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Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
Radiopirat, Lahnwelle, Morten Hesseldahl, Channel Master, Kroes, htw89

Kabelfernsehen in Österreich mit mehr Auswahl als in D

Startbeitrag von Radiopirat am 28.10.2006 19:12

Bei einem Blick auf die Kabelbetreiber in Österreich muss man sich als Deutscher ja verstecken!
Die haben in Vorarlberg am Bodensee einen Betreiber, der speist deutsche Programme ein, die man im Heimatland im Kabel Deutschland vergeblich sucht.
Bin vor Neid fast erblasst :-)

Hier guckst Du:
http://www.lampert.at/Frontend/PHP/Content.php?cID=115&mpID=137

Da sind sogar die bayerischen Lokalfernseh-Sender wie TV Augsburg und Allgäu drin!!!!!
Such das mal digital bei uns im Kabel in Deutschland!

Antworten:

Naja, ist ja auch ein kleiner Betreiber. Da gestaltet sich sowas leichter. KDG wird es nie schaffen können, im ganzen Netz Sachen wie BBC oder ITV zu verbreiten, da sie leider dafür die Genehmigung der betroffenen Sender brauchen(und Urhebergebühren müssen sie auch zahlen :rolleyes: , die Sender aber meistens auch Einspeisegebühren - die Urhebergebühren die die Netzbetreiber an die Sender zahlen müssen sind i.d.R. höher).

Was Sender wie TV Augsburg und Allgäu angeht: Diese Sender gibt es noch analog, und bis die Digitalisierung im Kabel abgeschlossen ist sind auch die schon lange digital drin. Man baut ja gerade das Glasfasernetz auf. Ist man damit fertig wird man denke ich in den entsprechenden Gebieten auch die entsprechenden Regionalprogramme einspeisen(in Bayern vielleicht ja auch ORF?).

Kurz: Wenn du so einen kleinen Betreiber mit einem großen Betreiber mit fast 10 Mio. Kunden vergleichst, vergleichst du Äpfel mit Birnen.

von htw89 - am 28.10.2006 19:22
Mir gings aber nicht um die Anzahl der Kunden, sonder um die geile Vielfalt.
Und die ist bei den öst. Netzbetreibern doch besser.
Grund ist ja mehr als offensichtlich:

Keine lästigen Mediengesetze, keine Zwangsgebühren, die gegenseitig gezahlt werden müssen.
Das erleichtert die ganze Sache natürlich.

Wenn die Betreiber erst mit jedem Programm einen Vertrag abschließen müssten und Einspeisegebühren von den Programmen verlangen müssten, wäre es auch in Österreich anders.
Hier sind die Gesetze mal besser als in Deutschland.
Ist aber nicht in allen Dingen so.
Passt zwar nicht zum Thema, aber Zahnersatz und Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld, bzw. Sozialgeld, also quasi Hartz4 ist in Österreich wieder weniger berrauschend. Letzteres hab ich mir zumindest so sagen lassen!

Jedes Land hat eben seine Schokoladenseite und eben auch die schlechte Seite. Aber das ist halt wie im echten Leben...


von Radiopirat - am 28.10.2006 19:29
Mir gings aber nicht um die Anzahl der Kunden, sonder um die geile Vielfalt.
Und die ist bei den öst. Netzbetreibern doch besser.
Grund ist ja mehr als offensichtlich:

Keine lästigen Mediengesetze, keine Zwangsgebühren, die gegenseitig gezahlt werden müssen.
Das erleichtert die ganze Sache natürlich.

Wenn die Betreiber erst mit jedem Programm einen Vertrag abschließen müssten und Einspeisegebühren von den Programmen verlangen müssten, wäre es auch in Österreich anders.
Hier sind die Gesetze mal besser als in Deutschland.
Ist aber nicht in allen Dingen so.
Passt zwar nicht zum Thema, aber Zahnersatz und Sozialleistungen sind in Österreich wieder weniger berrauschend. Letzteres hab ich mir zumindest so sagen lassen!

Jedes Land hat eben seine Schokoladenseite und eben auch die schlechte Seite. Aber das ist halt wie im echten Leben...


von Radiopirat - am 28.10.2006 19:30
Ich finde es auch ziemlich albern, daß es in Deutschland diese komischen Gesetze gibt, daß ein Kabelbetreiber mit den Sendern, die er einspeisen will, erst einen Vertrag abschließen muß und daß dabei überhaupt Gebühren fällig werden. Eigentlich ist das eine Idiotie und logisch nicht nachzuvollziehen. Die Sat-Zuschauer können ja die Free-TV-Sender auch einfach so empfangen, sie müssen die Sender ja auch nicht um Erlaubnis bitten und erst einen Vertrag mit ihnen abschließen. Normal würde ich es finden, wenn ein Kabelbetreiber einfach alle Sender einspeisen dürfte, die unverschlüsselt über Satellit oder Antenne zu empfangen sind, ohne sie fragen zu müssen. Und die Sender, die ihr Programm unverschlüsselt ausstrahlen (z.B. die BBC-Programme), müssen dann eben damit leben, daß sie einfach in anderen Ländern ins Kabel eingespeist werden. Es ist albern, bestimmte Sender aus urheberrechtlichen Gründen nicht ins Kabel einzuspeisen, obwohl sie über Satellit mit teilweise geringem Aufwand frei zu empfangen sind. Die Sender sind dann doch selber schuld.

