Startbeitrag von Tobias Peperam 28.08.2008 08:47
Zitat
golem.de
[...]
Derweil werben ARD und ZDF für einen Abschied vom analogen Fernsehen und fassen als Termin für diesen "Switch-Off" das Jahr 2012 ins Auge. Mit der Abschaltung analoger Sender würden Übertragungskapazitäten für mehr digitale Sender frei.
Quelle: http://www.golem.de/0808/62040.html
Na, ich denke mal das gleich, wie jetzt schon bei den analogen Programmen: Regionale Einspeisung.
Bei UnityMedia z.B. werden Lokalprogramme digital schon regional verschieden eingespeist. Kann man dort in der Programmbelegung Digital sehen.
von Tobias Peper - am 28.08.2008 09:18
Kabel ist was anderes. Kabel ist ein Angebot von Unternehmen an Kunden. Und wenn die analog schauen wollen und dafür zahlen, warum sollte man sie zum Umstieg zwingen?
In den USA ist analoges KabelTV immer noch absolut an der Tagesordnung. Während der Satelliten praktisch komplett digital ist und das terr. TV nächstes Jahr komplett digital ist, wird im Kabel weiterhin gerne analog geschaut. Und die US Kabelfirmen haben keine Eile das zu ändern. Der Kunde gibt vor was er will, denn er zahlt dafür.
von TerranusI - am 28.08.2008 09:46
(Mal abgesehen davon das man ja immer noch Analogreceiver kaufen kann)
Die Kulturkanäle (3Sat,arte) oder der Kinderkanal wär bei mir schon am 1.1.2008 analog per Sat abgeschalten worden.3sat und arte hätte ich dann gleich in HDTV aufgeschalten.
Am 1.1.2009 würden die dritten Programme analog gestrichen werden.Dafür dann ARD und ZDF in full HDTV.Spätestens nach der WM 2010 kämen ARD und ZDF analog dran.
Im Kabel hätte ich im zweiten Schritt (nach TV5 und TRT) Sender wie CNN,NBC,n-tv,N24,Regionalsender abgeschaltet (2007),dann Eurosport, HSE,QVC oder RTL Shop (2008)
Da hätte ich schonmal viel Platz für HDTV und neue Angebote.
Jan.2009 wären die restlichen Privaten fällig,nach der WM 2010 kämen dann ARD/ZDF und die dritten dran.*ausdiemaus*
von Scrat - am 28.08.2008 09:49
Aber andererseits werden die Bedürfnisse und Wünsche der Kabelkunden von den Kabelanbietern ja sowieso systematisch ignoriert. Das bedeutet, daß die Kabelanbieter die Nutzer leicht zum Digitalumstieg zwingen können. Ob dann viele Leute sagen, ich will so einen blöden Kasten nicht, braucht die Kabelfirmen dann nicht zu interessieren. Wenn nichts mehr analog gesendet wird, bleibt ihnen ja nichts anderes übrig.
von Lahnwelle - am 28.08.2008 09:51
von Radio_DDR - am 28.08.2008 10:00
Immerhin: Das Angebot über 19,2° Low reicht mir eigentlich völlig aus, wenn jetzt auch noch der ARD-Hörfunk-Transponder in dem Bereich läge, wär's mir wirklich egal.
von Ex-Trierer - am 28.08.2008 10:14
Wenn über Satellit analog abgeschaltet wird, wäre es ja ziemlich albern, im Kabel noch weiter analog zu senden. Aber genauso, wie die Kabelanbieter zur Zeit die Digitalisierung durch unattraktive Vermarktung bremsen, genauso hätten sie auch die Macht, die Komplettdigitalisierung von einen Tag auf den anderen durchzusetzen.
von Lahnwelle - am 28.08.2008 10:22
Wie ich letztens schon geschrieben habe, so wie dir geht es vielen. Dabei wäre es doch soooo einfach: Analog genutzte Transponder abschalten und darüber dann die deutschen Programme digital im Lowband senden. Andere Länder haben ja das Problem nicht. In England hat seitdem BSkyB das Analogangebot 2001 abgeschaltet hat eh jeder ne digitaltaugliche Anlage auf 28,2° Ost ausgerichtet. In Frankreich gibts analog auch nur noch ein kleines Angebot über Sat. Da hat ja auch jeder seine digitale Sat Anlage mit Canalsat Abo. Nur Deutschland hat noch massig Anlagen mit nur-Lowband Verteilung.
