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Radioforum
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Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Andreas W, DAB_User, DLR-Fan Sachsen-Anhalt, Dan108, Carsten Knütter, Hagen, Heini, hybrid, HiFi, Reinhard, Doctor Daemon

DAB über Satellit

Startbeitrag von Dan108 am 14.09.2003 10:34

Vielleicht habt ihr schon dieses Thema besprochen: Ich habe irgendwo erfahren dass man DAB auch via Satelliten übertragen kann.
Gern hätte ich es wenn die LW radios (BBC4, DLF, TDF, Kalundborg...) da überall in Europa zu empfangen wären zum Beispiel im Ensemble „LW“ ;-)
Es sieht so aus als ob es in Europa dazu nicht kommen wird :( weißt jemand mehr dazu?

Antworten:

Totaler Schwachsinn....

DAB ist ein Verfahren zur TERRESTRISCHEN digitalen Übertragung von Radiosendern.

Über Satellit können Radios digital entweder im ADR oder DVB - S Verfahren ausgestrahlt werden, wobei sich letzteres durchsetzen wird.

von HiFi - am 14.09.2003 10:54
Natürlich ist das überhaupt kein Schwachsinn. DAB über Satellit ist für die höheren L-Bänder ursprünglich vorgesehen und bereits heutige Empfänger unterstützen diesen Modus. Inwieweit man das aber noch realisieren wird, steht auf einem anderen Blatt.



von Andreas W - am 14.09.2003 11:19
a.) DLF gibt´s in ganz Europa per Satellite - via DVB -S, die anderen genannten Stationen könnten auch DVB-S benutzten, wenn sie wollten
b.) "Ensemble „LW“ " : welcher Empfangssituation soll denn das entsprechen ?
Was ich in hier in Deutschland, in Russland, in Portugal, in UK, (Liste bitte selbst ergänzen) auf LW empfangen kann?
c.) Warum soll man das bezüglich der erforderlichen Bandbreite wenig effiziente Verfahren DAB wählen, wenn mann a.) DVB hat und dieses auch mit MPEG-4 ohne große Probleme noch deutlich bandbreiteneffizienter gestalten kann?
Wir kehren ja auch nicht zu DSR zurück, nur weil noch jemand einen DSR-Empfänger rumliegen hat.
Grüße
Reinhard
PS: Vorwärts bewegt sich der Fortschritt, nicht rückwärts

von Reinhard - am 14.09.2003 11:29
DAB über Satelit? sowas nennt sich DVB-S Radio ;)
Leider sind deine gewünschten Programme auf diverse Satelliten verteilt: DLF, DLR, Medi 1 & RMC sind auf Astra 19,2° Ost. RAI Radio Uno und die Stimme Armeniens sind auf Hotbird 13° Ost. RTL, Europe 1 und France Inter 1 gibt´s auf Astra 19,2° Ost & Hotbird 13° Ost. DR P1 auf Sirius 5° Ost.
Den Rest müsste ich nachschauen



von Doctor Daemon - am 14.09.2003 12:20
@Reinhard:
"c.) Warum soll man das bezüglich der erforderlichen Bandbreite wenig effiziente Verfahren DAB wählen, wenn mann a.) DVB hat und dieses auch mit MPEG-4 ohne große Probleme noch deutlich bandbreiteneffizienter gestalten kann?"

Kann man durchaus auch bei DAB... Neue Receiver braucht man dann allerdings, aber das bräuchte es bei DVB auch.



von Andreas W - am 14.09.2003 17:00
Verstehe ich Dan insofern richtig, dass er wie bei Worldspace DAB-Signale über Satellit für ganz Europa ausstrahlen will, die dann mit DAB-Endgeräten und normalen DAB-Antennen zu empfangen sind ?!? Nein. Das geht nicht.

von hybrid - am 14.09.2003 17:21
@hybrid:
Mit normaler DAB-Antenne wohl nicht, aber mit Worldspace-vergleichbaren Antennen.



von Andreas W - am 14.09.2003 17:24
“Ensemble” heißen die Kanäle im DAB Bereiche: es fängt mit 5A bis 13D in VHF III Bereich, und von LA bis LX in L Bereich.

