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vor 15 Jahren, 10 Monaten
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Blaupunkt Woodstock mit DRM!!!

Startbeitrag von Tobbe am 15.10.2002 07:56

Wer zurzeit daran denkt, sich einen Blaupunkt Woodstock DAB 52 zuzulegen, sollte noch etwa ein jahr warten: Dann will Blaupunkt eine erweiterte Version auf den Markt bringen, die zusätzlich den Empfang von DRM (digitale Mittel- und Lang, vielleicht auch Kurzwelle) ermöglicht.

Antworten:

Wahrheitsgehalt 0 %.

Gruß
Volker Lauke
Marketing
Blaupunkt GmbH

von Volker Lauke - am 15.10.2002 15:19
Das beruhigt mich :-)
Hab erst eines bestellt.

von Terranus - am 15.10.2002 15:25
Das wurde aber auch am DRM-Stand auf der IBC in Amsterdam erzählt. Ich glaube schon, dass das kommt.

von telstar - am 15.10.2002 18:21
Da kann man nur staunen. Tatsache ist vielmehr, das derzeitig kein Hersteller ernstlich an die Produktion eines DRM-Autoradio denkt, da die Zielgruppe AM-Hörer kleiner 5 % des Marktes beträgt und die daraus resultierenden Stückzahlen die hohen Entwicklungskosten von rund 1,5 Mio € nicht decken. Abgesehen davon wird der Aufpreis von DRM sich in ähnlicher Höhe wie DAB bewegen. Dies gilt auch für ein DAB/DRM-Gerät.

Ergänzend der Hinweis, das ich als Sprecher auf der IBC glaube die zukünftigen Pläne von Blaupunkt klar dargelegt zu haben. DRM stand nicht zur Diskussion und wird auch in den nächsten 2 Jahren nicht zur Diskussion stehen.

Gruß
Volker Lauke

von Volker Lauke - am 15.10.2002 19:02
Auc DRM ist nur eine weitere Spielwiese mit unbekanntem Ausgang. Derzeit haben wir in Deutschland nicht das Problem des ungestörten Empfanges, sondern vielmehr , dass die vorhandenen Sender mit ihrem Geld irgendwie noch hinkommen, bei gleichzeitigem Ignorieren seites des Hörerpublikums, dass immer mehr andere Medien nutzt wie Fernsehn und eigene Tonträger, siehe auch MP3-Player und so weiter.
Warum denn bitteschön : Warum boomt der DVD-Bereich ? Weil das Angebot stimmt. Zudem der Preis.
Warum boomt DAB nicht ? Weil der Preis nicht stimmt. Weil das Angebot nicht stimmt.

Woodstock ohne Firlefanz, aber mit gutem CD-Player : Das lob ich mir !

von Icke - am 15.10.2002 19:34
Da ist es wieder, das alte Henne-Ei Problem.
Wenn die Zielgruppe so klein ist, dann frage ich mich, warum Blaupunkt dann überhaupt noch MW/LW in seine Produkte einbaut.
Dass AM-Modulation bei den gestiegenen Ansprüchen keine Zukunft mehr hat, ist wohl jedem klar.
DRM ist eine echte Alternative, und da sind nun mal auch die Hersteller gefordert, ihren Beitrag zu leisten. In dem Zusammenhang von angeblich 5 % AM-Hörerern als Zielgruppe zu sprechen halte ich für Unsinn.
Natürlich muss man das Ganze mittel- und langfristig sehen. Es sei denn, man ist der Meinung, dass man alle Frequenzen unter 30 MHz nicht mehr braucht, dann kann man das alles vergessen.
Wenn ich mir aber das vollgestopfte UKW-Band ansehe, dann glaube ich schon, dass DRM eine Zukunft hat.

von Peter - am 16.10.2002 08:27


Nachdem wir bereits vor Jahren problemlos in Deutschland reine UKW-Geräte verkauft haben wurde die MW/LW aus folgenden Gründen auch in den in Deutschland angebotenen Geräte wieder eingeführt:

1. MW/LW wird noch in Ländern wie Frankreich und England benötigt. Angesichts von Punkt 2. bedeutet eine deutsche Variante nur logistische Kosten, macht also wirtschaftlich keinen Sinn.

