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Mittelwellen-Sendeanlagen Deutschland

Startbeitrag von Kroes am 10.05.2003 09:37

Ich habe mal versucht, für die Mittelwellen-Sender in Deutschland anzugeben, über was für Sendemasten gesendet wird - ein paar Korrekturen wären auch nicht schlecht:

549 Thurnau: 240m-Mast
549 Nordkirchen: zwei Sendemasten (Höhe?), genaueres unbekannt
567 Berlin-Charlottenburg: 130m-Mast
576 Mühlacker: 270m-Mast, dazu ein Reservemast (früher Reflektor)
594 Rodgau-Weiskirchen: zwei Sendemasten (Höhe?), genaueres unbekannt
594 Hoher Meißner: 155m-Mast, weitere Anlagen für UKW (220m), Reserve MW (95m), Reserve UKW (40m)
603 Zehlendorf: 360m-Mast für UKW,MW,LW; Dreieckflächen-Antenne 3x150m als Reserve - stimmt das so?
612 Kiel-Kronshagen: keine Ahnung
666 Rohrdorf: 240m-Mast tagsüber, 2x137m nachts
702 Flensburg: Draht am Fußende des UKW-Mastes
711 Dossenheim, Obereisesheim, Jungingen: jeweils ein kurzer Sendemast (Höhe?)
720 Langenberg-Rommel: 170m-Mast (Reusenantenne), nicht identisch mit UKW-Mast
729 Hof: ein Sendemast (Höhe?)
729 Würzburg: am BR-UKW-Mast untergebracht??
756 Königslutter: 199m-Mast mit 99m-Reflektor, dazu 137m-Mast früher Mega Radio
756 Ravensburg: 2 Sendemasten (Höhe?), Funktionen?
774 Bonn-Venusberg: 180m-UKW-Mast als Selbststrahler
783 Wiederau: Dreieckflächen-Antenne, was steht da sonst noch? welcher Mast für UKW (oder sogar mehrere?)?
792 Lingen: 227m-UKW-Mast auch für Mittelwelle
801 Dillberg: 231m-UKW-Mast auch für Mittelwelle; ausserdem ein Reservemast
801 Ismaning: 172m-Mast, weitere Anlagen: KW (2x35m, 3x55m), MW-Reserve (105m), UKW (100m)
828 Hannover: 135m-UKW-Mast auch für Mittelwelle; 108m als Reserve
828 Freiburg: UKW-Mast auch für Mittelwelle
855/990 Berlin-Britz: 140m + Reflektor, Kreuzdipol - was wofür?
873 Weißkirchen: drei Sendemasten, Höhe?, Zusammenschaltung?
882 Wachenbrunn: zwei Sendemasten, mehr unbekannt
936 Bremen-Oberneuland: keine Ahnung
972 Hamburg: 184m-Mast, weitere Anlagen: UKW,TV (300m), ehemaliger Reflektor (77m), MW-Reserve (122m)
1017 Rheinsender: 150m-Mast, auch für UKW?, Funktion des Sendemastes am Gebäude?
1044 Wilsdruff: 153m-Mast, Reserve: Dreieckflächen-Antenne 3x50m; inaktiver 51m-Mast
1107 Kaiserslautern, Grafenwöhr: unbekannt
1143 Gießen, Bitburg, Würzburg, Bamberg: unbekannt
1143 Mönchengladbach: kleiner Mast direkt an der A61
1143 Heidelberg: 65m-Mast, am oberen Ende auch UKW-Antennen
1143 Hirschlanden: ein Sendemast
1188 Reichenbach: ?
1197 Ismaning: 4x120m als Richtantenne
1269 Neumünster: 2 Sendemasten, Höhe?
1323 Wachenbrunn: ?
1422 Heusweiler: 2x120m, Reservemast 50m
1485 Ansbach, Hohenfels, Regensburg unbekannt
1485 Baden-Baden: 100m-Mast
1539 Mainflingen: 144m-Mast (Reusenantenne), daneben noch ein Mast wofür?

Antworten:

Berlin-Britz: Lt. Aussage bei einem Besuch der Sendestation darf über den Kreuzdipol aus EMV-Gründen nicht mehr gesendet werden. Über die beiden Masten werden 855 und 990 kHz mit Rundstrahlung betrieben; die frühere Nachtschaltung auf 855 kHz mit Ausblendung Richtung Rumänien soll wegen der deutlich reduzierten Sendeleistung nicht mehr erfolgen.

