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vor 11 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 1 Monat
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Udo Isaenko, Nohab, PeterSchwarz, PowerAM, HAL9000, Habakukk, Ingo-GL, Rosti 2.0, Harald Z, kingman

Blaupunkt Bremen: 2. Antenne bringt nix?

Startbeitrag von Udo Isaenko am 03.12.2006 00:31

Ich habe neulich zugeschlagen, als mein lokaler Bosch-Händler ein lediglich auf Mitsubishi umgelabeltes Bremen MP74 für 330,- Euro angeboten hat.

Allerdings bin ich etwas enttäuscht, nach den enthusiastischen Berichten hier im Forum hätte ich von dem Gerät etwas mehr erwartet.

Das Sharx reicht in der Trennschärfe nicht an das in meinem umgebauten Conrad-Autoradio verfügbare Dynas heran. Viele Sender, die ich im Conrad (teilweise bei Abstimmung um 10-20 kHz drüber oder drunter) sauber hereinkriege kommen deutlich angekratzter.

Ich habe als erste Antenne momentan meine 7ele-Yagi angeschlossen, die drehbar auf dem Dach montiert ist. Als Zweitantenne habe ich schon mehrere ausprobiert, einen kleinen Teleskopstab im Zimmer, einen Langdraht (nur als Behelfsantenne) auf dem Dach, sowie meine 12ele-Yagi für 2m (etwas unterhalb der UKW-Yagi montiert).

Die Nutzung beider Antennen ist im Gerät eingeschaltet. Beide Antenneneingänge funktionieren auch. Dennoch merke ich absolut keinen Unterschied, ob ich zur Yagi nun noch eine zweite Antenne angeschlossen habe oder nicht.

Ist das normal?

Antworten:

Die Yagi auf dem Dach ist jeder anderen der aufgezählten Antennen überlegen, also wird diese immer ausgewählt.
Die Sache ändert sich erst, wenn du mit deinem Haus durch die Gegend fährst, da sich durch Reflektionen und Abschattungen die Empfangswerte der Antennen ständig ändern und dann das Radio durch Umschalten/Addieren/Subtrahieren der beiden Signale einen sauberen Empfang sicherstellt. Solche Diversity-Techniken sind bei stationären Empfängern deshalb nur sehr selten anzutreffen, da die mögliche Verbesserung den Aufwand nicht rechtfertigt. Bau das Ding ins Auto ein, da ist es dann jedem 1-Antennen-Gerät überlegen.


von Nohab - am 03.12.2006 04:27
Danke, Nohab!

Das heisst also, das Gerät ist gar nicht grundsätzlich so furchtbar viel besser als irgendein anderer DX-Empfänger, sondern eben nur in seiner eigentlichen Funktion als Autoradio. Und das bedeutet wohl auch, dass ich selbst im Auto bei DX-Ausflügen (wo ich quasi "standmobil" auf einem Berg bin und ebenfalls gute Antennen dabei habe, jedenfalls mindestens eine 5ele) besser einen anderen Empfänger benutze, weil das Bremen da die hochgelobten Diversity-Sachen auch nicht ausspielen kann? Diversity bringt also nur beim Fahren und bei Nutzung zweier schwacher Antennen etwas?

Schade. Ich hatte gedacht, dass Diversity hier auf UKW so etwas Ähnliches ist wie Phasing bei MW-DX, wo man ja auch ganz spektakuläre Erfolge erzielen kann, durch geschickte Nutzung von zwei guten Antennen...


von Udo Isaenko - am 03.12.2006 08:51
Das kann ich so aber nicht bestätigen, wenn ich hier bspw. die 105,5 France Info (Mulhouse) im Stand mit einer Antenne einstelle kommt sie nur sehr verrauscht an. Schliese ich die zweite Antenne an, merke ich schon einen deutlichen Unterschied.

Ich denke du bist auch nach dem Handbuch gegangen und hast die Hauptantenne am ersten Eingang (unten) angeschlossen und die zweite Antenne oben? Mach doch einfach mal den Test und schließ unten eine Teleskopantenne an, stell dein Radio auf eine Funzel und klemm danach deine Yagi an, dann solltest du schon einen Unterschied merken. Schlies doch erstmal einen "Fehler" am Gerät aus (und seis nur in der Einstellung)

von Rosti 2.0 - am 03.12.2006 09:49
@ Michael:

Klar merke ich einen Unterschied wenn ich zum Teleskopstab noch die Yagi anschliesse, egal an welchen Anschluss ich welche Antenne klemme. Nur ist der Empfang dann immer noch längst nicht so gut wie wenn ich es mit einer einzigen Antenne (der Yagi) und dem alten Dynas-Autoradio probiere. Also ist das olle Conrad-Dynas-Gerät offenbar auch nicht vom vielgepriesenen Bremen MP74 zu toppen. Oder?

