Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
19
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
chris2612, PowerAM, DLR-Fan Sachsen-Anhalt, Steffen_K1, P.A., B. Antworter, Terranus, Stefan Z., Ole

DVB-T Start in Sachsen 2004

Startbeitrag von chris2612 am 01.07.2003 16:05

Der Medienrat der SLM hat in einer Pressemitteilung vom 27.6.2003 zum DVB-T Start in Sachsen im Jahr 2004 u.a. folgendes veröffentlicht:

Nach den positiven Erfahrungen mit dem Umstieg auf die digitale terrestrische Ausstrahlung von Fernsehsignalen in der Bundeshauptstadt wird damit die neuartige Empfangstechnik auch in Mitteldeutschland Realität. Mit insgesamt vier Sendestandorten (zwei Standorte mit je 50 kW, zwei Ergänzungsstandorte mit je 2 kW) werden im Empfangsstandard "portable outdoor" (hierunter versteht man die Empfangsmöglichkeit mittels im Empfangsgerät eingebauter Antenne außerhalb von Gebäuden) im Ballungs­raum Leipzig/Halle über 2,1 Millionen Einwohner erreicht, bei stationärem Empfang sogar über 3,3 Millionen Einwohner.

( siehe auch: http://www.slm-online.de/psk/slm/slm_content/powerslave,id,385,nodeid,11.html )

Wer kann Auskunft geben, um welche Sendestandorte es sich handelt und welche TV Kanäle verwendet werden sollen ?

Antworten:

Wenn es sich um den Raum Leipzig/Halle handelt,
dürfte der Grundsender mit 50 kW Leipzig-Wiederau
und der Ergänzungssender mit 2 kW Halle/Petersberg
sein.
Ich vermute, daß die Kanäle 26 und 35 genutzt werden.
26 = bisher SAT1, und 35 = früher ARD1 Sachsen-Anhalt,
Länderprogramme gibts ja nur noch im Dritten
(Leipzig-Wiederau K22 = Sachsen und K52 = Sachsen-
Anhalt).

von Stefan Z. - am 01.07.2003 16:15
Danke Stefan !

Gibt es eigentlich auch für den Grundnetzsender Geyer koordinierte aber nicht genutzte Fernsehkanäle, die für den DVB -T Start in der Region Chemnitz / Zwickau verwendet werden könnten ?

von chris2612 - am 01.07.2003 16:45
chris2612:

Jepp, E56 50 kW

von Ole - am 01.07.2003 16:48
2kW Halle-Petersberg wäre echt geil :-). Es waren ja mal Anfang der 90iger 2 UHF-Sender auf dem Petersberg in Betrieb, einer war Sat1 der andere hatte nur ein Testbild bis zur Abschaltung. Meines Wissens sind die UHF-Sender auf dem Petersberg aber demontiert. Jeweils nur 2 UHF-Kanäle macht 8 Programme, ob das DVB-T bei uns hier zum Durchbruch verhilft.... Ich hoffe es kommen wenigstens 4 Kanäle zum Einsatz wie es versprochen wurde....

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 01.07.2003 20:09
Schade, der Petersberg mit nur 2 kW würden nicht ausreichen, um den hier zu empfangen.

Steffen
QTH: Wittenberg

von Steffen_K1 - am 01.07.2003 23:10
@ DLR-Fan Sachsen-Anhalt: Es werden sicherlich nicht so viele Programme werden wie in Berlin auf DVB-T verbreitet werden. Diese zahlreichen empfangbaren Sender sind u. a. den Kabelnetzbetreibern ein Dorn im Auge. Sie pochen per Klage darauf, daß nur die Sender verbreitet werden dürfen, die lokal lizensiert sind. Demnach wäre Schluß mit allen Dritten, ausgenommen den beiden RBB-Programmen. Bei den Privaten würde es sich dann auf alle oder einige Programme der ProSiebenSat.1-Gruppe und der RTL-Group beschränken. Es bleibt zu hoffen, daß eine Entscheidung zugunsten der Programmvielfalt getroffen wird...