873 kHz: Ausblendung Richtung 60 Grad.

882 kHz: Zwei Rohrmasten ca. 140 m mit Ausblendung nach Jugoslawien, wobei zu hinterfragen bliebe, ob diese Konfiguration auch mit dem Thomcast-Sender, der sich in einem Container bei den Masten befindet, wieder so hergestellt wurde.

1044 kHz: Thomcast-Sender beim Rohrmast untergebracht und fest auf diesen geschaltet. Mit der Dreieckflächenantenne ist der alte 20 kW-Sender SM 4E verbunden, der als Reservesender weiterhin zur Verfügung steht (Stand ca. 2000).

1188 kHz: Gittermast mit Dachkapazität, wohl vom 51 m-Typ, der ein Standard der Deutschen Post (DDR) gewesen zu sein scheint.

1323 kHz: Frei konfigurierbares System aus vier im Quadrat angeordneten Gittermasten, wird aktuell tagsüber mit Beam 310°, abends/nachts mit Beam 220° betrieben.

von B. Antworter - am 10.05.2003 13:53
1107 AFN Kaiserslautern, selbststrahlender Mast, Standort Otterbach, nördlich von Kaiserslautern, direkt an der B270 im Ortseingang von Otterbach-Sambach, links in einer Wiese, wenn man von Kaiserslautern kommt. Höhe ???, solide Konstruktion, mit 10 kW völlig unterfordert, könnte locker 100 oder mehr kW verheizen. Sendete vor 1978 auf 611 kHz.

von RealRock - am 10.05.2003 14:27
Habe mir vorhin Bremen-Oberneuland sowie die anderen Anlagen in und um Bremen angesehen. Muß die Bilder und Infos überarbeiten und stelle sie dann ins Netz...

von RadioNORD - am 10.05.2003 14:56
1143 Würzburg: 40m-Gittermast, am oberen Ende zwei Ringdipole für die 104.9

von Kay Bartholomäus - am 10.05.2003 14:59
Es fehlen noch die an Fernmeldetürmen angebrachten Drahtantennen auf denen MEGARADIO sendete in Nürnberg, Regensburg und München.
Die Höhe der Neumünsteraner Maste ist mir bekannt: 65 m

von Obelixx - am 10.05.2003 15:22
Ich habe auch noch welche:

828 Hannover: etwa gleiche Konstruktion wie 702 Flensburg; drei Drähte, die über die Pardunenanker-Abspannung isoliert nach außen (vom Mast weg) gezogen werden und in 120° Abständen um den UKW-/VHF-Mast herum gruppiert sind und oben bei ca. 2/3 Masthöhe isoliert aufgehangen sind. Unten an der Speisung sind die Drähte zusammengeschaltet. Am zweiten, etwas niedrigeren (alten) Reservemast ist nur ein Draht aufgehangen.

729 Hof: ein kleiner Gittermast, ca. 30m hoch, etwa 10m neben dem bewohnten (!) Betriebsgebäude

729 Rügen/Putbus (inaktiv): hat Kroes vergessen, da stand bis Ender der 90er ein 40-50m hoher Stahlgittermast mit quadratischer Dachkapazität (steht der heute noch?)

1188 Reichenbach: gleicher 40 bis 50m hoher Stahlgittermast mit Dachkapazität wie 729 Rügen

von Torsten M. - am 11.05.2003 22:01
Hab nun die Fotos von meinem aktuellen Besuch der MW-Anlage in Bremen-Oberneuland auf meine Senderfoto-Homepage gestellt. Schaut einfach unter Bremen nach. Dort auch der Erlebnisbericht des Radiohörens mit einem Metallzaun...

von RadioNORD - am 12.05.2003 02:19
1044 Wilsdruff Mast 153 m, mit darunterliegendem Häuschen aber 160 m vom
Erdboden aus.
882 Wachenbrunn 2 mal 142,8 m
1332 Wachenbrunn 4 mal 125,1 m

von Harald Z - am 12.05.2003 05:56
@ jkr

Zitat:
"1485 Regensburg. Bereits seit etwa einem Jahr nicht mehr in Betrieb. Die frühere US-Pioneer-Kaserne ist aufgelöst, fast das gesamte Areal jetzt in Bundeswehrhand. US-Satellitengroßantenne entfernt; ebenfalls TV-Umsetzer auf dem Dach abgabaut."