Einen Fehler am Gerät schliesse ich aus, ich bin nur etwas enttäuscht, dass das "Phasing", das ich von der Twinceiver-Funktion erwartet hatte, offenbar nicht in der Weise funktioniert wie ich es im Vorfeld vermutete.


von Udo Isaenko - am 03.12.2006 13:07
Probiere auch gerade Bremen MP74 stationär aus. Erste Antenne 8-El.Yagi(nicht drehbar), Zweite Antenne: Ringdipol. Mit beiden Antennen kommen Sender (die nicht im Vorzugsbereich der Yagi liegen) besser bzw. überhaupt erst herein (gegenüber nur Yagi und deutlich besser als nur Ringdipol)). Auch kann es vorkommen ein Sender kommt, wenn nur die Yagi angeschlossen ist und beim Anschluss beider Antennen kommt auf gleicher Frequenz ein anderer Sender Da ich meine Yagi nicht drehen kann, habe ich mit Diversity also einen deutlichen Mehrwert gegenüber z.B. dem S700. Irgendwann werde ich den Ringdipol durch eine zweite Yagi in andere Richtung ersetzen.
Etwas anderes: Beim Ausprobieren war ich mal in einem Modus, wo ein Abstimmen in 50 kHz Schritten möglich war, finde aber nicht mehr dahin. Kann jemand helfen? (Von 10 kHz Schritten, wie bei dem Gerät von Udo kann man ja nur träumen).
Und noch ein Anliegen: Bin nicht der einzige, der ein Autoradio auch außerhalb des Autos verwenden möchte. Man braucht also ein Gehäuse mit Lautsprechern an das dann nur noch die Stromversorgung angeschlossen werden muß. Es wäre gut, wenn diejenigen, die schon sowas gebastelt haben, mal kurz ihre Lösungen vorstellen. Noch besser natürlich, wenn jemand soetwas für mich herstellen könnte.

von Harald Z - am 03.12.2006 14:28
Schrittweite = 50 kHz gibt es beim Woodstock 54 nach dem Einschalten des Demo-Mode (dafür die Taste Menu anhaltend drücken, bis die Animation startet. Ausschalten ebenso, während die Animation läuft). Ist doch beim Bremen genauso?

von Ingo-GL - am 03.12.2006 15:54
JA !

von kingman - am 03.12.2006 16:17
Zitat
Udo Deutscher
Und das bedeutet wohl auch, dass ich selbst im Auto bei DX-Ausflügen (wo ich quasi "standmobil" auf einem Berg bin und ebenfalls gute Antennen dabei habe, jedenfalls mindestens eine 5ele) besser einen anderen Empfänger benutze, weil das Bremen da die hochgelobten Diversity-Sachen auch nicht ausspielen kann?

Wenn du ein Gerät hast, das im 1-Antennen-Betrieb eine bessere Großsignalfestigkeit und Trennschärfe hat, dann ja. Wobei ich davon ausgehe, daß der Bremen MP74 auch da schon sehr nah am physikalischem Limit ist, sprich, es nur wenige Geräte gibt, die da noch was drauflegen können.

Zitat
Udo Deutscher
Diversity bringt also nur beim Fahren und bei Nutzung zweier schwacher Antennen etwas?

Da bringt Diversity am meisten. Je besser eine Antenne in Richtung des Senders ist (Yagi), umso geringer ist der Effekt. Eine richtige Richtantenne mit guter Rückdämpfung wird jeder elektronischen Lösung überlegen sein.

Zitat
Udo Deutscher
Schade. Ich hatte gedacht, dass Diversity hier auf UKW so etwas Ähnliches ist wie Phasing bei MW-DX, wo man ja auch ganz spektakuläre Erfolge erzielen kann, durch geschickte Nutzung von zwei guten Antennen...

Genau das macht hier das Diversity-System. Man darf nicht vergessen, eine 5 oder 8-Element-Yagi ist auf der MW nicht realisierbar. Man stelle sich mal vor, ein solcher Beam hat für 1440kHz eine Elementlänge von ca. 104m und eine Boomlänge von knapp 700-800m. Wie will man sowas drehen? Also muß man hier mit anderen Mitteln das Problem lösen. Und die UKW-Antennen auf dem Auto entsprechen in Bezug auf die Wellenlänge ungefähr dem, was man für die MW so gerade noch auf typischen deutschen Baugrundstücken realisieren kann.