2. Im Rahmen des neuen Digiceiver-Konzeptes fällt dieses Feature quasi ohne große zus. Kosten ab.



Die einzige Alternative zu UKW ist eindeutig und unstrittig DAB. Eine Diskussion DRM versus DAB ist ebenso unsinnig wie DVB-T versus DAB.

Volker Lauke
Blaupunkt GmbH
Marketing

von Volker Lauke - am 16.10.2002 09:09
Werden eigentlich noch Autoradios mit Kurzwellenteil angeboten. Der Bedarf besteht
bei Fernfahrern und Urlaubsreisenden.

MfG digifreak

von digifreak - am 16.10.2002 09:20
@Volker: Aber würde nicht auch DRM mehr oder weniger aus dem Digiceiver Konzeot abfallen? Man könnte doch sicher diverse Softwarekomponenten sowohl für DRM-AM als auch normale AM und weiter dann sowohl für DRM als auch für DAB mitverwenden...



von Andreas W. - am 16.10.2002 09:23
Allein wirtschaftliche und logistische Kosten ins Feld zu führen ist zu kurzsichtig.
Und es geht nicht nur um England oder Frankreich.
Es gibt sehr wohl in Deutschland Programme, die nur im AM-Bereich ausgestrahlt werden, z.B. hr-chronos, oder Sondersendungen im Bereich Sport oder Politik.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die überhaupt keinen interessieren.
DAB ist zurzeit keine Alternative. Der hr z.B. denkt überhaupt nicht daran in DAB zu senden.
Und kann ich etwa in Nordhessen den BR oder den WDR noch empfangen, was auf UKW problemlos geht?
Bei den schwachen Sendeleistungen und Einzügen ist doch kurz hinter den Landesgrenzen schon Schluss mit lustig.

von Peter - am 16.10.2002 09:42


Ebenso wenig wie DAB.

Gruß
Volker Lauke
Marketing
Blaupunkt GmbH

von Volker Lauke - am 16.10.2002 09:49
in Deutschland führt die Mittelwelle nun mal ein Schatten dasein - hat historische Gründe. D hat UKW als erstes großangelegt eingeführt, da man keine MW Frequenzen bekommen hatte. In Grobritannien sieht das anders aus.
Aber auch in Skandinavien, Österreich/Schweiz spielt MW keine Rolle mehr.
Ich finde DRM eine sehr gute Idee, aber wie bei DAB muss zuerst ein leistungsfähiges Sendernetz her. DRM ist aber wohl dann doch mehr etwas für Weltempfänger und wird in diese dann auch sicher eingebaut werden.

von Terranus - am 16.10.2002 10:20
Der Frequenzbereich hat nur mit der Digitalisierung eine Zukunft.
Es geht nicht um die Frage DAB oder DRM, wir brauchen beides.
Es ist auch nicht nur was für Weltempfänger.
Sendungen mit hohem Wortanteil (Nachrichten, Sportreportagen, Bundestagsdebatten usw.) brauchen keine CD-Qualität und sind auf den alten MW/LW/KW-Bereichen bestens aufgehoben, mit dem Vorteil, dass wenige Sender genügen, um das ganze Land zu versorgen.
Und warum soll im Bereich um 26 MHz herum nicht sogar Lokalfunk möglich sein? Da hat die Bodenwelle eine Reichweite von ca. 30 km und es gibt jede Menge freie Frequenzen.

von Peter - am 16.10.2002 10:48
@ Peter: dummklingende Frage: welcher MHz-Bereich wäre denn das ( 10m-Band ) und für wen ist der denn vorgesehen bzw. z.Zt. genutzt ? Mir ist nur der alte CB-Funk-Bereich um 27 MHz ( 11m-Band CB ) ein Begriff und da möchte ich eigentlich kein Radio hören, wenn ich an die atmosphärischen Störungen denke ( obwohl: schöne Überreichweiten für DXer :cool: )

