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Radioforum
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Erster Beitrag:
vor 9 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 9 Jahren, 3 Monaten
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PowerAM, Rolf, der Frequenzenfänger, Kay B, Jassy, Stephan Großklaß, FM-FREAK HESSEN, DAC324, carkiller08, Bengelbenny

Beobachtungen auf MW mit verschiedenen Empfaengern

Startbeitrag von PowerAM am 23.09.2008 00:13

Ich bin eben fast vom Glauben abgefallen. Auf MW 828 kHz lauschte ich Caz! auf meinem fast 50 Jahre alten "Stradivari II", einem seinerzeit durchaus stattlichen Roehrenkasten. Ich benutzte die eingebaute Ferritantenne, die man im Gehaeuse drehen kann. Der Empfang war anstaendig, wenn auch etwas durch wenigstens zwei Gleichkanalsender und leichte Verzerrungen (ausgeregeltes Fading) gestoert.

Den gleichen Sender wollte ich im Schlafzimmer weiter hoeren. Moegliche Kandidaten: Eton E5 und Sangean ATS305. Den Eton holte ich mir erwartungsvoll ans Bett - nichts zu machen!! Ein absolutes Wirrwar heftig fadender Signale, der gewuenschte Sender war nicht mal zu erahnen. Der Sangean holte "Caz!" wenigstens einigermassen hoerbar aus dem Durcheinander, nach gewissenhafter Antennenausrichtung war der Sender gerade so geniessbar. Der Hintergrundmuell war aber auch hier sehr praesent.

Im Roehrengeraet war der Sender eben noch vergleichsweise klar zu hoeren. Ueberrascht hat mich der ATS305, der wenigstens das gewuenschte Signal herausloesen konnte. Enttaeuscht bin ich dagegen vom E5, der auf der 828 kHz absolut nichts reissen konnte. Bislang dachte ich eher vom 305, dass zwar viel aber nichts wirklich kann.

Hat jemand dafuer eine Erklaerung??

Antworten:

Hast du den Empfang auch mal am Standort des Stradivari probiert? In Wohnungen ändert sich die Störsituation häufig innerhalb weniger Meter erheblich, so dass ein fairer Vergleich schwierig ist.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 23.09.2008 05:53
Mit dem E5 in der Hand bin ich noch zum Stradivari gelaufen, was aber nichts brachte. Beim ATS305 kam in der Schlafstube wenigstens einigermassen was raus.

von PowerAM - am 23.09.2008 06:13
Hallo,

das Stradivari ist eben ein feines Radio :D
Dreifachabstimmung auf AM mit geregelter Vorstufe, zwei ZF-Stufen, die insgesamt aufwändige Schaltung (11 Röhren) macht sich dann schon bemerkbar.
Das Gerät war mein allererstes Radio (vom Opa geerbt) und ich war schon ziemlich herb überrascht, als ich herausfand, dass die meisten transistorisierten Geräte und auch viele andere Röhrengeräte dem Stradivari in puncto AM-Empfang nicht das Wasser reichen können.
Also: Nicht wegwerfen - sollte irgendwann mal der Platz zu knapp werden, übernehme ich gerne die Versandkosten (unbefristetes Angebot!) :)

Beste Grüße
DAC324

von DAC324 - am 23.09.2008 07:24
Dass der ATS305 auf MW nicht so schlecht ist war mir auch schon aufgefallen.
Hatte auch immer wieder schwächere Signale einigermaßen genießbar empfangen können.

von Bengelbenny - am 23.09.2008 07:31
@ DAC324: Du glaubst nicht, wie sich die Anfragen haeufen! Mir sind schon einige 100 EUR geboten worden!!

Leider muss ich mal wieder in einen Abgleich investieren, denn auf UKW ist das Ding inzwischen derartig taub geworden. Ich hatte die Kiste frueher als empfindlicher in Erinnerung, jetzt kommen die 1 kW-Sender vom 22 km entfernten Berliner Fernsehturm nur noch sehr leise durch, gut gehen lediglich die 100 kW-Brummer. Gut ist auch, dass der Kasten durchweg Standardroehren verwendet, die man unveraendert bekommt. Wenn auch inzwischen zu Apothekenpreisen. Allerdings muss man aufpassen, denn die teilweise angebotenen Roehren aus russischer Produktion halten ihr Vakuum nicht immer.

