Startbeitrag von drm-dxeram 04.02.2006 06:25
Der WDR hat bei Telefunken zwei DRM-fähige Mittelwellensender à 100 kW plus zwei Reservesender à 50 kW bestellt. Beide Sender sollen bis zum Beginn der Fußball-WM einsatzfähig sein.
Das würde bedeuten, dass die 1593 reaktiviert wird.
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hallo in die vorabendliche DX-Runde,
ich hatte heute morgen ein sehr langes Gespräch mit einem für die Sender
zuständigen Herrn beim WDR.
Dabei kam unter anderem folgendes heraus:
Der "alte" MW-Sender auf 720kHz (Leistung 200kW, gefahren mit ca. 63kW) ist
mittlerweile rund 25 Jahre alt und muß ersetzt werden.
Deshalb hat der WDR offensichtlich schon vor einiger Zeit bei Telefunken
Berlin neue Sender bestellt. Und zwar zwei 100kW-Sender mit jeweils
50kW-Reservesender. Beide Sender werden DRM-fähig sein. Ob diese Sender
außer zu Testzwecken jemals dauerhaft DRM ausstrahlen werden, ist nicht zur
Zeit bekannt. In Berlin läuft gerade jetzt die Abnahme beider Sender.
In Langenberg wird zur Zeit ein Provisorium für die 720kHz aufgebaut, da der
bisherige Platz für die neuen Sender gebraucht wird.
Und jetzt wird es eigentlich erst richtig interessant:
Die zweite Sendergruppe 100/50kW wird für die immer noch für Langenberg
registrierte, aber seit vielen Jahren nicht mehr genutzte Frequenz 1593kHz
aufgebaut. Bisher ist nicht bekannt, welches Programm dieser Sender
ausstrahlen wird. Antennenanlage (Reuse) sowie Abstimmittel sind von früher
her noch auf dem Senderbetriebsgelände vorhanden und einsatzbereit.
Beide Sendergruppen sollen zu Beginn der Fußball-WM aufgebaut und
einsatzfähig sein.
Ich habe in den letzten Tagen diese 1593kHz mal über längere Zeit
beobachtet. Bis in den frühen Nachmittag hinein ist die QRG frei. Dann kommt
Radio Cluj aus ROU durch, verschwindet allerdings nach ca. zwei Stunden
wieder und kommt gegen 16:00UTC mehr schlecht als recht wieder. Man darf auf
die Ausbreitungsbedingungen gespannt sein.
von dxbruelhart - am 04.02.2006 07:07
von drm-dxer - am 04.02.2006 08:18
von RadioNORD - am 04.02.2006 08:26
Falls es also jemand definitiv sagen kann, wäre schon interessant, was regulär wodrüber gelaufen ist. Es gab ja ab 1950 folgende Masten
1951-???? (sicher vor 1990): MW-Mast Hordtberg mit angeblich 120m (wofür? 1214 kHz BFN würde ja halbwegs passen), später 95m Höhe (passt zur 1586/1593)
1952-1990: 210m-TV/UKW-Mast Hordtberg, ab Ende der 70er mit Reusenantenne
1949-1996: 165m-MW-Mast Rommel (Höhe passt zu 971 kHz) (eingestürzt)
seit 1990: 301m-TV/UKW-Mast Hordtberg mit Reusenantenne
seit 2001: 170m-MW-Mast Rommel mit Reusenantenne, Ersatzantennen für UKW
MW-Frequenzen: zunächst 971 kHz, später 1586 kHz, ab Genfer Wellenplan dann 1593 kHz (bis 1993) und 720 kHz (immer noch in Betrieb)
von Kroes - am 04.02.2006 09:22
Aber wäre für die Versorgung von Urlaubern und anderen Auslands-NRWlern nicht eine Kurzwellen-Abstrahlung sinnvoller und durch geringere Sendeleistung - z.B. 20 kW - auch preiswerter? Kurzwellen-Frequenzen sind doch in letzter Zeit reichlich freigeworden (Bremen, Rohrdorf, Mühlacker); Sendeanlagen hätte man auch kaufen können, falls nicht die Anmietung von ungenutzten Kapazitäten (vielleicht in Jülich) günstiger gewesen wäre.
Für eine Versorgung der WDR-Kerngebietes ist die 1593 tagsüber nach meiner Erinnerung nicht besonders geeignet; wäre das mit einem Wiederaufbau der früheren 2 - 5 kW-Standorte -- Aachen, Herford, Kleve, Siegen, evtl. Münster + Bonn (aktiv) -- nicht vernünftiger zu machen?
von Chris.BN - am 07.02.2006 19:52
von Markus Be - am 07.02.2006 20:17
Habe gerade das Faltblatt von 1990 gefunden, das der WDR zur Einweihung des (damals) neuen 300m Mast herausgegeben hat:
"Neben den Sendeantennen für Fernsehen und UKW-Hörfunk, sowie diversen Empfangantennen ist im unteren Mastbereich die Mittelwellen-Reusenantenne eingebaut. Über diese Antenne wird die "Tagesmittelwelle" auf 720 kHz abgestrahlt; zusätzlich kann, je nach betrieblichen Erfordernissen, in Doppelspeisung auch die "große Mittelwelle" auf 1593 kHz parallel dazu gesendet werden."
Woanders im Text heißt es:
"Der neue 300m hohe Sendemast ersetzt den 96m "Hordt"- und den 210m "Fernsehmast". Genauso wie die Gesamthöhe mit 210m + 96m ≈ 300m wieder die alte ist, nimmt der neue Mast alle Aufgaben seiner beiden Vorgänger wahr. Er strahlt Fernsehen, UKW und Mittelwelle ab."
von Chris.BN - am 07.02.2006 20:51
Aber somit könnte man also die 1593 über die Reuse am UKW/TV-Mast abstrahlen...nur konnte selbst die 720 von dort aus "Sicherheitsgründen" (zu hohe Strahlungswerte) von dort nur mit 35 kW (?) betrieben werden. Eine Frequenz soweit oben wie die 1593 würde mit 35 kW ja noch nicht mal um die nächste Ecke kommen...eine Lösung wäre das also wohl auch eher nicht. Aber vielleicht ist ja die Reusenantenne am neuen Mast auch technisch für beide Frequenzen ausgelegt.
von Kroes - am 07.02.2006 21:05
Wenn die das also 24h laufen lassen wollen, könnte man von eklatanter Energieverschwendung reden.
von PeterSchwarz - am 07.02.2006 22:08
von koslowski - am 07.02.2006 23:20
von Kroes - am 08.02.2006 19:59
von Chris.BN - am 09.02.2006 21:24
Der alte Hordt-Mast, dessen Höhe vom WDR mit 95 m angegeben wurde, stand laut einem WDR-Datenblatt an den Koordinaten 07E08 06 / 51N21 28, also praktisch genau am Standort des jetzigen 302 m hohen Masts. [Die Angabe 302 m habe ich auch mal vom WDR bekommen.] Der Hordt-Mast wurde nach meiner Erinnerung vor Baubeginn des neuen Masts ca. 1988 abgebaut. Er hatte ja nur als Reservemast gedient, zeitweise wohl auch für 720 kHz.
73 de Uli
von ulionken - am 10.02.2006 18:36
von Kroes - am 10.02.2006 22:55
von Analogiker - am 10.02.2006 23:05
von ulionken - am 13.02.2006 20:11