@Lahnwelle
Ich denke dass es genauso kommen wird dass über Sat analog abgeschaltet wird aber dann noch im Kabel analog weitergsendet wird. Die Kabelnetzanbieter sind aber auch selber Schuld daran, viele Leute haben keine Lust auf die Grundverschlüsselung der Privaten im digitalen Kabel. Das sollte sofort abgeschafft werden.
von BetacamSP - am 28.08.2008 11:00
von Spacelab - am 28.08.2008 11:04
von RainerZ - am 28.08.2008 11:14
Genauso ist es. Es wird auf absehbare Zeit keine ZWANGSDIGITALISIERUNG in den Netzen der drei großen Anbieter - Kabel BW, UnityMedia + Kabel D - geben. Erst vor einiger Zeit wurden diese Netzbetreiber von der Fachpresse befragt, ob und wann mit analogen Abschaltungen zu rechnen sei. Ergebnis: Unisono wurde mitgeteilt, dass vor 2015 in keinster Weise mit der Einstellung der analogen Übertragung zu rechnen ist. Dieser Service wird von einem Großteil der Kunden (mehreren Millionen) nachgefragt, daher sei an eine Beendigung nicht zu denken.
Natürlich kann ARD+ZDF schon morgen per Satellit die analoge Verbreitung einstellen. Die Umwandlung der QPSK-Signale in PAL wird bereits heute bei den Kabelkopstationen der großen Player betrieben. Letztendlich kann einzig und allein der Gesetzgeber einer Weiterverbreitung analoger Signale im Kabel untersagen. Dies wird jedoch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in einem Land wie Deutschland niemals passieren. Eher kommt der Gesundheitstest für Führerscheinbesitzer über 75 Jahre......
von transponder - am 28.08.2008 11:24
Kabel gibt es auch nicht flächendeckend, also kommt für diese Grundversorgung nur das Satellitensignal in Frage. Die Sättigung der Haushalte mit digitalen Empfängern hat aber noch keine kritische Grenze erreicht, so dass das Analogsignal nunmehr den Grundversorgungsauftrag erfüllen muss.
Weil das so ist, kann man es nicht einfach so abschalten. Da reichte ein Prozesshansel, um das zu torpedieren.
Die Digitalisierung ist bisher eher schleppend verlaufen, weil es sowohl über Satellit und Kabel mehr als 30 analoge Programme gibt, darunter alle jene, die mehr als 99 % der Einschaltquoten ausmachen. Das ändert sich gerade, weil die viele sich große Flachbildfernseher kaufen und zuhause dann feststellen, dass das Bild am analogen Kabelanschluss odr auch am analogen Sat-Receive einfch nur grauslig aussieht.
Beim Löwe Xelos mit 37" Diagonale, einem Gerät in der Preislage um 3000 ¤, ist die Bildwiedergabe so gut, dass sogar ein Qualitätsunterschied zwischen dem internen DVB-C-Tuner und einem externen, über Scart oder Composite betriebenen DVB-C-Receiver zu erkennen ist. Dieses Gerät stellt auch die Qualitätsmängel der Digitalsignae der Privaten gnadenlos dar.
Aber schon bei Supermarktgeräten reicht die Technik aus, um das große Bild am analogen Signal einfach nur schlecht aussehen zu lassen.
Das heißt: Die Digitalisierung schreitet mit dem Verkauf von großen Flachbildschirmen quasi automatisch voran, Zum ersten Mal kann man also realistisch hochrechnen, wann eine Mehrheit über den digitalen Empfangsweg fernsieht. Also kann man auch zum ersten Mal realistische Daten für die Analogabschaltung via Satellit nennen.
Die Kabelnetzbetreiber sind sowieso darauf erpicht, das analoge Signal so schnell wie möglich abzuschalten.
von Alqaszar - am 28.08.2008 11:30
Diese Masche ziehen Kabel Deutschland bzw. die von ihnen beauftragten Call-Center schon seit Jahren ab: "Wenn Sie jetzt nicht auf digital umsteigen, wird in wenigen Monaten der Bildschirm schwarz".
von Richard34 - am 28.08.2008 11:31
Unter anderem hier nachzulesen: http://www.test.de/themen/bild-ton/meldung/-Irritation-um-Kabel-Deutschland-Gebuehren/1495962/1495962/
von transponder - am 28.08.2008 11:35
Die KNB in Deutschland machen den gleichen folgenschweren Fehler, den Leo Kirch 1996 mit dem Start von DF1 gemacht hat: Sie verlangen für Content, der größtenteils frei empfangbar ist Geld und gängeln den User mit Zwangsboxen und sogar teilweise proprietären CA-Systemen ohne CI-Möglichkeit.
