (nur einmal von Straßburg überlagert), die Feldstärke südöstl.TR würde wohl für RDS reichen, wäre da jetzt nicht die Markusberg-Funzel. Hinter Ehrang rauf natürlich tote Hose, RDS "Wakytest ..." erst wieder ab Rastplatz Sauertal. Bliebe noch zu testen, wie Waky Richtung BIT geht.
Interessant auch die 103,9: Im Saargau LRB, Saarburg-Zerf 60/40 LRB, Zerf-Hermeskeil 60/40 Gilsdorf ("Portugiese"), Hermesk. 90% Gilsdorf.

von radJochen - am 07.12.2005 23:51
Dann dürfte die Sache ziemlich klar sein. Die Koordinaten sind: 05e4706/49n3945 und der Google-Link: http://maps.google.com/maps?ll=49.662500,5.785000&spn=0.044113,0.053979&t=k&hl=en

Hier sieht man den Wasserbehälter und links davon der helle Fleck ist das Senderhäuschen, aus dem der Mast quasi etwas schräg "nach unten" herauskommt:


Zwei weitere Fotos des Mastes, die mir radJochen für das Forum geschickt hat:



Und ein Foto von den Antennen von Pure FM (98,4 MHz):


Google Maps:
http://maps.google.com/maps?ll=49.679722,5.801944&spn=0.044113,0.053979&t=k&hl=en
Koordinaten: 05e4807/49n4047
genaue Bezeichnung des Standortes: "Arlon/Maison de la Culture"

von Analogiker - am 02.02.2006 10:13
Heute gab es einige neue Eintraege in der Liste der deutschen Bundesnetzagentur fuer Luxemburg:


98.700 Clervaux/Reuler 0.100 N v 402 20 47 06e01 56/50n03 33 ND
101.900 Diekirch/Herrenberg 0.100 D v 390 20 138 06e10 04/49n52 39 170-290
105.600 Diekirch/Herrenberg 0.100 D v 390 20 138 06e10 04/49n52 39 190-270
97.900 Grevenmacher 0.100 N v 218 30 52 06e26 04/49n40 32 ND
88.100 Mersch 0.100 D v 260 20 26 06e06 02/49n45 37 150-310
95.600 Redange 0.100 N v 341 20 86 05e53 19/49n46 46 ND
105.600 Remich 0.100 N v 166 30 -3 06e21 14/49n32 43 ND
92.000 Schifflange 0.100 D v 363 30 125 06e00 17/49n30 06 260-20
95.700 Schifflange 0.100 D v 363 30 125 06e00 17/49n30 06 280-0
99.500 Troisvierges 0.100 D v 483 20 85 06e00 38/50n07 48 150-210
105.800 Troisvierges 0.100 D v 483 20 85 06e00 38/50n07 48 140-220
88.200 Wormeldange 0.100 D v 213 30 85 06e24 00/49n36 35 190-350


Weiss jemand mehr dazu? Gibt es jetzt doch Veraenderungen bei den Luxemburger Lokalradios?

von Habakukk - am 24.03.2009 13:14
Hier steht, dass die Digitalisierung von RTL9 unrentabel wäre, bei 600.000 Haushalten im Empfangsgebiet.

http://www.satmag.fr/modules/news/imprimer.php?no_theme=1&no_news=11958

Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass am 1.Juli der Kanal 21 ganz ausgeknipst wird. Das wäre das Ende einer Ära, die 1955 begonnen hat.

Dazu passend noch folgende Meldung :

http://www.satmag.fr/modules/news/imprimer.php?no_theme=1&no_news=12024

TMC (1954 noch vor RTL als erster Privatfernsehsender Europas gestartet) hat am 31.03.2010 seine analoge Verbreitung im Südosten Frankreichs eingestellt.
Aber im Gegensatz zu RTL9 senden die wenigstens heute national via TNT und gehören nun zu 100% zu TF1. RTL9 dagegen reduziert sich auf Kabel und Satelliten-Pay-TV.

Beiden gemein ist, dass sie sich nun vollständig als Abspielstation amerikanischer Ware oder zur Zweitverwertung hergeben, und der Lokalcharakter vollständig abhanden gekommen ist.

Aber vielleicht kann Jean-Luc Bertrand sich ja bei Mirabelle TV bewerben, welches Mitte des Jahres in Nord-Lothringen über TNT startet.



von Saarländer (aus Elm) - am 05.04.2010 10:31
Am letzten Samstag beobachtet:


Zitat
FMLIST
88.9 LUX gld Dudelange/Ginsterberg 49°27'52/6°05'49 RTL Radio Lëtzebuerg RTL_LETZ FM_88,9_ FM_92,5_ 7210 420 240 480 100 h D 270-40

PS => '___RTL__' / (Titelanzeige, Wettermeldungen,...)


Zitat
FMLIST
92.5 LUX gld Hosingen/Banert 50°01'15/6°06'17 RTL Radio Lëtzebuerg RTL_LETZ FM_88,9_ FM_92,5_ 7210 510 237 470 50 h D 120-240

PS => '___RTL__' / (Titelanzeige, Wettermeldungen,...)


Zitat
FMLIST
100.7 LUX gld Dudelange/Ginsterberg 49°27'52/6°05'49 Soziokulturelles Radio RADIO___ 100,7___ www.100_ Komma7.l 7212 420 240 480 100 h D 230-90

PS => 'RADIO___' / '100,7___' / 'www.100_' / 'komma7.l' => also kleines "k"


Zitat
FMLIST
102.9 LUX gld Luxembourg-Kirchberg/Europazentrum 49°37'06/6°08'37 Den Neie Radio (DNR) __DNR___ 72A9 326 1 v N

PS => '*_DNR_*_'


Zitat
FMLIST
103.3 LUX gld Luxembourg-Kirchberg/Europazentrum 49°37'06/6°08'37 Radio ARA RadioARA ARA-City 7303 326 94 1 v N

PS => 'RadioARA'


Zitat
FMLIST
103.9 LUX gld Bettembourg/Wasserturm 49°30'56/6°06'54 LRB 1 __LRB1__ / LRB1____ / __LRB1__ / ____LRB1 / 15_JOER_ 7316 290 20 89 0.1 v N

PS => '__LRB___' / '103,9_FM' / (Titelanzeige, Uhrzeit,...)


Zitat
FMLIST
105 LUX gld Luxembourg-Kirchberg/RTL-Group 49°38'15/6°09'47 Eldoradio *_ELDO_* E_L_D_O_ 7315 335 20 91 1 v D 140-90

PS => 'E_L_D_O_' / '105,0_FM' / '107,2_FM'


Zitat
FMLIST
105.7 LUX gld Bettembourg/Wasserturm 49°30'56/6°06'54 LRB 2 __LRB2__ / LRB2____ / __LRB2__ / ____LRB2 / _NEI_OP_ / 105.7_FM 7317 290 20 89 0.1 v N

PS => '__LRB2__' / '105.7_FM' / (Titelanzeige, Uhrzeit,...)
Der Sender lief ohne Audio (Leerträger).


Zitat
FMLIST
107 LUX gld Esch-sur-Alzette/Foetz 49°31'25/6°00'40 Radio Belle Vallée BELLE___ VALLEE__ F000 281 30 40 0.1 v N

PS => 'RBV_107_' / 'de______' / 'Sender__' / 'aus_der_' / 'minette_'
PI => 7569


Zitat
FMLIST
107.2 LUX gld Esch-sur-Alzette-Belvaux/Paquetbierg 49°30'57/5°55'59 Eldoradio *_ELDO_* E_L_D_O_ 7315 350 10 70 0.1 v N

PS => 'E_L_D_O_' / '105,0_FM' / '107,2_FM'


von Manager. - am 11.09.2010 06:11
Ich war noch einmal in die Tabelle der Bundesnetzagentur von gestern suchen.

Dort sind zur Zeit folgende Einträge für die 4 genannten Frequenzen zu finden:

TNARPontpierre 87.800KA 006E021849N3216006E021649N3212LUX 325 40 30.0
TNARLeudelange 91.700KA 006E032849N3335006E032649N3331LUX 348 40 34.8
TNARBascharage 94.300KA 005E551149N3408005E550949N3404LUX 293 20 33.0
TNARBeaufort 95.000KA 006E174449N5024006E174249N5020LUX 367 20 20.0
TNAREchternach 95.000KA 006E242049N4843006E241849N4839LUX 311 20 20.0
TNARRoost 95.000KA 006E045349N4639006E045149N4635LUX 285 30 33.0
TNARJunglinster 95.000KA 006E154849N4312006E154649N4308LUX 359 20 23.0
TNARWasserbillig 95.000KA 006E292349N4258006E292149N4254LUX 221 20 20.0

Keine davon in Luxembourg Stadt und keine mit 5 KW. Sieht mehr nach Füllsendern für den Südwesten und Osten Luxemburgs aus als nach Ersatz für die aktuellen Frequenzen.

Mit 5 kW sind folgende Frequenzen koordiniert(die 3 ersten in Luxemburg/Stadt mit 20 Meter Mast):

TNARRlo161 0908 90.800K 006E064349N3638006E064149N3634LUX 294 20 37.0
TNARRlo165 0959 95.900K 006E064349N3638006E064149N3634LUX 294 20 37.0
TNARRlo166 0983 98.300K 006E064349N3638006E064149N3634LUX 294 20 37.0
TNARRlo171 990 99.000K 006E152149N3357006E151949N3353LUX 362 40 37.0

Bleibt dann abzuwarten was damit gemacht wird und den anderen Frequenzen kleiner Leistung. Ganz verstehen kann ich nicht wieso die nicht mit vorgesehen sind.

Irgendwie habe ich den Eindruck, dass mal ein wenig experimentiert wird.

von dbl - am 19.04.2011 18:19
Zitat
FMLIST
105 LUX gld Luxembourg-Kirchberg/RTL-Group 6°09'47E/49°38'15N Eldoradio E_L_D_O_ 105,0_FM 107,2_FM 7315 335 20 91 1 v D 140-90


Zitat
FMLIST
107.2 LUX gld Esch-sur-Alzette-Belvaux/Paquetbierg 5°55'59E/49°30'57N Eldoradio E_L_D_O_ 105,0_FM 107,2_FM 7315 350 10 70 0.1 v N


Neues Wechsel-PS:

'E_L_D_O_'
'LUXEM-__'
'BOURG'S_'
'HITRADIO'

'105.0_FM' => jetzt mit Punkt anstatt Komma
'107.2_FM' => jetzt mit Punkt anstatt Komma
'_95.0_FM' => neue Frequenz

Zudem gibt es noch dynamische Inhalte wie Titelanzeige usw.



Zitat
FMLIST
107 LUX gld Esch-sur-Alzette/Foetz 6°00'40E/49°31'25N Radio Belle Vallée RBV_107_ de______ Sender__ aus_der_ minette_ 7569 281 30 40 0.1 v N


Auch hier leicht geändertes PS:

'RBV_107_'
'de______'

'sender__' => jetzt kleingeschrieben
'aus_der_'
'minett___' => anstatt minette

von Manager. - am 26.08.2012 11:29
Peter Schwarz: "DAB könnte da ein Quantensprung werden"

Wikipedia zum Begriff:

Umgangssprachlich wird heute oft von einem Quantensprung gesprochen, wenn von einem großen oder ungewöhnlichen Fortschritt die Rede ist oder um eine plötzliche Änderung oder eine neue Stufe einer Entwicklung zu bezeichnen, z. B. wenn es sich um kompromisslose oder sofortige Zustands- oder Paradigmenwechsel handelt. Diese Metapher ist zwar verbreitet, aber umstritten.

In kleinsten (atomaren und subatomaren) physikalischen Systemen sind die Übergänge zwischen den Zuständen nicht kontinuierlich, sondern immer quantisiert. Somit beschreibt der Begriff Quantensprung hier nichts Besonderes, sondern Quantensprünge sind die einzig möglichen Zustandsänderungen in solchen Systemen. Da sich die Quantenmechanik mit atomaren und subatomaren Systemen befasst, sind diese Übergänge zudem oft sehr klein und brauchen nicht mit einer qualitativen Veränderung verbunden zu sein.

Einfach gesagt, ist ein Quantensprung eine Zustandsänderung in einem sehr kleinen System, also eine sehr kleine Änderung der Wirklichkeit. Umgekehrt ist jede noch so kleine Zustandsänderung immer ein Quantensprung, es gibt nichts Kleineres.

Noch kritischer: http://www.zeit.de/1996/19/quanten.txt.19960503.xml/seite-2

von hegi_ms - am 26.08.2012 22:01
Alquaszar:

"Mit dem umgangsprachlichen Ausdruck "Quantensprung" könnte die völlige Umwälzung der Physik gemeint sein. Man darf ja nicht vergessen, dass man Einstein aberaten hatte, Physik zu studieren, weil man praktisch kurz vor der Vervollständigung stünde und es nichts mehr zu entdecken gäbe.

