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Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 11 Monaten
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Kay B, Radio-DX, PowerAM, Werner53, shianne, audion, Nohab, Martyn136, Rosti 2.0

HF-dämpfungsarme Dachbedeckung - Welche Alternativen gibt es zum Ziegel?

Startbeitrag von Kay Bam 27.04.2009 16:46

Es gibt sicherlich nicht wenige unter euch, die ihre Antennenanlage nicht mittels eines Mastes auf dem Dach, sondern unter dem Dach installiert haben und keinen Antennenmast aufbauen dürfen oder wollen.

Deshalb stelle ich mir die Frage, welche Alternativen es eigentlich zum handelsüblichen Ziegel gibt, die nicht so stark dämpfen.

Da Glasfaserkunststoff gerade bei UHF-Sendeanlagen sehr oft als Schutzhülle zur Anwendung kommt, müsste sich dieses Material doch auch als Dachbedeckung eignen. Bis zu welchen Frequenzbereichen ist Glasfaserkunststoff noch einsetzbar, ohne dass eine markante Dämpfung der HF auftritt?

Welche Materialien gäbe es noch, die möglichst dämpfungsarm aber zugleich witterungsfest sind, sodass sie sich als Dachbedeckung eignen?
Antworten:

Re: HF-d¤mpfungsarme Dachbedeckung - Welche Alternativen gibt es zum Ziegel?

Dachplatten aus GFK oder Acryl - beides ist gut, solange es nicht regennass oder zugeschneit ist. Was besseres kenne ich nicht.

von PowerAM - am 27.04.2009 17:07
Ich denke gerade bei Wohn- und Geschäftsgebäuden kommt man aber auch mit einer geänderten Dachbedeckung bei weitem nicht an eine Aussenantenne ran. Denn da liegen ja auch noch bis zu zwei Lagen Bretter und die eigentliche Dachisolation dazwischen. So richtig intressant würde das imho nur bei Scheunen oder ähnlichen Gebäuden werden, wo die Dachpfannen direkt auf den Latten liegen und sonst nichts grossartig gedämmt ist.

Ausserdem werden imho Vermieter die den Aufbau von Dachantennen nicht erlauben wohl kaum einen Tausch der Dachbedeckung erlauben.

Und wenns am wollen liegt, dann würde ich sagen das ein Wechsel der Dachbedeckung sowohl finaziell als auch vom Arbeitsaufwand her um einiges aufwendiger ist als der Aufbau einer Dachantenne.

von Martyn136 - am 27.04.2009 18:08
Ich glaube nicht daran, daß ein nasses oder von Schnee bedecktes Dach den Empfang merklich verschlechtert. Schließlich sind die Wellen bei Regen ja schon vom Sender bis zur Empfangsantenne durch eine "Wasserwand" hindurch gegangen. Das sollte ein größeres Hindernis darstellen als die dünne "Wasserschicht" auf dem Dach. Oftmals ist der Empfang bei Regen sogar besser als sonst. Auch ist durch den Dachbelag (außer Schiefer oder Metall) keine nennenswerte Empfangsverschlechterung zu erwarten. Die geglaubte Empfangsverbesserung außerhalb des Daches rührt wohl eher vom Höchengewinn durch die aufgebaute Antenne. Im UHF-Bereich ist die Sache sicher etwas kritischer zu betrachten, aber auch nicht weltbewegend. Ich habe meine Antennen (UKW) zur Zeit auch nur unterm Dach und bin sehr zufrieden. Dazu wohne ich noch in einem tiefen Tal. Also, die Sache sollte nicht überbewertet werden.

von Radio-DX - am 27.04.2009 20:00
Es ist nur so, bei Regen ist immer noch viel Platz zwischen den Regentropfen, ein nasses Dach hat jedoch eine geschlossene Wasserschicht. Und genau diese geschlossene Wasserschicht ist das Problem.



von Nohab - am 28.04.2009 08:09
Auf die große Entfernung gesehen ist nirgends eine Lücke, nur eine "Wand". Bei Schneefall ist das an der geringen Sichtweite gut zu erkennen. Da schaut man gegen genau diese "Wand". Wenn der Reflektionsfaktor des Niederschlages so kritisch wäre, dürfte beim Empfänger eigentlich fast nix mehr ankommen. Die Wellen würden sich unterwegs durch unendlich viele Reflektionen selbst auslöschen.

von Radio-DX - am 28.04.2009 08:27
@ Martyn136

Zitat

Ich denke gerade bei Wohn- und Geschäftsgebäuden kommt man aber auch mit einer geänderten Dachbedeckung bei weitem nicht an eine Aussenantenne ran. Denn da liegen ja auch noch bis zu zwei Lagen Bretter und die eigentliche Dachisolation dazwischen. So richtig intressant würde das imho nur bei Scheunen oder ähnlichen Gebäuden werden, wo die Dachpfannen direkt auf den Latten liegen und sonst nichts grossartig gedämmt ist.


Ja, ich ginge jetzt davon aus, daß das Dach nicht isoliert ist und im Prinzip nur Dachlatten und Ziegel vorhanden sind.


Zitat

Ausserdem werden imho Vermieter die den Aufbau von Dachantennen nicht erlauben wohl kaum einen Tausch der Dachbedeckung erlauben.


Es geht mir ja auch nur ums Prinzip.


Zitat

Und wenns am wollen liegt, dann würde ich sagen das ein Wechsel der Dachbedeckung sowohl finaziell als auch vom Arbeitsaufwand her um einiges aufwendiger ist als der Aufbau einer Dachantenne.