*****************************************
http://www.lokalradio-rhein-main.de
http://www.ok-hessen.de
*****************************************

von KlausD - am 16.10.2002 11:00
@digifreak: Das Werra 1 von Technisat hat das 49m-Band.

von Namborner - am 16.10.2002 11:01
@Pater: Über die Nutzung der Bands rund um 26 MHz für DRM-Lokalfunk wird derzeit eh schon laut nachgedacht...



von Andreas W. - am 16.10.2002 11:04
Was soll denn mit VHF Band I passieren wenn die analogen TV-Sender abgeschaltet werden? Wäre doch prima für digitale Betriebsarten geeignet bei optimaler Reichweite.

MfG digifreak

von digifreak - am 16.10.2002 11:15
@Andreas, KlausD: Das meine ich ja, die Idee mit diesem Bereich wird ja seit der letzten IFA ernsthaft erwogen.
Die Ausbreitungsbedingungen in den oberen KW-Bändern sind ja nicht ganz einfach und abhängig vom 11-jährigen Sonnenfleckenzyklus.
Es gibt Jahre, wo die Auslandsdienste den Bereich von 17-25 MHz kaum nutzen können, weil die Raumwelle allenfalls um die Mittagszeit noch durch kommt.
Der ganze Bereich von 25-30 MHz ist so gut wie frei, da ist auch genügend Raum für CB-Funk.
Da liegt es nahe, die Bodenwelle zu nutzen, die da nur eine Reichweite von ca. 30 km hat, d.h. nach 60 km könnte die Frequenz wieder neu vergeben werden.
Auch Gleichwellennetze sind möglich. Bei gleichem Programm wird bei DRM halt immer der Sender empfangen, der gerade am stärksten kommt.
Und wenn der Rauschabstand einen bestimmten Wert unterschreitet, hört man halt nix mehr.

von Peter - am 16.10.2002 12:20
@ Volker Lauke

Welche Chancen (sowohl technisch wie auch wirtschaftlich) sehen sie als Vertreter der Industrie für DRM?

Wer sollte bei der Einführung eines neuen Übertragungsverfahrens (sei es DRM oder DAB) den ersten Schritt machen - die Programmanbieter oder die Industrie?

Mit freundlichen Grüßen

Kay Bartholomäus

von Kay Bartholomäus - am 16.10.2002 21:12
Die Industrie sieht in DRM und DAB eine große Chance. Das ist logisch.
Beides kommt jedoch fast zu spät, da wir mittlerweile ein großes Angebot an anderen Medienträgern haben. Wer ins Ausland fährt, schiebt kurz nach der Grenze die CD ein ("versteh die anderen Sprachen eh nicht"). Am Urlaubsort, wo man früher in den 70ern und 80ern mal RTL, B3, oder DW auf Kurzwelle hörte, steht heute eine Sat-Anlage ( ich spreche für Europa ) - und darauf sind dann die gewohnten 30 deutschen TV-Programme versammelt.
Das alleine zeigt doch, wie schwer es für den Hörfunk auf DRM wird, sich noch durchzusetzen - auch wenn es von der technischen Seite her schon recht gut klappt.
DRM - dies bedeutet auch, dass auf einer Frequenz nur EIN Programm gesendet wird. Dabei werden wohl erstmal die üblichen ARD-Sender zum Zuge kommen, also WDR2, DLF, NDR4, und so weiter. Wer diese Sender eh schon nicht hörte, der schaltet síe auch nicht ein, nur weil es auf DRM läuft.
Was weiterhin fehlt , sind die Einschaltargumente. DRM und DAB haben eben den Schwachpunkt, dass es vielleicht schon funktioniert, aber kein Angebot vorhanden ist / nicht vorhanden sein wird. Wir leben heute im Jahr 2002 - und der Hörer, sofern es ihn noch gibt, lässt sich nicht mehr jeden Dreck aufschwatzen,. da auch er es gelernt hat, dass die vielen neuen Systeme nun mal auch schnell wieder verschwinden können ( soll ich mal die vielen Testberichte von HDTV und Video 2000 aus meinem Archiv zauber ? ). Er, der Hörer , geht auf Nummer Sicher, wenn er bewährtes kauft - und das ist derzeit nun mal ein Radiogerät mit analogem UKW, analogem MW, dazu aber auch einen MP3-tauglichen CD-Player - und fertig.
Natürlich sollte man an neuen Systemen arbeiten, aber dann auch daran denken, dass der Kunde - der Hörer - auch einen gewissen Gegenwert für sein Geld erwartet. Und an dieser Einsicht scheint es mir immer noch zu hapern - sowohl bei den besitzstandwahrenden Landesmedienanstalten, als auch bei den Programmveranstaltern, die halbherzig irgendwelche digitalen Programme duchrziehen, die aber letztlich ihnen selbst keine Konkurrenz bereitet ( siehe auch Niedersachsen, wo Antenne und FFN jetzt einen Klassiksender starten wollen ).