Dann kam die Relativitätstheorie, und dann hatte man plötzlich Quanten, auf die sich die klassische Physik nicht mehr anwenden lässt.

Etwas ähnliches könnte uns jetzt bevorstehen: Es gibt ein fast vollständiges Modell des physikalischen Teilchenzoos, dass eine besonders schöne Symmmetrie aufweist, und das letzte fehlende Element, dass berühmte Higgs-Bosom (sic!), scheint gefunden. Jedenfalls wür(d)e mich es nicht wundern, wenn man nun aufgrund der Messungen feststellen würde, dass das doch nicht alles so passt und dass man was völlig anderes braucht."

Martyn, der Virtuose des Konjunktiv II (Irrealis), hätte dies nicht besser sagen können.

Ob Peter Schwarz meinte, dass DAB die Physik völlig umwälzt, kann nur er beantworten.

Jedenfalls ist DAB umgangssprachlich kein Quantensprung. Die Pläne, DAB mit Zwangsabschaltung von UKW gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen, erinnern eher an Maos "großen Sprung nach vorn". Er scheiterte kläglich.

von hegi_ms - am 28.08.2012 09:39
Könnt ihr diesen Mist nicht im OT-Forum weiter diskutieren? :mad:
Das wäre ein Quantensprung für diesen Thread.



Zitat
Peter Schwarz
Luxemburg ist UKW-technisch alles andere als einfach zu versorgen. Selbst bei RTL gibt es trotz der beiden grossen Anlagen Dudelange und Hosingen noch Täler, an denen der Empfang verzerrt ist und es Signaleinbrüche gibt. Besonders der Norden des Landes, der sog. "Islek" (wie das Eifel-Ardennenmassiv innerletzbuergisch bezeichnet wird) ist sehr zerklüftet...im Prinzip eine leicht gewellte Hochfläche mit tief eingeschnittenen Tälern.

Das ist alles richtig, aber gerade die beiden RTL-Programme sind dort dank des hohen Mastes in Hosingen noch fast in jedem Tal sehr gut zu empfangen. Auf der anderen Seite der Our ist das ganz anders. Dort sind die SWR-Programme und RPR1./big FM in einigen Orten dank der Tallage nicht vernünftig zu empfangen (kein RDS; nur angerauschter Mono-Empfang).



Zitat
Peter Schwarz
DAB könnte da ein Quantensprung werden...aber auch da braucht es wohl zwei Standorte, also Hosingen und einen zweiten im Süden, Dudelange oder vielleicht auch nur Lux-Kirchberg.

Der Kirchberg liegt zu niedrig, um auch den Norden gut versorgen zu können. Zwei Standorte (Hosingen und Dudelange) wären optimal. Bei nur einem Standort könnte man von einem der LW-Masten in Junglinster senden.

von Manager. - am 28.08.2012 16:01
Zitat
FMLIST
92.5 LUX gld Hosingen/Banert 6°06'17E/50°01'15N RTL Radio Lëtzebuerg _RTL.lu_ 7210 510 237 470 50 h D 120-240
97 LUX gld Hosingen/Banert 6°06'17E/50°01'15N RTL Radio RTL_97.0 7111 510 287 520 100 h D 10-130


---> http://s1.directupload.net/file/d/3153/f4wg3wr4_jpg.htm

Den RTL-Sender Hosingen gibt es seit 1970. Er hat in den 70er-Jahren mein "Radioverhalten" entscheidend mitgeprägt. :)

---> http://s1.directupload.net/file/d/3153/qnnbnzb8_jpg.htm

Der Sendemast wurde für die Ausstrahlung der 3 UKW-Frequenzen 88.9 (heute in Dudelange), 92.5 und 97.0 mit jeweils 100 kW erbaut und ersetzte zwei vorherige UKW-Sendeanlagen von RTL in Junglinster (92,5) und Marnach (88,9/97,0).


---> http://s1.directupload.net/file/d/3153/wqmhwm2j_jpg.htm

Gesendet werden die UKW-Frequenzen über einen ca. 300 m hohen rot-weiss lackierten Stahlrohrmast.

---> http://s7.directupload.net/file/d/3153/z2oevpdq_jpg.htm

Früher gab es hier auch analoges TV: RTL5 E21 H.

---> http://s7.directupload.net/file/d/3153/db22drol_jpg.htm

Der Sendemast in Hosingen ist das höchste Gebäude im Großherzogtum Luxemburg.

---> http://s7.directupload.net/file/d/3153/kujsso8g_jpg.htm


Während meines Besuchs fanden Arbeiten am Sendemast statt.

---> http://s14.directupload.net/file/d/3153/r2droh8a_jpg.htm

Was da genau getan wurde war aber nicht zu erkennen und es war (am Samstagnachmittag) auch niemand da.

---> http://s7.directupload.net/file/d/3153/8vavp9xr_jpg.htm


Ganz oben sieht man 8 Ebenen hor. Doppeldipolfelder. Über diese Antennen wurden bis in die 90er-Jahre alle 3 Frequenzen rund gesendet. Heute kommt von dort nur noch die 97,0 des deutschen RTL-Programms mit Richtstrahlung nach Osten.

---> http://s7.directupload.net/file/d/3153/45xsvhdp_jpg.htm

Weiter unten sind dann nochmals 6 Ebenen hor. Doppeldipolfelder für die 92,5 des Inlands-Programms Radio Lëtzebuerg mit Richtstrahlung Süd.

---> http://s1.directupload.net/file/d/3153/dhi724j8_jpg.htm


Hosingen gehört zum Kanton Clervaux [Clerf] im Distrikt Diekirch und liegt damit nicht im Gutland (gld), sondern im Ösling (osl).
Besser als die Unterteilung der luxemburgischen Senderstandorte der FMLIST in die Landschaften Gutland und Ösling (ohne klare Grenzen) wäre möglicherweise eine Unterscheidung nach den offiziellen Verwaltungsgrenzen - den 3 Distrikten Diekirch, Luxembourg und Grevenmacher. ;)

von Manager. - am 01.02.2013 16:08
@ Manager.

Schöne Photos! :spos:

In Hosingen muß ja schon ein ordentliches Lüftchen wehen, wenn der Mast so großzügig mit Scruton-Wendeln bestückt ist.


Zitat

Den RTL-Sender Hosingen gibt es seit 1970. Er hat in den 70er-Jahren mein "Radioverhalten" entscheidend mitgeprägt. :)


Hatte man damals auch schon so einen großen Hub?


Zitat

Früher gab es hier auch analoges TV: RTL5 E21 H.


Kam das also wirklich auch von diesem Mast? Irgendwo hier im Forum gab es mal den Versuch, den Standort von RTL 5 auf E21 in Hosingen genau zu klären. Aber derweil ist das ja schon lange Geschichte.


Zitat

Ganz oben sieht man 8 Ebenen hor. Doppeldipolfelder. Über diese Antennen wurden bis in die 90er-Jahre alle 3 Frequenzen rund gesendet. Heute kommt von dort nur noch die 97,0 des deutschen RTL-Programms mit Richtstrahlung nach Osten.


Wann war diese Umstellung von Rund- auf Richtstrahlung und was war der Grund? Ging das von RTL aus (z.B. Sparmaßnahmen) oder mußte RTL auf Richtstrahlung umstellen?

Hast du noch ältere Bilder von dem Masten, bevor da die Antenne umgebaut wurde?



@ Spacelab

Zitat

Eine Zeit lang sendete man ja auf der 88,9Mhz, 93,3Mhz und 97,0Mhz.


Also auf allen drei Frequenzen das gleiche Programm? Wann war das ungefähr?


Zitat

Erst später ging dann die 88,9Mhz an RTL Letz. und der Empfang im Saarland wurde schlechter.


Und heute geht die 93,3 im Saarland generell besser als die 97,0 oder nehmen die sich nicht viel?



@ Marcus.

Zitat

Das Saarland war ja trotz der Nähe und wohl der Europawelle nie so wirklich das Hauptversorgungsgebiet.


War die Europawelle Saar echt so ein genialer Sender? Ich kenne den Sender ja nicht wirklich.

Interessant ist, daß man die Europawelle Saar noch zusätzlich mit einer sehr hohen Leistung über Mittelwelle abgestrahlt hatte. Wollte man damit auch außerhalb des Saarlandes den Luxembourgern Konkurrenz machen?


Zitat

Auch die Mittelwelle geht bzw ging hier mehr schlecht als Recht, im dunkeln sieht es hier anders aus.


Sehr seltsam. Denn mit den 1200 KW aus Marnach sollte im Saarland ja eigentlich noch eine hohe Feldstärke vorhanden sein. Oder hat die AGC des Empfängers wegen dem nur 18 kHz darunter liegenden Sender Heusweiler dicht gemacht?

von Kay B - am 02.02.2013 12:24
Zitat
Kay B
Hatte man damals auch schon so einen großen Hub?

Der Hub war immer schon recht saftig. Ob er schon damals genauso hoch war wie heute kann ich dir nicht sagen. Was damals gleich auffiel war das aggressive Sounddesign. Stark komprimiert und deutlichst im Frequenzgang verbogen. Heute ist das ja normal. Aber damals etwas ganz außergewöhnliches.

Zitat
Kay B
Also auf allen drei Frequenzen das gleiche Programm? Wann war das ungefähr?

Genau kann ich dir das nicht mehr sagen. Aber das müsste so 1984 gewesen sein. Ganz am Anfang war die 93,3Mhz die einzige Frequenz auf der man den Sender in Stereo hören konnte. Die 88,9Mhz und die 97,0Mhz sowieso waren noch in Mono. Kurz nach der 93,3Mhz wurde dann aber auch die 88,9Mhz umgestellt auf Stereo. Die 97,0Mhz war ja danach noch lange Zeit nur Mono.

Zitat
Kay B
Und heute geht die 93,3 im Saarland generell besser als die 97,0 oder nehmen die sich nicht viel?

Kommt darauf an wo du im Saarland bist. Grundsätzlich müsste die 93,3Mhz aber besser gehen.

Zitat
Kay B
War die Europawelle Saar echt so ein genialer Sender? Ich kenne den Sender ja nicht wirklich.

Ja die Europawelle war für viele echt prägend und manche Sendungen gefielen mir besser als bei Radio Luxemburg.

Zitat
Kay B
Interessant ist, daß man die Europawelle Saar noch zusätzlich mit einer sehr hohen Leistung über Mittelwelle abgestrahlt hatte. Wollte man damit auch außerhalb des Saarlandes den Luxembourgern Konkurrenz machen?

Das mit der Konkurrenz nahm man damals nicht so ernst wie heute wo ein Sender dem anderen nicht die Butter auf dem Brot gönnt. Man wollte eine Alternative zu dem recht drögen "Öffentlich Rechtlichen Beamtenfunk" sein. Bis hinauf in die DDR wo der Sender auch sehr gerne gehört wurde. Die Europawelle war zwar auch ein Öffi, aber damals viel lockerer als die anderen Landesrundfunkanstalten. Legendär waren die brüllend lauten Thomcast Sender. Sound war absolut null. Aber die Teile waren schreiend laut und genau darauf kommt es auf AM ja an.

Zitat
Kay B
Sehr seltsam. Denn mit den 1200 KW aus Marnach sollte im Saarland ja eigentlich noch eine hohe Feldstärke vorhanden sein. Oder hat die AGC des Empfängers wegen dem nur 18 kHz darunter liegenden Sender Heusweiler dicht gemacht?

Nein. Das Saarland lag genau in der toten Zone der Sendeantenne. Deshalb hatten wir ja von Anfang an die UKW Frequenzen. Die Mittelwelle war auf England und die DDR ausgerichtet.

von Spacelab - am 02.02.2013 14:00
Zitat
Kay B
In Hosingen muß ja schon ein ordentliches Lüftchen wehen, wenn der Mast so großzügig mit Scruton-Wendeln bestückt ist.

Ja, da oben in den Ardennen ist das Klima oft ganz schön rauh. Man liegt zudem auf einer Hochfläche. Daher ist der Mast auch schon von weitem sichtbar; auch im belgischen und deutschen Umland.
Der Bau des Sendemastes in Hosingen 1970 stand noch unter dem Eindruck des durch Windlast im Januar 1969 umgestürzten Vorgängers (220 m hoch) am benachbarten MW-Standort Marnach.


Zitat
Kay B
Hatte man damals auch schon so einen großen Hub?

Nein.



