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Wie war RIAS auf Langwelle 173 kHz in der DDR zu empfangen ?

Startbeitrag von RealRock am 25.03.2009 17:34

Als ich in sehr jungen Jahren zu Erkunden begann, was man im Radio so alles hören kann, fand ich alsbald die stundenweisen Übertragungen von RIAS auf dem 1000 kW- VoA- Sender München- Erching auf Langwelle 173 kHz.

Mich faszinierte dieser Sender unheimlich, weil er so ganz anders als andere Sender war. Tagsüber wurde hier das Programm von RIAS Berlin übertragen, aber nur zu bestimmten Zeiten, abends kamen noch Programme in anderen Sprachen, z. B. polnisch und russisch, und zwischendurch war der Sender jeweils abgeschaltet.

An- und abgesagt wurden diese Sendungen immer jeweils mit: "This program / comes to you / has come to you / from the Voice of America in Munich", was diesen Sender erst recht noch viel abenteuerlicher und geheimnisvoller erscheinen ließ.

Dann war dieser Sender auch sehr laut moduliert, also stark komprimiert, weshalb er mit nur 7 kHz Abstand direkt neben Europe 1 auf damals 180 kHz hier im Saarland immer noch gut hörbar war. Auch war es damals, soweit ich mich entsinne, der einzige Sender, bei dem die Signalanzeige im Takt der Modulation schwankte.

Auch auf diesen Sender war ein DDR- Störsender angesetzt, der aber hier nur als leises Blubbern im Hintergrund zu hören war, im Gegensatz zu den RIAS- Mittelwellensendern, die hier im Störgeheul untergingen und praktisch unhörbar waren.

Nun würde mich mal interessieren, wie gut oder schlecht diese RIAS- Langwelle in der DDR zu hören war und in wie weit dieser Sender zum Empfang des RIAS- Programms genutzt wurde.

Antworten:

Die Frage kann ich mangels Jahresringen und Herkunft leider nicht beantworten, aber die Sendezeiten des RIAS auf LW 173 kHz beisteuern:

5.30 h bis 8.30 h, 11.45 h bis 13 h, sonntags 21 h bis 22 h.

Gesendet wurde auf der LW 173 kHz vom 25.01.54 bis 31.01.64.


Quelle:
"Eine Radio-Station in einer geteilten Stadt"
(Buch von Herbert Kundler)

von Manager. - am 25.03.2009 18:45
Auf LW war der Rias in Leipzig gut zu empfangen und wurde von mir an Zweitgeräten genutzt,
da der UKW-Sender Hof bei mir nur im Wohnzimmer mit Dachantenne zu empfangen war.

von blautechnik - am 25.03.2009 19:44
Das war zweifellos der stärkste "Westsender", der je in Leipzig zu empfangen war... und lange Zeit die einzige Frequenz, auf der man den RIAS nahezu ungestört hören konnte. Die UKW-Sender in Hof (Gr.Waldstein) gingen ja viel später in die Luft. Auf Rang 2 landete der Deutschlandfunk aus Königslutter auf 548 kHz, später, auf 756 kHz, kam er dann deutlich schwächer an. Eine weitere Alternative war dann Hamburg-Moorfleet auf LW 151 kHz, leider war der aber recht leise moduliert.

von Diehler - am 25.03.2009 22:04
War RIAS Erching 173 kHz in Leipzig noch besser zu empfangen als später DLF Donebach 151/155/153 kHz?

von Manager. - am 26.03.2009 17:21
Wenn RIAS Langwelle 173 in Leipzig nahezu ungestört zu empfangen war, dann war er wohl in weiten Teilen der DDR noch wenigstens brauchbar zu empfangen. Der wahrscheinlich nur einzige Störsender war dann wohl wirklich nur schwach. Vielleicht war dieser in der Umgebung von Berlin, damit Ulbricht & Co. den Eindruck hatten, niemand könnte diesen Sender empfangen.

Jetzt wäre es also super, wenn man noch herausfinden würde, wo dieser Störsender stand und welche Leistung dieser hatte.

