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UKW-DXer, Peter Schwarz, tommy, dxbruelhart, elchris, WellenJäger, T.F., F.T., digifreak, Stefan Z., West-Main-Rheiner, Bernie

Hochgelegene Senderstandorte in den Alpen

Startbeitrag von dxbruelhart am 15.10.2002 14:18

Schwarzenstein, Pizzo Groppera, Zugspitze, Aiguille du Midi: Herorragende Höhen-Senderstandorte, die aber derzeit nicht mehr oder nur mit schwachen Sendern genutzt werden.
Beispiel Zugspitze: Von da aus könnte man mit Sendern in der Leistungsklasse von 100 kW ERP praktisch ganz Bayern und den Osten von Baden-Württemberg versorgen, und auch darüberhinaus.
Vorschlag: der BR zieht um vom Wendelstein auf die Zugspitze, sendet von da mit 100 kW auf Wendelstein-Frequenzen; damit würden viele bisherige Senderstandorte überflüssig; die Antenne Bayern könnte dann auch mit dem Hauptprogramm mit 100 kW abstrahlen, dafür würden auch hier die meisten bisherigen Senderstandorte obsolet; zudem könnte dann auch die Rockantenne von der Zugspitze senden, auf einer der vielen freigewordenen Frequenzen von Standorten wie z.B. Ismaning, Hohenpeissenberg, Geblesee, die's dann nicht mehr brauchte.
Auch DLF und DLR Berlin könnten dann von der Zugspitze senden.
Beispiel Pizzo Groppera: von da aus könnte eines jener Schwezer Privatprogramme senden, die heute fieberhaft nach UKW-Lizenzen und Frequenzen suchen.
Vorschlag: Radio Eviva könnte von hier auf z.B. 96,4 senden, und damit in weiten Teilen der Deutschschweiz, ebenso in weiten Teilen von Baden-Württemberg und darüber hinaus empfangen werden.
Der Schwarzenstein schweigt seit der Sender-Demontage vom September 93; Beispiel: Radio M1 wäre auch heute noch ein sehr höhrenswertes Programm, das von hier senden sollte.
Der Aiguille du Midi, oberhalb von Chamonix, an der Flanke des Mont-Blanc, auf einer Höhe von über 3800 m, heute sendet Radio France von hier mit Glühbirnen mit 50 W ERP auf 89,0 / 92,9 / 99,5 / 100,5. Da könnte man mit entsprechender Leistung auch viel mehr machen.
Was könnt Ihr euch vorstellen, welche Programme sollten von diesen hervorragenden Standorten auf welchen Frequenzen senden? Wie könnte sowas realisiert werden?

Antworten:

Der SWR könnte doch mit dem Säntis zumindest seine Sender Grünten/Waldburg und Wittoh ersetzen (vermutlich auch Wannenberg) und somit Südwürttemberg endlich 1a versorgen. Auch den Raichberg bräuchte man dann wohl nicht mehr mit voller Leistung (10kW max.) Für Ulm tätens die alten 500 Watt wieder.
Aber: Fällt dann der eine Sender auf dem Säntis mal aus, schaut bzw. hört halb BW in die Röhre. Das ist wohl auch ein Grund für die großen Überlappungen.
Zudem sind die Betriebskosten in solch einem Gelände nicht gerade niedrig. Es muss ja der Betrieb bei extremen Witterungsbedingungen gewährleistet werden. Wenn ich da an die Südtiroler Sender denke, solche Ausfälle kann sich weder ein ÖR noch ein komerzieller Sender heute mehr leisten!
Säntis und Zugspitze sind immerhin dauerhaft bemannt, d.h. es gibt hier die entsprechende Infarstruktur (Strom etc.)
Leere Berggipfel dürften sowieso kaum mehr in Frage kommen, da dies schon aus Naturschutzgründen abgelehnt wird. (stattdessen wieder 10 neue Liftanlagen bauen...lässt sich auch mehr mit verdienen)
Der BR könnte natürlich locker von der Zugspitze senden, allerdings ersetzt der dann kaum den Wendelstein, da ja Teile von Oberbayern durch andere Berge abgeschirmt sind.