Kannst Du da jetzt ein Bild von dem lustigen MW-Draht machen oder wird der durch die Bundeswehr verdeckt?

von Kay Bartholomäus - am 12.05.2003 09:32
zur Mittelwellenanlage Würzburg:

Habe im BR-Geschäftsbericht 1956 folgenden Passus gefunden: "In Würzburg wurde zusammen mit einem 100m-Rohrmast ein neuer 1 kW-Mittelwellensender anstelle einer veralteten Anlage in Betrieb genommen." Etwas später im Abschnitt Fernsehen: "In Verbindung mit dem neuen 100m-Rohrmast, von dem sowohl die Mittelwellen- als auch die UKW- und Fernsehsendungen abgestrahlt werden..."

Also: Kein separater MW-Mast in Würzburg!

von jkr - am 12.05.2003 10:31
Zum Sender Hof:

Im Jahr 1962 wurde in Hof ein erneuerungsbedüftiger Antennenmast ausgewechselt (Quelle: BR-Geschäftsbericht) Dieser wurde dann im November 1999 durch einen 74m hohen Neubau selbst wieder ausgewechselt (Quelle: H.J. Biener). Insoweit möchte ich den Eintrag von Torsten M. in diesem Thread richtigstellen.

von jkr - am 12.05.2003 10:35
@ jkr

Zitat:
"Draht ist wahrscheinlich auch weg. Ein Einschleichen in die Kaserne ist sehr riskiert, da gut bewacht: im früheren Divsionsgebäude ist jetzt die Kommandozentrale einer mobilen Schnelleinsatzgruppe, die verstehen da wahrscheinlich keinen Spass."

Oops, dann lass es mal lieber sein. Sonst wirst'e noch gejagt, weil du ein Stück Draht photographierst.

von Kay Bartholomäus - am 12.05.2003 11:35
Dann ist ja das meiste schon geklärt. Danke schonmal! Fehlt noch an Infos

- Zehlendorf: Kommen hier LW (177), MW (603) und die UKW-Sender alle vom selben Mast? Zumindest die UKW-Sender müssen ja bei den in der Koordinierung angegebenen 330m Effektiv-Höhe von diesem hohen Mast kommen. Die anderen auch? Oder wird hier doch über die Dreieck-Antenne gesendet? Oder gibt's sogar zwei Masten über 300m dort?

- Wiederau: MW sollte jetzt klar sein, aber wie sieht's mit UKW aus? Alle von einem Mast (angeblich gibt's dort mehrere) oder irgendwie aufgeteilt?

- Berlin-Britz: von wo kommt denn die 89.6? Vom großen Mast oder dem kleineren? Nach der Seite von Patrick Breloehr sollen ja beide für UKW/DAB usw genutzt werden.

- Kiel: von wo kommt Power 612?

von Kroes - am 12.05.2003 16:58
sendet Power612 in Kiel überhaupt noch? Als ich letztens abends in Kiel war, konnte ich auf 612 kHz nichts empfangen.
Von den Koordinaten her ist der MW-Sender identisch mit der UKW-Anlage Kronshagen (Kiel) - sagt jedenfalls die Senderdatenbank.

von RadioNORD - am 12.05.2003 17:21
@ Kroes

Zitat:
"- Wiederau: MW sollte jetzt klar sein, aber wie sieht's mit UKW aus? Alle von einem Mast (angeblich gibt's dort mehrere) oder irgendwie aufgeteilt?"

Also wenn man sich die Bilder hier mal anguckt

http://www.sender-tabelle.de/Fotos/Ostdeutschland/Wiederau1_X.jpg
http://www.sender-tabelle.de/Fotos/Ostdeutschland/Wiederau2_X.jpg
http://www.sender-tabelle.de/Fotos/Ostdeutschland/Wiederau3_X.jpg

sieht's danach aus, daß der linke Mast neben Mobilfunkantennen (oder sowas) im oberen Bereich ausschließlich die vertikal polarisierte Band III (also ARD) - Antenne trägt.

Der rechte Mast hat auf der Spitze den GFK-Zylinder für die UHF-Programme (MDR und Privatfernsehen - falls noch nicht abgeschaltet) und darunter die UKW-Antennen.

von Kay Bartholomäus - am 12.05.2003 19:15
Leipzig-Wiederau:
Mast 1(236m-51°11'09''/12°17'08'')
VHF:K9 V ND ARD 100kw 216m Antennenhöhe
UHF:K52 H 270° MDR 100kw 180m '' (Richt.Sachsen -Anhalt)

ex !:K26 H 50° Sat.1 100kw 180m '' (Richtung Leipzig)
ex !:K35 H 270° ARD 85kw 180m '' ( '' Sachs-Anhalt)

Mast 2(216m-51°11'08''/12°17'13'')
UHF:K22 H ND MDR 460kw 200m ''
K42 H ND ZDF 500kw 200m ''
UKW:6 Sender ND je 100kw 163m ''
2 '' 270° 89 bzw 60kw

von Hempe - am 15.05.2003 10:13
@ Hempe

Dann sind das also an Mast 1 unter der VHF Band III - Antenne UHF-Antennen in den Kästen.

