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vor 12 Jahren, 4 Monaten
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Nordi, PowerAM, Channel Master, Kroes, Brubacker, _Christoph, Rolf, der Frequenzenfänger, DX-Project-Graz, Nohab, FrankenWalder, Grenzwelle, Wrzlbrnft

[TV] Veränderte Abspielgeschwindigkeit von US-Serien im dt. TV

Startbeitrag von Wrzlbrnft am 28.12.2005 09:20

Aus dem RTL-Verschlüsselungsthread ;):

Zitat

Re: RTL Digital ab 1.1.2006 FreeToAir im KabelBW
geschrieben von: Grenzwelle (IP gespeichert)
Datum: 27. Dezember 2005 23:58


Mal was anderes:

RTL verlangsamt die Aussendung von CSI-Miami (und sicher noch vieler anderer Filme), wie ich heute beim ersten Free-TV-angucken dieser Serie erleben durfte...


Inwiefern "verlangsamt"? So manche US-Serie wird im PAL- und SECAM-Europa in anderer (eben an PAL angepasster) Geschwindigkeit abgespielt, ein Phänomen das es so schon seit Jahren gibt.

Antworten:

Was soll das heißen? Zeitraffer?

von DX-Project-Graz - am 28.12.2005 09:32
Problem: NTSC(USA) läuft mit 30 Bildern pro Sekunde, PAL (Europa) läuft mit 25 Bildern pro Sekunde.
Je nach verwendeter Konvertertechnik kann das Ganze dann entsprechend langsamer laufen.
Moderne Digitalkonverter sollten eigentlich dieses Problem nicht haben.
Übrigens, Kinofilme laufen im TV auch etwas schneller, fällt allerdings kaum auf, da der Unterschied geringer ist, 24 zu 25 Bildern pro Sekunde, da läuft der Film einfach etwas schneller durch und ist damit synchron zur Fernsehnorm.



von Nohab - am 28.12.2005 10:08
In Nordamerika liegt die Frequenz des Wechselstroms im Stromnetz bei 60 Hz.
Daran ist der Bildwechsel beim TV gebunden: 60 Halbbilder pro Sekunde.
(System M mit NTSC-Farbe)

In Europa liegt die Frequenz des Stromnetzes bei 50 Hz, also haben wir im TV
50 Halbbilder pro Sekunde. (Sytem B+G/H bzw. D+K)

Folglich muss die Zahl der Bilder pro Sekunde bei nordamerikanischen Produktionen
um 5 Bilder pro Sekunde (16,67%) gedrosselt werden, um sie ohne großen technischen
Aufwand (möglicherweise Unterdrückung jedes 6.Bildes?) bei uns darzustellen.

von FrankenWalder - am 28.12.2005 10:09
Komischerweise läuft die Serie CSI auf 13th Street mit anderer, von mir als normal empfundener Geschwindigkeit, ebenfalls mit 25 Bildern pro Sekunde und zwar schneller. RTL verlangsamt.

Meines Wissens werden US-TV-Produktionen für den europäischen Markt schon zeitgenau umgerechnet, es muss schon Absicht dahinter stecken, die mit den erlaubten Werbezeiten zu tun haben.

von Grenzwelle - am 28.12.2005 10:13
Mit dem BSPlayer kann man sich übrigens schön vorführen lassen, wieviel eine Abweichung in der Geschwindigkeit ausmacht. Einfach während des Abspielens F5 bzw. F6 drücken. Bei jedem Tastendruck wird die Abspielgeschwindigkeit um einen Prozentpunkt erhöht bzw. gedrosselt. Ist ganz interessant!

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 28.12.2005 10:25
Und welche Ursache hat es, daß bei einigen Privatsendern (bei den Ö/R ist mir das bisher nie aufgefallen) Serie und Filme mit extremem Ruckeln gesendet werden, also so, als ob ein oder zweimal pro Sekunde der Film für ein paar Millisekunden angehalten wird.

Bei Kameraschwenks oder schnellen Szenen kann man das gut beobachten - wirklich Spaß macht es ja nicht, sowas zu sehen...

von _Christoph - am 28.12.2005 16:11
Das muß nicht unbedingt am Originalmaterial liegen! Einige mpeg-Coder sind mit Kameraschwenks oder schnellen Bewegungen im Bild überfordert. Dazu kommt, daß das Signal auf dem Weg zu Dir inzwischen mehrere Male gewandelt wird und jeweils ein Coder und Decoder neue Fehlerbilder hinzufügen können. Insbesondere unser Berliner DVB-T sieht so aus, als hätte man von einer uralten VHS-Kopie einer Kopie eine weitere Kopie erstellt. Grausam...

von PowerAM - am 28.12.2005 16:27
Ich glaub ich weiss was du meinst. Bei den "Gilmore Girls" ist das ganz extrem, als ob weniger Bilder pro Sekunde gesendet würden. Da will sich wohl nur jemand von der Masse abheben :(
Das nervt wirklich ganz schön.

von Nordi - am 28.12.2005 16:28
Der Grund liegt auf der Hand: Die Anzahl der erlaubten Werbeblöcke.

Hat eine Sendung eine Originallänge von knapp unter der Sendungslänge, die einen zusätzlichen Werbeblock ermöglicht, so wird die Sendung dementsprechend gestretcht, damit der zusätzliche Werbeblock erlaubt ist. :sneg:

Tja, hier hat der Gesetzgeber zwar reglementiert, dabei aber vergessen, dass die Sendungen in Originalgeschwindigkeit gesendet werden müssen. Also für'n A..... das Ganze.

von Channel Master - am 28.12.2005 23:41
Leider sehr richtig - bei RTL ist mir das schon öfter aufgefallen. Und da ich erst befürchtet habe, dass es am DVB-S-Signal liegt (was ansonsten für Deutschland-Verhältnisse eine extrem gute Qualität hat) habe ich auch mit DVB-T und Analog-Sat verglichen - dort waren die Ruckler ebenfalls in gleicher Stärke und "Qualität". Natürlich hatte das was mit den Werbegrenzen zu tun - aber so lange sich niemand beschwert, machen unsere Privaten natürlich mit diesem Quatsch weiter...

von Kroes - am 28.12.2005 23:57
Bei Filmen und einigen Serien, die auf »Film«-Material gedreht werden, ist's das folgende:
Es wird mit 24 Bildern/Sekunde aufgenommen (überall so beim Film) und damit hat man bei den beiden bekannten Fernsehsystemen mit 25 oder 30 (bzw. 29,97) Bildern/Sekunde ein kleines Problem. Da zwischen 24 und 25 Bildern kaum Unterschied ist, wird dieses Material bei uns einfach 4% schneller abgespielt und man hat 25 Bilder. Dies wird gemeinhin als »PAL-Speedup« bezeichnet. Man kann es an Musikstücken (Titelliedern und so) im Vergleich oft ganz gut merken, da sie sich 4% schneller oft schon ein klein wenig anders anhören.

Bei NTSC kann man natürlich keinen Speedup auf 30 Bilder machen und so kommt da ein anderes Verfahren zum Einsatz, das sog. »3:2-Pulldown«. Hier wird jedes zweite Bild statt in zwei in drei Halbbilder zerlegt und man kommt auf die 60 Halbbilder. Die Geschwindigkeit stimmt hier dann weiterhin mit der Film-Geschwindigkeit im Gegensatz zum PAL-Verfahren. Dafür kann es aber wohl anscheinend zu einem ganz leichten Ruckeln kommen.

Hier noch Infos dazu:
http://members.aon.at/neuhold/dvd/dvd_tvnormen.html

von Brubacker - am 30.12.2005 14:12
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