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S2 Kultur und die Folgen

Startbeitrag von Marcus. am 17.07.2007 16:45

Welche Frequenzen wurden mit der damaligen Fusion 1991 v.a. an die Programme SWF4 und S4 BW abgetreten?

Antworten:

Linz 97,4

von Free Speech - am 17.07.2007 16:52
Das bekannteste war sicher die 90,10 Stuttgart 100 kW von SDR2 zu S4 BW Stuttgart, damit wurde auch das angrenzende Tübingen mit Regionalinfos im Wechsel bedacht.

S2 wich dann auf die ehemalige vierte Frequenz 87,90 aus, die aber mit 1 kW und schlechterer Empfangbarkeit zu kämpfen hatte. Trotz SDR/SWF Alternativfrequenzen vom Raichberg, Hornisgrinde, Aalen, Heidelberg usw. waren teils Empfangsprobleme gegegeben. Nach Protesten wurde es dann ca 1995 geschafft die ursprünglich für Privatfunk neu koordinierte 105,7 Stuttgart 80 kW dann für S2 in Betrieb zu nehmen.

von RainerZ - am 17.07.2007 17:08
Die 105,7 war für Privatfunk koordiniert???

Hat sie sich der SWR also einfach unter den Nagel gerissen
. Stelle mir grad sunshine-live auf dieser Frequenz vor :cool:

von electroSMOG - am 17.07.2007 18:34
Mit der Fusion von SDR2 und SWF2 zu S 2 Kultur hat die Abschaltung dieses Programms auf den Frenquenzen Linz 97,4 und Schwarteberg 93,6 eher wenig zu tun; die Ursache lag vielmehr darin, dass das am 1. Dezember 1991 gestartete Programm "SWR 4 Rheinland-Pfalz" diese Frequenzen bekam.

S 2 Kultur aber wurde bereits am 1. Januar 1991 gestartet, so dass auf den beiden genannten Frequenzen für 11 Monate S 2 Kultur zu hören war, bis dann SWF 4 übernahm.

von Alqaszar - am 17.07.2007 18:35
Einfach unter den Nagel gerissen hat der SDR sich diese Frequenz sicher nicht, das hätte er auch nicht können, da sie im Nutzungsplan ja für einen Privatsender vorgesehen war. Bei der Ausschreibung der LfK im Jahr 1993 gab es auch eine ganze Reihe Interessenten für die weitreichende 105.7. Grosse Hoffnungen hatte sich RTL gemacht, der alles auf dieses Pferd setzte und sich um keine andere Frequenz bewarb. Der SDR, der nun selbst verschuldet Versorgungslücken im Großraum Stuttgart für sein Kulturprogramm hatte, kämpfte nun für diese Frequenz. Man sammelte Unterschriften zahlreicher MEinungsmultiplikatoren und Kulturschaffenden und man zog vor das Verwaltungsgericht in Mannheim...und gewann erstaunlicherweise. Ein kluger Schachzug des SDR, muss man sagen. Der Frequenzrelaunch auf 90.1 mit S4 1991 muß schon in der Absicht erfolgt sein, eine weitere leistungsstarke Frequenz zuerkämpfen. Denn schliesslich wusste man die REichweiten der bestehenden Frequenzen und die sich daraus ergebenden Lücken waren alles, nur keine Überraschung. Man hätte natürlich das zweite Programm brav auf der 90.1 lassen können und das vierte mit der Mangelausstattung der 1kW-Frequenz 87.9 starten können, um dann noch eine Frequenz für dieses Programm zu erkämpfen. Nur: Für eine SChlager- und Heimatwelle hätte man niemals so eine illustre Unterstützergemeinde gefunden und die Chancen vorm Gericht wären wesentlich schlechter gewesen als für ein Hochkulturprogramm wie S2. Dieses wollte man eben einwandfrei empfangbar haben, was ja so gesehen auch verständlich ist. Der SDR hat also erst einmal Frequenzknappheit erzeugt und sich dann vor Gericht wieder Luft verschaffen. In Rheinland-Pfalz gab es glaub dieses Bemühen nicht. Dort sind Teile des nördl. Rheinlands heute noch SWR2-unter bis unversorgt.
Ein Schelm, wer böses dabei denkt, wenn man beim werbelosen Kulturprogramm auf den Overspill nach NRW verzichtet, nicht aber bei den Massenprogrammen.
Der große Verlierer im Spiel um die 105.7 hiess RTL. Der stand nun am 1.10. 1994 ohne eine Frequenz in BW da und zog sich verärgert aus Stuttgart zurück.


von PeterSchwarz - am 17.07.2007 19:48
Gab es in Mainz auch ein Tausch SWF 4 und S2?

