Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
18
Erster Beitrag:
vor 9 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 9 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Free Speech, Kroes, Peter Schwarz, KlausD, Alqaszar, TimoSaar, freiwild, Wurzelpeter

SWR Sender Hallgarter Zange?

Startbeitrag von Free Speech am 29.11.2008 17:03

Vor ein paar Tagen wurde hier spekuliert, dass der SWR auf dem Turm an der Hallgarter Zange einen Sender aufmachen würde, um das Rheintal zwischen Bingen und Mainz, wo der Donnersberg abgeschattet ist, mit Hörfunk zu versorgen. Ist da etwas dran? Ich fände das eine prima Idee. Das ist der höchste Punkt des Rheingaus (mit Turm) und von da könnte man das Zielgebiet prima versorgen. Ich würde jedoch noch einen Schritt weiter gehen. Der Sender Kastel liegt ganz unten am Rhein und hat damit eine sehr begrenzte Reichweite nach Westen und Norden. Könnte man nicht den Sender Kastel dicht machen (das Gelände wäre bei einem Verkauf bestimmt was wert) und die Frequenzen aus Kastel von der Hallgarter Zange ausstrahlen? Da es von der Hallgarter Zange freie Sicht nach Mainz gibt, wäre die Stadt m.E. damit genauso gut zu versorgen und man bräuchte keine zusätzlichen Füllfrequenzen auf der Hallgarter Zange. Vielleicht liest ein SWR Mensch ja mit oder das Forum könnte meine Idee kommentieren.
Ich fasse nochmal zusammen: Falls der SWR auf dem Turm auf der Hallgarter Zange einen Sender aufmachen würde, könnte man von dort nicht die Kasteler Frequenzen ausstrahlen, gerne mit Ausblendung nach Norden, falls der hr dies wünscht. Wäre das nicht zur Versorgung des Gebietes zwischen Bingen und Mainz optimal? Und Richtung Frankfurt / Darmstadt ist eh (wieder) der Donnersberg die bessere Wahl.

Antworten:

Wird das Gebiet nicht sowieso schon vom Donnersberg versorgt?

von freiwild - am 29.11.2008 18:07
@Freiwild: Der Donnersberg ist hier total verzerrt weil er hinterm Berg liegt. Sowohl der Sender Kastel als auch ein neuer Füllsender sind / wäre gerechtfertigt. M.E. wäre der Senderstandort Hallgarter Zange aber so genial, dass man dann Mainz Kastel nicht mehr bräuchte.

von Free Speech - am 29.11.2008 18:34

SWR Sender Hallgarter Zange / Kalte Herberge

Zitat
50 Grad N, 8 Grad O
Vor ein paar Tagen wurde hier spekuliert, dass der SWR auf dem Turm an der Hallgarter Zange einen Sender aufmachen würde, um das Rheintal zwischen Bingen und Mainz, wo der Donnersberg abgeschattet ist, mit Hörfunk zu versorgen. Ist da etwas dran?

Programm swr4 Mainz auf der 88,6 von der Hallgarter Zange / kalte Herberge ist keine Spekulation, sondern in der Koordinierung ( s. BNetzA 17.11.2008 unter Hessen ). Der swr-Sender am Petersweg in Kastel gilt als Grundnetzsender u.a. zur Versorgung des Mainzer Stadtgebietes, an dem Mast hängt ja noch mehr dran ( u.a. auch die 107,2 DLRK ). Den Standort gibt der swr weder auf, noch würde man eine vollständige Gesamtverlegung in den Rheingau koordiniert bekommen ( private Ansicht ).

von KlausD - am 29.11.2008 21:08
Mich wundert bei solchen Koordinierungen nur immer, daß es die letzten 50 Jahre problemlos ohne diesen Füllsender ging...irgendwie haben die Menschen dort doch bislang auch Radio gehört???


von Peter Schwarz - am 29.11.2008 23:34

SWR Sender Hallgarter Zange?