Die Zuordnung digital = PayTV, die beim Sat-Empfang erst durch die breite Verfügbarkeit billiger FTA-Boxen gelöst werden konnte, wird beim Kabel gerade wieder gefestigt.
Der Kunde braucht einen "digitalen" Kabelanschluss, muss sich ein "KD free"-Paket abonieren um das digital zu sehen, was er analog schon so hatte.
Was tut er also? Der neue große Plasma wird halt weiterhin analog gespeist, denn man sieht es nicht ein, noch mehr Geld zu zahlen. Kabel ist sowieso teuer genug.
Das ist der falsche Weg. Was bei KabelBW gut begann ist spätestens seit der schleichenden NDS-Einführung ein großer Fehler: Ohne NDS-Receiver läuft demnächst nichts mehr, Fernseher mit eingebautem DVB-C-Tuner brauchen dennoch einen Receiver. Das ist Schwachsinn hoch drei, behindert die technische Entwicklung.
Und Premiere beginnt gerade wieder, den gleichen Fehler wie 1996 zu machen: Man setzt dem User Zwangsreceiver vor. Das hat mit der dbox nicht geklappt, das wird auch mit Interaktiv-Recivern nicht klappen.
Wenn verschlüsselt, dann ein offenes System mit CI bei freier Receiverwahl. Alles andere wird floppen.
Der Deutsche ist zwar bequem, aber nicht dämlich. Wer das nicht glaubt, darf gerne mal ein bisschen zu entavio recherchieren.
Gruß,
Wolfgang
von Wolfgang R - am 28.08.2008 11:43
Ja, aber mit der Gefahr, dass ihnen viele Kunden abspringen; in den Grosstädten auf DVB-T und im ländlichen Raum auf Sat. Man denke auch daran, was bei einer Analogabschaltung beisspielsweise in Altersheimen los wäre.
von Zwölf - am 28.08.2008 11:53
von BetacamSP - am 28.08.2008 12:14
Was die ÖR angeht hast du da recht, ansonsten ist die "Stilllegung" ja jetzt schon im Gange. Ich denke dass wir uns Ende 2010 tatsächlich von den meisten ÖR-Programmen analog verabschieden können.
Naaja... über Satellit gucken allerdings schon mehr digital als analog. Ist statistisch bewiesen... rechne für Ende 2008 mal mit knapp 5 Mio. verbleibenden Analoghaushalten über Sat.
Das ist den KNBs denke ich bewusst - sonst würden sie Internet/Phone nicht ohne TV anbieten. Die wissen genau, dass sie langfristig viele TV-Kunden verlieren werden und versuchen das so aufzufangen. Eventuell auch ein Grund dafür, dass sich im Kabel so gar nix mehr tut (jedenfalls bei KDG).
von Heiner - am 28.08.2008 14:08
Ich wohne im Gebiet von Unity und hier sieht es so aus: Wenn ich vom analogen Kabel zum digitalen Wechsel dann bekomme ich von Unity eine Box und eine Smartcard. Sollte ich mich für keines der Pay-Pakete entscheiden, dann habe ich mit dieser Variante alle Öffis und alle freien privaten Kanäle. Ich zahle dann für den digitalen Anschluss eine monatliche Gebühr, die um 1 Euro unter der für den analogen Anschluss liegt. Mit diesem Preisunterschied möchte man die Leute vom analogen wegholen. Dass natürlich die analogen Kanäle nicht aus meinem Anschluss rausgefiltert werden ist auch klar :)
Wie genau es möglich ist, aktuell noch eine weitere Karte zu erhalten, um einen zweiten Receiver anzuschließen, weiss ich nicht. Vor gut einem Jahr war eine solche Karte für einmalig 20 EUR zu bekommen, mit ihr konnte man eine die freien privaten sehen. Die Öffis sind natürlich IMMER ohne Karte anzuschauen.