Mancherorts wären Tauschereien durchaus sinnvoll, zB sollte der SWR den Blauen gegen einen Berg in den Vogesen eintauschen. Dann hätte man eine viel bessere Versorgung der Schwarzwaldtäler, bräuchte auch den Freiburg-Sender nicht mehr.
Dafür dann Blauen an Radio France, und die können sich Füllsender in den östl. Vogesentälern sparen.
Ebenso Wittoh im Tausch mit den Säntis-Frequenzen an DRS.
Wittoh geht doch in der Nordostschweiz viel stabiler als Säntis, v.a. an dessen nördl. Ausläufern.
Aber in Deutschland klappt sowas ja nicht mal zw. Bundesländern, sonst würde doch längst RPR von der Hohen Wurzel senden und FFH aus Ober-Olm.
Oder der WDR aus Linz statt vom Bonner Venusberg.

von Peter Schwarz - am 15.10.2002 16:00
Also das ist ein Problem, denn wenn die Frequenzen weiter strahlen, wie jetzt, stören sie andere Sender, welche jetzt ungestört sind. Für eine solche Maßnahme müßte man das gesamte UKW-Band, zumindest in Deutschland komplett umkoordinieren.

von UKW-DXer - am 15.10.2002 20:56
Also ich wäre schon für eine Abstrahlung von hoher Sendeleistung auf hohen Bergen (z.B. Zugspitze), nur müßte halt die Programmauswahl ein bischen größer sein, als nur BR ...

Warum strukturiert man eigentlich nicht das gesamte UKW-Band in Deutschland so um, daß nur maximal alle 600-1000 km ein starker od. stärkerer Sender auf gleicher Frequenz strahlen kann?

von UKW-DXer - am 15.10.2002 21:46
Wurde hier schon oft diskutiert, die mächtigen meinen eh, UKW stirbt bald aus. jaja, wartets nur ab...

von elchris - am 15.10.2002 21:49
Hallo, Peter Schwarz !

Wenn Du Dir die Topographie anschaust, dürfte zwar die Abstrahlung der SWR-Programme etwas bringen (oberschwäbische Hochebene), aber für die Täler des Schwarzwaldes sind Standorte in den den Vogesen gewiß nicht überall geeignet.

Gruß; Stefan

von Stefan Z. - am 16.10.2002 06:54
Ein 100kW DAB-Sender auf der Zugspitze und einer auf dem Brocken und nahezu ganz Deutschland wäre versorgt!

von digifreak - am 16.10.2002 09:32
Wenn man die Planungen bei UKW schon versäumt hat, so sollte man sie wenigstens bei DAB richtig machen: das Baden-Württemberg-Paket braucht dringend für die Bodensee-Region einen Repeater auf dem Säntis oder dem Pfänder. Nur diese beiden Standorte sind in der gesamten Bodensee-Region mit bloßem Auge sichtbar, die angestrebte Lösung mit Witthoh und Waldburg reicht keineswegs aus.

von West-Main-Rheiner - am 16.10.2002 10:04
Stefan Z: Die IDee mit den Vogesen stammt aber von einem (damals noch) SWF-Techniker und einem techniker von Radio FR1 (beide unabhängig voneinander) selbst und nciht von mir.
Sicherlich sind damit nur der Teil westlich des Hauptkamms versorgt, der östlcihe Teil ist aber ohnehin besser via Raichberg versorgt oder wäre auch zT über Säntis zu versorgen.
Hornsigrinde geht im Schwarzwald selbst oft nur verzerrt, Blauen ebenfalls.
Für die ganz tiefen Canyons, die nie ein Sonnenstrahl geschweige denn eine Radiowelle erreicht kann man dann ja immer noch eine 50-Watt-Repeater aufstellen.