@ Peter Schwarz: Sicher, aber inzwischen hat der swr die 107,9 Hohe Wurzel, der bisher diese Gebiet versorgte, an Rockland abgeben müssen. Als Ersatz kam dann mit Verzögerung bis heute die 88,6 Rüdesheim-Niederwald, nur kann damit das ursprüngliche Gebiet nicht mehr komplett versorgt werden. Deshalb auch die Suche nach einem besser geeigneten Standort.

von KlausD - am 29.11.2008 23:43
Und wo hakt es da bitte noch? Und wie werden die anderen drei Programme dort verbreitet?


von Peter Schwarz - am 29.11.2008 23:50
Nun muss ich doch mal 'ne kleine Korrektur zum geplanten Standort loswerden: Die Hallgarter Zange ist zwar 580m hoch, der höchste Berg des Rheingaus ist jedoch die "Kalte Herberge" mit 619 m Höhe, rd. 1 km nordwestlich der Hallgarter Zange. Wenn die bei der BNetzA eingetragenen Koordinaten richtig sind, dann würde der geplante Mast etwa 740 m sso vom Aussichtsturm auf Höhe 410 m (direkt an der Zufahrtsstraße zur Hallgarter Zange) errichtet, d.h. man will sicher gehen, dass nach Norden hin das Sendesignal durch den Kamm des Rheingaus zuverlässig abgeschirmt wird. Immerhin, 500 Watt im Sektor 120° bis 230° würden das Rheintal zwischen Budenheim und Bingen sehr gut mit SWR 4 versorgen. Auch Mainz würde noch gut erreicht, bei Stereoempfang aber zumeist schon angerauscht.. Also, auf den 1kW-Strahler Mainz-Kastel auf der 91.4 MHz wird man nicht verzichten können.



von Wurzelpeter - am 30.11.2008 00:34
@Peter: Schon mal davon gehört, dass SWR4 noch weiter regionalisiert ist? Die anderen Programme werden in der Region über den Donnersberg gehört, der sendet aber Radio Kaiserslautern. Zuständig für die Region ist jedoch Radio Mainz und die haben eben nur Kleinsender.
Und zur allgemeinen Kritik an Füllsendern: Tja, früher hatten die Leute eben noch vernünftige Radios. Heute möchte aber jeder mit seinem Billig-Mobiltelefon auch in der Tiefgarage des nächsten Kaufhauses noch seinen Lieblingssender hören...und das ist bei einem mobilen Medium wie Radio auch irgendwo richtig. Dass das aber mit den bisherigen Grundnetzsendern nicht funktionieren kann, sollte wohl klar sein. Ein Sender zwei Meter vor besagter Tiefgarage dagegen kommt eben durch den ganzen Beton noch durch.

von Kroes - am 30.11.2008 09:18
Früher war man einfach bescheidener. Wenn ich überlege, in welcher Bildqualität ich mir früher in Wuppertal z.B. NED2 angeschaut oder hr3 gehört habe, meine Güte, die heutigen Kids und meine Frau würden mich für verrückt erklären. Es gibt einfach mehr Auswahl und die Ansprüche sind gestiegen. Ich wohne ja in dem betroffenen Gebiet: Ich höre hier kein SWR1, obwohl ich ihn gerne hören würde, Mainz ist verrauscht und Donnersberg verzerrt, andere Senderstandorte kommen mobil auch nicht besser rein----> Ich höre hr1. Wenn ein Sender nicht in klarem Stereo reinkommt, verzichte ich dankend, und Otto Normalhörer sicher erst Recht. Ergo: Wir brauchen einen Füllsender für das Gebiet zwischen Mainz und Bingen, nicht nur für SWR4 sondern auch für SWR1. Aber anstatt immer weitere Frequenzen zuzufunzeln könnte man IMHO die Kasteler Frequenzen auf die Hallgarter Zange packen. Man könnte es ja einfach mal ausprobieren oder wenigstens mal durchrechnen, anstatt von vornherein zu sagen, das ginge nicht. - Aber es ist immer das Gleiche, siehe die FFH "Rheingau" Regionalisierung oder hr Füllsender in Wiesbaden. Was es einmal gibt, wird nicht wieder abgeschafft. Das Land ist verkrustet, Veränderungen werden nicht gewollt.