Begeistern kann mich immer noch der volle Klang des Geraets, der viele aktuelle Henkelmaenner ganz schoen alt aussehen laesst. Wenn man vergleicht, mit welchem Aufwand man dieses Klangerlebnis komponiert hat, dann staunt man noch heute. Schweres Massivholzgehaeuse, intern entdroehnt durch gewissenhafte Befestigung potenzieller Rassel- und Poltergeister, eindrucksvolle Lautsprecherauswahl (Tieftoener mit recht weicher Aufhaengung, die auch mit wenig Leistung gut Hub macht) sowie eine damals als sehr prunkvoll geltende Aufmachung. Die Stradivari-Serie war zu ihrer Zeit Oberklasse. Wenn man sich da hineindenken kann, dann sieht man das heute noch in zahlreichen Details.

Bis auf eine allerdings sehr aufwendige Reinigung und Gehaeusepflege sowie die Instandsetzung der Skalenbeleuchtung gab es damals beim Wecken aus dem Schlaf der Vergessenen keine noetigen Arbeiten. Der Kasten spielte (unter staendiger Aufsicht!) sofort und problemlos. Ein befreundeter Funkamateur hat mir dann die als gefaehrlich geltenden Alt-Elkos getauscht und den Selengleichrichter ausser Betrieb genommen. Ansonsten duerfte es nichts geben, was fuer Ueberraschungen sorgen koennte. Einige Roehren waren bzw. sind verbraucht.Teilweise habe ich auch schon Roehren gewechselt.

von PowerAM - am 23.09.2008 08:15
Ich stehe vor einem Raetsel: Aktuell hoere ich "Option Musique" auf Mittelwelle. Die Anzeige des geborgten Russenwunders (LMK-Grosssuper) steht auf etwa 400 m Wellenlaenge. Ich finde den Sender allerdings auf keinem meiner anderen Radios. Das darf doch nicht wahr sein!!

Weiss jemand eine in Frage kommende Frequenz? Der Sender faellt beinahe in Ortssenderstaerke ein. Wieviel Bumms steckt dahinter??

von PowerAM - am 23.09.2008 20:01
Zitat

Weiss jemand eine in Frage kommende Frequenz? Der Sender faellt beinahe in Ortssenderstaerke ein. Wieviel Bumms steckt dahinter??


756kHz aus Sottens! :)

Wie geht bei dir 891kHz Radio 538? Der hat auch eine beachtliche Reichweite trotz 20kW !

von Jassy - am 23.09.2008 20:07
Die 891 kHz geht gut fuer nur 20 kW. ID kam eben auch gerade. Flattert und fadet ziemlich. Aber ist gut zu hoeren.

Btw: Wieviel Bumms hat die 828 kHz von Caz! ueberhaupt??

Aber die 756 kHz ist nicht "mein" Option Musique, Jassy! Da laeuft gerade franzoesischer Schlager, Softpop - waehrend auf der 756 kHz klassische Musik gespielt wird.

von PowerAM - am 23.09.2008 20:31
765kHz, Zahlendreher :) 756kHz sollte wohl DLF sein.

Die 828kHz hat tagsüber 20kW, nachts ab 00.00 bis 07.00 nur 5kW und Ausblendung nach West. Mal gucken wie lange das ganze noch Sendet, so langsam musste doch das Talkradio Format drauf!

Der 891kHz klingt für Mittelwelleverhältnisse sehr gut, da hat man in ein gutes Soundprocessing investiert!

von Jassy - am 23.09.2008 20:35
Zitat
PowerAM
Btw: Wieviel Bumms hat die 828 kHz von Caz! ueberhaupt??


Tagsüber 20kW und nachts 5kW. Die genauen Umschaltzeiten weiß ich aber nicht.
Mit NDR Info (20kW , Hannover) und ContRa (10kW aus Freiburg) ist die 828 aber nicht gerade ein Hörgenuss. Besonders die Jazz-Musik, die immer wieder durch kommt, passt nun gar nicht zu Caz! .