Greetz,
++J++
von ++J++ - am 28.08.2008 14:27
Das gilt aber auch nur, wenn man einen Einzelnutzervertrag bei Unity hat. Wenn man aber die Kabelgebühren über die Mietnebenkosten zahlt - und das dürfte bei der großen Mehrheit der Kabelzuschauer der Fall sein - zahlt man drauf.
von Lahnwelle - am 28.08.2008 14:46
von dxbruelhart - am 28.08.2008 15:01
1. Es gibt mehr als 30 Programme analog im Kabel. Ohne Zusatzbox, ohne Zusatzkosten. Einfach TV /VCR / DVD-R anschließen, Sendersuchlauf, und fertig.
2. 30 Programme reichen einem Großteil der Zuschauer vollkommen aus.
3. Digital wird verschlüsselt in den meisten Netzen in Deutschland, Ausnahme BadenWü. Man braucht einen passenden Decoder samt Karte. Man muss pro Gerät zahlen. In bestimmten Fällen fallen sogar Zusatzkosten an für Sender, die bereits analog ohne Zusatzkosten zu sehen sind.
4. Alleine die Tatsache, dass man ne Zusatzbox braucht, hält viele davon ab. Denn gerade das wird weiterhin als DER Vorteil des Kabels überhaupt angesehen.
5. Erst seit 2006 sind die Privatsender überhaupt im Kabel digital vertreten. Vorher gab es eine jahrelange Hängepartie. Nur für Premierekunden war digitales Kabel überhaupt interessant.
6. Erst seit kurzem betreiben die Kabelanbieter offensiv Werbung für den Digitalempfang.
kurz gesagt: analog Kabel ist einfach extrem bequem. Viele brauchen, wollen nicht mehr.
Beim Satempfang brauchte es immer schon ne Box. Ob die nun digital oder analog ist, interessiert nicht. Wenn die analoge kaputt geht, kaufen viele ne neue digitale. Daher steigt hier der Anteil stetig.
Geht beim Kabel der TV kaputt kauft man auch nen neuen. Dank der Verschlüsselung sind die aber weiterhin nur analog tuner und DVB-T Tuner eingebaut :rolleyes:
=> Kabel wird es sehr schwer haben DVB-C durchzusetzen, und zwar nicht nur in Deutschland. Auch in den USA, Niederlande, Belgien, Österreich und der Schweiz sowie den skand. Ländern ist der Anteil der analogen Kabelnutzer weiterhin sehr hoch.
von TerranusI - am 28.08.2008 15:11
Das könnte am Ende wirklich so aussehen, dass das Land weit mit Satschüsseln bedeckt ist und die Städte, in denen es auch Private gibt, zunehmend DVB-T nutzen (jedenfalls die denen das Angebot reicht und die Bildqualität).
Werden auf jedenfall noch interessante Zeiten... DVB-C werden wohl später nur die haben die nicht anders können, sei es wegen Vermieter oder mangelndem Blick nach Süden. Naja, und vielleicht noch diejenigen die bestimmte Pay TV-Sender haben wollen und die die es im Bundle mit Internet und Telefonie oder sonstwie günstiger bekommen... wobei das mit dem Pay TV auch immer besser über Satellit erledigt wird, mit arenaSAT gibts ja nun ne Plattform die das auch vorantreibt (was man von Premiere ja trotz Star nicht so behaupten kann).
Und all das wissen die KNBs und deshalb setzen sie jetzt auch so stark auf Internet und Telefonie - sie wissen, dass sie im TV mittel- bis langfristig nicht mehr wirklich wachsen werden, sondern eher schrumpfen. KDG hat ja alleine letztes Jahr wenn ich mich nicht irre 500.000 Kunden verloren.
von Heiner - am 28.08.2008 15:33
Und immer wird betont, sie brauchen kein TV zu abbonieren, keine Kabel TV Gebühren zahlen. "Sie können weiter TV schauen wie bisher".
Die KDG setzt beim TV schon lange nur noch auf die Bestandskundschaft. Ich hab seit Jahren keinen Werbebrief für Kabel TV mehr bekommen.