von Free Speech - am 30.11.2008 09:54
Heute möchte aber jeder mit seinem Billig-Mobiltelefon auch in der Tiefgarage des nächsten Kaufhauses noch seinen Lieblingssender hören...und das ist bei einem mobilen Medium wie Radio auch irgendwo richtig.

Nein, das ist nicht richtig. Dieser Elektronikschrott gehört entsorgt...oder am besten gleich gar nicht hergestellt! Auch an den Empfänger können Ansprüche gestellt werden, der soll sich vernünftige Geräte und Antennen besorgen! Wie wäre es, wenn man die Regionalprogramme ein wenig den Versorgungsgebieten der vorhandenen Sender anpasst?


von Peter Schwarz - am 30.11.2008 09:56
Zitat

Wie wäre es, wenn man die Regionalprogramme ein wenig den Versorgungsgebieten der vorhandenen Sender anpasst?

Danke, Danke, Danke!!! Das frage ich mich seit zig Jahren. Schau Dir z.B. WDR an. Das Problem gibts an mehreren Stellen, und GENAU Dein Vorschlag wäre die Lösung, um Frequenzverschwendung zu vermeiden.

von Free Speech - am 30.11.2008 10:05
Ähm...die Versorgungsgebiete sollten doch wohl eher gewachsenen Strukturen und dem Zusammengehörigkeitsgefühlt der Bevölkerung entsprechen. Genau dafür braucht man doch Regionalisierungen.
Und zu der Sache mit dem Tiefgaragenempfang: Ich meinte eher weniger den Empfänger, sondern die Tatsache, dass man eben auch in schlechten Empfangslagen was hören möchte. Und in der Tiefgarage gibt leider auch der beste Tuner bei einem weiter entfernten Sender auf. Dass Schrottradios nicht mehr verkauft werden sollten, da sind wir uns ja einig...aber sie werden es und darauf muss man dann leider reagieren.

von Kroes - am 30.11.2008 10:14
Wie ich letztes Jahr auf der linken Rheinseite im Bereich um Bingen gefahren bin habe ich mich schon über die schlechte Versorgung der SWR Programme gewundert. Hier ist schon eine Verbesserung notwendig.

von TimoSaar - am 30.11.2008 11:07
Zitat

Ähm...die Versorgungsgebiete sollten doch wohl eher gewachsenen Strukturen und dem Zusammengehörigkeitsgefühlt der Bevölkerung entsprechen.

Antithese: Schau dir mal die WDR Regionen Bergisches Land (91,8; 998, 95,7) und Rhein-Ruhr (99,2) an und sag mir, was das mit historischen Zusammenhängen, gewachsenen Strukturen o.ä. zu tun hat. Oder warum der Wiesbadener Stadtbewohner FFH auf der 102 hören soll, weil er ja soooo viel gemeinsame Strukturen mit dem Einwohner von Lorchhausen hat, aber natürlich gar nix mit einem Frankfurter zu tun hat, der die 105,9 einschalten soll. Das ist doch alles Kappes! Platzhirsche und ihre Freunde in der Politik haben ein paar Frequenzen übrig und die kann man natürlich am besten unter dem Vorwand einer "Regionalisierung" bei den etablierten Sendern belassen. Neue Sender wie Main FM bekommen Mist wie eine Gleichwelle WI-F serviert und dann "wundert" man sich, dass sie die Hörer lieber doch das "Altbewährte" anhören.