Der Mast 2 macht so 'nen "neuen" Eindruck. Steht der schon seit 1969 (Start von DDR 2) oder wurde er erst nach der Wende errichtet?

Hätte damals eigentlich wenig Sinn gemacht, für zwei Fernsehprogramme zwei Masten aufzubauen.

Diente der Mast 1 früher auch als Träger für UKW-Antennen?

von Kay Bartholomäus - am 15.05.2003 10:43
Hallo Kay!
Über den Anfang der 50er Jahre gebauten Mast 1 wurde zuerst die Mittelwelle abgestrahlt dann VHF K9 V und UKW.Als das UHF-Fernsehen (II.Programm)bei uns losging wurde der Mast 2 gebaut(1969).Ob schon vor der Wende über den neueren Mast UKW abgestrahlt wurde, weiss ich nicht.Anfang der 90er Jahre wurde die Sendeanlage saniert,die MW wird seitdem nicht mehr über die Rohrmaste sonder über eine DFA abgestrahlt.
In den grauen Kästen am Mast 1sind die UHF-Richtantennen.
Der Mast 2 wurde wahrscheinlich einer gründlichen Verjüngungskur unterzogen.Ich habe ein Foto ,wo gerade ein neues Teil(UHF-Zylinder)aufgesetzt wird-am Boden liegen da etliche alte Teile.
Was heute noch an alten Gebäuden,Antennen u.a. steht, weiss ich aber auch nicht.
Grüsse Hempe

von Hempe - am 15.05.2003 11:48
@ Hempe

Hast Du das Photo in digitaler Form vorliegen? Könntest Du's mir da mal per Mail zusenden?

Daß der Mast 2 schon 1969 errichtet wurde, hätte ich nicht gedacht. Auf dem Bild schaut er halt aus wie ein neuer. Fast so ähnlich wie der Heidelstein bei uns hier.

von Kay Bartholomäus - am 15.05.2003 11:54
Eigentlich: welche Sendeantenne hat denn MEGARADIO in Würzburg für die Abstrahlung seines Programms auf 1386kHz benutzt? Den Mast des BR über eine spezielle Frequenzweiche? Oder den Mast des AFN über eine spezielle Frequenzweiche?

von Obelixx - am 15.05.2003 20:05
Soweit ich weiß kam das Signal von der Frankenwarte. Also wird's entweder der BR-Mast sein oder die Telekom hat einen Draht gespannt.

von Kay Bartholomäus - am 16.05.2003 09:12
Vor einigen Tagen habe ich folgende Mittelwellen-Frequenzliste, die mit Stand 2003 gekennzeichnet ist, gefunden:

http://home.arcor.de/berlin-rundflug/MW-Datenbank_525-1700kHz_2.htm

http://home.arcor.de/berlin-rundflug/download/MW-Datenbank.pdf

Vom Layout erinnert diese Liste sehr an die Listen von ukwtv.de aus jener Zeit.


In dieser Tabelle sind einige Sender aufgelistet, die es mal gab, jedoch nicht mehr on air sind, wie z.B. einige AFN-Sender sowie die Kleinsender in der damaligen DDR. Soweit noch gut.


Aber einige Fragen ergaben sich mir doch.

Einige der Kleinsender für Mittelwelle in der damaligen DDR hatten angeblich nur eine Höhe von 20 Meter. Kann das jemand bestätigen?

Und dann tauchen auch Sender auf, bei denen ich mir die Frage stellen, ob diese überhaupt jemals on air waren, oder ob diese nur für diese Standorte koordinert sind, z.B.:
- Reichenbach 1170 kHz
- Bonn (Venusberg) 972 kHz
- Aachen (Stolberg-Donnerberg) 702 kHz
- Heidenheim (Schloß Heilenstein) 1413 kHz
- Stuttgart-Hirschlanden 711 kHz --> Das dürfte wirklich nur eine Koordinierung sein.
- Jülich 702 kHz VIVA-Radio --> Gab's VIVA-Radio überhaupt?