Zitat
Kay B
Kam das also wirklich auch von diesem Mast? Irgendwo hier im Forum gab es mal den Versuch, den Standort von RTL 5 auf E21 in Hosingen genau zu klären. Aber derweil ist das ja schon lange Geschichte.

Angeblich ja. Kann das aber weder bestätigen noch dementieren. Hab mich früher mit TV nur wenig beschäftigt.



Zitat
Kay B
Wann war diese Umstellung von Rund- auf Richtstrahlung und was war der Grund? Ging das von RTL aus (z.B. Sparmaßnahmen) oder mußte RTL auf Richtstrahlung umstellen?

Das war die Folge des neuen Wellenplans Genf '84.



Zitat
Kay B
Hast du noch ältere Bilder von dem Masten, bevor da die Antenne umgebaut wurde?

Leider nein. War zwar schon 1976 und 1981 dort; hatte damals aber kein Geld, um mir einen Fotoapperat zu leisten.




Zitat
Kay B
Zitat
Spacelab
Eine Zeit lang sendete man ja auf der 88,9Mhz, 93,3Mhz und 97,0Mhz.

Also auf allen drei Frequenzen das gleiche Programm? Wann war das ungefähr?

Von etwa '87 bis ca. '97/98.




Zitat
Kay B
Zitat
Spacelab
Erst später ging dann die 88,9Mhz an RTL Letz. und der Empfang im Saarland wurde schlechter.

Und heute geht die 93,3 im Saarland generell besser als die 97,0 oder nehmen die sich nicht viel?

Da Dudelange sehr viel näher als Hosingen am Saarland liegt, ist RTL seit der Aufschaltung der 93,3 auch im östlichen Saarland sowie in der Westpfalz fast überall problemlos zu empfangen. Das war mit der 88,9 bzw. ist mit der 97,0 nicht so einfach möglich.



Zitat
Kay B
War die Europawelle Saar echt so ein genialer Sender? Ich kenne den Sender ja nicht wirklich.

Es war ab 1964 die erste populäre Welle innerhalb der ARD, während die anderen öff.-rechtl. Anstalten noch "Beamtenfunk" sendeten. Wegen des halbwegs durchhörbaren Sendeschemas (kein Vergleich zu dem was man heute darunter versteht) drohte dem SR sogar der Ausschluss aus der ARD.



Zitat
Kay B
Interessant ist, daß man die Europawelle Saar noch zusätzlich mit einer sehr hohen Leistung über Mittelwelle abgestrahlt hatte. Wollte man damit auch außerhalb des Saarlandes den Luxembourgern Konkurrenz machen?

Zunächst muss du bedenken, dass die MW damals in den 60ern noch der Hauptverbreitungsweg war und UKW nur zusätzlich abgestrahlt wurde. ;)
Aber es stimmt. Die schrittweise auf 1200 kW (also gleiche Leistung wie die RTL-Mittelwelle) aufgebohrte MW in Heusweiler sollte RTL und den anderen ARD-Anstalten (!) Hörer abjagen, um dem finanzschwachen SR höhere Werbeeinnahmen einzubringen. Und das gelang auch. Ende der 60er-Jahre war die Europawelle Saar (dank der starken MW 1421 kHz) das meistgehörte Programm innerhalb der ARD (!) und hatte nach RTL (die hatten noch ein paar Hörer mehr) die zweithöchsten Werbeeinnahmen.



Zitat
Kay B
Sehr seltsam. Denn mit den 1200 KW aus Marnach sollte im Saarland ja eigentlich noch eine hohe Feldstärke vorhanden sein. Oder hat die AGC des Empfängers wegen dem nur 18 kHz darunter liegenden Sender Heusweiler dicht gemacht?

Dieses Problem hatten viele Empfänger; auch mein kleiner Nordmende carrera de luxe (knapp 8 km von Heusweiler entfernt).
Hinzu kam, dass die 1439 kHz tagsüber Richtung NRW und abends Richtung London abgestrahlt wurde. Da kamen also nie 1200 kW Richtung Saarland.
Da musste man die Ferritantenne schon ganz genau ausrichten, um abends 208 hören zu können.

von Manager. - am 02.02.2013 18:16
@ Spacelab und Manager.

Danke für die Infos! :spos:


@ Manager.

Zitat

Das war die Folge des neuen Wellenplans Genf '84.


Ach, schon interessant, daß man da einem bestehenden Grundnetzsender die Rundstrahldiagramme weg genommen hatte. Sowas ist ja eher ungewöhnlich.


Zitat

Ganz oben sieht man 8 Ebenen hor. Doppeldipolfelder. Über diese Antennen wurden bis in die 90er-Jahre alle 3 Frequenzen rund gesendet. Heute kommt von dort nur noch die 97,0 des deutschen RTL-Programms mit Richtstrahlung nach Osten.


Auch interessant, daß man dann diese Vorgaben aus Genf 84 erst in den 90er Jahren umgesetzt hatte.

Sendete man auf der 92,5 schon immer der luxembourger Programm oder gab es da auch mal etwas anderes?

Wenn die 92,5 bis in die 90er Jahre auch rund gesendet hatte, dann dürfte die ja auch in Deutschland gut empfangbar gewesen sein.


Zitat

Es war ab 1964 die erste populäre Welle innerhalb der ARD, während die anderen öff.-rechtl. Anstalten noch "Beamtenfunk" sendeten. Wegen des halbwegs durchhörbaren Sendeschemas (kein Vergleich zu dem was man heute darunter versteht) drohte dem SR sogar der Ausschluss aus der ARD.


Klingt irgendwie typisch nach ARD. Erstmal jegliche Innovationen mit allen Mitteln blockieren. :mad:


Zitat

Zunächst muss du bedenken, dass die MW damals in den 60ern noch der Hauptverbreitungsweg war und UKW nur zusätzlich abgestrahlt wurde. ;)


Ja, aber 1200 KW für das kleine Saarland ist schon krass. :D


Zitat

Aber es stimmt. Die schrittweise auf 1200 kW (also gleiche Leistung wie die RTL-Mittelwelle) aufgebohrte MW in Heusweiler sollte RTL und den anderen ARD-Anstalten (!) Hörer abjagen, um dem finanzschwachen SR höhere Werbeeinnahmen einzubringen. Und das gelang auch. Ende der 60er-Jahre war die Europawelle Saar (dank der starken MW 1421 kHz) das meistgehörte Programm innerhalb der ARD (!) und hatte nach RTL (die hatten noch ein paar Hörer mehr) die zweithöchsten Werbeeinnahmen.


Gut, dafür machen die 1200 KW dann schon Sinn. :D


Wie gingen die Kanäle E07, E21, E24 und E27 eigentlich bei dir? Machten sich die Richtdiagramme der UHF-Sender schon stark bemerkbar?

von Kay B - am 03.02.2013 04:45
Zitat
Kay B
Ach, schon interessant, daß man da einem bestehenden Grundnetzsender die Rundstrahldiagramme weg genommen hatte. Sowas ist ja eher ungewöhnlich.

Nicht unbedingt. Die Hornisgrinde war früher auch rundstrahlend und bis hinter Nancy zu hören. Und St. Chrischona konnte man rundstrahlend noch bis Strasbourg hören. Die Beschneidung der Rundstrahldiagramme, um die Frequenzen in kürzeren Abständen wieder nutzen zu können, war also nichts ungewöhnliches.



Zitat
Kay B
Sendete man auf der 92,5 schon immer der luxembourger Programm oder gab es da auch mal etwas anderes?

Im Prinzip gab es da nur das Inlands-Programm. Dieses sendete bis zum Ende des RTL-Monopols Anfang der 90er-Jahre aber nur stundenweise (aus dem Gedächtnis heraus ca. => Mo-Fr 6.30-9.00, 11.30-14.00, 18.00-21.00; Sa 6.30-9.00, 11.30-14.00, 16.00-21.00; So 12.00-21.00). In der übrigen Zeit wurde das deutsche RTL übernommen. In den 80ern gab es Mo-Fr von 14.00-18.00 h englisches Programm "RTL Community 92.5 FM" mit den DJs von 208.



Zitat
Kay B
Wenn die 92,5 bis in die 90er Jahre auch rund gesendet hatte, dann dürfte die ja auch in Deutschland gut empfangbar gewesen sein.

Ja, war sie auch.



Zitat
Kay B
Wie gingen die Kanäle E07, E21, E24 und E27 eigentlich bei dir? Machten sich die Richtdiagramme der UHF-Sender schon stark bemerkbar?

Kanal 7 (damals noch in französischer TV-Norm) konnte ich in den 70ern anhand des durchlaufenden Bildes identifizieren. Einen Konverter für Secam L hatten wir nicht.

von Manager. - am 03.02.2013 08:16
Auch ich probierte in meinen jungen Jahren, obwohl wir in Süddeutschland Anfang bis Mitte der 80er schon ganz gut mit Unterhaltungsprogrammen versorgt waren, immer wieder, R. Luxemburg hereinzubekommen. Mir gefielen damals vor allem die vielen Spielsendungen, die es so bei den öffentlich-rechtlichen Programmen nicht gab, zumindest nicht in diesem täglichen Umfang.
Auf UKW war mit meinen damaligen Mitteln kein Empfang möglich. Ich merkte bei Autofahrten (damals freilich nur als Beifahrer), dass es am Albtrauf einige Ecken gab, an denen Luxemburg sporadisch durchkam, aber die 88.9 und die 97.0 waren frequenztechnisch einfach ungünstig (97.0 SDR3 Langenbrand und 88.8 SDR2 Heidelberg...jeweils in ähnlicher Richtung). Erst als die 93.3 hinzukam, konnte man ab und zu ein paar Fetzen von Luxemburg auch bei mir daheim hören, aber eben auch nicht durchgängig.

Was blieb, waren Mittel-und Kurzwelle. Wegen der schon von Manager angesprochenen Richtstrahlung war aber dies auch nicht so einfach. Im Winter war Marnach immerhin den ganzen Tag schwach zu hören, im Sommer aber kam aber fast kein Mucks auf der 1440kHz. Da kam Luxemburg erst abends zum Vorschein. Ich kann mich noch gut an die kurze Schaltpause erinnern, in der immer kurz vor 19 Uhr von der Deutschlandantenne auf die Englanantenne umgeschaltet wurde. Da kam ein paar Sekunden lang kein Signal mehr und danach war es um einiges stärker. Da muss also wohl nach SO noch eine Nebenkeule rausgegangen sein.
Tagsüber konnte ich also über weite Teile des Jahres RTL nur per KW 6090kHz empfangen. Gottseidank hatten die Geräte damals noch bessere KW-Empfangsteile. Selbst unser Autoradio (Becker) hatte ein 49m-Band-Empfangsteil. Auch die Stereoanlage im Wohnzimmer (ITT) hatte Kurzwelle, mit dieser konnte man R. Luxemburg sogar ganz gut hören, wenn nicht immer der BR auf 6085 Probleme gemacht hätte. Über diese Frequenzaufteilung konnte ich schon damals nur den Kopf schütteln und ich dachte mir, dass dies wohl Absicht sei, damit R. Luxemburg nicht zu viele Hörer klauen konnte. Bayern 1 konnte ich natürlich auf UKW wunderbar rauschfrei empfangen, so dass dies besonders ärgerlich war. Der Empfang schwankte sehr stark, manchmal war Luxemburg eindeutiger Sieger und kam fast störungsfrei, an anderen Tagen war fast nur Bayern zu hören und Luxemburg verschwand im Pfeifen, abends überlagerte dann noch mindestens ein anderer, sehr stark einfallender Sender auf 6095kHz Luxemburg komplett, so dass ich die abendlichen Musiksendungen nie hören konnte. Die englischen Sendungen waren für mich seinerzeit mangels Sprachkenntnissen noch nicht interessant.
Erinnern kann ich mich auch noch an die Missionssendungen von Werner Heukelbach und vom Freundesdienst, die in unglaublicher Schmalzprediger-Manier dazu aufriefen "umzukehren und Dein Herz dem Herrn Jesus zu schenken". Dass RTL mit dieser Sendezeitvermietung Geld verdiente, konnte ich ja nicht wissen. Ich dachte eben, dass wäre ein Pflichtanteil wie die Gottesdienstübertragungen bei SWF, SDR und Co.

Das sind so meine Erinnerungen an Radio Luxemburg. Als wir mal im Urlaub in der Normandie waren, fiel mir auf, wie gut dort RTL auf 6090kHz hereinkam, beinahe störungsfrei. Eine Bedeutung hatte aber R. Luxemburg im württembergischen Raum nie. Es kannte zwar so ziemlich jeder den Sender vom Hörensagen, gehört wurde er aber wegen der schwierigen Empfangsbedingungen fast gar nicht. Eher wurden da mit UKW-Richtantennen die Programme des HR, BR, ORF und der DRS in besserer Qualität hereingeholt. Da hatte man dann auch schon eine ganz gute Auswahl.