von Peter Schwarz - am 16.10.2002 13:31
Hallo zusammen,
die Mischung würde es machen. Einige hohe und starke Sender und einige Füllsender mit niedriger Leistung. Die Frequenzökonomie wäre sicher besser. Der einfach Grund dafür ist, das Füllsender sehr oft mit der selben Frequenz belegt werden kann und der Raum zwischen den Füllsendern von den Leistungsstarken gefüllt wird.
Man kennt dieses Prinzip vom Mobilfunk. Aber schaut man mal in die Vergangenheit zurück, dann erkennt man, dass die Planungen aus den 50iger Jahren sowohl beim Radio als auch beim Fernsehen genau diese ursprünge hatten. Es gab Anfangs nur starke Sender auf hohen Standorten. Soweit dies politisch vertretbar war. (Sender Säntis, Schwarzwald-Vogesen), Gaisberg bei Salzburg usw.
An diesem Prinzip würde ich heute auch wieder festhalten. Trotz der Megareichweite hoher und starker Sender darf man nicht vergessen, das die Städte und Wohnbebauungen selbst den stärksten Sender vom Wendelstein richtig alt aussehen lassen. Eine fahrt durch München mit der 98,5Mhz bzw. der Büro-/ Werkstattradio der arbeitenden Bevölkerung wird klar machen, wo die Leistungsstärke aufhöhrt.
Das Problem sieht an heute bei DAB, in vielen Ortschaften und besonders in Gebäuden ist praktisch kein DAB - Empfang möglich. Auf den Dächern mit entsprechenden Antennen ist selbst in unversorgten Gebieten was zu hören!

Die gesunde Mischung machts, wobei ich jedem Zustimme eine Sendeleistungen und Standort könnte man sicher anpassen! München Ismanning 97,3Mhz 25kW kann man auch durch den Olympiaturm 300Watt ersetzen.

Und ist gibt solche Beispiele, lang ist es her seit der Sender Waldburg vom SWF heute SWR auf den Sender Grünten umgezogen ist und für Freude im Südbayerischen gesorgt hat!
usw.

Optimierung tut not, die Einführung von DAB und den 100%igen Ausbau wäre besser!

Übrigens ich bin auch für DAB BW auf den Grünten, wegem den DX-Empfang!

Servus

von Bernie - am 17.10.2002 09:22
@Bernie:

97,3 Freimachen, die braucht man garnicht, da die 98,5/ 99,2 und 95,8 hier auch gehen.

von elchris - am 17.10.2002 14:17
Wer kann, od. wer hat schon mal wo die Aiguille du Midi (ca. 3.800 m / Mont-Blanc-Gruppe / Frankreich), mit seinen 0,05 kW, also 50-Watt-Sendern empfangen?

von UKW-DXer - am 17.10.2002 22:10
Also die Aiguille du Midi müßte doch trotz ihrer 50-Watt-Glühbirne, dafür mit ca. 3.800 m noch weit zu empfangen sein, oder?

von UKW-DXer - am 17.10.2002 22:36
Aiguille du Midi geht auf dem schwarzwälder Feldberg noch sehr gut, hier sind alle 4 Frequenzen 89,0 92,9 99,5 100,5 mit nahezu Ortssenderqualität zu empfangen; Distanz 239 km.

von dxbruelhart - am 18.10.2002 04:23
bruelhart
sag mal zu welchen Zeiten surfst Du denn im Internet *verwundertdieaugenreibt*

von Peter Schwarz - am 18.10.2002 07:47
@ Peter Schwarz

Sag mal, hast Du auch Erfahrungen mit Aiguille du Midi?

von UKW-DXer - am 18.10.2002 10:42
Nö!
Da muss man wohl schon bis in den Südschwarzwald
(muss aber mal den Bandscan Klippeneck rauskramen...aber ich kann mich nicht daran erinnern)

von Peter Schwarz - am 18.10.2002 15:34
@ Peter Schwarz

Also ich glaube fast, daß man die Aiguille du Midi m. 3.800 m Höhe nicht nur im Südschwarzwald empfangen kann. Ok, es muß aber wahrscheinlich fast Sichtverbindung herrschen.

von UKW-DXer - am 18.10.2002 16:12
Warum steht eigentlich noch die Sendeanlage auf dem Pizzo Groppera, wenn man auf UKW nichts mehr abstrahlt?