Für die Sender in Wertheim - 711 kHz, 1143 kHz und 1413 kHz - ist Oberer Haag als Standort für alle drei Frequenzen gelistet. Die Sender in Wertheim wurden doch hier im Forum auch schonmal näher erörtert. Was kam dabei eigentlich raus?

Der AFN-Mittelwellensender in Nürnberg mit dem Standort Schwabacher Straße - Johnson Barracks ist eine Höhe von 122 m gelistet. Gibt's davon eigentlich irgendwo Bilder?

Und unser mysteriöser AFN-Mittelwellensender in Schweinfurt ist auch gelistet.


von Kay B - am 17.09.2008 15:56
@Kay B:
Ja, das sieht mir sehr nach dem aus, was ich damals in meiner Excel-Tabelle an Mittelwellensendern drin hatte. Das sind letztendlich die damals aktuellen Mittelwellensender plus alles, was bei der ITU im Genfer Wellenplan 1975 an Koordinierungen darüber hinaus zu finden war. Zu VIVA Radio finden sich vielleicht hier im Forum oder in Mobis Gästebuch noch Infos. Geplant war das mal, auf Sendung ging das aber nie, kann sein, dass die Betreiber dann irgendwie im Mega Radio-Konsortium aufgegangen sind, keine Ahnung...

von Habakukk - am 17.09.2008 16:02
1179 kHz in Heusweiler habe ich nicht gesehen.
Mast 50 Meter (Reservemast der 1422)
Leistung 10 KW, Antenne Saar

von Dampfradio - am 17.09.2008 16:13
Zitat
Kay B
- Stuttgart-Hirschlanden 711 kHz --> Das dürfte wirklich nur eine Koordinierung sein.

Korrekt, die war m.W. nie in Betrieb und wird heute auch nicht mehr gebraucht, da die Gleichwelle Obereisesheim/Ulm in Stuttgart gut funktioniert und natürlich Mühlacker Ortssender ist. Die Masthöhe ist 40 Meter.

von EmmWeh - am 17.09.2008 16:30
An VIVA-Radio erinnere ich mich noch sehr düster. Ist schon ewig her. Damals hatte VIVA, ja der Musiksender, einen zweiten Tonunterträger aufgeschaltet, auf dem VIVA-Radio lief. DAs war aber auch nur der TV-Ton. So richtig geworden ist aus dem Projekt nichts.

von delfi - am 17.09.2008 16:31
Zitat
Kay B
Und dann tauchen auch Sender auf, bei denen ich mir die Frage stellen, ob diese überhaupt jemals on air waren, oder ob diese nur für diese Standorte koordinert sind, z.B.:

-- Aachen (Stolberg-Donnerberg) 702 kHz


Ich war 1971 auf Eschweiler Gebiet auf dem Donnerberg stationiert.
Der Sender war in Sichtweite und hat neben diversen UKW-Frequenzen auch auf MW gesendet.
Damals noch auf 701 kHz das 1.Programm des WDR.
Gehört haben wir auf der Stube aber meist Hilversum 3.

von Jürgen Martens - am 17.09.2008 17:35
VIVA-Radio gab es. Es war zwar meistens identisch mit dem TV-Ton, aber eben nicht immer. Die (analoge) Verbreitung über Satellit diente der Zuführung für ein DAB-Pilotprojekt. Welches dies war, weiß ich allerdings nicht mehr. Über MW wurde m. W. nie gesendet.

von koslowski - am 17.09.2008 17:36
Zitat
Kay B
- Bonn (Venusberg) 972 kHz
- Aachen (Stolberg-Donnerberg) 702 kHz
- Heidenheim (Schloß Heilenstein) 1413 kHz

Die folgenden Frequenzen wurden sicher verwendet:

972 kHz: Das ist ein Relikt aus der Zeit des Gemeinschaftsprogramms WDR/NDR 1 (damals Gleichkanalfrequenz mit Hamburg, ebenso wie Kleve). Nach der Trennung in WDR1 und NDR1 Anfang der 80er Jahre wechselte Bonn von 972 auf 774 kHz und Kleve auf 702 kHz.

702 kHz: Neben Aachen sendeten dort auch Herford und Siegen das Programm WDR 1, ab Anfang der 80er Jahre auch Kleve.

1413 kHz: Heidenheim mit SDR1 (zum Teil tagsüber SDR3).