Hier, 12km nördlich von Aachen, kann ich RTL heute mit der Richtantenne problemlos auf 97.0 empfangen. Die 96.9 von CFN kann ausgeblendet werden, da sie vertikal sendet in genau entgegengesetzter Richtung. Mobil freilich ist es erst ab etwa Lammersdorf in der Eifel möglich, im Raum Monschau/Hellenthal bisweilen ganz gut. Das Signal ist aber derart mörderisch laut, dass es im SHARX-Empfänger schon zu Verzerrungen kommt. RTL war auch früher immer schon etwas lauter, aber nicht so extrem wie jetzt. Momentan stellen die sogar die Holländer in den Schatten. Besonders fällt das auf, wenn man auf der A61 durchs Band kurbelt, und zwischen den mehr oder weniger gleich leisen deutschen Signalen plötzlich etwas dazwischenpoltert.

(ach ja, Europawelle Saar konnte ich damals problemlos den ganzen Tag auf MW hören. Es gab nur eine Zeit in der Dämmerung, in der es zu einem unschönen Fading kam (und heute noch kommt), nämlich dann, wenn Boden- und Raumwelle sich auslöschen. Dieses Phänomen war sogar in einem Büchlein beschrieben, dass ich damals im Schrank stehen hatte. Der Empfang der 88.0 war dagegen nicht möglich, weil auf 87.85 bzw. später 87.9 aus Stuttgart gesendet wurde.)

von Peter Schwarz - am 03.02.2013 11:45
Zitat
Kay B
Mich würde es mal interessieren, wie man bei so einer Steilstrahlantenne überhaupt eine Richtwirkung hinbekommt. Da müßte der Reflektor doch eigentlich bedeutend höher als der Strahler sein, was in Marnach aber nicht der Fall ist.


Das ist nicht nötig, denn nur die Stromverteilung am Mast bestimmt bei einem Vertikalstrahler den Abstrahlwinkel. Die 0,53-fache Wellenlänge hat sich als optimal herausgestellt. Höhere Masten hätten zwar eine flachere Abstrahlung, haben aber eine steil strahlende Nebenkeule, welche mit der Raumwelle unschöne Interferrenzen verursacht. Je kürzer der Mast ist, umso steiler strahlt er. Allerdings sinkt auch der Wirkungsgrad. Man muss das abwägen. In Marnach verwendete man für die Sendungen nach UK 2 kurze Stummelmasten, wobei der südöstliche den Reflektor bildete.

Zitat
Peter Schwarz
Da muss also wohl nach SO noch eine Nebenkeule rausgegangen sein.


Bei einem Passivstrahler als Reflektor gibt es meines Wissens keine Nebenkeule, sondern es wird nur das Horizontaldiagramm bildlich gesprochen vom Reflektor weg geschoben.

Bei mehreren aktiven phasenverschoben angespeisten Strahlern sähe die Sache schon anders aus. Hier sind bei stärkerer Richtwirkung Nebenkeulen fast unvermeidlich. Bei nur 2 Masten versucht man sie jedoch zu vermeiden. Ziel ist hier eine Kardioide.

von Wasat - am 04.02.2013 17:52
@ Wasat

Zitat

Das ist nicht nötig, denn nur die Stromverteilung am Mast bestimmt bei einem Vertikalstrahler den Abstrahlwinkel.


Ich meinte, wie man das horizontale Strahlungsdiagramm (also von 0 bis 359 Grad) bei einem Steilstrahler beeinflußt.

Die Nachtantenne in Marnach müßte ja wegen ihrer Kürze einen sehr steilen Abstrahlwinkel haben, sodaß der Reflektor zu niedrig ist.

Ich habe es mal skizziert:
[attachment 1121 Marnach.jpg]
(Bildgrundlage: http://de.wikipedia.org/wiki/Sender_Marnach )

Die grünen Striche sollen den Bereich markieren, dem die abgestrahlte HF folgt.

Dabei stelle ich mir das so vor, daß die Linie zwischen der Spitze des Strahlers und der Spitze des Reflektors dem Abstrahlwinkel entsprechen müßte. Das ist bei der Nachtantenne in Marnach aber offensichtlich nicht so.

Oder habe ich den Abstrahlwinkel da viel zu hoch angesetzt? Aber selbst dann müßte der Reflektor doch höher sein als der Strahler.

Ich könnte es mir ja noch vorstellen, daß man mit zwei Steilstrahlern, die mit unterschiedlichen Phasenlagen gespeist werden, irgendwie ein Richtdiagramm hinbekommt. Aber der Reflektor der Nachtantenne in Marnach scheint einfach ein geerdeter Stahlgitterturm zu sein:
http://the-antenna-site.com/pictures/luxembourg/marnach-beimsender31.jpg
( http://the-antenna-site.com/luxembourg-marnach-beimsender-pictures.html )

Da scheint also mehr dahinter zu stecken.

von Kay B - am 04.02.2013 22:09
Zitat
Kay B
Dabei stelle ich mir das so vor, daß die Linie zwischen der Spitze des Strahlers und der Spitze des Reflektors dem Abstrahlwinkel entsprechen müßte.


Das ist ein irrige Vorstellung, weil die Abstrahlung in Form eines elektromagnetischen Feldes erfolgt. Man kann sich das eher wie eine stabförmige Leuchte vorstelle. Licht ist auch elektromagnetische Strahlung. Der Vergleich hinkt allerdings insofern, da das Licht so kurzwellig ist, dass es von der Erde nicht erkennbar abgelenkt wird. Somit kann man die Wirkung eines Reflektors nicht mit dem eines Spiegels vergleichen.

Auch ohne Reflektormast würde jedenfalls die Höhe des Sendemastes im Verhältnis zur Wellenlänge den Abstrahlwinkel bestimmen. Das elektromagnetische Feld wird durch einen passiven Reflektor bildlich gesprochen vom Reflektor weg gezerrt. Der Reflektor sollte dabei etwa die gleichen elektrischen Eigenschaften wie der Sendemast haben, also etwa gleich hoch wie der Strahler sein.

Man kann sich die Abstrahlcharakteristik etwa so vorstellen:

Das Beispiel stammt jedoch von einem Kurzwellensender mit 2 horizontalen phasenverschoben gespeisten Dipolen. Bei der Antenne in Marnach dürfte es aber ähnlich aussehen, nur nicht ganz so steil.

von Wasat - am 04.02.2013 23:00
@ Wasat:
Wieder einmal super von dir erklärt - wie schon im Mainflingen-Thread kürzlich. - Danke! :spos:


@ Kay B:
Da sich das Thema inzwischen von Hosingen nach Marnach verlagert hat, mache ich dort gleich mal weiter. ;)


---> http://s7.directupload.net/file/d/3157/sw5xs8ml_jpg.htm


Die RTL-Sendeanlagen für die MW 1440 kHz...

---> http://s7.directupload.net/file/d/3157/6odhn7o5_jpg.htm

...von der früher tagsüber das Programm der Vier fröhlichen Wellen von Radio Luxemburg und abends/nachts das legendäre Radio Luxembourg 2 0 8 kam.



---> http://s7.directupload.net/file/d/3157/vaevrc83_jpg.htm

Die 3 je 105 m hohen Gittermasten der Hauptantenne.



---> http://s14.directupload.net/file/d/3157/rxfvtfve_jpg.htm

Die Reserveantennen bestehend aus einem 60 m hohen Gittermast (Sendeantenne) und...

---> http://s7.directupload.net/file/d/3157/s8apbjrk_jpg.htm

...einem 65 m hohen Gitterturm (Reflektor).



---> http://s1.directupload.net/file/d/3157/lmd2e25c_jpg.htm

Die Sendergebäude....

---> http://s1.directupload.net/file/d/3157/l8cj8pjo_jpg.htm

...von RTL in Marnach.

---> http://s14.directupload.net/file/d/3157/mregv27b_jpg.htm



Die 3 Masten der Hauptantenne stehen bei...

---> http://s14.directupload.net/file/d/3157/b6lnzllt_jpg.htm

...06°04'37'' E / 50°02'47'' N, 06°04'42'' E / 50°02'47'' N und 06°04'42'' / 50'02'44'' N.

---> http://s7.directupload.net/file/d/3157/onhqbna6_jpg.htm


Die Koordinaten der Reserveantennen sind...

---> http://s7.directupload.net/file/d/3157/cetd2wkj_jpg.htm

...06°04'56'' E / 50°02'32'' N (Sendeantenne) und 06°04'57'' N / 50°02'30'' N (Reflektor).

---> http://s1.directupload.net/file/d/3157/vns89b2g_jpg.htm

Links im Bild sieht man den UKW-Mast in Hosingen.

von Manager. - am 05.02.2013 18:52
Lokalradio ist zu 100% auf ehrenamtlicher Basis aufgebaut. Es ist ja kein Geheimnis, dass es immer schwieriger wird Leute zu finden die sich ehrenamtlich für etwas einsetzen. Das Problem gibt es ja nicht nur hier in Luxemburg. Deshalb sind die meisten Lokalradios heute nur noch Festplattendudler.

Das Problem des Nachwuchses scheint sich aber jetzt auch auf die professionellen Radiostationen zu übertragen. Bisher konnte man ja einfach Leute von den Lokalradios (oder voher von den Piratensendern) abwerben. Fast jeder der heute auf den professionellen Sendern moderiert, hat eine Vergangenheit in der Lokalradioszene oder bei einem Piratensender. Da es da aber jetzt keine Leute mehr zu holen gibt, haben die professionellen Stationen auch ein Nachwuchsproblem. Sie finden sich in der Situation wieder, wo sie selbst Moderatoren casten und ausbilden müssen. Ich glaube mittlerweile suchen alle regionalen Sender händeringend Leute. Einer der vier ist ja zum echten Wackelkandidaten geworden...

Nach 20 Jahren Liberalisierung des Radiomarktes zeichnet sich so langsam das Bild ab was viele vorhergesagt haben. Die Lokalsender (so wie sie im Gesetz vorgesehen sind) sind wirtschaftlich nicht tragbar. Die neuen kommerziellen Sender wurden gegenüber dem alten Monopolisten in vielen Bereichen benachteiligt und konnten sich nach 20 Jahren immer noch nicht auf dem Markt etablieren (ausser Eldoradio, das mehrheitlich wieder RTL gehört). Die anfängliche Euphorie schwindet so langsam zu gunsten der Realität. Der Werbemarkt in Luxemburg ist halt sehr klein. Hinzu kommt dass es etliche Stationen aus dem Grenzgebiet gibt, die auch ein Stück vom Kuchen abhaben wollen. Mal sehen wie es weiter geht, ich würde sagen es wird sich noch Einiges in den nächsten Jahren verändern.

von Gilles - am 27.03.2013 09:52
Mit diesem Thema begibst du dich auf ein sehr heißes Eisen. Diese Problematik würde den Rahmen dieses Threads sprengen und gehört eher in das OT-Forum.

Ganz kurz meine Erfahrung: Ich habe in meiner Studienzeit oft diese Abneigung gegen die Dominanz der französische Sprache von Luxemburgern selbst zu hören bekommen. Vieles wird da nicht offiziell gesagt, weil man dann sofort in die rassistische oder nationalistische Schublade gesteckt wird (Tabu-Thema auch wegen des 2. Weltkriegs usw.). Doch gibt es mittlerweile (für mich überraschend) dazu offen geäußerte Kritik in Form von Artikeln, Leserbriefen oder Foreneinträgen wie zum Beispiel:
http://www.wort.lu/de/view/ein-dreisprachiges-land-en-francais-5225df84e4b01da492cfd94b
http://www.wort.lu/de/view/franzoesisch-ist-nicht-meine-muttersprache-5225dce0e4b03031681ef695
http://www.wort.lu/de/view/letzebuerg-maei-friemt-land-527a44e3e4b0a5fc7cc07197
http://www.wort.lu/de/view/wat-ass-eis-emgangssprooch-523707e6e4b09777890710d2

Die letzten beiden Foreneinträge im Interesse der anderen bitte ins OT-Forum verschieben.

von WellenJäger - am 23.11.2013 07:03
Genau so siehts aus. Ich hab viele Freunde und auch Familie in Luxemburg und bei denen stellt sich beim Gedanken an französischen Rundfunk die Nackenhaare. Deshalb war das ja auch eine Drohung als es hieß das man RTL2 auf die 93,3 Mhz aufschalten wolle wenn man nicht dieses oder jenes mit den DNR Frequenzen machen darf.