Keine Ahnung ob die KDG dann Filter verbaut, um das analog TV auszufiltern, ob es ihnen schlicht egal ist, hauptsache die Leute kaufen Internet und Telefon bei ihnen. Und ehrlich gesagt ist das Angebot nicht mal schlecht, gerade hier auf dem Land, wo DSL oft nur 384 Kriechgeschwindigkeit hat.
Trotzdem schrecke zumindest ich noch vor Telefon über Kabel zurück. Wir brauchen nen stabilen Telefonanschluss, und da hat uns ISDN über die letzten 11 Jahre nicht enttäuscht.
von TerranusI - am 28.08.2008 15:41
Kenn ich. Sind seit etwa August 2007 ausgebaut und seitdem haben wir deshalb 8 Briefe und 3 Anrufe bekommen.
Soweit ich weiß, haben die mittlerweile spezielle Filter...
von Heiner - am 28.08.2008 15:54
Eben, und genauso wird sich das hier auch entwickeln.
In einem neuen Hostelin Canmore/Kanada habe ich allerdings vor zwei Wochen einen Digital-TV gesehen, der am Kabelnetz von Monrach Cable hängt. Die Programme kamen digital, inklusive einem Dutzend HD-Programme. Daneben gibt es aber weiter das übliche analoge Angebot.
Nö, warum? Ich kann hier beliebig viele Fernseher an den digitalen Kabelanschluss hängen. Die neueren Geräte haben meist schon einen DVB-C-Tuner eingebaut, sonst braucht's natürlich eine Settop-Box pro Analog-TV.
von ulionken - am 28.08.2008 17:28
1. DVB-C ist speziell für Kabelanwendungen entwickelt worden.
2. DVB-C ist entwickelt und eingeführt worden, als noch niemand an DVB-T dachte.
3. Die Anzahl der Kanäle ist begrenzt, da kann man nicht auch noch Kanäle dazu nutzen,
die eh schon vorhandenen Programme ein drittes Mal in einer weiteren Norm auszukabeln.
4. DVB-T ist unökonomisch. Man geht bei DVB-C schon von QAM64 weg zu QAM256, um
eben die vorhandenen Kanäle möglichst effizient zu nutzen. Dazu kommt, DVB-C in QAM64 erlaubt merklich mehr Programme als DVB-T in QAM 64. Grund: Die bei DVB-T hohe, für
Kabelverbreitung unnötige starke Fehlerkorrektur.
Mit anderen Worten: DVB-T im Kabel ist Blödsinn. Könnte höchstens in einigen Jahren sinnvoll
sein, wenn die Industrie es bis dahin nicht hinbekommt, Fernseher mit DVB-C-Eingang und
CI-Slot herzustellen und bis dahin die Analogverbreitung im Kabel ganz abgeschaltet ist.
von Nohab - am 29.08.2008 09:09
Für mich stellt sich die Lage so dar: ARD/ZDF quengeln ständig rum wegen der analog Abschaltung, weil sie für sich die "digitale Welt" geregelt sehen - unverschlüsselte Einspeisung überall, Kundschaft braucht nur DVB-C Tuner.
Anders die Privaten: sie wollen die Verschlüsselung durchsetzen, und zwar so, dass sie später für weitere "Anwendungen" zB Adressierung etc nutzbar ist. Da dies allerdings derzeit alles andere als geregelt erscheint, haben es die Privaten speziell im Kabel so eilig mit der Abschaltung nicht.
Denn man hat ja durch raffinierte Vermarktung die Simulcastkosten im Kabel schon auf den Kunden abgelegt. Den Privaten kostet die parallele digital/analog Ausstrahlung im Kabel keinen cent extra - das zahlt der Kabelkunde über die erhöhten "Grund"gebühren mit.
kurz: die Privaten wollen entweder noch lange analog, oder digital verschlüsselt! Aber keinesfalls die einfache unverschlüsselte Einspeisung. Dafür wird ein sehr viel längerer Umstieg in Kauf genommen. Denn er tut ihnen nicht weh.
von TerranusI - am 29.08.2008 11:41
Warum? Die Grundversorgung kann doch genausogut digital erfolgen, wer sagt denn, daß das analog stattfinden muss? Jeder Zuschauer könnte sich doch einen digitalen Sat-Receiver zulegen und ist somit weiterhin (mehr als) grundversorgt. Der Prozesshansel würde verlieren!
