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Radioforum
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 9 Monaten
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Spacelab, Nohab, Werner53, audion, Christian_66, Ingo-GL, DABM, digi-john, DX OberTShausen, shianne

Was wäre eine ideale MW Antenne fürs Auto?

Startbeitrag von Spacelab am 16.04.2009 12:36

Hallo ich mal wieder! :D

Ich hab eben einem etwas älteren Herrn eine neue Antenne ans Auto geschraubt. Die alte war so gammelig das sie fast von selbst vom Auto geflogen wäre. Jedenfalls hat mir dieser Kunde erzählt das er ausschließlich nur Mittelwelle (DLF und SWR Cont.Ra) hört. Jetzt frag ich mich doch so spontan, was wäre denn die ideale Mittelwelleantenne fürs Auto? So eine 16V Antenne kann doch nicht optimal sein. Oder irre ich mich da? Der ältere Herr hat zwar eine neue Route (Mobilfunk und Radio Kombi-Antenne von der länge einer normalen Teleskopantenne) an den Kotflügel seines Mercedes geschraubt bekommen, aber so ganz ideal finde ich das auch nicht. Vor allem weil ich so den Eindruck hatte das mir eine aktive 16V Antenne, zumindest auf UKW, sogar noch einen Tick störungsfreier spielt.

Antworten:

Zitat
Spacelab
Jedenfalls hat mir dieser Kunde erzählt das er ausschließlich nur Mittelwelle (DLF und SWR Cont.Ra) hört. Jetzt frag ich mich doch so spontan, was wäre denn die ideale Mittelwelleantenne fürs Auto? So eine 16V Antenne kann doch nicht optimal sein.


hi, ich bin zwar auch kein Profi aber ich kann mich erinnern dass man "früher" für Mittelwelle einen extra langen Stab draufgeschraubt hat am besten einen Glasfiberstab weil man den wieder nach unten biegen musste und irgendwo an der Reling anbinden damit er nicht zur Gefahr für andere wurde.

Gruß Hans


von digi-john - am 16.04.2009 12:46
Also meine Standard-Antenne in Verbindung mit dem TechniSat Dresden 1 bietet wirklich erstklassigen Empfang auf Mittelwelle. So kann ich z.B. abends nach der Spätschicht "GOLD" auf der 1548 KHz fast störungsfrei hören :spos:

von DX OberTShausen - am 16.04.2009 13:15
Die Länge spielt normalerweise keine besonders große Rolle.
Der Grund: Eine MW-Antenne ist üblicherweise über ein kapazitätsarmes Kabel hochohmig
am Radio angeschlossen. Die Antenne ist dabei kapazitiver Teil des Eingangskreises.
Damit das dann auch vernünftig funktioniert, mußte man dazu früher bei Analogradios einen kleinen
Trimmer einstellen, dieser fand sich zumeist rechts oben in der Skalenscheibe. f ~1400kHz. (RTL)
Der Einstellbereich war damals für die Standardlängen ausreichend.
Bei modernen Radios dürfte ein Impedanzwandler ähnlich einer Aktivantenne drin sein,
Trimmer sehe ich da keinen mehr. Die kurzen 16V-Antennen sollten es auch tun, für die da
üblichen Kabellängen ist der Stab jedoch zu kurz (zu hochohmig), eine gute aktive Antenne ist da
ein Muß. Aber warum ist die Länge selbst nicht entscheidend? Weil ohne angeschlossene Last
der Strahler unabhängig von seiner Länge immer die selbe Spannung liefert. Das ändert sich erst,
wenn da eine Last (Radio) angeschlossen wird. Je nach Eingangswiderstand bricht die Spannung
mehr oder weniger zusammen, deshalb muß bei kurzen Antennen der Eingangswiderstand so hoch
wie möglich sein, siehe Aktivantenne. Angesichts dessen, was da so an Aktivantennen im
Automobilbereich unters Volk gebracht wird, halte ich jedoch einen normalen Stab vorne in
Radionähe für die sinnvollere Lösung. Und natürlich dran denken: Kapazitätsarmes Kabel
verwenden, das gibt es speziell für den Automobilbereich. ( sehr dünner Innenleiter mit spezieller Isolierung. )


von Nohab - am 16.04.2009 13:21
Ich würde vorschlagen meine! :) Aber ich weiß nicht wie sie heist. Es ist auch nix mehr zum ablesen vorhanden ich kann nur sagen das es eine recht lange Stab Antenne mit einnem betrachtlichen deuchmesser ist. Es ist jedenfals so bei mir in Magdeburg das ich mit mein Autoradio auch Tagsüber z.b. die 801khz aus Bayern und 720khz aus NRW 1422khz DLF und noch viel mehr recht brauchbar hören kann. Ab 18.00 Uhr ist RTL auch kreftig mit dabei ( 1440 khz) Wobei bei den anderen Geräten die ich hab nur tagsüber Ordssender zu hören sind. Abend's geht's natürlich auch bei den anderren Geräten besser.

von DABM - am 16.04.2009 13:26
@Nohab: Wenn man eine Aktivantenne nutzt, die ja sicher die Impedanz wandelt, warum braucht man dann hinter der Aktivantenne eine spezielle kapazitätsarme Leitung?

Ich hatte gedacht, dass der Antennenausgang impedanzmäßig so an den Antenneneingang des Autoradios angepasst ist, dass die Kapazität der Antennenleitung nur noch wenig stört.
(was natürlich nicht heißt, dass eine kapazitätsarme Antennenleitung von Vorteil ist)

von shianne - am 16.04.2009 13:39
Nein, Nohab meinte ja "kapazitätsarmes Kabel in Verbindung mit einer passiven Stabantenne".