Trotzdem wird sich DVB-T durchsetzen, auch mit nur 8 Programmen. Man muß nur die analoge Ausstrahlung einstellen. Wer bislang per Sat-Anlage fernsieht wird deshalb nicht auf DVB-T umsteigen, der Kabelfernsehnutzer ebenso wenig. Zudem bringt DVB-T den Vorteil geringerer Energie- und Betriebskosten der Sendeanlagen weil ja mit weniger Kanälen und geringerer Sendeleistung gearbeitet werden kann.



von PowerAM - am 01.07.2003 23:46
Selbst wenn man nur die überall vorhandenen 3 terrestrischen Senderketten ( ARD, ZDF und Dritte ) auf DVB-T umstellt, hat man bereits die Kapazität für 12 Programme. An vielen Standorten steht noch ein weiter Kanal zur Verfügung. Schwierig wird es lediglich in der Übergangszeit, aber wahrscheinlich erfolgt in der Fläche außerhalb der Ballungszentren eh ein harter Umstieg, da keine oder nur wenige Ausweichfrequenzen für das vorläufige Weiterbetreiben der analogen Terrestrik zur Verfügung stehen.

Ich glaube schon, daß sich DVB-T zu einer Konkurrenz zum Kabelanschluß entwickelt. Die Investitionskosten sind gering und der technische Aufwand hält sich in Grenzen. Dort wo bisher für einen rauschfreien Analogempfang aufwendige Antennenanlagen erforderlich waren, reicht bei DVB-T schon eine kleine VHF / UHF Antenne unter dem Dach. Wem die 3 öffentlich rechtlichen Programme und RTL, SAT 1 und PRO 7 ausreichen ( und das sind viele ) , der wird sich schnell fragen, wozu er zukünftig noch die teueren Kabelgebühren bezahlen soll. Kein Wunder also, daß die Kabelbetreiber Amok gegen DVB -T laufen.

von chris2612 - am 02.07.2003 14:44
Man könnte an vielen Standorten zumindest ARD/ZDF/III. parallel digital abstrahlen für eine Übergangszeit, um dann die analogen Frequenzen umzustellen.

von Terranus - am 02.07.2003 16:14
Jetzt wird's wahrscheinlich 2004 doch nichts mit dem DVB-T Start im Raum Leipzig / Halle. Die SLM hat dazu am 7.8.03 die folgende Presseerklärung herausgegeben:

Medienrat erwartet keinen DVB-T-Start im Raum Leipzig/Halle vor dem Jahr 2005

"Unser Ziel ist es, diesen Umstieg auch in der bevölkerungsstarken Region Leipzig/Halle zu vollziehen", erklärte Mayer. Allerdings fehle es nach wie vor an klaren Aussagen der großen privaten Veranstalter. "Der Mitteldeutsche Rundfunk steht bereit, aber die Privaten zögern und wollen wohl erst einmal die in Berlin gemachten Erfahrungen auswerten", sagte Mayer und zeigte gleichzeitig Verständnis für diese Haltung. Die SLM jedenfalls rechne für das Jahr 2004 nicht mehr mit einem Sendestart im Großraum Leipzig/Halle. Daher habe der Medienrat die für Digitalisierungsprojekte im kommenden Jahr zur Verfügung stehenden Mittel im Entwurf des Haushaltsplans reduziert. Im Übrigen stünden die Mittel nicht allein für DVB-T, sondern auch für andere nützliche Digitalisierungsprojekte zur Verfügung. Mayer forderte die privaten Veranstalter erneut auf, sich alsbald zu äußern, ob und wann sie zu einem Einstieg in DVB-T in Mitteldeutschland bereit seien.

komplette Meldung: http://www.slm-online.de/psk/slm/slm_content/powerslave,id,397,nodeid,11.html

von chris2612 - am 09.08.2003 11:50
Ach menno, dann wirds hier erst 2005 was, wer weiss was bis dahin ist :-( . Von Berlin bin ich leider zu weit weg, in Wittenberg sollte es mit guter Dachantenne wenigstens möglich sein ein paar berliner Sender über DVB-T zu empfangen.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 09.08.2003 14:15
Terranus hat Recht. Man könnte in Sachsen sofort ein DVB-T Paket mit ARD, ZDF, MDR und einem weiteren Programm auf den ehemals von Sat 1 genutzten Kanälen ausstrahlen. Damit wäre die terrestrische Grundversorgung für die paar Leute die noch über Antenne gucken auch weiterhin garantiert. Decoder gibt es inzwischen schon für unter 100 Euro. Die Kabelnetzbetreiber hätten dann ein halbes Jahr Zeit um ihre Kopfstationen auf DVB-T Empfang umzurüsten. Dann kann man analog abschalten und die "starken" Frequenzen digital nutzen. Und wenn die Privaten noch bremsen, dann sollten wenigstens die Öffentlichen ganz schnell umstellen. Das spart Kosten und Gebührengelder. Die Privaten springen schon noch auf den Zug auf.