Zitat

Der Übergang war ja recht sanft, sodass man in der Anfangszeit die alten Stammhörer behielt und neue Hörer gewann. Durch die Durchformatierung zum Dudelfunk sind die Leute dann eben abgewandert, weil ihnen evtl. die regionalen Infos zu groß gefasst waren.

Nicht ganz richtig. Die Einschaltquoten waren ganz unten am Boden. Deshalb kam man auf die Idee ein regionales Programm aus der Taufe zu heben. Nach ganz kurzer Warmlaufphase stiegen die Quoten auch wieder deutlich an. Bergab ging es erst wieder als 3 mal an einem Nachmittag Pink irgendwas ins Mikrofon krähte und man damit Radio Salü nach machte. Gleichzeitig fuhr man die "vor Ort" Reportagen und Berichte über lokale Ereignisse rapide herunter. Das wurde vom Hörer umgehend und selbst für Experten mit einer erstaunlichen Härte quittiert. Nun ist man fast wieder so weit unten wie man vor der Umstellung auf das Regionalprogramm war.

von Spacelab - am 11.12.2013 13:04
Zitat
oli84
Die haben es mit der franz. Sprache nicht so, weswegen mich dieser "RTL2-Deal" sehr verwundert.

Wie schon geschrieben ist das angedachte Mischprogramm aus RTL2 und luxemburgischen Alibi-Anteilen (wegen der Lizenz) nicht für die einheimische Bevölkerung gedacht, sondern für die zahlreichen französischsprachigen Pendler aus Lothringen (F) und der Wallonie (B) sowie für frankophone Migranten, die weder die Landessprache Lëtzebuergisch noch Deutsch sprechen und verstehen (wollen).

Diese Zielgruppe ist sehr viel größer als die der deutschsprachigen Pendler aus dem Saarland, RLP und Ostbelgien, die ja sofern sie in der (moselfränkischen) Region aufgewachsen sind auch die Landessprache verstehen und sich ihre regionalen Infos aus/über Luxemburg gleich im luxemburger RTL-Programm holen können. Dazu braucht es nicht noch ein deutschsprachiges Pseudo-Regionalprogramm.


Zitat
Spacelab
Der Knackpunkt ist ob sich RTL da so einen großen Gefallen damit tut RTL2 aufzuschalten. Im Saarland macht man sich damit auch alles andere als Freunde. Aber zum Glück ist es ja noch nicht so weit...

So blöd können die eigentlich kaum sein. Aber wer weiß schon...

von Manager. - am 11.12.2013 20:04
Zitat
Manager.
Diese Zielgruppe ist sehr viel größer als die der deutschsprachigen Pendler aus dem Saarland, RLP und Ostbelgien, die ja sofern sie in der (moselfränkischen) Region aufgewachsen sind auch die Landessprache verstehen und sich ihre regionalen Infos aus/über Luxemburg gleich im luxemburger RTL-Programm holen können. Dazu braucht es nicht noch ein deutschsprachiges Pseudo-Regionalprogramm.


Das hängt auch von der Region in Luxemburg ab. In Esch werden sicherlich mehr Franzosen arbeiten als Deutsche. Aber für den Bereich Luxemburg-Stadt und alles was östlich davon liegt, stimmt das meiner Meinung nach nicht.
Ich habe lange in Trier gewohnt und kenne die verstopften Straßen nach bzw. Luxemburg während der Stoßzeiten. Ich habe in der Nähe von Esch auch mein studienbegleitendes Praktikum gemacht und bin selbst für 3 Monate Pendler in diese Region gewesen. Während der Fahrten von Trier nach Esch habe ich immerdas RTL-Regionalprogramm gehört, weil dies die einzigen waren, die für diese Strecke einen halbwegs passablen Verkehrsbericht hinbekommen haben. Für SWR3 scheint Trier kaum zu exisitieren, bei RPR1. habe ich auch selten Nachrichten aus dem Bereich gehört. Selbst SR1 hatte viele kleinere Staus in Lux. gar nicht gemeldet. Also blieb einem diese Möglichkeit ja nur übrig. Damals (Sommer 2010) fand ich das Programm auch akzeptabel, auch wenn ich nicht vor Begeisterung ausgerastet bin. :D

von oli84 - am 15.12.2013 12:08
Mit dem K7 hab ich auch Probleme. Hab's darauf zurückgeführt, dass mir neulich mal der Mehrbereichsverstärker runtergefallen ist, und das Kabel der einfachen Stabantenne, die für Band III da dran hing, möglicherweise Schaden genommen hat.
Da ich aber superglücklich war, dass DVB-T aus Frankreich mit der Doppelquad nach der letzten Bastelaktion jetzt so gut geht, dass außer K47 und K56 zumindest am Samsung Fernseher im Wohnzimmer alles klötzchenfrei geht, und sich auch DAB 5C und 9A gut im Haus verteilen lässt, hab ich mich nicht mehr um Luxemburg gekümmert.
Mit den DAB+ Versuchen wird es aber wieder interessant, verstärkt zu beobachten, was sich in Dudelange tut.
Jetzt wo es wieder warm wird und man sich auf dem Dachboden beim rumfrickeln nicht mehr die Finger abfriert, werd ichs nochmal probieren, und wenn ich's optimiert kriege, kann ich mit dem Noxon Stick am Desktop Rechner vielleicht sowohl DVB-T, als auch DAB+ über Kanal 7 überwachen.
Wenn Kanal 7 dauerhaft für DAB+ genutzt wird, wird BCE wohl nichts anderes übrig bleiben, als RTL 8 auf Kanal 21 zu verlegen. Denn für was anderes kriegen die die Kapazität wohl eh nicht vermarktet.

von Saarländer (aus Elm) - am 25.03.2014 13:35
[Edits: Alle aus Luxemburg empfangen Kanäle hinzugefügt]

Also gerade im Moment kann ich (bei meinen Eltern im Raum Heusweiler) RTL-8 auf Kanal 7 über eine DVB-T-StickPCI-Karte empfangen. Die Karte ist mit einer "Mini-Yagi"-Zimmerantenne mit 2 VHF-Stäben verbunden.

Insgesamt hat das Linux-Tool "w_scan" folgende Kanäle aus Luxemburg gefunden:

Kanal 7:
RTL;BCE:191500:I999B7C23D0M16T8G8Y0:T:27500:0:768:0:0:2036:1:7:0
RTL-8;BCE:191500:I999B7C23D0M16T8G8Y0:T:27500:519:108:1354:0:2035:1:7:0
Eldoradio;BCE:191500:I999B7C23D0M16T8G8Y0:T:27500:0:769:0:0:2038:1:7:0

Kanal 21:
air;BCE:474000:I999B8C23D0M64T8G4Y0:T:27500:201:280:0:0:211:1:21:0

Kanal 24:
RTL-TVI;BCE:498000:I999B8C23D0M64T8G16Y0:T:27500:1302:1402:1502:0:1102:1:24:0
club-RTL;BCE:498000:I999B8C23D0M64T8G16Y0:T:27500:1303:1403:1503:0:1103:1:24:0
plug-TV;BCE:498000:I999B8C23D0M64T8G16Y0:T:27500:1304:1404:1504:0:1104:1:24:0
RTL-4;BCE:498000:I999B8C23D0M64T8G16Y0:T:27500:1305:1405:1505:0:1105:1:24:0
RTL-5;BCE:498000:I999B8C23D0M64T8G16Y0:T:27500:1306:1406:1506:0:1106:1:24:0
RTL-7;BCE:498000:I999B8C23D0M64T8G16Y0:T:27500:1307:1407:1507:0:1107:1:24:0

Kanal 27:
RTL TeleLetz;BCE:522000:I999B8C23D23M64T8G16Y0:T:27500:101:204:301:0:271:0:0:0
2ten RTL;BCE:522000:I999B8C23D23M64T8G16Y0:T:27500:102:207:302:0:272:0:0:0
TeleLetz HD;BCE:522000:I999B8C23D23M64T8G16Y0:T:27500:103:210:0:0:273:0:0:0
2ten RTL HD;BCE:522000:I999B8C23D23M64T8G16Y0:T:27500:104:213:0:0:274:0:0:0

von SaarLux03 - am 29.03.2014 10:56
Hier mal die Kette:

102,90 v Troisvierges/Gemeinschaftsantenne 0,1
102,90 v Wiltz/Mobilfunkmast 0,05

104,20 v Clervaux/Reuler 0,05
104,20 v Liefrange 0,05 i
104,20 v Ettelbrück/Mobilfunkmast Post 0,09
104,20 v Mompach/Paffenberg 0,1
104,20 h Tettingen-Butzdorf/TV-Umsetzer [D, saa] 0,1
104,20 v Esch-sur-Alzette-Belvaux/Paquetbierg 0,1

107,70 v Blaschette/Kandel 10

102,90 v Luxembourg-Kirchberg/Europazentrum 1

94,30 v Bascharage 2 p

Für einen franz Sender wäre sicherlich Potential da, aber das beschränkt sich auf den Süden und die Landeshauptstadt. Die 107,7 dürfte auch für andere Sender interessant sein.
Gerade in den östlichen Landesteilen (v.a. 104,2) dürfte das Interesse gering sein und bei der 102,9 im Norden dürfte es ähnlich sein. Einzig die Frequenz in Esch ist interessant von den SFN Frequenzen.
ALso in etwa so:

104,20 v Esch-sur-Alzette-Belvaux/Paquetbierg 0,1
107,70 v Blaschette/Kandel 10
102,90 v Luxembourg-Kirchberg/Europazentrum 1
94,30 v Bascharage 2 p

von Marcus. - am 01.04.2014 18:04
[OT]Ich hatte auch nie Probleme mit dem Luxemburgischen gehabt und habe tatsächlich bis zu 90% alles verstanden, da ich in meiner Kindheit in einem moselfränkischen Dialektumfeld (passiv) aufgewachsen bin. Viel problematischer war für mich anfangs der schweizer Dialekt. Da habe ich fast gar nichts verstanden und musste mich erst mühsam gewöhnen. Jetzt ist das kein Problem mehr.[OT]

Was die Rolle der ausländischen Sender in Luxemburg und den wirtschaftlichen Aspekt betrifft: Zunächst bieten sie einen programmlichen Mehrwert und versorgen mit ihren Standorten auch Deutschland, Belgien und Frankreich gut mit (Säntis-Effekt;). Die meisten der beworbenen Produkte sind in Luxemburg erhältlich und auch die beworbenen Unternehmen sind oft in Luxemburg präsent. McDonald's und Burger King z. B. versorgen Luxemburg aus Deutschland mit, einschließlich der Burgeraktionen.
Wenn man 250.000 Pendler erreicht, dann ist das für mich schon ein Argument. Gerade die mobile Empfangbarkeit wiegt bei DAB höher als der stationäre Empfang, gerade dann, wenn damit gleichzeitig in den Herkunftsländern Versorgungslücken geschlossen werden können.

von WellenJäger - am 02.04.2014 05:08
Zitat
Marcus.
Natürlich sind Füllsender korrdiniert. Mein Gedanke war nur die 107,7 an RTL 2 zu vergeben und die restliche Kette getrennt auszuschreiben bzw an einen anderen Anbieter zu geben.

Ich würde es genau andersrum machen :-)

Zitat
gb
Es stellt sich abschließend die Frage, wie viele von den 78.128 Franzosen, 20.313 Belgiern und 18.750 Deutschen *) ein Smartphone besitzen, um sich damit die grenzübergreifende Verkehrs- und Wetterlage anzuschauen.

Denn das sind die beiden Informationen, mit denen ein regional übergreifendes Programm bei Offline-Hörern punkten könnte. So wie die Zahlen den Eindruck vermitteln, ist der Kuchen zu klein, um Mäuse anzulocken.

gb


*) Jaja, da sind Rundungsfehler, die den Braten auch nicht fett machen. ;-)


Zu den 100.000 franszösischsprachigen Grenzgängern kommen noch 35000 Franzosen, 18000 Belgier, 88000 Portugiesen, 18000 Italiener, die fest in Luxembourg wohnen und zum Großteil kein Luxemburgisch oder Deutsch verstehen. Für die wäre ein französischsprachiges Radioprogramm durchaus von Bedeutung. (Zum Vergleich: In Luxemburg wohnen 298.000 Luxemburger)

von Gilles - am 02.04.2014 20:18
Ich habe noch mal nachgeforscht wie die Frequenz 107,7 damals vergeben wurde:

Die offizielle Ausschreibung war im Juni 1998(mit 2 möglichen Standorten):

http://www.legilux.public.lu/adm/b/archives/1998/0026/b026.pdf#page=2

Zugeteilt wurde die Frequenz im Juni 1999 und die Inbetriebnahme war im September 1999.