73 de Uli


von ulionken - am 17.09.2008 18:05
Zitat
Einige der Kleinsender für Mittelwelle in der damaligen DDR hatten angeblich nur eine Höhe von 20 Meter. Kann das jemand bestätigen?


Ja, kann ich.

Als ich im Winter 1990/91 mal quer durch Ost-DL richtung Polen fuhr, kam ich irgendwann mal an einem "Wald- und Wiesen MW-Sender" vorbei. Das muss irgendwo (kann mich nicht mehr genau erinnern) bei Bautzen/Dresden gewesen sein. Der Mast war hoechstens 20 Meter hoch, mit Dachkapazitaet versehen und stand neben einem Gebaeude, dass einem Bauernhof taeuschend aehnlich sah. Gesendet wurde (ich glaube im mittleren MW-Band) in einer slavisch klingenden Sprache. Weis jemand, wo das gewesen sein koennte (Ort)???

michael

von DH3FBI - am 17.09.2008 18:14
Möglicherweise war das er Sender Hoyerswerda auf 999 kHz mit einem Programm in sorbischer Sprache.

von senderjaeger - am 17.09.2008 18:17
Zitat
Weltempfängermatze
Möglicherweise war das er Sender Hoyerswerda auf 999 kHz mit einem Programm in sorbischer Sprache.


Wenn es keine anderen Sender in dieser Sprache gab muss es dieser gewesen sein. Das Sendegebaeude sah wirklich aus wie ein Bauernhof...

Wo ich mich schon ueberall rumgetrieben hab.. :D

von DH3FBI - am 17.09.2008 18:29
Gibt es Sendemasten die aus sovjetischer Herkunft sind?

von 102.1 - am 17.09.2008 18:42
Zitat
Weltempfängermatze
Möglicherweise war das er Sender Hoyerswerda auf 999 kHz mit einem Programm in sorbischer Sprache.


Das WRTH 1991 listet dazu auf:
SORBISCHER RUNDFUNK
Stations: 95,1 MHz Cottbus; 100,4 Hoyerswerda;
999 kHz Hoyerswerda; 1188 kHz Reichenbach; 1485 kHz Spremberg; 1584 kHz Cottbus; 1584 kHz Weisswasser; 1602 kHz Bautzen; 1602 kHz Forst.
Hoyerswerda hatte 20 kW, Reichenbach 5 kW und der Rest nur 1 kW Sendeleistung.

Auch für andere Stationen wie Radio Meckpomm, das Sachsenradio, Thüringen eins und DT64 waren damals MW-Sender in Betrieb.

von Jürgen Martens - am 17.09.2008 18:56
Zitat

VIVA-Radio gab es. Es war zwar meistens identisch mit dem TV-Ton, aber eben nicht immer. Die (analoge) Verbreitung über Satellit diente der Zuführung für ein DAB-Pilotprojekt. Welches dies war, weiß ich allerdings nicht mehr. Über MW wurde m. W. nie gesendet.


VIVA Radio sollte es mal geben, jedoch sah der Herr Gorny hinterher plötzlich doch keine Chance für ein Jugendradio über MW. Über die vorgesehenen Sat-Unterträger wurde aber NIE VIVA Radio verbreitet, sondern nur der Originalton von VIVA-TV. Auch über DAB wurde nicht gesendet.

von Japhi - am 17.09.2008 19:39
Zitat

VIVA-Radio gab es. Es war zwar meistens identisch mit dem TV-Ton, aber eben nicht immer. Die (analoge) Verbreitung über Satellit diente der Zuführung für ein DAB-Pilotprojekt. Welches dies war, weiß ich allerdings nicht mehr. Über MW wurde m. W. nie gesendet.


Zitat

VIVA Radio sollte es mal geben, jedoch sah der Herr Gorny hinterher plötzlich doch keine Chance für ein Jugendradio über MW. Über die vorgesehenen Sat-Unterträger wurde aber NIE VIVA Radio verbreitet, sondern nur der Originalton von VIVA-TV. Auch über DAB wurde nicht gesendet.


Ihr verwechselt Viva Zwei Radio und Viva Radio.

Viva Zwei Radio:
-TV Ton Viva Zwei
-war als Unterträger auf dem Eutelsat 13° (auf dem Viva (Halb-)Transponder)
-statt TV Werbung lief eine DAT Kassette
-wurde fürs DAB Pilotprojekt München produziert

Viva Radio:
-ging nie on-Air


EDIT: Tippfehler

von Köllepözer - am 17.09.2008 19:58
Hallo zusammen,

die Mittelwellenstation "Hoyerswerda" auf 999 kHz - der Standort ist in Groß-Zeissig, am südlichen Stadtrand von Hoyerswerda, gehört mit seiner Größe und Sendeleistung nun nicht gerade zu den ganz kleinen Mittelwellensendern.