Gab es damals im Programm von S2 auch schon Regionale Auseinanderschaltungen?

von Marcus. - am 17.07.2007 20:54
Zitat

Gab es in Mainz auch ein Tausch SWF 4 und S2?

Nein, der Tausch in Mainz war schon einige Jahre vorher. Da war weder an S2 noch an SWF4 zu denken.

Zitat

Gab es damals im Programm von S2 auch schon Regionale Auseinanderschaltungen?

Ja, so wie jetzt getrennt für BaWü und RLP.; aber es waren nicht so viele Sendestunden wie jetzt beim SWR.

von Manager. - am 17.07.2007 21:09
Der SDR holte sich damals vor dem Verwaltungsgerichtshof übrigens AFAIK auch die 107,5 in Buchen vom Privatfunk.

von -Ole- - am 17.07.2007 21:58
So ist es, auch diese Frequenz klagte man ein. Allerdings wurde die ja nicht solo ausgschrieben. Diese hätte in den Bereichssender 1 einfliessen, also den Empfang von Radio Regenbogen im Odenwald ermöglichen sollen. Die haben dort als Ersatz nur eine Funzel bekommen nach langen Jahren. Mag immer noch viele Ecken dort geben, wo man jetzt auf Regenbogen verzichten muß (was ja auch nicht mehr so schlimm sein dürfte) und man von den Privaten mehr oder weniger nur Sunshine live als Ortssender bekommt. Der Standort Buchen-Walldürn reisst aber viel weniger als Mudau-Reisenbach. Die 107.5 kommt am Albtrauf z.B. lange nicht so stark wie die 102.1!
Eigentlich sollte man dem SWR mal zur Satisfaktion die überflüssige 92.9 wegklagen, die ist für SWR1 so unnötig wie ein Kropf!


von PeterSchwarz - am 17.07.2007 23:23
Die 92.9 könnte man ja dem DeutschlandRadio überlassen. Im Gegenzug würde SWR1 BW dann die 95.2 in Pforzheim bekommen. Ist ja bei den anderen SWR-Programmen genau so.

von hornig - am 18.07.2007 08:03
Um es zu komplettieren: auch die 91,5 MHz (Plan: RNO Radio Mannheim-FMT 50 Watt) und Bad Mergentheim 105,5 MHz (Plan: Radio 7) fielen dank der Gerichtsentscheidung dem SDR zu.

von Wiesbadener - am 18.07.2007 08:18
Wenn man einen Schritt weiter ginge, und die Geislinger 93.0 noch umkoordiniert (was zu schaffen sein dürfte, siehe die aktuellen Spielchen in Ulm, dann könnte man die 92.9 gar von Stuttgart aus nutzen. Dann könnte da z.B. das DLR drauf und die 87.9 wäre frei für ein Münster-Programm, z.B. für DLF, was wiederum die Funzel in Esslingen ersparen würde und die in Kirchheim ebenfalls. Naja, jetzt steigere ich mich schon wieder rein in: Was sinnvoll wäre.

Die 105.5 Bad Mergentheim gehörte ebenfalls dazu, richtig. Ich weiß gar nicht mehr, für wen die eigentlich vorgesehen war...für Antenne1? Die haben ja in Mergentheim auch nur eine Funzel.
Die 91.5 stand IMHO damals nicht zur Debatte.



von PeterSchwarz - am 18.07.2007 10:41
Stellt sich die Frage, warum ist der SDR damals überhaupt vors Gericht gezogen ?

Die Ursache liegt darin, dass die ganzen Frequenzen über die Antenne 1, Regenbogen, Radio 7 und teilweise auch Radio TON oder Sunshine heute senden, für die 4. regionalisierte Senderkette des SDR (und auch SWF) geplant waren. In der Wellenkonferenz in Genf wurde dies so eingetütet und damit hätte ganz Baden-Württemberg mit dem für die Region richtigen Regionalprogramm versorgt werden können.
Also z.B. 103,2 HN und 103,5 Mergentheim für Frankenradio, 102,8 HD und 102,1 Mudau für Kurpfalzradio, 101,8 KA und 100,7 Mühlacker für Badenradio, 101,3 S für Radio Stuttgart ....