DVB-T als zweiter Empfangsweg neben Kabel und Satellit zur Sicherung der Grundversorgung sollte so schnell wie möglich realisiert werden und nicht schon wieder von Bedenkenträgern und Subventionsabschöpfern blockiert werden. Im Gegensatz zu UKW wird der analoge TV Empfang kaum noch genutzt. Also beste Voraussetzungen zum Abschalten - nicht nur in Sachsen !

von chris2612 - am 10.08.2003 07:22
Einspruch! Gerade im Bergland ist mit DVB-T kein Blumentopf zu gewinnen. Auch wenn die bislang für fast jedes Tal aufgestellten "Kleinsender" mit Umrüstung auf DVB-T die Ausstrahlung von bis zu 12 Programmen zulassen würden (analog: ARD, ZDF, MDR - digital 3 Transponder mit je 4 Programmen), es wäre eine erheblich kostenintensivere Umrüstung als in der Region Berlin. Sinnvoll wäre der Umstieg auf DVB-T lediglich in flacheren Regionen (z. B. um Leipzig) und in den Ballungsräumen der Städte. Der Rest nutzt fast ausschließlich Satellitenempfang und wird kaum einen Empfänger für DVB-T aufstellen der deutlich weniger Programme bringt.

Die "Kleinsender" würde ich a. G. der geringen Nutzung sowieso abschalten. Wenn es die Kabelnetzbetreiber mit den Preisen nicht so übertreiben würden könnte man generell auf eine analoge terrestrische Fernsehabstrahlung verzichten. Den oft propagierten Vorteil der mobilen Nutzung des Fernsehempfangs nutzt eh' keiner! Der "Versorgungsauftrag" der ARD wird durch die Möglichkeit des Satelliten- bzw. Kabelempfangs hinreichend abgedeckt.



von PowerAM - am 10.08.2003 09:23
@ PowerAM

Einspruch teilweise ablehnt. Richtig ist, daß die Gebirgsregionen wesentlich schwieriger zu versorgen sind als das Flachland. Aber viele der heutigen Füllsender werden in Zukunft gar nicht mehr benötigt. So steht es jedenfalls in den diversen Veröffentlichungen und Vorträgen die man im Internet zum Thema findet. Genutzt werden die analogen Frequenzumsetzer eh kaum noch. Und was keiner nutzt vermisst auch keiner wenn's weg ist ! Man sollte deshalb auch in diesen Regionen kurzen Prozess machen und die Grundnetzsender schnellstmöglich umstellen. Schon aus Kostengründen. Dort wo es doch noch notwendig ist können ja so nach und nach Sender mit kleinerer Leistung die Empfangslücken schliesen. Die analoge Grundversorgung die heute auch nicht flächendeckend ist, sollte schnell durch eine digitale Grundversorgung abgelöst werden.

Ich sehe den Antennenempfang u.a. auch als notwendiges BackUp-System beim Ausfall der Verbreitungswege Kabel und Satellit. Schon deshalb muß es die Terrestrik auch zukünftig geben, auch außerhalb der großen Ballungsräume.

von chris2612 - am 10.08.2003 12:04
@ chris2612: Widerspruch!

Ein Backup-System muß nicht mitfinanziert werden, wenn's keiner nutzt. Wo überwiegend bzw. ausschließlich Satelliten- oder Kabelempfang genutzt wird braucht's keinen dritten Empfangsweg. Sowas ist Geldverschwendung und in keiner Weise unterstützenswert!

Wenn du unbedingt auf flächendeckende Versorgung mit DVB-T bestehst dann kann das so gelöst werden: Selbst in den Gebirgsregionen sollte ausschließlich der jeweilig zuständige Grundnetzsender entweder direkt oder in Tallagen per Digipeater (Gleichwelle, sehr kleine Leistung und wo möglich auch Richtstrahlung) empfangen werden. Für einige Täler reicht auch eine passive Umlenkeinrichtung, sowas gab es zu DDR-Zeiten z. B. im Harz recht häufig. Die restlichen analogen Fernsehsender sollten nur dann erhalten bleiben wenn durch die vorgenannten Maßnahmen kein Empfang möglich ist und ihr weiterer Betrieb unbedingt erforderlich ist (Bedarfsprüfung!).



von PowerAM - am 10.08.2003 13:06
Im örtlichen Promarkt werden DVB-T Empfangsgeräte verkauft, um die Berliner Sender empfangen zu können.Daneben steht auch eine Reichweitenkarte.Laut Karte soll es möglich sein,dass man ein paar DVB-T Sender aus Berlin auch an manchen Stellen in Wittenberg empfangen könnte.