Oder hat man wieder vor, vom Pizzo Groppera auf UKW abzustrahlen?

von UKW-DXer - am 18.10.2002 19:34
Gibt es in anderen Ländern noch höhere Sendestandorte, als Aiguille du Midi?

:-)

von UKW-DXer - am 22.10.2002 11:06
Andreas.: bist Du sicher, dass die Antenne (und Sender vielleicht) immer noch auf dem Pizzo Groppera stehen?

von tommy - am 23.10.2002 21:21

RMB Radio Mt.-Blanc

Weiss jemand etwas über die Geschichte von RMB von fast 4000 m hohen Aiguilles Trêt la Tête (Grenze Italien/Frankreich), ich glaube, es wurde dann doch noch einige Zeit Radio von diesem Berg aus Italien Richtung Genf/Frankreich abgestrahlt.
Falls jemand etwas weiss, bitte bekanntgeben. Danke vielmals.

von tommy - am 23.10.2002 21:29
@ tommy

Ja, es wurde doch vor einiger Zeit etwas gepostet, über die Aiguille du Midi, u. Bilder gab es auch.

:-)

von UKW-DXer - am 23.10.2002 21:36
@ tommy

Mann, das ist ja interessant, fast 4.000 m, Aiguilles Trêt la Tête (Grenze Italien/Frankreich).

Wer weiß mehr?

:hot:

von UKW-DXer - am 23.10.2002 21:39
Welche UKW-Sender in Europa gibt es sonst noch über 3.000 m?

:-)

von UKW-DXer - am 25.10.2002 22:17
Der Sender Aiguilles Trêt la Tête sollte 1981 bis nach Lyon strahlen, die Franzosen setzten aber Störsender ein (von der Aiguilles du Midi), um den Empfang in Frankreich zu verunmöglichen, die Betreiber verloren Millionen und die Radio-Crew, die aus prominenten Moderatoren/Leuten aus Paris zusammengestellt worden verloren ihren Job. Das war Radio Mont-Blanc (RMB). Einige Zeit später scheint man doch noch für die Region Genf gesendet zu haben, doch unterdessen waren private Sender in Frankreich möglich geworden, sodass das wirtschaftlich wohl auch nicht mehr lukrativ war.

von tommy - am 01.11.2002 00:09

Re:

Ich finde es auch sinnvoller, einige hochgelegene Standorte mit hoher Leistung zu nutzen, um eine Grundversorgung, die auch gerne weit ins benachbarte Ausland strahlen darf. Dort wo es zu starken Störungen kommt (Mehwegeempfang, Verzerrungen, Abschattungen) wird ein Gleichwellennetz aufgebaut. Dies würde dann gegebenenfalls auch Ortschaften des grenznahen Auslands betreffen um dort Pendlern einen Epfang ihrer Sender zu ermöglichen.

von WellenJäger - am 01.11.2002 10:55
Zum Thema Brocken Projekt 89,0 Sedet zwar nicht mit 100 kw aber schon mit 60 kw und das habe ich an einen guten Empangstag hier zugar in Dresden ( Abseutes Tal) empangen was wäre dann mit einen 100 kw Sender?????

von T.F. - am 01.11.2002 20:25

Re:

Dann würden Sender bringen nicht ganz 3 Dezibel mehr Pegel. Das merken man würde kaum, es also würden machen keine große Unterschied in Reichweite.

von F.T. - am 02.11.2002 11:43
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