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Sender Langenberg - Richtstrahlung ?

Startbeitrag von ThomasK am 23.06.2003 19:19

Ich hab jetzt mal eine Frage an die Sendeanlagen-Profis unter Euch:
Könnte es sein, dass der Sender Langenberg, an sich als weitreichender Standort bekannt seine WDR Programme vor allem nach Norden und Westen gebündelt, also gezielt für die Rhein-Ruhr Schiene ausstrahlt.
Bei meinem Bandscan im Rothaargebirge im Südosten NRW`s ist mir frappierend aufgefallen, dass sämtliche WDR-Programme (100 KW) von besagtem Standort nur in sehr mäßiger Qualität dort ankommen, obwohl die Entfernung nur gut 90 km beträgt.
Bemerkenswert ist außerdem, dass ausgerechnet BFBS 1, der nur mit 35 KW abstrahlt dort als mit Ortssenderstärke reindröhnt.

Antworten:
Ich meine in einer WDR-Übersicht mal gelesen zu haben, dass die meisten Programme gerichtet ausgestrahlt werden, auch wenn hier in der Datenbank das Gegenteil eingetragen ist. Leider habe ich dieses WDR-Dokument nicht hier in Aachen auf dem Rechner, so dass ich erst Donnerstag wieder drankomme. Aber vielleicht hat Andreas das noch...?

von Kroes - am 23.06.2003 19:31
Also das würde mich schon interessieren, ob bestimmte oder alle WDR-Sender gerichtet strahlen. Ich kann mir das ja höchstens bei grenznahen Sendern vorstellen.



von ThomasK - am 23.06.2003 19:38
So sieht es der WDR offiziell, sieht also stark nach Richtstrahlung aus, im Übrigen muss ich auch bestätigen, dass BFBS R1 hier leicht besser kommt als der Rest vom Langenberg, Neandertal kommt gar nicht.



von Westerwälder - am 23.06.2003 19:43
Danke für dieses schöne Diagramm, Westerwälder. Da sieht man ja auch deutlich die Delle beim Langenberg im Südosten.
Wo genau liegt Deine QTH im Westerwald ? Mich würde mal interessieren, wie gut Du dort die Programme vom Brocken, vom Inselsberg und vom Kreuzberg empfängst. Der Westerwald ist ja je nach Höhenlage ein gutes Pflaster für UKW-Empfang aus etlichen Bundesländern.



von ThomasK - am 23.06.2003 20:02
@ThomasK:

Standort hier 11 km Luftlinie nördlich von Montabaur, nahe Selters/Westerwald (nein, NICHT da wo das Wasser herkommt) auf ca. 310 m Höhe.
Wie mein Bandscan aussieht, kannst du dir hier als HTML-Datein anschauen. Wenn ich die letzten Fehler im Bandscan ausgemerzt habe geht er auch zu Thomas Birkle auf seine Seite bandscan-europa.de um dort meinen alten Bandscan abzulösen.

von Westerwälder - am 23.06.2003 20:13
Eine Doppelversorgung hat der WDR schon lange zugegeben. Nur ist offiziell kein einziger Sender entbehrlich, da es einen oder mehrere Punkte gibt, an dem jeweils nur ein Sender geht.

von Ole - am 24.06.2003 04:55
Tja, @Westerwälder, Dein Bandscan ist wirklich der Hammer, muss man schon sagen. Allerdings kannst Du auch auf eine begnadete Antennenanlage zurückgreifen, von der ich als großstädtischer Mietshausbewohner nur träumen kann. :-(
Ich war übrigens vor knapp 2 Jahren noch in der Nähe von Maxsain und zwar in Rotenhain zu "Rock im Feld" . War schon eine tolle Veranstaltung.