Diejenigen , die das Nachsehen haben, sind die Techniker in der Industrie, die jeden Tanz mitmachen müssen, nur weil er von "oben" verordnet wird.
Nie vergessen : MP3 hätte sich nie durchgesetzt, wenn es nur für klassische Aufnahmen konzipiert worden wäre !
Gruß in die Runde.

von Paul - am 17.10.2002 04:13
Anlässlich der IBC strahlte Radio Nederland Wereldomroep Testsendungen auf (AFAIR) 25970 kHz aus. Sendeleistung 80 Watt, Senderstandort Hilversum. Die Klangqualität war sehr gut. Ich kann mir schon vorstellen, dass das Zukunft hat.

Was ein Blaupunkt-Autoradio mit DRM betrifft. Natürlich ist das kein Thema, so lange der DRM-Empfang nur sehr aufwändig zu realisieren ist. Sobald aber DRM mit einem einzigen Chip empfangbar ist (wie heute DAB), wird das sicher kommen. Ich glaube nicht, dass sich die Leute vom DRM-Konsortium das aus den Fingern gesogen haben. Allerdings dauert es wohl wirklich noch mindestens eineinhalb bis zwei Jahre, bis die Entwicklung so weit ist.

Man kann IMHO auch die Akzeptanz des heutigen AM-Rundfunks nicht mit DRM vergleichen. Die Klangqualität von DRM ist - je nach verwendetem Codec - besser als z.B. der (deutschsprachige) Belgische Rundfunk im RTBF-DAB-Ensemble.

Das wird sicher auch viele Normalhörer interessieren, wenn entsprechend attraktive Programme kommen. Ich denke da an Mega Radio, an das geplante Europe 1- Programm auf 261 kHz, RTL hat wohl auch nicht zum Spaß getestet, ob der Kurzwellensender auf 6090 kHz noch funktioniert.

Ich denke aber auch an DLF und D-Radio, die ohne hunderte von Mini-UKW-Sendern, die jeweils nur 2 km weit ohne Störungen zu empfangen sind, dafür aber 100 km weit andere Stationen stören, bundesweit in guter Qualität zu empfangen wären.

Wie die Entwicklung weitergeht und ob DRM ein Erfolg wird, kann heute niemand sagen. Die Zukunft bleibt aber in jedem Fall spannend :-)

von telstar - am 17.10.2002 06:55
Ich sehe die DRM-Sache auch durchaus positiv.
Wie man hört geht die Deutsche Welle bereits im Frühjahr 2003 damit in den Regelbetrieb, zunächst für Europa.
Dann werden sicher auch die ersten Empfangsgeräte auftauchen, wenn auch nicht als Autoradio.
In einem anderen Thread war ja auch schon von der "eierlegenden Wollmilchsau" die Rede, ein Gerät, das alles empfangen kann und Mitte 2003 auf den Markt kommen soll.

von Baldo - am 17.10.2002 08:02
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