von Free Speech - am 30.11.2008 11:35
Rhein-Ruhr ist ja nur ein Kunstprodukt, weil man unbedingt Funkhaus Europa starten musste (man ist ja ach so multikulturell und auf Integration aus...). Vorher gab es ein Düsseldorfer Fenster und ein Essener Fenster...und das passte dann schon. Wenn ich jetzt auf der 99,2 natürlich Meldungen aus Gelsenkirchen, Bochum oder Herne hören muss, dann interessieren die mich als Niederrheiner nicht so wirklich. ;) Was es an der Region Bergisches Land auszusetzen gibt, weiß ich jetzt allerdings nicht...ich hab da aber auch nicht so ganz den Durchblick. Für mich ist jedoch das Bergische Städtedreieck zusammen mit dem Oberbergischen Kreis und dem Norden von Rhein-Berg (der Rest ist wohl schon wieder nach Köln orientiert) schon irgendwo zusammengehörend und eben alles "das Bergische Land". So mehr oder weniger passt das ja auch zu den alten Herzogstumsgrenzen...und wenn das nicht "historisch gewachsen" ist, dann weiß ich es auch nicht mehr. ;)

von Kroes - am 30.11.2008 12:18
Das BL Fenster Hörfunk ist unterschiedlich zum Bergisch Land Fenster TV, weil es die 91,8 gibt. Der Wuppertaler/Velberter will sicher eher wissen, was in Düsseldorf los ist, als was es in Engelskichen Neues gibt und der Engelskirchener will sicher lieber wissen, was es in Köln gibt, als was in Wuppertal gibt. Man kann alles begründen, nötig ist das nicht. Ich wäre für WDR Rheinland, WDR Westfalen und WDR Ruhrgebiet. Das wäre völlig ausreichend!

von Free Speech - am 30.11.2008 12:33
Dabei ist das nicht einmal ein Problem. Funkhaus Europa ist das einzige noch erträgliche Musik-und-Info-Programm in NRW (abzüglich der türkischen und griechischen Schnulzen, die dort leider auch regelmäßig laufen).

Wegen mir könnte man WDR 2 für Funkhaus Europa ersatzlos streichen. Was WDR 2 macht -- beöanglose Musik mit immer dünneren Infos -- können die Privaten eh besser (oder schlechter).

Nein, der WDR setzt einfach vorhandene Frequenzen nicht ein. Im Grunde war das Essener Fenster auf der 103,3, die ja wie die anderen WDR-Frequenzen vom Langenberg 100 kW hat, völlig überdimensioniert. Logisch, diese Ressource besser zu nutzen und dem Gebührenzahler ein zusätzliches Angebot zu unterbreiten.

So stellt sich die Frage, ob das Wuppertaler Fenster nicht auf eine der drei Fregquenzen verzichten könnte. Die 95,7 könnte auch von Langenberg aus mit Richtstrahlung nach Norden und geringerer Leistung (ca. 5 kW) das Gebiet des Essener Studios versorgen,

Auch die 91,8 könnte nach Langenberg verlegt werden, auch hier wäre Richtstrahlung nach Süden angesagt mit den 10 kW, die derzeit von der Hohen Warte funken. Die 99,8 in Wuppertal müsste wohl bestehen bleiben, weil der Langenberg dort manchmal verzerrt und das RDS sich gerne mal Nordhelle oder einen anderen zufällig gut einfallenden Sender aussucht.

So könnte der WDR seine Standorte in Gummersbach und Leichlingen ganz einsparen! Daher ist der Umkehrschluss richtig: WDR Funkhaus Europa wurde geschaffen, weil man mit dem Essener Fenster nicht die Blockade einer Frequenz erklären konnte, die 70 % der Einwohner NRWs versorgt. Ziel ist aber offensichtlich in jedem Fall, so viele Frequenzen wie möglich zu besetzen.

von Alqaszar - am 30.11.2008 21:34
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.