Dann kam die Privatisierungsoffensive und innerhalb kürzester Zeit hatte der SDR die von ihm geplanten und verhandelten Frequenzen nicht mehr. Es gab dann noch die Rumpfkette (105,7 - 106,6 - 105,5 - 104,1 - 107,1 - 107,5 ...) und hier erhielt der SDR ein paar Frequenzen, aber nicht alle und damit nicht flächendeckend. So wollte das Land die oben erwähnten Frequenzen nicht rausrücken und dagegen hat der SDR geklagt und gewonnen. Der SWF hat sich nicht vor Gericht getraut (waren die zu CDU-hörig ?) und deshalb sind die Funklöcher in Süd-BW größer. Die wollten später dem DLF die Frequenzen Hornisgrinde, Witthoh usw. wegklagen, wenn ich mich recht erinnere, haben aber verloren. Und bekamen dann ein paar kleine Frequenzen als Ausgleich in Witthoh und Hornisgrinde.

Das ganze 4. Programm kann heute nur deswegen bestehen, weil der SDR damals feste geklagt hat, zuerst für das Programm (wie z.B. Radio Stuttgart, Badenradio oder Frankenradio - die Politik wollte diese Programme verbieten) und dann nochmal klagte für die Frequenzen. Der SDR hat sich so nur das (teilweise) wieder zurück geholt, was ihm die Politik "geklaut" hat. Wenn ich mir vorstelle, dass auf diesen großen Frequenzen auch noch Hitradio-Dudler senden und womöglich Antenne 1, Regenbogen oder BIG FM jeweils in ganz BW ausgestrahlt würden, dann ist das die deutlich bessere Variante.

von fmhörer - am 18.07.2007 17:28
Vielen Dank für die Erklärung! :-)
Zitat
fmhörer
Das ganze 4. Programm kann heute nur deswegen bestehen, weil der SDR damals feste geklagt hat, zuerst für das Programm (wie z.B. Radio Stuttgart, Badenradio oder Frankenradio - die Politik wollte diese Programme verbieten) und dann nochmal klagte für die Frequenzen. Der SDR hat sich so nur das (teilweise) wieder zurück geholt, was ihm die Politik "geklaut" hat. Wenn ich mir vorstelle, dass auf diesen großen Frequenzen auch noch Hitradio-Dudler senden und womöglich Antenne 1, Regenbogen oder BIG FM jeweils in ganz BW ausgestrahlt würden, dann ist das die deutlich bessere Variante.
Oder wenn Stuttg. 105,7, Raichberg 107,3 und Buchen 107,5 und noch ein Heidelberger an den Deutschlandfunk gefallen wäre, dann wäre der heute flächendeckend empfangbar, die vier SWR-Programme aber möglicherweise auch, weil der SWR dann gezwungen gewesen wäre, aus seiner Überversorgung heraus die vierte Kette zu bilden. Das hätte auch seine Vorteile gehabt.

von freiwild - am 18.07.2007 19:23
Ja, der SDR hat sich damals eine wunderbar komfortable vierte Kette erträumt aus
Heidelberg 102.8
Buchen-Walldürn 102.1
Bad Mergentheim103.5
Walenburg 100.1
Mühlacker 100.7
Stuttgart 101.3
Aalen 103.7
Göppingen 100.3
Ulm 101.8
das war so zu lesen in einem der Südfunk-Hefte (die ich alle schön aufgehoben hatte und die meine Mutter in brachial-schwäbischer Aufräumwut irgendwann entsorgt hatte "wa widd au mit dem uralta Zuigs")
Wäre Baden-Württemberg NRW, dann hätten wir heut SWR4 auf dieser Kette, auf der nächsten Rumpfkette (Langenbrand 105.2, Aalen 107.1, Waldenburg 106.6 etc.) SWR5, und für Privatfunk gäbe es nur die Lokalfunzeln. Der SDR war damals recht forsch, was die Frequenzen anging, nahm auch Ende der 80er einen Füllsender nach dem anderen in Betrieb, auch fragwürdige wie Wiesensteig. Der SWF war zurückhaltender, liess zahlreiche ewig geplanten Füllsender wie Ermstal etc. brachliegen.
Ja, die DLF-Frequenzen wollte man gerne haben, aber die bekam man nicht. Das vierte Progrämmchen war damals heiss umstritten. So nannte es der damalige technische Direktor der LfK, Kretschmann, immer "so oonaidig wie an Kropf"


von PeterSchwarz - am 19.07.2007 09:26
Das Thema S4 / SWR4 interessiert mich als BWler doch sehr:

Es gab also ab 1991 die vierte Kette, gleich als S4, also niemals SDR4, sehe ich das richtig? Warum gab es dann in RLP noch SWF4? Warum kein S4 RP?