Die franz. Schlager laufen auf der 765 -> SUI - Radio Suisse Romande Option Musique, Sottens (600kW)

von carkiller08 - am 23.09.2008 20:42
Aha, Schweiz hoere ich also. Danke euch beiden! Der Klang der 765 kHz (jetzt auch im ATS305 gefunden) klingt etwas duenn und leise - signalmaessig gehoert der Sender aber bei mir zu den staerksten auf der Mittelwelle.

Schade, dass es leistungsstarke und gut klingende Programme kaum noch auf MW gibt. 10 Gold und BigL waren bis zum Ende die Sender, die mich regelmaessig auf die MW gelockt haben. Mit alter Roehrentechnik merkt man eben doch, wenn ein Sender in eine Signalaufbereitung investiert hat!

von PowerAM - am 23.09.2008 20:56
Die 765 mit 600kW aus Sottens wird wohl schon bald die letzte Schweizer MW-Frequenz sein, auch wenn es neuerdings wieder Ausschreibungen für die Mittelwelle geben soll (siehe Schweiz-Forum). Trotz der nahen und recht starken 756 des DLF aus Wilhelmskirch (bei Ravensburg) geht bei mir Sottens ganztägig auch per Bodenwelle in guter Qualität. Das Programm finde ich durchaus hörenswert. Gibt's übrigens auch FTA via Hotbird.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 24.09.2008 04:23
:rolleyes: Rolf, hab' ich Satellitenempfang? Radio und Fernsehen sind bei mir rein terrestrisch. Aber das Programm ist in der Tat hoerenswert. Die RSR-Ansage vor den Nachrichten hatte ich dann sogar herausgehoert. Franzoesisch verstehe ich sonst keinen Ton.

von PowerAM - am 24.09.2008 04:34
Weiss ich doch. Der Hinweis richtete sich an die Forums-Allgemeinheit... ;)

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 24.09.2008 05:52
Was diese alten Röhrengeräte von den gängigen Weltempfängern auch abhebt, ist die Ferritantenne an sich. Diese hat in solchen Geräten meist schon beachtliche Ausmaße, was sich in einem portablen Weltempfänger natürlich schwer unterbringen läßt.


von Kay B - am 24.09.2008 13:32
Zitat
carkiller08
Mit NDR Info (20kW , Hannover) und ContRa (10kW aus Freiburg) ist die 828 aber nicht gerade ein Hörgenuss.


Wenigstens im Falle von ContRa am Standort Freiburg macht sich der Sparzwang der Öffentlich-rechtlichen mal positiv bemerkbar:
Zitat
SWR - Aktuelle Hinweise
Mittelwelle

Die Betriebszeiten der MW Freiburg 828 kHz, Baden-Baden 1485 kHz sowie Bodenseesender 666 kHz sind wie folgt:
Mo - Fr, 05.00 - 23.00 Uhr
Sa und So, 07.00 - 23.00 Uhr

--> Link zu SWR - Aktuelle Hinweise

von FM-FREAK HESSEN - am 25.09.2008 14:09
Zitat
Kay B
Was diese alten Röhrengeräte von den gängigen Weltempfängern auch abhebt, ist die Ferritantenne an sich. Diese hat in solchen Geräten meist schon beachtliche Ausmaße, was sich in einem portablen Weltempfänger natürlich schwer unterbringen läßt.

Vor allem hat man seinerzeit nicht umsonst Lautsprecher mit Alnico-Magneten verbaut und auch diese deutlich entfernt von der Ferritantenne untergebracht. Weder das eine noch das andere ist bei einem neuzeitlichen Taschen(buch)-Weltempfänger drin. Experimente mit nach außen verlagerten Ferritantennen scheinen generell durchaus lohnenswert.

von Stephan Großklaß - am 25.09.2008 17:30
@ Stephan Großklaß

Zitat

Experimente mit nach außen verlagerten Ferritantennen scheinen generell durchaus lohnenswert.


Das wichtigste zum DXen auf Mittelwelle ist sowieso eine Rahmenantenne und die Ferritantenne wird dann nur noch zum Entkoppeln benutzt.


von Kay B - am 25.09.2008 20:33
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