Doch um zurück zum Thema zu kommen:

Zitat
Einige der Kleinsender für Mittelwelle in der damaligen DDR hatten angeblich nur eine Höhe von 20 Meter. Kann das jemand bestätigen?


kann ich bestätigen.
Einige wurden schon genannt. Ergänzen möchte ich noch den Sender in Guben.

Alle diese Kleinsender, oder auch Füllsender, wie sie damals hießen, sahen absolut gleich aus.
Ein standardisierter, abgespannter Gittermast von ca. 20 m Höhe mit einer Dachkapazität. In unmittelbarer Nähe des Mastes befand sich ein kleiner Container, der die Technik beherbergte.

Die Signalzuspielung erfolgte per Ballempfang, wozu die an der Mastspitze angebrachte UKW-Yagi-Antenne diente.
Übertragen wurde meist das Programm "Radio DDR 1".
Die eingesetzten Frequenzen waren, nach meinen Erinnerungen, 1485 - 1584 und 1602 kHz.
Sendeleistung war 1 kW.

Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

Wie die Anlagen mal aussahen, zeigen die Links. Die Bilder stammen aus den Jahr 1982

http://sfbb.sf.funpic.de/bilder/guben11.jpg
http://sfbb.sf.funpic.de/bilder/guben12.jpg
http://sfbb.sf.funpic.de/bilder/guben13.jpg

Gruß Beacon37

von Beacon37 - am 17.09.2008 21:16
Stimmt, ich habe es verwechselt. Ich meinte ZWEI Radio.:wall:

von koslowski - am 17.09.2008 21:17
Zitat
Kay B
- Stuttgart-Hirschlanden 711 kHz --> Das dürfte wirklich nur eine Koordinierung sein.

Genauso wie Karlsruhe-Rheinhafen 711 kHz.


Zitat
Kay B
Für die Sender in Wertheim - 711 kHz, 1143 kHz und 1413 kHz - ist Oberer Haag als Standort für alle drei Frequenzen gelistet. Die Sender in Wertheim wurden doch hier im Forum auch schonmal näher erörtert. Was kam dabei eigentlich raus?

Das hier ---> http://forum.mysnip.de/read.php?8773,555310,555310#msg-555310


Zitat
Kay B
Und unser mysteriöser AFN-Mittelwellensender in Schweinfurt ist auch gelistet.

Ja, klar.
Für alle Zweifler und für Kai Ludwig, der in der September-Ausgabe des Radio-Kuriers die Existenz des Schweinfurter Senders als "umstritten" bezeichnet,...
---> http://s4.directupload.net/file/d/1556/6yscpw8l_jpg.htm
...hier noch einmal der Link ---> http://forum.mysnip.de/read.php?8773,599785,606821#msg-606821





von Manager. - am 18.09.2008 18:44
@ Beacon37

Danke für die Infos und für die Bilder auf www.senderfotos-bb.de. Jetzt sehe ich endlich mal, wie diese Dinger aussahen. Man hat offensichtlich eine Reusenantenne um den Mast gespannt. Der Wirkungsgrad dürfte bei dieser Masthöhe aber trotzdem nicht besonders gut gewesen sein.


Wie ich jetzt gesehen habe, gibt es dort auch Bilder des Mittelwellensenders Weide, der auf 1458 kHz sendete sowie des Mittelwellensenders Bernburg, der laut der oben verlinkten Tabelle auf 1170 kHz und 1485 kHz auf Sendung war und offensichtlich noch vorhanden ist.


von Kay B - am 19.09.2008 15:06
@ Manager.

Also zusammengefast gesagt, gibt es deiner Meinung nach einen Mittelwellensender im westlichen Stadtgebiet von Schweinfurt, unklar ist aber noch der genaue Standort und die Antenne, richtig?

Wie hoch würdest du die Sendeleistung einschätzen? Viel Leistung kann da ja nicht rausgehen, wenn der Empfang zwischen Franz-Schubert-Straße und Heerstraße so unterschiedlich ist und in der Innenstadt auch merklich schlechter ist.