von ThomasK - am 24.06.2003 08:28
Zumindest Neandertal sendet definitiv mit starker Richtwirkung.
Der Sender steht ja am äussersten nordöstlichen Rand des Zeilgebietes "Kreis Mettmann".
Folglich wird gerichtet nach SW gesendet. Dies hat zur Folge, daß der 4-kw-Sender auch in der Nordeifel noch in Ortssenderqualität zu empfangen ist.
Im Ruhrgebiet wird man dagegen feststellen, daß man schon bald auf 97,6 WMW empfängt (was oft nicht auffällt, da ja auf beiden das NRW-Mantelprogramm läuft)
Mein Vorschlag wäre ja schon seit langem:
Borken und Langenberg "schlachten" und daraus einen grossen Ballungsraumsender für den Ruhrpott machen ("Pott FM"oder so ähnlich), der dann vom Langenberg aus mit 10kW abgestrahlt wird.
Was die WDR-Sender angeht, habe ich keine Information.
Allerdings fiel mir auf, daß auf der A2 schon relativ bald nach Dortmund das Langenberg-Signal einbricht, während nach Westen hin bis zur holländischen Grenze ungestörter Empfang (wenn man von der 101,3 absieht) möglich ist.
Dies kann aber auch an der Topographie liegen.

von Peter Schwarz - am 24.06.2003 10:51
Hallo zusammen,

1. Nach Südosten ist ja auch die Topographie wesentlich
problematischer, so daß dies nicht unbedingt bedeuten
muß, daß Langenberg gerichtet ist (außer 97,6).
2. Die 97,6 ist ja nach Genf'84 mit 10 kW rund koordiniert.
Das wäre nur wieder die Rückkehr zum ursprünglich angedachten
Zustand.

Gruß, Stefan

von Stefan Z. - am 24.06.2003 11:09
Also das mit der schwierigeren Topographie nach Südosten kann ich in meinem persönlichen Fall nicht so gelten lassen. Ich habe diese Feststellung mit den schwachen Signalen aus Langenberg immerhin auf einem 700er Gipfel im Rothaaargebirge mit rundum exponierter Lage gemacht. In Richtung Langenberg liegen nur noch deutlich niedrigere Berge, so dass quasi Sichtkontakt ( 90 km Distanz) geherrscht haben muß !



von ThomasK - am 24.06.2003 11:54
Nach Westen hin kann Langenberg (außer bei Radio Neandertal) definitiv keine Einzüge haben, da ja auch noch der Südkreis Kleve von hier aus erreichbar sein muss. Der Sender Kleve ist zwar in diesem Gebiet stationär durchaus gut hörbar, mobil sind aber die 40km Entfernung z.B. bis zu meinem Wohnort bei nur 2kW schon zu viel. In andere Richtungen (vor allem nach Aachen runter) könnte durchaus weniger gefahren werden, da hier Stolberg in den meisten Gebieten parallel zu Langenberg (und teilweise auch noch Nordhelle) ankommt. Gerade das Nordhelle-Sendegebiet ist auf der Karte oben meiner Meinung nach wesentlich zu klein eingezeichnet. Stationär ist der Sender wesentlich weiter in sehr guter Qualität hörbar (z.B. sowohl im Südkreis Kleve als auch in Aachen).

von Kroes - am 24.06.2003 12:46
Hallo,

war die 97,6 nicht erst für Einslive coordniert und die 106,7 für Neandertal. Dann wurde kurz mal gewechselt?

Oder irre ich mich da?

Gruss Thomas

von Thomas - am 24.06.2003 12:46
Die 97.6 wäre mit Rundstrahlung doch mal was für BFBS Radio 1 - parallel zu Visselhövede, im Überschneidungsgebiet sendet er ja auf 103.0. Ist halt nur die WMW im Weg. Die 96.5 könnte dann an nen anderen Sender gehen. Egal - zurück zum Thema.
@ Kroes: Jepp, Nordhelle (jedenfalls 103.8) geht bis an die niedersächsische Grenze (Gronau), Langenberg fast bis Meppen!

von Jo-B - am 24.06.2003 13:18
In Münster sollte Antenne MS auch zuerst auf der Eins Live Frequenz senden. Und Eins Live auf der 95.4.

von M. Schirmer - am 24.06.2003 14:11
Zwobot:

Ja und? Wird bei jedem ARD-Sender und jeder Privatkette so sein, dass du 10 km von der Grenze entfernt normalerweise mehr als einen Sender empfangen kannst.