Zitat
Harald Z
Mit beiden Antennen kommen Sender (die nicht im Vorzugsbereich der Yagi liegen) besser bzw. überhaupt erst herein (gegenüber nur Yagi und deutlich besser als nur Ringdipol)). Auch kann es vorkommen ein Sender kommt, wenn nur die Yagi angeschlossen ist und beim Anschluss beider Antennen kommt auf gleicher Frequenz ein anderer Sender.

Das ist im Grunde so, wie es sein sollte. Das Radio prüft, welche Antenne liefert das bessere Signal, das Signal der anderen Antenne dient dann zur Störunterdrückung, respektive zur Verbesserung des Nutzsignals. Würde man die Yagi aber drehen, sodaß sie auf den Sender zeigt, der über den Ringdipol kommt, so würde die Yagi den Empfang übernehmen und der Ringdipol abgehängt.

Wer Vermietergeschädigt ist und deshalb nur mit irgendwelchen Hilfskonstruktionen arbeiten kann, dem kann die Diversity-Sache einen merklich besseren Empfang bescheren.


von Nohab - am 03.12.2006 18:05
@Harald:
Klar, wenn eine Yagi nicht drehbar ist, bringt das Gerät sicher was. Man müsste wirklich mal ausgiebig testen, ob das Diversity de Bremen mit mehreren guten Antennen gegenüber der bisher üblichen "DX-Ausstattung" (einer drehbaren Yagi an einem sehr guten Empfänger) wirklich einen Vorteil bringt oder nicht.

Ich habe das Gerät jetzt ins Auto eingebaut und war inzwischen ein klein wenig in Frankreich drüben, zu einer kleinen Testfahrt. Mit einem im Auto liegenden Dipol (liegt in der "zweiten Etage" oberhalb des Fahrerhauses, wo ringsum kein Metall mehr, sondern nur noch das Plaste-Hochdach ist) und einer Teleskopantenne kamen auf der Hochebene von Folgensbourg (ca. 500m ü. NN) schon ein paar Sender rein, die ich sonst dort nicht oder kaum hörte (z.B. Antenne Vorarlberg, Radio Lora aus ZH oder einige Grünten-Frequenzen), aber soo weltbewegend war das nicht.

Bei meinem umgebauten Conrad-Dynas-Radio habe ich übrigens keine 10kHz-Abstimmschritte, sondern gar keine Abstimmschritte. Ich stimme komplett analog ab, ohne PLL, einfach durch eine manuelle Regelung der Abstimmspannung über ein Zehngang-Wendel-Poti. Die Frequenz lese ich am Frequenzmesser (aus dem ehemaligen Grundig Satellit 1400) ab. Nach etwa 20 Minuten "Warmlaufen" bleiben die eingestellten Frequenzen stabil.

Und was den Einbau angeht: Das kannst du sicher auch selbst tun. Lass dir ein wenig Sperrholz im Baumarkt passend zusägen, schraube es zuhause zusammen, vergiss nicht, mit einer Lochsäge Löcher für die Lautsprecher oben ins Gehäuse hinein zu sägen (Gehäuse also etwas höher machen als das Gerät ist). Auf der Rückseite kann man statt Holz dann ein Alublech dranschrauben, dort passen problemlos alle Anschlussbuchsen hinein. Vor Jahren habe sowas mal für Günter Lorenz' Woodstock gebaut. War echt kein Umstand.




von Udo Isaenko - am 03.12.2006 18:09
Es ist dabei ja nicht nur die Frage, was du alles mehr an Sendern drin hast im Auto, weil irgendwo schliesslich die Physik ihre Grenzen zieht. Wo nix von einem Sender ankommt, kann das Radio auch nix wiedergeben.
Entscheidend ist, wie stabil der Empfang im Vergleich zu anderen Radios mit nur einer Antenne läuft. Und genau da ist der Bremen MP74 unschlagbar.
In der Werbung heisst es, das mit diesem Gerät UKW- Sender teilweise bis zu 50km weiter empfangen können, als mit einfachen Radios üblich. Das möchte ich in vielen Fällen so unterschreiben, nicht weil der Bremen die physikalischen Grenzen sprengt, sondern weil die Sender einfach über einen längeren Zeitraum stabiler gehalten werden können. Oder andersrum ausgedrückt: Die Zone mit Empfangseinbrüchen bis zur Quasi- Unhörbarkeit eines Senders schrumpft deutlich zusammen.