Wenn man jetzt noch davon ausgeht, dass die Frequenz noch nicht zurückgegeben/nommen wurde, kann man davon ausgehen, dass sich vor Herbst 2015 kaum etwas tun wird.

Natürlich kann man diese Frequenz getrennt von den anderen beiden Frequenzen zuteilen, schliesslich waren diese beiden Frequenzen auch vorher schon getrennt zugeteilt worden.

Es muss sich ja auch noch ein Interessent finden und die Lage ist nicht mehr die gleiche wie 1999, damals war die Wirtschaft in Luxemburg voll im Boom(um 8 % Wachstum) und die Zeitungsverlage hatten noch vill Geld. Beides ist zur Zeit nicht mehr so und RTL(damit ist aus Eldoradio raus) dürfte man die Frequenz nach der Argumentation der Entscheidung der ALIA nicht geben.

Ich habe auch noch einmal die Hörerzahlen der letzen Jahre gesucht:

https://www.tns-ilres.com/cms/_tnsNewsAttachments/Communique_de_presse_etudeplurimedia_2011.pdf

https://www.tns-ilres.com/cms/_tnsNewsAttachments/Communique_de_presse_etudeplurimedia_2012.pdf

https://www.tns-ilres.com/cms/_tnsNewsAttachments/Communique_de_presse_etudeplurimedia_2013.pdf

Anderswo würde kaum ein Sender mit 25000 Hörern am Tag überleben.

von dbl - am 06.04.2014 17:12
:spos: an die Alia für die Entscheidung und auch die Begründung. ARA (und auch vormittags ARA City Radio) macht wirklich ein gutes und durchaus professionelles und vor allem sehr abwechslungsreiches Programm. Höre ich gerne und ist im Autoradio auch fest abgespeichert.

Trotzdem bin ich etwas verwundert. Ich dachte eigentlich, das Problem mit den Störungen aus Leglise (durch die 103,2 dort) wäre mit dem Wechsel von 103,3 auf 103,4 beseitigt gewesen. Die 103,4 steht ja auch als koordiniert in der BNetzA-Datei, so dass ich eigentlich davon ausging, dass das jetzt ne dauerhafte Lösung wäre. Aber vielleicht gab es da doch noch irgendwelche Probleme!?

Zitat
Randfunker
ARA hat übrigens ja noch Anspruch auf die 87,8 im Süden (bislang nicht genutzt) und betreibt noch (eher minimalistisch) die 105,2. Das Programm ist nicht übel, aber technisch müssten sie jetzt ihre Chancen mal besser nutzen und sollten ihr Netz (102,9 - 105,2 - 87,8) optimieren.

Bei der 87,8 ist halt die Frage, ob die viel mehr Hörer bringen würde. Der Standort Steinbrücken ist doch recht nahe an der Hauptstadt, so dass sich der Sendebereich wohl sehr mit der 103,4 bzw. bald dann 102,9 überlappen würde. Evtl. könnte sie Verbesserungen in Esch/Alzette und auf der A13 bringen.

Zitat
Marcus.
Wie gut geht denn die 107,7 in Lux Stadt?

Mit meinem Sony-Autoradio im Ford Focus ging die immer einwandfrei. Kann sein, dass im berühmten "Brüllwürfel" nur noch Mono möglich ist, aber generell sollte der Empfang schon noch akzeptabel sein.

Nach Dudelange wird man die 107,7 wohl nicht umkoordinieren können. Dort sollte sie ja ursprünglich hin, aber konnte wegen Störungen des Flugfunks am Luxemburger Airport nicht in Betrieb gehen, so dass man wohl einen Standort suchte, von wo man in Richtung Findel ausblenden konnte, ohne zu viel Rechweitenverlust zu haben.

von SaarLux03 - am 13.12.2014 11:31
Ja, da war viel mehr. Hier mal geordnet nach Alter (die aeltesten zuerst):

Relativ alte Eintraege (2003-2005 in Koordinierung gegeben, mittlerweile alle K):
90,8 Luxembourg/Belair 5kW
98,3 Luxembourg/Belair 5kW
90,3 Luxembourg/Gasperich 1kW
97,5 Belvaux 1,5kW
94,1 Ettelbrueck 2kW
99,0 Dalheim 5kW
101,5 Medernach 0,2kW
98,0 Wiltz 0,1kW (plan Radio LNW???)
96,6 Esch-sur-Alzette 0,1kW
94,7 Stegen 0,1kW
99,4 Bettembourg 0,1kW (ex Plan fuer Radio LRB2?)

Neuere Eintraege (2006-2009 in Koordinierung gegeben, mittlerweile alle KA):
107,2 Roullingen 0,1kW
98,7 Clervaux 0,1kW
101,9 Diekirch 0,1kW
105,6 Diekirch 0,1kW
97,9 Grevenmacher 0,1kW
88,1 Mersch 0,1kW
95,6 Redange 0,1kW
105,6 Remich 0,1kW
92,0 Schifflange 0,1kW
95,7 Schifflange 0,1kW
99,5 Troisvierges 0,1kW
105,8 Troisvierges 0,1kW
88,2 Wormeldange 0,1kW
107,4 Echternach 0,1kW

2010-2011
94,3 Bascharage 2kW (ex plan DNR)
95,0 Wasserbillig 0,1kW (plan Eldoradio)
95,0 Roost 2kW (Eldoradio, in Betrieb)
95,0 Junglinster 0,2kW (Eldoradio, in Betrieb)
95,0 Beaufort 0,1kW (plan Eldoradio)
95,0 Echternach 0,1kW (Eldoradio, in Betrieb)
103,1 Echternach 0,1kW (Radio Latina, in Betrieb)
101,2 Troisvierges 0,1kW (Radio Latina, in Betrieb)
87,8 Pontpierre 1kW (ex plan Radio ARA?)

2012
91,7 Roost 2kW (plan Radio Latina)
103,1 Rodange 0,1kW (ex plan Radio Latina, obsolet?)

2013
91,7 Rodange 0,1kW (plan Radio Latina)
105,2 Ettelbrueck 0,1kW (ex plan Radio ARA)

2014
95,9 Neidhausen 3kW (plan Radio 100,7?)
103,1 Junglinster 0,1kW (plan Radio Latina?)
103,4 Luxembourg 1kW (Radio ARA, ex 103,3)
103,4 Asselborn 0,1kW (Radio ARA, inaktiv, ex 103,3)
103,4 Wiltz 0,1kW (Radio ARA, nur A-Eintrag, ex 103,3)

von Habakukk - am 19.12.2014 12:48
Damit das ganze nicht wieder in eine Pro-Contra-Diskussion im Hinblick auf DAB+ ausartet, beziehe ich mich hiermit nur auf die konkreten Aussagen in dem Artkel:

Zitat
Tageblatt
Stand heute, 2015, ist die analoge Ultrakurzwelle (UKW/FM) Hauptträger für terrestrisches Radio.
Was nicht zuletzt daran liegt, dass die alle paar Jahre veränderten Standards im DAB-Bereich bisher viele Länder davon abgehalten haben, auf die digitale Karte zu setzen.


"alle paar Jahre" ist eindeutig polemisch: Der Standard wurde ein einziges Mal geändert!

Dass es Jahre gedauert hat, bis das terrestrische Digitalradio in Fahrt kam, dass das Multiplexverfahren in einem der wichtigsten Radiomärkte der Welt, den USA, sich nicht etablieren konnte, liegt daran, dass die kommerziellen Veranstalter es schlichtweg ablehnen.
Auf UKW hat derjenige Veranstalter die größte technische Reichweite, der über die höchste Sendeleistung verfügt; alle anderen Anbieter haben das Nachsehen. Aufgrund der Begrenztheit der Kapazitäten gibt es beim UKW-Rundfunk immer Sender mit höherer und solche mit niedrigerer Leistung.
In einem digitalen Multiplex dagegen herrscht vollkommene Gleichberechtigung aller. Bezogen auf das Großherzogtum Luxemburg bedeutet das u.a.: Radio ARA erreicht technisch genau so viele Hörer wie RTL Radio.

Zitat
Tageblatt
Schwächen weist Digitalradio in Reichweite und v.a. Empfangsstabilität auf. Bei geringen Feldstärken bleibt (im Gegensatz zu UKW!) der Empfänger meist völlig stumm.


Richtig, aber viel zu pauschal: Mit DAB+ lassen sich Gebiete mit geringeren Sendeleistungen ähnlich gut versorgen wie durch analoge UKW-Sender mit höheren Leistungen.
Nichtsdestotrotz sind die Sendeleistungen für DAB-Multiplexe derzeit noch zu niedrig bemessen; i.d.R. betragen sie nur ein Zehntel der Sendeleistung wie bei UKW. Das ist eindeutig zu wenig.

Zitat
Tageblatt
Die kleinsten Anbieter, die Lokalradios, sind übrigens weiterhin auf UKW angewiesen, ein Einstieg in DAB+Bouquets wäre für sie definitiv zu teuer.


Wer sagt, dass nicht auch lokale DAB-Multiplexe koordinierbar sind? In diesen könnten dann entweder nur der Lokalsender allein oder der Lokalsender und noch zusätzlich eine Reihe von reinen Musikkanälen, die von diesem veranstaltet werden, eine Verbreitung finden.

Hier zeigt der Verfasser endlich, in welchem Interesse er schreibt:

Zitat
Tageblatt
Das, was dem Radiohörer als schöne neue Vielfalt verkauft werden soll, ist in erster Linie etwas, das sich für die Anbieter rechnen muss.


Die haben alle nur Angst um ihre Pfründe! - Bloß keine Konkurrenz mit anderen Anbietern, wenn diese genau die gleiche Reichweite haben. Hieße dies doch, dass dann nur noch die Inhalte über die Quote entscheiden und nicht mehr die technische Reichweite.
Die Etablierung digitaler Multiplexe führt dazu, dass es nicht mehr genügt, einfach nur ein Dudelfunkprogramm mit den "größten Hits der Achtziger, Neunziger und dem besten von heute" zu veranstalten und sich dabei zurückzulehnen, weil man ja eh die meisten Hörer erreicht. Auf UKW können sich die Kleinen noch so sehr anstrengen, sie werden nie die Aussicht haben, ein ähnlich großes Stück vom Werbekuchen zu ergattern. DAB+ setzt dem ein Ende. Der Profiteur ist eindeutig der Hörer, dem überall eine größere Programmvielfalt zur Verfügung steht. Die Gefahr, dass Programme, denen derzeit nur eine geringe technische Reichweite zur Verfügung steht und die ein Format abseits des Mainstreams belegen, bei einer höheren Reichweite aufgrund einer Ausstrahlung in DAB-Multiplexen einen Formatwechsel vollziehen könnten, halte ich für marginal.

Zitat
Tageblatt
Für den Verbraucher kann von kostengünstig keine Rede: Bei einer völligen Aufgabe des analogen Rundfunks würden fast alle bisheringen Radiogeräte unbrauchbar und es müssten massenhaft neue Digitalempfänger angeschaft werden - die übrigens mehr Energie schlucken als analoge Geräte.


War es bei der Einführung des Digitalfernsehens nicht genauso: Nach einer Übergangsphase wurden alle analogen Sat-Receiver unbrauchbar. Was ist dagegen einzuwenden? Sollen alle Wege der drahtlosen Informationsübermittlung digitalisiert sein, mit einer einzigen Ausnahme: Dem Rundfunk, der auch noch die nächsten 80 Jahre mit der analogen FM-Technik weitersenden darf? - Das wäre anachronistisch.
Was den Energierverbrauch angeht, so ist DAB+ auf jeden Fall effizienter und umweltschonender, da, selbst wenn mit den gleichen Sendeleistungen wie bei analogem FM gearbeitet werden würde, damit eine viel größerer Anzahl an Programmen verbreitet werden kann.

von Wellenjaeger - am 04.06.2015 10:37
Zitat
Gilles
Radio ARA darf dann aber auch den gleichen Preis an den Sendernetzbetreiber zahlen als RTL Radio.


Nicht unbedingt. Ich weiß z.B., dass die schweizerische Digris AG unterschiedliche Preise verlangt, je nachdem, ob es sich um einen kommerziellen Veranstalter oder ein nicht-kommerzielles Radio handelt. Die nicht-kommerziellen zahlen dementsprechend weniger.

Zitat
Gilles
Es ist nun mal ein Fakt, dass die Anschaffung und der Betrieb eines DAB Senders deutlich teurer sind als UKW.


Das sind aber einmalige Ausgaben.
Ich habe jetzt die genauen Zahlen nicht im Kopf, die damals beim DAB-Symposium in Kaiserslautern kursierten. Dort wurde ein DAB-Sender inkl. Multiplexer mit niedriger Leistung vorgestellt. Die Kosten lagen irgendwo im unteren fünfstelligen Bereich.