von Ole - am 24.06.2003 14:23
Also Nordhelle geht hier in Krefeld annähernd so gut wie Langenberg, aber auch Bonn-Venusberg und Aachen kommen fast als Ortssender. Womit wir wieder beim Thema Mehrfachversorgung im Gebiet des WDR`s wären. Die sollen mal ruhig ein paar Standorte stilllegen, dann wäre auch wieder viel mehr Fernempfang möglich. WDR 3 am Bärbelkreuz (96,3 MHZ) abschalten und schon ginge des öfteren hier auch Bayern 3 vom Kreuzberg.
Aber der größte Dorn im Auge sind mir sowieso die NRW Lokalradios mit ihrem weichgespülten Einheitsbrei-Programm.Kleistern alle potientiellen Frequenzen für Fernempfang zu und haben dabei noch eine ausufernde Bandbreite mit denen sie alle Nachbar-QRG`s zuquäken. Das einzige was bei den Lokalradios bestens funzt ist die teilweise sekundenbruchteilschnelle RDS-Auflösung.



von ThomasK - am 24.06.2003 15:22
zum thema 97.6 mhz wo man neandertal auch im rhein sieg kreiss empfangen kann wird es wohl auch bald vorbei sein den die 97.6 soll warscheinlich von der hohen warthe aus mit wdr5 senden habe ich gehört!

von mithörer - am 24.06.2003 16:18
Stimmt, anfangs sendete Radio Neandertal auf der 106,7 MHz mit 1 kW. Die 5. WDR-Kette war tatsächlich für die 97,6 MHz vorgesehen, aber wir sollten froh sein dass es dann doch nicht so kam. Die "nur" 10 kW wären doch das Argument gewesen, noch viel mehr Funzeln als Füllsender in Betrieb zu nehmen, wo dann die 97,6 nicht mehr mit dem Radiowecker zu empfangen gewesen wäre. (Sie den WDR 2 Köln-Sender in Bergheim).

Die 106,7 sendete zunächst nur mit 80 kW, wenn man Siebel 1995 & 1997 Glauben schenken kann.

von alqaszar - am 24.06.2003 16:48
Ich verstehe sowieso nicht, warum immer mehr "WDR" auf Sendung gehen,
obwohl sie eigentlich schon seit Jahren für eine Überversorgung sorgen.

Es muss wohl jede kleinste Orstschaft, die nicht in jeder Ecke einen extrem starken Empfang bietet, mit einem Füllsender ausgestattet werden ?! :-(

Ich glaube, es geht schon gar nicht mehr darum, die Versorgung sicherzustellen, sondern die Alternativen einzuschränken.

Klar, wenn ich das Band von 89 bis 108 MHz in 0.1 MHz-Schritten mit WDRs fülle, dann sind die Einschaltquoten für den WDR wohl gigantisch.


Gruß
Matthias

von Matthias - am 24.06.2003 20:22
Ich bin im Prinzip ein Befürworter der Gleichwelle.
Der Nachteil ist derzeit, dass sich beide Signal gegenseitig schwächen können oder durch Reflexionen und unterschiedliche Signalwege (Entfernung) zugleich die Qualität schwächen.

Die Technik ist heute aber deutlich weiter.
Bei Heimkino-Audio-Systemen stellt man eine künstliche Verzögerungszeit ein,
damit es bei Hörer "wie im Original" klingt.
Ähnliches würde sich bei der Sendetechnik auch machen lassen.
Warum nicht eine Gleichwelle so synchronisieren, dass es wie ein einziger Sender mit doppelter Reicheweite rüberkäme ?????!

Aber selbst wenn man an der Technik nichts ändern würde,
so könnte man zumindest eine "Fast-Gleichwelle" produzieren,
indem man beispielsweise jeweils einem Sender in einen Bundesland nur drei Frequenzen zuweist um immer eine andere zwischen zwei gleichen liegt.
Immer dann, wenn sich zwei Gleichwellen doch mal stören würden, gibt´s dort eine andere Frequenz, die dann ungestört sein dürfte.