Mich würd allerdings auch interessieren, wie sich das Gerät an ner stationären Antenne verhält, wobei ich aber auch davon ausgehen würde, das die 2. Antenne nur dann etwas bringt, wenn man keine Möglichkeit hat, Antenne 1 auf den jeweils gewünschten Sender zu drehen. (Das ist im mobilen Betrieb ja auch der "Witz" an der Sache, durch die 2. Antenne soll ja eine Art Richteffekt erzielt werden. Wenn ich meine Yagi auf den Sender ausrichte, brauchts keine 2. Antenne mehr)



von HAL9000 - am 04.12.2006 08:00
@ HAL 9000:
Beim letzten Satz würde ich dir kurz widersprechen wollen. Jede Yagi hat Nebenkeulen und oft nervt ein Sender, der von seitwärts einfällt, selbst bei Nutzung einer sehr guten Richtantenne. Wenn man den durch gegenphasiges Überlagern mit dem Signal einer zweiten Antenne wegdrücken könnte ("Phasing"), wäre das prima.


von Udo Isaenko - am 04.12.2006 11:14
Das mit dem Phasing wird wohl nicht funkionieren, denn da müssten dann die beiden Eingänge ständig gleichwertig am Empfangsteil anliegen. So wie es aussieht, wird aber wohl immer die Antenne automatisch gewählt, die gerade das stärkere Signal liefert. Somit eignet sich das ganze wohl tatsächlich nur für den Mobilbetrieb.
Was die Trennschärfe angeht, sollte Sharx eigentlich gleichwertig zum Dynas sein, wobei Sharx den Vorteil hat, daß es dynamischer reagiert und in mehreren Stufen regelt. Was sich auch wiederum positiv beim Mobilbetrieb bemerkbar macht.
Man sieht also: Das ganze System ist eindeutig auf mobilen Einsatz ausgelegt und nicht für standortfestes Dxing. Eventuell ist die Empfindlichkeit bei deinem Conrad-Tuner besser. Ob sich in dieser Hinsicht beim Blaupunkt was nachregeln lässt? Ich weiß es nicht.

Ich habe in Lübben mit meinem Tuner und 60kHz-Filtern an der Yagi auch immer noch bessere Ergebnisse erzielt als die anderen an den Sharx-Geräten. Glauben wollte es vor Ort keiner, war aber nachweislich so!


von PeterSchwarz - am 04.12.2006 12:17
@Peter:
"mit meinem Tuner"... Welcher gleich wieder?

Also ich hab mal das Blaupunkt Woodstock DAB52 (52 wohlgemerkt, also noch alte Sharx-Version) gegen den Onkyo T4970 antreten lassen an der Dachantenne und hatte auch den Eindruck, dass der Onkyo-Tuner empfindlicher war und dass Dynas auch trennschärfer war. Allerdings wurde ja mit der neuen Sharx-Version die Empfindlichkeit und Trennschärfe nochmal spürbar verbessert. Das Woodstock DAB54 hab ich noch nicht getestet im Vergleich...

von Habakukk - am 04.12.2006 12:23
Peter... Mein Palm Beach kann auch nicht zaubern! Bei deinem Tuner habe ich schon gestaunt, nur fand ich die arg beschnittene Audioqualität nicht so schön. Ich hätte jetzt gedacht, der hätte noch schmalere Filter als die angegebenen 60er gehabt. Rein klanglich kam er so wie mein Sangean 909 mit den 56ern, die jetzt im Etón E5 stecken. Auch da gibts riesige Unterschiede! Während der E5 des DXers Ohren noch nicht allzu stark mit Verzerrungen belästigt war der 909 fast nicht mehr anzuhören.

Zurück zu meinem Palm Beach! Schmalste Filterbandbreite sind 110 kHz darin. Und ich finde, für 110 kHz Bandbreite geht das Ding schon ganz gut. Wenn auch mit frühem Scharx und allen seinen Nachteilen, aber so schlecht ist das Ding nun auch nicht! Klar riß das Bremen von Jens noch 'ne Spur mehr und auch dein Tuner war sicher besser - nur sind alle diese Geräte von der technischen Entwicklung und von den teilweise daran vorgenommenen Veränderungen zu unterschiedlich, um sie direkt miteinander vergleichen zu können. Ich z. B. bin mir immer noch nicht einig, ob ich das Palm Beach oder das Allixx vom UKW-Empfang her besser finden soll...

von PowerAM - am 04.12.2006 15:25
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