Zitat
Marcus.
Richtige Lokalradios haben es über DAB schwieriger das stimmt. Die Kosten zu verteilen führt dazu, dass man sich zusaätzliche Konkurenz ins Boot hohlt, bei größeren Multiplexen.


Auch nicht unbedingt. Die Lösung habe ich doch genannt: Einfach mehrere Spartenkanäle mit unterschiedlichen musikalischen Ausrichtungen launchen und die dann im Multiplex mitverbreiten. Wortbeiträge inkl. der Nachrichten und Werbung können aus dem Hauptprogramm übernommen werden.
Eigentlich ist das ein alter Hut: So etwas hat der WDR bereits vor Jahren mit "WDR 2 Klassik" praktiziert, das inzwischen eingestellt wurde.

Ein gravierendes Problem sehe ich in der negativen Grundhaltung: Statt die Chancen zu erkennen, die digitale Multiplexe bieten, werden von den Programmveranstaltern eher die Nachteile in den Blick genommen. Innovatives Denken sieht für mich anders aus.

Mensch, gerade Luxemburg! - Von kaum einem anderen europäischen Land gingen in der Vergangenheit derartige Impulse in Sachen Radio aus: Millionen Deutsche, Franzosen, Briten und andere Europäer haben früher regelmäßig dort produziertes Radio eingeschaltet.
Radio Luxemburg wurde zum Vorbild der deutschen Popwellen.
Von dieser Vorbildrolle scheint nicht mehr viel übrig geblieben zu sein.

von Wellenjaeger - am 04.06.2015 20:54
Zum Frequenzwechsel von Radio ARA hab ich auf der Seite des luxemburgischen Staatsrates eine interessante Ankündigung gefunden: http://www.conseil-etat.public.lu/fr/avis/2015/03/10_03_2015/50_970/index.html. Dort verlinkt ist folgendes Dokument: http://www.conseil-etat.public.lu/fr/avis/2015/03/50_970/50970-Texte1.pdf.

Leider ist alles auf Französisch, aber auf der Seite 2 steht z. B. (falls ich alles richtig verstehe), dass man versucht hat, die 103,4 MHz zu koordinieren und beim Koordinierungsergebnis Einzüge in Richtung Frankreich akzeptieren musste. Dadurch sei die Reichweite der 103,4 schlechter als die der 103,3 bevor Léglise auf 103,2 in Betrieb ging. Da die 102,9 durch den Stopp von DNR frei wurde, empfiehlt man, die 102,9 aus Réseau 2 (ehem. DNR) an ARA im Réseau 3 zu geben und stattdessen die 103,4 in's Réseau 2 zuzuteilen. Man hält die 103,4 (trotz der Einzüge in Richtung Frankreich) immer noch für besser als die durch Léglise stark gestörte 103,3.

Auch die weiteren Seiten des Dokuments sind interessant, dort sind nochmal die verschiedenen koordinierten Frequenzketten (auch LMK, DAB und TV) aufgelistet. Es handelt sich da anscheinend (wenn ich alles richtig verstehe) um den modifizierten Gesetzestext, den man vorgeschlagen hat.

von SaarLux03 - am 05.06.2015 22:41
Zitat
Gilles
Bin eben schnell vorbei gefahren. Es sind 2 Dipole in Richtung Nordwesten. Eigentlich genau gleich wie bei DNR.

Würde die Antennenanordnung bedeuten, dass man vom Kirchberg gerichtet nach Nordwesten sendet, also dorthin die 1kW rausgehen und in die Gegenrichtung vielleicht nur noch 100W oder so (also praktisch so, wie die 103,4 koordiniert war)!? Warum sollte man das dann machen? Zumindest die 102,9 ist doch rund koordiniert!?

Auf meiner Strecke in Richtung Remich/Schengen/Saarland würde ich jetzt nach ein paar Tagen sagen, dass der Empfang eigentlich sogar ähnlich ist wie vorher 103,4, nur dass die 103,4 halt frei war und nicht an abgeschatteten Stellen von anderen Sendern überlagert wurde. Der Störer auf 102,9 scheint mir RPR vom Trierer Petrisberg zu sein (was wieder beweist, dass der Störradius eines Senders deutlich größer ist als der normale Empfangsradius). Bis zum Remicher Cactus ist der Empfang aber schon noch recht brauchbar, ich kann also weiterhin ARA im Autoradio hören :)

Inzwischen hat auch jemand auf der Facebook-Seite von ARA geschrieben, dass die 102,9 auf der Strecke in Richtung Trier schlechter geht als vorher die 103,4. Ich frage mich, ob die 102,9 überhaupt irgendwo ne Verbesserung ist!?

Gestern war ich in Esch/Alzette (bzw. genauer gesagt in Belval - die Luxemburg-Kenner wissen sicher, warum ich dort war). Da geht die 102,9 mit gutem Autoradio noch brauchbar in Mono (ähnlich/gleich wie ich es für die 103,4 in Erinnerung habe). Die 87,8 würde da (und auch auf der gesamten A13) wahrscheinlich schon was bringen, aber ob die je kommen wird!?

Zitat
Habakukk
Hat ARA eigentlich nun an den beiden Standorten auf 105,2 (Echternach und Merscheid) mittlerweile RDS, oder sind die immer noch ohne RDS und in Mono?

Ich kann nur sagen, dass man die 105,2 auf dem Kirchberg noch schwach empfängt (von welchem der beiden Standorte auch immer) - sie also noch sendet. Für Stereo oder RDS-Empfang ist der Empfang aber viel zu schwach. Aber ohne RDS kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, warum sollte man das machen!? Ein Grund für Mono könnte Ballempfang sein und dass dort halt das Signal nicht für sauberes Stereo reicht.

Noch zur 105,0 Eldo. Die ist jetzt in Richtung Saarland auch schwächer. Auf der A8 zwischen Perl-Borg und Tunnel Pellinger Berg liefert sie sich jetzt nen Kampf mit der 105,0 DKultur (Neunkirchen). Vorher ging Eldo bis zum Tunnel fast perfekt und erst danach ging der Kampf los...

Die 105,0 kommt mir aber (auf der Strecke bis Schengen, wo es noch keine Störungen durch DKultur gibt) etwas stärker als die 102,9 vor. Entweder wird wirklich stärker gesendet, oder es liebt nur dran dass Eldo lauter bzw. mit anderem Soundsetting als ARA sendet.

von SaarLux03 - am 18.06.2015 19:56
Hab' eben mal reingehört. Ich finde, das Programm hat "drive". Radio Luxemburg hatte sich doch früher dadurch ausgezeichnet, dass moderne "Gassenhauer" liefen, aber daneben auch manchmal etwas für das "ältere" Publikum. Das ist doch jetzt auch so. Mit dem, was seit 1990, also in den letzten 25 Jahren gesendet wurde, konnte ich mich hingegen nie anfreunden.

Wenn jetzt noch spannende Sendungen wie "Die blaue Stunde" (Hörer stellten eine intelligente Frage, welche die Moderatoren beantworten mussten - wenn ihnen das nicht gelang gab's 100 DM), etwas intelligente Kommentare von den Moderatoren (ich erwarte kein Format wie beim französischen Schwester-Sender RTL, dazu sind die Hörgwohnheiten hier ganz anders, daran haben sich ja verschiedene erfolglos versucht, z. B. RadioRopa Info - das überlassen wir lieber dem öffentlich rechtlichem Deutschlandfunk), aber zwischendurch etwas Intelligenz kann nicht schaden, und etwas weniger Comedy, dann hätte man wieder ein hörenswertes Programm.

Mit welcher Berechtigung sendet man eigentlich noch auf 93,3 und 97,0 aus Luxemburg? Perepherie-Versorgung von Deutschland, so wie Frankreich mit der 234 KHz? Oder dient das der Versorgung von Luxemburg?

von Klaus Wegener - am 01.07.2015 16:55
RTL war seine Landesversorgung in früheren Monopolzeiten so ziemlich sch...egal. Ein kleines Nebenprodukt neben dem deutschen und dem französischen Programm. Die 88,9 wurde nur fürs lux. Programm in den Süden verlegt, nachdem man gemerkt hatte, dass Düdelingen mit der 100,7 die Agglomerationen viel besser versorgen kann (auf der sich RTL ja selbst in einer ersten Zeit eingeschlichen hatte, und dann ja da weg musste) – und andererseits wuchs ja auch Konkurrenz durch DNR, Eldo und Co., die im Zentrum mehr Feldstärke erreichten als die 92,5.
Radio 100,7 wollte schon seit längerem eine Ergänzung für den Norden oder zumindest eine zweite Frequenz, und man darf dreimal raten, wer das wohl verhindern wollte ;)
Ähnlich schwierig gestaltet sich ja auch aus vergleichbaren Gründen das On-Air-Gehen von L'essentiel Radio auf 107,7. Kenne nicht die Details, aber manchmal hört man halt was von "hinter den Kulissen".
Ganz allgemein kann man aber auch sagen, dass es in Luxemburg – eben wegen der langjährigen Monopolstellung eines Privatsenders – keine wirkliche "Versorgungskultur" für das Land auf UKW gab, wie das in anderen Ländern mit staatlichem Versorgungsauftrag seit jeher der Fall war.

von Randfunker - am 25.10.2015 15:46
Zitat
Marcus.
Ab den 80er Jahren gab es große Unterschiede. Später wechselte die belgische PAL Version auf K24 und auf K27 startete die Luxembeurger Version.


War das wirklich so und nicht umgekehrt (belgische Version auf K27 und luxemburger Version auf K24)?

Ich konnte bei Tropo in den 80er/90er Jahren (Standort war Raum Düsseldorf) K27 empfangen. Zu sehen war ein französischsprachiges Programm, das sich "RTL TVI" nannte. Auf K24 war kein Empfang möglich, wegen ARD Aachen Stolberg, der m.E. rund sendete und als einziger deutscher TV Sender tief bis nach Belgien reichte (kann man im Forum bei tuner.be nachlesen). Ich ging daher der Annahme, dass die belgische Version auf K27 lief, da "RTL TVI" m.E. auch der Name des Programms war, welches mit luxemburgischer Lizenz aus Studios in Brüssel sendete.

[EDIT] K21 konnte ich nie empfangen, auch nicht bei besten Bedingungen. Vermutlich ging nach Norden kaum Leistung raus? K7 habe ich erst ab 1984 beobachtet, auf Grund RTL plus. Was vorher lief, kann ich nicht sagen, interessiert mich aber auch.

K7 schwankte bei uns von "kein Empfang" über "verschneites Bild" bei leicht angehobenen Bedingungen bis "einwandfreier Empfang" bei guten Bedingungen. Wenn K7 sehr gut reinkam, wurde auch K27 sichtbar. Der Empfang blieb aber immer verschneit. Antenne war eine VHF Yagi Richtung Köln K11 (ARD) welches von uns in selber Richtung wie Luxemburg lag. UHF war Richtung Witzhelden/Ahrweiler gerichtet, was grob auch der Richtung Luxemburg entsprach, aber nicht so präzise wie Köln, welches exakt der selben Richtung wie Luxemburg entsprach.

von Klaus Wegener - am 11.11.2015 07:59
Eldoradio tut ja wirklich etwas, um den Empfang auch in ländlichen Regionen zu verbessern :spos: Bin mal gespannt, ob/wann sie den Sender in Stadtbredimus in Betrieb nehmen, denn der Empfang entlang der Mosel zwischen Stadtbredimus, Remich, Schengen ist wirklich schlecht (das gilt für alle Programme, die vom Standort Kirchberg Europazentrum kommen).

@Habakukk: Würdest du anhand der Informationen von Randfunker in der FM-List für Eldoradio den Standort "Marnach/Schwarzenhügel" in "Hosingen/Banert" ändern?

@Gilles - Das mit der Leistungsbeschränkung auf der 107,7 vom Standort Kirchberg wundert mich nicht. Der Standort liegt ja wirklich sehr nahe zum Flughafen (Luftlinie sind das gerade mal 3 km) und (befürchtete) Flugfunkstörungen waren ja damals ja auch schon der Grund, warum man nicht mit 100 kW vom viel weiter entfernten Mast in Düdelingen auf Sendung gehen konnte.