DVB-S so viel ich weiß, erlaubt nur stationär Empfang, und diese Radios (Radio4, TDF,DLF usw.) würde ich gern überall im Wagen hören können (also Beweglich)
wenn das Heute schon möglich ist dann was erwarten wir noch?

von Dan108 - am 14.09.2003 17:31
Es ist so, dass die Franzosen mal geplant haben, den oberen Teil des
L-Bandes (daher vielleicht LW, L-Band Ensemble W) für Sat-Betrieb
nutzen wollten. Es steht auch so in einzelnen DAB Internet-Seiten
aus Frankreich.
Obwohl der Frequenzbereich im L-Band liegt, sind die handelsüblichen
DAB Geräte nicht dafür vorgesehen. (aber es ist immer wieder eine
Frage von Software ;-) )
Peter

von DAB_User - am 14.09.2003 18:09
Doctor Daemon schrieb:

Zitat

DAB über Satelit? sowas nennt sich DVB-S Radio ;)

DAB ist zwar nicht das einzige "Digitalradio" wie die DAB-Lobby glauben machen möchte, und DVB-S ist Digitalradio über Satellit, aber das ist doch was anderes als DAB über SAT....
Zitat

DR P1 auf Sirius 5° Ost.

Sind die wirklich noch da? Haben die den Transponder oder komplett den Satelliten gewechselt oder muß ich wieder etwas nachjustieren? Oder haben die an der Ausleuchtzone gedreht? Weil auf 11823 kann ich kein Signal mehr erahnen.

von Hagen - am 14.09.2003 20:53
DAB läuft schon seit Jahren auf Satellit ! Um eine gleichzeitige Signalzuführung zu den terrestrischen Sendern zu bekommen, werden fast alle Ensembles über Satellit (wenn auch nicht Astra 19,2, dafür aber auf anderen Positionen) als DAB-Paket abgestrahlt !

von Heini - am 14.09.2003 21:27
@DAB_User

"Obwohl der Frequenzbereich im L-Band liegt, sind die handelsüblichen
DAB Geräte nicht dafür vorgesehen. (aber es ist immer wieder eine
Frage von Software )"

Mein DAB Tuner geht bis einschließlich LW. Natürlich kann man die gleichen Antennen nutzen. lediglich sollte man sie anders ausrichten. Mit Autoantennen dürfte der Empfang vom SAT allerdings schwierig werden, da die kaum Gewinn haben. Mit meiner L-Band Yagi würde es aber auf jeden Fall gehen.

von Carsten Knütter - am 14.09.2003 22:06
Die Signalzuführung des BBC-Ensembles zur IFA war ja im KU-Band über Sirius. Es wurde nicht im DVB-S-Modus überragen, sonst hätte es ja jeder DVB-S-Receiver empfangen können. Welche Daten auf welchen Frequenzen digital übertragen werden ist rein technisch gesehn ja egal. Ich glaube auch, dass einige DAB-Ensembles irgendwo auf Sat senden, in Sachsen-Anhalt wurde es früher so zugeführt, als es noch nicht so viele Band 3 Sender gab (nur Frohser Berg, Petersberg und Zeitz). Inzwischen soll alles über Glasfaser terrestrisch übertragen werden (zumindest das gesamte Band3-Multiplexsignal). So lässt sich die Verzögerung an einem Sternpunkt gleich über die Zuführung zu den Sendestandorten einstellen um die Gleichwelle zu synchronisieren. Sowas wäre über Sat-Speisung direkt kaum beherrschbar, dann müssten ja Verzögerungsleitungen direkt am Sender installiert sein. Da die Gleichwelle immer mal neu justiert werden muss wäre der Wartungsaufwand bei der Vielzahl der Sendestandorte bei dieser Lösung extrem hoch. Vermutlich ist man aus diesem Grund zu der Glasfaserlösung übergegangen.