Hier in Bamberg wird bekanntlich mit 300 Watt gesendet. Merkbare Verschlechterungen im Empfang hat man da erst bei einer Entfernung von vielleicht 15 bis 20 km und nicht schon in der Innenstadt.


von Kay B - am 19.09.2008 15:38
Zitat
Kay B
Also zusammengefast gesagt, gibt es deiner Meinung nach einen Mittelwellensender im westlichen Stadtgebiet von Schweinfurt, unklar ist aber noch der genaue Standort und die Antenne, richtig?

Mit "Meinung" hat das m.E. nichts zu tun. Für mich ist der Sender in Schweinfurt ganz einfach eine Tatsache.
---> http://s2.directupload.net/file/d/1557/6je8dlkx_jpg.htm
Auf dem Parkplatz vor dem Willy-Sachs-Stadion.

Der Sender muss im Bereich Heeresstr. nähe Willy-Sachs-Stadion sein. Dort hatte ich die höchsten Ausschläge am S-Meter. Wer's nicht glaubt, soll dorthin fahren und die 1143 einschalten.


Zitat
Kay B
Wie hoch würdest du die Sendeleistung einschätzen? Viel Leistung kann da ja nicht rausgehen, wenn der Empfang zwischen Franz-Schubert-Straße und Heerstraße so unterschiedlich ist und in der Innenstadt auch merklich schlechter ist.

Das ist natürlich schwierig zu schätzen, wenn man nicht weiß mit welcher Antenne die Abstrahlung erfolgt. Aber ich tippe mal auf 100 W.

von Manager. - am 19.09.2008 18:54
@ Manager.

Die Empfangsberichte von

Guido Helbig am 01. September 2007,
Schattenparker am 21. September 2007 und
Terranus am 02. Februar 2008

decken sich mit meinen Erfahrungen vom 18. April 2008, also daß in Schweinfurt selbst kein Ortssender auf 1143 kHz auf Sendung war.

Jedoch konnte ich, wie schon geschrieben, AFN im Jahr 2000 in Schweinfurt als Ortssender empfangen, was sich mit deinen Beobachtungen und auch mit den Beobachtungen, die der Terranus vor einigen Jahren gemacht hat, decken würde.

Daraus schlußfolgere ich, daß der Mittelwellensender in Schweinfurt wohl eine Weile lang off air war. Offen bleibt jedoch weiterhin der genaue Senderstandort.

Oder das ganze ist wirklich nur eine Powerline-Versorgung, die im Bereich des Willy-Sachs-Stadions noch so stark abstrahlt. Meine Empfangstests habe ich damals im Bereich der Franz-Schubert-Straße durchgeführt, was bei einem Mittelwellensender mit 300 Watt aber keinen Unterschied machen dürfte.


von Kay B - am 20.09.2008 12:43
Zitat
Kay B
Daraus schlußfolgere ich, daß der Mittelwellensender in Schweinfurt wohl eine Weile lang off air war.

Gut möglich. Mitte der 90er-Jahre hatte ich auch zweimal bei der Vorbeifahrt festgestellt, dass Schweinfurt 1143 kHz off war; ohne zu wissen, ob es sich hier um eine vorübergehende (Wartung, Ausfall) oder längerfristige Abschaltung handelte.

Zitat
Kay B
Oder das ganze ist wirklich nur eine Powerline-Versorgung, die im Bereich des Willy-Sachs-Stadions noch so stark abstrahlt.

Naja, wenn es wirklich nur eine Powerline-Versorgung wäre, hätte ich die 1143 wohl kaum schon auf der A7 20 km vor Schweinfurt hören können. Da wird wohl über eine Langdrahtantenne gesendet.

von Manager. - am 21.09.2008 18:36
@ Manager.

Zitat

Gut möglich. Mitte der 90er-Jahre hatte ich auch zweimal bei der Vorbeifahrt festgestellt, dass Schweinfurt 1143 kHz off war; ohne zu wissen, ob es sich hier um eine vorübergehende (Wartung, Ausfall) oder längerfristige Abschaltung handelte.
(...)
Naja, wenn es wirklich nur eine Powerline-Versorgung wäre, hätte ich die 1143 wohl kaum schon auf der A7 20 km vor Schweinfurt hören können. Da wird wohl über eine Langdrahtantenne gesendet.


Dann wird es sich wohl ähnlich wie in Regensburg verhalten. Also ein Sender mit Langdrahtantenne, der öfters mal off air ist.


von Kay B - am 22.09.2008 14:00
Gibt es vom der neuen Sendeantenne vom Mittelwellensender Würzburg eigentlich schon ein Foto?

von Martyn136 - am 04.11.2011 17:54
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