@Randfunker - Bei den beiden (oder sind es inzwischen sogar drei?) 105,2ern von ARA gehe ich davon aus, dass man da wirklich aus Koordinierungsgründen nur in Mono senden darf. In der Ausschreibung der ehemaligen DNR-Kette sind die 104,2er ja auch nur als "mono" erlaubt. Ich weiß nicht, ob inzwischen wenigstens RDS auf den Frequenzen ist. Das sollte ja erlaubt sein und wäre auf jeden Fall sinnvoll. Im Radiotext von ARA steht übrigens seit einiger Zeit etwas von "and soon on 87.8 MHz". Es besteht also noch Hoffnung, dass der Sender Steinbrücken noch irgendwann in Betrieb geht :)

von SaarLux03 - am 30.03.2016 19:52
Hi SaarLux,

die 101,5 ist hier im Norden eine sehr gute Alternative. Wir sind ja schon seit Beginn (1992) nie auf 106,5 gewesen. Wegen BigFM vom Scharteberg auf 106,6 sind wir zunächst auf 106,45 gewesen. Da aber RDS eigentlich nur für das 100kHz Raster ausgelegt ist, und immer mehr (Auto)Radio-Hersteller sich strikt daran halten, wurde vor 2 Jahren auf 106,4 ausgewichen. Keine gute Situation, half aber enorm beim Empfang in unserer Region und wurde zudem "toleriert".

Echternach ist natürlich nicht förderlich, die Kollegen haben das gleiche Problem mit BigFM, haben aber nie offiziell Beschwerde eingelegt, Die 101,5 wurde nach unserer Beschwerde extra für uns ausgewählt und nach Medernach koordiniert. Wir hätten schon früher wechseln können, aber ein Frequenzumzug ist schwieriger als ein Adresswechsel. Da muss alles umgekrempelt werden. Von der Webseite über die Visitenkarten, Werbebanners, QSL-Karten, T-Shirts, Jingles, etc.... Ein sehr grosser Aufwand, und wir haben ja alle noch Familie und Beruf "nebenbei".

Die 101,5 haben wir nach der Koordinierung mal ausgetestet und es ist wirklich eine Bereicherung für uns. Koblenz kommt vereinzelt im Ösling auf den exponierten erhöhten Stellen rein. Aber nur sehr schwach. Die Franzosen von Yutz sind dagegen erst im Raum Junglinster empfangbar, aber auch nur Stellenweise. Die senden ja auch nur mit 500 Watt von Thionville aus. Der Raum Junglinster gehört nicht mehr zu unserem Empfangsgebiet. Bei Heffingen/Reuland ist für uns sowieso Schluss. Unsere Antenne steht ja nicht oben auf dem Dolenberg (Schnepperkopp) sondern im Nordhang. Die Ausstrahlung nach Süden und Westen ist daher vom Berg selbst abgeschattet.

Radiogrüsse:
-Serge-

von Radio R.O.M. - am 19.06.2016 14:12
Das darfst du aber keinem Luxemburger so sagen. Fakt ist, dass man diesen "Dialekt" 1984 zur Sprache erhoben hat. Sowas haben z. B. romanische Sprachen seit dem Zusammenbruch des Römischen Reiches auch getan. Da wurden gesprochene Varianten des Lateinischen zur eigenen Sprache. Das sind ganz natürliche Entwicklungen, die der Abgrenzung und Identitätsfindung dienen.

Dabei spielt es im übrigen keine Rolle, ob man die Sprache versteht oder nicht oder wie ähnlich sie zu anderen Sprachen ist. Die Schweizer haben ihre Sprache, obwohl sie weiter vom Standarddeutschen abweichen als das Luxemburgische, diesen Schritt durchgezogen. Das Valencianische wurde zur eigenen Sprache erklärt, obwohl es eigentlich ein regionale Variante des Katalanischen ist.

Andererseits wirft man dem Luxemburgischen vor, dass es nie den Stellenwert einer richtigen Sprache erreichen kann, da man sich damit nicht präzise ausdrücken kann. Das ist ebenfalls falsch, da es die Möglichkeit gibt, deutsche Wörter und Begrifflichkeiten zu übernehmen. Selbst wenn man diese Wörter und Begriffe nur luxemburgisch ausspricht, reicht es aus, um eine eigene Sprache zu sein, denn lexikalische Übereinstimmung, selbst wenn sie 80 oder 90% beträgt, bedeutet nicht, dass es sich um dieselbe Sprache handelt. Portugiesisch und Spanisch haben lexikalisch 90% Übereinstimmung, die Aussprache unterscheidet sich allerdings enorm. Keiner würde auf den Gedanken kommen, Portugiesisch als einen spanischen Dialekt oder umgekehrt zu bezeichnen.

von WellenJäger - am 08.11.2016 19:46
Also ob Luxemburgisch jetzt aus sprachenwissenschaftlicher Sicht ne Sprache oder ein Dialekt ist... darüber sollen sich lieber die Sprachenwissenschaftler den Kopf zerbrechen. De Jure ist es wie WellenJäger ja bereits gesagt hat eine Sprache und ich, der ich zurzeit etwa gleich viel Zeit in Luxemburg als in Deutschland verbringe, muss sagen, dass ich es auch als Sprache wahr nehme. Es wird von den Leuten aktiv gesprochen und man kann zum Beispiel auch Behörden und andere offizielle Stellen problemlos schriftlich in Luxemburgisch kontaktieren. Versuch das mal z. B. in Saarbrücken in saarländischem Dialekt - da lachen die dich doch nur aus. Zumal ich, obwohl in Saarbrücken geboren und das ganze Leben lang regelmäßig saarländischen Dialekt sprechend, noch nicht mal wüsste, wie man auf Saarländisch überhaupt auch nur einigermaßen korrekt schreiben würde.

Ich wüsste aber nicht, dass sich die Luxemburger jetzt an einem deutschsprachigen Radio wegen der Sprache groß stören würden. Aber da muss ich mal die Luxemburger in der Firma dazu fragen :) Natürlich wohnen auch viele Leute in Luxemburg, die gar kein Deutsch oder Luxemburgisch sprechen, die erreichst du in beiden Sprachen natürlich nicht. Klar ist auch, dass bis auf Wetter und Verkehrshinweise das deutschsprachige RTL Radio wirklich nichts mehr mit der Region hier zu tun hat.

Ok, das war jetzt ein bisschen OT. Zum Topic kann ich sagen, dass derzeit zumindest auf 103,4 anscheinend noch nicht gesendet wird, sonst würde ich das zumindest irgendwo im Raum Perl bis Nennig zumindest gestört empfangen können.

Ob man mit 1 kW auf der Frequenz senden kann habe ich auch Bedenken. Weniger wegen der Leistungsfähigkeit des Combiners, sondern wegen der laut den Dokumenten sehr scharfen Richtstrahlung (man muss in Richtung Frankreich auf nur 3,2 W ausblenden!). Bei Latina bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass die nicht aus technischen Gründen, sondern aus empfangstechnischen Gründen (bessere Feldstärke im Süden) nach Leudelingen zurückgegangen sind.

von SaarLux03 - am 08.11.2016 21:42
@Radio R.O.M.: Eldoradio ist auch ein "Radio à réseau" und betreibt auf dem "Rouscht" eine Log-Per-Antenne Richtung Westen mit 2 kW. Genau so was ist auch für Latina dort koordiniert - auch wenn's vielleicht nie in Betrieb geht. 1 kW als striktes Limit vorzugeben, ist eigentlich Unsinn, weil das per se bedeutet, dass eine wirkliche Anpassung an das zu versorgende Gebiet in Bezug auf Topographie, Richtwirkung usw. gar nicht möglich ist. Die 94,3 war ursprünglich für Bascharage koordiniert mit 2 oder 3 kW. Das wird fürs Zielgebiet schon seinen Sinn gehabt haben - allerdings innerhalb eines DNR-Netzes, das nicht mehr existiert. Ich frage mich auch, was an diesem Standort für ein deutschsprachiges Radio interessant sein sollte, außer man ginge beispielsweise auf die benachbarte Höhe von Dippach, um die größten Teile des Südens zu versorgen (sowieso müsste die 94,3 wegen Trier aus dem östlichen Luxemburg ausgeblendet bleiben).
Einen 1-kW-Sender Richtung Frankreich auf 3,2 Watt einzuziehen, dürfte technisch ziemlich kompliziert werden bzw. eine recht aufwendige Antennenkonstruktion verlangen ...

von Randfunker - am 11.11.2016 00:28
Tja, vieles scheint dann doch "à la tête du client" zu gehen ;)
Interessant ist ja auch, dass BCE für Eldoradio ein Netz ausgearbeitet hat, wo man mit starken Richtwirkungen arbeitet (Roost, Junglinster, andere in Planung - wann da noch was kommt ...?), was ja auf kleinem Territorium mit wenigen QRGs im Gleichwellenbetrieb (95,0) fast schon nötig ist.
Mir will bis heute nicht in den Kopf, wieso seit den ersten Ausschreibungen 1992 für Lokalradios Rundstrahlung vorgeschrieben war. Was für ein Quatsch! Ihr wisst ja selber, dass ihr effizienter die Leistung einsetzen könntet, wenn ihr nicht vertikale Einfach- oder Doppel-Dipole benutzen müsstet (oder Groundplane, wäre wohl auch erlaubt). Da die Topographie ja auch "Richtwirkung" bringt, je nach Lage, ist die Strahlung zur Bergseite hin für die sprichwörtliche Katz. Ich verstehe da das Gesetz nicht. Am schlimmsten hatte sich das ganz zu Anfang bei R. Diddeleng u. LRB ausgewirkt, die als direkte Nachbarn beide auf 103,9 koordiniert wurden, mit Rundstrahlung! Dann wurde die Sache mit dem Wechsel auf 103,6 für Düdelingen entzerrt.

von Randfunker - am 11.11.2016 15:13
Ja, die 95,9 ist endlich da - hat ja ne Ewigkeit gedauert! Fiel mir jetzt nur zufällig bei einer Fototour durchs Ösling auf, als in Grevels mein Sendersuchlauf da hängen blieb, und bin gleich nach Neidhausen, um die Antenne (hatte die schon mal "oben ohne" ins Forum gestellt) zu begutachten. Zwei vertikale Dipole mit Panels sind jetzt auf der Mastspitze und darunter gut zu sehen die Ballempfangsantenne Richtung Düdelingen.
Anschliessend Testfahrt runter nach Clerf, weiter über den Höhenzug von Wintger nach Wiltz, dann noch zum Stausee und über Vichten wieder südwärts. Während auf den Hochplateaus die Düdelinger 100,7 quasi genauso gut zu hören ist, bietet der neue Sender in den Tallagen im Raum Clerf-Wiltz eine erheblich bessere Qualität. Zwar kommt Düdelingen an freien Südhängen gut rein, wo der "Neue" gelegentlich minimal schwächelt, aber mein Autoradio wählte zu 75 Prozent auch in der Stauseegegend die 95,9. Südlich des Höhenzugs Napoleonsgaart-Heiderscheid dominiert dann wieder Düdelingen, allerdings bleibt Neidhausen mit Resten auch bis an Luxemburg-Stadt heran hörbar.
Wie der Empfang Richtung Eifel ausfällt, muss noch erkundet werden.
Die Dipole haben eine gewisse Nord-Ausrichtung (Südost-Ausblendung wohl wegen Moseltal und Weinbiet) - ob die vertikale Polarisierung wegen Aachen gewählt wurde oder wegen der Topographie, ist mir noch nicht wirklich klar ...
[attachment 9313 Neidhausen_959.JPG]

von Randfunker - am 04.06.2017 23:51
Zitat
SaarLux03
Ja, der Artikel aus dem RadioMAG ist zwar schon von Anfang des Jahres, nichtsdestotrotz aber wirklich interessant.

Meines Wissens hat Antenne Luxemburg nicht nur 2 alte DNR-Frequenzen zugewiesen bekommen, sondern die ganze Kette (also alle ehem. DNR-Frequenzen plus einige neue, die man inzwischen koordiniert hat). Nur auf Sendung ist man leider immer noch nicht, was irgendwo schade ist. Bei der 103,4 vom Kirchberg bin ich, wenn sie endlich wieder auf Sendung geht, mal gespannt, ob man wirklich den starken Einzug in Richtung Frankreich verwirklichen muss und wie sich das dann auswirkt.


Ende 2016 wurde bei Topstarradio angekündigt, dass die Moderatoren wo wir im Artikel aufgezählt haben, für Antenne Luxemburg verpflichtet seien. (Hatte Porwoll sogar noch kontaktiert um Logo zu verwenden und zu informieren, dass wir einen Artikel darüber verfasen)

Was den Sendestart angeht, da muss man abwarten ob Xav vor der "Sommerpause" noch unterschreibt. Ansonsten muss Antenne Luxemburg bis zur "Rentrée" warten.
3 Wochen bis zur Sommerpause sind es noch...

So drehen die Mühlen der Luxemburger Ministerien halt...

Gruss:
-Serge-

von radiorom - am 21.06.2017 15:58
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