Ja, schon klar. Es geht mir hier aber nur darum, welche alternativen, möglichst HF-dämpfungsarme Materialien es überhaupt gibt.


von Kay B - am 28.04.2009 15:08
Ich kenne Gegenden z.B. im Thüringer Wald (dazu gehört auch Steinheid), da sind Antennenmasten rar gesäht... ganz einfach aus dem Grund der Schneelast!

von Rosti 2.0 - am 28.04.2009 15:11
Zitat

Auf die große Entfernung gesehen ist nirgends eine Lücke, nur eine "Wand".


Brrr...:confused: Das sind Gedanken weit weg von der Physik. ;)

Es geht nicht um Lichtwellen, sondern um die sehr viel längeren Rundfunkwellen und da sind solche Vergleiche unzulässig. Wichtig (neben anderem) ist folgendes: Eine geschlossene Wasserhaut ist grösser , als die R/TV-Wellenlänge, Regentropfen sind aber sehr viel kleiner als die R/TV-Wellenlänge. Das gibt ein völlig verschiedenes Verhalten. Lichtwellenlängen sind in beiden Fällen sehr viel kleiner. Es gäbe da noch viel zu sagen, aber das würde den Rahmen eines Forums sprengen.

Sehr unphysikalischer Vergleich: Eine Wasserwelle geht bei einer Ueberschwemmung durch einen Wald, auch wenn man nicht durch den Wald sieht, aber durch eine geschlossene Holzwand geht die Wasserwelle nicht.

Verwandte Irrtümer liegen bei denjenigen "Antennenkonstrukteuren" vor, die eine mehrelementige Reflektorwand noch mit Maschendrahtgitter überziehen, um das Vor/Rück-verhältnis zu verbessern. ;)

von audion - am 28.04.2009 15:33
Eine Wasserwelle fließt auch nicht nur geradlinig. Sie fließt einfach um die Bäume herum.
Übrigens, die "Realität" sagt gerade folgendes: Hier seit über vier Stunden starker gewittriger Regen, meine Antenne(n) unter einem Dach mit Lattung, Betonziegeln (und geschlossener Wasserhaut), France Culture auf der 88,6 (465 km) ist trotzdem (schwach) zu hören, wie sonst auch meist. Also ich kann selbst bei so einem schwachen Sender keinen Unterschied zwischen trocken und nass feststellen. Ach, über den Berg und durch den Wald muß der Sender auch noch bis zu mir. :D

von Radio-DX - am 28.04.2009 18:56
wie gross ist der Unterschied, wenn du quantitativ misst ?

von Werner53 - am 29.04.2009 11:59
Um mal bei der Praxis zu bleiben: Die Dämpfung einer geschlossenen Wasserschicht, oder an sich jedes Materials, ist sehr frequenzabhängig.

Da ich selbst auch Unterdach-Empfang betreibe konnte ich bisher weder bei Regen, noch bei einer Schneeschicht auf dem Dach markante Unterschiede beim UKW-Empfang feststellen.

Beim Empfang im GHz-Bereich schaut das natürlich ganz anders aus. Schnee auf dem LNB kann schon dafür sorgen, daß kaum noch ein brauchbares Signal ankommt.

Ich kann mir aber vorstellen, daß gerade Ziegel, die aus Beton sind, schon auch im UKW-Bereich, spätestens aber im UHF-Bereich eine nicht zu vernachlässigende Dämpfung haben.

Wie sieht es eigentlich mit der Haltbarkeit von Glasfaserkunststoff aus? Die GFK-Zyliinder von Sendeanlagen sind ja nicht selten 30 bis 40 Jahre im Einsatz.

Gibt es irgendwo GFK-Platten fertig zu kaufen oder muß man sowas anfertigen lassen?


von Kay B - am 29.04.2009 12:10

Re: HF-d¤mpfungsarme Dachbedeckung - Welche Alternativen gibt es zum Ziegel?

Festbackender Schnee in einem Offsetspiegel kann den Empfang recht schnell unmoeglich machen. Selbst im UHF-Bereich sind Schneeflaechen bereits merklich zu spueren. So wurde hier bereits von Alpentaelern berichtet, in denen Reflexionen an verschneiten Felsen den Empfang einzelner sonst nicht oder nur schwach empfangbarer Standorte ermoeglicht haben.

Zu Analogzeiten war der im noerdlichen Berliner Umland nicht uebermaessig stark einfallende K56 von RTL Plus bei Unterdachmontage der Antenne bei stark verschneiten Daechern deutlich schlechter zu empfangen. Bei zu kleinen Antennen oder unguenstiger Wohnlage war der K56 durchaus auch mal mehrere Tage weg.

von PowerAM - am 29.04.2009 12:36
@PowerAM: Solche Effekte kann ich bestätigen.

UKW ist es fast egal, wo die Antenne steht. (auf oder unter Dach)

Aber je höher eine Frequenz ist, um so mehr ähnelt sich ihr Verhalten dem des Lichtes.

Spaßeshalber mal eine Feldstärkeanzeige an den Sat-Empfänger klemmen.
Und bei Wolken den Ausschlag beobachten.

Oder noch besser:

Sat-Antenne auf Stativ stellen und nun im Empfangsbereich mit einer feinen Düse Niesel verursachen.
Dabei die Feldstärke beobachten.

Wenn ich in Eilenburg DVB-T empfangen will, macht es schon einen Unterschied,
ob die Antenne hinter dem Fenster oder vor dem Fenster (= draußen) ist.
Bei Schnee treten da auch ganz tolle Effekte auf.
(Aber der letzte deckende Schnee war zu Analogzeiten, da war TV-Empfang bei mir noch viel einfacher als seit der Digitalisierung...)

von shianne - am 29.04.2009 14:31
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