Ging die 107.3 Raichberg mit der 90.1 Stuttgart on air oder kam die erst später?

Inhaltlich nehme ich an, wanderten nach und nach alle Schlager und Volksmusik orientierten Sendungen zu S4, SDR1 wurde eher zu einer Service und Popwelle, wobei S4 doch deutlich regionalbezogener war.

Infos dieser Art bitte alle hier sammeln, würde mich doch sehr interessieren.

Gruß,

Wolfgang

von Wolfgang R - am 19.07.2007 17:11
Hallo,

Zitat
Wolfgang R
Es gab also ab 1991 die vierte Kette, gleich als S4, also niemals SDR4, sehe ich das richtig?
Warum gab es dann in RLP noch SWF4? Warum kein S4 RP?


Meines Wissens gab es schon in den 80er ein SDR4, das dann im späteren S4 aufging.

Das Thema war aber gewaltig umstritten und auch Gegenstand von Prozessen, in
denen es um die Frage ging, ob der SDR denn regionale Radioprogramme veranstalten
darf.

Zur Benennung: SDR und SWF kooperierten ab 1991 im zweiten und vierten
Hörfunkprogramm. Letzteres wurde jeweils als Landeswelle konzipiert. Und da
zum damaligen Zeitpunkt Baden-Württemberg noch zwischen SDR und SWF
aufgeteilt war, Rheinland-Pfalz aber dem SWF alleine "gehörte", gab es in
BW eben den übergreifenden Namen S4, in RP aber SWF4.

Zitat
Wolfgang R
Ging die 107.3 Raichberg mit der 90.1 Stuttgart on air oder kam die erst später?


Die 90,1 war eine alte Frequenz, die früher von SDR2 (Kulturprogramm) genutzt wurde.

Die 107,3 kam als neue Frequenz erst in den 90ern - da spielte (glaube ich) auch
die Tatsache eine Rolle, daß es noch lange Zeit Beschränkungen für das "neue"
Frequenzspektrum zwischen 104 und 108 MHz gab...

Zitat
Wolfgang R
Inhaltlich nehme ich an, wanderten nach und nach alle Schlager und Volksmusik orientierten
Sendungen zu S4, SDR1 wurde eher zu einer Service und Popwelle, wobei S4 doch deutlich
regionalbezogener war.


SDR1 blieb eigentlich fast bis zuletzt ein äußerst vielfältiges Programm -
nicht nur redaktionell, sondern auch musikalisch.

Sendungen wie "Sie wünschen - wir spielen" sind erst nach der Fusion zum
SWR ins vierte Programm abgewandert...

cu talk


von talk - am 19.07.2007 18:16
Zitat

Es gab also ab 1991 die vierte Kette, gleich als S4, also niemals SDR4, sehe ich das richtig?

Nicht ganz. Der SDR hatte bereits in den 60er-/70er-Jahren getrennte Regionalsendungen für (Nord-)Baden und (Nord-)Württemberg und setzte sehr früh auf die damals sogenannte "Subregionalisierung". Gemeint waren damit die regionalen Fensterprogramme wie wir sie auch heute noch kennen. Am 09.05.79 startete Kurpfalz-Radio (zunächst aus Heidelberg; später wechselte man in's neue Studio Mannheim), am 01.07.81 Radio Stuttgart und am 03.09.84 das Ulmer Schwabenradio. Frankenradio Heilbronn begann zunächst als zeitlich befristetes Projekt beigleitend zur Landesgartenschau 1985 in Heilbronn und durfte nach den oben von fmhörer erwähnten gerichtlichen Auseinandersetzungen erst ab 28.10.87 dauerhaft auf Sendung gehen. Nach langem Streit mit der Politik folgte dann ab 04.07.88 auch noch das Badenradio Karlsruhe.

Diese 5 regionalen Fenster hatten einen gemeinsamen Mantel "SDR 4". In diesem SDR 4, das kein richtig eigenständiges Programm war, wurde fast durchgehend SDR 1 übernommen. Es gab nur wenige eigene Sendungen wie die Übernahme des Internationalen Frühschoppens (Vorgängersendung des ARD-Presseclubs) von WDR 2 am Sonntagmittag, Funkkolleg und die Gastarbeitersendungen am Abend. Am Sonntagmorgen gab es auch Hafenkonzerte aus dem Karlsruher Rheinhafen sowie aus dem Hamburger Hafen (NDR 1 HH-Übernahme).