Auch bin ich nicht ganz glücklich über die Sendezeiten, wie sie Manager angibt. Gab es da nicht auch noch eine Nachmittagssendung irgendwann zwischen 15 und 18 Uhr ?


von RealRock - am 26.03.2009 17:57
Als dieser Sender noch arbeitete, wohnte ich noch in Dresden. Ich muss mich doch sehr wundern, wenn hier gesagt wird, dass er in Leipzig gut zu empfangen war. Tatsache war, dass diese Frequenz sofort gestört wurde, wenn Nachrichten und andere "subversive" Wortbeiträge gesendet wurden.
So wurde durch den RIAS-Moderator Hans-Peter Hertz in einer Hörerbriefsendung für Hörer aus dem Osten klipp und klar gesagt, er glaube nicht an einen verständlichen Empfang der Langwelle wegen des totalen Jammings, dem der RIAS auf der Mittel- und Langwelle bis in die 70-er Jahre ausgesetzt war. Dies war auch der Hauptgrund für die Abschaltung des Senders für den RIAS, weil außer einer hohen Energierechnung kaum ein Hörer im Zielgebiet erreicht werden konnte. Den einzig ungestörten RIAS-Empfang gab es über die UKW-Frequenzen, die aus Berlin bis zur Inbetriebnahme des UKW/TV-Turmes Dresden-Wachwitz sogar witterungsabhängig bis in das "Tal der Ahnungslosen" reichten. Danach war es für die Dresdener mit dem RIAS aus, weil die fehlende Oberwellenbegrenzung des Fernsehturmes jeden Fernempfang unmöglich machte.

QRM-Sauger

von QRM-Sauger - am 26.03.2009 18:05
ich habe mal gelesen,dass die Ami´s den LW -Sender abgeschalten haben ,weil die Sowjets an ihrer Westgrenze mehrere starke Sender in Betrieb genommen hatten.Das Zielgebiet dieses Senders war die Sowjetunion,nicht die DDR.Der RIAS war nur "Untermieter" ,der Störsender vom RIAS war m.W. in Königswusterhausen.Die zuletzt massiven Störungen kamen daher sicher aus der UdSSR und nicht aus der DDR.

Gruss - Hempe

von Hempe - am 26.03.2009 18:45
Zitat

...weil die Sowjets an ihrer Westgrenze mehrere starke Sender in Betrieb genommen hatten.

Eigentlich hat auf 173 kHz immer auch eine Station in Moskau gesendet, sodass Erching nie in der UdSSR störungsfrei gehört werden konnte. Allerdigns dürfte man dann in den frühen 1960er-Jahren die Sender in Kaliningrad (1000 kW), Minsk (1000 kW) und Lvov (500 kW) errichtet haben. Genaue Angaben bekam man damals aus der UdSSR keine. Erst Mitte der 1970er-Jahre findet man diese Stationen auch in den einschlägigen Listen. Sie dürften aber schon ein paar Jahre zuvor entstanden sein und machten die 171 kHz in Mitteleuropa völlig "dicht". Die Absicht dahinter ist ziemlich eindeutig, denn 3 Standorte hoher Leistung in geringem Abstand zueinander und ganz knapp an der Westgrenze der UdSSR machen zur Rundfunkversorgung alleine keinen Sinn.

von Wasat - am 26.03.2009 19:54
http://members.aon.at/wabweb/frames/qrgf.htm


ist die Adresse,wo das her habe.Im Plan von 1962 ist Königswusterhausen auf der 173 khz verzeichnet.
Sehr lesenswerte Seiten!

Gruss - Hempe:cheers:

von Hempe - am 26.03.2009 20:37
Da 1962 der Deutschlandsender schon aus Zehlendorf sendete dürfte es sich bei dem Störsender um den vorher genutzten 100 kW-Sender Königswusterhausen handeln.

Hat der Erchinger Sender mit 1000 kW und Rundstrahlung nicht auch die Nachbarkanäle 164 und 182 kHz gestört? (Der Osten Frankreichs liegt ja näher an München als an Allouis.)

Gab es eigentlich noch andere Sender, die im kalten Ätherkrieg auf einer regulären Frequenz des Zielgebiets sendeten? Normalerweise "borgt" man sich ja eine Frequenz und sendet dann in die dem "Besitzer" abgewandte Richtung.

von StGr - am 26.03.2009 23:02
Wenn man diese Angaben richtig zusammenfügt, ergibt sich ein plausibler Zusammenhang:
Der 1000 kW- VoA- Sender München Erching auf 173 kHz wurde hauptsächlich als Propagandasender in die SU errichtet, obwohl auf der gleichen Frequenz ein Sender in Moskau betrieben wurde.

Moskau ist aber so weit entfernt, so dass der VoA- Sender immer noch in einem weiten Bereich der SU gehört werden konnte, und im Einzugsbereich des Moskauer Senders noch im Hintergrund zu hören war. Damit war er Sender und Störsender zugleich.

