Startbeitrag von PowerAMam 09.02.2007 11:58
Vorteil der Ferritantenne ist eindeutig deren Richtwirkung, die es manchmal erlaubt, störende Sender auszublenden oder zumindest abzuschwächen. Klappt nur selten, da die mich interessierenden westeuropäischen Sender fast prinzipiell auch von osteuroäischen Gleichkanalbelegungen gestört werden. :mad:
Nun meine Beobachtungen: Nachts bringt die Ferritantenne in der Regel mehr Signalpegel, reißt aber auch alles an lokalen Störungen mit hoch. Das fängt bei Lichtschaltern oder meinem Kühlschrank an, was sich normalerweise in Knacken oder Krachen ausdrückt. Unangenehmer sind dagegen Fernseher und prinzipiell alle Arten von Schaltnetzteilen. Da gibt es gepulstes Pfeifen, Pfeifen mit Melodie oder Rauschen. Das Netzteil meines TFT-Monitors kann man akustisch kaum von einem DRM-Sender unterscheiden! :eek:
Der Langdraht bringt dagegen einen überwiegend ruhigeren Empfang, allerdings mit weniger Signalstärke. Dazu kommt das Phänomen, daß z. B. Radio 10 Gold damit derzeit ganztägig empfangbar ist, während es an der Ferritantenne tagsüber wegbricht oder heftigem Fading unterworfen ist. Nachts bilde ich mir ein, mit dem Langdraht weniger Fading zu haben - was natürlich Quatsch ist. Wahrscheinlicher kommt dieser Effekt von den nicht ganz so starken Pegelschwankungen und fällt damit nicht so sehr auf.
Eine weitere Merkwürdigkeit ist die an sich kaum spürbare Richtwirkung des Langdrahtes. Die weiter oben angesprochene Situation beim Empfang westeuropäischer Sender und Störern aus Osteuropa läßt sich beim Langdraht durch Verstimmen des Anpassungs-Drehkondensators entschärfen. Witzigerweise kann man damit den Störer abschwächen bzw. oftmals sogar komplett ausblenden und hat ungestörten Empfang des gewünschten Programms.
Hat jemand dafür eine Erklärung?
Der Drehkondensator ist aus dem MW-Teil eines geschlachteten Radios. Seine Kapazitätsangabe ist nicht mehr lesbar.
Kann man sich vielleicht so erklären, dass du damit alles abschwächst, der gewünschte Sender jedoch stärker ist. Der Störer rutscht unter die Empfindlichkeitsschwelle des Empfängers, während die andere Station hörbar bleibt. :confused:
von Rolf, der Frequenzenfänger - am 09.02.2007 12:06
von PowerAM - am 09.02.2007 14:00
Der in Serie geschaltete Drehkondensator wirkt elektrisch verkürzend. Je kleiner die Kapazität, desto mehr wird verkürzt. Für Mittelwelle und Langwelle ist die Langdrahtantenne eh schon zu kurz. Da hat der Kondensator deshalb keinen so großen Einfluss wie bei den Kurzwellen.
Dass der Kondensator das Signalstärkeverhältnis von Gleichkanalsendern beeinflusst ist ja interessant. Die Höhe der Kapazität beeinflusst die Stromverteilung auf der Antenne. Da scheint es dann doch eine Art veränderlicher Richtwirkung zu geben.
von Ingo-GL - am 09.02.2007 14:51
von PowerAM - am 09.02.2007 15:42