Beim SWF gab es in diesen Jahren nur getrennte Sendungen für BaWü (=Südwürttemberg/Südbaden) bzw. RLP. Erst am 03.09.88 startete dann auch der SWF mit "Radio Breisgau" ein Regionalprogramm in BaWü.


1987/88 scheiterte die Landesregierung unter MP Späth mit dem Vorhaben SDR und SWF mit Sitz in Baden-Baden zu fusionieren; setzte aber die sogenannte "Kooperation" beider Sender ab 1991 durch.
Folgen:
- SWF1 übernahm ab 22.30 Uhr SDR 1
- SDR 2 und SWF2 wurden zu S2 Kultur zusammengelegt
- SDR 3 übernahm das Nachtprogramm von SWF3
- eine neues gemeinsames 4. Programm (nur für BaWü) wurde geschaffen: S4 Baden-Württemberg

S4 BaWü wurde abwechselnd aus Stuttgart und Baden-Baden gesendet. Bei den Regionalprogramme änderte sich fast nichts. S4 Kurpfalz-Radio, S4 Schwabenradio, S4 Frankenradio und S4 Badenradio sendeten unter leicht verändertem Namen weiter. Nur Radio Stuttgart wurde in "S4 Württemberg-Radio" umbenannt und nun gemeinsam von SDR Stuttgart und SWF Tübingen produziert.

Später kamen dann weitere Regionalprogramme hinzu:
- S4 Bodenseeradio (anfangs abwechselnd in Konstanz und Ravensburg produziert) ab 01.01.93
- S4 Ortenau-Mittelbaden
- S4 Tübingen
- S4 Hochrhein ab 01.03.96


Zitat

Ging die 107.3 Raichberg mit der 90.1 Stuttgart on air oder kam die erst später?

Als 1991 das von SDR und SWF gemeinsam produzierte Regionalprogramm "S4 Württemberg-Radio" starten sollte, hatte der SWF in dieser Region noch keine Frequenz. Daher tauschte der SDR in Degerloch die Frequenzen, damit dieses Programm auch in der Region Neckar-Alb zu hören war: Die 100 kW-Frequenz 90,1 (bisher SDR 2) bekam das neue S4 BaWü; S2 Kultur übernahm die 1 kW-Frequenz 87,9 (bisher SDR 4 Radio Stuttgart).
Die 107,3 (und damit auch das neue "S4 Tübingen") kam erst einige Jahre später. Bei der Fusion zum SWR 1998 hat man Württemberg-Radio dann wieder aufgelöst in Radio Stuttgart und Radio Tübingen.



von Manager. - am 19.07.2007 19:07
Zitat
Manager.
Die 107,3 (und damit auch das neue "S4 Tübingen") kam erst einige Jahre später.

Sendestart war am 1. Oktober 1994.

von RGB - am 19.07.2007 20:45
Zitat
Manager.
SWF1 übernahm ab 22.30 Uhr SDR 1
Das wäre mir neu; auf SWF 1 kam doch dann die Talksendung, während auf SDR 1 der Nachtexpress (?), jedenfalls aber nicht der Talk lief.

Zitat
Manager.
SDR 3 übernahm das Nachtprogramm von SWF3
Auf SDR 3 kam, zumindest in den letzten Jahren, definitiv die ARD-Popnacht und nicht "Lollipop" aus BAD.

Zitat
Manager.
S4 Tübingen
gab es nie. Nur S4 Württembergradio oder SWR4 Radio Tübingen.

von freiwild - am 20.07.2007 01:51
@freiwild:
Das gabs schon. Ich hab 1997 einen Jingle von der 107.3 aufgenommen, und das Regionalprogramm hat sich eindeutig als S4 Tübingen identifiziert.

von hornig - am 20.07.2007 07:29
Hallo zusammen,

@Manager. und freiwild:

Das mit der nächtlichen Zusammenarbeit bei SDR1/SWF1 und SDR3/SWF3
wundert mich auch etwas. Zumindest in den letzten Jahren vor der Fusion
gab es sowas in der Tat nicht (SDR3 übertrug z.B. die ARD-Popnacht).