Nachtrag: Gerade habe ich mir die Liste auch mal angeschaut. Vorbildlich ist auch, daß sie ausländische Sender auch als freie Sender einspeisen. Bei den großen deutschen Kabelgesellschaften wird ja aus ausländischem Free-TV künstlich Pay-TV gemacht.

von Lahnwelle - am 29.10.2006 11:13
Gebühren müssen die ja nicht verlangen, einzig der Vertrag ist verpflichtend. Und das ist auch mehr als sinnvoll so, schließlich ist der Kabelnetzbetreiber eben durch die Weiterleitung auch eine Art Veranstalter. Genau das trifft ja auch auf den Sat-Betreiber zu...und der hat schließlich auch einen Vertrag mit dem Anbieter geschlossen. Der Vertrag stellt ja den Netzbetreiber von jeglichen Urheberrechtsforderungen frei und ist somit zwingend notwendig als Rechtssicherheit. Umgekehrt gibt es das natürlich auch. Das Erste durfte während der WM auch nicht in den Niederlanden über Digitenne (OK, das ist ne eigene terrestrische Sendung - aber eine Kabelweiterleitung ist eben auch eine Sendung, nur drahtgebunden) verbreitet werden, da das aus rechtlichen Gründen von der ARD nicht genehmigt wurde. Es ist also gar nicht mal nur in Deutschland so. Und das ist auch keinesfalls der Hauptgrund für die schlechten Kabelnetze. Vielmehr ist es so, dass unsere Netzbetreiber ja auf beiden Seiten Geld verdienen wollen - beim Kunden _und_ bei den Sendern. Eingespeist wird somit kostenlos nur das, was auch wirklich rein muss - ansonsten gibt es nur die Sender zu sehen, die am meisten zahlen. Gerade DAS ist der Hauptunterschied zum Ausland: Dort zahlen die Netzbetreiber an die Sender sogar noch Geld, um damit das Recht zur Aufnahme ins Bouquet (und somit zur Aufwertung des Bouquets) zu erhalten. In einer wirklichen Konkurrenz-Situation (z.B. jeder Kabelnutzer darf sich seinen Netzbetreiber oder eben Sat-Empfang komplett frei aussuchen - ganz ohne Vermieter, die sich darin einmischen und durch Knebelverträge noch nette Zusatzeinnahmen generieren) wäre das auch sicher ein praktikables Geschäftsmodell - bei unseren Zuständen dagegen würde es nur dazu führen, dass der Zwangskabelnutzer (und freiwillige Nutzer gibt es nunmal nur sehr wenige) noch mehr zahlen müsste.

von Kroes - am 29.10.2006 11:48
Zitat

schließlich ist der Kabelnetzbetreiber eben durch die Weiterleitung auch eine Art Veranstalter.


Das sehe ich aber gar nicht so. Nur durch Weiterleitung sind die Kabelnetzbetreiber lediglich ein Infrastrukturbereitsteller mit dem Zweck, dass nicht soviele Schüsseln und Antennen auf den Dächern rumstehen. Nicht mehr und nicht weniger. Eingespeist werden müsste alles, was im betreffenden Versorgungsgebiet frei empfangbar ist.

Erst durch die Haltung einiger Kabelnetzbetreiber auch noch bei der Auswahl der Programme mitreden zu wollen werden sie zu einer Art Veranstalter. Das muss meiner Meinung nach aber nicht zwingend so sein.

von Channel Master - am 29.10.2006 12:51
Diese Gesetze haben wir in Dänemark auch. Dazu gibt es eine ganze Reihe von Sendern, die gar nicht eingespeist werden dürfen, z.B. DSF oder BBC.
In Dänemark sind die Öffentlich-Rechtlichen Sender pflicht (4 Programme), die restliche Programme werden von den Mitglieder durch Abstimmugen bestimmt. Dazu müssen wir auch Gebühr von den eingespreisten Sendern bezahlen, z.B. für ARD und Sat 1. Im durchschnitt kostet Kabel TV 35 Euro im Monat. (+27 Euro GEZ im Monat). Fernsehen ist ja ein teurer Spaß.

von Morten Hesseldahl - am 29.10.2006 13:17
Meiner Meinung nach ist eigentlich am ganzen System Kabelanschluß etwas faul. Eigentlich ist Kabelanschluß schon seit vielen Jahren völlig überflüssig. Als der Kabelanschluß eingeführt wurde, war er noch eine tolle Sache. Damals spielte der Satelliten-Direktempfang noch keine Rolle. Aber hätte man damals damit gerechnet, daß der Satelliten-Direktempfang sich so entwickeln würde und so ein Erfolg würde, hätte man sich die ganze Verkabelung sparen können. Und selbst diejenigen, die aus technischen Gründen (z.B. keine freie Sicht nach Süden) selber nicht die Sat-Signale empfangen können, könnten über Sat-Gemeinschaftsanlagen versorgt werden. Das ist zwar auch eine Einschränkung, aber immer noch tausendmal besser als der kommerzielle Kabelanschluß, wo man viel Geld für wenig Leistung zahlen muß, in der Regel auch noch unfreiwillig.
Bestimmt werden die Kabelgesellschaften in nächster Zeit nach und nach Zuschauer verlieren, in einigen Regionen Deutschlands beträgt der Anteil der Sat-Zuschauer sogar schon über 50 %, während er insgesamt nicht weit unter 50 % liegt. Es scheint ganz so, als wäre das Kabelfernsehen ein Auslaufmodell. Die Zahl der Umsteiger wächst ständig und es werden bestimmt nicht weniger. Leider können viele nicht einfach so umsteigen, aber wer die Entscheidungsfreiheit hat, wird sich meistens für Sat-Empfang oder terrestrischen Empfang entscheiden.

von Lahnwelle - am 29.10.2006 13:36
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