Und die Kabelnetzbetreiber sind ja auch nicht ganz frei bei der Umstellung auf Digital, immerhin haben die ja alle noch die analog-must-carry-Regelungen an den Hacken.
von iro - am 29.08.2008 14:01
Und die Sache ist, hier sind schon die Kunden durch den Kauf von Orion Cable-Netzen eingerechnet. Ohne die würde die Anschlusszahl wohl bereits bei 8,5 Mio. liegen... dann hätte KDG innerhalb von 2 Jahren etwa ne Mio. Kunden verloren.
von Heiner - am 29.08.2008 14:47
Ferseher mit DVB-V Tuner gibt es von Sony, Metz, Loewe und Technisat.
Bei Sony haben fast alle Modelle ab 32" DVB-C drin.
Ob es noch andere Hersteller gibt weiss ich nicht. Habe selber einen Sony, AlphaCrypt Light Modul rein, Karte rein von KG und alle Programme sind zu sehen.
So kommt man an eine Karte von KDG und auch an eine zweite Karte.
http://www.hifi-forum.de/viewthread-144-2140.html
von ACDC - am 29.08.2008 17:53
SAT ist den meisten Leuten einfach schmackhaft zu machen - nach dem Aus von Entavio ist von einer Grundverschlüsselung nichts mehr zu hören, die Leute kaufen laut nem Bekannten spätestens wegen HD-TV die Hardware wie blöd.
DVB-C ist okay und reicht für den Normaluser völlig aus - nur die zu zahlenden Kosten (16,90¤ bei der KDG im Einzelabschluss) sind wucher und völlig übertrieben - das seh ich nicht ein - und drum ist ne Wohnung mit Möglichkeit eine kleine Astraschüssel aufzustellen für mich essentiell - gespartes Geld - ich hab meine recht teure Anlage schon längst wieder "drin"!!
Ne richtige Miesere (hab ich grad im Bekanntenkreis) sind diese lokalen Kopfstationen mit Verteilung, da gibts ein hypererotisches Konstrukt aus Versakom (Vertragspartner) mit einer Bastellösung der Gewofag zur Versorgung - eingespeist wird der Kabelkiosk, die Öffis - das wars. Sowas darf 2008 für 14¤ im Monat nicht mehr sein - ich glaub ich muss da am Montag mal wieder laut werden - so ein beschissen lauwarmes Kabelsignal und eigentlich alles nur analog *rausch**flimmer*. Analog war eigentlich nur direkt via Antenne brauchbar - im Kabel hast ja schon immer eine verdammt gute Verteilung und nen guten Tuner gebraucht - für digital reicht nen 20¤ Receiver völlig aus.
Wenn wir via Sat bis 2012 schaffen wär das toll - und würde auch ebenjene kleinen Anbieter vor die Frage stellen, warum das ganze eig. noch nach Analog umsetzen - einfach nach DVB-C umsetzen - oder ne feine ZF-Verteilung einbauen.
Bei den großen Netzen lohnt sich das wohl nicht, da kann man fein weiter analog einspeisen - 2030 dürfte der letzte Mensch tot sein, der ohne TV aufgewachsen ist und sich damit angeblich gegen alles neue Sperrt.
Kann ich widerlegen - meine Oma war noch 1/2 Jahr vor ihrem Tod (Herzversagen, plötzlich) lernbegierig und hat sich von Antenne analog auf Astra digital umbauen lassen - sagt sie doch mit ihren 85 Jahren wie sauber jetzt das Bild ist und nimmer von der im Bahnhof einfahrenden S-Bahn gestört wird - die Leute müssen den Unterschied nur sehen, grad auf einem großen und guten TV (sie hatte nen 1m Loewe) ist der gewaltig.
von elchris - am 29.08.2008 18:58
Von Kabel Deutschland weiß ich es nicht, aber bei Unitymedia ist es so:
Filter gibt es zwar, werden aber kaum verbaut (setzen auch immer Sternverkabelung vorraus, die es ja bei weitem nicht überall gibt), hat auch kaum ein Sub überhaupt auf Lager ;-). In der Regel wird dann einfach an der MMD (Multimdiadose) mit einem Siegel-Aufkleber der TV und Radio-Anschluss zugeklebt - wenn überhaupt. Denn die Subs, die die Installationen ja ausführen, interessiert das nicht großartig - ist ja auch nicht deren Aufgabe. Dafür gibts dann die sogenannten Medienberater :D.