Ein S4 Tübingen gab es allerdings durchaus. Hierfür sprechen u.a. eine
alte Ausgabe des Buches "Rundfunk auf UKW" und ein kleines Faltblatt,
das ich bei einem Besuch des SWF damals mitnahm. Sowie außerdem
meine persönliche Erinnerung... :)

Dieses Programm müßte mit der Inbetriebnahme der 107,3 gestartet sein.

Ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob das SWF-Studio Tübingen nicht
auch nach Start von S4 Tübingen noch beim S4 Württemberg Radio
beteiligt war?

Die Online-Ausgabe des "ABC der ARD" liest sich zwar auch so, als
ob das Tübinger Programm erst nach der Fusion zum SWR gestartet
wäre, so war es aber - wie gesagt - meines Wissens nach nicht.

Übrigens: Das ursprüngliche Radio Breisgau des SWF müßte ein Fenster
auf SWF1 gewesen sein?

cu talk

von talk - am 20.07.2007 07:31
Zitat
freiwild
Zitat
Manager.
SDR 3 übernahm das Nachtprogramm von SWF3
Auf SDR 3 kam, zumindest in den letzten Jahren, definitiv die ARD-Popnacht und nicht "Lollipop" aus BAD.

Das Thema sollte mal aufgeklärt werden ;)

Ende der 80er gab es die ARD-PopNacht täglich im Programm von SDR3.

1991, mit Beginn der engen Kooperation von SDR/SWF, wurde dann von 0-4 Uhr SWF3 Lollipop übernommen, lediglich von Fr. auf Sa. Nacht machte SDR3 eigenes Programm als Zulieferer der ARD-PopNacht (gleiches Modell wie heute noch bei Bayern3).

1994 begann SDR3 wieder mit der kompletten Übernahme der PopNacht. Erst 1998, kurz vor der Fusion, übernahm SDR3 jede Nacht von 22-5 Uhr das Programm von SWF3. Die eigene Pop-Nacht gab es seitdem nicht mehr.


Greetz,
++J++

Quelle:
SDR3-History; wikipedia.de



von ++J++ - am 20.07.2007 09:39
Wegen Zeitmangels hier nur kurze Antworten:

Zitat

Das mit der nächtlichen Zusammenarbeit bei SDR1/SWF1 und SDR3/SWF3
wundert mich auch etwas. Zumindest in den letzten Jahren vor der Fusion
gab es sowas in der Tat nicht (SDR3 übertrug z.B. die ARD-Popnacht).

Das war nur am Anfang der Kooperation ('91 bis '94) so. Dann sendete SWF1 wieder bis 24 Uhr eigenes Programm und SDR 3 übernahm nur noch Sa => So das Nachtprogramm von SWF3.

Zitat

Ein S4 Tübingen gab es allerdings durchaus.

Klar!

Zitat

Dieses Programm müßte mit der Inbetriebnahme der 107,3 gestartet sein.

Richtig.

Zitat

Ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob das SWF-Studio Tübingen nicht
auch nach Start von S4 Tübingen noch beim S4 Württemberg Radio
beteiligt war?

Ja, war es.

Zitat

Übrigens: Das ursprüngliche Radio Breisgau des SWF müßte ein Fenster
auf SWF1 gewesen sein?

Zunächst Fenster auf SWF1; dann S4 Radio Breisgau.


Zitat

Ende der 80er gab es die ARD-PopNacht täglich im Programm von SDR3.

1991, mit Beginn der engen Kooperation von SDR/SWF, wurde dann von 0-4 Uhr SWF3 Lollipop übernommen, lediglich von Fr. auf Sa. Nacht machte SDR3 eigenes Programm als Zulieferer der ARD-PopNacht (gleiches Modell wie heute noch bei Bayern3).

1994 begann SDR3 wieder mit der kompletten Übernahme der PopNacht. Erst 1998, kurz vor der Fusion, übernahm SDR3 jede Nacht von 22-5 Uhr das Programm von SWF3. Die eigene Pop-Nacht gab es seitdem nicht mehr.

Stimmt alles!
Ab 01.07.98 gab's keinen Schlafrock mehr, sondern ab 22 Uhr SWF3. In der Nacht von Fr => Sa kam die ARD-Pop-Nacht dann (statt von SDR 3) auch von SWF3.