Das früher übliche 150-Ohm-Kabel hatte einen hauchdünnen Innenleiter. Das Dielektrikum bestand aus Luft und einem dünnwandigen Schlauch, um den herum das Abschirmgeflecht gelegt war.
Derartige Kabel gibt es offenbar schon lange nicht mehr. An Teleskopstabantennen von Anfang der 90er Jahre fand ich lediglich ein Koaxialkabel nach Art der 75-Ohm-Kabel.

von Ingo-GL - am 16.04.2009 14:15
Weil die Antennen auf jeden Fall für MW zu kurz sind - und damit sehr hochohmig - ist HEUTE immer ein aktiver Impedanzwandler IM ANTENNENFUSSPUNKT der mit 12 Volt versorgt wird. Alles andere ist heute nicht "Stand der Technik", weil die Autoradios längst die Kabel/Antennenkapazität nicht mehr in den Eingangskreis integrieren und demzufolge kein Trimmer mehr nötig/vorhanden ist. Auch AM kommt heute niederohmig von der Antenne zum Autoradio. AM/FM-Antenneneingänge sind heute bei allen Auto- und Heim-Empfängern niederohmig ausgelegt. Mit einem entsprechenden Windungszahlverhältnis beim Eingangskreis ist dies leicht zu machen. Das wäre auch früher möglich gewesen, aber es gab noch keine brauchbaren Impedanzwandler in Antennenfusspunkt. Darum damals die Trimmerlösung, mit der die Kabelkapazität kompensiert (unschädlich) gemacht werden konnte.

BTW: Das selbe Problem gibt es bei den LMK-Ruten (Dachantennen): Da ist im Fusspunkt ein kleiner passiver HF-Trafo eingebaut, der LMK einigermassen [!!] breitbandig auf 75 Ohm transformiert.

von audion - am 16.04.2009 15:52
Also kurz gesagt: mit einer vernünftigen 16V Antenne ist man schon sehr gut bedient.

Vor vielen Jahren, das dürfte so ende der 80er gewesen sein, hab ich mal in einer Fachzeitschrift (keine Ahnung mehr welche das war) einen Artikel über einen in Deutschland lebenden Franzosen gelesen der unbedingt im Auto seine französischen Programme hören wollte. Er hat daraufhin einen langen Draht im Zick Zack Kurs unter dem Dachhimmel verlegt. Es war leider nur ein kleines Schwarz/Weiß Foto abgedruckt auf dem das nicht so 100%ig genau zu erkennen war, aber wie es ausgesehen hat muss das eine Menge draht gewesen sein. Denn die "isolierte Litze" (also stink normaler Klingeldraht) war schon ziemlich eng gelegt. Leider war der Artikel sehr sehr kurz geraten ("Dies & Das" Rubrik auf den ersten Seiten) und es stand leider nicht drin ob das ganze auch geklappt hat. Das hätte mich mal brennend interessiert.

von Spacelab - am 16.04.2009 16:07
@faro: Leider habe ich kein Auto und mein letztes Autoradio ist auch schon einige Zeit her.
Ein Wandler direkt am Fußpunkt ist natürlich die wesentlich bessere Lösung.
Auf der anderen Seite war die Technik schon in den 30ern soweit:
http://www.jogis-roehrenbude.de/Leserbriefe/Moppert-Aktivantenne/Aktivantenne.htm
Eine breitbandige Version auf 12V-Basis habe ich im Netz auch schon gesehen,
Google findet die Seite irgendwie gerade nicht, das war auf Basis einer Doppeltriode.
Edit: Breitband-Aktivantenne mit Röhre:



Beschreibung hier: http://darc-f35.ido-consult.de/globaltuners.htm

@Spacelab: Ich hoffe, das Auto hatte ein Plastikdach, denn unter Blech dürfte das Ganze ziemlich wirkungslos bleiben.


von Nohab - am 16.04.2009 17:07
Nö das ganze war ein stink normales Auto. Also kein Cabrio und auch kein Trabbi.

von Spacelab - am 16.04.2009 17:14
eigentlich eine Ferrit-Antenne; kann klein gegen die Wellenlänge gebaut werden und ist unempfindlich gegen elektrische Störungen.

von Werner53 - am 16.04.2009 19:11
Das mit viel Draht im Wagenhimmel kommt mir wegen des Blechs darüber nicht optimal vor.
Aber im Prinzip ist viel Draht schon mal nicht schlecht, um von schwache Signalen einen vernünftigen Pegel an Verstärker und Radio zu liefern.

Man könnte eine große Rahmenantenne um Dachgepäckträger oder Fahrradträger wickeln.
Nur wie leitet man das Signal dann zum Radio?

Als Test/Bastellösung vielleicht mal eine Idee.

von Christian_66 - am 16.04.2009 19:16
Eine Ferrit-Antenne ist aber doch wieder zu richtungsgebunden. Oder? Ich meine ich kann ja nicht nur in eine Himmelsrichtung fahren nur weil ich den Sender jetzt hören will.

Die Sache mit dem "viel Draht", so hab ich mir das zumindest gedacht als ich den Bericht damals gelesen hab, kann aber gerade im Auto doch nach hinten losgehen. Denn damit zieht man doch bestimmt die leisesten Störgeräusche extrem hoch. Wenn ich mal so daran denke was ein halbwegs modernes Auto so an Störungen von sich gibt... :rolleyes:

von Spacelab - am 16.04.2009 19:22
// quote //
Eine Ferrit-Antenne ist aber doch wieder zu richtungsgebunden. Oder? Ich meine ich kann ja nicht nur in eine Himmelsrichtung fahren nur weil ich den Sender jetzt hören will.
// unquote //

stimmt, die hat ein scharfes Minimum. Müsste man 2 um 90 Grad gedrehte verwenden.

von Werner53 - am 16.04.2009 20:46
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