Ein Beispiel an EinsLive :





von Matthias K. - am 25.06.2003 18:03
So, ich hab' die Datei gefunden. Da steht (und diese List kommt offiziell vom WDR) tatsächlich bei allen Langenberg-Frequenzen ND (also Rundstrahlung) dabei. Ich war mir eigentlich sicher, dass da was anderes stehen würde...Naja, dann kommt die Abschattung halt auf natürlichem Wege durch die Berge zustande.

von Kroes - am 25.06.2003 18:30
Wenn vom Langenberg wirklich mit Rundstrahlung gesendet wird, könnte man den Knick im Südosten seines angeblichen Sendegebietes höchstens durch die dortige Topographie begründen. Wer mal mit Radio Mobile die Reichweite des Langenbergs berechnet hat, dem wird aufgefallen sein, dass im Bergischen Land im Gegensatz zum restlichen "Nahfeld" des Senders viele Empfangslöcher bestehen. Warum man aber beim WDR diese Empfangsgebiet-Ellipse im Westen komplettiert, ist mir nicht ganz klar, Richtung Norden und Süden kommt man gut raus, aber Richtung Nederland sind doch eigentlich auch keine Erhebungen mehr dazwischen, die den Empfang beeinträchtigen könnten. EinsLive vom Langenberg wird nach meinen Erfahrungen mobil erst 10 bis 20 km hinter Arnhem langsam schwächer.

Zu der Gleichwellen-Idee: Kein schlechter Ansatz, das Konzept dürfte funktionieren, abgesehen davon, dass die von dir vorgeschlagenen QRGs zur Zeit noch teilweise anders belegt sind. So eine Zerobase mit Gleichwellensendern wäre deutschlandweit notwendig!

von Westerwälder - am 25.06.2003 20:47
Kämpfen für Zerobase ! Wäre wirklich schön !! Aber wird leider Wunschdenken und Utopie bleiben: Wenn ich mir die Frequenzen aussuchen könnte, würde ich das auch machen... "Die paar Freaks", die Fernempfänge interessieren - die kann man ja auch mal "schnell abbuchen" :p ...so scheint's leider zu laufen...

Einslive haben wir mal auf 'ner Abschlussfahrt Richtung Holland im Bus gehört... da war ich schon erstaunt, wie weit ins Land das Signal ohne Knattern und Rauschen reinkam... wir sind aber definitiv weiter gefahren als nur Arnhem...

von hybrid - am 25.06.2003 21:59
Leider läßt sich hier keine Vektor-Grafik einbinden.
Schau also hier vorbei:

Vorschlag für Zerobase NRW - POP-Welle ÖR

von M. Schirmer - am 25.06.2003 23:22
@Matthias K.: Das mit deinem Gleichwellen-Sendegebiet mit nur 3 Frequenzen dürfte mit bisheriger Technik nicht funktionieren, da die Interferenzbereiche bei solch starken Sendern enorm wären. Dies kann allenfalls bei Low-power-Netzen klappen und führt selbst dann zu grässlichem Zwitschern in den Randbereichen (z.B. Beispiel DNR in Luxemburg ...)
Ich bin kein Freund von Gleichwellensystemen wegen a) Interferenzen und b) schlechter Idendifizierbarkeit der einzelnen Sender.
Günstiger wäre dann schon eine Neueinteilung nach Gruppierung von Programm-QRGs in engeren Blöcken (wie z.B. die B3-Serien in den 99ern in Bayern).

von Guido R. - am 30.06.2003 21:30
Re Langenberg:
Soweit mir bekannt, hat der Sender Rundstrahlung. Da ist, laut WDR (1992) auch der Grund warum man bei WDR1(Live) nur 80 und nicht 100 kW (geforderte Einzüge) fährt. Gleiches gilt für Nordhelle. Dort wird die 102,7 deshalb mit nur 20 kW (vs. Bad Marienberg), aber eben mit Rundstrahlung betrieben.

von Thomas (Metal) - am 30.06.2003 21:34
"20 kW (vs. Bad Marienberg)". Nee! Wegen Wesel 102,8! Als auf der 102,7 noch WDR 1 lief hatte die 102,7 auch 35 kW trotz RPR.

von raschwarz - am 01.07.2003 05:55
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