Detail am Rande:
In der kurzen Übergangszeit vor der Fusion Juli/August '98 moderierte SDR 3-Musikchef M. Holtmann abends von 21 bis 24 Uhr den Radioclub von SWF3, der dann ab 22 Uhr auch über SDR 3 zu hören war. On air wurden übrigens immer beide Sendernamen genannt.


von Manager. - am 20.07.2007 11:11
Richtig. Dann hieß es "SWF3/SDR3-Nachrichten".

von hornig - am 20.07.2007 16:19
Die ersten regionalen Projekte von SDR und SWF nannten sich Stadtradio Ulm und Freiburg. Im Breisgau wurde ein Fensterprogramm in SWF 1 gesetzt. Es wurde täglich von 10 - 12 Uhr aus einem Studio in der Kaiser-Josef-Str. ( heute Zahnlabor ) gesendet sowie abends um 18 Uhr ??. Die Badische Zeitung in Freiburg war damals auch mit dabei. Nach einem 2 jährigen Probebetrieb nannte man das Programm Radio Breisgau, und gesendet wurde dann vom SWF - Landesstudio in FR-Günterstal. Ausgestrahlt über den Sender Freiburg-Lehen, zunächst auf 102 Mhz, dann auf der 100,7 Mhz, der heutigen SWR 4 Frequenz aus Vogtsburg. Die Umschaltung von SWF 1 (damals Ball Blauen) auf die Stadtradio Leitung wurde vom Studio aus in der Innenstadt mit einem modifizierten Hinz-Triller ausgeführt, eine Eigenentwicklung eines SWF-Technikers.

von stereofon - am 21.07.2007 13:19
Zitat

Ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob das SWF-Studio Tübingen nicht
auch nach Start von S4 Tübingen noch beim S4 Württemberg Radio
beteiligt war?

Hab nochmals in alten Ausgaben des SDR Magazins nachgesehen:
Es gab definitiv bis zur Fusion 1998 zwei Redaktionen für S4 Württemberg-Radio in Stuttgart und Tübingen. Auch nach dem Start von S4 Tübingen am 01.10.94 [@ RGB: Danke für die Hilfe] blieb das so.


Zitat

Die ersten regionalen Projekte von SDR und SWF nannten sich Stadtradio Ulm und Freiburg.

@ stereofon:
3 der 5 SDR-Regionalprogramme gab es übrigens bereits vor diesen Gemeinschaftsprojekten von SDR und SWF mit Zeitungsverlegern.

Der Vollständigkeit halber auch hier die Start-/Ende-Daten*:
- Citywelle Freiburg 01.10.84 bis 26.09.86
- Stadtradio Ulm 04.02.85 bis 26.09.86

* = alle Daten (auch auf Seite 1) habe ich mir damals selbst notiert


Zitat

Ausgestrahlt über den Sender Freiburg-Lehen, zunächst auf 102 Mhz, dann auf der 100,7 Mhz, der heutigen SWR 4 Frequenz aus Vogtsburg.

Aha, bei der 100,7 wusste ich, dass die zuerst aus Lehen kam, aber bei der 102,0 war ich mir nie sicher. Wieder ein Rätsel gelöst. :)

von Manager. - am 23.07.2007 20:12
Ja, diese Sachen müsste man mal zusammentragen...hat denn irgendeiner noch die alten Südfunk-Hefte? (jemand, der keine so aufräumwütige Mutter hat). Da könnte man eine schöne Geschichte des Rundfunks in BaWü schreiben.
Witzig fand ich den Weg der Regionalprogramme beim SDR.
Das Studio Heidelberg gab es ja in den 80ern auf drei Wellen mit eigenen Sendungen
Bei SDR1 täglich von 10-11 Uhr die Nahaufnahme und von 13-14 Uhr den Regionalreport auf 97.8, das SDR1-Regulärprogramm war in der Zeit, wie man auch schon mal darauf hinwies, in Nordbaden nur auf 576kHz MW zu hören.
Auf SDR3 gab es ja zuerst die Sendung "Neues auf 99.9", das war meine ich noch Anfang der 80er, später auf jeden Fall noch den Baden-Sport!
Und auf der 91.5 gab es dann Kurpfalzradio mit dem Frühmagazin von 5.30-8 Uhr und ansonsten die Übernahme der 97.8-Sendungen bzw. SDR1 und abends die Ausländerprogramme.
Die 104.1 und die 100.6 gab es erst in den späten 80ern, zunächst mit kleiner Leistung.
Frankenradio fing alleine auf der 99.5 an, die 106.6 kam auch hier später, zuerst mit geringer Leistung hinzu. Für den Raum Mergentheim gab es irgendwann die 100.5 als Funzel, die 105.5 kam ja erst nach 1994.
Radio Stuttgart begann auf 87.85, später 87.9, diese Frequenz war recht beliebt nach meinen Beobachtungen, es wurde also durchaus gehört, und zwar damals eher bei der mittleren Altersgruppe, die Musik in den SDR4-Regionalprogrammen war irgendwo zw. SDR3 und SDR1 positioniert, also dem heutigen SWR1 nicht unähnlich, vielleicht noch mit etwas Schlageranteil drin.