Wenn aber kein Gleichwellensendernetz existiert ist die Sat-Zuführung sicherlich kostengüstiger.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 15.09.2003 08:43
Zum Thema Direktempfang von DAB über Sat gabs mal einen Artikel in der SZ. Der Link ist nicht mehr verfügbar. Ich kopier hier deshalb mal den ganzen
Artikel rein: Das muss eine SZ im Februar diesen Jahres gewesen sein, interessanter Aspekt ist es aber, wird sicher aber nicht realisiert.

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Der grüne Punkt im Orbit

Ausgediente TV-Satelliten lenken Autofahrer


Die Europäische Raumfahrtbehörde Esa will europäischen Autofahrern digitalen Radioempfang ohne Unterbrechungen ermöglichen. Anstatt dafür wie in den USA neue Satelliten ins All zu schießen, schlägt die Esa vor, veraltete TV-Satelliten zu nutzen. Diese haben nach 15 Jahren Sendebetrieb fast keine Energie mehr, um präzise die Position auf ihrer geostationären Umlaufbahn zu halten. „Sie fangen an zu wackeln und sind so für eine Übertragung an exakt ausgerichtete TV- Satellitenschüsseln auf der Erde nicht mehr zu gebrauchen“, erklärt Bernhard Neumeyer von NDSatcom. Für die Übertragung an mobile Satellitenantennen wie beim Auto ist die Positionierung des Satelliten jedoch nicht entscheidend.

Zwei Studien der Esa-Industriepartner Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt und Fraunhofer-Institut für integrierte Schaltungen (IIS) belegen nun, dass sich über die alten Satelli ten neben Musik in CD-Qualität auch Text, Bilder und Videos mit einer Datenübertragungsgeschwindigkeit bis zu einer Million Bit pro Sekunde an ein Endgerät im fahrenden Auto übertragen lassen. In welchem Standard gesendet wird, stehe noch nicht fest. „Wahrscheinlich wird es aber auf Digital Audio Broadcast (DAB) oder Digital Video Broadcast (DVB) hinauslaufen“, schätzt Neumeyer. Auch aktuelle Verkehrsberichte mit Umleitungsempfehlungen ließen sich direkt auf die Displays von Navigationsgeräten einblenden.

So wie bei der terrestrischen Ausstrahlung können Hindernisse wie Wolken oder Tunnel auch den Satellitenfunk behindern. Das System arbeitet daher mit einem Puffer. Eingehende Daten werden zunächst gespeichert und verzögert abgespielt. Im Auto setzt daher das Signal nicht aus. Neumeyer schätzt, dass in zwei bis drei Jahren erste Terminals verfügbar sein werden. „Bis die flache Satellitenantenne voll in die Karosserie integriert ist, dauert es jedoch noch vier bis fünf Jahre.“

ANDREAS GROTE

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 15.09.2003 10:29
@Carsten Knütter

So sieht es auf der F-Site aus. Die unterscheiden zwischen T-DAB und S-DAB.
Gemäss einer Site aus CH soll das Modulationsverfahren bei den S-DAB
etwas anders sein als bei T-DAB. (ich finde diese Info im Moment nicht)


Les fréquences en bande L
T-DAB

LA 1452.960 MHz
LC 1456.384 MHz
LE 1459.808 MHz
LG 1463.232 MHz
LI 1466.656 MHz
LK 1470.080 MHz
LM 1473.504 MHz
LO 1476.926 MHz


LB 1454.672 MHz
LD 1458.096 MHz
LF 1461.520 MHz
LH 1464.944 MHz
LJ 1468.368 MHz
LL 1471.792 MHz
LN 1475.216 MHz
LP 1478.640 MHz

S-DAB

LQ 1480.352 MHz
LS 1483.776 MHz
LU 1487.200 MHz
LW 1490.624 MHz


LR 1482.064 MHz
LT 1485.064 MHz
LV 1488.912 MHz

Peter

von DAB_User - am 15.09.2003 20:55
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