Dies wurde von den Sowjets wirksam unterbunden, indem sie an ihrer Westgrenze mehrere starke Sender errichteten, die synchron das Moskauer Programm übertrugen und damit den VoA- Sender abblockten, was letztendlich zu dessen Stilllegung führte.

Das RIAS- Programm wurde nur nebenbei tagsüber gesendet, u. A. weil man dann möglicherweise die Reichweite für in die SU als zu gering ansah.

In den ersten Jahren war das Programm in der DDR nicht oder nur wenig gestört, da man wohl keine entsprechende Sendekapazität hatte. Dies änderte sich jedoch, als 1960 der neue 750 kW - Deutschlandsender in Zehlendorf in Betrieb ging und der alte 100 kW-Deutschlandsender in Königswusterhausen überflüssig wurde und man diesen dann als Störsender gegen die RIAS- Langwelle einsetzte.

Die Angaben, dass die RIAS- Langwelle in Leipzig gut zu empfangen war, bezieht sich dann wohl auf die Zeit bis 1960, denn der 100 kW-Sender aus Kw-hausen dürfte in Leipzig immer noch gut gewirkt haben.

von RealRock - am 28.03.2009 08:28

@RealRock

genau so sehe ich das auch!
Leider habe ich den LW -Sender nie gehört.Bin zwar Bj '53,aber über den RIAS wurde ich erst in der Schule "aufgeklärt".Schade.:-(

Schönes Rest -WE -- Hempe :cheers:



von Hempe - am 28.03.2009 20:14
Zitat

http://members.aon.at/wabweb/frames/qrgf.htm


ist die Adresse,wo das her habe.Im Plan von 1962 ist Königswusterhausen auf der 173 khz verzeichnet.
Sehr lesenswerte Seiten!


Hab da mal reingeschaut und mir ist aufgefallen in der PDF-Datei "LW/MW-Sender .... von 1976"
Das lese ich folgendes:

1043 GDR 250 R. DDR 1 Dresden-Wachwitz

Stimmt das wirklich? Wurde da wirklich vom Fernsehturm Mittelwelle ausgestrahlt?
Eigentlich gabs da den Standort Wilsdruff an der A4, oder ist das ein Druckfehler?

von UKW-Fanatiker - am 29.03.2009 13:21
Das ist sicher ein Druckfehler. In den offiziellen DDR-Listen stand damals immer nur "Dresden", sowohl für Wilsdruff als auch für Wachwitz.
Vermutlich stand irgendwo in den Quellen Dresden-Wachwitz, und die haben es dann auf alle Dresdener Sender angewendet.

Das war auch bei anderen Sendern so, "Berlin" waren der Fernsehturm, Uhlenhorst, Königswusterhausen und manchmal auch Potsdam-Golm und Zehlendorf. "Cottbus" hießen Calau und Hoyerswerda.


von StGr - am 29.03.2009 21:35
Eben erst diesen Thread gefunden. Dieser LW-Sender kam bei Zürich in Ortssenderstärke an [auf meinem Schüler-Kristallempfänger(!)]. Was mich an ihm so faszinierte - nebst der im Thread bereits erwähnten Spezialitäten - war das durchaus musikalisch wellenartig gurgelnde Hintergrundgeräusch. Heute erst erkenne ich den Grund für dieses Geräusch. Immerhin war hier offenbar einer der wenigen wirklich musikalischen und bei mir diskret einfallenden Störsender als Begleiterscheinung zu hören und störte mich ganz und gar nicht. :)

Eine Originalaufnahme wäre natürlich der Oberhammer, aber wer hatte damals schon ein Tonbandgerät :(

von audion - am 04.06.2010 20:52
@RealRock: ja, das kann ich bestätigen, in den ersten Jahren war das Signal aus Erching völlig störungsfrei zu empfangen, nur abends hörte man den Moskauer Sender leicht dahinter. Später wurde zwar die LW 173 kHz gestört, 100%ig wirksam waren die Störungen aber zumindest in Leipzig nicht. Ich kann mich erinnern, dass mein Vater mit der Zimmerantenne mehrere Versuche unternommen hatte, bis der Störsender einigermaßen ausgeblendet war.
Nach der Abschaltung der Frequenz in Erching kümmerten wir uns zunehmend um guten UKW-Empfang, der eine störungsfreie Alternative zum MW-Empfang war. In erster Linie betraf das den Empfang vom Torfhaus, Ochsenkopf, Waldstein und Hohen Meißner, da die Berliner UKW-Sender im Leipziger Südwesten nicht so gut reinkamen.
@Manager.: Der neue LW-Sender aus Donebach im Odenwald kam in Leipzig gut an, aber nicht so stark wie die 173 kHz und deutlich leiser moduliert. Später war dann Aholming auf der 209 eine gute Alternative, den DLF hörten wir aber tagsüber auf 756 kHz aus Königslutter.