Die von Baumverkabelungen bekannten Sperrdosen gibt es als "Multimedia-Version" jedenfalls nicht.
von WiehengeBIERge - am 29.08.2008 20:22
Wie bitte? Soweit ich nicht fehlinformiert bin, ist der DVB-T-Vollausbau, zumindest, was die ÖR angeht, Ende 2008 vollendet.
Doch. Beide sind einfach und preisgünstig.
Im Ernst: Von 1987 bis 1993 war es üblich, sich die ÖR von der Antenne und die Privaten von der Schüssel zu ziehen. Das kann, wer nicht auf DVB-S umsteigen will (LNB!), in in den kommenden paar Jahren genau so machen.
von robiH - am 30.08.2008 19:34
Nur zur Info:
Man kann schon auf DVB-S umsteigen, wenn man nur ein 9750MHz LNB hat. Bekommt man halt auch nur den ARD-, ZDF- und ARD-Digital-Transponder (Extra, Festival, Plus, Phoenix, Arte). Diese Programmauswahl begleitet mich schon seit 2 Jahren. Ich vermisse (bis auf ARD-Radio-Transponder) nichts...
von Ex-Trierer - am 30.08.2008 20:15
Das ja, aber von Flächendeckung kann keine Rede sein.
Das ist DVB-S auch. Es ist jedenfalls nicht wesentlich komplizierter als Sat analog. Und obs teuer kommt, hängt allein davon ab was für Equipment man nutzen will. Reicht eine einfache Zappingbox kommt man doch relativ günstig davon.
Das tut überhaupt nix zur Sache. Vielleicht ist es dir entgangen, aber das ist bereits 15 Jahre her und kann mit den heutigen Bedingungen überhaupt nicht verglichen werden. Und komm jetzt nicht wieder mit deinen seltsamen Planspielen die nicht den winzigsten Bezug zur Realität haben. Generell scheints sowieso dass du irgendwie in einer Traumwelt lebst die weit weit weg von der echten ist. Schade, aber so kann man dich einfach nicht als ernstzunehmender Gesprächspartner ansehen.
LNBs gibt es bereits für unter 10 ¤. Wer deshalb nicht umsteigen will ist ein Geizhals, und ein Tor sowieso.
von Heiner - am 30.08.2008 20:39
Dann kanst du das öffentlich-rechtliche Fernsehen über analogen Sat ja eingenlich gleich ganz abschlten. Ich meine, was bliebe denn dann noch übrig? Arte, Phönix, DW-TV, BR-Alpha; bzw. nach deiner Theorie würdn Arte und Phönix dann nur noch für Mecklenburg-Vorpommern analog ausgestrahlt werden; und Alpha könnte man als eine Arte "2. Drittes" sehen, das im Herkunftsland Bayern auch über DVB-T empfangbar ist. Und DW-TV hat ja als auslandsorientierter Sender überhaupt keine Analoge Sat-Pflicht, oder?
Da in vielen Teilen Deutschands nur DVB-T-Empfang über Dachantenne möglich ist, bezweifel ich etwas, ob es sinnvoll ist statt einer DVB-S-Erweiterung, noch eine große UHF-Antenne aufzubauen, und pro TV-Gerät womöglich auch noch zwei Receiver zu haben. Und es ist doch so, den Privaten, kann es mit der Analogabschaltung ja auch nicht schnell genug gehen. Verschwinden die großen Öffis, wird auch das Privatfernsehen gehen (späterstens). Das ist doch wie an einer großen Tafel. Steht der Hausherr auf, gehen auch die (letzten) Gäste.
von Zwölf - am 30.08.2008 22:35
Das siehst Du alles vollkommen richtig.
DW-TV ist analog bereits vor Jahren abgeschaltet worden.
Auch das siehst Du alles vollkommen richtig. Trotzdem werden sich etliche für DVB-T als Ergänzung entscheiden.
von robiH - am 30.08.2008 22:50
Das man nochmal vier Jahre draufgibt, sehe ich allerdings als nicht ganz gerechtfertigt an, wenn man es mal mit der Umstellungszeit des terrestrischen Fernsehens vergleicht.
von Zwölf - am 30.08.2008 23:14
von Radio_DDR - am 31.08.2008 10:19
Für solche Situationen gibt es dann ja DVB-S.
von robiH - am 31.08.2008 10:35
http://funkanalyse.tns-infratest.com/2008/2_tv/1nutzung/2TVEmpfangsbed.pdf
ca. 1,5 Mio Haushalte in Bayern schauen noch analog über Sat. Die anderen drei Viertel Sat-HH empfangen bereits digital.