Steffen
QTH: Lutherstadt Wittenberg (Sachsen-Anhalt)

von Steffen_K1 - am 10.08.2003 13:30
Zitat

Richtig ist, daß die
Gebirgsregionen wesentlich schwieriger zu versorgen sind als
das Flachland. Aber viele der heutigen Füllsender werden in
Zukunft gar nicht mehr benötigt. So steht es jedenfalls in
den diversen Veröffentlichungen und Vorträgen die man im
Internet zum Thema findet.


Auf "portable indoor" wurde dabei aber sicher nicht abgestellt. Nichts mit "Überallfernsehen" also, ohne Dachantenne liefe da nichts, und damit stellt sich die Sinnfrage...

von B. Antworter - am 10.08.2003 15:21
Der Medienrat der SLM hat in einer Pressemitteilung vom 27.6.2003 zum DVB-T Start in Sachsen im Jahr 2004 u.a. folgendes veröffentlicht:

Nach den positiven Erfahrungen mit dem Umstieg auf die digitale terrestrische Ausstrahlung von Fernsehsignalen in der Bundeshauptstadt wird damit die neuartige Empfangstechnik auch in Mitteldeutschland Realität. Mit insgesamt vier Sendestandorten (zwei Standorte mit je 50 kW, zwei Ergänzungsstandorte mit je 2 kW) werden im Empfangsstandard "portable outdoor" (hierunter versteht man die Empfangsmöglichkeit mittels im Empfangsgerät eingebauter Antenne außerhalb von Gebäuden) im Ballungs­raum Leipzig/Halle über 2,1 Millionen Einwohner erreicht, bei stationärem Empfang sogar über 3,3 Millionen Einwohner.

Ich habe mir die PM vom 27.06. nochmals durchgelesen und würde da eher sagen die 2kW Sender stehen zentral. Also Halle-Stadt und Leipzig-Stadt und die 50kW Sender könnten dann auf dem Petersberg und Wiederau bzw. Holzhausen stehn. Hierbei müßte für das mdr Fernsehen auf unterschiedlichen Kanälen gesendet werden, wegen Regionalprogramm. Alle anderen in SFN-Netzen.

von P.A. - am 10.08.2003 15:47
@ PowerAM

Gerade weil es ums Geld geht, sollten sämtliche Grundnetzsender so schnell wie möglich digitalisiert werden. Die analoge Ausstrahlung kostet ebenfalls viel Geld und geht weitgehend ins Leere.

Die Versorgung der Täler muß von Fall zu Fall am Bedarf geprüft werden. Richtig ! Wie es technisch realisiert werden könnte hast Du ja schon beschrieben. Aber ich würde nicht automatisch darauf schließen, daß es in den verkabelten Gebieten generell keinen Bedarf gibt. Das wird der Markt entscheiden. Viele hängen halt nur deshalb noch Kabel, weil sie bisher keine Alternative haben. In Berlin gibt es zur DVB-T Einführung eine Begleitforschung. Aus der Überall TV HP:

Erste Zwischenergebnisse der Begleitforschung

Überraschung dagegen im Referat von Dr. Bernhard Engel, ZDF Medienforschung. Seine Ergebnisse besagen: Längst nicht jeder DVB-T-Teilnehmer war zuvor ein "analoger Terrestriker". Von November 2002 bis April 2003 rüsteten zwar mehr als 86.000 von analog auf digital um. Gleichzeitig wechselten rund 20.000 Zuschauer zum Satellitenempfang, und über 37.000 zum Kabel. Andererseits rüsteten fast 60.000 Kabel oder Satellit - zusätzlich oder exclusiv - zu DVB-T auf. Hier deuten sich nach Engels Worten noch mehr Überraschungen im Markt an.

@ B.Antworter

Portable indoor Empfang wäre sicher schön, wird sich aber garantiert nicht überall machen lassen. Aber zwischen der kurzen Stabantenne und der 3 Meter Yagi in 10 Meter Höhe auf dem Dach gibt es noch viele Zwischenstufen. Sinn macht DVB-T Empfang sicher nur dort, wo er mit geringen Aufwand zu realisieren ist. Da hast Du vollkommen recht.

von chris2612 - am 10.08.2003 18:16
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.