von Diehler - am 05.06.2010 09:02
Ich bin nicht alt genug, um mich an die LW-Ausstrahlungen von Rias Berlin erinnern zu können. In meiner Heimatregion (Uckermark) spielten die beiden Berliner UKW-Frequenzen die entscheidende Rolle, ab November 1978 ergänzend MW.
In Leipzig verließ ich mich auf die UKW-Sender vom Großen Waldstein.
Ich habe allerdings das Buch von H. Kundler "RIAS Berlin - Eine Radio-Station in einer geteilten Stadt". Darin domieren zwar nicht die technischen Details; einige werden aber angeführt. Es heißt darin, dass am 31.1.64 "nach rund 10 Jahren" die Langwellensendungen wieder eingestellt wurden.
Es wird sogar eine Seite abgedruckt: "Das RIAS-Langwellen-Programm in der Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel 1960/61; 1735 m = 173 kHz".
Einige Seiten davor wird die Programmwoche vom 22.7.51 bis 28.7.51 abgedruckt (MW Berlin 989 kHz, Hof 683 kHz, "Drahtfunknetz der Berliner Westsektoren auf Langwelle 1224 m = 245 kHz sowie auf Ultrakurzwelle 93,7 MHz").


von hetietz - am 05.06.2010 15:09
An RIAS über LW kann ich mich nicht erinnern, obwohl ich als Kind viel am Radio gekurbelt habe.
In dem von Wiesbadener angegebenen Link

wird auf den Münchner Kurzwellensender der "Stimme Amerikas" verwiesen.
Auf 6005 kHz war RIAS im Raum Leipzig meist gut zu hören. Weiß jemand, ob (zeitweise?) zwei Sender in Berlin und München im Gleichwellenbetrieb eingesetzt wurden?

von FunkTom - am 05.06.2010 19:42
Zeitgleich kann ich nicht sagen, ich kann mich aber an die Berliner 6,005 MHz noch erinnern, der den einzigen Kurzwellensender darstellte, der in meinem Heimatort jederzeit fadingfrei empfangbar war.

von PowerAM - am 05.06.2010 20:55
Rias 1 war auf SW wirklich stark zu empfangen. Wegen der guten UKW-Versorgung in meinem Heimatort nahm ich diese Frequenz eher am Rande wahr.
Ab 1980 wurde Rias 1 auch vom Großen Waldstein auf UKW ausgestrahlt (89,3).
Wer ein größeres Informationsbedürfnis hatte, konnte im Raum Leipzig natürlich auch auf die entsprechenden UKW-Sender des NDR, HR oder BR zurückgreifen.


von hetietz - am 06.06.2010 15:01
Zitat
FunkTom
In dem von Wiesbadener angegebenen Link wird auf den Münchner Kurzwellensender der "Stimme Amerikas" verwiesen.
Auf 6005 kHz war RIAS im Raum Leipzig meist gut zu hören. Weiß jemand, ob (zeitweise?) zwei Sender in Berlin und München im Gleichwellenbetrieb eingesetzt wurden?


Vermutlich wegen der toten Zone wurde tagsüber ein Sender in Berlin-Britz mit 20 kW und abends und nachts ein Sender der VoA mit 100 kW aus Ismaning eingesetzt.
Das WRTH 1976 gibt als Zeiten an:
Berlin-Britz: 03:25 h (Sonntag 04:00 h) bis 17:30 h (Winter 15:40 h) UTC
München: 17:30 h bis 03:15 h (Sonntag 03:50 h)