Warum man da nicht gleich 2010 analog abschalten kann, versteh ich nicht so ganz, so teuer sollte die Umrüstung auf DVB-S auch wieder nicht sein. Außerdem gibt es ja schon einen jahrelangen Simulcast; bei der DVB-T-Umstellung bekamen die meisten vielleicht 2 Monate zuvor Bescheid, und dann wurde von heut auf morgen nur noch digitlal gesendet ganz ohne Simulcast.
von Zwölf - am 31.08.2008 11:33
von Free Speech - am 31.08.2008 11:39
von BetacamSP - am 31.08.2008 15:06
also ich hab jetzt seit 2,5 wochen inet un telefon von KD.
1. jawohl,spezieller filter wurde verbaut bei mir
2. wegen telefon habe ich die gleichen bedenken wie du und mich ewig dagegen gesträubt weil ich auch viel schlechtes in einigen foren gelesen habe. aber irgenwann dachte ich mir doch:wer nicht wagt der nicht gewinnt.
Fazit: alles einwandfrei, bis jetzt kein einziger ausfall, sprachqualität absolut gleich zum normalen anschluss,kein unterschied hörbar.
inet: geschwindigkeitsrekord bis jetzt bei 21,5mbit bei gebuchten 20. upload auch immer zuverlässig bei 1 mbit.
ich bin jetzt im nachhinein echt froh das ich es gewagt habe und würde es dir somit auch empfehlen.
von orf-fan - am 21.09.2008 00:38
http://www.dehnmedia.de/?page=update
In Österreich sieht es ähnlich aus 1 Mio HDTV fähige "Monitore" zu 115 000 Empfängern.
Offensichtlich gibt es beim Verbraucher ein grosses Missverständnis.
von mor_ - am 21.09.2008 07:13
Tja, es gibt halt andere Länder, wie die Schweiz, die es mit der HD-Einführung richtig machen:
http://www.infosat.de/Meldungen/?srID=26&msgID=49047
Die werden im April 2015 die SD-Ausstrahlungen komplett einstellen und nur noch in HD senden. Zu diesem Zeitpunkt werden in Deutschland noch etliche Millionen sich mit analogem Kabelfernsehen auf 50 Zoll Plasmas begnügen. Der deutsche Verbraucher hat auch nichts besseres verdient! :D
von transponder - am 21.09.2008 10:02
Das Argument gegen Digital ist die gleichzeitige Nutzung mehrere TV je Anschluss. Das geht nur mit KDG zertifizierten Receivern wobei man dann die Seriennummer angeben muss um eine weitere Karte zu bekommen. Am PC geht's schon mal gar nicht (ausser die Oeffentlichen natuerlich). Somit ist das Aufnehmen und spaetere Archivieren von Sendungen der Privaten fast unmoeglich was so ziemlich jeden der die Moeglichkeit von Sat oder DVB-T hat dazu bewegen duerfte eben nicht auf digitales Kabel umzusteigen.
von Nordlicht2 - am 22.09.2008 08:50
Das sehe ich ähnlich. Die Privatsender werden daher m.E nicht umhin kommen auch ihr DVB-T Angebot zu erweitern. Wenn dem so ist werden sicherlich auch einige, die von vielen als hässlich empfundenen Parabolspiegel zugunsten von althergebrachten UHF Antennen verschwinden. Denn wie schon gesagt wurde, 20-24 Programme reichen vielen aus.
von Toto_Pfalz - am 23.09.2008 09:37
Das ist eine sehr große Gefahr für die KNBs. Ein DVB-T-Angebot von 24 und mehr Sendern könnte viele Kunden abspenstig machen, z.B. auch Wohnungswirtschaften. Eine genauso große Gefahr ist, zumindest potentiell, IPTV. Ist es doch schließlich eine Art 2. Kabelnetz. Sicher, Kabel wirds auch weiterhin in vielen Mio. Haushalten geben, aber die Bedeutung könnte doch schrumpfen.
von Heiner - am 23.09.2008 17:35