Der Vorläufer des Ulmer Schwabenradios war das Ulmer Samstagsradio von 8-9 Uhr, wie der Name sagt, nur am Samstag, gesendet wurde es AFAIK damals auf der 92.6, auf der 94.5 war damals noch SDR1, der Tausch erfolgte später.
Das Stadtradio Ulm als Kooperation zwischen der Presse und dem SDR gab es unabhängig davon, das wäre eher als Vorläufer von Radio7 zu sehen.



von PeterSchwarz - am 23.07.2007 20:31
Ich habe in meinen alten Südfunk-Unterlagen nachgeschaut:

Im Oktober 1970 starteten auf Südfunk 3 von Montag bis Samstag von 13.00 bis 14.00 Uhr die regionalen Mittagsmagazine: 'Von eins bis zwei auf Südfunk 3' (Württemberg) sowie 'Neues auf 99,9' (Baden).

Weiter ging es mit der einer Regionalsendung am 19.04.75. Für die Dauer der Buga in Mannheim gab es die "Frühausgabe 99,9" von 06.05 Uhr - 07.30 aus dem Studio Heidelberg-Mannheim bis zum 10.10. 75.

Dann startete auf 91,5 am 09.05.79 Südfunk 4 Kurpfalzradio morgens mit Frühmagazin von 6-8 und dann von 10-11 Uhr die Nahaufnahme. Die Übernahme in Südfunk 1 auf 97,8 kam erst später - vermutlich mit 30.03.81 als die regionalen Sendungen in SDR3 verschwanden und nach SDR1 verlagert wurden.

Radio Stuttgart startete zum gleichen Zeitpunkt abends 18.30 Uhr, später ab 18.05 Uhr.
Ulmer Schwabenradio ging im Mai 82 auf Sendung in Ulm auf 92,6 und auch in Aalen auf 96,9, ab September 1984 auch montags-freitags von 6-8.

Ab 07.01.85 liefen alle drei Frühmagazine von 5.30 - 08.00 Uhr sowie zusätzlich bei Kurpfalzradio von 10-11 die Nahaufnahme und Radio Stuttgart abends von 18-19 Uhr. Da wurde noch richtig Radio gemacht mit viel Wort.

Außerdem liefen glaube ich auch noch in SDR1 Sendungen für Nordwürttemberg und Nordbaden.

PS für alle SDR3 Fans, die noch etwas der guten alten Zeit nachtrauern und die Seite noch nicht kennen: SDR3 History Das waren noch Radiozeiten

von fmhörer - am 23.07.2007 22:09
Zitat

Die Übernahme in Südfunk 1 auf 97,8 kam erst später - vermutlich mit 30.03.81 als die regionalen Sendungen in SDR3 verschwanden und nach SDR1 verlagert wurden.

@ fmhörer:
Bei dieser Programmreform wechselte auch die 91,9 in Buchen von SDR 3 zu SDR 1, damit dort weiterhin das Baden-Programm gehört werden konnte. Nur die regionalen Sportsendungen (sonntags 18.30 bis 19.00 Uhr parallel aus Stuttgart und Karlsruhe) blieben in SDR 3: Heidelberg 99,9 und Langenbrand 97,0 => Karlsruhe; Rest => Stuttgart.

Zitat

Außerdem liefen glaube ich auch noch in SDR1 Sendungen für Nordwürttemberg und Nordbaden.

Ja, z.B. "Badisch-Pfälzischer Heimatspiegel" bzw. "Aus Schwaben und Franken" oder so ähnlich am frühen Samstagnachmittag.

Zitat

PS für alle SDR3 Fans, die noch etwas der guten alten Zeit nachtrauern und die Seite noch nicht kennen: SDR3 History Das waren noch Radiozeiten

Danke für diesen Link-Tipp. :spos:


von Manager. - am 24.07.2007 18:36
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