An RIAS-Sendungen über die Langwelle 173 kHz kann ich mich nicht erinnern, wohl aber an das tagsüber stark hier in Baden-Württemburg ankommende VoA-Programm.
Muss um 1970 gewesen sein. Irgendwann war Schluss mit VoA auf 173 kHz und der Sender (Standort Erching) wurde eingemottet. Jahre später wurde er durch Posttechniker wieder zum Leben erweckt und auf die neue Frequenz 207 kHz für den DLF umgebaut. In der Funkschau wurde darüber ausführlich berichtet.
Da standen so Sachen wie fehlende Dokumentationen (irgendwann wurden Änderungen nicht mehr festgehalten) und dass der Sender in Doherty-Modulation betrieben wurde und daher nur mit Riesenaufwand ein Frequenzwechsel möglich war. Auch war die amerikanische 60 Hz-Stromversorgung in die Frequenzaufbereitung eingebunden, so dass ein Betrieb nur durch die eigens für den Sender installierten 60 Hz-Dieselgeneratoren möglich war.
Das war sehr kostenaufwendig und der DLF baute sich dann seinen eigenen Sender für 207 kHz in Aholming.

von Jürgen Martens - am 06.06.2010 19:35
In "Akten zur auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland, Band 2" heißt es in einer Fußnote auf S. 22: "Als Maßnahme zur Entspannung verzichtete die UdSSR seit dem 19. Juni 1963 auf Störungen des amerikanischen Senders "Stimme Amerikas" (Voice of America"). Im Gegenzug stellte RIAS Ende Januar 1964 die Ausstrahlungen seines Programms auf der Langwelle ein, sendete jedoch weiterhin im Ultrakurz, Mittel- (und mit einer zusätzlichen Frequenz ab 1. Februar 1964) im Kurzwellenbereich."

von hetietz - am 07.06.2010 04:23
(gelöscht)

von RealRock - am 19.07.2015 13:53
Zitat
RealRock

Dies wurde von den Sowjets wirksam unterbunden, indem sie an ihrer Westgrenze mehrere starke Sender errichteten, die synchron das Moskauer Programm übertrugen und damit den VoA- Sender abblockten, was letztendlich zu dessen Stilllegung führte.

Ich vermute mal, die wurden alle in Gleichwelle auf 173 kHz an der Westgrenze der Sovejtunion betrieben?

Gibt es noch weitere Beispiele wo man mittels Errichten von Sendern an einer Staatsgrenze Programme aus anderen Laendern blockierte?

von 102.1 - am 19.07.2015 14:09
bin glaube ich nicht alt genug um über Kurzwelle mit zureden, in Magdeburg hörten wir immer NDR2 (92.1Mhz)oder per Dachantenne RIAS2(94.3Mhz).

Im Trabant lag auf der Hutablage mangels Radio an Board ein MW/LW Empfänger ohne UKW. ( konnte man wenn man sich lang streckte auch vom Fahrersitz ein/ausschalten).
Da lief immer der Deutlandfunk.

Fazit: RIAS 2 war echt der geilste Sender, jedoch nicht so einfach zu empfangen.

In den Nachwendejahren war 104.6 RTL als noch mit 100Kw vom Alex gesendet wurde auch mit jedem Kassettenrecorder in Magdeburg ( zu mindest im östlichen Teil) zu empfangen und auch 94.3 RS hatte noch ne gute Reichweite.
Seit Rtl nur noch 1/10 Sendeleistung hat und das UKW Band eh zugemüllt wird mit Funzeln ist es vorbei mit dem Spass am Radio.

...und Dab hat halt nicht so ne geile Verbreitung und jedes Smartphone hat dank vers. Apps die vielfältigen Möglichkeiten Radio zu hören. ( selbst wenn Flatbremse greift )

von zausel001 - am 19.07.2015 15:51
Erching war ja auch als "Störsender" gedacht. 173 kHz war nämlich seit jeher die "Hausfrequenz" des Senders Moskau, damals mit 500 kW. Somit war ein störungsfreier Empfang der VOA in einem großen Teil des Zielgebiets gar nicht möglich. Aber der Moskauer Sender wurde speziell nachts ziemlich stark gestört. Deshalb dürfte Moskau sein 1. Programm ab 1955 im Raum Moskau parallel auch auf 263 kHz ausgestrahlt haben. Die VOA dürfte dann ab 1964 im Gegenzug zum Verzicht der sowjetischen Störungen auch auf den "Störsender Erching" verzichtet haben.

Die Senderkette auf 173 kHz an der Westgrenze der UdSSR hatte sicherlich auch den Grund, künftige Störungen auf dieser Frequenz unmöglich zu machen, denn die Sendeleistungen dieser Sendekette waren sehr reichlich bemessen. Nur zur Versorgung dieser Regionen hätten es auch deutlich schwächere Sender getan.

von Wasat - am 19.07.2015 16:32
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